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Sand, das ist eigentlich schon eine recht treffende Beschreibung. Denn diese Geschichte, ist wie eben jene feinkörnige, lockere Substanz aus verwittertem Stein. Du willst sie greifen und doch rieselt sie dir durch die Finger, nicht zu packen. Trotzdem bleibt sie in kleinsten Teilen an fast allem haften, das sie berührt. Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht immer mal wieder ein Körnchen irgendwo auf und weckt Erinnerungen an das, was war. Manchmal ist das recht angenehm, ein wohliges Gefühl in das du dich gern hinein bettest und voller Genuss verweilst. Dann wieder ist es störend und rau. Es scheuert und nervt unsäglich und wenn du denkst, dass du es dann endlich los bist, dass es doch gar nicht so schlimm war, dann, ja dann knirscht auf einmal so ein kleines Biest zwischen deinen Zähnen und frustriert lässt du den Dingen ihren Lauf. Herrndorfs Prosa war definitiv mein wohliges Gefühl und ich mag es einfach, wie er seine Geschichten erzählt. Schonungslos, ohne viel Schnickschnack und immer mit diesem ganz eigenen Sog, der hier anfangs zwar etwas fehlte, später aber dafür umso gewaltiger war. Die Geschichte an sich war verwirrend. Und frustrierend. Aber auch spannend und irgendwie etwas tragikomisch. Sie bot weder Halt noch festen Boden unter den Füßen und du kannst nur dabei zusehen, wie du hilflos Stück für Stück in ihr versinkst. Treibsand. Alles ist im Fluss und ständig passiert etwas Unvorhergesehenes und meist auch ziemlich Unwahrscheinliches. Beständigkeit bietet die Tatsache, dass vermutlich alles schief geht, was schief gehen kann. Und du wühlst dich durch diesen Berg aus Sand, siebst die einzelnen Körnchen teils mühsam auseinander, suchst nach dem, was da irgendwo verborgen liegt… und am Ende? Tja, am Ende war’s eigentlich alles umsonst. Auch wenn es sich vielleicht nicht so anhört, aber ich fand dieses Buch ziemlich gut. Ich empfehle es allen, die verworrene Geschichten mögen und vor allem aushalten und außerdem damit umgehen können, wenn die letzte Seite eines Buches eher Frust als Happy End mit sich bringt.

7. Mai 2023
Sand, das ist eigentlich schon eine recht treffende Beschreibung. Denn diese Geschichte, ist wie eben jene feinkörnige, lockere Substanz aus verwittertem Stein. Du willst sie greifen und doch rieselt sie dir durch die Finger, nicht zu packen. Trotzdem bleibt sie in kleinsten Teilen an fast allem haften, das sie berührt. Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht immer mal wieder ein Körnchen irgendwo auf und weckt Erinnerungen an das, was war. Manchmal ist das recht angenehm, ein wohliges Gefühl in das du dich gern hinein bettest und voller Genuss verweilst. Dann wieder ist es störend und rau. Es scheuert und nervt unsäglich und wenn du denkst, dass du es dann endlich los bist, dass es doch gar nicht so schlimm war, dann, ja dann knirscht auf einmal so ein kleines Biest zwischen deinen Zähnen und frustriert lässt du den Dingen ihren Lauf. Herrndorfs Prosa war definitiv mein wohliges Gefühl und ich mag es einfach, wie er seine Geschichten erzählt. Schonungslos, ohne viel Schnickschnack und immer mit diesem ganz eigenen Sog, der hier anfangs zwar etwas fehlte, später aber dafür umso gewaltiger war. Die Geschichte an sich war verwirrend. Und frustrierend. Aber auch spannend und irgendwie etwas tragikomisch. Sie bot weder Halt noch festen Boden unter den Füßen und du kannst nur dabei zusehen, wie du hilflos Stück für Stück in ihr versinkst. Treibsand. Alles ist im Fluss und ständig passiert etwas Unvorhergesehenes und meist auch ziemlich Unwahrscheinliches. Beständigkeit bietet die Tatsache, dass vermutlich alles schief geht, was schief gehen kann. Und du wühlst dich durch diesen Berg aus Sand, siebst die einzelnen Körnchen teils mühsam auseinander, suchst nach dem, was da irgendwo verborgen liegt… und am Ende? Tja, am Ende war’s eigentlich alles umsonst. Auch wenn es sich vielleicht nicht so anhört, aber ich fand dieses Buch ziemlich gut. Ich empfehle es allen, die verworrene Geschichten mögen und vor allem aushalten und außerdem damit umgehen können, wenn die letzte Seite eines Buches eher Frust als Happy End mit sich bringt.
7. Mai 2023







