
234 Follower
Überwältigt
Ich bin schockverliebt in Autorin und Buch. Was für ein kluges und berührendes Buch! ❤️😭
28. Juni 2025
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28. Juni 2025
Blick ins Buch
Rein zufällig kommt Richard auf dem Berliner Oranienplatz in Kontakt mit jungen Asylsuchenden, die dort protestieren, denn: Sie dürfen nicht arbeiten. Bis ihre Anträge bewilligt sind, zwingt sie das Gesetz zur Untätigkeit. Doch wie lassen sich die andauernde Wartezeit und der Stillstand ertragen? Was trieb diese Menschen dazu, unter Lebensgefahr ihre Heimat zu verlassen, ein neues Leben in Europa zu suchen?
Richard sucht die Begegnung mit den jungen Afrikanern und Antworten auf seine Fragen. Der Beginn einer erstaunlichen, bewegenden und auch konfliktreichen Annäherung zweier Welten.
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Ich bin schockverliebt in Autorin und Buch. Was für ein kluges und berührendes Buch! ❤️😭
28. Juni 2025
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28. Juni 2025

78 Follower
In Jenny Erpenbecks Roman verzahnen sich zwei Welten, die auf den ersten Blick wie Wasser und Öl von einander abprallen müssten - Nämlich die von Richard, einem frisch emeritiertem Professor, und Raschid, Khalil, Rufu und einigen anderen Asylsuchenden, die in Deutschland eine Zukunft finden möchten und dabei von ihrer Vergangenheit verfolgt werden. In beeindruckender Weise hat es Erpenbeck geschafft, das ordentlich zurechtgelegte Leben von Richard mit den unruhigen Lebensumständen der Männer aus unterschiedlichen Ländern Afrikas zusammenzubringen. Sprachlich konnte man nachverfolgen, wie Richard seinen Hang zur Akademisierung des Alltags in den Hintergrund seiner Gedanken rückt und sich den Menschen zuwendet, die ihm ihre Geschichte erzählen. Diese Geschichten von Flucht, Verlust, Hoffnung, Wut und Hilflosigkeit waren äußerst fesselnd und Richards privilegierter Blick sehr aufschlussreich, ermahnend aber auch menschlich. Das deutsche Asylrecht hat sich jedoch als noch unmenschlicher offenbart, als ich es bisher geahnt habe - Diese Einlassungen waren für mich ebenso aufwühlend wie informativ und machen schmerzlich klar, dass auf Hilfesuchende nur eine leere Zukunft in diesem System warten kann. Erpenbeck hat interessante Querverbindungen zwischen dem Fremdsein in einem neuen oder sich verändernden Land gezogen oder Verbindungen zwischen den Erlebnissen der Flüchtlinge und Auszügen aus klassischen antiken Schriften hergestellt. Auch wenn die Autorin so ihr literarisches Können definitiv unter Beweis stellen konnte, hat mich der Text durch die sprachliche Distanzierung nicht durchgängig fesseln können. Am Schluss hätte ich mir ebenfalls einen weniger „einfachen“ Weg gewünscht - auch wenn Erpenbeck vielleicht an einer Stelle die Hoffnung über die Realität gewinnen lassen wollte.
28. Okt. 2024
In Jenny Erpenbecks Roman verzahnen sich zwei Welten, die auf den ersten Blick wie Wasser und Öl von einander abprallen müssten - Nämlich die von Richard, einem frisch emeritiertem Professor, und Raschid, Khalil, Rufu und einigen anderen Asylsuchenden, die in Deutschland eine Zukunft finden möchten und dabei von ihrer Vergangenheit verfolgt werden. In beeindruckender Weise hat es Erpenbeck geschafft, das ordentlich zurechtgelegte Leben von Richard mit den unruhigen Lebensumständen der Männer aus unterschiedlichen Ländern Afrikas zusammenzubringen. Sprachlich konnte man nachverfolgen, wie Richard seinen Hang zur Akademisierung des Alltags in den Hintergrund seiner Gedanken rückt und sich den Menschen zuwendet, die ihm ihre Geschichte erzählen. Diese Geschichten von Flucht, Verlust, Hoffnung, Wut und Hilflosigkeit waren äußerst fesselnd und Richards privilegierter Blick sehr aufschlussreich, ermahnend aber auch menschlich. Das deutsche Asylrecht hat sich jedoch als noch unmenschlicher offenbart, als ich es bisher geahnt habe - Diese Einlassungen waren für mich ebenso aufwühlend wie informativ und machen schmerzlich klar, dass auf Hilfesuchende nur eine leere Zukunft in diesem System warten kann. Erpenbeck hat interessante Querverbindungen zwischen dem Fremdsein in einem neuen oder sich verändernden Land gezogen oder Verbindungen zwischen den Erlebnissen der Flüchtlinge und Auszügen aus klassischen antiken Schriften hergestellt. Auch wenn die Autorin so ihr literarisches Können definitiv unter Beweis stellen konnte, hat mich der Text durch die sprachliche Distanzierung nicht durchgängig fesseln können. Am Schluss hätte ich mir ebenfalls einen weniger „einfachen“ Weg gewünscht - auch wenn Erpenbeck vielleicht an einer Stelle die Hoffnung über die Realität gewinnen lassen wollte.
28. Okt. 2024

72 Follower
28. Sept. 2024
28. Sept. 2024
3 von 18 Rezensionen
Autorin / Autor
Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Berlin in der damaligen DDR geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Buchbinderin und studierte Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik 'Hanns Eisler' Berlin. Erpenbeck, die mit einem Dirigenten verheiratet ist und in Berlin lebt, inszenierte zunächst einige Opern. Ende der 1990er Jahre trat sie auch als Autorin auf. Sie debütierte 1999 mit der Novelle Geschichte vom alten Kind, danach folgten Romane, Erzählungen und Theaterstücke, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Sie erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen und ist Mitglied der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung und der Akademie der Künste Berlin. 2016 bekam sie den Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
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