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Romane

Die sieben Monde des Maali Almeida

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Über das Buch

Sri Lanka, 1990. Maali Almeida, ein verkappt schwuler Kriegsfotograf und Zocker, erwacht in einer Art himmlischer Einwanderungsbehörde, in der es öußerst bürokratisch zugeht. Sein lebloser Körper versinkt gerade im Beira Lake und Maali hat keinen Schimmer, wer ihn umgebracht hat. Mitten im Bürgerkrieg, wo Todesschwadronen, Selbstmordattentäter und Auftragsmörder das Sagen haben, ist die Liste der Verdächtigen bedrückend lang, wovon all die Geister, die ihn ab jetzt begleiten, ebenfalls ein Lied singen können. Doch im Jenseits gibt man Maali nur sieben Tage Zeit, um herauszufinden, was geschehen ist - und um den beiden Menschen, denen er am meisten vertraut, mitzuteilen, wo sich die Negative hochbrisanter Fotos befinden, die nicht nur Sri Lanka, sondern die ganze Welt erschüttern sollen.

Editionen (3)

ISBN9783833746956
VerlagGOYALiT
Erscheinungsdatum28.11.23

Rezensionen & Bewertungen

113 Bewertungen

24 Rezensionen

3,9

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  • buchfang
    buchfang

    379 Follower

    4,5

    Interessante Idee von dem Leben nach dem Tod

    In einer kleinen Buchhandlung bei mir um die Ecke wurde es als queeres Buch geführt. Da ich es eh schon auf der Liste hatte, dachte ich, ich nutze den Pride Month um dieses Buch zu lesen. Dabei wurde ich fast erschlagen. Es geht um so viel. Die Feindschaft mehrerer Bevölkerungsgruppen untereinander und der daraus resultierenden blutigen Krieg, der Rolle von Journalisten in diesem, das queer sein in einer Gesellschaft, die das nicht toleriert und um Spiritualität und das Leben nach dem Tod. Außerdem geht es um Kolonialismus und die Einflüsse unterschiedlicher Nationen auf ein frisch unabhängiges Land. Dazu kommt noch ein Kriminalfall und das auflösen eines ungeklärten Mordes, nämlich dem von Maali Almeida. Dieser wurde umgebracht und ist nun in der Zwischenwelt erwacht. Er muss nun mit den begrenzten Mitteln eines Geistes versuchen herauszufinden, wer ihn umgebracht hat und irgendwie seinem kurzen Leben noch einen Sinn geben. Das Buch hat mich total fasziniert. Zugegeben, am Anfang fühle ich mich etwas erschlagen. Ich wusste nichts über den Bürgerkrieg in Sri Lanka und generell wusste ich wenig über das Land. Das Buch erklärt aber früh in groben Zügen den Konflikt. Dabei ist es immer auch einen Hauch zynisch, was etwas die Schwere von dem Thema nimmt. Generell wird der Tod nicht als das schlimmste Ereignis im Leben dargestellt, sondern als natürliche Abfolge der Dinge. Ich bin wirklich begeistert. Lesen ermöglicht es einem in Länder zu reisen, in denen man noch nie war und von Kulturen zu lernen, denen man noch nicht begegnet ist. Man muss in das Buch definitiv erstmal reinfinden, vor allem wenn man bis jetzt keine Berührungspunkte mit Sri Lanka hatte. Hinten gibt es jedoch eine Karte mit den wichtigsten Orten und eine Übersicht der wichtigsten Figuren und Begriffe. Das hilft sehr. Man sollte dem Buch ein Chance geben, dann wird man mit einer außergewöhnlichen Geschichte belohnt. Zu Recht hat dieses Buch 2022 den Bookers Price gewonnen. Und für alle, die auf schöne Cover stehen, mich hat das Bunte Bild mit dem Dämon komplett abgeholt. Es lag schon die ganze Zeit neben meinem Lesesessel und ich konnte es dadurch nicht abwarten es endlich zu lesen.

    20. Juni 2025

  • chaostante
    chaostante

    152 Follower

    4,5

    Sieben Monde Zeit. Für Wahrheit. Für Erinnerung. Für Gerechtigkeit.

    Dieses Buch verlangt Offenheit. Den Mut, über den eigenen Horizont hinauszuschauen. Denn wer sich darauf einlässt, bekommt weit mehr als einen cleveren metaphysischen Thriller – man bekommt einen Schlag in die Magengrube und einen Blick in eine Welt, die man nicht so schnell vergisst. Sri Lanka, 90er Jahre. Bürgerkrieg, Korruption, Gewalt. Maali Almeida ist tot. Ein Fotojournalist, queer, unbequem. Er erwacht in einem grotesken Zwischenreich und muss mit ansehen, wie seine eigene Leiche entsorgt werden soll. Sieben Monde bleiben ihm, um das Licht zu erreichen. Sieben Monde, um herauszufinden, wer ihn ermordet hat. Und sieben Monde, um sicherzustellen, dass seine brisanten, bisher unveröffentlichten Fotos endlich gesehen werden. Was folgt, ist wild, bitter, klug und zutiefst menschlich. Eine Geschichte zwischen Whodunit und politischem Thriller, zwischen Jenseits und brutaler Realität. Karunatilaka erzählt von Macht, von Schuld, von Menschen, die versuchen zu überleben – und davon, was es bedeutet, als queerer Mann in einem feindlichen System sichtbar zu sein. Ich wusste lange nicht, wie ich dieses Buch einordnen soll. Und genau das macht es so stark. Es fordert. Es verwirrt. Es tut weh. Für mich vollkommen zu Recht mit dem Booker Prize 2022 ausgezeichnet. Ein Roman, der nicht loslässt – auch lange nachdem die sieben Monde vergangen sind.

    25. Jan. 2026

  • dinaisy
    dinaisy

    217 Follower

    4,0

    Wow, wie komplex!

    Es fällt mir schwer zu diesem Roman einen Beitrag zu schreiben, da er so unterschiedliche Ebenen hat, dass ich es nicht leicht fand allen Spuren zu folgen und nicht den Faden zu verlieren. Einerseits Krimi: Wer hat Mali getötet? Dann historisch-politische Gesellschaftskritik: Welche Grausamkeiten hat Mali gesehen und fotografiert, für wen gearbeitet? Und natürlich auch noch die Frage: Was kommt nach dem „Dazwischen“, wenn die Sieben Monde um sind? Wem soll man sich da anschließen und warum? Und bei alldem schwingt immer auch die Frage mit: Wer sind meine Liebsten, (wie) kann ich sie schützen? Ein toller Roman, der magische Elemente mit der brutalen Realität verbindet, Absurdes möglich macht und doch Korruption, Gewalt, Schrecken des Krieges in keinster Weise verharmlost. 🌓📸💨

    4. Jan. 2026

3 von 24 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 22441%
habetrot
habetrot12. Jan. 2026

Der Autor musste das Buch für den westlichen Markt umschreiben, weil hier die Kultur Sri Lankas kaum bekannt ist. Es liest sich trotzdem fremd und fantastisch. Auch wenn der blutige Bürgerkrieg in den 80ern grausam traurige Realität war. Brauchte eine Weile um reinzukommen.

Autorin / Autor

Über Shehan Karunatilaka

Shehan Karunatilaka wurde 1975 in Sri Lanka geboren. Er studierte in Neuseeland, lebte und arbeite in London, Amsterdam und Singapur. 2010 erschien sein Debütroman Chinaman: The Legend of Pradeep Mathew, für den er u. a. mit dem Commonwealth Prize ausgezeichnet wurde. Er hat Artikel in The Guardian, Rolling Stone und anderen Medien veröffentlicht. Sie sieben Monde des Maali Almeida wurde 2022 mit dem Booker Prize ausgezeichnet.

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