Wilhelm Tell. Studienausgabe

Wilhelm Tell. Studienausgabe

Softcover
2.644
SchauspielSagenKlassikerApfelschuss

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Description

Schillers Drama »Wilhelm Tell« wurde am 17. März 1804 uraufgeführt und erschien im Oktober desselben Jahres als Buch. Es war nicht der erste literarische Text, der den Schweizer Freiheitshelden Tell zur Hauptfigur erkor. Doch er blieb der wirkungsmächtigste: Das Stück wird bis heute aufgeführt und in Schule und Hochschule gelesen.
Die kritische Studienausgabe bietet den Wortlaut der Erstausgabe mit editorischen Erklärungen und stellt mit einem Kommentar, mit Zeugnissen zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte sowie mit einem umfangreichen Nachwort alles Notwendige zur Verfügung, um der Besonderheit des »Wilhelm Tell« nachgehen zu können.

Book Information

Main Genre
Poetry & Drama
Sub Genre
Drama & Plays
Format
Softcover
Pages
359
Price
9.10 €

Posts

3
All
4

Ein deutscher Klassiker

Dies ist das letzte große Werk von Johann Christoph Friedrich Schiller (1759-1805). Er beendete „Wilhelm Tell“ etwa ein Jahr vor seinem viel zu frühen Tod. Die Idee dazu hatte jedoch sein enger Freund Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) als er gerade eine umfangreiche Reise durch die Schweiz machte. Auch später noch arbeiteten die beiden eng zusammen. So beeinflusste Goethe seinen Freund, die entscheidende Szene mit dem Apfel umzuschreiben, sodass der Grund für den Schuss noch zwingender wird. Schiller verarbeitet hier mehrere Episoden aus der Geschichte des Freiheitskampfes der Schweiz. Historisch gibt es jedoch keine Belege dass die Figur Wilhelm Tell existierte. Sie taucht ab dem 12. Jh. in verschiedenen Sagen auf. Historisch belegt ist, dass die Schweizer bzw. einige Gebiete dort im 13. und 14. Jh. eine größere Autonomie von den Habsburgern erlangten. Die sogenannte Reichsunmittelbarkeit. Später versuchten die Habsburger dies wieder zu ändern und es kommt zum Konflikt mit den Verbündeten Kantonen Uri, Schwyz und Unterwalden. Dieser wird auch kriegerisch ausgefochten. Aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation tritt die Schweiz aber erst 1648 nach dem Dreißigjährigen Krieg aus. Das knapp 150-seitige Büchlein ist insgesamt recht kurzweilig. Spannend finde ich besonders die zentrale Apfelszene. Literarisch kann man es auch heute noch gut lesen, auch wenn die Form als Theaterstück gewöhnungsbedürftig ist. Interessant sind auch die moralischen Implikationen: Tyrannenmörder oder Freiheitskämpfer? Schiller macht im Buch den Vergleich zum Mörder des Kaisers auf, den er zur gleichen Zeit stattfinden lässt. Tell wirft diesem vor ohne Not des eigenen Lebens oder der Familie gehandelt zu haben. Schiller will also Widerstandsrecht ganz genau abstecken. Im Vergleich zur frz. Revolution handeln die Schweizer korrekt (aus Schillers Sicht), da sie gegen eine ungerechte Obrigkeit ins Feld ziehen UND dabei ihren Anstand, Bescheidenheit und Menschlichkeit bewahren.

3

War zimliche spannend auf einer Art, aber eig auch viel zu kompliziert geschrieben

3

Ein weiterer Klassiker, den ich endlich abhaken darf. Ja, ich als Schweizerin brauchte fast 33 Jahre, um mir Wilhelm Tell vorzunehmen. Mein Nationalstolz ist nicht sonderlich ausgeprägt... Natürlich kennt man den Handlungsablauf. Ich selbst habe ihn schon oft zum Besten gegeben. Dennoch ist es etwas völlig Anderes, das Original zu lesen. Das Stück ist tatsächlich recht kurzweilig, auch wenn Tell wirklich ein Überheld ist. Ein Ur-Marvel-Held sozusagen. Aber genau das brauchen Menschen ab und zu. Etwas, woran man sich festhalten kann. Es tut gut, zu wissen, dass ich nun auch den Text Schillers kenne. Dank der zusätzlichen Informationen der Reclam XL-Ausgabe konnte ich auch noch ein paar weitere interessante Fakten aus der Lektüre mitnehmen (ich wusste z.B. nicht, dass Hitler das Stück verbieten liess - wobei das eigentlich naheliegend ist). Wie ihr merkt, bin ich sehr begeistert von diesen erweiterten Reclam-Ausgaben. Persönlich finde ich sie hilfreich, da ich die Stücke ohne schulische Begleitung lese, während die zusätzlichen Wissensbrocken im Schulalltag bestimmt auch nützlich sind.

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