Blick ins Buch

Romane

Im Menschen muss alles herrlich sein

3,8(79)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Lena, geboren 1967 in der Ukraine, lebt drei Jahrzehnte lang angepasst, aber unglücklich mit dem korrumpierten System in der Sowjetunion. Auf Druck ihres Mannes emigriert die Familie in den 90er- Jahren nach Deutschland. Heute wählt Lena die AfD – völlig unverständlich für ihre Tochter Edi, die zu dem Leben ihrer Mutter keinen Zugang findet. Sie selbst will Journalistin werden und die Welt sehen. Die Vergangenheit und das kulturelle Erbe ihrer Mutter sind ihr fremd – und doch muss sie Stellung beziehen. Ein Roman über unterschiedliche Welten und Zerwürfnisse in Generationen, und darüber, welcher Anstrengung es bedarf, diese zu überbrücken.

Editionen (4)

ISBN9783742421241
VerlagDer Audio Verlag
Erscheinungsdatum17.09.21

Rezensionen & Bewertungen

79 Bewertungen

6 Rezensionen

3,8

Tippen zum Filtern

  • larson
    larson

    5 Follower

    3,0

    3/5

    13. Feb. 2024

  • 5,0

    Alles beginnt mit einem Eklat. Während der Geburtstagsfeier ihrer Mutter Lena wird Edi(ta) im Hof zusammengeschlagen – Lena und ihre Freundin Tatjana beugen sich über sie, Tatjanas Tochter Nina beobachtet alles aus der Entfernung. Zwei Mütter, zwei Töchter und dazwischen jede Menge ungesagter Dinge, über das eigene Leben, die Zukunft, aber vor allem die Vergangenheit in der Sowjetunion. In „Im Menschen muss alles herrlich sein“ erzählt Sasha Marianna Salzmann die Handlung aus wechselnden Perspektiven und über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Ich-Erzählerin Nina kommt nur drei Mal kurz zu Wort, ihre Passagen sind jedoch nicht weniger eindrücklich. Den größeren Teil nehmen Lenas und Tatjanas Leben in der Sowjetunion, die Flucht und der Neuanfang in Deutschland ein. Edi erleben wir in der Gegenwart in Berlin und auf dem Weg zu bewusster Geburtstagsparty. Salzmann gelingt es, in klaren Worten und Sprachbildern die Situation der vier Frauen einzufangen. Lena studierte ursprünglich Medizin, um ihrer psychisch kranken Mutter zu helfen; in Deutschland darf sie nur noch Krankenschwester sein und sich um die Tochter und den arbeitslosen Mann kümmern. Auch Tatjana landete, schwanger mit Nina, in Berlin. In der Gegenwart verheimlicht sie etwas und Familie und Freunde schauen auf sie herab, weil sie allein lebt. Beiden Frauen fällt es schwer, über die Vergangenheit zu sprechen und beide liebe ihre Töchter sehr, wenn sie auch deren Verhalten nicht immer verstehen. Edita und Nina führen ein eigenes Leben, dennoch kommen sie nicht richtig von der Familie und der Vergangenheit los. Nina leidet unter Ängsten, verbringt die meiste Zeit in ihrer Wohnung und beschäftigt sich mit dem Zerfall der Sowjetunion. Edita überlegt, während ihres Volontariats eine Dienstreise in die Ukraine zu machen. Zur Metapher für diese Situation wird im Roman die Giraffe des georgischen Malers Pirosmani. Da er selbst nie eine gesehen hatte, malte er das Tier aus seiner Vorstellung - auch Edita und Nina bleibt nur ihre ganz eigene Vorstellung von der Lebensrealität ihrer Mütter. Ein Roman, den ich sehr gerne auf der Shortlist gesehen hätte.

    23. Sept. 2022

  • aristipp_girl
    aristipp_girl

    69 Follower

    3,0

    3,5⭐️ Auf den ersten 200 Seiten begleiten wir primär Lena, beginnend in den 70ern als Kind in der ehemaligen Sowjetunion und enden in den frühen 90ern, schwanger und nach Deutschland ausgewandert. Lena sagt an einer Stelle im Erwachsenenalter, sich noch in der ehemaligen Sowjetunion befindend:“das Jetzt hat keine Konturen, man kann nichts greifen“. Und genauso fühlte sich für mich auch der Schreibstil bis dahin an- hölzern, mit dem Versuch der Poesie, philosophisch zu sein- fehl am Platz- da gehörte nichts so recht zusammen. Insofern passte der Stil zum Inhalt. Das wird aber erst später klar. Ich war jedenfalls nach 50-60 Seiten bereits geneigt abzubrechen. Mit Einsetzen der Erzählung aus Blickwinkel der Töchter Nina und Edi ändert sich der Schreibstil grundlegend und es kommt Leben in die Bude. Die Jungen Frauen führen tolle Monologe und versuchen die Welt ihrer Eltern und deren Wurzeln zu verstehen. Ich bin froh zuvor Das achte Leben- für Brilka gelesen zu haben und ein Grundverständnis für einige gesellschaftliche und politische Situationen mitgebracht zu haben. Einige Aspekte in „Im Menschen muss alles herrlich sein“ waren neu bzw. von einer ganz anderen Seite aufgezogen. Die Bücher ergänzen sich hier sehr gut. Allerdings ist auf Grund der Kürze dieses Buches nur ein kleiner Einblick in die verfahrene Situation der beiden Familien möglich. Das Buch kitzelt einen überall mal an und lässt mit dem Ende alles Offen und ungeklärt. War für mich recht unbefriedigend, da mir der Rest der Story nur häppchenweise Highlights bescheren konnte. Ja und diese Giraffe- wie das Schokoladending in Brilka für mich unnötig.

    3. Sept. 2024

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Sasha Marianna Salzmann

Sasha Marianna Salzmann ist Theaterautor*in, Essayist*in und Dramaturg*in. Für ihre Theaterstücke, die international aufgeführt werden, hat sie verschiedene Preise erhalten, zuletzt den Kunstpreis Berlin 2020. Salzmanns Debutroman »Außer sich« wurde 2017 mit dem Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung und dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Er ist in sechzehn Sprachen übersetzt worden.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick