Blick ins Buch

Romane

Miroloi

4,4(499)
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

"So eine wie ich ist hier eigentlich nicht vorgesehen." - Karen Köhlers erster Roman über eine junge Frau, die sich auflehnt. Gegen die Strukturen ihrer Gesellschaft und für die Freiheit Ein Dorf, eine Insel, eine ganze Welt: Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert, wenn man sich in einem solchen Dorf als Außenseiterin gegen alle Regeln stellt, heimlich lesen lernt, sich verliebt? Voller Hingabe, Neugier und Wut auf die Verhältnisse erzählt „Miroloi“ von einer jungen Frau, die sich auflehnt: Gegen die Strukturen ihrer Welt und für die Freiheit. Eine Geschichte, die an jedem Ort und zu jeder Zeit spielen könnte; ein Roman, in dem jedes Detail leuchtet und brennt.

Editionen (4)

ISBN9783446261716
VerlagHanser, Carl
Erscheinungsdatum19.08.19
Seitenzahl464

Merkmale

1 Bewertungen

MittelEntwickelndEinfachMinimalistischUngewöhnlichVerstörend

Rezensionen & Bewertungen

499 Bewertungen

84 Rezensionen

4,4

Tippen zum Filtern

  • nataschalia
    nataschalia

    290 Follower

    5,0

    Wunderschöne Sprache, ganz besonders!

    Es hat etwas gedauert, bis ich das Buch durch hatte. Ich habe jedes einzelne Wort genossen und die schöne Sprache auf mich wirken lassen. Eine schöne und zu gleich traurige Geschichte über ein Mädchen ohne Namen, die um Freiheit kämpft. Das Buch macht auch stellenweise sehr wütend und zeigt, dass nicht nur ein paar über ganze viele zu entscheiden haben. Absurde Gesetze gegen die Frauen, bösartige Männer in Freiheit und nur eine versucht sich zu befreien. Ein tolles Buch, das bestimmt lange im Gedächtnis bleibt. Und die schöne Schreibweise 😍 hab ich das schon erwähnt? 😁 Absolute Leseempfehlung 💯!

    Wunderschöne Sprache, ganz besonders!

    17. Apr. 2026

  • litera.lina
    litera.lina

    200 Follower

    Karen Köhler erschafft keine ferne Dystopie, sondern einen literarischen Resonanzraum, der schmerzhaft nah an unserer Gegenwart liegt. Die Insel, auf der Frauen weder lesen noch über ihr eigenes Leben bestimmen dürfen, ist keine Warnung vor einer möglichen Zukunft. Sie ist ein Spiegel. Ein Spiegel patriarchaler Machtstrukturen, die sich nicht allein in Gesetzen manifestieren, sondern in Traditionen, Sprache und der alltäglichen Selbstverständlichkeit von Ungleichheit. Was mich vom ersten Satz an gefesselt hat, war die Sprache. Sie ist poetisch, rhythmisch und zugleich von einer Wucht, die mich das Buch nahezu in einem Atemzug verschlingen ließ. Karen Köhlers Stil erzählt nicht nur eine Geschichte, er trägt sie. Er zieht einen in seine Arme, nur um einen wenige Seiten später mit voller Wucht gegen die Realität prallen zu lassen. Selten habe ich einen Roman gelesen, dessen Sprache so kunstvoll komponiert und gleichzeitig so unmittelbar fühlbar ist. Im Zentrum steht Alina – zunächst die Einzige auf der Insel ohne Namen. Eine der faszinierendsten Protagonistinnen, die mir seit Langem begegnet ist. Nicht, weil sie als klassische Heldin inszeniert wird. Sondern weil sie schlicht sie selbst bleibt. In einer Welt, die Frauen systematisch klein hält, wird ihre bloße Existenz zum Widerstand. Ihre Sehnsucht nach Wissen, nach Sprache und nach Freiheit ist keine Rebellion um der Rebellion willen. Sie ist ein zutiefst menschlicher Akt der Selbstbehauptung. Dass ausgerechnet das Lesen zum gefährlichsten Werkzeug wird, ist einer der stärksten literarischen Einfälle dieses Romans. Wissen bedeutet Macht. Lesen bedeutet Freiheit. Und genau deshalb wird Bildung zum Privileg der Herrschenden und zur Bedrohung für diejenigen, die unterdrückt werden sollen. Miroloi zeigt eindrücklich, dass Alphabetisierung nie nur das Erlernen von Buchstaben ist, sondern immer auch eine Frage gesellschaftlicher Teilhabe. Gerade deshalb ist Miroloi weit mehr als ein feministischer Roman. Er analysiert Macht als System. Der eigentliche Antagonist ist nicht eine einzelne Figur, sondern ein Geflecht aus religiöser Legitimation, Tradition und patriarchaler Herrschaft, das sich selbst ständig reproduziert. Diese Systemkritik macht den Roman so zeitlos – und gleichzeitig erschreckend aktuell. Unweigerlich musste ich dabei immer wieder an Margaret Atwoods Arbeiten denken, nicht wegen inhaltlicher Parallelen allein, sondern weil beide Autorinnen zeigen, wie fragil Freiheit ist und wie leicht Unterdrückung als Normalität akzeptiert wird. Besonders beeindruckend ist, dass Köhler dabei nie in einfache Schwarz-Weiß-Muster verfällt. Die Gewalt des Systems wirkt gerade deshalb so beklemmend, weil sie für viele Figuren zur Normalität geworden ist. Das macht den Roman emotional fordernd. Vor allem aber macht es ihn glaubwürdig. Ich habe beim Lesen vor allem eines gespürt: Wut. Wut über die systematische Entmenschlichung von Frauen. Wut darüber, wie vertraut viele Mechanismen wirken. Und gleichzeitig tiefe Bewunderung für einen Roman, der all das mit einer sprachlichen Schönheit erzählt, die lange nachhallt. Miroloi ist kein Buch über eine Welt, die unsere einmal werden kann. Es ist ein Buch über das, was unsere Welt bereits ist – und vermutlich schon immer war. Ein Roman, den man nicht einfach gelesen haben sollte. Man muss ihn gespürt haben.

    1. Juli 2026

  • luzifer
    luzifer

    360 Follower

    5,0

    „Wie wir leben, entscheidet der Ältestenrat, das sind die dreizehn Ältestenmänner im Dorf, die noch richtig denken können.“

    „Miroloi“ von Karen Köhler hat mich sehr beeindruckt und berührt. Langsam und detailreich entsteht eine glaubwürdige Lebensrealität: die Insel, ihre Landschaft, ihre Regeln, ihre Kultur und ihre Enge. Man wird Schritt für Schritt in diese Welt hineingezogen und spürt ihre Schönheit ebenso wie ihre Grausamkeit. Zwar erinnern Setting und Thema an andere Romane über abgeschottete Gesellschaften und Unterdrückung, doch die besondere Sprache und die eigenwillige Kultur wirken erfrischend anders und verleihen der Geschichte eine eigene Stimme. Die scheinbar naive, ruhige Sprache ist zugleich oft erschreckend brutal. So werden Misogynie, strukturelle Unterdrückung und Ausgrenzung eindringlich und aktuell dargestellt – teils so schockierend, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Auch die Figuren sind sehr gelungen. Mit der Protagonistin, Mariah, Sofia und den anderen fühlt und leidet man mit, hofft mit ihnen und sie wachsen einem schnell ans Herz. Ein eindringlicher, kluger und literarisch starker Roman. Klare Empfehlung.

    13. Feb. 2026

3 von 84 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 464100%
ricecuni
ricecuni4. März 2026

Ich hatte zwischendrin schon die Vermutung, dass sie sterben wird, weil die Kapitel die Strophen eines/ihres Miroloi sind…und trotzdem hab ich am Ende so gehofft, dass sie es auf die Nachbarinsel schafft. Was für ein Ende, was für ein krasses Buch! 🤯😭

Autorin / Autor

Über Karen Köhler

Karen Köhler wurde in Hamburg geboren, sie wollte Kosmonautin werden, hat Fallschirmspringen gelernt und Schauspiel studiert. Nach zwölf Jahren am Theater begann sie zu schreiben und veröffentlicht heute Theaterstücke, Drehbücher, Hörspiele, Essays, Erzählungen und Romane. Zuletzt erschienen »Wir haben Raketen geangelt« (2014), »Miroloi« (2019), »Himmelwärts« (2024) und »Spielen« (2025). Sie schreibt regelmäßig für die ZEIT und das ZEITmagazin.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick