Blick ins Buch

Historische Romane

Die rote Antilope

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Über das Buch

Der Traum der roten Antilope 1877, eine Handelsstation in der Kalahari-Wüste. Der achtjährige Molo ist bei einem Massaker übersehen worden und in die Obhut eines selbst ernannten Insektenforschers geraten, der ihn mit nach Schweden nimmt. Der schwarze Junge wird Schuhe tragen, an Türen anklopfen und sich pausenlos anstarren lassen müssen. Er wird wissenschaftlich untersucht und dem staunenden Publikum vorgeführt werden. In seinen Träumen aber sieht der kleine Junge die rote Antilope, die sein leiblicher Vater in den Felsen geritzt hat...Mit betörender Klarheit erzählt Edgar M. Böhlke das Schicksal von Molo und seinen Träumen.(Laufzeit: 5h 53)

Editionen (6)

ISBN9783844501377
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum13.08.07

Rezensionen & Bewertungen

18 Bewertungen

2 Rezensionen

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  • larth96
    larth96

    23 Follower

    1,0

    Nein einfach nur nein

    Der Beitrag enthält Spoiler. Wo soll ich anfangen. Die Idee, die Geschichte eines Junge zu erzählen, der im Grunde entführt wurde und wie er dann in seiner neuen Umgebung lebt und ggf. ankommt. Fand ich gut, dafür gibt es auch den einen Stern. Der junge Schwede Hans Bengler hat um 1870 mehrere Studiengänge begonnen, aber keinen abschließen können. Da er weiß, dass er kein Erbe zu erwarten hat, wagt er einen letzten Versuch und bricht auf nach Afrika. Dort will er ein noch unbekanntes Insekt finden und damit Berühmtheit erlangen. Mankell zeigt dort, dass ein weißer gescheiterter Europäer sich absolut überlegen gegenüber schwarze Menschen verhält und der Meinung ist, dass das so seine Richtigkeit hat. Auch heute noch gibt es genügend aktuelle Fälle, in denen das passiert. Aber der Autor verpasst vollkommen, dieses Thema aufzuarbeiten oder den Protagonisten irgendeine Form der Charakterentwicklung zu geben. Nachdem er endlich einen unbekannten Käfer gefunden hat, entscheidet er sich einen Waisenjungen mit in seine Heimat Schweden zu nehmen. Doch der Junge Molo, später heißt er Daniel, ist erst 8 Jahre alt und musste mit Ansehen, wie seine Eltern brutal von Weißen ermodet wurden. Auch hier findet eine Verurteilung der "Hobbyjagd" auf Schwarze im heutigen Namibia nur kurz Aufmerksamkeit und wird auch später nicht mehr aufgegriffen. Molo verhält sich anfangs unberechenbar, da er nicht versteht was passiert und er auf keinen Fall seine Heimat verlassen möchte. Er wird von Bengler in eine Rolle als "Zivilisierter" gezwungen und für Fehlverhalten bestraft. Teilweise wird er sogar angeleint. Unterwegs treffen sie zwar immer mal wieder auf Menschen, die mit Molo Mitleid haben, ihm aber auch nicht wirklich helfen. In Schweden angekommen, reisen sie durchs Land. Zunächst noch, damit Bengler seine Insekten präsentieren kann, aber schnell wird Molo die Hauptattraktion, auch wenn Bengler sich damit zu nächst nicht wohl fühlt, kann er dem Geld nicht wieder stehen. Molo hat inzwischen schwedisch gelernt, spricht aber dennoch kaum. Wenn er etwas sagt, dann geht es stets nur darum, dass es Bengler gelungen ist, ihm die Sprache bei zu bringen. Molo bleibt einfach nur ein Experiment, dass alle ok und teilweise als richtig betrachten. Auch hier verpasst der Autor es kritische Charaktere wenigstens am Rand einzubauen und als Leser bekommt man rassistische Aussagen und Denkweisen komplett unreflektiert entgegen geworfen. Molo bekommt keine Hilfe das erlebte zu verarbeiten und scheint seine Toten Eltern immer wieder zu sehen und in ihm wird der Wunsch immer größer und drängender nach Hause zurückzukehren. Aber er hat niemanden, an den er sich wenden kann. Als Molo dann eine Reporterin trifft, fühlt er sich sofort bei ihr geborgen und kuschelt mit ihr. Warum er dabei ihre Nippel in den Mund nehmen muss, ist mir schleierhaft und lässt mich doch sehr am Autor zweifeln. Bengler bekommt es mit unter wird gewalttätig; Gewalt an Frauen kam natürlich auch in diesem Buch vor und wurde nicht reflektiert. Daraufhin flieht Bengler mit Molo und bringt ihn aufs Land zu einem älteren Ehepaar, dass sich tatsächlich aufrichtig um ihn kümmern möchte. Bengler verschwindet daraufhin und hat sich seiner Verantwortung grandios entzogen. Dass auch dieser Fakt zum Großenteil kommentarlos akzeptiert, muss ich hoffentlich nicht mehr erwähnen. Molo wird dennoch immer rastloser und versucht mehrmals zu fliehen, scheitert aber dabei. Warum er sich seiner Pflegemutter, die die einzige Person ist, die sich wirklich um ihn sorgt und ihm helfen will, später sogar erkennt, dass er Heimweh hat, nicht anvertraut. Scheibe ich jetzt auf mangelnde Charakterentwicklung. Nach über einem Jahr ist Molo schwer depressiv und versucht noch einmal mit seiner Freundin Sanna zu fliehen, doch wieder scheitern sie und Molo meint zu wissen, dass Sanna von einem Dämon besseren ist und ihn daran hindert zurückzukehren. Er tötet sie. Ich verstehe nicht, warum der Autor die Kultur Molos, von dem wir nie erfahren welchem Stamm er angehört, auf das reduziert wird. Auch hier keine Einordnung. Schließlich stirbt Molo an Schwindsucht. Im Nachwort versucht der Autor dann, den Roman zu rechtfertigen, in dem er diese Geschichte einem in der Kalahariwüste lebenden Nomadenvolk erzählt hat und die das gut fanden.

    17. Juni 2026

Autorin / Autor

Über Henning Mankell

Henning Mankell wurde 1948 in Stockholm geboren und wuchs im schwedischen Härjedalen auf. Schon im Alter von 17 Jahren ging er an das Riks Theater und arbeitete bereits ab 1968 als Regisseur und Autor. Mit einer Reise nach Afrika erfüllte er sich 1972 einen Kindheitswunsch. Die Faszination für dieses Land ließ Henning Mankell auch in seiner schwedischen Heimat nicht mehr los. Seit 1990 widmete er sich den Fällen des Kommissar Wallander, die mittlerweile in über 40 Sprachen übersetzt wurden und auch in Fernsehen und Kino weltweit erfolgreich sind. Der vielbeschäftigte Schriftsteller, Drehbuchautor und Intendant leitete seit 1996 das Teatro Avenida in Maputo. 2015 verstarb Henning Mankell im Alter von 67 Jahren.

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