Der Verrückte
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Beschreibung
»Nichts verbreitet sich schneller als das Gerücht«
Ein kleiner Ort in Norrland nach dem Krieg. Bertil Kras kommt aus Stockholm, um hier sein Glück zu machen. Er findet Arbeit im Sägewerk. In einem nahegelegenen Lager waren in den letzten Kriegsjahren Kommunisten und andere politische Oppositionelle interniert. Bertil, selbst überzeugter Kommunist, und eine Gruppe Gleichgesinnter wollen diese Vergangenheit publik machen. Doch in einer kalten Januarnacht brennt das Sägewerk ab, und Bertil wird beschuldigt, den Brand gelegt zu haben. Er droht alles zu verlieren – auch die Kontrolle.
›Der Verrückte‹ erzählt von einem Arbeiter, der in der aufstrebenden Nachkriegsgesellschaft zum Opfer wird. Ein früher Roman von Henning Mankell über ein dunkles Kapitel der schwedischen Geschichte.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, war einer der großen schwedischen Gegenwartsautoren, von Lesern rund um die Welt geschätzt. Sein Werk wurde in über vierzig Sprachen übersetzt, es umfasst etwa vierzig Romane und zahlreiche Theaterstücke. Nicht nur sein Werk, sondern auch sein persönliches Engagement stand im Zeichen der Solidarität. Henning Mankell lebte abwechselnd in Schweden und Mosambik, wo er künstlerischer Leiter des Teatro Avenida in Maputo war. Er starb am 5. Oktober 2015 in Göteborg. Seine Taschenbücher erscheinen bei dtv.
Beiträge
Bertil Kras taucht aus dem Nichts in einem kleinen schwedischen Marktflecken auf, ein Fremder, dazu noch ein Kommunist. Er findet Arbeit, eine Freundin und bleibt doch ein Außenseiter. Als die unrühmliche Vergangenheit des Ortes in die Zeitung kommt, ein Internierungslager für Kommunisten während des zweiten Weltkrieges, ist schnell ein Verantwortlicher gefunden: der fremde Kommunist hat hier für Unruhe gesorgt, so besagen die Gerüchte. Und als dann noch das Sägewerk, in dem auch Bertil arbeitet, niederbrennt, ist klar: das war das Werk von ebendiesem Fremden, der aus dem Nichts kam und nur Unruhe verbreitet. Der Verrückte ist eine Wiederentdeckung, geschrieben 1977 und nun erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. Mankell zeigt die unrühmliche Vergangenheit des liberalen schwedischen Sozialstaates auf, Sympathisanten mit den Nazis, Verfolgung von Kommunisten, Polizisten, die nicht an der Wahrheit, wohl aber an der Verdrängung interessiert sind. Und in all dem die Hilflosigkeit einer Minderheit und der Einzelnen gegen die Macht der Reichen und Mächtigen. Das ist sprachlich brillant geschrieben, aber nicht immer leicht zu verdauen. Trotz der ruhigen und bedächtigen Erzählart wird Spannung aufgebaut, flacht immer wieder in Momenten der Harmonie und des Glücks ab, um dann erneut und umso stärker anzusteigen. Das Ende lässt einen etwas ratlos und unbefriedigt zurück – wie die wahre Geschichte die hinter dem Roman steht. Mein Fazit: gute Literatur und schwere Kost. Lesenswert.
Beschreibung
»Nichts verbreitet sich schneller als das Gerücht«
Ein kleiner Ort in Norrland nach dem Krieg. Bertil Kras kommt aus Stockholm, um hier sein Glück zu machen. Er findet Arbeit im Sägewerk. In einem nahegelegenen Lager waren in den letzten Kriegsjahren Kommunisten und andere politische Oppositionelle interniert. Bertil, selbst überzeugter Kommunist, und eine Gruppe Gleichgesinnter wollen diese Vergangenheit publik machen. Doch in einer kalten Januarnacht brennt das Sägewerk ab, und Bertil wird beschuldigt, den Brand gelegt zu haben. Er droht alles zu verlieren – auch die Kontrolle.
›Der Verrückte‹ erzählt von einem Arbeiter, der in der aufstrebenden Nachkriegsgesellschaft zum Opfer wird. Ein früher Roman von Henning Mankell über ein dunkles Kapitel der schwedischen Geschichte.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, war einer der großen schwedischen Gegenwartsautoren, von Lesern rund um die Welt geschätzt. Sein Werk wurde in über vierzig Sprachen übersetzt, es umfasst etwa vierzig Romane und zahlreiche Theaterstücke. Nicht nur sein Werk, sondern auch sein persönliches Engagement stand im Zeichen der Solidarität. Henning Mankell lebte abwechselnd in Schweden und Mosambik, wo er künstlerischer Leiter des Teatro Avenida in Maputo war. Er starb am 5. Oktober 2015 in Göteborg. Seine Taschenbücher erscheinen bei dtv.
Beiträge
Bertil Kras taucht aus dem Nichts in einem kleinen schwedischen Marktflecken auf, ein Fremder, dazu noch ein Kommunist. Er findet Arbeit, eine Freundin und bleibt doch ein Außenseiter. Als die unrühmliche Vergangenheit des Ortes in die Zeitung kommt, ein Internierungslager für Kommunisten während des zweiten Weltkrieges, ist schnell ein Verantwortlicher gefunden: der fremde Kommunist hat hier für Unruhe gesorgt, so besagen die Gerüchte. Und als dann noch das Sägewerk, in dem auch Bertil arbeitet, niederbrennt, ist klar: das war das Werk von ebendiesem Fremden, der aus dem Nichts kam und nur Unruhe verbreitet. Der Verrückte ist eine Wiederentdeckung, geschrieben 1977 und nun erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. Mankell zeigt die unrühmliche Vergangenheit des liberalen schwedischen Sozialstaates auf, Sympathisanten mit den Nazis, Verfolgung von Kommunisten, Polizisten, die nicht an der Wahrheit, wohl aber an der Verdrängung interessiert sind. Und in all dem die Hilflosigkeit einer Minderheit und der Einzelnen gegen die Macht der Reichen und Mächtigen. Das ist sprachlich brillant geschrieben, aber nicht immer leicht zu verdauen. Trotz der ruhigen und bedächtigen Erzählart wird Spannung aufgebaut, flacht immer wieder in Momenten der Harmonie und des Glücks ab, um dann erneut und umso stärker anzusteigen. Das Ende lässt einen etwas ratlos und unbefriedigt zurück – wie die wahre Geschichte die hinter dem Roman steht. Mein Fazit: gute Literatur und schwere Kost. Lesenswert.





