Romane

Ein Zimmer für sich allein

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Über das Buch

Hätte Shakespeare eine Schwester gehabt, ebenso begabt wie er, wie wäre es ihr ergangen? Welche Widerstände mussten Jane Austen oder die Brontë-Schwestern überwinden? Im Oktober 1928 hielt Virginia Woolf zwei Vorträge am ersten Frauencollege Großbritanniens an der Universität Cambridge. Ob ihnen bewusst sei, fragte Woolf ihre Zuhörerinnen, dass sie vielleicht »das am häufigsten abgehandelte Tier des Universums« seien? Schließlich wurde Literatur über Frauen fast ausschließlich von Männern verfasst. Aus Woolfs Vorträgen entstand der Essay »Ein Zimmer für sich allein«, den sie ein Jahr später veröffentlichte. Zu Woolfs Lebzeiten bereits hochgelobt, wurde ihre Abhandlung über Frauen und Literatur zu einem der meistrezipierten und wegweisenden Texte der Frauenbewegung. Engagiert und poetisch, erfahrungssatt und ironisch analysiert Woolf Geschlechterdifferenzen und führt aus, was Frauen brauchen, um künstlerisch tätig zu sein, große Literatur zu produzieren: ein gewisses Maß an finanzieller, vor allem aber geistige Unabhängigkeit, im viktorianischen England symbolisiert durch ein eigenes Zimmer.

Editionen (24)

ISBN9783311220039
VerlagKampa Verlag
Erscheinungsdatum01.10.19
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

725 Bewertungen

116 Rezensionen

4,1

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  • schneeweisschen666
    schneeweisschen666

    135 Follower

    4,0

    Das Problem kreativer Frauen

    Dieses Werk sollte von jedem Schreiberling gelesen werden. Egal ob männlich, weiblich oder allem dazwischen und darüber Hinaus. Virginia Woolfs Gedankengänge und Aufschlüsselungen zum Thema "Frauen und Literatur" zu dem sie gebeten wird einen Virtrag zu schreiben, sind logisch und erschütternd ehrlich. Mit einer mir sehr sympathischen Sachlichkeit geht sie die vielen Umstände an die es Frauen Jahrhunderte lang schwer bis geradezu unmöglich machte, selbst Literatur zu verfassen. Nicht nur gesellschaftlich, sondern auch durch die fehlende geistige Freiheit die ihr durch gesellschaftliche Zwänge und Ansprüche auferlegt wurden. Ich finde, gerade in der jetzigen Zeit, in dr Frauen mal wieder Manalität durch ihre Romane vorgeworfen wird, hatt dieses Manifest an Bedeutung gewonnen und sollte als Schulleiter Pflicht sein.

    4 Tage vor

  • 2,5

    „Man kann nicht gut denken, gut lieben, gut schlafen, wenn man nicht gut gegessen hat.“

    Ich versuche immer mal wieder, meine Komfortzone zu verlassen und auch Klassiker zu lesen, einfach um mich selbst ein bisschen herauszufordern. Dieses Mal war es Ein Zimmer für sich allein von Virginia Woolf und was soll ich sagen, es war eher schwierig für mich. Ich habe total oft gemerkt, dass ich zwar lese, aber gedanklich komplett abschweife und eigentlich gar nichts richtig aufnehme. Der Schreibstil hat es mir echt nicht leicht gemacht, dranzubleiben. Inhaltlich fand ich den Ansatz natürlich wichtig, die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, gerade in der Literatur. Aber für mich hat es sich teilweise so angefühlt, als würde sehr weit ausgeholt werden, um etwas zu erklären, das leider irgendwie auf der Hand liegt, besonders für die damalige Zeit. Trotzdem finde ich es spannend, solche Bücher zu lesen, einfach um neue Perspektiven mitzunehmen, auch wenn sie mich nicht komplett abholen.

    „Man kann nicht gut denken, gut lieben, gut schlafen, wenn man nicht gut gegessen hat.“

    22. März 2026

  • kerstinberlin
    kerstinberlin

    100 Follower

    4,0

    Die Notwendigkeit von finanzieller Unabhängigkeit und Raum, um frei denken und schreiben zu können.

    Das beschreibt es für mich am treffendsten, was Frauen jahrhundertelang meist verwehrt war. Es wurde ihnen auch wenig mehr zugetraut außer sich um Haushalt und Familie zu kümmern. Spannend fand ich, dass mit Einführung des Wahlrechts für Frauen bereits dies von Männern als Bedrohung angesehen wurde. Das ist heute nicht so viel anders und gern werden bereits eingeführte Diversity-Programme eingestampft. Auch hierdurch fühlen sich viele „bedroht“. Wo kommen wir denn hin, wenn es gerechter zugeht in der Welt? 😆 Das Hörbuch hat mir gut gefallen. Und dieses Zitat war mein Highlight „Deshalb möchte ich Sie bitten, alle möglichen Arten von Büchern zu schreiben, bei keinem Thema zu zögern, sei es noch so banal oder unüberschaubar. Ich hoffe, dass Sie sich unter allen Umständen genug Geld beschaffen können, um zu reisen und zu ruhen und über die Zukunft oder die Vergangenheit dieser Welt nachzudenken, über Bücher ins Traumen zu geraten und an Straßenecken herumzulungern und die Angelschnur der Gedanken in den Strom zu tauchen. [...]

    6. März 2026

3 von 116 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Virginia Woolf

Virginia Woolf (1882–1941) gilt als Englands größte Autorin der Moderne. Ihre Romane werden in einem Atemzug mit James Joyce und Marcel Proust genannt, zudem verfasste sie zahllose Essays und hinterließ umfangreiche Tagebücher. Obwohl Tochter einer wohlhabenden Intellektuellen-Familie – Thomas Hardy und Henry James gingen in ihrem Elternhaus ein und aus – hat sie nie eine Schule, geschweige denn eine Universität besucht. 1917 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Leonard den Verlag The Hogarth Press, in dem auch »Ein Zimmer für sich allein« erschien. Als Opfer sexuellen Missbrauchs in der Familie, litt sie zeitlebens unter wiederkehrenden schweren Depressionen. Am 28. März 1941 fand ihr Mann einen Brief auf dem Kaminsims, der mit den Zeilen begann: »Liebster, ich fühle deutlich, dass ich wieder verrückt werde ...« Virginia Woolfs Leiche wurde in einem nahegelegenen Fluss entdeckt.

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