Blick ins Buch

Die jüngste Tochter: Roman | Ausgezeichnet mit dem Internationalen Literaturpreis 2021

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Über das Buch

Ich Heiße Fatima. Ich Trage Den Namen Einer Heiligen Figur Des Islam. Ich Trage Einen Namen, Den Ich Ehren Muss. Fatima Ist Das Kind, Auf Das Keiner Mehr Gewartet Hat, Die Nachzüglerin, Die Einzige Tochter, Die In Frankreich Und Nicht In Algerien Zur Welt Gekommen Ist. Sie Wächst Mit Ihren Schwestern In Der Berüchtigten Banlieue Clichy Auf. Liebe Und Sexualität Sind In Ihrer Familie Ein Tabu. In Der Schule Ist Fatima Unangepasst, Laut Und Voller Wissensdurst. Sie Hängt Am Liebsten Mit Den Jungs Herum Und Fühlt Sich Falsch In Ihrer Haut. Bis Sie Nina Trifft Und Ihre Eigenen Gefühle Für Sie Erkennt. Doch Eine Frau Zu Lieben, Bringt Sie Nicht Nur In Konflikt Mit Ihrer Familie, Ihrem Glauben, Sondern Auch Mit Sich Selbst. Atemlos Und Ungeheuer Sprachgewaltig Zeigt Fatima Daas Mit Ihrem Vielbeachteten Debüt, Dass Man Sich Nicht Entscheiden Muss Und Dass Die Zerrissenheit Der Eigenen Identität Kein Makel Ist. Eine Beeindruckende Geschichte Weiblicher Selbstermächtigung – Dieser Roman Ist Ein Befreiungsschlag! Fatima Daas Schreibt Wie Man Betet. Indem Sie Sich Vollkommen Hingibt, Mit Voller Inbrunst L'obs Mit Ihrer Sprache Gelingt Ihr Das Unmögliche: Alles Zu Vereinen, In Einer Sackgasse Zu Tanzen, Bis Sich Dort Eine Tür öffnet, Wo Vorher Eine Mauer War. Virginie Despentes

Editionen (2)

ISBN9783843725378
VerlagUllstein eBooks
Erscheinungsdatum31.12.21
Seitenzahl168

Rezensionen & Bewertungen

175 Bewertungen

23 Rezensionen

3,8

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  • litera.lina
    litera.lina

    200 Follower

    4,5

    Mit Die jüngste Tochter hat Fatima Daas einen Roman geschrieben, der tief in Erfahrungen verwurzelt ist, die ich selbst nicht teile: Queerness, religiöse Praxis, eine algerisch-französische Migrationsgeschichte. Ich kann Fatimas inneren Konflikt nicht vollständig nachempfinden, aber ich kann bewundern, mit welcher literarischen Kraft Daas diese Erfahrung sichtbar macht. „Ich heiße Fatima.“ Dieser Satz wirkt wie ein Anker in einer Identität, die ständig unter Spannung steht – zwischen Familie, Glauben, Herkunft und Begehren. Aufgewachsen in der Banlieue Clichy-sous-Bois, ringt Fatima mit der Frage, wie all diese Teile ihres Selbst zusammenpassen können. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die radikale Ökonomie der Sprache. Viele Seiten sind fast leer: manchmal stehen nur zwei oder drei Zeilen auf einer ganzen Buchseite. Und doch sagt Daas mit diesen wenigen Worten enorm viel. Die kurzen, fragmentarischen Kapitel wirken wie Atemzüge, passend zu einer Erzählerin, deren Körper selbst immer wieder mit Asthma ringt. Das Schreiben wird so zu einer Form des Atmens, zu einem Versuch, sich selbst Raum zu schaffen. Besonders stark ist auch die Mehrsprachigkeit des Romans. Gebete erscheinen im algerischen Arabisch, familiäre Anreden tragen kulturelle Bedeutungen, die sich nicht einfach übersetzen lassen. Der Name Fatima selbst wird zum Symbol: eine heilige Figur des Islam – und zugleich ein Name, den die Erzählerin glaubt ehren zu müssen. Daas erzählt keine einfache Coming-out-Geschichte. Stattdessen zeigt sie, wie widersprüchlich Identität sein kann – wie Glauben und Begehren, Familie und Selbstbestimmung gleichzeitig existieren können, ohne sich vollständig auflösen zu lassen. Literarisch ist das beeindruckend. Gesellschaftlich ist es wichtig. Denn Die jüngste Tochter eröffnet einen Raum für Perspektiven, die in vielen literarischen Kanons noch immer unterrepräsentiert sind. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, aber auch über Zugehörigkeit, Sprache und das Recht, sich selbst immer wieder neu zu definieren. Ich habe dieses Buch nicht gelesen, um mich darin wiederzufinden. Ich habe es gelesen, um zuzuhören.

    5. März 2026

  • alocasia
    alocasia

    233 Follower

    4,5

    In einem Rutsch gelesen! Sehr besonders geschrieben, wichtiger und berührender Inhalt. 🇩🇿🇫🇷🤲👩‍❤️‍💋‍👩

    In einem Rutsch gelesen! Sehr besonders geschrieben, wichtiger und berührender Inhalt. 
🇩🇿🇫🇷🤲👩‍❤️‍💋‍👩

    16. Dez. 2025

  • 4,0

    Außergewöhnlich geschrieben und doch konnte die Geschichte mich berühren. Ich hatte das Gefühl, Tagebucheinträge zu lesen; kurz und knapp werden einzelne Ereignisse und Begegnungen geschildert. Fatima ist Muslima, - und homosexuell. Was in ihrer Religion natürlich verboten ist. Interessant fand ich, dass die Homosexualität zwar nicht geleugnet, aber eigentlich nur den Frauen zugeschrieben wird. Auch hier gelten die Frauen als unrein, eine Schande. Lange hadert Fatima mit sich. Es dauert viele Jahre, bis sie sich selbst akzeptiert und vor allem mit der Familie im Reinen ist.

    22. Nov. 2025

3 von 23 Rezensionen

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