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Romane

Der Großinquisitor

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Über das Buch

Der Großinquisitor von Fjodor M. Dostojewski, gelesen von Werner Wilkening. Jesus erscheint im Sevilla des 16. Jahrhunderts, wo gerade die Inquisition wütet. Das Volk erkennt den Messias sofort und ebenso auch der greise Kardinal und Großinquisitor, der ihn in einem Kerker festsetzen lässt, und ihm in der Nacht in einem langen Monolog darzulegen versucht, warum Jesus kein Recht mehr habe, durch ein erneutes Erscheinen das Wirken der katholischen Kirche zu gefährden. Der Großinquisitor wirft ihm vor, er habe die Menschen überfordert und ihnen nur Unglück gebracht. Die Kirche verheiße dagegen Glückseligkeit – unter Preisgabe der Freiheit, die für die Menschen eigentlich unerträglich ist: "Ich wiederhole Dir: morgen wirst Du selber die gehorsame Schar sehen, die auf den ersten Wink meiner Hand sich zum Scheiterhaufen stürzen wird, um die Kohlen zu schüren, auf welchen Du dafür brennen sollst, dass Du gekommen bist, uns zu stören; denn wenn jemand lebt, der mehr als alle Ketzer unseren Scheiterhaufen verdient, so bist Du es. Morgen werde ich Dich verbrennen." Die von der Figur "Iwan" in Dostojewskis Roman "Die Brüder Karamasow" erzählte Legende vom Großinquisitor gehört zu den tiefsten Gedankenschöpfungen der Weltliteratur. Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881) hat mit dieser Erzählung ein literarisches Kleinod geschaffen, das zu den berühmtesten Werken der Literaturgeschichte zählt. Als Teil des Romans und als eigenständiger Text hat es über hundert Jahre die Leser auf der ganzen Welt begeistert und immer wieder auch zu neuen Interpretationen inspiriert. Covergestaltung nach einer Gemäldeabbildung von El Greco (um 1600): Kardinalinquisitor Don Fernando Niño de Guevara. Textvorlage nach der Ausgabe der Inselbücherei Nr. 149, Leipzig 1930. Übersetzung aus dem Russischen von Rudolf Kassner Coverschrift gesetzt aus der Book Antiqua. Musik von Sergei Sergejewitsch Prokofjew: Poetico (Nr. 17). Die Reihe words&music/audiolab verbindet ausgewählte literarische Texte aus aller Welt mit emotionaler Musik. Es entstehen vielleicht bisher ungeahnte Zugänge zum Textverständnis oder eröffnen im Zusammenspiel zwischen Inhalt, Klang und Form ganz neue Möglichkeiten des eigenen genussvollen Hörerlebens. Der Sprecher: Werner Wilkening ist ein gestandener Sprecher mit weit mehr als 25 Jahren Erfahrung - nicht nur vor dem Mikrofon. Er bringt einiges an Bühnenerfahrung mit, ist oft in Film/Funk & Fernsehen aufgetreten und ist nun auch mit seiner unverkennbaren Stimme in zahllosen Hörbüchern des Verlages hoerbuchedition words and music zu erleben, zum Beispiel mit einer Auswahl der "Lustigen Geschichten" von Anton Tschechow und zwei Erzählungen von Nikolai W. Gogol "Die Nase" und "Die Geschichte vom großen Krakeel zwischen Iwan Iwanowitsch und Iwan Nikiforowitsch". Außerdem brillierte er in der skurrilen Geschichte von Oskar Panizza "Das Verbrechen in Tavistock-Square" in der Pickpocket Edition des Verlages und der umfangreichen Romanlesung "Die Erzählung des Arthur Gordon Pym aus Nantucket" von Edgar Allan Poe.

Editionen (7)

ISBN4066338872241
Verlaghoerbuchedition words and music
Erscheinungsdatum14.04.22

Rezensionen & Bewertungen

20 Bewertungen

6 Rezensionen

3,7

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  • arthurzturm
    arthurzturm

    171 Follower

    5,0

    Gelesen, um in "Die Brüder Karamasow" hineinzuschnuppern und ich wurde nicht enttäuscht. Es handelt sich um einen kurzen Dialog, der so viel Wert, Tiefgang und Aktualität besitzt, dass es auch mehrfach gelesen und darüber debattiert werden kann. Fantastisch!

    30. Jan. 2025

  • hns_rich
    hns_rich

    7 Follower

    4,0

    Ist die Freiheit eine Qual?

    Ich müsste lügen wenn ich sagen würde, die Parabel ist eine leichte Kost. Wenn man sich aber die Zeit nimmt und intensiv auf die Thematik einlässt, erschließt sich einem ein wirklich spannender Gedankengang: Braucht der Mensch Freiheit, um glücklich zu sein? Ist sie nicht eher eine Qual, von der er befreit werden soll? Die Argumentation ist interessant, nachvollziehbar und lässt einen über ein Grundgut der menschlichen Existenz zweifeln.

    7. Juni 2024

  • gheorginius
    gheorginius

    42 Follower

    3,5

    Nichts für Kirchenfans...

    An sich schneidet diese Erzählung ein ganz interessantes Thema an, entwirft bzw. eine Theorie, in der Dostojewski der Katholischen Kirche unterstellt, den Menschen absichtlich ihre gottgegebene Freiheit genommen zu haben, mit der sie angeblich überfordert sei. Der Mensch sehne sich danach, seine Freiheit aufzugeben, er wolle nichts mehr als jemanden oder etwas anzubeten, und die Freiheit, die in der Lehre Jesu verankert ist, mache sie unglücklich. Das ganze ist besonders faszinierend, da der Großinquisitor Jesus als Feind der Kirche ansieht, praktisch also als das Gegenteil dessen, was die Menschen brauchen. Die Kirche handle also zum Wohle der Menschen gegen Gott selbst, fast schon wie Wohltäter. Es ist ein interessanter Gedankengang, an dem auch wirklich etwas sein könnte.

    15. Feb. 2024

3 von 6 Rezensionen

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