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Der Fall

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Über das Buch

"Wenn die Zuhälter und Diebe immer und überall verurteilt würden, hielten sich ja alle rechtschaffenen Leute ständig für unschuldig!" - Dieses Bekenntnis eines gescheiterten Anwalts steht am Anfang von Camus’ beeindruckender Gesellschaftskritik, die bis heute nichts an Aktualität verloren hat: Für Camus besteht die eigentliche Schuld, die letztlich zur fundamentalen Krise gesellschaftlicher Freiheit und damit von Demokratie führt, in der mangelnden Solidarität der Menschen untereinander. Dieser Band der von Prof. Dr. Dr. Thomas Vormbaum herausgegebenen Reihe "Recht in der Kunst - Kunst im Recht" enthält Camus’ Roman aus dem Jahr 1956 in der Textfassung der deutschen Erstauflage, die um ausdrucksstarke Illustrationen des Herforder Künstlers Günter Frecksmeier ergänzt ist. Den sich anschließenden Kommentaren der Romanistin und ausgewiesenen Camus-Forscherin Prof. Dr. Brigitte Sändig und des Juristen Dr. Sven Grotendiek, die das Werk aus ihrer jeweils fachspezifischen Sicht untersuchen, ist daran gelegen, die zeitgeschichtlichen Hintergründe aufzuzeigen, die zur Entstehung des Romans beigetragen haben, aber auch das Interesse an einem Denken wie dem Camus’ gerade in einer Zeit, in der es erkennbar nachgelassen hat, neu zu beleben und damit für die heutige Zeit fruchtbar zu machen.

Editionen (11)

ISBN9783830515739
VerlagBerliner Wissenschafts-Verlag
Erscheinungsdatum29.10.08
Seitenzahl111

Rezensionen & Bewertungen

126 Bewertungen

16 Rezensionen

3,7

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  • _angi_
    _angi_

    80 Follower

    4,0

    Lesenswert

    Ich freue mich schon auf die anderen Bücher. Das soll ja angeblich nicht das Beste sein. Es ist zeitweise amüsant und regt zum nachdenken an

    Lesenswert

    7. Apr. 2025

  • _martin_kopp_
    _martin_kopp_

    285 Follower

    4,0

    Eine Gesellschaftskritik in aussergewöhnlichem Schreibstil!

    Albert Camus' Der Fall ist ein herrlich zynischer und selbstverliebter Monolog eines zutiefst egozentrischen und selbstgerechten Menschen. Johannes Clamans erzählt seine Geschichte, die eines Anwalts, der versucht sein Leben mehrfach zu verändern, aber sich selbst dabei immer am nächsten steht. Die Geschichte ist ein Symbol dafür, dass jeder Mensch bei sich selber anfangen muss, die Schuld der gesellschaftlichen Abgründe zu suchen . Denn nach Camus sind alle Menschen schuldig. Camus gibt viele Beispiele dafür. Der Protagonist zeigt überspitzt wie unsere Gesellschaft wirklich ist. Hinter der Maske von Mitgefühl, Freundschaft, Menschlichkeit und Verbundenheit sitzt eine hässliche Fratze, die lediglich aus Eigeninteresse und Egoismus handelt. Jeder ist sich selbst der Nächste und Beste. Es wird gelogen, Wahrheiten gebogen und die Realität verblendet. Die Prahlerei mit Menschlichkeit und Guten Taten, hinter der aber dann doch nur das eigene Ego steckt. Man geiert nach Annerkennung und will letztendlich nur ein positives Urteil bzw die Bestätigung durch andere ergaunern. Wir streben dannach von unseren schlechten Taten freigesprochen zu werden. Camus Schreibstil ist aussergewöhnlich und einfach toll!

    Eine Gesellschaftskritik in aussergewöhnlichem Schreibstil!

    18. Feb. 2025

  • yayabookybear
    yayabookybear

    3 Follower

    4,0

    Wir haben den Dialog durch die Mitteilung ersetzt.

    Ein außergewöhnlicher Roman oder besser ein auf Papier gebundener Monolog, mit dem der:die Leser:in erst warm werden muss, der dann aber durch Scharfsinn, Selbstironie und Tiefsinn besticht. Ein narzisstischer Anwalt aus der Pariser Oberschicht legt einem Landsmann in einer Amsterdamer Seemannskneipe seine Weltsicht dar. Neben reichlich zelebrierter Selbstdarstellung und Lobhudelei (die aber freilich nie dem Selbstzweck dient), zieht der Protagonist Clement auch über die konstant monierenden und verurteilenden Pariser Eliten her. Er berichtet von seinem Treiben als Lebemann, Casanova, Bußrichter, Philanthrop und nicht zuletzt als Papst - nur scheinbar nebensächlich berichtet er vom Suizid einer jungen Frau, der zu helfen er sich zu fein war. Ein Leben als Fassade, um ein tiefes Trauma zu verbergen. Richter gegenüber der gesamten Menschheit, nur um dem Selbsturteil zu entfliehen. Bis ihm nur noch die vage Hoffnung bleibt eines Tages doch durch das Urteil eines anderen von der eingenen Schuld erlöst zu werden.

    Wir haben den Dialog durch die Mitteilung ersetzt.

    29. Apr. 2025

3 von 16 Rezensionen

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