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Wer wir sind

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Über das Buch

Sankt Petersburg/Ludwigsburg 1992. Ein Mädchen reist mit den Eltern, der Großmutter und ihrem Bruder nach Deutschland aus, in die Freiheit. Was sie dafür zurücklässt, sind ihre geliebte Hündin Asta, die Märchen-Telefonnummer und fast alles, was sie mit Djeduschka, Opa, verbindet – letztlich ihre Kindheit. Im Westen merkt die Elfjährige, dass sie jetzt eine andere und «die Fremde» ist. Ein Flüchtlingskind im selbstgeschneiderten Parka, das die Wörter so komisch ausspricht, dass andere lachen. Auch für die Eltern ist es schwer, im Sehnsuchtswesten wächst ihre russische Nostalgie; und die stolze Großmutter, die mal einen Betrieb leitete, ist hier einfach eine alte Frau ohne Sprache. Das erst fremde Deutsch kann dem Mädchen helfen – beim Erwachsenwerden, bei der Eroberung jenes erhofften Lebens. Aber die Vorstellungen, was Freiheit ist, was sie erlaubt, unterscheiden sich zwischen Eltern und Tochter immer mehr. Vor allem, als sie selbst eine Familie gründet und Entscheidungen treffen muss.

Ein autobiographischer Roman, der zeigt, dass die Identität gerade im Zwiespalt zwischen Stolz und Scham, Eigensinn und Anpassung, Fremdsein und allem Dazwischen stark wird. «Wer wir sind» erzählt, wie eine Frau zu sich findet – und wer wir im heutigen Deutschland sind.

Editionen (3)

ISBN9783737101073
VerlagRowohlt Berlin
Erscheinungsdatum18.05.21
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

72 Bewertungen

10 Rezensionen

4,4

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  • kirstenhartje
    kirstenhartje

    62 Follower

    5,0

    Eine sehr aktuelles Buch!

    Dieses Buch wurde mir von meiner Lieblingsbuchhändlerin empfohlen und ich bin sehr froh darüber. Es geht um das Leben einer jüdisch-russischen Familie, die nach Deutschland emigriert. Die Autorin hat einen sehr eigenen Schreibstil, was einen aber sofort mitnimmt. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Besonders die qualifizierte Ausbildung der Eltern (Ingenieure), die in Deutschland nichts wert ist und letztendlich im alten Koffer landen. Sehr aktuell!

    12. Juli 2024

  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Follower

    4,5

    Eine wirklich persönliches, melancholisches, mitfühlendes und tolles Buch. Wie die Erinnerungsstücke in ihrer Glasvitrine, scheinbar wahllos zusammengestellt, schreibt Lena Gorelik episodenhaft ihre Erinnerungen auf. Als jüdisch russische Familie, wandern sie 1992 aus Sankt Petersburg nach Deutschland aus, leben 18 Monate in einem Wohnheim für Asylbewerber. Die Diplome der Eltern in der neuen Heimat wertlos.Scham, Wehmut , Identitätssuche. Immer wieder werden Wörter und Sätze auf russisch geschrieben, so als gebe es keine gleichbedeutenden deutschen Worte und auch ich habe versucht sie zu lernen, wiederzuerkennen und mich gefragt, ob es den Eltern mit der deutschen Schrift auch so ging. Habe es gern gelesen, auch weil meine eigenen Erinnerungen der schwäbischen Stadt der 90er Jahre durch diesen Roman geweckt worden. Absolut zu empfehlen.

    21. Juli 2023

  • goodvibez
    goodvibez

    45 Follower

    4,5

    Ein wunderbares Buch aus der Sicht eines nach Deutschland ausgewanderten Kindes. Ihre geschriebenen Worte gehen direkt ins Herz

    23. Jan. 2025

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Lena Gorelik

Lena Gorelik, 1981 in St. Petersburg geboren, kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Ihr Roman «Hochzeit in Jerusalem» (2007) war für den Deutschen Buchpreis nominiert, «Mehr Schwarz als Lila» (2017) für den deutschen Jugendliteraturpreis. 2021 erschien ihr Roman «Wer wir sind» und wurde begeistert besprochen. Regelmäßig schreibt Lena Gorelik Essays zu gesellschaftlichen Themen, u.a. für die Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit. 2024 wurde sie mit dem Heinrich-Mann-Preis für Essayistik ausgezeichnet, 2026 mit dem Preis der Literaturhäuser. Im selben Jahr erschien «Alle meine Mütter», ein neuer Roman.

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