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Romane

Der Fall

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Über das Buch

«Der vielleicht schönste und am wenigsten verstandene seiner Romane» (Jean-Paul Sartre) in neuer Übersetzung.

Im Amsterdamer Hafenviertel legt Jean-Baptiste Clamence, ehemals angesehener Anwalt, eine atemberaubende Beichte ab: Selbstgefälligkeit und Opportunismus seien die eigentlichen Triebfedern seines Rechtsbewusstseins gewesen. Denn als er eines Nachts eine Frau auf einer Brücke stehen sah, im Begriff, in den Fluss zu springen, hat er sie nicht daran gehindert. Seitdem befindet sich sein Leben im freien Fall, und er stellt sich selbst und den anderen Fragen: Warum tut man, was man tut? Warum lebt man, wie man lebt?

Dieser Roman, einer der berühmtesten Texte des Existenzialismus, ist Camus’ letztes vollendetes Prosawerk. Ein Jahr nach seinem Erscheinen erhielt der Autor den Literaturnobelpreis. Mit einem Nachwort von Iris Radisch.

Editionen (11)

ISBN9783499001697
VerlagROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum15.10.24
Seitenzahl128

Merkmale

1 Bewertungen

VariabelMittelAnschaulichPoetischUngewöhnlichVielschichtig

Rezensionen & Bewertungen

126 Bewertungen

16 Rezensionen

3,7

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  • _angi_
    _angi_

    80 Follower

    4,0

    Lesenswert

    Ich freue mich schon auf die anderen Bücher. Das soll ja angeblich nicht das Beste sein. Es ist zeitweise amüsant und regt zum nachdenken an

    Lesenswert

    7. Apr. 2025

  • _martin_kopp_
    _martin_kopp_

    283 Follower

    4,0

    Eine Gesellschaftskritik in aussergewöhnlichem Schreibstil!

    Albert Camus' Der Fall ist ein herrlich zynischer und selbstverliebter Monolog eines zutiefst egozentrischen und selbstgerechten Menschen. Johannes Clamans erzählt seine Geschichte, die eines Anwalts, der versucht sein Leben mehrfach zu verändern, aber sich selbst dabei immer am nächsten steht. Die Geschichte ist ein Symbol dafür, dass jeder Mensch bei sich selber anfangen muss, die Schuld der gesellschaftlichen Abgründe zu suchen . Denn nach Camus sind alle Menschen schuldig. Camus gibt viele Beispiele dafür. Der Protagonist zeigt überspitzt wie unsere Gesellschaft wirklich ist. Hinter der Maske von Mitgefühl, Freundschaft, Menschlichkeit und Verbundenheit sitzt eine hässliche Fratze, die lediglich aus Eigeninteresse und Egoismus handelt. Jeder ist sich selbst der Nächste und Beste. Es wird gelogen, Wahrheiten gebogen und die Realität verblendet. Die Prahlerei mit Menschlichkeit und Guten Taten, hinter der aber dann doch nur das eigene Ego steckt. Man geiert nach Annerkennung und will letztendlich nur ein positives Urteil bzw die Bestätigung durch andere ergaunern. Wir streben dannach von unseren schlechten Taten freigesprochen zu werden. Camus Schreibstil ist aussergewöhnlich und einfach toll!

    Eine Gesellschaftskritik in aussergewöhnlichem Schreibstil!

    18. Feb. 2025

  • yayabookybear
    yayabookybear

    3 Follower

    4,0

    Wir haben den Dialog durch die Mitteilung ersetzt.

    Ein außergewöhnlicher Roman oder besser ein auf Papier gebundener Monolog, mit dem der:die Leser:in erst warm werden muss, der dann aber durch Scharfsinn, Selbstironie und Tiefsinn besticht. Ein narzisstischer Anwalt aus der Pariser Oberschicht legt einem Landsmann in einer Amsterdamer Seemannskneipe seine Weltsicht dar. Neben reichlich zelebrierter Selbstdarstellung und Lobhudelei (die aber freilich nie dem Selbstzweck dient), zieht der Protagonist Clement auch über die konstant monierenden und verurteilenden Pariser Eliten her. Er berichtet von seinem Treiben als Lebemann, Casanova, Bußrichter, Philanthrop und nicht zuletzt als Papst - nur scheinbar nebensächlich berichtet er vom Suizid einer jungen Frau, der zu helfen er sich zu fein war. Ein Leben als Fassade, um ein tiefes Trauma zu verbergen. Richter gegenüber der gesamten Menschheit, nur um dem Selbsturteil zu entfliehen. Bis ihm nur noch die vage Hoffnung bleibt eines Tages doch durch das Urteil eines anderen von der eingenen Schuld erlöst zu werden.

    Wir haben den Dialog durch die Mitteilung ersetzt.

    29. Apr. 2025

3 von 16 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Albert Camus

Albert Camus wurde am 7. November 1913 als Sohn einer Spanierin und eines Elsässers in Mondovi, Algerien, geboren. Er studierte an der Universität Algier Philosophie, 1935 trat er der Kommunistischen Partei Algeriens bei und gründete im Jahr darauf das «Theater der Arbeit». 1937 brach er mit der KP. 1938 entstand sein erstes Drama, Caligula, das 1945 uraufgeführt wurde, 1947 sein Roman «Die Pest». Neben seinen Dramen begründeten der Roman Der Fremde und der Essay Der Mythos des Sisyphos sein literarisches Ansehen. 1957 erhielt Albert Camus den Nobelpreis für Literatur. Am 4. Januar 1960 starb er bei einem Autounfall.Das Gesamtwerk von Albert Camus liegt im Rowohlt Verlag vor.

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