Ein tragischer Unfall. So nennt es die Presse, als ein Cabrio mitsamt der Insassen an den steilen Klippen der Küste in die Tiefe stürzt. »Natürlich war das nicht die Wahrheit«, schreibt die namenlose Erzählerin, die als Einzige weiß, was wirklich geschehen ist, und fügt in ihrem Notizbuch das zusammen, »was vielleicht schon immer zusammengehörte, ohne dass wir es wussten«.
Sie ist stilsicher und smart, Musikmanagerin, eine erfolgreiche Selfmadefrau, deren Gesicht das Cover der VOGUE-Business ziert. Die Realität hinter den Kulissen ihres beneidenswerten Daseins jedoch ist trist: Ihr Vater ist tot, außer ihrer Mutter, die sich langsam wieder ins Leben kämpft, hat sie keine Familie, und sie selbst glaubt seit geraumer Zeit, nichts mehr fühlen zu können.
Ein Anruf lässt ihr – wenn schon nicht glückliches, so wenigstens stabil geglaubtes – Leben in sich zusammenfallen. Über Nacht setzt sie sich ins Auto und fährt los. Zurück in die trügerisch schöne Stadt am Meer, die sie vor zwanzig Jahren hinter sich gelassen hat. Dorthin, wo eine längst vergessen geglaubte Erinnerung begraben liegt.
Das war leider gar nicht meins. Ich mochte den Schreibstil gar nicht und kam auch in die Geschichte überhaupt nicht rein. Müsste es darum leider abbrechen.
Mar 10, 2026
1.0
Das war leider gar nicht meins. Ich mochte den Schreibstil gar nicht und kam auch in die Geschichte überhaupt nicht rein. Müsste es darum leider abbrechen.
Sommerliches Setting für den Gedanken was aus der Jugend könnte sich wie auswirken im Erwachsenenleben.
Das Thema,was aus meiner Sicht die ganze Zeit über der Erzählung schwebt, sind unbehandelte psychische Probleme und Traumata und wie diese sich auf das eigene Leben und das seiner Mitmenschen auswirken können. Therapien wäre an vielen Stellen im Buch angebracht gewesen.
Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, einmal die Perspektive der Protagonistin in der Gegenwart und einmal in ihrer Jugend. Beide Perspektiven bilden einen Sommer der Hauptfigur ab.
Die Perspektive der Gegenwart war mir etwas näher, wahrscheinlich hauptsächlich aufgrund des Alters. Es war spannend zu lesen was die Hauptfigur geprägt hat und wo es in der Gegenwart hingeführt hat. Ich hatte viele Vermutungen, von denen sich nur manche bestätigt haben. Ich wurde also durchaus überrascht.
Zur Handlung möchte ich aber nicht viel sagen, weil die Reise mit der Protagonistin, aus meiner Sicht, die Hauptattraktion der Geschichte ist. Ich hoffe ehrlicherweise, dass die meisten schönere Erfahrungen in dem Alter gesammelt haben.
Die Hauptfigur war mir weder sympathisch noch unsympathisch, man hat sie aber im Laufe der Erzählung immer besser verstanden. Die Geschehnisse sind zwar durchaus heftig, aber nicht vollkommen übertrieben, was das Buch noch realistisch erscheinen lässt. Und wenn man in die Nachrichten schaut sind viele Dinge aus der Handlung absolut realitätsnah, leider.
Die Idee und das Setting fand ich gut für die Geschichte, allerdings wäre aus meiner Sicht nich etwas mehr drin gewesen.
Beide Perspektiven bekommen einen Knall am Ende, wobei mir einer davon schon fast zu extrem war. Allerdings wird dadurch ein zentraler Punkt auch nochmal verdeutlicht, also kann ich die Entscheidung der Autorin auch nachvollziehen.
Ich gebe zu dass ich ohne das tolle Cover wahrscheinlich nicht zu dem Buch gegriffen hätte, aber ich habe es definitiv nicht bereut. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, was ich aus meiner Jugend in mein jetziges Leben mitgenommen habe und das in einem angenehmen sommerlichen Setting. Das Ende war mir teilweise etwas zu krass, aber es hat mich definitiv überrascht, vielleicht macht ihr euch ja selber ein Bild davon :)
May 9, 2026
3.5
Sommerliches Setting für den Gedanken was aus der Jugend könnte sich wie auswirken im Erwachsenenleben.
Das Thema,was aus meiner Sicht die ganze Zeit über der Erzählung schwebt, sind unbehandelte psychische Probleme und Traumata und wie diese sich auf das eigene Leben und das seiner Mitmenschen auswirken können. Therapien wäre an vielen Stellen im Buch angebracht gewesen.
Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, einmal die Perspektive der Protagonistin in der Gegenwart und einmal in ihrer Jugend. Beide Perspektiven bilden einen Sommer der Hauptfigur ab.
Die Perspektive der Gegenwart war mir etwas näher, wahrscheinlich hauptsächlich aufgrund des Alters. Es war spannend zu lesen was die Hauptfigur geprägt hat und wo es in der Gegenwart hingeführt hat. Ich hatte viele Vermutungen, von denen sich nur manche bestätigt haben. Ich wurde also durchaus überrascht.
Zur Handlung möchte ich aber nicht viel sagen, weil die Reise mit der Protagonistin, aus meiner Sicht, die Hauptattraktion der Geschichte ist. Ich hoffe ehrlicherweise, dass die meisten schönere Erfahrungen in dem Alter gesammelt haben.
Die Hauptfigur war mir weder sympathisch noch unsympathisch, man hat sie aber im Laufe der Erzählung immer besser verstanden. Die Geschehnisse sind zwar durchaus heftig, aber nicht vollkommen übertrieben, was das Buch noch realistisch erscheinen lässt. Und wenn man in die Nachrichten schaut sind viele Dinge aus der Handlung absolut realitätsnah, leider.
Die Idee und das Setting fand ich gut für die Geschichte, allerdings wäre aus meiner Sicht nich etwas mehr drin gewesen.
Beide Perspektiven bekommen einen Knall am Ende, wobei mir einer davon schon fast zu extrem war. Allerdings wird dadurch ein zentraler Punkt auch nochmal verdeutlicht, also kann ich die Entscheidung der Autorin auch nachvollziehen.
Ich gebe zu dass ich ohne das tolle Cover wahrscheinlich nicht zu dem Buch gegriffen hätte, aber ich habe es definitiv nicht bereut. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, was ich aus meiner Jugend in mein jetziges Leben mitgenommen habe und das in einem angenehmen sommerlichen Setting. Das Ende war mir teilweise etwas zu krass, aber es hat mich definitiv überrascht, vielleicht macht ihr euch ja selber ein Bild davon :)
Der Sommer der Furien – ein Roman von Wut, Wahrheit und weiblicher Selbstermächtigung
Kat Eryn Rubiks „Furye“ ist ein Buch, das sich festsetzt, nachhallt und immer wieder zurückfordert. Im Zentrum steht eine namenlose Ich-Erzählerin. Ihre Eltern (einst Lehrerin und Ingenieur) sehen sich gezwungen, ihre Qualifikationen gegen schlecht bezahlte Arbeit einzutauschen. Diese biografische Bruchlinie durchzieht den gesamten Roman: Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und sozialer Ungleichheit sind nicht bloß Hintergrund, sondern prägen jede Erfahrung der Erzählerin.
Die Handlung entfaltet sich auf zwei Zeitebenen, die kunstvoll miteinander verwoben sind. In der Vergangenheit erleben wir die 17-jährige Protagonistin als Stipendiatin an einer Eliteschule, sie ist dabei eine Außenseiterin zwischen Privilegierten. Dort trifft sie auf Meg und Tess, zwei Mädchen aus wohlhabenden, aber zutiefst dysfunktionalen Familien. Was sie verbindet, ist weniger ihre Herkunft als ihre Verletzlichkeit und ihr Zorn. In Anlehnung an die mythologischen Furien nennen sie sich Alec, Meg und Tess und erschaffen sich damit eine eigene Identität, die wild, kompromisslos und solidarisch ist.
Dieser Sommer der Furien ist intensiv, fast fiebrig erzählt und dabei voller Grenzerfahrungen, Selbstbehauptung und erster Liebe. Mit Romain tritt eine Figur auf, die sich dem sozialen Gefüge ebenso entzieht wie Alec selbst. Er ist still, distanziert, aber von einer eigentümlichen Tiefe. Ihre Beziehung wirkt wie ein Gegenpol zur eruptiven Energie der drei Freundinnen, verläuft leise, aber nicht weniger bedeutungsvoll.
Zwanzig Jahre später kehrt Alec, inzwischen eine erfolgreiche Musikmanagerin, an den Ort ihrer Jugend zurück. Diese zweite Ebene verleiht dem Roman eine zusätzliche Reflexionstiefe: Erinnerungen werden überprüft, Verdrängtes drängt an die Oberfläche, und die Frage nach Identität stellt sich neu. Besonders eindrucksvoll ist dabei, wie Rubik zeigt, dass Erfolg nicht zwangsläufig Versöhnung bedeutet und dass Vergangenheit nicht vergeht, sondern sich verwandelt.
Was diesen Roman so außergewöhnlich macht, ist seine Sprache, die kraftvoll, manchmal roh, dann wieder von beinahe poetischer Präzision ist. Viele Passagen verlangen geradezu danach, ein zweites Mal gelesen zu werden, weil sie so scharf beobachtet und zugleich emotional aufgeladen sind. Rubik gelingt es, soziale Realitäten, innere Zerrissenheit und zwischenmenschliche Dynamiken in einer sprachlichen Intensität einzufangen.
Besonders herausragend ist die wütende, hellsichtige und schonungslose Figur der Meg. Ihre Fähigkeit, Menschen zu durchdringen und ihre Selbsttäuschungen offenzulegen, verleiht dem Roman eine fast philosophische Schärfe.
Furye ist letztlich ein Roman über das Erwachsenwerden, aber auch über das, was bleibt, wenn man längst erwachsen ist. Über Freundschaft als Überlebensstrategie, über Wut als Motor und über die Suche nach einem Platz in einer Welt, die nicht für alle gleich gemacht ist.
Eine klare Leseempfehlung, wenngleich einzelne Passagen etwas in die Länge gezogen werden, wodurch sie dem Buch an Lesefluss nehmen.
Mar 27, 2026
4.0
Der Sommer der Furien – ein Roman von Wut, Wahrheit und weiblicher Selbstermächtigung
Kat Eryn Rubiks „Furye“ ist ein Buch, das sich festsetzt, nachhallt und immer wieder zurückfordert. Im Zentrum steht eine namenlose Ich-Erzählerin. Ihre Eltern (einst Lehrerin und Ingenieur) sehen sich gezwungen, ihre Qualifikationen gegen schlecht bezahlte Arbeit einzutauschen. Diese biografische Bruchlinie durchzieht den gesamten Roman: Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und sozialer Ungleichheit sind nicht bloß Hintergrund, sondern prägen jede Erfahrung der Erzählerin.
Die Handlung entfaltet sich auf zwei Zeitebenen, die kunstvoll miteinander verwoben sind. In der Vergangenheit erleben wir die 17-jährige Protagonistin als Stipendiatin an einer Eliteschule, sie ist dabei eine Außenseiterin zwischen Privilegierten. Dort trifft sie auf Meg und Tess, zwei Mädchen aus wohlhabenden, aber zutiefst dysfunktionalen Familien. Was sie verbindet, ist weniger ihre Herkunft als ihre Verletzlichkeit und ihr Zorn. In Anlehnung an die mythologischen Furien nennen sie sich Alec, Meg und Tess und erschaffen sich damit eine eigene Identität, die wild, kompromisslos und solidarisch ist.
Dieser Sommer der Furien ist intensiv, fast fiebrig erzählt und dabei voller Grenzerfahrungen, Selbstbehauptung und erster Liebe. Mit Romain tritt eine Figur auf, die sich dem sozialen Gefüge ebenso entzieht wie Alec selbst. Er ist still, distanziert, aber von einer eigentümlichen Tiefe. Ihre Beziehung wirkt wie ein Gegenpol zur eruptiven Energie der drei Freundinnen, verläuft leise, aber nicht weniger bedeutungsvoll.
Zwanzig Jahre später kehrt Alec, inzwischen eine erfolgreiche Musikmanagerin, an den Ort ihrer Jugend zurück. Diese zweite Ebene verleiht dem Roman eine zusätzliche Reflexionstiefe: Erinnerungen werden überprüft, Verdrängtes drängt an die Oberfläche, und die Frage nach Identität stellt sich neu. Besonders eindrucksvoll ist dabei, wie Rubik zeigt, dass Erfolg nicht zwangsläufig Versöhnung bedeutet und dass Vergangenheit nicht vergeht, sondern sich verwandelt.
Was diesen Roman so außergewöhnlich macht, ist seine Sprache, die kraftvoll, manchmal roh, dann wieder von beinahe poetischer Präzision ist. Viele Passagen verlangen geradezu danach, ein zweites Mal gelesen zu werden, weil sie so scharf beobachtet und zugleich emotional aufgeladen sind. Rubik gelingt es, soziale Realitäten, innere Zerrissenheit und zwischenmenschliche Dynamiken in einer sprachlichen Intensität einzufangen.
Besonders herausragend ist die wütende, hellsichtige und schonungslose Figur der Meg. Ihre Fähigkeit, Menschen zu durchdringen und ihre Selbsttäuschungen offenzulegen, verleiht dem Roman eine fast philosophische Schärfe.
Furye ist letztlich ein Roman über das Erwachsenwerden, aber auch über das, was bleibt, wenn man längst erwachsen ist. Über Freundschaft als Überlebensstrategie, über Wut als Motor und über die Suche nach einem Platz in einer Welt, die nicht für alle gleich gemacht ist.
Eine klare Leseempfehlung, wenngleich einzelne Passagen etwas in die Länge gezogen werden, wodurch sie dem Buch an Lesefluss nehmen.