Unter Wölfen
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Description
Nürnberg 1942: Isaak Rubinstein, der ständig in Angst um seine Familie lebt, bittet eine Widerstandskämpferin um Hilfe. Doch ihre Gegenforderung ist hart: Isaak soll die Gestapo infiltrieren und sich dazu als Sonderermittler Adolf Weissmann ausgeben – jenen Mann, der vom Führerhauptquartier beauftragt wurde, den Mord an einer berühmten Schauspielerin aufzuklären. Was niemand weiß: Der Kriminalist hat den Anschlag, den die Widerstandsgruppe auf ihn verübt hat, überlebt. Mitten unter Wölfen zieht sich das Netz immer weiter zu und die Gefahr, enttarnt zu werden, ist allgegenwärtig …
Alle Bücher der Serie:
Unter Wölfen (Bd. 1)
Unter Wölfen – Der verborgene Feind (Bd. 2)
Die Kriminalinspektor-Emmerich-Reihe:
Der zweite Reiter: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 1)
Die rote Frau: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 2)
Der dunkle Bote: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 3)
Das schwarze Band: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 4)
Book Information
Author Description
Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Ihre spannende Krimi-Reihe um den Ermittler August Emmerich ist preisgekrönt – neben zahlreichen Shortlist-Nominierungen (u.a. für den Friedrich Glauser Preis, Viktor Crime Award, Crime Cologne Award) erhielt sie den Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2017 und 2019 und wurde ausgezeichnet mit dem Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels MIMI 2020. Alex Beer wurde außerdem der Österreichische Krimipreis 2019 verliehen. Neben dem Wiener Kriminalinspektor hat Alex Beer mit Isaak Rubinstein eine weitere faszinierende Figur erschaffen, die in der Reihe »Unter Wölfen« während des Zweiten Weltkriegs in Nürnberg ermittelt.
Posts
In "Unter Wölfen" taucht die Autorin Alex Beer in die bedrückende Atmosphäre des nationalsozialistischen Deutschlands ein.Der Protagonist Isaak Rubinstein, ein jüdischer Antiquar, steht vor der drohenden Deportation. Um seine Familie zu retten, schlüpft er in eine neue, hochgefährliche Identität: Er gibt sich als der Sonderermittler Adolf Weissmann aus, um einen Mordfall in den Reihen der Nationalsozialisten aufzuklären und dabei für den Widerstand zu spionieren.Die Geschichte lebt von der permanenten Spannung und dem Nervenkitzel, der aus Isaaks doppelter Identität resultiert. Er bewegt sich ständig am Rande der Enttarnung, und jede Interaktion ist ein potenzielles Minenfeld. Alex Beer gelingt es, die Gefahren und die psychische Belastung, der Isaak ausgesetzt ist, spürbar zu mache. Das Buch ist ein absoluter Pageturner, der die Leser bis zum Schluss in seinen Bann zieht. 🕵️♂️
Hervorragende Fortsetzung des Kriminalromans um den ungewöhnlichen, jüdischen Ermittler Isaac Rubinstein im Jahre 1942. Rubinstein muss seine unfreiwillige Rolle als NS-Sonderermittler Adolf Weißmann weiterspielen, um weiter „unter den Wölfen“ der Nazi-Schergen zu überleben. Dabei will er zum einen eine perfide Auslandsoperation der Nazis aufdecken und die Pläne dazu an die Alliierten weitergeben . Zum anderen wird er in eine neue Mordserie hineingezogen, weil er immer noch als bester Kriminalinspektor des Reiches angesehen wird. Auch das zweite Buch ist hochspannend und liefert immer noch hochaktuellen Geschichtsunterricht. Die Reihe „Unter Wölfen“ steht der August-Emmerich- oder der Felix-Blom-Reihe von Alex Beer in nichts nach! Nicht nur Fans historischer Krimis eine absolute Leseempfehlung!
Nürnberg im April 1942: der jüdische Antiquar Isaac Rubinstein steckt immer noch in der Rolle des angeblich besten Sonderermittler des Deutschen Reiches, Adolf Weissmann, fest. Er will die Scharade noch wenige Tage aufrechterhalten, um über seine hohen Kontakte für den Widerstand und die Alliierten eine geplante NS-Geheimoperation im Ausland zu enttarnen. Doch seine Fassade bröckelt von Tag zu Tag und zwei Morde an jungen Frauen verlängern seine gewagte Rolle auch offiziell länger als ihm lieb ist. Dieser Plot ist auch im zweiten Teil hochspannend und läuft flüssig wie hochsynthetisches Motoröl. Ein echter Pageturner! Die Autorin Alex Beer zeigt hier wieder einmal ihre Meisterschaft im Schreiben historischer Kriminalromane. Dank sehr guter Recherche ist die Atmosphäre stets dicht und wirkt durchgehend authentisch. Für mich war es ein großartiges Lesevergnügen!
Starker Kriminalroman von Alex Beer, der 1942 zur Zeit des Nationalsozialismus in Nürnberg spielt. Wer die Emmerich-Romane von Beer liebt, muss diesen Isaac Rubinstein mögen! Sehr lesenswert und spannend!
Mit Isaac Rubinstein stellt uns Bestseller-Autorin Alex Beer (Emmerich-Romane im Wien der 1920er Jahre, Felix Bloom-Romane in den 1870er Jahren zur Berliner Kaiserzeit) einen außergewöhnlichen Ermittler vor, der uns nach Nürnberg in die Hochzeit der Judenverfolgung des Nationalsozialismus im Jahre 1942 führt. Alex Beer zeigt mit Brillianz, dass sie historische Krimis der Extraklasse schreiben kann. Ein bereits zur Deportation ausgeschriebener Jude schlüpft unfreiwillig mit Hilfe des deutschen Widerstands in die zeitweilige Rolle eines hochrangigen NS-Ermittlers, der auf Görings Anordnung hin einen spektakulären Mordfall an einer bekannten DEFA-Schauspielerin in Nürnberg aufklären soll. Dabei ist Isaac Rubinstein eigentlich ein ehemaliger Antiquar, zwar hochgebildet, aber bis dahin kein Mann der Tat und ohne jegliche kriminalistische Erfahrung. Das macht diese Geschichte besonders reizvoll, denn um zu überleben muss er mit den Herausforderungen kontinuierlich wachsen. Dieser Plot ist fürwahr ungewöhnlich und schlägt einen von Anfang an in den Bann. Man wird sofort in die Story hineingesogen und das Tempo lässt nie nach. Dabei wird auch ein Spannungsbogen aufgezogen, der bis zum Ende anhält. Mir hat das großen Lesespaß bereitet! Empfehlenswert! Leider haben die Themen Judenhass, Antisemitismus und nationale Überhöhung immer noch hohe aktuelle Brisanz, weshalb dieser gut recherchierte Plot auch als ein nachdenklicher Geschichtsunterricht fungiert, wenn er auch nur eine fiktive Story beschreibt.
Mit einem Plottwist, den ich so nicht erwartet habe!
Sehr spannende Geschichte, toller Krimi, traurige Hintergrundstory, die jeder kennt. Die Protagonisten sind super toll ausgearbeitet. Liebs, wie echt sich die Handlung anfühlt, obwohl sie fiktiv ist, aber mit tatsächlicher und sehr trauriger Wahrheit dahinter. Im ersten Drittel bis zur Hälfte musste ich mich zwar motivieren weiterzulesen, aber danach nahm der Spannungsbogen nicht mehr ab und habs dann fast nicht mehr aus der Hand gelegt.
Beim Lesen dieses Buches wird einem ganz anders. Die historischen Fakten gepaart mit einer grandiosen Geschichte lassen einen das Bich nicht wieder aus der Hand legen, bis man alle Seiten gelesen hat. Die Spannung wird über das gesamte Bich aufrecht erhalten und das Ende ist der krönende Abschluss. Wenn man bedenkt, was dieses Buch für einen Wahrheitsgehalt hat bekommt man einfach nur Gänsehaut...

Neben dem ersten Teil von "unter Wölfen " ist dies ebenfalls ein phänomenal spannender und fesselnder Krimi! Ich hätte ihn am liebsten in einem Zug durchgelesen, ihn aus der Hand zu legen viel unheimlich schwer. Auch die Konfrontation mit der Deutschen Geschichte des Dritten Reiches macht betroffen und ist im Buch beeindruckend präsent. Volle Punktzahl und unbedingte Empfehlung!!
Nürnberg 1942: Die Stadt blüht unter dem Nationalsozialistischen Regime auf. Die Reichsparteitage wurden dort abgehalten und auch sonst steht sie häufig im Mittelpunkt. Die Gestapo hat sich natürlich auch eingerichtet. Isaak Rubinstein und Adolf Weissmann schauen sich ähnlich, könnten aber nicht unterschiedlicher sein. Isaak muss demnächst mit seinen Eltern, seiner Schwester und deren zwei Kinder einen Zug in den Osten besteigen, weil sie Juden sind. Adolf Weissmann dagegen dient dem NS Staat beinahe fanatisch. Er gilt als einer der besten Sonderermittler des Reichs und soll nun in Nürnberg einen Mord an einer beliebten Schauspielerin aufklären. Während der langen Anreise aus Polen, wird ein Mordanschlag auf Weissmann verübt und damit kann Isaak Rubinstein seine Stelle annehmen, um wichtige Informationen zu beschaffen. Mitten unter den Wölfen, die ihn jagen, fühlt er sich ständig beobachtet. Wie lange kann er die Umgebung täuschen und überleben? Wie hat es mir gefallen? Alex Beer kannte ich bereits unter ihrem anderen Namen Daniela Larcher. Mit "Die Zahl" und "Zu Grabe" haben mich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt. Anschließend habe ich die Autorin ein wenig aus den Augen verloren. Beim ersten Krimifest Tirol konnte ich sie lesen und damit erfuhr ich, dass sie jetzt als Alex Beer ihre Geschichten veröffentlicht. Sie las damals aus "Der zweite Reiter". Leider war mir die Geschichte viel zu düster, um sie zu lesen. Nun kam aber "Unter Wölfen" heraus und der Klappentext machte mich neugierig. Als erstes möchte ich vermerken, dass mich "Kriminalroman" am Titel in die passende Richtung geschupst. Die Geschichte spielt in einem historischen Rahmen, aber die meisten agierenden Figuren sind rein fiktiv. Ein Mord soll untersucht werden, die hohen Gestapo Beamten fordern den besten Sonderermittler an. Statt dessen schlüpft Isaak Rubinstein in diese Rolle und wächst über sich hinaus. Genau daran stören sich einige Leser. Mir fiel diese ständige Glückssträhne selbstverständlich auch auf und es erschien mir ein wenig zu dick aufgetragen. Trotzdem mochte ich die entstehende Spannung, die kleinen Bezüge auf diverse berühmte Detektive und Isaaks Mut. Denn den musste er haben. Unter diesen Menschen zu arbeiten, unentdeckt zu bleiben, seine Herkunft zu verschleiern, dies haben andere tatsächlich erlebt und geschafft. Arier von Juden anhand des Aussehens zu unterscheiden funktioniert nicht. Isaak stellt schnell fest, wie sehr Macht korrumpieren kann. Er verändert seinen Kleidungsstil, streckt seine Schultern durch und zeigt keine Schwäche. Schon ist er der Paradenazi. Insgesamt las ich das Buch gerne. Ist Isaak anfangs noch ein Lamm, der unfreiwillig zur Schlachtbank geführt wird, entwickelt er sich selbst und auch sein Gewissen. Nun bin ich schon neugierig, wie viel besser Alex Beers andere Geschichten sind. Sie sind nun natürlich auf meiner Wunschliste gelandet.
„Unter Wölfen“ war mein erstes Buch von Alex Beer – irgendwie hatte ich immer Angst, dass ihre Geschichten zuviel Politik enthalten. Aber zumindest für „Unter Wölfen“ kann ich die Angst entkräften, dann es war absolut NICHT dröge und politisch sondern im Gegenteil von der ersten Seite an total spannend und fesselnd! Das ganze Buch handelt im Grunde von einer Woche im Jahr 1942. Die jüdische Familie Rubinstein steht kurz vor der Deportation. Zwar wird das ganze als „Evakuierung“ umschrieben, aber Isaak Rubinstein ein Antiquar traut dem Frieden nicht und versucht alles um sich und seine Familie davor zu bewahren. Bei seiner verzweifelten Suche nach Hilfe erinnert er sich an eine alte Freundin, man sagt sie sei heutzutage beim Widerstand – in sie setzt er all seine Hoffnungen. Er findet sie und Clara kann ihm wirklich helfen, allerdings fordert der Widerstand eine Gegenleistung für die Hilfe. Isaak soll sich als Kriminalist Adolf Weissmann ausgeben (der wegen eines Mordes an einer Schauspielerin gerade von höchster Stelle zum Ermitteln nach Nürnberg geschickt wurde) und so die Gestapo infiltrieren und wichtige Unterlagen finden und Clara bringen. Clara wirft Isaak ins kalte Wasser, weil sie weiss er würde ablehnen und stellt ihn vor vollendete Tatsachen. Ausgestattet mit einem Siegelring der SS, entsprechender Kleidung und einem gefälschten Ausweis geht es für Isaak los auf direktem Wege in die Gestapo Hauptverwaltung und dort mehr als einmal um Leben und Tod. Die Story hatte mich von der ersten Seite an für sich gewonnen. Der Erzählstil ist wundervoll und authentisch. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und perfekt gezeichnet. Das ganze vor einer historischen Kulisse in Nürnberg 1942 zur Hochzeit des Nazi Regimes. Spannender geht kaum. Ich bin durch die Seiten gehetzt und habe die Geschichte um Isaak und seine Familie atemlos verfolgt. Er hat sich so toll und schnell in seine Rolle gefügt und trotzdem blieb die Spannung erhalten – nix ist ihm in den Schoß gefallen, jede Szene war spannend gehalten – bis zum Schluss. Am Ende wird alles aufgeklärt und ich bleibe zufrieden zurück. Das Buch hat mich nachaltig beindruckt vorallem durch den spannenden Plot, die fantastischen Charaktere und den tollen Schreibstil von Alex Beer. Definitiv eine Autorin die man sich genauer ansehen sollte, wenn nicht schon lange geschehen! Absolute ausdrückliche Leseempfehlung von mir!
4 Sterne mit Bauchweh. Alex Beer erzählt durchaus spannend, allerdings muss man schon recht großzügig über einiges hinwegsehen. Denn obwohl die Idee zu der Geschichte mich sofort eingefangen hatte, kommt schon die Umsetzung zum Teil recht unglaubwürdig rüber. Ein Antiquar, der dem besten Ermittler des Reiches entfernt ähnlich sieht, fliegt direkt im Hauptquartier der Nazis nicht sofort auf? Oder auch die vielen kleinen Zufälle, die es Isaak immer wieder ermöglichen, unangenehmen Fragen auszuweichen? Sorry, nee, aber das würde in der Wirklichkeit nie funktioniert haben ... und das Finale setzt dann dem Ganzen noch in punkto Realismus die Krone auf. Trotzdem konnte ich nicht umhin, der Geschichte mit einem gewissen Bangen zu folgen. Wird Isaak es schaffen, seinen Auftrag auszuführen? Dieses gewisse Angstgefühl begleitete mich die ganze Zeit beim Hören - und ein Teil von mir fand die Action, vor allem gegen Ende, einfach nur cool :D. Das Ende ist übrigens relativ offen gestaltet, das bedeutet, es ist durchaus möglich, dass uns Isaak nicht das letzte Mal begegnen wird. Fazit: Es machte Spaß, der Geschichte zu folgen, aber allzu realistische Anforderungen darf man an den Plot nicht stellen. Das ist etwas, was die Autorin im Vergleich in ihren Krimis mit August Emmerich als Held deutlich besser hinbekommen hat bisher ...
Spannend, aber dennoch zunehmend unglaubwürdig.
Ich mag die Figur Isaac Rubinstein unglaublich gern. Leider nimmt die eigentlich sehr spannende Handlung Wendungen, die zu der Zeit damals tatsächlich fatal für jeden jüdischen Bürger gewesen wären. Rubinstein ist so oft kurz vorm Auffliegen, dass es absolut unglaubwürdig wirkt. Eigentlich schätze ich die Autorin sehr für ihre erstklassige Recherche und tollen Geschichten. Hier kann ich leider nur den Kopf schütteln. Nichtsdestotrotz ist es ein spannendes und mitreißendes Buch, welches sich gut weglesen lässt. Daher gebe ich faire 3 Sterne.
Zu Beginn dieses Jahres habe ich noch spekuliert, ob der erste Band “Unter der Wölfen” (Ja, der trägt denselben Namen wie dieser zweite Band, allerdings hat er keinen Beisatz beim Titel) eine Fortsetzung bekommen wird … Mit diesem Buch jetzt kann ich wohl sagen, dass die Frage beantwortet ist. Und offensichtlich ist die Autorin auf den Geschmack gekommen, Isaaks Abenteuer im Nürnberg der 1940er Jahre weiterzuverfolgen, aber dazu später mehr … Meine Meinung: “Unter Wölfen. Der verborgene Feind” knüpft ziemlich genau dort an, wo der erste Band “Unter Wölfen” geendet hat. Wer also Teil 1 nicht kennt, wird Gefahr laufen, in dieser Rezension dem einen oder anderen Spoiler über den Weg zu laufen. Daher sagt also nicht, dass ich euch nicht gewarnt habe! Die Geschichte beginnt damit, dass Isaak sich noch immer in der Rolle von Adolf Weissmann in Nürnberg aufhält. Offiziell weil er Urlaub hat, inoffiziell, weil er versucht, dem Widerstand zu helfen, gegen die Nazis vorzugehen. Dazu nutzt er seine Verbindung zu Ursula von Rahn, um mehr über die Pläne ihres einflussreichen Vaters herauszufinden. Dann passiert allerdings etwas, was erst einmal alle seine Pläne über den Haufen wirft. Eine junge Frau wird ermordet, in ihrem eigenen Bett erwürgt – und Himmler persönlich beordert Isaak, besser gesagt Weissmann, in Nürnberg zu bleiben und das Verbrechen aufzuklären. Hier weiterlesen: https://leseratz.blog/rezension-alex-beer-unter-woelfen-der-verborgene-feind/
Tolles buch
Dieses Buch war großartig. Der schreibstil ist spannend und die Kapitel waren kurz und knackig. Man wollte nicht aufhören weil man unbedingt wissen wollte was mit unseren Protagonisten weiter passiert. Wirklich mega gut. Kann ich jedem empfehlen. Der 2. Teil wird nicht lange ungelesen bleiben.
Unter Wölfen: Der verborgene Feind „Isaak Rubinstein kurbelte das Fenster hinunter und blickte hinaus. Der Fahrtwind zerzauste sein Haar, über ihm erstrahlte die Milchstraße in ihrer vollen Pracht. Es war eine gute Nacht, um zu sterben.“ Isaak Rubinstein ist zurück. Zurück als Adolf Weissmann. Zurück in ständiger Gefahr. Zurück unter Wölfen. Immer noch ist der jüdische Antiquar Isaak unter falscher Identität im Nürnberg von 1942 unterwegs. Als nationalsozialistischer Sonderermittler Adolf Weissmann bewegt er sich weiter unter Wölfen um die Nationalsozialisten zu infiltrieren und dem Widerstand zu helfen. Noch dazu wird er, da er als der beste Ermittler des Reiches gilt, auf eine Mordserie angesetzt. Immer tiefer gerät er in die Kreise hochrangiger Nationalsozialisten und immer größer wird die Gefahr, enttarnt zu werden. Was kann man sagen über einen zweiten Teil einer Reihe, ohne den ersten Teil zu spoilern? Leider nicht viel. Aber ich kann sagen, dass Alex Beer es wieder geschafft hat, einen starken, spannenden und interessanten Krimi zu schreiben. Mit Isaak Rubinstein hat sie einen Charakter erschaffen, der im Gedächtnis bleibt. Man spürt direkt seine innerliche Anspannung und Zerrissenheit, die ständige Angst im Nacken. Man leidet mit ihm, wenn er sich gegen seinesgleichen stellen muss, um nicht aufzufliegen. Diese Ernsthaftigkeit steht im krassen Kontrast zu Inspektor August Emmerich, dem Protagonisten aus Alex Beer´s „Wien“-Reihe, der mit typischen wiener Charme und trockenem Humor zu Werke geht. Die Autorin hat einfach ein Händchen für starke und interessante Charaktere. Auch hat Alex Beer wieder merklich viel Zeit damit zugebracht, historische Fakten und Gegebenheiten zu recherchieren, die sie in den Roman eingebaut hat, etwas das ich sehr schätze und das die Bücher realitätsnäher machen. Fazit: Wieder einmal hat Alex Beer ein echtes Highlight rausgehauen, das mit starken Charakteren, einem interessantem Setting und durchgehendem Spannungsbogen zu begeistern weiß.
Einerseits ist es zwar glaubwürdig, das Isaak resigniert wirkt und wenig kämpferisch. Gleichzeitig fand ich es aber auch schwierig... dieses Narrativ vom Juden, der sich quasi zur Schlachtbank führen lässt und dann in letzter Sekunde von einer Deutschen gerettet wird... Nun ja, es wäre an der Zeit mal darüber nach zu denken, Juden und Jüdinnen auch mal anders darzustellen. Spannung kam mir persönlich etwas zu wenig auf. Mir fehlte der stärkere Fokus auf der Tatsache das Isaak jederzeit enttarnt werden könnte. Er hat einerseits auch kaum Zeit großartig Angst zu entwickeln, aber gleichzeitig wirkt es manchmal so, als ob die Autorin vergessen hätte, das z.B. seine Familie in großer Gefahr schwebt oder eben auch im Raum steht, das Isaak eben kein Ermittler ist und im Grunde nicht wirklich weiß, was er tut. Und das sorgt dann dafür das es unpassend eingestreut wirkt, wenn die Familie Rubinstein doch erwähnt wird. Eben als ob es der Autorin dann wieder eingefallen wäre, wer ihre eigene Romanfigur so ist. Und das ist auch der Grund weshalb ich das zum Teil als weichgespült empfunden habe. An anderer Stelle verlieren sich die Figuren in Nazi-Floskeln, die wie im Theater einstudiert wirken, die aber kein lebendiges Gespräch kennzeichnen. Irgendwie hat die Autorin das Wien der 20er Jahre mit ihren Emmerich Romanen lebendiger und glaubwürdiger erzählt. Keine Ahnung woran das genau liegt. Vielleicht konnte sie sich in die Mentalität der Zeit besser hineinversetzen. Glaubwürdig war dagegen das Rubinstein nicht sofort als Jude entlarvt wird. Es wäre einfach niemand auf die Idee gekommen seine Identität zu hinterfragen. Was nicht sein kann, wird auch nicht als solches erkannt. Zugleich hat mich noch etwas gezwickt... Quasie der Stein im Schuh. Es ist an ein paar Stellen einfach zu weichgespült. Zu wenig sperrig. Es gab mehrere Möglichkeiten die Handlung in eine weniger glatt gebügelte Richtung zu lenken und diese Chancen hat die Autorin nicht genutzt. Da bleibt dann statt echter Grausamkeiten mehr so Wunschvorstellung und Kitsch zurück. Ich fand das Ganze am Ende trotzdem nicht wirklich schlecht zu lesen. Ich persönlich hätte mir eben mehr Tiefe und ein paar Wendungen gewünscht, die stärker an die Realität angelehnt sind.
Ich empfehle "Unter Wölfen" vorher zu lesen, um die Situation der Hauptfigur Isaak Rubinstein genau zu verstehen. Eine Geschichte, die auf zwei Ebenen erzählt wird. Es geht natürlich um die Morde, an den jungen Frauen aber auch um Isaaks Versteckspiel. Seine Gefühlslage wird spannend und eindringlich beschrieben. Sein anfänglicher Wille Adolf Weissmanns Identität abzustreifen, macht einer neuen Entschlossenheit Platz, um den Mörder zu finden. Gleichzeitig hadert er mir seinem Schicksal und der ständigen Angst entdeckt zu werden. Der Kriminalfall wird großartig verwoben, mit Isaaks paranoidem Leben, der Gefahr enttarnt zu werden. Mit Nürnberg als Schauplatz erhält die Atmosphäre noch einen zusätzlichen eindringlichen Touch. Ich werde nicht umhin kommen auch Alex Beers andere Bücher zu lesen.
Description
Nürnberg 1942: Isaak Rubinstein, der ständig in Angst um seine Familie lebt, bittet eine Widerstandskämpferin um Hilfe. Doch ihre Gegenforderung ist hart: Isaak soll die Gestapo infiltrieren und sich dazu als Sonderermittler Adolf Weissmann ausgeben – jenen Mann, der vom Führerhauptquartier beauftragt wurde, den Mord an einer berühmten Schauspielerin aufzuklären. Was niemand weiß: Der Kriminalist hat den Anschlag, den die Widerstandsgruppe auf ihn verübt hat, überlebt. Mitten unter Wölfen zieht sich das Netz immer weiter zu und die Gefahr, enttarnt zu werden, ist allgegenwärtig …
Alle Bücher der Serie:
Unter Wölfen (Bd. 1)
Unter Wölfen – Der verborgene Feind (Bd. 2)
Die Kriminalinspektor-Emmerich-Reihe:
Der zweite Reiter: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 1)
Die rote Frau: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 2)
Der dunkle Bote: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 3)
Das schwarze Band: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 4)
Book Information
Author Description
Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Ihre spannende Krimi-Reihe um den Ermittler August Emmerich ist preisgekrönt – neben zahlreichen Shortlist-Nominierungen (u.a. für den Friedrich Glauser Preis, Viktor Crime Award, Crime Cologne Award) erhielt sie den Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2017 und 2019 und wurde ausgezeichnet mit dem Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels MIMI 2020. Alex Beer wurde außerdem der Österreichische Krimipreis 2019 verliehen. Neben dem Wiener Kriminalinspektor hat Alex Beer mit Isaak Rubinstein eine weitere faszinierende Figur erschaffen, die in der Reihe »Unter Wölfen« während des Zweiten Weltkriegs in Nürnberg ermittelt.
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In "Unter Wölfen" taucht die Autorin Alex Beer in die bedrückende Atmosphäre des nationalsozialistischen Deutschlands ein.Der Protagonist Isaak Rubinstein, ein jüdischer Antiquar, steht vor der drohenden Deportation. Um seine Familie zu retten, schlüpft er in eine neue, hochgefährliche Identität: Er gibt sich als der Sonderermittler Adolf Weissmann aus, um einen Mordfall in den Reihen der Nationalsozialisten aufzuklären und dabei für den Widerstand zu spionieren.Die Geschichte lebt von der permanenten Spannung und dem Nervenkitzel, der aus Isaaks doppelter Identität resultiert. Er bewegt sich ständig am Rande der Enttarnung, und jede Interaktion ist ein potenzielles Minenfeld. Alex Beer gelingt es, die Gefahren und die psychische Belastung, der Isaak ausgesetzt ist, spürbar zu mache. Das Buch ist ein absoluter Pageturner, der die Leser bis zum Schluss in seinen Bann zieht. 🕵️♂️
Hervorragende Fortsetzung des Kriminalromans um den ungewöhnlichen, jüdischen Ermittler Isaac Rubinstein im Jahre 1942. Rubinstein muss seine unfreiwillige Rolle als NS-Sonderermittler Adolf Weißmann weiterspielen, um weiter „unter den Wölfen“ der Nazi-Schergen zu überleben. Dabei will er zum einen eine perfide Auslandsoperation der Nazis aufdecken und die Pläne dazu an die Alliierten weitergeben . Zum anderen wird er in eine neue Mordserie hineingezogen, weil er immer noch als bester Kriminalinspektor des Reiches angesehen wird. Auch das zweite Buch ist hochspannend und liefert immer noch hochaktuellen Geschichtsunterricht. Die Reihe „Unter Wölfen“ steht der August-Emmerich- oder der Felix-Blom-Reihe von Alex Beer in nichts nach! Nicht nur Fans historischer Krimis eine absolute Leseempfehlung!
Nürnberg im April 1942: der jüdische Antiquar Isaac Rubinstein steckt immer noch in der Rolle des angeblich besten Sonderermittler des Deutschen Reiches, Adolf Weissmann, fest. Er will die Scharade noch wenige Tage aufrechterhalten, um über seine hohen Kontakte für den Widerstand und die Alliierten eine geplante NS-Geheimoperation im Ausland zu enttarnen. Doch seine Fassade bröckelt von Tag zu Tag und zwei Morde an jungen Frauen verlängern seine gewagte Rolle auch offiziell länger als ihm lieb ist. Dieser Plot ist auch im zweiten Teil hochspannend und läuft flüssig wie hochsynthetisches Motoröl. Ein echter Pageturner! Die Autorin Alex Beer zeigt hier wieder einmal ihre Meisterschaft im Schreiben historischer Kriminalromane. Dank sehr guter Recherche ist die Atmosphäre stets dicht und wirkt durchgehend authentisch. Für mich war es ein großartiges Lesevergnügen!
Starker Kriminalroman von Alex Beer, der 1942 zur Zeit des Nationalsozialismus in Nürnberg spielt. Wer die Emmerich-Romane von Beer liebt, muss diesen Isaac Rubinstein mögen! Sehr lesenswert und spannend!
Mit Isaac Rubinstein stellt uns Bestseller-Autorin Alex Beer (Emmerich-Romane im Wien der 1920er Jahre, Felix Bloom-Romane in den 1870er Jahren zur Berliner Kaiserzeit) einen außergewöhnlichen Ermittler vor, der uns nach Nürnberg in die Hochzeit der Judenverfolgung des Nationalsozialismus im Jahre 1942 führt. Alex Beer zeigt mit Brillianz, dass sie historische Krimis der Extraklasse schreiben kann. Ein bereits zur Deportation ausgeschriebener Jude schlüpft unfreiwillig mit Hilfe des deutschen Widerstands in die zeitweilige Rolle eines hochrangigen NS-Ermittlers, der auf Görings Anordnung hin einen spektakulären Mordfall an einer bekannten DEFA-Schauspielerin in Nürnberg aufklären soll. Dabei ist Isaac Rubinstein eigentlich ein ehemaliger Antiquar, zwar hochgebildet, aber bis dahin kein Mann der Tat und ohne jegliche kriminalistische Erfahrung. Das macht diese Geschichte besonders reizvoll, denn um zu überleben muss er mit den Herausforderungen kontinuierlich wachsen. Dieser Plot ist fürwahr ungewöhnlich und schlägt einen von Anfang an in den Bann. Man wird sofort in die Story hineingesogen und das Tempo lässt nie nach. Dabei wird auch ein Spannungsbogen aufgezogen, der bis zum Ende anhält. Mir hat das großen Lesespaß bereitet! Empfehlenswert! Leider haben die Themen Judenhass, Antisemitismus und nationale Überhöhung immer noch hohe aktuelle Brisanz, weshalb dieser gut recherchierte Plot auch als ein nachdenklicher Geschichtsunterricht fungiert, wenn er auch nur eine fiktive Story beschreibt.
Mit einem Plottwist, den ich so nicht erwartet habe!
Sehr spannende Geschichte, toller Krimi, traurige Hintergrundstory, die jeder kennt. Die Protagonisten sind super toll ausgearbeitet. Liebs, wie echt sich die Handlung anfühlt, obwohl sie fiktiv ist, aber mit tatsächlicher und sehr trauriger Wahrheit dahinter. Im ersten Drittel bis zur Hälfte musste ich mich zwar motivieren weiterzulesen, aber danach nahm der Spannungsbogen nicht mehr ab und habs dann fast nicht mehr aus der Hand gelegt.
Beim Lesen dieses Buches wird einem ganz anders. Die historischen Fakten gepaart mit einer grandiosen Geschichte lassen einen das Bich nicht wieder aus der Hand legen, bis man alle Seiten gelesen hat. Die Spannung wird über das gesamte Bich aufrecht erhalten und das Ende ist der krönende Abschluss. Wenn man bedenkt, was dieses Buch für einen Wahrheitsgehalt hat bekommt man einfach nur Gänsehaut...

Neben dem ersten Teil von "unter Wölfen " ist dies ebenfalls ein phänomenal spannender und fesselnder Krimi! Ich hätte ihn am liebsten in einem Zug durchgelesen, ihn aus der Hand zu legen viel unheimlich schwer. Auch die Konfrontation mit der Deutschen Geschichte des Dritten Reiches macht betroffen und ist im Buch beeindruckend präsent. Volle Punktzahl und unbedingte Empfehlung!!
Nürnberg 1942: Die Stadt blüht unter dem Nationalsozialistischen Regime auf. Die Reichsparteitage wurden dort abgehalten und auch sonst steht sie häufig im Mittelpunkt. Die Gestapo hat sich natürlich auch eingerichtet. Isaak Rubinstein und Adolf Weissmann schauen sich ähnlich, könnten aber nicht unterschiedlicher sein. Isaak muss demnächst mit seinen Eltern, seiner Schwester und deren zwei Kinder einen Zug in den Osten besteigen, weil sie Juden sind. Adolf Weissmann dagegen dient dem NS Staat beinahe fanatisch. Er gilt als einer der besten Sonderermittler des Reichs und soll nun in Nürnberg einen Mord an einer beliebten Schauspielerin aufklären. Während der langen Anreise aus Polen, wird ein Mordanschlag auf Weissmann verübt und damit kann Isaak Rubinstein seine Stelle annehmen, um wichtige Informationen zu beschaffen. Mitten unter den Wölfen, die ihn jagen, fühlt er sich ständig beobachtet. Wie lange kann er die Umgebung täuschen und überleben? Wie hat es mir gefallen? Alex Beer kannte ich bereits unter ihrem anderen Namen Daniela Larcher. Mit "Die Zahl" und "Zu Grabe" haben mich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt. Anschließend habe ich die Autorin ein wenig aus den Augen verloren. Beim ersten Krimifest Tirol konnte ich sie lesen und damit erfuhr ich, dass sie jetzt als Alex Beer ihre Geschichten veröffentlicht. Sie las damals aus "Der zweite Reiter". Leider war mir die Geschichte viel zu düster, um sie zu lesen. Nun kam aber "Unter Wölfen" heraus und der Klappentext machte mich neugierig. Als erstes möchte ich vermerken, dass mich "Kriminalroman" am Titel in die passende Richtung geschupst. Die Geschichte spielt in einem historischen Rahmen, aber die meisten agierenden Figuren sind rein fiktiv. Ein Mord soll untersucht werden, die hohen Gestapo Beamten fordern den besten Sonderermittler an. Statt dessen schlüpft Isaak Rubinstein in diese Rolle und wächst über sich hinaus. Genau daran stören sich einige Leser. Mir fiel diese ständige Glückssträhne selbstverständlich auch auf und es erschien mir ein wenig zu dick aufgetragen. Trotzdem mochte ich die entstehende Spannung, die kleinen Bezüge auf diverse berühmte Detektive und Isaaks Mut. Denn den musste er haben. Unter diesen Menschen zu arbeiten, unentdeckt zu bleiben, seine Herkunft zu verschleiern, dies haben andere tatsächlich erlebt und geschafft. Arier von Juden anhand des Aussehens zu unterscheiden funktioniert nicht. Isaak stellt schnell fest, wie sehr Macht korrumpieren kann. Er verändert seinen Kleidungsstil, streckt seine Schultern durch und zeigt keine Schwäche. Schon ist er der Paradenazi. Insgesamt las ich das Buch gerne. Ist Isaak anfangs noch ein Lamm, der unfreiwillig zur Schlachtbank geführt wird, entwickelt er sich selbst und auch sein Gewissen. Nun bin ich schon neugierig, wie viel besser Alex Beers andere Geschichten sind. Sie sind nun natürlich auf meiner Wunschliste gelandet.
„Unter Wölfen“ war mein erstes Buch von Alex Beer – irgendwie hatte ich immer Angst, dass ihre Geschichten zuviel Politik enthalten. Aber zumindest für „Unter Wölfen“ kann ich die Angst entkräften, dann es war absolut NICHT dröge und politisch sondern im Gegenteil von der ersten Seite an total spannend und fesselnd! Das ganze Buch handelt im Grunde von einer Woche im Jahr 1942. Die jüdische Familie Rubinstein steht kurz vor der Deportation. Zwar wird das ganze als „Evakuierung“ umschrieben, aber Isaak Rubinstein ein Antiquar traut dem Frieden nicht und versucht alles um sich und seine Familie davor zu bewahren. Bei seiner verzweifelten Suche nach Hilfe erinnert er sich an eine alte Freundin, man sagt sie sei heutzutage beim Widerstand – in sie setzt er all seine Hoffnungen. Er findet sie und Clara kann ihm wirklich helfen, allerdings fordert der Widerstand eine Gegenleistung für die Hilfe. Isaak soll sich als Kriminalist Adolf Weissmann ausgeben (der wegen eines Mordes an einer Schauspielerin gerade von höchster Stelle zum Ermitteln nach Nürnberg geschickt wurde) und so die Gestapo infiltrieren und wichtige Unterlagen finden und Clara bringen. Clara wirft Isaak ins kalte Wasser, weil sie weiss er würde ablehnen und stellt ihn vor vollendete Tatsachen. Ausgestattet mit einem Siegelring der SS, entsprechender Kleidung und einem gefälschten Ausweis geht es für Isaak los auf direktem Wege in die Gestapo Hauptverwaltung und dort mehr als einmal um Leben und Tod. Die Story hatte mich von der ersten Seite an für sich gewonnen. Der Erzählstil ist wundervoll und authentisch. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und perfekt gezeichnet. Das ganze vor einer historischen Kulisse in Nürnberg 1942 zur Hochzeit des Nazi Regimes. Spannender geht kaum. Ich bin durch die Seiten gehetzt und habe die Geschichte um Isaak und seine Familie atemlos verfolgt. Er hat sich so toll und schnell in seine Rolle gefügt und trotzdem blieb die Spannung erhalten – nix ist ihm in den Schoß gefallen, jede Szene war spannend gehalten – bis zum Schluss. Am Ende wird alles aufgeklärt und ich bleibe zufrieden zurück. Das Buch hat mich nachaltig beindruckt vorallem durch den spannenden Plot, die fantastischen Charaktere und den tollen Schreibstil von Alex Beer. Definitiv eine Autorin die man sich genauer ansehen sollte, wenn nicht schon lange geschehen! Absolute ausdrückliche Leseempfehlung von mir!
4 Sterne mit Bauchweh. Alex Beer erzählt durchaus spannend, allerdings muss man schon recht großzügig über einiges hinwegsehen. Denn obwohl die Idee zu der Geschichte mich sofort eingefangen hatte, kommt schon die Umsetzung zum Teil recht unglaubwürdig rüber. Ein Antiquar, der dem besten Ermittler des Reiches entfernt ähnlich sieht, fliegt direkt im Hauptquartier der Nazis nicht sofort auf? Oder auch die vielen kleinen Zufälle, die es Isaak immer wieder ermöglichen, unangenehmen Fragen auszuweichen? Sorry, nee, aber das würde in der Wirklichkeit nie funktioniert haben ... und das Finale setzt dann dem Ganzen noch in punkto Realismus die Krone auf. Trotzdem konnte ich nicht umhin, der Geschichte mit einem gewissen Bangen zu folgen. Wird Isaak es schaffen, seinen Auftrag auszuführen? Dieses gewisse Angstgefühl begleitete mich die ganze Zeit beim Hören - und ein Teil von mir fand die Action, vor allem gegen Ende, einfach nur cool :D. Das Ende ist übrigens relativ offen gestaltet, das bedeutet, es ist durchaus möglich, dass uns Isaak nicht das letzte Mal begegnen wird. Fazit: Es machte Spaß, der Geschichte zu folgen, aber allzu realistische Anforderungen darf man an den Plot nicht stellen. Das ist etwas, was die Autorin im Vergleich in ihren Krimis mit August Emmerich als Held deutlich besser hinbekommen hat bisher ...
Spannend, aber dennoch zunehmend unglaubwürdig.
Ich mag die Figur Isaac Rubinstein unglaublich gern. Leider nimmt die eigentlich sehr spannende Handlung Wendungen, die zu der Zeit damals tatsächlich fatal für jeden jüdischen Bürger gewesen wären. Rubinstein ist so oft kurz vorm Auffliegen, dass es absolut unglaubwürdig wirkt. Eigentlich schätze ich die Autorin sehr für ihre erstklassige Recherche und tollen Geschichten. Hier kann ich leider nur den Kopf schütteln. Nichtsdestotrotz ist es ein spannendes und mitreißendes Buch, welches sich gut weglesen lässt. Daher gebe ich faire 3 Sterne.
Zu Beginn dieses Jahres habe ich noch spekuliert, ob der erste Band “Unter der Wölfen” (Ja, der trägt denselben Namen wie dieser zweite Band, allerdings hat er keinen Beisatz beim Titel) eine Fortsetzung bekommen wird … Mit diesem Buch jetzt kann ich wohl sagen, dass die Frage beantwortet ist. Und offensichtlich ist die Autorin auf den Geschmack gekommen, Isaaks Abenteuer im Nürnberg der 1940er Jahre weiterzuverfolgen, aber dazu später mehr … Meine Meinung: “Unter Wölfen. Der verborgene Feind” knüpft ziemlich genau dort an, wo der erste Band “Unter Wölfen” geendet hat. Wer also Teil 1 nicht kennt, wird Gefahr laufen, in dieser Rezension dem einen oder anderen Spoiler über den Weg zu laufen. Daher sagt also nicht, dass ich euch nicht gewarnt habe! Die Geschichte beginnt damit, dass Isaak sich noch immer in der Rolle von Adolf Weissmann in Nürnberg aufhält. Offiziell weil er Urlaub hat, inoffiziell, weil er versucht, dem Widerstand zu helfen, gegen die Nazis vorzugehen. Dazu nutzt er seine Verbindung zu Ursula von Rahn, um mehr über die Pläne ihres einflussreichen Vaters herauszufinden. Dann passiert allerdings etwas, was erst einmal alle seine Pläne über den Haufen wirft. Eine junge Frau wird ermordet, in ihrem eigenen Bett erwürgt – und Himmler persönlich beordert Isaak, besser gesagt Weissmann, in Nürnberg zu bleiben und das Verbrechen aufzuklären. Hier weiterlesen: https://leseratz.blog/rezension-alex-beer-unter-woelfen-der-verborgene-feind/
Tolles buch
Dieses Buch war großartig. Der schreibstil ist spannend und die Kapitel waren kurz und knackig. Man wollte nicht aufhören weil man unbedingt wissen wollte was mit unseren Protagonisten weiter passiert. Wirklich mega gut. Kann ich jedem empfehlen. Der 2. Teil wird nicht lange ungelesen bleiben.
Unter Wölfen: Der verborgene Feind „Isaak Rubinstein kurbelte das Fenster hinunter und blickte hinaus. Der Fahrtwind zerzauste sein Haar, über ihm erstrahlte die Milchstraße in ihrer vollen Pracht. Es war eine gute Nacht, um zu sterben.“ Isaak Rubinstein ist zurück. Zurück als Adolf Weissmann. Zurück in ständiger Gefahr. Zurück unter Wölfen. Immer noch ist der jüdische Antiquar Isaak unter falscher Identität im Nürnberg von 1942 unterwegs. Als nationalsozialistischer Sonderermittler Adolf Weissmann bewegt er sich weiter unter Wölfen um die Nationalsozialisten zu infiltrieren und dem Widerstand zu helfen. Noch dazu wird er, da er als der beste Ermittler des Reiches gilt, auf eine Mordserie angesetzt. Immer tiefer gerät er in die Kreise hochrangiger Nationalsozialisten und immer größer wird die Gefahr, enttarnt zu werden. Was kann man sagen über einen zweiten Teil einer Reihe, ohne den ersten Teil zu spoilern? Leider nicht viel. Aber ich kann sagen, dass Alex Beer es wieder geschafft hat, einen starken, spannenden und interessanten Krimi zu schreiben. Mit Isaak Rubinstein hat sie einen Charakter erschaffen, der im Gedächtnis bleibt. Man spürt direkt seine innerliche Anspannung und Zerrissenheit, die ständige Angst im Nacken. Man leidet mit ihm, wenn er sich gegen seinesgleichen stellen muss, um nicht aufzufliegen. Diese Ernsthaftigkeit steht im krassen Kontrast zu Inspektor August Emmerich, dem Protagonisten aus Alex Beer´s „Wien“-Reihe, der mit typischen wiener Charme und trockenem Humor zu Werke geht. Die Autorin hat einfach ein Händchen für starke und interessante Charaktere. Auch hat Alex Beer wieder merklich viel Zeit damit zugebracht, historische Fakten und Gegebenheiten zu recherchieren, die sie in den Roman eingebaut hat, etwas das ich sehr schätze und das die Bücher realitätsnäher machen. Fazit: Wieder einmal hat Alex Beer ein echtes Highlight rausgehauen, das mit starken Charakteren, einem interessantem Setting und durchgehendem Spannungsbogen zu begeistern weiß.
Einerseits ist es zwar glaubwürdig, das Isaak resigniert wirkt und wenig kämpferisch. Gleichzeitig fand ich es aber auch schwierig... dieses Narrativ vom Juden, der sich quasi zur Schlachtbank führen lässt und dann in letzter Sekunde von einer Deutschen gerettet wird... Nun ja, es wäre an der Zeit mal darüber nach zu denken, Juden und Jüdinnen auch mal anders darzustellen. Spannung kam mir persönlich etwas zu wenig auf. Mir fehlte der stärkere Fokus auf der Tatsache das Isaak jederzeit enttarnt werden könnte. Er hat einerseits auch kaum Zeit großartig Angst zu entwickeln, aber gleichzeitig wirkt es manchmal so, als ob die Autorin vergessen hätte, das z.B. seine Familie in großer Gefahr schwebt oder eben auch im Raum steht, das Isaak eben kein Ermittler ist und im Grunde nicht wirklich weiß, was er tut. Und das sorgt dann dafür das es unpassend eingestreut wirkt, wenn die Familie Rubinstein doch erwähnt wird. Eben als ob es der Autorin dann wieder eingefallen wäre, wer ihre eigene Romanfigur so ist. Und das ist auch der Grund weshalb ich das zum Teil als weichgespült empfunden habe. An anderer Stelle verlieren sich die Figuren in Nazi-Floskeln, die wie im Theater einstudiert wirken, die aber kein lebendiges Gespräch kennzeichnen. Irgendwie hat die Autorin das Wien der 20er Jahre mit ihren Emmerich Romanen lebendiger und glaubwürdiger erzählt. Keine Ahnung woran das genau liegt. Vielleicht konnte sie sich in die Mentalität der Zeit besser hineinversetzen. Glaubwürdig war dagegen das Rubinstein nicht sofort als Jude entlarvt wird. Es wäre einfach niemand auf die Idee gekommen seine Identität zu hinterfragen. Was nicht sein kann, wird auch nicht als solches erkannt. Zugleich hat mich noch etwas gezwickt... Quasie der Stein im Schuh. Es ist an ein paar Stellen einfach zu weichgespült. Zu wenig sperrig. Es gab mehrere Möglichkeiten die Handlung in eine weniger glatt gebügelte Richtung zu lenken und diese Chancen hat die Autorin nicht genutzt. Da bleibt dann statt echter Grausamkeiten mehr so Wunschvorstellung und Kitsch zurück. Ich fand das Ganze am Ende trotzdem nicht wirklich schlecht zu lesen. Ich persönlich hätte mir eben mehr Tiefe und ein paar Wendungen gewünscht, die stärker an die Realität angelehnt sind.
Ich empfehle "Unter Wölfen" vorher zu lesen, um die Situation der Hauptfigur Isaak Rubinstein genau zu verstehen. Eine Geschichte, die auf zwei Ebenen erzählt wird. Es geht natürlich um die Morde, an den jungen Frauen aber auch um Isaaks Versteckspiel. Seine Gefühlslage wird spannend und eindringlich beschrieben. Sein anfänglicher Wille Adolf Weissmanns Identität abzustreifen, macht einer neuen Entschlossenheit Platz, um den Mörder zu finden. Gleichzeitig hadert er mir seinem Schicksal und der ständigen Angst entdeckt zu werden. Der Kriminalfall wird großartig verwoben, mit Isaaks paranoidem Leben, der Gefahr enttarnt zu werden. Mit Nürnberg als Schauplatz erhält die Atmosphäre noch einen zusätzlichen eindringlichen Touch. Ich werde nicht umhin kommen auch Alex Beers andere Bücher zu lesen.

























