Blick ins Buch

Romane

Die sieben Monde des Maali Almeida

3,9(113)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Maali Almeida, Kriegsfotograf und Glücksspieler, erwacht eines Morgens als toter Mann und weiß nicht, warum. In Sri Lanka herrscht Bürgerkrieg, Herauszufinden, wer ihn ins Jenseits befördert hat und aus welchem Grund, ist so gut wie unmöglich – und dennoch macht Maali sich daran, das Rätsel zu lösen.

Shehan Karunatilaka hat einen großen, funkensprühenden Roman über Sri Lanka, über das Leben nach dem Tod und über das Menschsein inmitten von Krieg und Gewalt geschrieben.

«Es gibt nicht viele Romane, bei denen man zugleich an Agatha Christie, Salman Rushdie und John le Carré denken muss. Dieser ist einer.» The Times

«Der Roman gibt, was man sich von besonderen Büchern wünscht: aufregende, mitunter überwältigende Einblicke in eine unbekannte Welt.» Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

«Ein schillerndes Vexierspiel, ein Roulette mit vollem Einsatz.» Peter Helling, NDR Kultur «Neue Bücher»

Editionen (3)

ISBN9783499012549
VerlagROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum15.04.25
Seitenzahl544

Rezensionen & Bewertungen

113 Bewertungen

24 Rezensionen

3,9

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  • buchfang
    buchfang

    378 Follower

    4,5

    Interessante Idee von dem Leben nach dem Tod

    In einer kleinen Buchhandlung bei mir um die Ecke wurde es als queeres Buch geführt. Da ich es eh schon auf der Liste hatte, dachte ich, ich nutze den Pride Month um dieses Buch zu lesen. Dabei wurde ich fast erschlagen. Es geht um so viel. Die Feindschaft mehrerer Bevölkerungsgruppen untereinander und der daraus resultierenden blutigen Krieg, der Rolle von Journalisten in diesem, das queer sein in einer Gesellschaft, die das nicht toleriert und um Spiritualität und das Leben nach dem Tod. Außerdem geht es um Kolonialismus und die Einflüsse unterschiedlicher Nationen auf ein frisch unabhängiges Land. Dazu kommt noch ein Kriminalfall und das auflösen eines ungeklärten Mordes, nämlich dem von Maali Almeida. Dieser wurde umgebracht und ist nun in der Zwischenwelt erwacht. Er muss nun mit den begrenzten Mitteln eines Geistes versuchen herauszufinden, wer ihn umgebracht hat und irgendwie seinem kurzen Leben noch einen Sinn geben. Das Buch hat mich total fasziniert. Zugegeben, am Anfang fühle ich mich etwas erschlagen. Ich wusste nichts über den Bürgerkrieg in Sri Lanka und generell wusste ich wenig über das Land. Das Buch erklärt aber früh in groben Zügen den Konflikt. Dabei ist es immer auch einen Hauch zynisch, was etwas die Schwere von dem Thema nimmt. Generell wird der Tod nicht als das schlimmste Ereignis im Leben dargestellt, sondern als natürliche Abfolge der Dinge. Ich bin wirklich begeistert. Lesen ermöglicht es einem in Länder zu reisen, in denen man noch nie war und von Kulturen zu lernen, denen man noch nicht begegnet ist. Man muss in das Buch definitiv erstmal reinfinden, vor allem wenn man bis jetzt keine Berührungspunkte mit Sri Lanka hatte. Hinten gibt es jedoch eine Karte mit den wichtigsten Orten und eine Übersicht der wichtigsten Figuren und Begriffe. Das hilft sehr. Man sollte dem Buch ein Chance geben, dann wird man mit einer außergewöhnlichen Geschichte belohnt. Zu Recht hat dieses Buch 2022 den Bookers Price gewonnen. Und für alle, die auf schöne Cover stehen, mich hat das Bunte Bild mit dem Dämon komplett abgeholt. Es lag schon die ganze Zeit neben meinem Lesesessel und ich konnte es dadurch nicht abwarten es endlich zu lesen.

    20. Juni 2025

  • chaostante
    chaostante

    152 Follower

    4,5

    Sieben Monde Zeit. Für Wahrheit. Für Erinnerung. Für Gerechtigkeit.

    Dieses Buch verlangt Offenheit. Den Mut, über den eigenen Horizont hinauszuschauen. Denn wer sich darauf einlässt, bekommt weit mehr als einen cleveren metaphysischen Thriller – man bekommt einen Schlag in die Magengrube und einen Blick in eine Welt, die man nicht so schnell vergisst. Sri Lanka, 90er Jahre. Bürgerkrieg, Korruption, Gewalt. Maali Almeida ist tot. Ein Fotojournalist, queer, unbequem. Er erwacht in einem grotesken Zwischenreich und muss mit ansehen, wie seine eigene Leiche entsorgt werden soll. Sieben Monde bleiben ihm, um das Licht zu erreichen. Sieben Monde, um herauszufinden, wer ihn ermordet hat. Und sieben Monde, um sicherzustellen, dass seine brisanten, bisher unveröffentlichten Fotos endlich gesehen werden. Was folgt, ist wild, bitter, klug und zutiefst menschlich. Eine Geschichte zwischen Whodunit und politischem Thriller, zwischen Jenseits und brutaler Realität. Karunatilaka erzählt von Macht, von Schuld, von Menschen, die versuchen zu überleben – und davon, was es bedeutet, als queerer Mann in einem feindlichen System sichtbar zu sein. Ich wusste lange nicht, wie ich dieses Buch einordnen soll. Und genau das macht es so stark. Es fordert. Es verwirrt. Es tut weh. Für mich vollkommen zu Recht mit dem Booker Prize 2022 ausgezeichnet. Ein Roman, der nicht loslässt – auch lange nachdem die sieben Monde vergangen sind.

    25. Jan. 2026

  • dinaisy
    dinaisy

    217 Follower

    4,0

    Wow, wie komplex!

    Es fällt mir schwer zu diesem Roman einen Beitrag zu schreiben, da er so unterschiedliche Ebenen hat, dass ich es nicht leicht fand allen Spuren zu folgen und nicht den Faden zu verlieren. Einerseits Krimi: Wer hat Mali getötet? Dann historisch-politische Gesellschaftskritik: Welche Grausamkeiten hat Mali gesehen und fotografiert, für wen gearbeitet? Und natürlich auch noch die Frage: Was kommt nach dem „Dazwischen“, wenn die Sieben Monde um sind? Wem soll man sich da anschließen und warum? Und bei alldem schwingt immer auch die Frage mit: Wer sind meine Liebsten, (wie) kann ich sie schützen? Ein toller Roman, der magische Elemente mit der brutalen Realität verbindet, Absurdes möglich macht und doch Korruption, Gewalt, Schrecken des Krieges in keinster Weise verharmlost. 🌓📸💨

    4. Jan. 2026

3 von 24 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Shehan Karunatilaka

Shehan Karunatilaka wurde 1975 in Galle im Süden Sri Lankas geboren. Aufgewachsen in Colombo, wo er heute wieder lebt, studierte er in Neuseeland und lebte und arbeitete in London, Amsterdam und Singapur. 2010 erschien sein Debütroman Chinaman, für den er u.a. mit dem Commonwealth Prize ausgezeichnet wurde. Außerdem schreibt er Rocksongs, Drehbücher und Reiseliteratur und veröffentlichte in verschiedenen internationalen Medien wie The Guardian, Newsweek, Rolling Stone, GQ und National Geographic. Er zählt zu den wichtigsten literarischen Stimmen Sri Lankas. Die sieben Monde des Maali Almeida ist sein lang erwarteter zweiter Roman, der 2022 mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde.

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