Blick ins Buch

Romane

Die Kreutzersonate

3,5(58)
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Während einer nächtlichen Zugreise macht Posdnyschew, der Held von Tolstojs Erzählung, einem Mitreisenden ein aufwühlendes Geständnis: in seiner maßlosen Eifersucht - noch zusätzlich durch Beethovens Kreutzersonate geschürt - sah er keinen anderen Weg mehr, als seine vermeintlich untreue Frau umzubringen. Schritt für Schritt gerät er stärker in den Sog seiner heftigen Gefühle.

Editionen (30)

ISBN9783458362173
VerlagInsel Verlag
Erscheinungsdatum24.10.11
Seitenzahl146

Rezensionen & Bewertungen

58 Bewertungen

12 Rezensionen

3,5

Tippen zum Filtern

  • ribrob99
    ribrob99

    89 Follower

    4,0

    Eine normale Zugfahrt entwickelt sich zu einem komplizierten Gesprach über Moral, Eifersucht und Liebe. Tolstois schwungvoller Schreibstil hat mir sehr gefallen, selbst wenn die angesprochenen Theorien teils sehr komisch waren. Betrachtet man das Erscheinungsjahr, macht das natürlich mehr Sinn. Angenehme Fluglektüre :)

    8. Juli 2025

  • anton.abdr
    anton.abdr

    1 Follower

    4,0

    Tolstois Interpretation der Lehren Christis in unserem Sozial- und Sexualleben

    Die Handlung dieser Novelle lässt sich relativ leicht erklären. Während einer Zugfahrt kommt eine Diskussion über Ehe und vorallem die romantische Liebe auf. Als sich diese auflöst beginnt ein Gespräch, in welchem Posdnyschew von seinem Werdegang, Ehe und vorallem dem Mord an seiner Frau berichtet. Er geht dabei in der ersten hälfte des Buches vorallem auf seine Motive und Sichtweisen, auf die „Sinnliche Liebe“ sowie Lust ein. Posdnyschew tötet seine Frau aus Eifersucht bald nachdem Sie und ihr Musiklehrer Beethoven‘s „Kreutzersonate“ spielen, welche er quasi als Geständnis des Ehebruchs auffasst. Die Begründung der Eifersucht legimitiert das Gericht und er sitzt letzendlich nichtmal ein Jahr im Gefängnis. Das Werk war schon zur Zeit der Veröffentlichung stark umstritten und wurde in mehreren Ländern (zb. RU, USA, DE) aufgrund der Darstellung der Ehe (für ihn quasi institutionelle Prostitution) verboten. In seinem Nachwort beschreibt Tolstoi das Christliche Ideal nach Christus welches jeder Anstreben sollte und nicht mit diversen shortcuts vereinfacht werden darf. Er verurteilt die Ehe als entmenschlichend und insbesondere die kirchliche Ehe lehnt er ab. Tolstoi bezieht sich auf Bibelstellen und provoziert die Orthodoxe Kirche weiter, laut ihm ist Ehe schlichtweg Institution der Kirche. Außerdem beteuert er ausgiebig seine Haltung zu Enthaltsamkeit: Laut ihm soll sich der Mensch keinem Genuss hingeben d.h kein Sex, kein Sport, kein Fleisch, kein Alkohol. Ausschließlich harte körperliche Arbeit ist erstrebenswert. Dies ist meiner Meinung nach keine schöne Sicht auf das Leben und sorgt dafür das man sich selber in Ketten legt. Ein Zentraler Kritikpunkt dieser Novelle ist die Frauenfeindlichkeit Tolstois. Frauen werden als Verführerinnen dargestellt die den Mann ins Verderben ziehen, sie werden auf ihr äußeres reduziert und die ermordete Ehefrau wird nie tiefere Beachtung gezeigt. Gleichermaßen schießt Tolstoi gegen Männer und ich werfe ihm eher allgemeine Menschenfeindlichkeit im Bezug zu Sexualität vor. Männer werden als Triebgesteuerte, eifersüchtige Kreaturen gezeichnet die unfähig sind zu lieben. Dies liegt wahrscheinlich Tolstois radikaler Ablehnung der Sexualität zu Grunde welche sich im Zuge seiner religiösen Aufklärung ausprägte. Insbesondere aus heutiger Sicht ist dieses Werk absolut nicht haltbar, jedoch hat der Text eine historische Relevanz und Tolstois Sprache ist einfach Zeitlos. Gerade wegen der Kontroversen empfehle ich jedem diese Novelle, sie gibt einen wichtigen Einblick auf Gesellschaftliche Konstellationen von früher und (habe ich zwar noch nicht gelesen) Tolstois Frau Sofia hat einen eigenen Text „Eine Frage der Schuld“ als Gegendarstellung verfasst. 4/5

    Tolstois Interpretation der Lehren Christis in unserem Sozial- und Sexualleben

    7. Sept. 2025

  • matrask
    matrask

    5 Follower

    5,0

    Misanthrop? Opfer? Wahnsinniger? Oder einfach nur Heuchler und Mörder?

    Etwas schwieriger Start aber dann sehr fesselnde Erzählung mit einem eher unerwarteten Plädoyer am Ende für christliche Liebe. Die Charakterisierung des menschlichen Wesens ist sehr gelungen, atmosphärisch sehr dicht und nah am wirklichen Leben.

    12. Mai 2025

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Lew Tolstoj

Lew Tolstoj wurde am 9. September 1828 in Jasnaja Poljana bei Tula geboren und starb am 20. November 1910 in Astapowo, heute zur Oblast Lipezk an einer Lungenentzündung. Tolstoj entstammte einem russischen Adelsgeschlecht. Als er mit neun Jahren Vollwaise wurde, übernahm die Schwester seines Vaters die Vormundschaft. An der Universität Kasan begann er 1844 das Studium orientalischer Sprachen. Nach einem Wechsel zur juristischen Fakultät brach er das Studium 1847 ab, um zu versuchen, die Lage der 350 geerbten Leibeigenen im Stammgut der Familie in Jasnaja Poljana mit Landreformen zu verbessern. Er erlebte von 1851 an in der zaristischen Armee die Kämpfe im Kaukasus und nach Ausbruch des Krimkriegs 1854 den Stellungskrieg in der belagerten Festung Sewastopol. Die Berichte aus diesem Krieg (1855: Sewastopoler Erzählungen) machten ihn als Schriftsteller früh bekannt. Er bereiste aus pädagogischem Interesse 1857 und 1860/61 westeuropäische Länder und traf dort auf Künstler und Pädagogen. Nach der Rückkehr verstärkte er die reformpädagogischen Bestrebungen und richtete Dorfschulen nach dem Vorbild Rousseaus ein. Seit 1855 lebte er abwechselnd auf dem Gut Jasnaja Poljana, in Moskau, und in Sankt Petersburg. Im Jahre 1862 heiratete er die 18-jährige deutschstämmige Sofja Andrejewna Behrs, mit der er insgesamt 13 Kinder hatte. In den folgenden Jahren seiner Ehe schrieb er die monumentalen Romane Krieg und Frieden sowie Anna Karenina, die Tolstojs literarischen Weltruhm begründeten.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick