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"Ich werde über die Ungerechtigkeiten und Inkonsistenzen all jener Männer schreiben, die sich als beflissene Feministen bezeichnen. Ich werde ihre weichgespülten Körper aufs Tablett legen, sie bis auf die Unterhose entkleiden, nicht weiter, denn das Eigentliche brauche ich nicht zu sehen, dass sie Männer sind und immer bleiben, müssen sie mir nicht beweisen." Personen mit (unerfülltem) Kinderwunsch kennen das Anti-Müller-Hormon: der Wert, der anzeigt, wie viele Eizellen-Reserven eine potenziell gebärende Person noch in sich trägt. Was Anti Müller auch bedeuten kann: eine Anti-Haltung gegenüber all den Müller-Dudes dieser Welt, die sich bewusst Partner:innen mit Kinderwunsch aussuchen und diese dann doch sitzen lassen, bevor es ein Kind gibt. Yade Yasemin Önder hat einen wütenden, aber auch sehr unterhaltsamen Roman geschrieben mit einer Erzählerin, die die Schnauze voll davon hat, hingehalten zu werden. Aufgrund ihres Alters und schlechten biologischen Voraussetzungen läuft ihr die Zeit für die Umsetzung ihres Kinderwunsches davon. Doch die Männer, die mit ihr Beziehungen eingehen und eine Zukunft planen, stellen sich immer wieder als Enttäuschung heraus, Fassade Feminist, dahinter nichts als heiße Luft. Als wäre das nicht schon genug, läuft auch die Autorinnen-Karriere nicht so wie gewünscht - vor allem nicht so erfolgreich wie bei den Expartnern, denen alles nur so zuzufliegen scheint. Die Erzählerin wirkt zuweilen etwas obsessiv, sie überschreitet Grenzen und lässt ihre Wut raus, manchmal etwas manisch. Doch wer kann es ihr verdenken? Mir hat der Roman sehr gut gefallen, mit all seiner Wut, seinem Witz, und den vielen sensiblen, empfindlichen Stellen zwischendrin. Und allein das Cover ist ja mal eine 10 von 10. CN: Alkoh0l, Dr0gen, selbstv3rletzendes Verhalten, Abtr3ibung, Suiz1dgedanken

25. Mai 2026
"Ich werde über die Ungerechtigkeiten und Inkonsistenzen all jener Männer schreiben, die sich als beflissene Feministen bezeichnen. Ich werde ihre weichgespülten Körper aufs Tablett legen, sie bis auf die Unterhose entkleiden, nicht weiter, denn das Eigentliche brauche ich nicht zu sehen, dass sie Männer sind und immer bleiben, müssen sie mir nicht beweisen." Personen mit (unerfülltem) Kinderwunsch kennen das Anti-Müller-Hormon: der Wert, der anzeigt, wie viele Eizellen-Reserven eine potenziell gebärende Person noch in sich trägt. Was Anti Müller auch bedeuten kann: eine Anti-Haltung gegenüber all den Müller-Dudes dieser Welt, die sich bewusst Partner:innen mit Kinderwunsch aussuchen und diese dann doch sitzen lassen, bevor es ein Kind gibt. Yade Yasemin Önder hat einen wütenden, aber auch sehr unterhaltsamen Roman geschrieben mit einer Erzählerin, die die Schnauze voll davon hat, hingehalten zu werden. Aufgrund ihres Alters und schlechten biologischen Voraussetzungen läuft ihr die Zeit für die Umsetzung ihres Kinderwunsches davon. Doch die Männer, die mit ihr Beziehungen eingehen und eine Zukunft planen, stellen sich immer wieder als Enttäuschung heraus, Fassade Feminist, dahinter nichts als heiße Luft. Als wäre das nicht schon genug, läuft auch die Autorinnen-Karriere nicht so wie gewünscht - vor allem nicht so erfolgreich wie bei den Expartnern, denen alles nur so zuzufliegen scheint. Die Erzählerin wirkt zuweilen etwas obsessiv, sie überschreitet Grenzen und lässt ihre Wut raus, manchmal etwas manisch. Doch wer kann es ihr verdenken? Mir hat der Roman sehr gut gefallen, mit all seiner Wut, seinem Witz, und den vielen sensiblen, empfindlichen Stellen zwischendrin. Und allein das Cover ist ja mal eine 10 von 10. CN: Alkoh0l, Dr0gen, selbstv3rletzendes Verhalten, Abtr3ibung, Suiz1dgedanken
25. Mai 2026









