Westend

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4.210

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Description

Ein letztes Extra: Der Schlussstein zur Gereon-Rath-Krimireihe

Berlin-Westend, 1973 – ein Tonband, ein Interview, eine Überraschung: Der Privatdozent Hans Singer besucht den 74-jährigen Kriminalkommissar a.D. Gereon Rath im Seniorenheim, weil er über die Arbeit der Berliner Polizei im Wechsel der politischen Systeme forscht. Insbesondere die Polizistenmorde am Bülowplatz 1931 und zwei damals steckbrieflich gesuchte Männer interessieren den Historiker. Denn die haben später im Staatsapparat der DDR eine steile Karriere gemacht.

Zum Unbehagen des Kommissars a.D. nimmt das Gespräch eine überraschende Wendung. Singer weiß bestens über Raths Vergangenheit Bescheid, er kennt die alten Kollegen, ja sogar seine Exfrau. Und er ist einer Sache auf der Spur, über die Rath unter keinen Umständen reden will: Ereignisse, die sich 1953 in Ostberlin zugetragen haben und bei denen auch die Morde von 1931 eine Rolle spielten.

Volker Kutscher erzählt von Rache, Spionage, Verhängnis, Lügen und Illusionen. Und davon, wie es seinen Helden im Krieg und in den Jahren danach ergangen ist.

Ein Abschiedsgeschenk für alle Fans – spannend, empathisch, klug und sehr anrührend. Eine atmosphärisch inszenierte Lesung mit einem hochkarätigen Sprecherensemble: Walter Kreye als Gereon Rath, Timo Weisschnur als Hans Singer, Leslie Malton als Charlotte Böhm und Julian Mehne als Erzähler.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Short Stories
Format
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Pages
N/A
Price
22.99 €

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
59%
N/A
N/A
N/A
93%
N/A
86%
59%
28%
N/A

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
53%
91%
76%
70%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Minimalistisch (100%)

Posts

3
All
2.5

Ich habe die Reihe um den Kommissar Gereon-Rath sehr gern gelesen, da Kutscher es verstanden hat, die historischen Ereignisse- von der Weimarer Republik bis zur Machtübernahme der Nazis und darüber hinaus - geschickt in eine Krimihandlung einzubetten (oder umgekehrt). Auch das Einbringen realer Persönlichkeiten- sowohl in Haupt- als auch in Nebenrollen - haben dem Ganzen einen besonderen Drive verschafft. Allerdings war ich schon von den letzten zwei Büchern der Reihe etwas enttäuscht, da ich das Gefühl hatte, der Autor hat sich zunächst etwas verrannt; so spielte Rath plötzlich nur noch eine Nebenrolle und hat - meiner Meinung nach - einiges von seinem Charisma verloren. Und schließlich- so mein Gefühl, ging es nur noch darum, die Reihe irgendwie abzuschließen - schade. Umso erstaunter war ich, als ich das hier besprochene Hörbuch entdeckt habe; ich war gespannt, ob nun noch etwas Neues kommt - leider nicht. Worum es geht liest sich im Klappentext sehr gut: Rath - mittlerweile 74 und Kommissar a.D. - wird von einem Historiker interviewt, der über die Polizeiarbeit im Wandel der politischen Systeme forscht. Doch bald stellt sich heraus, dass dieser mehr über Rath weiß, als eigentlich möglich wäre. Das mit etwa 2 Stunden recht kurze Hörbuch stellt den Verlauf eines Interviews dar, welches auf zwei 60 Minuten-Kassetten festgehalten ist. Ein mir gänzlich unsympathischer und teilweise störrischer Rath, gibt verstockt Auskunft über seine Geschichte; ein plump vorgehender Singer stellt Fragen, die Rath in die Ecke treiben; und dann taucht auch noch Charlotte (Charly) auf, woraufhin Rath sich plötzlich einsichtig und kooperativ verhält. Über die Art und Weise, wie die Sprecher dieses Hörbuchs agieren, kann man sicher geteilter Meinung sein - für mich passten die vermittelten Emotionen nicht immer zum Inhalt des Textes. Inhaltlich kann ich nur sagen: Das hätte nicht sein müssen. Für Fans der Reihe (oder zumindest die, die diese gern gelesen haben) erfolgt hier lediglich eine Inhaltsangabe des schon bekannten - quasi eine Zusammenfassung; ich persönlich brauche es aber nicht, dass man mir nochmals eine Handlung erklärt, die ich schon verstanden habe. Gut, ein paar vermeintlich offene Stränge finden noch ein (teilweise plumpes) Ende - da habe ich mich einige Male gefragt, ob das nun notwendig war. Für mich eine unnötige Zugabe und eher der Versuch, das etwas unglückliche Ende der Reihe aufzufangen - offenbar war Kutscher doch noch nicht fertig… Von meiner Seite 5/10 oder 2,5 von 5. Von Osterwoldaudio bin ich bessere Produktionen gewohnt. Zu empfehlen ist das Buch vielleicht Lesern/Hörern, die überlegen, mit der Rath-Reihe zu beginnen und die sich einen Überblick verschaffen wollen - wobei dafür eigentlich zu viel gespoilert wird.

5

Was für ein gelungener Abschluss!

Das ist es nun: das endgültige Ende von Volker Kutschers zehnbändiger Geschichte über Gereon Rath, Charly Ritter und über Deutschland von der Mitte der 1920er-Jahre bis in die Zeit nach dem Krieg. Für diejenigen, die die vorherigen Bände gelesen haben, schließen sich in „Westend“ – das man durchaus als Epilog des Gesamtwerks betrachten kann – viele Kreise. Alle anderen erwartet ein eindrucksvolles, wenn auch fiktives Zeitdokument in Form eines Interviews mit dem inzwischen pensionierten Kriminalhauptkommissar Gereon Rath. Auch in diesem abschließenden Band offenbart sich noch einmal die Tragik des Protagonisten. Als der per se anständige Mensch, der er war (und ist), gerät Rath immer wieder in Situationen, in denen er Entscheidungen treffen muss (oder glaubt, sie treffen zu müssen), um der Gerechtigkeit zu ihrem Recht zu verhelfen. Entscheidungen, die sich am Ende gegen ihn selbst und gegen die Menschen wenden, die ihm nahestehen. All dies geschieht vor dem Hintergrund des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte, in einer Zeit also, in der solche Entscheidungen tödliche Konsequenzen haben konnten. Wie schon die Spin-offs „Moabit“ und „Mitte“ ist auch „Westend“ im Original als Comic erschienen. Ich habe mich – vor allem fürs Autofahren – für die Hörbuchversion entschieden und es nicht bereut. Die Sprecher verleihen dem Interview eine große Authentizität, auch wenn man sich vielleicht gewünscht hätte, der Verlag hätte die Schauspieler aus der Babylon Berlin-Adaption als Interpreten gewinnen können. Unterm Strich spreche ich eine uneingeschränkte Lese- (oder Hör-)Empfehlung für alle Fans von Gereon Rath aus. Wer das Buch liest oder hört, ohne den Rest der Geschichte zu kennen, wird im Zweifel Lust bekommen, auch die vorherigen Bände zur Hand zu nehmen. Abschließend noch eine sehr persönliche Bemerkung: Volker Kutscher hat mit den Gereon-Rath-Romanen nicht nur eine spannende Geschichte erzählt. Es ist ihm auch gelungen, eindrucksvoll zu beschreiben, wie sich Deutschland in dieser Zeit zunächst schleichend und dann immer rücksichtsloser zu seinem eigenen Nachteil verändert hat. Er zeigt aber auch, wie lange selbst diejenigen, die aber auch gar nichts mit den Nazis im Sinn hatten, brauchten, um den Ernst der Lage wirklich zu verstehen. In diesem Sinne: Wehret den Anfängen.

5

Grandioses Finale für die Buchreihe!

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