Blick ins Buch

Romane

Zugwind

3,9(58)
Hardcover24,00 €Hörbuch20,95 €
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Ein Hörbuch, das Mut macht: vom Leben einer jungen ukrainischen Ärztin und dem Versuch, Trost in alltäglichen Dingen zu finden. Iryna Fingerova erzählt so bewegend wie authentisch vom Leben einer jungen ukrainischen Hausärztin in Deutschland, während in ihrem Heimatland Krieg herrscht. Von ihrer Trauer, ihren Schuldgefühlen, ihrer Wut und Resignation, bis hin zu dem Versuch, das eigene Leben weiterzuleben, die Ereignisse zu akzeptieren und vielleicht persönlichen Frieden zu finden. Mira Zehmann ist Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Sie stammt aus einer jüdischen Familie in Odesa, vor Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann die Ukraine verlassen, um in Deutschland ihr eigenes Leben zu leben - für sich und ihre kleine Tochter. Doch als in ihrer alten Heimat Bomben explodieren, gerät ihre Welt aus den Fugen, und ein erbarmungsloser Zugwind weht durch ihr Leben. Die Hausarztpraxis wird zur Anlaufstelle, lang ist die Schlange der ukrainischen Patienten, die alle zu Mira wollen auf der Suche nach Trost, nach Heilung und Mitgefühl. Ob eine Affäre hilft, Miras Unmut über den unendlich langen Besuch der Schwiegermutter zu überwinden? Als Mira verfolgt, wie ihre Patienten zwischen den Welten reisen, steht für sie fest: Sie muss nach Odesa, muss ihre über neunzigjährige Oma besuchen, das Meer sehen, mit ihren Freunden tanzen gehen.

Editionen (1)

ISBN9783732486212
Verlagargon
Erscheinungsdatum03.03.26

Rezensionen & Bewertungen

58 Bewertungen

20 Rezensionen

3,9

Tippen zum Filtern

  • izzy_hh
    izzy_hh

    41 Follower

    4,0

    Die ukrainische Ärztin Mira, die in Deutschland lebt, während in ihrer Heimat Krieg herrscht. Ihr Alltag in der Hausarztpraxis wird zum Spiegel größerer Konflikte: Flucht, Verlust und Sehnsucht in den Geschichten ihrer Patient:innen – und in ihrem eigenen inneren Zwiespalt zwischen zwei Welten.

    4. Mai 2026

  • anja._liest
    anja._liest

    331 Follower

    4,0

    Mira Zehmann ist eine ukrainische Ärztin. Sie lebt in Deutschland und arbeitet in einer Hausarztpraxis. Als in der Ukraine der Krieg ausbricht ändert sich auch ihr Leben. Ihre Familie und Freunde, die in der Heimat leben, sind in Gefahr aber Mira versucht weiter zu funktionieren. Das gelingt ihr zunehmend schlechter. Sie hat Schuldgefühle. Darf sie ein gutes Leben führen und ihre Freunde und Familie erleben gerade einen Krieg? In ihrer Praxis begegnet sie immer mehr Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind. Verunsicherte Menschen kommen nicht nur wegen körperlichen Beschwerden, sondern möchten manchmal einfach nur reden. Sie fühlen sich oft nicht wohl in Deutschland, wollen eigentlich lieber in die Heimat zurück. Ein hochaktueller Roman, der uns literarisch zeigt, was Krieg mit den Menschen macht. Hier werden politische Themen mit einer persönlichen Geschichte verknüpft. Die Protagonistin ist sehr komplex. Sie kämpft gegen ihre innerliche Zerrissenheit. Berufliche Verantwortung, familiäre Verpflichtungen und die Sorge um ihre Familie und Freunde muss sie irgendwie verarbeiten. Die Arztpraxis wird immer mehr zu einem Treffpunkt für traumatisierte Patienten, die durch den Krieg gezeichnet sind. Auch das macht ihr immer mehr zu schaffen. Die Sprache empfand ich als sehr kraftvoll und eindringlich. Die persönliche Entwicklung von Mira konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen, aber das ist gar nicht schlimm. Die Stärke des Romans liegt für mich klar in den vielen kleinen Geschichten und Momenten der Patienten, die einem fast die Luft anhalten lassen. Ein kluger, sehr intensiver und vielschichtiger Roman, den ich euch gern weiterempfehle.

    21. Apr. 2026

  • wassilkeliest
    wassilkeliest

    187 Follower

    Der Roman „Zugwind“ von Iryna Fingerova erzählt eindringlich und vielschichtig vom Leben einer jungen ukrainischen Ärztin in Deutschland – und davon, wie sich ein Krieg in jede noch so geordnete Biografie einschreibt. Der Roman ist zugleich Migrationsgeschichte, Kriegsroman aus der Ferne, Praxisprotokoll und poetische Reflexion über Identität, Sprache und Resilienz. Im Mittelpunkt steht Mira Zehmann, Hausärztin, Mutter, Ehefrau, Tochter einer jüdischen Familie aus Odesa. Vor Jahren hat sie die Ukraine verlassen, um in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Doch mit dem russischen Angriff auf ihr Heimatland gerät ihre scheinbar stabile Existenz ins Wanken. Während in Odesa Bomben fallen, steht in ihrer Praxis die Schlange ukrainischer Patient*innen, die nicht nur medizinische Hilfe, sondern Trost, Verständnis und Halt suchen. Mira wird zur Projektionsfläche für Schmerz, Heimweh und Traumata – und verliert dabei zunehmend den Kontakt zu sich selbst. Der Roman ist stark episodenhaft strukturiert, die Begegnungen mit Patient*innen bilden ein vielstimmiges Mosaik aus Verletzlichkeit und Überlebenswillen. Dass viele dieser Figuren auf realen Erfahrungen der Autorin beruhen, verleiht dem Text Authentizität und emotionale Wucht. Fingerova gelingt es, medizinischen Alltag und existenzielle Fragen miteinander zu verweben. Thematisch kreist „Zugwind“ um Schuldgefühle und Zerrissenheit: Darf man in Sicherheit leben, während die Heimat brennt? Gehört man noch dorthin, wenn man gegangen ist? Mira leidet unter einer Art Überlebensschuld, fühlt sich zugleich als Fremde in Deutschland und als Abwesende in der Ukraine. Besonders eindrucksvoll sind die Passagen, in denen sie Rassismus und subtile Ausgrenzung erlebt – etwa wenn sie in einer anderen Sprache um ihre fachliche Kompetenz kämpfen muss. Migration erscheint hier als radikaler Neuanfang unter erschwerten Bedingungen. Überraschend und zugleich stimmig bricht der Roman stellenweise in den magischen Realismus aus: Die „YouBank“, bei der Mira „Kraft auf Kredit“ aufnehmen kann, wirkt zunächst surreal, entpuppt sich jedoch als poetisches Bild für emotionale Erschöpfung in Zeiten permanenter Krise. Diese Momente verleihen dem Text Leichtigkeit und Humor, ohne das Leid zu relativieren. Vielmehr unterstreichen sie, dass Wirklichkeit oft so absurd ist, dass sie nur poetisch zu fassen ist. Auch der 7. Oktober 2023 und die Bedrohung in Israel finden Eingang in den Roman. Die doppelte Perspektive – als Ukrainerin und Jüdin – verstärkt Miras innere Zerrissenheit. Doch statt konkurrierender Krisen entsteht ein Panorama globaler Verunsicherung, das sich im Individuellen spiegelt. Sprachlich ist „Zugwind“ klar, direkt und zugleich von poetischer Kraft. Besonders berührend ist das Motiv der geretteten Vase mit Hochzeitswünschen aus Odesa: ein Symbol dafür, dass Vergangenheit nicht bloß Erinnerung ist, sondern Ressource. Das abschließende Bild vom „Haus“, das man in sich trägt, und die Anspielung auf Kintsugi – die Kunst, Zerbrochenes mit Gold zu kitten – verdichten die zentrale Botschaft des Romans. Fingerova verschweigt weder Wut noch Ohnmacht, weder Erschöpfung noch moralische Ambivalenz. Und doch überwiegt am Ende die leise Hoffnung: dass Identität nicht verloren geht, sondern sich wandelt; dass man lernen kann, sich selbst ein Zuhause zu sein. Ein kluger, zeitdiagnostischer und zugleich sehr persönlicher Roman, der Mut macht – nicht durch einfache Antworten, sondern durch Ehrlichkeit und poetische Widerständigkeit. Aus dem Ukrainischen von Jakob Walosczyk.

    28. März 2026

3 von 20 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 5518%
igela
igela15. Feb. 2026

Ich musste mich an den Schreibstil gewöhnen...etwas " atemlos" das Ganze...

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick