Blick ins Buch

Romane

Das Buch der Schwestern

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Über das Buch

Nora und Florent lieben sich so innig, dass sie in ihrem Herzen keinen Platz mehr übrighaben. Auch nicht für ihre erste Tochter. Das Mädchen muss schon früh allein zurechtkommen. Deshalb ist sie überglücklich, als ihre Schwester geboren wird. Die beiden geben sich, was die Eltern ihnen vorenthalten: Wärme und Geborgenheit. Als die Ältere beschließt, ihren eigenen Weg zu gehen, wird die Schwesternliebe auf die Probe gestellt.

Editionen (2)

ISBN9783257072860
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum26.06.24
Seitenzahl160

Rezensionen & Bewertungen

88 Bewertungen

21 Rezensionen

3,9

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  • lena.th
    lena.th

    168 Follower

    5,0

    Die bedingungslose Liebe zwischen zwei Schwestern

    Nora und Florent verlieben sich unsterblich ineinander. Und diese leidenschaftliche Liebe wird durch nichts geschmälert. Weder durch eine Heirat, noch durch ein Kind. Tristane, die Erstgeborene bekommt jedoch von dieser Liebe nicht einmal ein kleines Stückchen ab. So leidenschaftlich wie die Liebe zwischen den Eltern ist so kühl und nicht vorhanden ist die Liebe zu Tristane. Nach fünf einsamen Jahren wird Laetitia geboren und Tristane gibt ihr alle Liebe die sie in sich hat. Dadurch wird das Leben der beiden nachhaltig geprägt. Der Roman ist typisch für Amélie Nothomb mit einer solchen Wortgewalt geschrieben, dass es mich umgehauen hat. Ich hatte unglaubliches Mitleid mit Tristane und hätte dem kleinen Mädchen gern ein klein wenig von meiner Liebe entgegengebracht. Ich habe selber eine Tochter und kann mir gar nicht vorstellen ihr mit einem solchen Desinteresse zu begegnen. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und ihre kurzen durchdringenden Sätze. Ein Highlight für mich!

    28. Juni 2024

  • ingeheydeck
    ingeheydeck

    147 Follower

    4,5

    Narzistische Eltern Emotionale Vernachlässigung Schwesternliebe als rettender Anker

    Komprimiert auf 160 Seiten schildert Nothomb die Auswirkungen von emotionaler Vernachlässigung zweier Kinder durch ihre lediglich auf ihre Zweierbeziehung fixierten, emotionslosen Eltern. Das grausame, gefühllose Verhalten gegenüber der kleinen Tristane zu Beginn der Geschichte ist schwer zu ertragen - dies ändert sich auch nicht in den ersten Lebensjahren des Mädchens, bis zur Geburt ihrer Schwester Laetitia (das Umfeld des Paares rät zum 2. Kind :(). Für diese übernimmt Tristane lt. Nothomb bereits im Kleinkindalter die Mutterrolle. Auch wenn die bedingungslose Liebe der älteren zur jüngeren Schwester emotional ergreift, sehe ich hier einen Mangel in der Glaubwürdigkeit der Geschichte. Wie kann Tristane mit 4 Jahren lesen und schreiben, den Säugling betreuen etc. ohne in irgendeiner Weise gefördert /stimuliert worden zu sein ? Dies ist doch weit von jeglicher Realität entfernt ! Nichtsdestotrotz gelingt es im Roman Tristane, die das Stigma der "grauen Maus" nie ganz los wird, Laetitia durch ihre bedingungslose Liebe eine Kindheit zu ermöglichen, die diese zu einem deutlich robusteren und kritischeren Teenager macht als sie es ist/war. Ein Schreckmoment war für mich, wie Cosette, Tristanes Cousine, zu Tode kommt....( Spoiler) Gefallen hat mir der Gegenentwurf von Nora. Ihre arbeitslose, alkohlkranke Schwester, die als Alleinerziehende mit 4 Kindern überfordert ist, hat dennoch das Herz auf dem rechten Fleck. Unsäglich fand ich den letzten "Coup" ( den Abschiedbrief) der Mutter - nicht einmal am Ende ihres Lebens schafft sie es, Verantwortung zu übernehmen und 'Größe zu zeigen'. Mein erster Roman der Autorin - klare Leseempfehlung trotz der o.a. Kritik. ,

    Narzistische Eltern 
Emotionale Vernachlässigung 
Schwesternliebe als rettender Anker

    17. Aug. 2025

  • yajirobi
    yajirobi

    27 Follower

    5,0

    Amélie Nothomb ist eine meiner absoluten Lieblingsschriftstellerinnen, ihre Bücher erweisen sich aber immer wieder als schwierig zu empfehlen. Ich persönlich liebe den provokanten, bitterbösen, übertriebenen und doch – stellenweise – sehr sensiblen Stil, der sich zuverlässig durch jedes Werk zieht. Eines ihrer Steckenpferde ist es, den Mikrokosmos einer Kindheit zu schildern, insbesondere einer solchen, die von Vernachlässigung geprägt ist. So auch hier, bei „Das Buch der Schwestern“. Tristane, die Protagonistin, wächst in einer Familie heran, die nur (scheinbar) vollkommene Liebe zwischen den Eltern und keine zu dem Kind kennt. Früh lernt sie, ihren Alltag selbstständig zu bestreiten und eignet sich Wissen und Fertigkeiten an, von dem die Eltern nichts ahnen. Hier fühlte ich mich oft an Roald Dahls „Matilda“ erinnert und habe eventuell auf einen Ausbruch telekinetischer Fähigkeiten gewartet. Mit der Geburt ihrer kleinen Schwester ändert sich für Tristane alles. Zwischen ihnen erwächst eine mächtige, nahezu erhabene Liebe, die sehr dramatisch und doch nachvollziehbar geschildert wird. Zwischendurch schwingt Nothomb allerdings den göttlichen Hammer der Schriftstellerin und lässt ihn auf unschuldige Figuren niedersausen, einfach weil sie es kann, und vielleicht für gesellschaftskritische Statements, und ich liebe sogar jeden kleinen Schrecken, der mir von dieser belgischen Marionettenspielerin eingejagt wird.

    29. Dez. 2025

3 von 21 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Amélie Nothomb

Amélie Nothomb, geboren 1967 in Kobe, Japan, hat ihre Kindheit und Jugend als Tochter eines belgischen Diplomaten hauptsächlich in Fernost verbracht. In Frankreich stürmt sie mit jedem neuen Buch die Bestsellerlisten und erreicht Millionenauflagen. Ihre Romane erscheinen in über 40 Sprachen. Für ›Mit Staunen und Zittern‹ erhielt sie den Grand Prix de l'Académie française, für ›Der belgische Konsul‹ den Prix Renaudot 2021 und den Premio Strega Europeo. Amélie Nothomb lebt in Paris und Brüssel.

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