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Romane

Hitzetage

3,9(67)
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Über das Buch

London in der flirrenden Junihitze, Pubs und Parks sind voller Leben: Oisín McKenna begleitet die Freund*innen Maggie, Ed und Phil, alle Anfang 30, durch ein langes Sommerwochenende. Maggie, pleite und schwanger, fürchtet, in die biedere Vorstadt ihrer Kindheit zurückzumüssen. Ed, ihr Partner, jobbt als Fahrradkurier und verheimlicht seine Bisexualität. Phil, Maggies bester Freund, ist unglücklich in seinen Mitbewohner verliebt. Als Phils Hausgemeinschaft aufgelöst wird, feiern sie, als wäre es das letzte Mal. Denn nach der Party stehen Entscheidungen an, die ihr Leben für immer verändern werden. Mit Intensität und Empathie erzählt "Hitzetage" von Freundschaft, Sex und Liebe – und davon, wie unsere Lebensträume von der Realität eingeholt werden.

Editionen (1)

ISBN9783701747658
VerlagResidenz
Erscheinungsdatum09.02.26

Rezensionen & Bewertungen

67 Bewertungen

15 Rezensionen

3,9

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  • 4,0

    Gefühle im Hitzeflimmern

    Flirrend ist das richtige Wort für Hitzetage: flirrend die Seiten durch die man fliegt, flirrend London, das unter der trägen Hitze der Sommertage vibriert; flirrend die Geheimnisse der Protagonist:innen, die zwischen Asphalt, Partys und stillen Küchen flackern; flirrend auch die Gefühle, die sich nie ganz greifen lassen und doch überall spürbar sind. Der Rest des Romans fühlt sich an wie ein Gruppenchat im Sommer, nur mit besserem Timing und mehr emotionaler Fallhöhe: mehrere Figuren, mehrere Lebensentwürfe, alle irgendwo zwischen „Ich hab mein Leben im Griff“ und „Warum google ich um drei Uhr nachts Sinnfragen?“. Dieses diffuse Mitte-30-Gefühl – zu alt für Ausreden, zu jung für Resignation – trifft herrlich ins Schwarze. Ja, die Handlung dreht stellenweise dramatisch auf, nicht alles davon ist klassischer Alltag. Aber die Gefühle dahinter? Bestens bekannt: das leise Ziehen im Bauch, wenn man sich vergleicht, das Schwanken zwischen Größenwahn und Selbstzweifel, die große Frage, ob Erwachsensein bedeutet, Antworten zu haben oder einfach nur bessere Snacks. Und genau darin liegt der Charme: Das Buch ist queer, witzig, manchmal ein bisschen frech und dabei erstaunlich zärtlich mit seinen Figuren. Man fühlt sich gesehen, ein kleines bisschen ertappt – und ziemlich gut unterhalten. Unterm Strich: ein Roman wie ein heißer Abend mit viel Gelächter und genau den richtigen Gesprächen – ein Buch, das versteht und unterhält.

    23. Feb. 2026

  • julllia
    julllia

    60 Follower

    2,0

    Warum gehen wir eigentlich oft davon aus, dass andere Menschen schlecht über uns denken würden? Ist das, weil wir uns selbst nicht mögen? Das sind die zwei zentralen Fragen, die vielleicht am ehesten die Protagonistinnen in “Hitzetagen” von Oishín McKenna sind. Abgesehen von diesen Fragen ist es nämlich gar nicht so leicht, wirkliche Protaginist:innen zu bestimmen. Es geht um Meg, die ungeplant schwanger ist und mit ihrem langjährigen Freund Ed aus London zurück in das Dorf ihrer Eltern ziehen muss, weil sie sich eigentlich schon kein Kind, geschweige denn die Londoner Mieten leisten können. Es geht aber auch um Phil, Megs bester Freund, der in Keith verliebt ist, aber seinen eigenen Gefühlen im Weg steht. Es geht um Phils Mama Rosalee, die nicht weiß, wie sie ihrem Sohn von ihrer Krebsdiagnose erzählen soll. Und natürlich geht es um den Wal, der am Ufer der Themse gestrandet ist, und um dessen Rettungsversuch. Mir hat “Hitzetage” nicht gefallen, auch wenn viele queere Menschen dabei sind. Jedes Kapitel ist aus der Perspektive einer anderen Person geschrieben, die sich zwar irgendwann wiederholen, aber teilweise werden nach über der Hälfte nochmal neue Menschen eingeführt, ohne dass ich immer verstanden habe, warum. Es ist ein richtiges Durcheinander. Die Autorin spielt viel mit der Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung, was total interessant ist. Mitreißen konnte sie mich leider nicht. 🌈

    5 Tage vor

  • litera.lina
    litera.lina

    200 Follower

    5,0

    Das war für mich ein Buch, das sich sofort richtig angefühlt hat. Nicht, weil es glücklich ist – das ist es oft nicht. Sondern wegen der Figuren und wegen der Sprache. Der Schreibstil liest sich so, wie meine Gedanken funktionieren. Genau deshalb habe ich das Buch so schnell gelesen. Ich habe mich in den Charakteren wiedergefunden, obwohl ihre Situationen teilweise weit weg von meinem eigenen Leben sind. Aber in ihrem inneren Kern – in der Unsicherheit, im Suchen, im Gefühl, irgendwo zwischen Freiheit und dem Wunsch nach Stabilität festzustecken – da war sehr viel Wiedererkennen. Es geht um meine Generation: Late Millennials, frühe Gen Z, Menschen, die kreativ sein wollen, aber in einer Realität leben, die das oft kaum zulässt. Was ich besonders mochte, war die Selbstverständlichkeit, mit der queere, verletzliche, emotionale Menschen gezeigt werden. Ohne großes Erklären, ohne Drama, ohne Klischees. Einfach als Teil des Lebens.

    8. Feb. 2026

3 von 15 Rezensionen

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