Blick ins Buch

Romane

Der Duft der Blumen bei Nacht

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Über das Buch

Eine der bedeutendsten literarischen Stimmen unserer Zeit

Es ist eine ungewöhnliche Nacht, die Leïla Slimani im Museo Punta Della Dogana in Venedig verbringt. Im einstigen Zollgebäude der Serenissima, einem Ort, an dem sich seit jeher Orient und Okzident begegnen. Für die französisch-marokkanische Schriftstellerin wird er zum Symbol ihrer eigenen Geschichte. Allein im Museum, in den dunklen Stunden zwischen Sonnenuntergang und Tagesanbruch, taucht Slimani in Erinnerungen ein. Sie erzählt von ihrer Kindheit in Rabat, vom Alltag in Paris als Mutter zweier Kinder, vom Leben zwischen den Kulturen und dem Gefühl der Fremdheit. Sie denkt über ihre Rolle als Schriftstellerin und engagierte Frau nach, über drängende gesellschaftliche Fragen, gesteht ihre eigene Verletzlichkeit. Es sind faszinierende Bekenntnisse, die Einblick geben in die Gedankenwelt einer der bedeutendsten literarischen Stimmen unserer Zeit.

Ungekürzte Lesung mit Isabelle Redfern
2h 57min

Editionen (3)

ISBN9783844545524
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum28.02.22

Rezensionen & Bewertungen

71 Bewertungen

22 Rezensionen

3,9

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  • selena_
    selena_

    129 Follower

    5,0

    Wer sich allein fühlt, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen – es wird das Gefühl der Einsamkeit verblassen lassen. Ein meisterhaftes Werk, das Leïla Slimani mit ihrer unvergleichlichen Sprache erschaffen kann: schlicht, berührend und von einer tiefen Poesie durchdrungen. Mit ihren Worten malt sie Bilder, die sich im Gedächtnis der Lesenden festsetzen und lange nachklingen.

    2019 erhält die preisgekrönte Schriftstellerin Leïla Slimani die Möglichkeit, eine Nacht im Museo Punta della Dogana in Venedig zu verbringen. Trotz der inspirierenden Umgebung bleibt ihr das Schreiben versagt. Stattdessen reflektiert sie über ihr Leben: die Kindheit in Rabat, die Spannung zwischen Orient und Okzident und das entbehrungsreiche Schriftstellerdasein. In Der Duft der Blumen bei Nacht gibt sie schonungslos ehrliche Einblicke in Ängste, Schwächen und Leidenschaften und entzaubert den Mythos vom Schriftstellerberuf. Slimanis offene, kluge Erzählweise fesselt und macht sie als Persönlichkeit greifbar – ein Buch, das mich nicht losgelassen hat.

    5. Jan. 2025

  • bea777
    bea777

    484 Follower

    3,5

    Venedig trägt den Keim seiner Zerstörung in sich, und vielleicht ist es diese Zerbrechlichkeit, die seinen Glanz ausmacht. Zitat

    Auf nur 160 Seiten nimmt uns Leila Slimani mit nach Venedig, wo sie eine Nacht in einem Museum verbringt und sich Gedanken über ihre Herkunft, ihte Familie und das Schreiben macht. Die Erzählung beginnt in ihrem Arbeitszimmer in Paris, wo sie an ihrem neuen Roman schreibt und ihre Lektorin sie bittet, sich für eine Nacht in einem Museum in Venedig einschließen zu lassen. Das Angebot nimmt sie schnell an, denn sie ist gerne für sich, findet es nicht gruselig eine Nacht alleine in einem so großen Gebäude. Im Gegenteil fast wünscht Sie sich, dass ihr Gespenster erscheinen und sie mit diesen ins Gespräch kommen kann. Die Zeit im Museum nutzt sie, um die Gemälde, Kunstobjekte jnd Installationen zu betrachten und führt dann Überlegungen anderer Schriftsteller an, die selbst über das Schreiben reflektiert haben. Ganz nebenbei erfahren wir auch vieles von Leilas Familie, dem Leben in Marroko und später in Frankreich. Den poetischen und stillen Schreibstil habe ich sehr gemocht, in die Erzählung selbst kam ich nicht so gut rein. Ich will aber in jedem Fall einen Roman von ihr lesen, um zu schauen, ob das besser zu mir passt. Habt ihr Tipps? Welches Buch hat euch von ihr gefallen?

    Venedig trägt den Keim seiner Zerstörung in sich, und vielleicht ist es diese Zerbrechlichkeit, die seinen Glanz ausmacht.  Zitat

    19. Feb. 2026

  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    5,0

    Allein im Museum bei Nacht

    Der Monolog einer Frau, Schriftstellerin, Grenzgängerin zwischen den Kulturen, Betrachterin von Gesellschaften und Kultur überhaupt. Will man ihrem Monolog über sich selbst folgen, diesen Gedankengespinnsten, Festlegungen und Loslösungen auf ganz eigene Art, die nicht der eigenen entsprechen müssen, dich an deine Auffassungsgrenzen bringen, die dir Pausen aufzwingen? Man muss nicht, aber man kann. Und ich will. Dies Buch hat mich fasziniert, diese lyrische Intellektualität, ganz persönliche Standpunkte einem intellektuellen Konsens gegenüberstellend, geschickt verwebt und wieder auflöst. Sicherlich war das Hörbuch für mich zu schnell, immer wollte ich anhalten und wahrscheinlich macht ein Buch hier mehr Sinn, kann man doch nicht alles auf einmal wirklich erfassen. Die Ausgangslage ist das Eingeschlossenwerden in ein Museum in Venedig, der totale Rückzug, den ein Schriftsteller so sehr sucht und doch auch darunter leidet. Das pure auf sich selbst zurückgeworfen werden ermöglicht einen intensiven Gedankenmonolog, den die Schriftstellerin hier meisterhaft wiedergibt. Es gibt beinahe ein Übermass an Zitaten von anderen, genialen Schriftsteller*innen und Denker*innen, um die Gedankengänge von Leila Slimani zu untermauern, fast, als wolle sie wieder und wieder ihre Intelligenz untermauern oder Beweise erbringen, wie die Fussnoten einer Studie. Es gelingt ihr meisterhaft, den Leser miteinzubeziehen, du folgst ihren Gedankengängen und entwickelst eigene, verwunschene Pfade. Das ist wohl der Sinn von Literatur und hier grossartig umgesetzt. Wenn nur du selbst auch deine eigenen Gedankenlabyrinthe nun zu Papier bringen könntest!

    24. Apr. 2024

3 von 22 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Leïla Slimani

Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Ihre Bücher sind internationale Bestseller. Slimani, 1981 in Rabat geboren, wuchs in Marokko auf und studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po. Für den Roman »Dann schlaf auch du« wurde ihr der renommierte Prix Goncourt zuerkannt. Zuletzt erschien im Luchterhand Literaturverlag die Romane »Das Land der Anderen«, »Schaut, wie wir tanzen« sowie »Trag das Feuer weiter«. Sie sind Teil einer Trilogie, die auf der Geschichte von Leïla Slimanis eigener Familie beruht. »Leïla Slimani hat auf traumhaft schöne, lebendige, mitreißende Weise Weltgeschichte in Literatur verwandelt, die uns über drei Generationen trägt.« (Volker Weidermann, DIE ZEIT)

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