Blick ins Buch

Die Kreutzersonate

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Über das Buch

Editionen (30)

ISBN9783896140869
VerlagHörbuchproduktionen
Erscheinungsdatum31.12.00

Rezensionen & Bewertungen

58 Bewertungen

12 Rezensionen

3,5

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  • ribrob99
    ribrob99

    89 Follower

    4,0

    Eine normale Zugfahrt entwickelt sich zu einem komplizierten Gesprach über Moral, Eifersucht und Liebe. Tolstois schwungvoller Schreibstil hat mir sehr gefallen, selbst wenn die angesprochenen Theorien teils sehr komisch waren. Betrachtet man das Erscheinungsjahr, macht das natürlich mehr Sinn. Angenehme Fluglektüre :)

    8. Juli 2025

  • anton.abdr
    anton.abdr

    1 Follower

    4,0

    Tolstois Interpretation der Lehren Christis in unserem Sozial- und Sexualleben

    Die Handlung dieser Novelle lässt sich relativ leicht erklären. Während einer Zugfahrt kommt eine Diskussion über Ehe und vorallem die romantische Liebe auf. Als sich diese auflöst beginnt ein Gespräch, in welchem Posdnyschew von seinem Werdegang, Ehe und vorallem dem Mord an seiner Frau berichtet. Er geht dabei in der ersten hälfte des Buches vorallem auf seine Motive und Sichtweisen, auf die „Sinnliche Liebe“ sowie Lust ein. Posdnyschew tötet seine Frau aus Eifersucht bald nachdem Sie und ihr Musiklehrer Beethoven‘s „Kreutzersonate“ spielen, welche er quasi als Geständnis des Ehebruchs auffasst. Die Begründung der Eifersucht legimitiert das Gericht und er sitzt letzendlich nichtmal ein Jahr im Gefängnis. Das Werk war schon zur Zeit der Veröffentlichung stark umstritten und wurde in mehreren Ländern (zb. RU, USA, DE) aufgrund der Darstellung der Ehe (für ihn quasi institutionelle Prostitution) verboten. In seinem Nachwort beschreibt Tolstoi das Christliche Ideal nach Christus welches jeder Anstreben sollte und nicht mit diversen shortcuts vereinfacht werden darf. Er verurteilt die Ehe als entmenschlichend und insbesondere die kirchliche Ehe lehnt er ab. Tolstoi bezieht sich auf Bibelstellen und provoziert die Orthodoxe Kirche weiter, laut ihm ist Ehe schlichtweg Institution der Kirche. Außerdem beteuert er ausgiebig seine Haltung zu Enthaltsamkeit: Laut ihm soll sich der Mensch keinem Genuss hingeben d.h kein Sex, kein Sport, kein Fleisch, kein Alkohol. Ausschließlich harte körperliche Arbeit ist erstrebenswert. Dies ist meiner Meinung nach keine schöne Sicht auf das Leben und sorgt dafür das man sich selber in Ketten legt. Ein Zentraler Kritikpunkt dieser Novelle ist die Frauenfeindlichkeit Tolstois. Frauen werden als Verführerinnen dargestellt die den Mann ins Verderben ziehen, sie werden auf ihr äußeres reduziert und die ermordete Ehefrau wird nie tiefere Beachtung gezeigt. Gleichermaßen schießt Tolstoi gegen Männer und ich werfe ihm eher allgemeine Menschenfeindlichkeit im Bezug zu Sexualität vor. Männer werden als Triebgesteuerte, eifersüchtige Kreaturen gezeichnet die unfähig sind zu lieben. Dies liegt wahrscheinlich Tolstois radikaler Ablehnung der Sexualität zu Grunde welche sich im Zuge seiner religiösen Aufklärung ausprägte. Insbesondere aus heutiger Sicht ist dieses Werk absolut nicht haltbar, jedoch hat der Text eine historische Relevanz und Tolstois Sprache ist einfach Zeitlos. Gerade wegen der Kontroversen empfehle ich jedem diese Novelle, sie gibt einen wichtigen Einblick auf Gesellschaftliche Konstellationen von früher und (habe ich zwar noch nicht gelesen) Tolstois Frau Sofia hat einen eigenen Text „Eine Frage der Schuld“ als Gegendarstellung verfasst. 4/5

    Tolstois Interpretation der Lehren Christis in unserem Sozial- und Sexualleben

    7. Sept. 2025

  • matrask
    matrask

    5 Follower

    5,0

    Misanthrop? Opfer? Wahnsinniger? Oder einfach nur Heuchler und Mörder?

    Etwas schwieriger Start aber dann sehr fesselnde Erzählung mit einem eher unerwarteten Plädoyer am Ende für christliche Liebe. Die Charakterisierung des menschlichen Wesens ist sehr gelungen, atmosphärisch sehr dicht und nah am wirklichen Leben.

    12. Mai 2025

3 von 12 Rezensionen

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