Der dunkle Bote
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Description
Wien im November 1920: Ein unerwarteter Kälteeinbruch hat die Ernten vernichtet, jeder dritte Mann ist arbeitslos, und das organisierte Verbrechen hat Hochkonjunktur. Doch der Mordfall, der jetzt die Stadt erschüttert, übertrifft alles bislang Dagewesene: Ein Toter wird bizarr zugerichtet und von einer Eisschicht bedeckt aufgefunden. Kurz darauf taucht ein Bekennerschreiben auf. Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter ermitteln – und das ist nicht das einzige Rätsel, das sie zu lösen haben, denn noch haben sie Xaver Koch nicht aufgespürt, den Mann, der Emmerichs Lebensgefährtin entführt hat und der sich als gefährlicher Gegner entpuppt ...
Mord auf Wienerischem Pflaster – August Emmerich ermittelt:
Band 1: Der zweite Reiter
Band 2: Die rote Frau
Band 3: Der dunkle Bote
Band 4: Das schwarze Band
Alle Bände sind eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.
Book Information
Author Description
Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach »Der zweite Reiter«, ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteraur, und »Die rote Frau«, nominiert für den Friedrich Glauser Preis 2019 ist »Der dunkle Bote«, erneut ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis sowie mit der MIMI 2020, der dritte, von den Fans lang erwartete Roman um Kriminalinspektor August Emmerich. Um es mit den Worten der Jury des Leo-Perutz-Preises zu sagen: »Was Alex Beer erzählt, betrifft auch die heutige Zeit, aber wie sie erzählt, lässt die ferne Vergangenheit lebendig werden.«
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Im dritten Emmerich-Fall entführt uns Beer wieder ins atmosphärisch dichte Nachkriegs-Wien, doch diesmal ist das Buch mit Handlungssträngen überladen. Der Kriminalfall überzeugt, aber Xaver Kochs Superhirn-Transformation und die vielen parallel laufenden Plots wirken konstruiert und zu gewollt, weniger wäre mehr gewesen.
Als ich „Der dunkle Bote” aufschlug, erwartete mich wieder das Wien, das ich aus den vorherigen Fällen kenne, nebelverhangen, klirrend kalt, von Not gezeichnet. Und tatsächlich, die eisüberzogenen Leichen, die verstümmelten Opfer, die frostigen Gassen, Alex Beer weiß, wie man Atmosphäre schafft. Doch diesmal fühlte es sich an, als würde ich durch ein überfülltes Schaufenster blicken: zu viele Auslagen, zu viele Geschichten, zu viel auf einmal. Ich bin wieder gerne mit Kommissar Emmerich durch Wien gestreift, dass Lokalkolorit der frühen 1920er Jahre kommt auch im dritten Band voll zur Geltung. Die bittere Kälte, die Armut, die Jugendgangs, der Drogenhandel, die politischen Verwerfungen. Beer zeichnet ein eindringliches Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit. Der eigentliche Kriminalfall um den „dunklen Boten”, der seine Opfer nach Dantes „Göttlicher Komödie” richtet, ist originell konstruiert und bietet genug Spannung. Die historische Authentizität ist beeindruckend. Beer versteht es, die Verzweiflung und Brutalität der Nachkriegsjahre spürbar zu machen. Emmerich bleibt eine vielschichtige Figur, sein Assistent Winter entwickelt sich weiter, und die düstere Grundstimmung trägt durch die Seiten. Die Verbindungen zu unserer Zeit, politische Radikalisierung, gesellschaftliche Spaltung, sind auch hier wieder erschreckend aktuell. Doch genau hier liegt das Problem. Das Buch will zu viel. Der Mordfall allein hätte gereicht, aber Beer packt noch einen zweiten, dritten, vierten Handlungsstrang dazu. Am meisten störte mich Xaver Koch, der zurückgekehrte Ehemann. Seine Transformation vom brutalen Kriegsheimkehrer zum Superhirn der Wiener Unterwelt, das mit Waffenlieferungen und politischen Intrigen jongliert, wirkte für mich überzogen und konstruiert. Hier wurden Versatzstücke verwendet, die ich so schon in anderen Krimis gelesen habe. Der traumatisierte Soldat als Erzschurke, die Unterweltambitionen, die revolutionären Pläne mit Béla Kun. Es war zu viel Gewolltes, zu viele Ideen, die um Aufmerksamkeit konkurrierten, statt sich gegenseitig zu stärken. Am Ende fühlte sich „Der dunkle Bote” für mich an wie ein Mosaik mit zu vielen Steinen. Einzelne Teile sind beeindruckend, aber das Gesamtbild wirkt überfrachtet. Die atmosphärische Dichte kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier mehrere Bücher in eines gepresst wurden. Wer die Reihe schätzt, wird trotzdem auf seine Kosten kommen. Ich hätte mir mehr Fokus und weniger Ambition gewünscht.
Den 3. Fall für August Emmerich von Leib und Leben fand ich richtig spannend. Wir befinden uns immer noch im Wien der Zwischenkriegszeit und die Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und das Chaos werden eindrücklich beschrieben. Die Menschen müssen sich an irgendetwas klammern, das ihnen Halt gibt, und suchen nach einem Ziel für ihr Leben. Dabei zeigt sich, dass gut und böse manchmal sehr nah beieinander liegen. Nach wie vor eine Empfehlung für Menschen, die historische Krimis mögen.
Ich mag ja tatsächlich vor allem Winter, August Emmerichs jungen Assistenten. Als Gegengewicht zu dem düsteren August funktioniert das sehr gut. Außerdem ist Winters Weltbild einfach positiver, gleichzeitig tut ihm der unverklärte Blickwinkel seines Vorgesetzten natürlich genauso gut. Mir persönlich gefällt die Reihe vor allem deshalb, weil sie in Wien spielt und ich die Atmosphäre, die Alex Beer hier aufbaut sehr mag. Gerade die unsichere Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg hat auch in Wien ein Vakuum hinterlassen. Die Ängste der Leute sind aber auch verständlich. Gerade die verschiedenen Figuren, denen die beiden Ermittler im Roman begegnen, bilden einen guten Querschnitt der Gesellschaft in dieser Zeit. Der Kriminalfall gerät mir aber hi und da etwas zu sehr in den Hintergrund, nach dem auch Emmerichs Privatleben eine großen Teil der Handlung einnimmt. Das wird zwar schlüssig in die Geschichte eingebunden, aber ich persönlich fand diesen Punkt mit zu vielen Zufällen verknüpft. Dafür gefiel mir eine andere Entwicklung recht gut, weil sie neue Perspektiven auf die Figur Emmerich eröffnet. Trotzdem mochte ich gerade die Hintergründe für die Mordserie. Das Motiv war glaubwürdig und auch wer die Morde begangen hat, war nicht an den Haaren herbei gezogen. Hier hat Alex Beer unkonventionelle Wege beschritten und das hat mir gut gefallen. Alles in allem, ein solider historischer Kriminalroman. Ich freue mich das es bald weiter geht! 3,5 Sterne
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1 reviews
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Protagonist(s)
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Wien im November 1920: Ein unerwarteter Kälteeinbruch hat die Ernten vernichtet, jeder dritte Mann ist arbeitslos, und das organisierte Verbrechen hat Hochkonjunktur. Doch der Mordfall, der jetzt die Stadt erschüttert, übertrifft alles bislang Dagewesene: Ein Toter wird bizarr zugerichtet und von einer Eisschicht bedeckt aufgefunden. Kurz darauf taucht ein Bekennerschreiben auf. Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter ermitteln – und das ist nicht das einzige Rätsel, das sie zu lösen haben, denn noch haben sie Xaver Koch nicht aufgespürt, den Mann, der Emmerichs Lebensgefährtin entführt hat und der sich als gefährlicher Gegner entpuppt ...
Mord auf Wienerischem Pflaster – August Emmerich ermittelt:
Band 1: Der zweite Reiter
Band 2: Die rote Frau
Band 3: Der dunkle Bote
Band 4: Das schwarze Band
Alle Bände sind eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.
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Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach »Der zweite Reiter«, ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteraur, und »Die rote Frau«, nominiert für den Friedrich Glauser Preis 2019 ist »Der dunkle Bote«, erneut ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis sowie mit der MIMI 2020, der dritte, von den Fans lang erwartete Roman um Kriminalinspektor August Emmerich. Um es mit den Worten der Jury des Leo-Perutz-Preises zu sagen: »Was Alex Beer erzählt, betrifft auch die heutige Zeit, aber wie sie erzählt, lässt die ferne Vergangenheit lebendig werden.«
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Im dritten Emmerich-Fall entführt uns Beer wieder ins atmosphärisch dichte Nachkriegs-Wien, doch diesmal ist das Buch mit Handlungssträngen überladen. Der Kriminalfall überzeugt, aber Xaver Kochs Superhirn-Transformation und die vielen parallel laufenden Plots wirken konstruiert und zu gewollt, weniger wäre mehr gewesen.
Als ich „Der dunkle Bote” aufschlug, erwartete mich wieder das Wien, das ich aus den vorherigen Fällen kenne, nebelverhangen, klirrend kalt, von Not gezeichnet. Und tatsächlich, die eisüberzogenen Leichen, die verstümmelten Opfer, die frostigen Gassen, Alex Beer weiß, wie man Atmosphäre schafft. Doch diesmal fühlte es sich an, als würde ich durch ein überfülltes Schaufenster blicken: zu viele Auslagen, zu viele Geschichten, zu viel auf einmal. Ich bin wieder gerne mit Kommissar Emmerich durch Wien gestreift, dass Lokalkolorit der frühen 1920er Jahre kommt auch im dritten Band voll zur Geltung. Die bittere Kälte, die Armut, die Jugendgangs, der Drogenhandel, die politischen Verwerfungen. Beer zeichnet ein eindringliches Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit. Der eigentliche Kriminalfall um den „dunklen Boten”, der seine Opfer nach Dantes „Göttlicher Komödie” richtet, ist originell konstruiert und bietet genug Spannung. Die historische Authentizität ist beeindruckend. Beer versteht es, die Verzweiflung und Brutalität der Nachkriegsjahre spürbar zu machen. Emmerich bleibt eine vielschichtige Figur, sein Assistent Winter entwickelt sich weiter, und die düstere Grundstimmung trägt durch die Seiten. Die Verbindungen zu unserer Zeit, politische Radikalisierung, gesellschaftliche Spaltung, sind auch hier wieder erschreckend aktuell. Doch genau hier liegt das Problem. Das Buch will zu viel. Der Mordfall allein hätte gereicht, aber Beer packt noch einen zweiten, dritten, vierten Handlungsstrang dazu. Am meisten störte mich Xaver Koch, der zurückgekehrte Ehemann. Seine Transformation vom brutalen Kriegsheimkehrer zum Superhirn der Wiener Unterwelt, das mit Waffenlieferungen und politischen Intrigen jongliert, wirkte für mich überzogen und konstruiert. Hier wurden Versatzstücke verwendet, die ich so schon in anderen Krimis gelesen habe. Der traumatisierte Soldat als Erzschurke, die Unterweltambitionen, die revolutionären Pläne mit Béla Kun. Es war zu viel Gewolltes, zu viele Ideen, die um Aufmerksamkeit konkurrierten, statt sich gegenseitig zu stärken. Am Ende fühlte sich „Der dunkle Bote” für mich an wie ein Mosaik mit zu vielen Steinen. Einzelne Teile sind beeindruckend, aber das Gesamtbild wirkt überfrachtet. Die atmosphärische Dichte kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier mehrere Bücher in eines gepresst wurden. Wer die Reihe schätzt, wird trotzdem auf seine Kosten kommen. Ich hätte mir mehr Fokus und weniger Ambition gewünscht.
Den 3. Fall für August Emmerich von Leib und Leben fand ich richtig spannend. Wir befinden uns immer noch im Wien der Zwischenkriegszeit und die Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und das Chaos werden eindrücklich beschrieben. Die Menschen müssen sich an irgendetwas klammern, das ihnen Halt gibt, und suchen nach einem Ziel für ihr Leben. Dabei zeigt sich, dass gut und böse manchmal sehr nah beieinander liegen. Nach wie vor eine Empfehlung für Menschen, die historische Krimis mögen.
Ich mag ja tatsächlich vor allem Winter, August Emmerichs jungen Assistenten. Als Gegengewicht zu dem düsteren August funktioniert das sehr gut. Außerdem ist Winters Weltbild einfach positiver, gleichzeitig tut ihm der unverklärte Blickwinkel seines Vorgesetzten natürlich genauso gut. Mir persönlich gefällt die Reihe vor allem deshalb, weil sie in Wien spielt und ich die Atmosphäre, die Alex Beer hier aufbaut sehr mag. Gerade die unsichere Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg hat auch in Wien ein Vakuum hinterlassen. Die Ängste der Leute sind aber auch verständlich. Gerade die verschiedenen Figuren, denen die beiden Ermittler im Roman begegnen, bilden einen guten Querschnitt der Gesellschaft in dieser Zeit. Der Kriminalfall gerät mir aber hi und da etwas zu sehr in den Hintergrund, nach dem auch Emmerichs Privatleben eine großen Teil der Handlung einnimmt. Das wird zwar schlüssig in die Geschichte eingebunden, aber ich persönlich fand diesen Punkt mit zu vielen Zufällen verknüpft. Dafür gefiel mir eine andere Entwicklung recht gut, weil sie neue Perspektiven auf die Figur Emmerich eröffnet. Trotzdem mochte ich gerade die Hintergründe für die Mordserie. Das Motiv war glaubwürdig und auch wer die Morde begangen hat, war nicht an den Haaren herbei gezogen. Hier hat Alex Beer unkonventionelle Wege beschritten und das hat mir gut gefallen. Alles in allem, ein solider historischer Kriminalroman. Ich freue mich das es bald weiter geht! 3,5 Sterne













