Blick ins Buch

Romane

Nachtbeeren

3,7(107)
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Über das Buch

»Mit Sprachwitz und Sinn fürs Absurde erzählt Elina Penner von der Suche einer Russlanddeutschen nach ihren Wurzeln.« Brigitte

»Ein Roman über eine junge Frau, die ihren eigenen Weg geht – schräg, dunkel und so gut.« Laura Karasek

»Immer lustig und gefährlich zugleich. Elina Penner hält uns in stetiger Spannung, was als nächstes passiert, immer zwischen Schock, Lachen und tiefer Rührung. Ein bittersüßes Debüt.« Christian Dittloff

»Elina Penner erzählt unfassbar witzig und klug die spannendste Familiengeschichte, die ich seit langem gelesen habe.« Ninia LaGrande Binias

»Der Roman des Jahres.« Kareen Dannhauer

» In einem umwerfenden Stakkato aus kurzen, klaren Sätzen setzt Erzählerin Nelli ein. Elina Penner erschafft eine starke Frauenfigur, der man gern zuhört und auf unbekanntes Terrain folgt. « Börsenblatt

» Ein ungewöhnliches Debüt. Sie schafft unvergessliche Charaktere und unvergleichliche Szenen, fein austariert zwischen zarter Tragik und dunkler Komik. « Emotion

In ihrem Debütroman erzählt Elina Penner von Nelli, die als kleines Mädchen als Russlanddeutsche nach Minden kommt. Sie spricht Plautdietsch und isst Tweeback und versucht, in der Provinz und dem neuen deutschen Leben anzukommen. Aber die Geschichten über ihr früheres Leben lassen sie nicht los, und als ihre geliebte Oma stirbt, gerät in Nelli etwas durcheinander. Ihr Mann Kornelius eröffnet ihr, sie für eine andere zu verlassen. Und Nelli ist sich am nächsten Morgen nicht sicher, ob sie ihn nicht aus Versehen umgebracht hat...
Elina Penner erzählt mit Komik und dunklem Humor von einer Gemeinschaft von Menschen, die aneinander festhalten, weil sie nichts anderes haben. Mittendrin eine junge Frau, die zusammenbricht – und ihren eigenen Weg sucht.

Editionen (1)

ISBN9783351039363
VerlagAufbau
Erscheinungsdatum14.03.22
Seitenzahl248

Merkmale

1 Bewertungen

MittelMittelUngewöhnlichGlaubwürdigSympathischInformativ

Rezensionen & Bewertungen

107 Bewertungen

17 Rezensionen

3,7

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  • 5,0

    Ein Frauenleben zwischen Fremdsein und Familie

    Nelli ist Teil einer russlanddeutschen Familie und Teil einer Mennoniten-Gemeinde. Fremd in Deutschland gibt ihr die Familie, vor allem ihre Großmutter, den Halt und die Liebe, den sie bei den Eltern vermisst. Denn sie, die Nachzüglerin war und ist ungewollt … Elina Penner hat eine sehr bewegende Geschichte und mit Nelli eine berührende Person geschrieben. Gerade ihre Kindheitserlebnisse und -erinnerungen gingen mir sehr nahe. Die Lieblosigkeit der Eltern, die keinen Hehl daraus machen, dass sie kein Kind mehr wollen und demgegenüber die liebevolle Zugewandtheit ihrer geliebten Öma. Deren Tod und die Totgeburt ihrer Tochter bringen Nelli komplett aus dem Gleichgewicht, schwere Depressionen sind die Folge. ‚Nachtbeeren‘ erfordert aufmerksames Lesen, denn vieles erfährt man zwischen den Zeilen und was Nelli erinnert, wird erst durch die Sichtweise ihres Bruders Eugen oder des Sohnes Jakob klar, bzw. erst richtig ergänzt. Hervorragend wird darin die Lage der Spätaussiedler in Deutschland beschrieben, die sich auch auf andere osteuropäische Länder übertragen lässt, nicht nur auf die Russlanddeutschen. In Russland die Deutschen, in Deutschland die Russen - kein Wunder, dass sich auf die Familie konzentriert wird und man nie jemand von den „Hiesigen“ wird. Weniger Einblick bekommt man dagegen in das mennonitische Leben. Tatsächlich spielt die Religion eher nur eine Nebenrolle, der Großteil der Familie ist weder fromm noch gehört er zur Gemeinde. Und auch für Nelli selber scheint der Glaube selbst weniger wichtig zu sein, als das Eingebundensein in die Gemeinde. Dann gibt es da ja auch noch Kornelius, Nellis Ehemann, der zerstückelt in der Tiefkühltruhe landet und dieser Strang hat durchaus auch seine makabren, schwarzhumorigen Elemente, die aber zum Glück nicht Überhand nehmen und sich gut in die Geschichte einpassen. Für mich war damit das Buch sehr ausgewogen, nachdenklich und interressant zu gleich und hervorragend geschrieben.

    21. März 2026

  • lostsoul
    lostsoul

    49 Follower

    3,5

    Bin gerade beim Schreiben noch am Tränen wegwischen... Komme selber aus einer russlanddeutschen Familie, deshalb war das Buch zum Teil sehr schmerzhaft für mich, gerade am Ende. Aber ich habe einen Moment gebraucht, um in das Buch reinzukommen und fand es stellenweise etwas zu verallgemeinernd. Dennoch eine Empfehlung...

    15. Nov. 2025

  • hazelmauz
    hazelmauz

    149 Follower

    4,0

    Ach ja, tolles Buch, gut geschrieben. Es nahm mich nicht so richtig mit. Stell dir vor, du bist das jüngste Kind, auch noch eine Tochter, ungeplant, ungewollt, irgendwie nutzlos, auch noch Russland Deutsche. Du versuchst deinen Weg zu finden, du bist nirgends richtig zu Hause. Nur ein Mensch versucht dich vor den Unbill des Lebens zu schützen. Dein Bruder, geht aber nur bedingt. Auch er hat sein eigenes Leben. Nach der Schule beginnst du eine Metzgerlehrer, bestehst sie, arbeitest ein wenig. Du gehst fort, verliebst dich - plötzlich schwanger. Was folgt: Heirat, Kind, zu Hause bleiben und auf das Kind aufpassen. Ist das wirklich der Sinn des Lebens? Die Geborgenheit der Familie bleibt aus. Dann stirbt auch noch die Lieblings Oma, der letzte Halt fällt weg. Noch am Tag der Beerdigung trittst du der mennoitischen Glaubensgemeinschaft bei, Holst Trost aus dem Glauben. Die Erzählung läuft in drei Ebenen: Nelli, ihr Bruder Eugen und ihr Sohn Jakob. Die Erinnerungen der drei ähneln sich sehr, was das Buch länger erscheinen lässt als es tatsächlich ist.

    24. Juni 2025

3 von 17 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Elina Penner

Elina Penner, 1987 noch gerade so als Sowjet-Bürgerin geboren, erklärt seit über 30 Jahren, wieso sie mennonitisch-plautdietsche Deutsche und nicht Russin ist. Dank ihres 2022 erschienenen Debütromans »Nachtbeeren« wird das mit dem Erklären weniger. Da sie Gegensätzliches liebt, hat sie sowohl in Bayern als auch in Berlin studiert. Sie lebt seit Jahren wieder in der ostwestfälischen Heimat, von wo aus sie das Online-Magazin »Hauptstadtmutti« betreibt. Texte von ihr erschienen bei Der Spiegel, Vogue, 11 Freunde.Im Aufbau Verlag liegen ebenfalls von ihr »Migrantenmutti« und »Die Unbußfertigen« vor.

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