Was fehlt dir
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Description
Der neue Roman der Bestseller-Autorin von »Der Freund«
»Eine begnadete Schriftstellerin.« DER SPIEGEL
»Voller Geistesgegenwart und Zärtlichkeit.« PEOPLE
»Man folgt ihr gespannt bis zur letzten Seite und fühlt sich auf eine sehr zivilisierte Weise getröstet.« JOHANNA ADORJÁN
»Liebe, Verlust, Freundschaft, Empathie – und so viel Weisheit. Ich verehre Sigrid Nunez.« PAULA HAWKINS
»Ein profundes Buch.« THE TIMES LITERARY SUPPLEMENT
»Ein warmherziges Trostbuch über die Kunst zu leben und zu sterben.« DEUTSCHLANDFUNK
»Der Roman hat auf seine leise, anmutige, angenehm kluge Art eine tief tröstliche Wirkung.« NDR
»Ein hoffnungslos heiterer Roman, der ganz leicht und schwerelos die schweren Fragen Abschied und Tod und das Ende aller Dinge verhandelt.« SIGRID LÖFFLER
»Ein anmutiger Roman.« THE NEW YORKER
»Ein überwältigendes Trost- und Lebensbuch.... Nunez ist eine Magierin, ihr Buch so wunderbar licht und heiter. « PETER HENNING, SR2 KULTUR
Kaum jemand durchdringt das, was es heißt, am Leben zu sein, tiefer, als die amerikanische Autorin Sigrid Nunez. In ihrem neuen Roman »Was fehlt dir« schreibt sie darüber, wie wir einander verbunden sind, in Glück und Trauer, Trost und Zuversicht – und wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann. Was hat das Schicksal anderer Menschen mit dem eigenen zu tun? Die New Yorker Erzählerin in Sigrid Nunez’ neuem Roman findet Antworten auf diese Frage in der Begegnung mit ganz unterschiedlichen Menschen, ihrer Traurigkeit, ihrem Mut, ihrer Zuversicht: Ob mit einer verflossenen Liebe, einer verunsicherten Airbnb-Gastgeberin oder einer Jugendfreundin, die unheilbar krank ist und sie um einen großen Gefallen bittet. »Was fehlt dir« ist ein Buch über das emphatische Einfühlen und darüber, dass wir viel mehr füreinander tun können, als wir vielleicht meinen: indem wir genau hinhören. Ein Roman, der zugleich ein Porträt davon liefert, was es heißt, gerade jetzt am Leben zu sein. Poetisch und federleicht, ein Buch, das Hoffnung macht – und große Freude.
Book Information
Author Description
Sigrid Nunez ist eine der beliebtesten Autorinnen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Für ihr viel bewundertes Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Für »Der Freund« erhielt sie 2018 den National Book Award und erreichte international ein großes Publikum, es wurde auch im deutschsprachigen Raum ein Bestseller. 2025 erhielt Sigrid Nunez den Windham-Campbell-Prize Auszeichnung für ihr gesamtes Werk. Sie lebt in New York City.Bei Aufbau und im Aufbau Taschenbuch sind von ihr außerdem lieferbar: »Eine Feder auf dem Atem Gottes«, »Was fehlt dir«, »Sempre Susan. Erinnerungen an Susan Sontag« und »Die Verletzlichen«.Mehr zur Autorin unter sigridnunez.com
Posts
Die Autorin versteht es, schwere Themen sprachlich leicht umzusetzen. Deren Geflecht war mir insgesamt jedoch zu verworren, so dass es mich emotional nicht gänzlich erreichen konnte. Ich denke, ohne eine Geschlechterdiskussion lostreten zu wollen, dass sich das Buch primär an Frauen richtet. Die Perspektive der Katze hat mir dafür aber sehr gefallen.
Würdest du mit deiner todkranken Freundin in ein Ferienhaus ziehen um ihr beim Selbstmord zu helfen? Genau diese Frage stellt sich die Protagonistin dieses Buches und entscheidet sich dafür. Nichts ahnend, wie viel diese Entscheidung in ihr selbst auslösen wird. Die eigentliche Geschichte, braucht zwar sehr lange um in Gang zu kommen, aber wer sich auf alle anderen Anekdoten, Erzählungen und Gedankengänge einlässt, findet hier ein feines kleines Büchlein, das zum Denken anregt. Was heißt es am Leben zu sein? Wie gehen wir mit dem Altern um? Was macht unsere Existenz aus? Fragen die schwer anmuten, aber in dem Roman leicht und mit einem Hauch von Witz besprochen werden. Ein 220 Seiten Büchlein, das zwar schnell gelesen ist, aber ganz schön große Spuren hinterlässt.

Die Ich-Erzählerin besucht eine krebskranke Freundin, die sie seit Studienzeiten kennt und zu der sie seitdem immerhin noch einen losen Kontakt pflegt. Nachdem der Krebs einmal erfolgreich bekämpft wurde, ist er nun wieder da - im Endstadium. In diesem Zustand zwischen Unsicherheit und gleichzeitig größter Sicherheit bittet die Freundin sie um einen Gefallen. Die beiden Frauen beziehen ein Haus und leben dort ganz für sich allein, abgeschieden von der Großstadt - mit der Gewissheit des nahenden Todes. Es entwickelt sich eine engere Freundschaft als beiden es für möglich hielten. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Im ersten stellt sich die Protagonistin vor sowie ihre Freundin und deren Familiengeschichte; -tragödie möchte man fast sagen. Man lernt außerdem den Ex-Mann der Erzählerin kennen und wird konfrontiert mit Themen wie Klimakrise, Familie und Zwist, Krankheit und natürlich dem Tod - auch in Form des Suizids. Im zweiten Teil erleben wir die beiden Frauen in ihrer wachsenden Freundschaft. Beide lernen hier mit der Situation, in der sie sich befinden, umzugehen. Jede auf ihre eigene Art und Weise und doch gemeinsam. Im dritten Teil wird es wieder ein wenig abstrakt. Es geht um das schriftliche Erfassen und Situationen, deren Emotionen und Verzerrung durch Worte. Es geht um Verdrängung unerwünschter Situationen und Unterdrückungen unangenehmer Gefühle durch das Umfeld einer sterbenden Person. Wieder geht es um Tod durch Suizid. Das Buch setzt sich mit schwierigen Themen auseinander - einer ganzen Menge sogar. Ist es im Angesicht der Klimakrise vertretbar, Kinder in die Welt zu setzen? Ist es überhaupt möglich, bei tödlicher Krankheit die richtigen Worte zu finden? Welche Gedanken zur aktiven Sterbehilfe und zum Suizid ist sind erlaubt? Welches Leiden ist größer - das der sterbenden Person oder das der Hinterbliebenen? In welchem Grad ist Verdrängung zulässig? Wie verhält man sich bei bevorstehendem Tod? Muss man sich versöhnen und die Bucket List abarbeiten oder wird es lediglich von anderen erwartet? Kurz: Was hilft, was ist erwünscht, was tut man nur für sich? Ich habe mich auf den ca. 220 Seiten schwer getan, mich mit allen Themen zu befassen. Trotz der wundersam vertrauten Verbindung der beiden Frauen , welche sich sehr schön liest, ist das Buch alles in allem sehr düster und hinterlässt nach jedem Lesen eine Melancholie und Schwere, die ich zu Zeiten von Pandemie, Eingesperrtsein und der nahenden dunklen Jahreszeit schwer erträglich finde. (Man sollte an dieser Stelle allerdings erwähnen, dass Nunez den Roman bereits vor der Pandemie schrieb) Ich bin zwiegespalten, was den Roman angeht und würde ich nicht allen Lesenden in die Hand drücken. Einerseits mag ich den Schreibstil sehr gerne; die Ich-Erzählerin lässt die Lesenden in sich und ihre Gefühlswelt hineinschauen und vor allem der zweite Teil des Buches ist eine Wolhtat für's Gemüt, auch wenn man als Leser bereits ahnt, dass das Dunkle naht. Andererseits erachte ich die umfassenden, schwerwiegenden Themen im Text aber als zu viel für so ein schmales Büchlein.
Der Roman, übersetzt von Anette Grube, fällt zuerst durch seinen nüchternen und klaren Schreibstil auf, der dafür sorgt, dass zwischen Leser*in und Protagonistin eine Distanz entsteht, die bis zum Ende anhalten soll. Tagebuchartig reflektiert die namenlose Protagonistin verschiedene Situationen ihres Lebens, besonders die, in denen sie mit ihrem Ex-Mann oder ihrer kranken Freundin zusammen ist. Diese Charaktere bleiben für Leser*innen bestenfalls schemenhaft, denn auch sie werden nicht näher beschrieben oder eingeordnet. Die Geschichte hatte definitiv ihre Längen. Zwischendurch werden scheinbar banale Situationen geschildert, andere Stellen haben sprach- und inhaltlich total ins Schwarze getroffen. Wer dieses Buch liest, kann sich auf kluge Sätze, eine schöne Freundschaft und ein harmonisches Zusammenleben einstellen, sollte aber keine großen Gefühle erwarten.

„Warum haben Sterbende nicht das Recht, ihr Leben zu beenden?“ (S. 122) Nachdem ich im vergangenen Jahr „Der Freund“ von Sigrid Nunez begeistert gelesen hatte, stand für mich gleich fest, dass ich auch ihr neues Buch lesen würde, ohne dass ich im Vorfeld wissen musste, wovon es handeln würde. Und so nahm ich unvorbereitet „Was fehlt dir“ zur Hand und ließ mich auch dieses Mal wieder durch eine Sammlung von Gedanken, Abschweifungen, Geschichten und Zitatschnipsel leiten, die sich mal ganz nah an einem Thema befinden, manchmal aber auch nur indirekt damit in Verbindung gebracht werden können. Sie schreibt darüber, wie wir einander verbunden sind, in Glück und Trauer, Trost und Zuversicht – und wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann. In der ersten Hälfte des Buches hatte ich zeitweilig das Gefühl in einer Essay-Sammlung gelandet zu sein, obwohl das Buch doch als Roman bezeichnet wird. Aber schließlich gelingt es der Autorin doch den eingangs gelegten roten Faden wieder aufzugreifen und die Geschichte der Ich-Erzählerin und ihrer krebskranken Freundin weiter zu spinnen. Weil für letztere der Tod trotz Chemotherapie unausweichlich ist, beschließt sie den Zeitpunkt ihres Todes mit Hilfe von Tabletten selbst bestimmen zu wollen und bittet die Ich-Erzählerin ihr in den letzten Wochen oder Monaten ihres Lebens zur Seite zu stehen. „Ich spreche nicht von Hilfe beim Sterben, sagt sie. Ich weiß, was ich tun muss. Es ist nicht kompliziert. Kompliziert ist, was zwischen jetzt und dann passieren soll.“ (S. 84) Ohne zu wissen, wann dieser Zeitpunkt sein wird, willigt die Ich-Erzählerin schließlich ein und begleitet ihre Freundin in ihrer letzten Phase bis zum Tod. Wie bereits in „Der Freund“ gelingt es Sigrid Nunez auch in „Was fehlt dir“ in einem relativ handlungsarmen Text, den sie in einem eleganten Plauderton formuliert, starke und manchmal auch provozierende Bilder zu platzieren und dabei Themen wie das älter werden, selbstbestimmtes Sterben, Tod, Freundschaft, Liebe und Vergänglichkeit zu behandeln. Dabei wird sie nicht sentimental oder mitleidig, sondern wirft einen harten nüchternen Blick auf die Dinge und gönnt dem Leser dabei auch trotz trauriger Themen gelegentlich eine wohltuende Prise trockenen Humors. „Nicht nur glaubt sie nicht an ein Leben nach dem Tod, sie ist auch fassungslos, dass so viele Menschen es tun.“ (S. 147) Die Figuren in diesem Buch sind alle namenlos und man bleibt als Leser auf Distanz zu ihnen. Und doch entsteht anhand der durchaus realen Elemente und den Gedanken, denen man in diesem Buch auf anregende, manchmal auch berührende, Weise folgen kann, die Möglichkeit mit den Figuren aus angemessenem Abstand mitfühlen zu können. Zwar geraten die Nacherzählungen von Lektüreerlebnissen oder Filmen hin und wieder etwas zu ausführlich, aber die Denkanstöße, die Sigrid Nunez in diesem Buch liefert, entschädigen dafür allemal. Ein recht spezielles, aber doch gelungenes Buch.
Like her first book, "What you are going through" is a smart, haunting little book with an experimental feel that in all its wisdom and humor is not easy to stomach. The narrator meets various people in her life; all of them have the urge to talk about themselves. She is a listener until one of them makes an extraordinary request. This is a brain twister slapping us with the fact that yes, we are all going to die. Playing on themes similar to her bestseller The Friend, Nunez gives us a first-person narrator who visits a friend with terminal cancer. It's a book about human connection, a story about empathy and relationships in our times. Nunez draws the reader in because she gets life, in all it's absurd realities and misfortunes. Conversational in tone, which gives it a personal touch. She could be speaking to any of us, anywhere.
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Der neue Roman der Bestseller-Autorin von »Der Freund«
»Eine begnadete Schriftstellerin.« DER SPIEGEL
»Voller Geistesgegenwart und Zärtlichkeit.« PEOPLE
»Man folgt ihr gespannt bis zur letzten Seite und fühlt sich auf eine sehr zivilisierte Weise getröstet.« JOHANNA ADORJÁN
»Liebe, Verlust, Freundschaft, Empathie – und so viel Weisheit. Ich verehre Sigrid Nunez.« PAULA HAWKINS
»Ein profundes Buch.« THE TIMES LITERARY SUPPLEMENT
»Ein warmherziges Trostbuch über die Kunst zu leben und zu sterben.« DEUTSCHLANDFUNK
»Der Roman hat auf seine leise, anmutige, angenehm kluge Art eine tief tröstliche Wirkung.« NDR
»Ein hoffnungslos heiterer Roman, der ganz leicht und schwerelos die schweren Fragen Abschied und Tod und das Ende aller Dinge verhandelt.« SIGRID LÖFFLER
»Ein anmutiger Roman.« THE NEW YORKER
»Ein überwältigendes Trost- und Lebensbuch.... Nunez ist eine Magierin, ihr Buch so wunderbar licht und heiter. « PETER HENNING, SR2 KULTUR
Kaum jemand durchdringt das, was es heißt, am Leben zu sein, tiefer, als die amerikanische Autorin Sigrid Nunez. In ihrem neuen Roman »Was fehlt dir« schreibt sie darüber, wie wir einander verbunden sind, in Glück und Trauer, Trost und Zuversicht – und wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann. Was hat das Schicksal anderer Menschen mit dem eigenen zu tun? Die New Yorker Erzählerin in Sigrid Nunez’ neuem Roman findet Antworten auf diese Frage in der Begegnung mit ganz unterschiedlichen Menschen, ihrer Traurigkeit, ihrem Mut, ihrer Zuversicht: Ob mit einer verflossenen Liebe, einer verunsicherten Airbnb-Gastgeberin oder einer Jugendfreundin, die unheilbar krank ist und sie um einen großen Gefallen bittet. »Was fehlt dir« ist ein Buch über das emphatische Einfühlen und darüber, dass wir viel mehr füreinander tun können, als wir vielleicht meinen: indem wir genau hinhören. Ein Roman, der zugleich ein Porträt davon liefert, was es heißt, gerade jetzt am Leben zu sein. Poetisch und federleicht, ein Buch, das Hoffnung macht – und große Freude.
Book Information
Author Description
Sigrid Nunez ist eine der beliebtesten Autorinnen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Für ihr viel bewundertes Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Für »Der Freund« erhielt sie 2018 den National Book Award und erreichte international ein großes Publikum, es wurde auch im deutschsprachigen Raum ein Bestseller. 2025 erhielt Sigrid Nunez den Windham-Campbell-Prize Auszeichnung für ihr gesamtes Werk. Sie lebt in New York City.Bei Aufbau und im Aufbau Taschenbuch sind von ihr außerdem lieferbar: »Eine Feder auf dem Atem Gottes«, »Was fehlt dir«, »Sempre Susan. Erinnerungen an Susan Sontag« und »Die Verletzlichen«.Mehr zur Autorin unter sigridnunez.com
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Die Autorin versteht es, schwere Themen sprachlich leicht umzusetzen. Deren Geflecht war mir insgesamt jedoch zu verworren, so dass es mich emotional nicht gänzlich erreichen konnte. Ich denke, ohne eine Geschlechterdiskussion lostreten zu wollen, dass sich das Buch primär an Frauen richtet. Die Perspektive der Katze hat mir dafür aber sehr gefallen.
Würdest du mit deiner todkranken Freundin in ein Ferienhaus ziehen um ihr beim Selbstmord zu helfen? Genau diese Frage stellt sich die Protagonistin dieses Buches und entscheidet sich dafür. Nichts ahnend, wie viel diese Entscheidung in ihr selbst auslösen wird. Die eigentliche Geschichte, braucht zwar sehr lange um in Gang zu kommen, aber wer sich auf alle anderen Anekdoten, Erzählungen und Gedankengänge einlässt, findet hier ein feines kleines Büchlein, das zum Denken anregt. Was heißt es am Leben zu sein? Wie gehen wir mit dem Altern um? Was macht unsere Existenz aus? Fragen die schwer anmuten, aber in dem Roman leicht und mit einem Hauch von Witz besprochen werden. Ein 220 Seiten Büchlein, das zwar schnell gelesen ist, aber ganz schön große Spuren hinterlässt.

Die Ich-Erzählerin besucht eine krebskranke Freundin, die sie seit Studienzeiten kennt und zu der sie seitdem immerhin noch einen losen Kontakt pflegt. Nachdem der Krebs einmal erfolgreich bekämpft wurde, ist er nun wieder da - im Endstadium. In diesem Zustand zwischen Unsicherheit und gleichzeitig größter Sicherheit bittet die Freundin sie um einen Gefallen. Die beiden Frauen beziehen ein Haus und leben dort ganz für sich allein, abgeschieden von der Großstadt - mit der Gewissheit des nahenden Todes. Es entwickelt sich eine engere Freundschaft als beiden es für möglich hielten. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Im ersten stellt sich die Protagonistin vor sowie ihre Freundin und deren Familiengeschichte; -tragödie möchte man fast sagen. Man lernt außerdem den Ex-Mann der Erzählerin kennen und wird konfrontiert mit Themen wie Klimakrise, Familie und Zwist, Krankheit und natürlich dem Tod - auch in Form des Suizids. Im zweiten Teil erleben wir die beiden Frauen in ihrer wachsenden Freundschaft. Beide lernen hier mit der Situation, in der sie sich befinden, umzugehen. Jede auf ihre eigene Art und Weise und doch gemeinsam. Im dritten Teil wird es wieder ein wenig abstrakt. Es geht um das schriftliche Erfassen und Situationen, deren Emotionen und Verzerrung durch Worte. Es geht um Verdrängung unerwünschter Situationen und Unterdrückungen unangenehmer Gefühle durch das Umfeld einer sterbenden Person. Wieder geht es um Tod durch Suizid. Das Buch setzt sich mit schwierigen Themen auseinander - einer ganzen Menge sogar. Ist es im Angesicht der Klimakrise vertretbar, Kinder in die Welt zu setzen? Ist es überhaupt möglich, bei tödlicher Krankheit die richtigen Worte zu finden? Welche Gedanken zur aktiven Sterbehilfe und zum Suizid ist sind erlaubt? Welches Leiden ist größer - das der sterbenden Person oder das der Hinterbliebenen? In welchem Grad ist Verdrängung zulässig? Wie verhält man sich bei bevorstehendem Tod? Muss man sich versöhnen und die Bucket List abarbeiten oder wird es lediglich von anderen erwartet? Kurz: Was hilft, was ist erwünscht, was tut man nur für sich? Ich habe mich auf den ca. 220 Seiten schwer getan, mich mit allen Themen zu befassen. Trotz der wundersam vertrauten Verbindung der beiden Frauen , welche sich sehr schön liest, ist das Buch alles in allem sehr düster und hinterlässt nach jedem Lesen eine Melancholie und Schwere, die ich zu Zeiten von Pandemie, Eingesperrtsein und der nahenden dunklen Jahreszeit schwer erträglich finde. (Man sollte an dieser Stelle allerdings erwähnen, dass Nunez den Roman bereits vor der Pandemie schrieb) Ich bin zwiegespalten, was den Roman angeht und würde ich nicht allen Lesenden in die Hand drücken. Einerseits mag ich den Schreibstil sehr gerne; die Ich-Erzählerin lässt die Lesenden in sich und ihre Gefühlswelt hineinschauen und vor allem der zweite Teil des Buches ist eine Wolhtat für's Gemüt, auch wenn man als Leser bereits ahnt, dass das Dunkle naht. Andererseits erachte ich die umfassenden, schwerwiegenden Themen im Text aber als zu viel für so ein schmales Büchlein.
Der Roman, übersetzt von Anette Grube, fällt zuerst durch seinen nüchternen und klaren Schreibstil auf, der dafür sorgt, dass zwischen Leser*in und Protagonistin eine Distanz entsteht, die bis zum Ende anhalten soll. Tagebuchartig reflektiert die namenlose Protagonistin verschiedene Situationen ihres Lebens, besonders die, in denen sie mit ihrem Ex-Mann oder ihrer kranken Freundin zusammen ist. Diese Charaktere bleiben für Leser*innen bestenfalls schemenhaft, denn auch sie werden nicht näher beschrieben oder eingeordnet. Die Geschichte hatte definitiv ihre Längen. Zwischendurch werden scheinbar banale Situationen geschildert, andere Stellen haben sprach- und inhaltlich total ins Schwarze getroffen. Wer dieses Buch liest, kann sich auf kluge Sätze, eine schöne Freundschaft und ein harmonisches Zusammenleben einstellen, sollte aber keine großen Gefühle erwarten.

„Warum haben Sterbende nicht das Recht, ihr Leben zu beenden?“ (S. 122) Nachdem ich im vergangenen Jahr „Der Freund“ von Sigrid Nunez begeistert gelesen hatte, stand für mich gleich fest, dass ich auch ihr neues Buch lesen würde, ohne dass ich im Vorfeld wissen musste, wovon es handeln würde. Und so nahm ich unvorbereitet „Was fehlt dir“ zur Hand und ließ mich auch dieses Mal wieder durch eine Sammlung von Gedanken, Abschweifungen, Geschichten und Zitatschnipsel leiten, die sich mal ganz nah an einem Thema befinden, manchmal aber auch nur indirekt damit in Verbindung gebracht werden können. Sie schreibt darüber, wie wir einander verbunden sind, in Glück und Trauer, Trost und Zuversicht – und wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann. In der ersten Hälfte des Buches hatte ich zeitweilig das Gefühl in einer Essay-Sammlung gelandet zu sein, obwohl das Buch doch als Roman bezeichnet wird. Aber schließlich gelingt es der Autorin doch den eingangs gelegten roten Faden wieder aufzugreifen und die Geschichte der Ich-Erzählerin und ihrer krebskranken Freundin weiter zu spinnen. Weil für letztere der Tod trotz Chemotherapie unausweichlich ist, beschließt sie den Zeitpunkt ihres Todes mit Hilfe von Tabletten selbst bestimmen zu wollen und bittet die Ich-Erzählerin ihr in den letzten Wochen oder Monaten ihres Lebens zur Seite zu stehen. „Ich spreche nicht von Hilfe beim Sterben, sagt sie. Ich weiß, was ich tun muss. Es ist nicht kompliziert. Kompliziert ist, was zwischen jetzt und dann passieren soll.“ (S. 84) Ohne zu wissen, wann dieser Zeitpunkt sein wird, willigt die Ich-Erzählerin schließlich ein und begleitet ihre Freundin in ihrer letzten Phase bis zum Tod. Wie bereits in „Der Freund“ gelingt es Sigrid Nunez auch in „Was fehlt dir“ in einem relativ handlungsarmen Text, den sie in einem eleganten Plauderton formuliert, starke und manchmal auch provozierende Bilder zu platzieren und dabei Themen wie das älter werden, selbstbestimmtes Sterben, Tod, Freundschaft, Liebe und Vergänglichkeit zu behandeln. Dabei wird sie nicht sentimental oder mitleidig, sondern wirft einen harten nüchternen Blick auf die Dinge und gönnt dem Leser dabei auch trotz trauriger Themen gelegentlich eine wohltuende Prise trockenen Humors. „Nicht nur glaubt sie nicht an ein Leben nach dem Tod, sie ist auch fassungslos, dass so viele Menschen es tun.“ (S. 147) Die Figuren in diesem Buch sind alle namenlos und man bleibt als Leser auf Distanz zu ihnen. Und doch entsteht anhand der durchaus realen Elemente und den Gedanken, denen man in diesem Buch auf anregende, manchmal auch berührende, Weise folgen kann, die Möglichkeit mit den Figuren aus angemessenem Abstand mitfühlen zu können. Zwar geraten die Nacherzählungen von Lektüreerlebnissen oder Filmen hin und wieder etwas zu ausführlich, aber die Denkanstöße, die Sigrid Nunez in diesem Buch liefert, entschädigen dafür allemal. Ein recht spezielles, aber doch gelungenes Buch.
Like her first book, "What you are going through" is a smart, haunting little book with an experimental feel that in all its wisdom and humor is not easy to stomach. The narrator meets various people in her life; all of them have the urge to talk about themselves. She is a listener until one of them makes an extraordinary request. This is a brain twister slapping us with the fact that yes, we are all going to die. Playing on themes similar to her bestseller The Friend, Nunez gives us a first-person narrator who visits a friend with terminal cancer. It's a book about human connection, a story about empathy and relationships in our times. Nunez draws the reader in because she gets life, in all it's absurd realities and misfortunes. Conversational in tone, which gives it a personal touch. She could be speaking to any of us, anywhere.











