Blick ins Buch

Romane

Stunden wie Tage

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Über das Buch

Berlin, in den 1940er-Jahren: Martha E. ist fleißig und äußerst sparsam. Gute Eigenschaften für die Stelle als Hausbesorgerin, die sie im Schöneberger Mietshaus der Brüder Berkowitz innehat. Liane Berkowitz kommt aus gutem Hause, ein neugieriges und lebenslustiges Mädchen, das mitten im Krieg die Liebe kennenlernt – und den Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Jahrzehnte später wandert Martha die Straßen Schönebergs entlang, zerlumpt und abgerissen. Jeder kennt sie, doch keiner weiß, wer sie wirklich ist: eine Millionärin und Zeugin von Lianes schicksalhaftem Leben.

Editionen (2)

ISBN9783257073485
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum25.03.26
Seitenzahl272

Rezensionen & Bewertungen

61 Bewertungen

22 Rezensionen

4,6

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  • hiekemia
    hiekemia

    222 Follower

    3,0

    So nah und doch so weit

    Eine Geschichte, die mich berührt hat – und gleichzeitig frustriert. Denn der Stoff ist so reich, so bewegend, dass ich mir so viel mehr gewünscht hätte. Martha mochte ich sehr. Ihre Geschichte ist eindrücklich und trägt einen durch das Buch. Und doch – der Schreibstil hat mich nie wirklich erreicht. So kühl, so emotionslos erzählt, dass eine Distanz entsteht, die ich nicht überwinden konnte. Genau das hat mich geschmerzt, weil das Potenzial da war. Ein paar Tränen sind trotzdem geflossen – die Geschichte ist stärker als die Sprache. Und weil es eine wahre Begebenheit ist, trägt sie noch einmal ganz anders.

    So nah und doch so weit

    28. März 2026

  • claudiax
    claudiax

    140 Follower

    5,0

    🖤 STUNDEN WIE TAGE - Shelly Kupferberg - Diogenes - ET 25.03.2026 - 272 Seiten HAPPY RELEASE DAY ✨Leseempfehlung!✨ Worum geht‘s? Ein eindrucksvoller Roman über Menschen und deren Schicksale, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Fokus: Frauenschicksale, Kriegsgeschehen, Judentum, Nationalsozialismus, Widerstandskampf, 1940er-Jahre Autorenportrait: Shelly Kupferberg, geboren 1974 in Tel Aviv, ist in Westberlin aufgewachsen und hat Publizistik, Theater- und Musikwissenschaften studiert. Sie ist Journalistin und moderiert für ›Deutschlandfunk Kultur‹ und ›RBB radio3‹ Sendungen zu Kultur und Gesellschaft. Ihr erstes Buch ›Isidor‹ war ein Erfolg bei Publikum und Presse. Shelly Kupferberg lebt mit ihrer Familie in Berlin. Mein Leseeindruck: Berlin, in den 1940er-Jahren: Die junge Martha aus einfachem Haus ist fleißig, fürsorglich und sparsam – Eigenschaften, die sie zur idealen Hausbesorgerin im Schöneberger Mietshaus der jüdischen Familie Berkowitz machen, welchem sie ein Leben lang verbunden sein wird. Stieftochter Liane, ein aufgeschlossenes Mädchen und Mutter einer Russin, geht gerne bei Martha und ihrem Ehemann Willy ein und aus, wird zum Ersatzkind. -„Stunden wie Tage ist ein Roman, welcher gleichzeitig Zeitgeschichte und Schicksale vereint. Kupferberg verhandelt eine ruhige, eindringliche Geschichte anhand zweier Frauen, deren Leben miteinander verwoben sind, mit glaubwürdigen, liebenswerten Protagonisten und gut eingebetteten historischen, auf wahren Begebenheiten beruhenden Details, die in Erinnerung bleibt. Wer historische Romane mit authentischen Figuren, subtiler Spannung und einem warmen, unaufgeregten Schreibstil schätzt, wird dieses Buch lieben. Eine klare Leseempfehlung für alle, die in diese Zeit eintauchen möchten, ohne dass die Handlung übertrieben dramatisiert ist. Hat dir mein Beitrag gefallen? Dann folge mir gerne, um weitere Besprechungen zu erhalten. Eine schöne Bestätigung ist es natürlich auch immer, wenn ein Buch abgespeichert wird in deine Wunschliste!

    25. März 2026

  • aygen_e
    aygen_e

    139 Follower

    5,0

    Sternebewertung fiktiv

    Shelly Kupferberg hat mit Stunden wie Tage einen sehr eindrücklichen und emotionalen Roman über die Machtergreifung und den Nationalsozialismus geschrieben. Ich habe „Isidor“ damals ziemlich spät gelesen, nachdem der erste Hype vorbei war. Das hat mir gutgetan, weil ich mich viel intensiver auf die Geschichte einlassen konnte. Bei Stunden wie Tage wollte ich diesmal nicht so lange warten. Vor allem, weil ich die Nachbemerkungen zuerst gelesen habe und sofort das Gefühl hatte, ich möchte Martha kennenlernen. Diese Frau mit ihren eisblauen Augen und dem mehrfach geflickten blauen Mantel. Ich wollte verstehen, wer sie ist. Und im Nachhinein kann ich sagen, wir alle kennen jemanden wie Martha. Vielleicht aus der eigenen Familie, vielleicht aus dem Bekanntenkreis. Diese Menschen, die sich aufopfern, die fleißig sind, zuverlässig, vertrauenswürdig und denen das Glück trotzdem oft verwehrt bleibt. Martha ist genau so eine Person. Sie bekommt die Stelle als Hausbesorgerin im Haus Berkowitz, obwohl ihr die Erfahrung fehlt. Doch sie wächst schnell in diese Aufgabe hinein. Sie kümmert sich um alles, hält das Haus zusammen, sorgt für Ordnung und Struktur. Man spürt in jeder Zeile ihre Disziplin, ihre Sparsamkeit und ihre Haltung. Gleichzeitig begegnen wir in diesem Haus so vielen unterschiedlichen Figuren, skurril, eigen, lebendig. Besonders gefallen hat mir auch die Beziehung zu Willy. Dieses vorsichtige Kennenlernen, dieses Zögern, dieses langsame Öffnen. Und dann diese Selbstverständlichkeit, mit der sie zusammenfinden. Mit der Zeit ab 1933 verändert sich jedoch alles. Die Verfolgung jüdischer Menschen beginnt. Existenzen brechen weg. Menschen verlieren ihre Sicherheit, ihre Rechte und ihre Heimat. Die Familie Berkowitz zerfällt. Entscheidungen werden getroffen, die niemand wirklich treffen möchte. Und zurück bleiben diejenigen, die die Konsequenzen tragen müssen. Besonders intensiv war für mich die Beziehung zwischen Martha und Liane. Diese Nähe, dieses Vertrauen, fast wie zwischen Mutter und Tochter. Und als Liane verhaftet wird, hat mich das wirklich getroffen. Ab diesem Punkt wurde das Lesen schwer. Nicht, weil es schlecht geschrieben ist, sondern weil es so real ist. Ich musste oft schlucken und hatte mehr als einmal Tränen in den Augen. Diese Ohnmacht. Diese Ungerechtigkeit. Diese Brutalität gegenüber einem jungen Menschen, der einfach nur denkt, fühlt und lebt. Shelly Kupferberg schreibt eindringlich, klar und gleichzeitig sehr sensibel. Sie zeigt nicht nur die großen historischen Ereignisse, sondern vor allem die leisen, persönlichen Konsequenzen, wie Familien zerbrechen, wie Angst wächst und wie sich Leben unwiderruflich verändern. Ein emotional fordernder, sehr nahbarer Roman, der lange nachwirkt. Nicht leicht zu lesen, aber sehr wichtig.

    Sternebewertung fiktiv

    30. Apr. 2026

3 von 22 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Shelly Kupferberg

Shelly Kupferberg, geboren 1974 in Tel Aviv, ist in Westberlin aufgewachsen und hat Publizistik, Theater- und Musikwissenschaften studiert. Sie ist Journalistin und moderiert für ›Deutschlandfunk Kultur‹ und ›RBB radio3‹ Sendungen zu Kultur und Gesellschaft. Ihr erstes Buch ›Isidor‹ war ein Erfolg bei Publikum und Presse. Shelly Kupferberg lebt mit ihrer Familie in Berlin.

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