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Die letzten Männer des Westens

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Über das Buch

„Der westliche Mann wird unterdrückt und verweiblicht, er ist vom Aussterben bedroht.» So klingt der immer lauter werdende Kriegsschrei der Antifeministen, der zu einem Mantra der wieder erstarkenden Rechten geworden ist. Man hört ihn von hyperaggressiven Maskulisten und hasszerfressenen Internet-Hetzern, von testosteronverklebten Sexisten und neurechten Frauenhassern. Tobias Ginsburg hat sich ihnen ein Jahr lang undercover angeschlossen, um herauszufinden, wo diese Ängste und all der Hass herrühren.

Seine Recherche führt ihn quer durch Deutschland und das Internet, in die USA und nach Polen. Er trifft auf rechtsradikale Burschenschafter und faschistische Rapper, auf Online-Trolle und Offline-Schläger, Incels und Identitäre, lässt sich zum «wahren Mann-Sein» anleiten und begleitet muskelbepackte Neonazis bei der Rekrutierung junger Männer. Und schließlich stößt er auf ein international agierendes Netzwerk antifeministischer Fundamentalisten.

Eine so beklemmende wie komische Reise in eine zutiefst gefährliche Welt mitten unter uns.


»Ein leidenschaftlicher Aufklärer.« MDR Sachsenspiegel

Editionen (2)

ISBN9783499003530
VerlagROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum19.10.21
Seitenzahl336

Rezensionen & Bewertungen

110 Bewertungen

17 Rezensionen

4,3

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  • librovore
    librovore

    161 Follower

    4,5

    Tobias Ginsburg ist einfach ein krasser Typ und hat mal wieder einen richtig guten Einblick in den (männlichen) Abgrund gegeben. Er geht undercover in die Reihen von Rechtsextremisten, Frauenhassern und Neuen Rechten. Wahnsinn, ich will mir nicht vorstellen, was passieren würde, wenn er mal auffliegen sollte… 😳 Ich habe unglaublich viel Respekt vor der Arbeit und der Recherche, die der Autor betreibt. Er macht das zur Aufklärung, damit wir - die, die sich nicht trauen, in diese faschistischen Reihen zu gehen - daraus lernen können. Und mal wieder saß ich ganz oft vor dem Buch mit den folgenden Gedanken: „Das kann doch nicht wahr sein!“ oder „Ist das wirklich deren ernst?!“ oder auch „Ich habe noch nie gehört, dass irgendwer das christliche Abendland zerstören will.“ Und ganz ganz oft war ich einfach nur sprachlos. Ich weiß, dass die Menschen, die ernsthaft in diesen Kreisen verkehren, gar nicht mal so dumm sind. Mir kommt es aber immer mehr so vor. Ein Trugschluss, denn es ist bittere Realität. Wir brauchen viel mehr, noch so viel mehr Aufklärung. Vor allem das Kapitel über Menschen aus der LGBTQ+ Community tat unglaublich weh… Ich könnte noch so viel mehr dazu schreiben, zum Beispiel wie toll Tobias Ginsburg schreiben kann und sogar humorvolle Anekdoten in dieses Thema bekommt, aber ich bin müde. Lest bitte „Die letzten Männer des Westens" von Tobias Ginsburg. Vielleicht versteht ihr dann meine Müdigkeit - und ich war nicht mal live dabei.

    18. Mai 2023

  • interpolar
    interpolar

    27 Follower

    5,0

    Ich weiß nicht, ob ihr das auch fühlt, aber ich bin in Sachsen zu Hause und am Sonntag sind hier Landtagswahlen. Ein unendlich lang erscheinender Wahlkampf mit wöchentlichen Prognosen, wilden Vereinnahmungen von Themen, die sich auf Landesebene gar nicht lösen lassen, aber der eigenen Agenda dienen und ein erschreckender Zuspruch für Parteien des konservativen und rechten Spektrums, waren meine Realität der letzten Wochen. Ein Buch wie „Die letzten Männer des Westens“ von Tobias Ginsburg sollte im Hinblick auf die aktuelle Lage Pflichtlektüre sein. In seiner durchaus nicht ungefährlichen Reportage von 2021 nimmt er uns mit in die absurde Welt von Incels, Identitären, Schlagenden Verbindungen und christlichen Fundamentalisten. Es wird mehr als deutlich, dass wir ein Problem in dieser Gesellschaft haben und es heißt ANTIFEMINISMUS. Irgendwie klingt das Wort in meinen Ohren immer etwas zu harmlos, wenn man bedenkt, was es tatsächlich bezeichnet. Vielleicht liegt es daran, dass seine Ausprägungen so vielfältig sind und es antifeministische Strömungen gibt, die gesellschaftlich durchaus anschlussfähig sind. FDP-nahe Männerrechtler zum Beispiel, die mehrmals am Tag „Superlustiges über Frauen, die dumm sind, nackt oder, ganz besonders witzig: dick“ (S. 66) sind, in ihre WhatsApp-Gruppen senden. Das extreme Ende des Spektrums sind Rechtsterroristen, die wir hierzulande gern als Amokläufer oder Einzeltäter labeln, damit wir uns nicht mit diesem schwerwiegenden Problem von Misogynie und Antifeminismus auseinandersetzen müssen. Wir kennen die bestürzenden Femizid-Statistiken und wir haben über die Anschläge in Halle und in Oslo/Utøya in den Nachrichten gelesen. Antifeminismus ist der gemeinsame Nenner von Alphamännern, Pick-up Artists, Rechtsterroristen und rechten Rappern. Ihre Geschlechter-Zuschreibungen, ihre überbordende Identifikation mit dem „männlich sein“ und der unendliche Hass gegen Frauen bildet die direkte Verbindung zum Rechtsextremismus. Das eine kommt ohne das andere nicht aus. Tobias Ginsburg schafft es mit seiner Art der Berichterstattung, dass wir ihm zuhören, dass wir uns auf diese Absurdität einlassen und dass wir irgendwie auch mit ihm mitfiebern, weil ständig die Gefahr besteht, dass er auffliegt, wenn er da so am Grill steht und mit Männerrechtlern witzelt. Sein Mut zu dieser Arbeit verdient Respekt und Anerkennung und für mich persönlich war dieses Buch ein echter Eye-Opener.

    30. Aug. 2024

  • laroute
    laroute

    136 Follower

    4,0

    Das Buch ist jetzt etwa zwei Jahre alt. Vermutlich überraschen die dargestellten Positionen nun schon wieder etwas weniger als bei Erscheinen. Die Recherche ist erschütternd und gut lesbar dargelegt. Und eine gute Erinnerung: das mindeste, was wir dieses und die kommenden Jahre machen müssen ist wählen zu gehen, um entsprechenden Positionen nicht die vollständige Macht zu verleihen.

    2. März 2024

3 von 17 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Tobias Ginsburg

Tobias Ginsburg, Jahrgang 1986, ist Autor und Regisseur. Er studierte Dramaturgie, Literaturwissenschaft und Philosophie. 2016 war er Fellow des Hanse-Wissenschaftskollegs, 2020 erhielt er das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung.

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