Umlaufbahnen
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Description
Von oben betrachtet sieht die Welt gleich ganz anders aus
Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2025 in der Kategorie Übersetzung
Sechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Den Planeten Erde umkreisen sie in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Die zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Nationen arbeiten, essen und schlafen auf engstem Raum – und doch ist alles losgelöst vom Alltag, Schwerkraft und Zeitempfinden sind außer Kraft gesetzt. Was passiert, wenn man seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? In dem Zeitraum von nur einem Tag, während die Sonne sechzehnmal auf- und untergeht, betrachtet dieser ungewöhnliche, kraftvoll poetische Roman die großen und kleinen Fragen der Menschheit und bringt uns der Schönheit des Universums ganz nahe.
»Ich wusste nicht, wie sehr mir dieses Buch gefehlt hat, bis ich es gelesen habe. Dieser Roman lässt die schönsten Tränen fließen.« Ruth-Maria Thomas
Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2024 und Hawthornden Prize for Literature 2024, nominiert für den Orwell Prize for Political Fiction 2024 sowie den Ursula K. Le Guin Prize 2024
Book Information
Author Description
Samantha Harvey, 1975 geboren, ist eine britische Schriftstellerin von mehreren Romanen und einem Memoir. Ihr literarisches Werk erhielt hymnische Besprechungen und wurde für viele renommierte Preise nominiert, u. a. den Man Booker Prize und den Women’s Prize for Fiction. Sie lebt in Bath und unterrichtet dort Kreatives Schreiben. ›Umlaufbahnen‹, ihr fünfter Roman, wurde für mehrere Preise nominiert und mit dem Booker Prize 2024 ausgezeichnet.
Characteristics
7 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ein kleiner blauer Punkt inmitten des großen Universums
Sechs Astronauten auf ihrer Sechsmonat-Mission auf der ISS: Ein Leben in der Schwebe. Anders und doch routiniert, unbequem und doch wundervoll. Gemeinsam mit Samantha Harvey folgen wir den Spuren von sechs fiktiven Raumfahrern in ihrem weniger fiktiven Leben. Detailgenau recherchiert begleiten wir die Forscher und Entdecker auf ihrer Reise an den Rand der Menschheit und in die Mitte der Menschlichkeit, finden einen neuen Blickwinkel auf die Erde, aus der Ferne und doch ganz nah. Weder optimistisch noch pessimistisch berichtet ein allwissender Erzähler von immer gleichen Umlaufbahnen, die doch immer wieder faszinieren und die Menschen und ihre Probleme so allumfassend belanglos werden lassen. Samantha Harvey hat es, mit klugen Worten und Gedankenspielen, geschafft, die Menschheit als Ganzes zu erfassen, gleichzeitig so ignorant unbedeutend und so wunderbar bestaunenswert in ihrer verbohrten Hartnäckigkeit. Kein Buch zum Nebenbeilesen sondern eines zum Verweilen, Nachdenken und Träumen: Zum Schweben. Und zum Wiederlesen.

"U" der A-Z Challenge "Von der Raumstadion aus betrachtet ist die Menschheit ein Wesen, das sich nur bei Nacht blicken lässt. Die Menschheit ist das Licht der Städte und die beleuchteten Glühfäden der Straßen. Bei Tag ist sie verschwunden. Sie wird unsichtbar." "Ich habe im Mutterleib beschlossen, dass ich Astronaut werden will, sagt Roman zu einem Raum voller Leute. Vor meiner Geburt, als ich Sauerstoff durch die Nabelschnur aufnahm, als ich schwerelos schwamm, als ich die Unendlichkeit kannte, weil ich erst vor kurzem aus ihr gekommen war, da habe ich entschieden, Astronaut zu werden." Ich habe in mehreren Rezensionen gelesen, dass dieses Buch eine Liebeserklärung an die Erde sei. Ganz genauso habe ich es auch empfunden. Wir begleiten sechs Astronauten und Kosmonauten der Raumstadion einen (Erden-)Tag lang auf ihrem Weg um die Erde. Sie umkreisen die Erde in diesen 24 Stunden 16 mal, die Besatzung erlebt 16 Sonnenauf- und untergänge. Man erfährt viel über den Alltag und die Aufgaben der Besatzung und die nicht nur physische, sondern auch psychische Belastung, die ein 9monatiger Aufenthalt mit sich bringt. Trotz der unterschiedlichen Weltanschauungen, Glauben, Träume und Gedankengänge eint sie alle die Leidenschaft zur Raumfahrt. Die Liebe der Autorin zur Philosophie ist im ganzen Buch präsent, drückt sich aus in der Sprache und in der Darstellung der Charaktere. Von mir gibt's eine Leseempfehlung ⭐ für alle, die auf eine "richtige" Handlung verzichten können
Manchmal lese ich ganz gerne Bücher über Raumfahrt, das Weltall und andere Galaxien, kannte diese bisher jedoch wahlweise als Sachbücher oder Science Fiction. Das ist hier erfrischend anders: Obwohl „Orbital“ (dt. „Umdrehungen“) im Weltall spielt, handelt es sich um Literatur der Gegenwart. Der mit 138 Seiten in der englischsprachigen Ausgabe recht kurze Roman (oder: die Novelle?) nimmt uns mit auf einen durchaus realitätsnahen Tag auf der Internationalen Raumstation ISS. Wir folgen sechs Astronaut:innen aus verschiedenen Ländern dabei, wie sie ihr Tagwerk verrichten, währenddessen ganze 16 mal die Erde umkreisen und dabei beschreiben, was sie beobachten, fühlen, denken und was das Erlebte mental und physisch mit ihnen macht. Durch die kurzen, nach Umdrehungen aufgeteilten Kapitel und die repetitive Aufzählung vorbeiziehender Länder und Landschaften gelingt es Samantha Harvey sehr gut, den Lesenden das Gefühl zu vermitteln, selbst an Bord der ISS zu sein und immer wieder die Erde zu umkreisen. Der Roman lebt von der Mischung aus Beschreibungen des Besonderen und des Gewöhnlichen. Wer eine spannende Handlung erwartet, dürfte sich vermutlich langweilen, doch wer sich darauf einlässt, wird mit einem schönen Leseerlebnis und einem liebevollen Blick auf unseren Heimatplaneten belohnt. Ich mochte die Eindrücke des Lebens auf der ISS ebenso wie die geschilderten Empfindungen, Gedankengänge und Beobachtungen wie die Bemerkung, dass vom Weltall aus nicht nur keine zwischenstaatlichen Grenzen erkennbar sind, sondern die ganze Menschheit bei Tage nicht auszumachen ist: „From the space station’s distance mankind is a creature that comes out only at night. Mankind is the light of cities and the illuminated filament of roads. By day, it’s gone. It hides in plain sight.” Daher würde ich das Buch all jenen empfehlen, die auch mal eine ruhige Erzählung lesen möchten. Wer nur plotgetriebene Bücher mag, findet hier eher nicht das Richtige.

Kurzer, guter Roman
Wer von uns hat sich nicht schon gefragt, wie es ist im all zu sein ? Ein Astronaut zu sein? Der Roman gibt einen einen kleinen Einblick in diese Welt. Der Schreibstil war für mich etwas schwierig, daher habe ich nicht sofort in die Geschichte finden können. Aber der Roman war trotzdem ein toller Eindruck über die sich von Astronauten, den Blick auf die Erde und den Gedanken mit denen man dort oben allein ist.
"[...]Wenn die Luke geöffnet wird, du aus der Druckschleuse ins All heraustrittst und dich frei kämpfst, wenn du loslässt, siehst du zwei Objekte im Universum - die Raumstation und die Erde."👩🏻🚀🌌 *Zitat Astronautin Chie*
"[...]und es ist überhaupt nicht mehr beängstigend, viel mehr ein Anblick von solcher Pracht, dass es dir den Verstand sprengt." *Zitat Astronautin Chie* "Umlaufbahnen", von Samantha Harvey, hinterließ einen sanften Nachhall. Wir begleiten sechs Astronauten in ihrem Alltag oben im Weltall. Von wissenschaftlicher Arbeit, über persönlichen Gedankengängen, bis hinzu Weltraumspaziergängen. Nichts bleibt da aus. Die Autorin hatte es geschafft eine Balance zu schaffen zwischen schweren Themen (z.B. Politik, Klima, Psychologie u.v.m) und einer Leichtigkeit in ihren Formulierungen. Somit ließ sich das Buch angenehm lesen🥰. Aber nicht nur das, es hinterließ auch einen Nachhall und ließ mich so einiges hinterfragen und auch nachdenklich zurück. Samantha Harvey schaffte es ein detailliertes Bild, vom Alltag der Astronauten, zu formen, als ob ich mit oben in dem Raumschiff dabei wäre....als stille Beobachterin. Ein Buch was anders ist als das was man aus dem SciFi Genre kennt. Interessant waren nicht nur die wissenschaftlichen Themengebiete, sondern auch unter welchen Bedingungen ein Mensch körperlich und geistig fit sein muss, um dort hoch zu fliegen und das auszuhalten, über neun Monate hinweg. Ich kann jeder Person dieses Buch empfehlen, die etwas für den Alltag von Astronauten, hoch oben im Weltraum über hat.📖🥰
!["[...]Wenn die Luke geöffnet wird, du aus der Druckschleuse ins All heraustrittst und dich frei kämpfst, wenn du loslässt, siehst du zwei Objekte im Universum - die Raumstation und die Erde."👩🏻🚀🌌
*Zitat Astronautin Chie*](https://social-cdn.read-o.com/images/1742229966809-32.jpg)
Ein ruhiges, poetisches Buch, das einen Tag lang sechs Astronauten auf einer Raumstation begleitet und den Blick auf die Erde durch ein kleines Fenster richtet. In stillen Gedanken und langsamen Drehungen verschwimmen Grenzen, während die Erde aus der Ferne neu erfahrbar wird.
Orbit von Samantha Harvey ist ein kleines, stilles Buch mit einer fast meditativen Ausstrahlung. Es erzählt keine große, laute Geschichte, sondern lädt dazu ein, innezuhalten und zu beobachten. Über den Zeitraum eines einzigen Tages begleiten wir sechs Astronautinnen und Astronauten an Bord einer Raumstation, die lautlos die Erde umkreist. Der Blick aus dem All richtet sich immer wieder auf unseren Planeten: Ländergrenzen erscheinen und verschwinden, Kontinente drehen sich unter der Raumstation hinweg, alles betrachtet durch ein kleines Fenster, das zugleich Nähe und Distanz schafft. Dieser reduzierte Ausblick verstärkt das zentrale Thema des Buches – die Stille. Eine Stille, die nicht leer ist, sondern voller Gedanken, Erinnerungen und leiser Reflexionen. Harvey verwebt die inneren Monologe der Astronauten zu einem sanften Strom aus Wahrnehmungen und Gedanken. Die Perspektive aus dem Orbit relativiert das Menschliche, ohne es zu entwerten. Vielmehr entsteht ein Gefühl von Verbundenheit: mit der Erde, mit der Zeit, mit der Zerbrechlichkeit des Lebens. Orbit ist kein Buch für Eile oder Spannungssuche. Es entfaltet seine Wirkung langsam und leise. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer poetischen Betrachtung unserer Welt belohnt – gesehen aus der Ferne, durch ein kleines Fenster, und gerade deshalb von großer Intensität.

6 Astro-/Kosmonauten aus verschiedensten Ländern in einer beengten Raumstation, die 16mal am Tag die Erde umkreist. Was denken sie? Wie fühlen sie sich körperlich als auch mental? Welche Aufgaben haben sie ? Ich habe mir ehrlich gesagt, noch nie darüber Gedanken gemacht. Ich fand das Buch sehr eindrucksvoll. Allerdings hatte die Geschichte seine Längen.
Ein kurzes und sehr ungewöhnliches Buch. Dennoch wird meisterhaft das Leben auf der ISS und die dortigen Astronauten und Cosmonauten dargestellt. Zudem werden auch Themen vom Sinn des Lebens bis zum Klimaschutz auf sehr natürliche Art und Weise thematisiert. Ein schönes Buch, was einem Hoffnung macht!
📖 🏆 Hawthorndon & Booker Prize 2024🥇
Eine Liebeserklärung an Mutter Erde, Auszug-Umlaufbahn Aufsteigend: 👨🚀 …war es doch nicht der Mond der sich in ihre Träume schlich, sondern der wilde Garten Weltall 🪐 außerhalb ihres eigenen Raumschiffs- der Garten, durch den sie alle zu irgendeinem Zeitpunkt gestreift sind. Und die ewige stahlblaue Faszination der Erde. 🌍 Absolut sprachgewandt die Autorin, ich hatte bereits gelesen, dass sie Philosophie studiert hat und daher war es mir bewusst was mich erwartet. Ich habe nicht das Gefühl gehabt das Buch schnell beenden zu wollen. Ich war selber ganz fasziniert beim lesen und verstehe auch warum ihr Buch und sie selbst mehrere Preise bekommen hat. 💚 Es lässt einen daran erinnern, wie schön unsere Erde tatsächlich ist. Wir sind nur ein Hauch Luft in ihrer Geschichte.
𝐚𝐛𝐠𝐞𝐛𝐫𝐨𝐜𝐡𝐞𝐧 - Konnte mich nicht abholen... leider😒
Ich bemerke, dass Samantha Harvey Philosophie studiert hat – und das spürt man in diesem Buch. Ein bildhaftes Szenario, das Leserinnen auf eine Raumstation mitnimmt, wo nicht nur die Umgebung, sondern auch das Innenleben der Protagonistinnen beschrieben wird. Ihre Sprache ist poetisch und eindringlich – man merkt, dass hier jemand schreibt, der das Denken liebt. Allerdings war der Einstieg für mich etwas zäh. Es wurde viel beschrieben, bevor ich eine Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte. Die vielen Beobachtungen, Wiederholungen und Reflexionen überwogen mir zu stark, wodurch ich leider in eine Leseflaute geriet. Schlussendlich habe ich das Buch 𝐚𝐛𝐠𝐞𝐛𝐫𝐨𝐜𝐡𝐞𝐧 – nicht, weil es schlecht geschrieben ist, sondern weil ich mich gerne in die Protas versetze und ein Abenteuer erleben möchte.😅 Cover: 5/5
"Die Erde ist eine Mutter, die darauf wartet, dass ihre Kinder zurückkehren, voller Geschichten und Begeisterung und Sehnsucht." Dieser Roman ist eine Liebeserklärung an unseren blauen Planeten. Wir befinden uns zusammen mit 4 Astronauten und 2 Kosmonauten im Weltraum und beobachten die Erde mi ihren Sonnenaufgängen und einem Taifun. Poetisch und völlig undramatisch erzählt die Autorin die Geschichte. Das Leben in dieser winzigen Kapsel in der Schwerelosigkeit wo trotzdem nichts schwerelos ist. Nicht die Gedanken an die Lieben auf der Erde, nicht die Sorgen um den Planeten. "Ohne die Erde sind wir alle erledigt." Das sind wir, und trotzdem halten wir an unserem zerstörerischen Tun fest. "Ein Planet, vom Verlangen geprägt und gestaltet." Von der immer größer werdenden Gier der Menschen. Dabei sind wir Menschen nur unbedeutende Statisten auf dieser, unserer Erde. So habe ich auch die Protagonisten in diesem Roman empfunden, sie sind nur Randfiguren. Der Star dieses Buches ist Mutter Erde. Große Leseempfehlung!🌎

"Umlaufbahnen" nimmt uns mit auf eine Raumstation, auf der sechs Astronauten und Kosmonauten neun Monate leben und forschen. Es ist keine Geschichte von packender Spannung, sondern sie lebt von den Beschreibungen und Beobachtungen des "All"tags - 24 Stunden in der Erdumlaufbahn. Der Roman erkundet den menschlichen Geist unter extremen Bedingungen, beschreibt die Isolation, und auch die überwältigende Schönheit des Alls, vor allem aber der Erde. Die Autorin beschreibt die beinahe meditative Monotonie des Orbits in entschleunigender Weise - fast tranceartig taucht man ein in den Tagesablauf auf der Erdumlaufbahn. Zeitgrenzen verschwimmen, Tag und Nacht lösen sich auf, die Astronauten sind gezwungen, sich mit der Stille, der Enge und der eigenen Psyche auseinanderzusetzen. Man taucht tief in die Gedankenwelt der Protagonisten ein, erlebt ihre inneren Monologe, die sich um die Natur der Existenz, die Bedeutung des Menschseins, und immer wieder um die Schönheit der Erde drehen. Wir erleben den blauen Planeten aus ganz anderer Perspektive, und erkennen gemeinsam mit den Figuren des Romans, wie wundervoll unser Heimatplanet ist. "Umlaufbahnen" ist eine ruhige, aber tief bewegende Reise in den Weltraum und den menschlichen Geist.
Umlaufbahnen schildert einen Tag auf einer Raumstation, auf der sechs Astronauten, vier Männer und zwei Frauen, aus den USA, Russland, Japan, Italien und Großbritannien, seit einigen Monaten zusammenleben. Neben ihrem Alltag und ihren Tätigkeiten werden auch ihre Reflektionen über diverse Themen beschrieben. Ich muss zugeben, dass ich mich mit der Bewertung dieses Buches etwas schwer getan habe. Es hat 2024 den Booker Prize gewonnen und wurde wohl recht gut rezensiert. Und ja, ich kann dies durchaus nachvollziehen. Aber mich persönlich hat dieses Buch nicht so ganz abgeholt, es war mir teilweise etwas viel Innerlichkeit - wobei das vielleicht auch einfach daran liegt, dass ich das richtige Buch zur falschen Zeit gelesen habe. Die Trilogie "Biographie einer Frau" von Julia Schoch, die auch sehr viel Innerlichkeit beinhalten und die ich einige Monate vor Umlaufbahnen gelesen habe, haben mir z.B. viel besser gefallen. Insofern geht mein Fazit von Umlaufbahnen so ein bisschen in die Richtung gutes Buch zur für mich falschen Zeit.
Sternebewertung fiktiv
Ich muss zugeben, die Neugier das Gewinnerbuch zu lesen, war größer als das Thema selber. Ich hatte Angst, dass die Geschichten zu abgehoben, zu technisch oder einfach zu unrealistisch sind. Aber „Umlaufbahnen“ von Samantha Harvey hat mich eines Besseren belehrt. Dieses Buch ist so viel mehr als nur Science-Fiction – es ist eine eindrucksvolle Reflexion über das Leben, unsere Welt und unseren Platz darin. Sechs Astronauten, unterschiedlich in Herkunft, Charakter und Lebensweg, teilen sich auf engstem Raum eine Raumstation. Ihr Alltag besteht aus Verzicht, Isolation und einem spektakulären Blick auf die Erde. Alle 90 Minuten umrunden sie unseren Planeten, sehen Wetterphänomene, Naturkatastrophen und das pulsierende Leben aus einer Perspektive, die für uns unvorstellbar ist. Samantha Harveys Schreibstil hat mich wirklich berührt. Sie schafft es, Wissenschaft und Nature Writing so miteinander zu verweben, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, selbst an diesem Fenster zur Erde zu sitzen. Es ist faszinierend, wie sie die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Planeten einfängt und gleichzeitig die Einsamkeit und die Opferbereitschaft der Astronauten so greifbar macht. Besonders nachts entstehen in diesem Buch Momente, die mich tief bewegt haben. Man spürt förmlich, wie winzig und verletzlich wir sind, wenn man die Erde in völliger Dunkelheit beobachtet. Harvey zeigt nicht nur das Leben der Astronauten, sondern lenkt unseren Blick auch auf Menschen am Boden – wie Seefahrer, die den Naturgewalten ausgesetzt sind und täglich um ihre Existenz kämpfen. Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten, sondern zum Nachdenken gebracht. Es hat mir gezeigt, wie klein wir doch eigentlich sind und wie groß die Welt um uns herum ist. Es ist ein stilles, aber unglaublich kraftvolles Buch, das ich wirklich jedem empfehlen kann, der bereit ist, die Erde einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Es ist eine tiefgründige Reise zu uns selbst und zu unserem Planeten. Ein beeindruckendes und berührendes Leseerlebnis. Ein Must Read für alle, die sich nach neuen Perspektiven sehnen. Eine Einladung, unsere Welt neu zu betrachten, demütig, respektvoll und staunend.
Ein kritischer Blick auf die Gesellschaft, verpackt in eine Weltraummission.
Vier Astronauten und zwei Kosmonauten reisen für sechs Monate ins Weltall, genauer gesagt, in die Umlaufbahn der Erde um dann täglich die Erde alle 90 Minuten wellenartig zu umrunden. Sie erleben täglich 16 Sonnenauf- und -unter-gänge. Auf dieser Mission begleiten wir das Team für 24 Stunden durch den streng getakteten Tagesablauf. Man erhält sowohl persönliche Einblicke in die Lebensgeschichten der Forschenden als auch in den Arbeitsalltag an Bord der Sonde. Nach einem für mich holprigen Einstieg in die doch sehr sachlich beschriebene Geschichte war ich echt interessiert an allem, was noch dahinterstecken könnte. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wofür die Szenerie stehen kann. Ich empfand das Buch mega anregend und dachte an Themen wie den Arbeitsmarkt, den Klimawandel, den gesellschaftlichen Wandel, Krieg und Frieden.
2025_#13 🚀🧑🏻🚀 "Auf die Erde werden sie als Fremde zurückkehren. Außerirdische, die sich in einer verrückten, neuen Welt zurechtfinden müssen."
Ich hatte mich total auf das Buch gefreut und wurde leider eher enttäuscht 🙁 es hatte super schöne Passagen mit tollen, stimmungsvollen Beschreibungen und zum Teil wundervollen Denkanstößen. Ansonsten war es sehr repetitiv, was vermutlich die gewisse Eintönigkeit im All widerspiegeln soll, die durch die immer gleichen Abläufe entsteht, während man wieder und wieder die Erde umkreist. 🌍 Zudem gab es irgendwie überhaupt keine Geschichte... Leider wurde es dadurch für mich extrem langatmig und langweilig und ich musste mich relativ schnell durch die nicht mal 250 Seiten eher durchkämpfen. Schade🙁

Ich war sehr gespannt auf das Buch, dass 2024 den Booker Prize gewonnen hat. Samantha Harvey konnte mich nicht ganz überzeugen. Vor allem die langatmigen geographischen Beschreibungen der Erdumrundungen haben mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Die Personenbeschreibungen und deren Gefühlswelt werden großartig beschrieben. Hiervon hätte ich gerne mehr gelesen. Gelobt werden kann noch die Übersetzung von Julia Wolf.
Poesie des Weltalls
Gemeinsam mit 6 Astronauten ziehe ich meine Kreise um die Erde, sehe diesen Planeten in all seiner Pracht, erkenne Meere, Länder, Wüsten, Wälder und Gebirge. Ich sehe Stürme heraufziehen, Sonnenauf- und Untergänge, neue Tage heran brechen, Tage vergehen, 16 an einem Tag. Und ich sehe die Faszination des Weltraums und dass diese auch zwangsläufig immer direkt eine andere Faszination mit sich bringt: die für die Erde. Wie beim Auszug von zu Hause, lernt man das Elternhaus plötzlich aus der Ferne wieder zu lieben und zu schätzen, wird demütig und ertappt sich dabei, wie man nach dem Lesen in den Himmel blickte und an die dachte, die grad so weit entfernt da oben sind und mit Sehnsucht auf diesen farbigen, wunderschönen Stern schauen, auf dem wir leben. Der Roman gibt, ohne viel Handlung, faszinierende Einblicke in das Leben eines Astronauten, zeigt uns, wie relativ die Zeit ist und stellt philosophische Fragen, die einen über das ganze Leben nachdenken lassen und uns laut entgegen rufen: Ist unser Leben nicht ein absurdes Wunder? Ein Buch über Alles und Nichts, voller Poesie, voller Rauheit und Menschenfreundlichkeit, voller Philosophie und Liebe.
4 Astronauten, 2 Kosmonauten, die Beschreibung ihres Lebens auf einer Raumstation. Viel mehr passiert in dieser Geschichte nicht. Aber dennoch ist es so viel mehr, uns wird ein Blick auf unsere Erde gewährt , den wir ansonsten wohl nie bekämen. Und das in einer Ruhe und mit einer Poesie, die mich fasziniert hat. Wäre es mir nicht vehement empfohlen worden, es hätte mich wohl nie angesprochen. Es ist wunderbar.
1000% worth the hype! 🪐
Das war pure Poesie (und ich ärgere mich ein wenig, dass ich es auf Deutsch gekauft habe, weil ich eigentlich fast nur noch Originale lese, wenn sie aus dem Englischen kommen, um nichts zu verfälschen) 🌍✨ Auch wenn es keinen rechten Handlungsstrang gab, also keine krasse Storyline im klassischen Sinne, hat durch die Sprache genau das dieses Leseerlebnis so besonders gemacht. Die teils sehr tiefgründigen Gedankenund Beobachtungen zu unserem Planeten Erde, der Menschheit, der Evolution, berühren durch die einzigartige Perspektive „All“ noch einmal ganz anders. Und auch die Gedanken der Astronauten zu ihrem Einsatz in der Raumstation wirken so authentisch und ehrlich (Recherche Arbeit auch top), dass man ganz tief in diese doch sonst so fremde „Welt“ (pun intended) abtaucht. Teils musste man sich richtig konzentrieren, um den komplexen Gedanken folgen zu können. Do recommend!

Eines meiner liebsten drei Bücher aller Zeiten
Ein Tag im Leben von vier Männern und zwei Frauen, die auf einer international besetzten Raumstation um die Erde schweben: Sechzehn Erdumrundungen, sechzehn Sonnenaufgänge und ebensoviele Sonnenuntergänge. 👍👍👍👍👍 Eine Geschichte in Bildern, die unsere Phantasie nicht schöner malen könnte. Aber es ist kein Traum, sondern der demütige Blick auf die Welt, die Schönheit des blauen Planeten, die atemberaubende Schönheit der Erde. Völlig losgelöst: ein Gedicht in Romanform, eine Menschheitsgeschichte in 24 Stunden auf 220 Seiten, mehr nicht. Die Welt wäre eine bessere, wenn alle dieses Buch gelesen hätten.
Mit „Umlaufbahnen“ hat Samantha Harvey ein literarisches Werk geschaffen, das weit über eine klassische Erzählung hinausgeht. Der Roman spielt auf einer Raumstation, die in 24 Stunden sechzehnmal die Erde umkreist. In dieser Zeit begleitet die Leserschaft sechs Astronaut*innen aus verschiedenen Ländern, die nicht nur die Schönheit der Erde, sondern auch ihre Fragilität reflektieren. Harveys Ansatz ist außergewöhnlich: Es gibt keine konventionelle Handlung, keinen zentralen Konflikt. Stattdessen entfaltet sich der Roman durch die Gedanken und Gefühle der Astronaut*innen – ihre Sehnsüchte, Verluste, Ängste und die tiefgreifenden Einsichten, die der Blick auf den Planeten aus dem All mit sich bringt. Diese introspektive Erzählweise erzeugt eine beeindruckende Atmosphäre, die sowohl meditativ als auch zutiefst emotional ist. Die Sprache ist zweifellos eine der größten Stärken dieses Buches. Mit atemberaubender Präzision beschreibt Harvey das Zusammenspiel von Naturphänomenen, Wissenschaft und Philosophie. Ihre Worte malen Bilder von der Erde, die gleichzeitig Ehrfurcht und Melancholie auslösen – von der stillen Weite der Ozeane bis hin zur Lichtverschmutzung der Großstädte. Dabei gelingt es ihr, wissenschaftliche Details mit poetischen Reflexionen zu verbinden, ohne jemals den Leser*innen das Gefühl zu geben, belehrt zu werden. Besonders eindrucksvoll ist, wie Harvey die Perspektive des Alls nutzt, um existenzielle Fragen nach der Bedeutung des Menschseins zu stellen und zu erforschen, wie sich der Blick auf die Erde und uns selbst verändert, wenn wir sie aus der Distanz betrachten. Die Antwort darauf liegt in der subtilen Einladung, über die eigene Position im Universum nachzudenken. Obwohl es keinen konventionellen Spannungsbogen gibt, ist die Lektüre keineswegs langatmig. Vielmehr entwickelt sich ein Sog, der die Leser*innen dazu bringt, Seite um Seite weiterzublättern, fasziniert von der sprachlichen Eleganz und den universellen Themen, die Harvey behandelt. „Umlaufbahnen“ ist ein Buch, das nicht einfach gelesen, sondern erlebt werden muss. Es ist eine hymnische Liebeserklärung an die Erde, eine leise Kritik an ihrer Zerstörung und eine nachdenkliche Meditation über die Zerbrechlichkeit des Lebens. Wer bereit ist, sich auf die poetische, philosophische und existenzielle Tiefe dieses Romans einzulassen, wird mit einer der intensivsten Leseerfahrungen belohnt, die die zeitgenössische Literatur zu bieten hat. Ein Werk, das den Booker Prize 2024 völlig verdient gewonnen hat – unbedingte Leseempfehlung! Aus dem Englischen von Julia Wolf.

Ein Buch, das anders ist und den wohl außergewöhnlichsten Blickwinkel auf den Mensch und sein Wirken auf dem Planeten Erde kreiert. Auch wir als Lesende verlieren das Gefühl für Raum und Zeit und lassen uns in der Schwerelosigkeit von einer philosophischen Frage zu nächsten zu treiben. Dabei wird der Ton nie belehrend, sondern bleibt stets mühelos und atmosphärisch. Ein Buch, das keine klare Handlung mit klassischem Spannungsbogen hat und doch so viel erzählt und in Erinnerung bleibt. 🪐🫶🏻
Samantha Harvey‘s „Umlaufbahnen“ ist für mich der Inbegriff von „no Plot - just vibes“! Nicht ganz meins. Warum ich das Buch dennoch empfehle, lest ihr in meiner ausführlichen Rezi.
„Nimm nur irgendein Wesen auf dieser Erde, denkt er plötzlich, und seine Geschichte wird die Geschichte der Erde beinhalten. Diese eine Kreatur kann dir alles erzählen. Die gesamte Geschichte der Welt, und ihre gesamte Zukunft“ (S. 176) Ich verstehe sehr, warum dieses Buch den Bookers Prize 2024 gewonnen hat. Eine schöne Sprache trifft auf Gedanke über die Welt und das Leben an sich. Dem konnte ich, die mit philosophischen Gedanken wenig anfangen kann, sehr gut folgen. Womit ich leider Probleme hatte, ist die fehlende Handlung. In Ansätzen ist sie natürlich vorhanden, aber für meinen Geschmack, die ich in Handlungen gern versinke und mich mit den Protagonist*innen identifiziere, sozusagen ihr Leben lebe, einfach zu wenig. Aber wie gesagt, ich verstehe, warum es viele so feiern. Ich möchte die Lektüre auch auf keinen Fall missen, das gibt es selten, bei einer nicht so guten Bewertung. Insofern: lest „Umlaufbahnen“, wenn ihr Ruhe im Kopf braucht. Das Buch beruhigt die Seele und zeigt, dass von oben betrachtet alles halb so schlimm ist!
Interessant, vielschichtig, philosophisch - diese Erzählweise muss man aber mögen.
Und wenn sich alles in Kreisen bewegt… „Brutal ist das Leben hier, unmenschlich, überwältigend, einsam, außergewöhnlich und großartig.“ Ihre Worte, nicht meine. Samantha Harvey nimmt die Leser in ihrem Roman 16mal mit um die Erde – denn so viele Erdumrundungen schafft die Raumstation in 24 Stunden. Das was auf der Erde ein Tag und eine Nacht ist – klar strukturiert von Sonnenauf- und -untergang, macht die sechs Astronauten verrückt. Oder vielmehr – sie müssen lernen, sich davon nicht verrückt machen zu lassen. Denn sie erleben 16 Sonnenaufgänge, 16 Sonnenuntergänge innerhalb dieses Zeitraums – und das jeden Tag. Da wird einem schon beim Lesen schummrig… Nicht nur einmal habe ich mich als Leser gefragt: könnte ich das? Könnte ich mit den Bedingungen umgehen, in die sich die sechs Raumfahrer – vier Männer und zwei Frauen – freiwillig begeben haben? Worin besteht ihr Tagesablauf? Wie kommen sie mit der Schwerelosigkeit zurecht? Woran denken sie, wenn sie aus den Sichtfenstern der Raumstation schauen? Man muss sich bewusst sein, dass dieser Roman keine actiongeladene Science Fiction-Geschichte erzählt. Ganz im Gegenteil. Als würde man selbst mit in der Schwerelosigkeit schweben, driften die Gedanken durch Zeit und Raum. Mal begleiten wir die Asiatin Chie, die im All gerade die Nachricht vom Tod ihrer Mutter erhalten hat. Mal vermissen wir mit Pietro die italienische Großfamilie. Mal schauen wir mit dem russischen Kosmonauten Anton hinunter auf eine Welt, auf der keine Grenzen erkennbar sind – obwohl es doch da unten auf der Erde politisch permanent darum geht, Landesgrenzen zu erhalten, zu sichern, zu verteidigen. Dies ist kein Buch zum schnellen Durchlesen. Es ist eins, das man betont langsam lesen sollte, wenn man den Anspruch hat, sich mit den von der Autorin angesprochenen Themen auseinanderzusetzen. Teilweise klingt es wie ein Philosophieren, teilweise werden aber auch die Fakten des (herausfordernden) Alltagslebens in der Raumstation dargestellt. Samantha Harvey hat für diese Darstellung den Booker Prize 2024 für das beste englischsprachige Buch des Jahres erhalten. Zu Recht? Das muss jeder für sich entscheiden. Die Autorin betrachtet die Erde und ihre Menschen von oben, wirft im wahrsten Sinne des Wortes mit Abstand einen Blick auf den Planeten. Wer für eine gute und inhaltsreiche Lektüre keinen klassischen Plot braucht, sondern seine Gedanken schweifen lassen möchte, ist mit diesem Roman gut beraten.

Nachhallende Liebeserklärung an die Erde
Sechs Astronauten, zwei Frauen und vier Männer aus verschiedenen Nationen, schweben in einer Raumstation durchs All. Losgelöst vom Alltag der Menschen auf der Erde, arbeiten, essen, schlafen, wachen, beobachten und denken sie eng beieinander. Die Geschichte erzählt sich innerhalb von 24 Stunden, während denen die Raumstation 16 mal (Kapiteleinteilung) die Erde umrundet, also alle 90 Minuten wieder. Es gibt kaum Handlung, dafür umso mehr erzählerische Reflektionen und poetische Feinheit. Durch die Augen der Astronauten sehen wir die unermessliche Schönheit der Erde, ihre Erschütterung durch die Naturkatastrophe eines Taifuns und ihre Gedanken zu allem, was für sie Bedeutung hat. Von dort oben sieht man keine Grenzen, keine Kriege, keine unterschiedlichen Nationen und Länder, nur Wasser oder Land. Ich bin geflasht von diesem poetischen Kleinod eines Romans, aber zwischenzeitlich fühlte ich mich auch sehr verletzlich, klein und unbedeutend angesichts der schieren Weite des Weltalls. Ein ungewöhnlicher, faszinierender Roman – was für ein berührendes Leseerlebnis!
Keine richtige Handlung, poetisch & lyrisch allerdings wahnsinnig gut 😮💨📚
Mein erstes Bibliotheks-Buch ,,Umlaufbahnen'' 🙌🏼 In 90 Minuten wird einmal in der Raumstation ISS die Welt umrundet. Das heißt 16 mal am Tag! Samantha Harvey hat einen stillen, lyrisch starken & philosophischen Roman erschaffen. Die Astronaut*innen sind der Amerikaner Shaun, die Japanerin Chie, der Italiener Pietro, die Engländerin Nell und zwei Russen Namens Anton und Roman. Sie sind für viele Monate auf der ISS eingeschlossen, forschen auf unterschiedlichen Gebieten, versuchen ihre Tage mit Routinen zu überstehen. Wir erfahren ein wenig über das irdische Leben der genannten Personen, über einen Todesfall, aber hauptsächlich über die Beschreibungen der verschiedenen Gefühlslagen. Es ist kein ,,Science-Fiction-Action'' Roman, sondern eher angelegt an Fragen der Zeit, was macht das Weltall und das Leben auf der ISS mit den Protagonist*innen, wie geht es den Familienmitgliedern? Was vermissen oder bereuen sie? Was ist der Sinn des Lebens? Warum gibt es Kriege? Die Erde hat eine überwältigende Schönheit, aus dem All heraus sieht man keine Grenzen, keine Kulturen, keine Konflikte - nur die pure Schönheit dieses außergewöhnlichen Planeten. Während des Lesens ist mir aufgefallen, dass jeder einzelne Satz durchdacht ist und mit einer poetischen Präzession verfasst wurde. Es gibt zwar keine ,,richtige'' Handlung, keine ,,Anführungszeichen'', doch der Roman hat eine überwältigende Atmosphäre geschaffen und hat mich auf eine ungewöhnliche Art und Weise zum Staunen gebracht. Wer Lust hat, auf eine literarische Reise, dem kann ich diese Buch nur empfehlen!

Astronauten, Kosmonauten, Raumfahrt- all das hat mich nie interessiert. Dennoch habe ich aus einem Impuls heraus nach „Umlaufbahnen“ gegriffen. Und Samantha Harvey schafft es, dass ich Sehnsucht nach dem Weltraum habe und nur zu gern einen Blick auf die Erde aus 400km Entfernung werfen würde. Es geht um Nell, Pietro, Shaun, Chie, Roman und Anton, die in ihrer Raumstation die Erde Umrunden: Einmal in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Wie kann es aussehen, wenn sechs Menschen auf engem Raum weit weg von der Heimat miteinander leben, völlig losgelöst vom irdischen Alltag? Wie sieht so ein Leben in einer Raumstation aus? Wie prägt es Körper und Geist, monatelang in einer Raumstation zu leben? Und wie ist das, die Erde immer wieder von oben zu sehen- die Erde als Ganzes- ohne die vom Menschen gemachten Grenzen, ohne Kriege und Politik? Umlaufbahnen hat mich sehr bewegt. Mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen. Samantha Harvey braucht weder Kitsch noch viel Pathos um bewegende Bilder zu schaffen. Bilder, so kraftvoll und harmonisch wie Symphonien. Man taucht in die Geschichten der sechs Protagonisten ein, erfährt, was sie antreibt, was sie bewegt – und warum ihre Sehnsucht nach dem Weltraum so groß ist, dass sie ihre Lieben auf der Erde für Monate zurücklassen Umlaufbahnen hat mich berührt und begeistert- ich kann es von Herzen empfehlen. Auch, weil es mir viele ganz grundlegende Dinge noch einmal vor Augen geführt hat: Dass wir Menschen in Anbetracht der Weiten des Universums unbedeutend sind- unser Leben nur ein Wimpernschlag in der Geschichte. Und dennoch haben wir scheinbar den starken Drang unseren Planeten so gut es geht auszubeuten.
Völlig losgelöst und schwerelos schweben sechs Astronauten in der russischen Raumstation und arbeiten ihre Forschungsroutinen ab. Dazwischen philosophieren sie, bzw. die Autorin über die Zerbrechlichkeit ihrer eigenen Existenz und die der Erde.
Die erste, die zweite und vielleicht auch noch die dritte Umlaufbahn wird interessant beschrieben. Da sind alle Abläufe noch neu, die Gefühle noch unbekannt. Doch wiederholt sich alles in den nächsten Umlaufbahnen und nach der 16. kann man endlich aufatmen, weil dann das Buch endlich zu Ende ist. Gelegentlich, eher selten findet man im Text schön formulierte Gedanken und Sätze, ansonsten eignet sich der Roman hervorragend als Einschlafhilfe für Leser mit Schlafstörungen.
Einfach wunderschön, schwerelos und gleichzeitig mit so viel Tiefe…
Der Roman „Umlaufbahnen“ von Samantha Harvey hat mich wirklich begeistert! Im Laufe eines Tages, in dessen Zeit die Raumstation 16 Erdumrundungen vollzieht, begleitet dieser Roman sechs Astronauten mit all ihren Gedanken, Gefühlen und Sehnsüchten. Unter ihnen gleitet die Erde hinweg, sie erleben innerhalb eines Tages 16 Sonnenauf- und untergänge, sie treiben über Kontinente und Ozeane dahin … und all das beschreibt die Autorin so visuell spannend und poetisch, dass man sich mitten wie im Raumschiff fühlt. Gleichzeitig begleitet der Roman die sechs Personen mit all ihren Gedanken, Ihren persönlichen Verlusten, ihrem Schmerz und auch ihrer unbändigen Freude. So leicht sich auch viele der Sätze in diesem Roman anfühlen, fast schwerelos, so schwer sind sie doch in ihrer Bedeutung und auch Tiefe. Dieser Roman behandelt mit Leichtigkeit die großen Fragen der Menschheit und hat mich sehr nachdenklich, aber auch zufrieden zurückgelassen. Ein wirklich großartiger Roman und definitiv eines meiner Jahres-Highlights!
6 Astronaut*innen aus verschiedenen Nationen umkreisen in einer Raumkapsel die Erde - 90 Minuten dauert eine Umrundung, 16 Umrundungen sind es an einem Tag. Über Monate leben die 6 auf engstem Raum zusammen, machen wissenschaftliche Versuche und beobachten und fotografieren die Erde von oben. Ich dachte, ich interessiere mich nicht für Raumfahrt, bis ich dieses Buch gelesen habe. Zum Einen erfährt man sehr viel technisches über Raumfahrt und wie der Alltag in einer Raumkapsel ist. Zum Anderen gelingt es der Autorin durch die sehr schöne Sprache und die poetischen Beschreibungen des Ausblicks auf die Erde und auf das All, dass man sich fühlt, als würde man selbst durchs All schweben und all diese Bilder sehen. Die teils banalen teils philosophischen Gedanken der Raumfahrer*innen und ihre Empfindungen vervollständigen das Buch und lassen die Leser*innen mit einem neuen Blick auf unser Leben und unseren Planeten zurück. Ich habe extra langsam gelesen, weil mir das Buch so viel Freude gemacht hat, dass ich nicht wollte, dass es zuende ist.
Besondere Betrachtungen
Dies ist ein Buch zum Innehalten. Einerseits erfährt man viel über den Alltag der Astronauten und Kosmonauten auf der ISS und zwar abseits von dem, was man in amerikanischen Blockbustern erfährt. Aber letztendlich geht es um die Menschen, im einzelnen und insgesamt. Bei jeder neuen Umrundung der Erde steht eine andere Person oder ein anderer Gedanke im Fokus. So lässt sich das Buch Stück für Stück genießen. Dies ist keine schnelle Lektüre, nehmt euch Zeit und lasst sie wirken.
Es passiert überhaupt nichts...
221 Seiten, in denen die Handlung mehr als übersichtlich ist und doch ist das Buch ein Highlight für mich. Liegt vielleicht an der ungewöhnlichen Perspektive, denn nicht viele Bücher spielen auf der ISS. Oder an den Protagonisten, die man nur mit Vornamen kennen lernt, nur stückweise erfährt man ihre Lebensgeschichten. Vieles davon wird mir noch lange im Kopf bleiben, denn trotz weniger Seiten und noch weniger Handlung ging das Buch bei mir richtig unter die Haut. Toll!
“Aber es gibt keine neuen Gedanken. Nur alte, die in neue Momente hineingeboren werden - und in diesen Momenten lautet der Gedanke: Ohne die Erde sind wir alle erledigt. Nicht eine Sekunde würden wir ohne ihre Gnade überleben, wir sind Seefahrer auf dunkler, gefährlicher See, ohne unser Schiff würden wir ertrinken.” (S. 19) “Orbital” (dt. “Umlaufbahnen) hat dieses Jahr den Booker Prize gewonnen. Durch englischsprachige Booktuber hatte ich den Roman bereits seit dem Frühjahr 2024 auf dem Schirm, wobei durchaus gemischte Reaktionen zu verzeichnen waren. Der Gewinn kam auch für Samantha Harvey laut eigener Aussage überraschend, war doch “James” von Percival Everett der am wahrscheinlichsten gehandelte Gewinner. Warum also “Umlaufbahnen” (aus dem Englischen von Julia Wolf bei @dtv)? Ein handlungsarmer, kurzer Roman über vier Astronaut:innen und zwei Kosmonauten auf einer Mondmission, die sich selbst und den “Blauen Planeten" von außen reflektieren. Der eingangs zitierte Satz zeigt schon, dass das Buch für zwei Arten von Lesenden nicht geneigt ist: Für solche, die kein prosaisches Pathos und metaphorische Verkünstelungen mögen und für solche, die Action sprich Handlung in einem Roman brauchen, um ihn genießen zu können. Ich bin eine sehr sprachaffine Leserin, weshalb mich Harvey stellenweise überzeugen konnte. Dennoch: Will ich als Lesende dauernd darauf hingewiesen werden, dass das Leben kurz und ein ganz schönes Nichts angesichts der unendlichen Weiten des Alls und der Ewigkeit ist. Hm, nicht unbedingt. Trotz der schönen Prosa und eindrücklichen Sinnbildlichkeit hat mich die Lektüre leider etwas runtergezogen. Dazu kommt der problematische politische Aspekt, der einigen Rezensent:innen sauer aufgeschlossen ist, nämlich die Russland-Problematik. Manche unterstellen Harvey Sympathien für das Putin-Regime, weil hier zwei russische Kosmonauten positiv dargestellt werden, die sich nach ihrer Heimat sehen - und die Ukraine mit keinem Wort erwähnt wird. Ja, schwierig - aber muss man Literatur immer politisch deuten, zumal in einem Roman, in dem es um die Menschheit geht, von einem ganz universellen Standpunkt aus? Es ist einfach ein Fakt, dass Russland eine der beiden großen Raumfahrtnationen ist. Gibt es überhaupt noch sowas wie “l'art pour l'art” und darf man nach dem 24.2.2022 als außenstehende Person - Samantha Harvey ist Engländerin - überhaupt noch etwas über russische Menschen schreiben? Im Roman wird der Konflikt zwischen den russischen Kosmonauten und den amerikanischen, japanischen und europäischen Astronaut:innen ad absurdum geführt, weil es zwischen den Raumfahrenden keine Grenzen und politischen Konflikte gibt, sie ihnen aber z.B. durch getrennte Toiletten von den unterschiedlichen Raumfahrtbehörden aufoktroyiert wurden. “Wenn doch Politik wirklich nur Pantomime wäre”, heißt es an einer Stelle im Roman. Ist dies also ein unpolitisches Manifest und völlig absurd, dass manche der Autorin Gegenteiliges unterstellen? Die Heimatstädte der sechs Raumfahrenden - Seattle, Osaka, London, Bologna, Moskau und St. Petersburg - sind aus dem All betrachtet plötzlich alle in weite Ferne gerückt. Die geografischen Beschreibungen sind kenntnisreich und interessant, fühlen sich aber oftmals nach “erzählendem Sachbuch” an. Sicherlich lernt man einiges über die alltäglichen Vorgänge im Weltall, ansonsten besteht die Handlung lediglich aus den Reflexionen der Autorin und den Gedanken der sechs Personen im All. Das Buch ist sehr philosophisch und “deep”, wie man heute sagen würde. Die Gedanken über das Gemälde “Las Meninas” von Velàquez, das Shaun von seiner Frau als Postkarte in den Weltraum mitbekommt, haben mir gut gefallen. Ansonsten war mir der philosophische Diskurs “über Gott und die Welt” ein bisschen zu viel aufgetragen, vor allem auf dem engen Raum dieses kurzen Romans. Die Gedanken an die Raumstation an sich und ihre Enge lösten bei mir öfters klaustrophobische Gefühle aus und ich fragte mich das Gleiche, was sich die Zufallsanruferin fragt: Warum das alles? Die Selbstzweifel, die die Weltraumreisenden zuweilen befallen, sind mehr als nachvollziehbar: “Warum solltest du das tun? Versuchen, an einem Ort zu leben, an dem du nie gedeihen kannst?” (S. 83) An manchen Stellen habe ich einen gewissen Nihilismus herausgelesen und Zweifel gegenüber allem menschlichen Streben. Wie hoch ist der Preis, den wir für den immer größeren Wissenserwerb zahlen? Es ist mir nach der Lektüre unmöglich zu sagen: Dieses Buch ist gut oder schlecht. Ich kann nur sagen, ich habe mich beim Lesen oft überfordert gefühlt und auf unangenehme Weise überwältigt. Für den “Booker Prize” hätte ich es persönlich nicht ausgewählt. Zu viel Pathos und zu viel Negativität. Wenn man Depressionen hat, sollte man nicht zu diesem Buch greifen. Andererseits kann ich auch nachvollziehen, dass viele den Roman feiern. Es könnte durchaus sein dass das Buch angesichts seiner universellen Thematik die seltene Kraft hat, die nur ganz wenige literarische Werke haben: Es kann nach der Lektüre die Sicht der Lesenden auf die Welt verändern - und hier im wortwörtlichen Sinne die Sicht auf den tatsächlichen Planeten Erde. Es kann ein Zusammengehörigkeitsgefühl mit unseren Mitmenschen auslösen, denn es ist an uns und uns allen allein, dass wir diesen blauen Planeten so gut es geht schützen. Kann, muss aber nicht, wie man an meiner Leseerfahrung sieht. Schwierig, schwierig.

Ein sehr ungewöhnliches, ausgesprochen schönes, harmonisches, nachdenkliches Buch mit vielen Gedanken über die Menschheit, das Leben, die Natur und die Zivilisation auf unserem Planeten Erde. Die Erfahrungen der Astronauten an Bord der ISS aus 400 km Entfernung erlauben einen unaufgeregten Blick auf die Erde, wenn auch teilweise etwas sehr schwärmerisch. Aber vielleicht wird es ja auch längst Zeit, in der von den meisten eher unterkühlt erlebten Wissenschaften und Technik wieder mehr Gefühl und Emotionalität zuzulassen. Möglicherweise ist das Buch sogar Vorreiter für eine Wiederkehr der Romantik in der Literatur?
Völlig losgelöst und doch im Orbit gefangen.
Ein schönes Buch um die Gedanken für ein paar Stunden schweben zu lassen, aber keine Mondlandung. Die Autorin schafft es eindrücklich das Erlebnis der Astronaut:innen auf einer Raumstation zu vermitteln. Das Gefühl der Schwerelosigkeit, die Bedeutungslosigkeit des irdischen im Angesicht der Unendlichkeit, das stramme Korsett der täglichen Routine. Hier punktet das Buch in meinen Augen und entführt in eine fremde Realität. Die Beschreibungen der überflogenen Erde ufern hingegen aus und wirken bisweilen nur wie Füllwerk, in das auf Gedeih und Verderben möglichst viele „stimmungsgenerierende“ Adjektive und Ortsnamen gepfercht wurden. Für meinen Geschmack wäre weniger mehr gewesen. Das Konzept der 24 beschrieben Stunden unterteilt in 16 Kapitel zu je 1,5 Stunden ist an und für sich klug, ich wurde damit aber nicht so richtig warm. Es stellte sich kein Lesefluss ein und ich legte das Buch öfters wieder ins Regal. Der beobachtete Taifun als roter Faden zum irdischen Geschehen war in Ordnung, da die Charaktere jedoch nur stilisiert beschrieben werden auch nicht besonders fesselnd.

Sehr tiefsinnig oder sehr belanglos?
Zusammen mit den sechs Astro- und Kosmonauten aus der ganzen Welt schweben wir in Samantha Harveys Text durch den (erzählerischen) Raum. Zum Glück wusste ich schon, dass der Roman sehr ruhige Töne anschlägt - denn sonst hätte ich das Buch wahrscheinlich abgebrochen. Tatsächlich habe ich den Kniff, eine für Außenstehende so aufregende Umgebung wie den Weltraum mit dem (manchmal vielleicht banalen) Sinnieren über die Fragen der Menschheit zu verbinden, in großen Teilen genossen. Hätte ich den Roman nicht als Hörbuch gehört, hätte ich mir sicher auch ein paar Sätze angestrichen. Trotzdem beschlich mich ab der Hälfte das Gefühl, dass es sich Harvey literarisch etwas einfach gemacht hat. Aus einigen kurzen Episoden hätte man für meinen Geschmack viel mehr rausholen können - auch ohne große Plottwists oder actionreiche Entwicklungen. Besonders denke ich da an das zufällige Funkgespräch mit der Erde, welches einen wunderbaren Humor hatte, der aber für mich vollkommen verpuffte. Ich kann also durchaus verstehen, warum einige den Text und seinen Inhalt als derart belanglos empfinden. Auch wenn ich die intelligenten Ideen der Autorin zu schätzen weiß, hat mich der Roman aber am Ende auch etwas gelangweilt.
„Umlaufbahnen“ erzählt den Alltag von man sechs Personen, Astronauten und Kosmonauten auf einer Raumstation. Die Autorin Samantha Harvey nutzt diesen scheinbar ereignisarmen Rahmen, um tief in die Gedankenwelt ihrer Figuren einzutauchen. Es geht um Erinnerungen, Verluste und die Verbindung zur Erde – erzählt in einer ruhigen, poetischen Sprache. Ich habe anfangs etwas gebraucht, um mich einzufinden, bin dann aber doch gut reingekommen. Der Roman ist still, aber eindringlich, und lädt dazu ein, über das Menschsein, Zeit und Vergänglichkeit nachzudenken. Und er gibt tatsächlich ziemlich spannende Einblicke in das Leben auf einer Raumstation und was das mit den Menschen dort macht, aber auch, was das für ihre Angehörigen bedeutet. Kein actionreiches Weltraumabenteuer, sondern eine feinfühlige, meditative Reflexion in der Schwerelosigkeit.
Characteristics
7 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Von oben betrachtet sieht die Welt gleich ganz anders aus
Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2025 in der Kategorie Übersetzung
Sechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Den Planeten Erde umkreisen sie in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Die zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Nationen arbeiten, essen und schlafen auf engstem Raum – und doch ist alles losgelöst vom Alltag, Schwerkraft und Zeitempfinden sind außer Kraft gesetzt. Was passiert, wenn man seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? In dem Zeitraum von nur einem Tag, während die Sonne sechzehnmal auf- und untergeht, betrachtet dieser ungewöhnliche, kraftvoll poetische Roman die großen und kleinen Fragen der Menschheit und bringt uns der Schönheit des Universums ganz nahe.
»Ich wusste nicht, wie sehr mir dieses Buch gefehlt hat, bis ich es gelesen habe. Dieser Roman lässt die schönsten Tränen fließen.« Ruth-Maria Thomas
Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2024 und Hawthornden Prize for Literature 2024, nominiert für den Orwell Prize for Political Fiction 2024 sowie den Ursula K. Le Guin Prize 2024
Book Information
Author Description
Samantha Harvey, 1975 geboren, ist eine britische Schriftstellerin von mehreren Romanen und einem Memoir. Ihr literarisches Werk erhielt hymnische Besprechungen und wurde für viele renommierte Preise nominiert, u. a. den Man Booker Prize und den Women’s Prize for Fiction. Sie lebt in Bath und unterrichtet dort Kreatives Schreiben. ›Umlaufbahnen‹, ihr fünfter Roman, wurde für mehrere Preise nominiert und mit dem Booker Prize 2024 ausgezeichnet.
Posts
Ein kleiner blauer Punkt inmitten des großen Universums
Sechs Astronauten auf ihrer Sechsmonat-Mission auf der ISS: Ein Leben in der Schwebe. Anders und doch routiniert, unbequem und doch wundervoll. Gemeinsam mit Samantha Harvey folgen wir den Spuren von sechs fiktiven Raumfahrern in ihrem weniger fiktiven Leben. Detailgenau recherchiert begleiten wir die Forscher und Entdecker auf ihrer Reise an den Rand der Menschheit und in die Mitte der Menschlichkeit, finden einen neuen Blickwinkel auf die Erde, aus der Ferne und doch ganz nah. Weder optimistisch noch pessimistisch berichtet ein allwissender Erzähler von immer gleichen Umlaufbahnen, die doch immer wieder faszinieren und die Menschen und ihre Probleme so allumfassend belanglos werden lassen. Samantha Harvey hat es, mit klugen Worten und Gedankenspielen, geschafft, die Menschheit als Ganzes zu erfassen, gleichzeitig so ignorant unbedeutend und so wunderbar bestaunenswert in ihrer verbohrten Hartnäckigkeit. Kein Buch zum Nebenbeilesen sondern eines zum Verweilen, Nachdenken und Träumen: Zum Schweben. Und zum Wiederlesen.

"U" der A-Z Challenge "Von der Raumstadion aus betrachtet ist die Menschheit ein Wesen, das sich nur bei Nacht blicken lässt. Die Menschheit ist das Licht der Städte und die beleuchteten Glühfäden der Straßen. Bei Tag ist sie verschwunden. Sie wird unsichtbar." "Ich habe im Mutterleib beschlossen, dass ich Astronaut werden will, sagt Roman zu einem Raum voller Leute. Vor meiner Geburt, als ich Sauerstoff durch die Nabelschnur aufnahm, als ich schwerelos schwamm, als ich die Unendlichkeit kannte, weil ich erst vor kurzem aus ihr gekommen war, da habe ich entschieden, Astronaut zu werden." Ich habe in mehreren Rezensionen gelesen, dass dieses Buch eine Liebeserklärung an die Erde sei. Ganz genauso habe ich es auch empfunden. Wir begleiten sechs Astronauten und Kosmonauten der Raumstadion einen (Erden-)Tag lang auf ihrem Weg um die Erde. Sie umkreisen die Erde in diesen 24 Stunden 16 mal, die Besatzung erlebt 16 Sonnenauf- und untergänge. Man erfährt viel über den Alltag und die Aufgaben der Besatzung und die nicht nur physische, sondern auch psychische Belastung, die ein 9monatiger Aufenthalt mit sich bringt. Trotz der unterschiedlichen Weltanschauungen, Glauben, Träume und Gedankengänge eint sie alle die Leidenschaft zur Raumfahrt. Die Liebe der Autorin zur Philosophie ist im ganzen Buch präsent, drückt sich aus in der Sprache und in der Darstellung der Charaktere. Von mir gibt's eine Leseempfehlung ⭐ für alle, die auf eine "richtige" Handlung verzichten können
Manchmal lese ich ganz gerne Bücher über Raumfahrt, das Weltall und andere Galaxien, kannte diese bisher jedoch wahlweise als Sachbücher oder Science Fiction. Das ist hier erfrischend anders: Obwohl „Orbital“ (dt. „Umdrehungen“) im Weltall spielt, handelt es sich um Literatur der Gegenwart. Der mit 138 Seiten in der englischsprachigen Ausgabe recht kurze Roman (oder: die Novelle?) nimmt uns mit auf einen durchaus realitätsnahen Tag auf der Internationalen Raumstation ISS. Wir folgen sechs Astronaut:innen aus verschiedenen Ländern dabei, wie sie ihr Tagwerk verrichten, währenddessen ganze 16 mal die Erde umkreisen und dabei beschreiben, was sie beobachten, fühlen, denken und was das Erlebte mental und physisch mit ihnen macht. Durch die kurzen, nach Umdrehungen aufgeteilten Kapitel und die repetitive Aufzählung vorbeiziehender Länder und Landschaften gelingt es Samantha Harvey sehr gut, den Lesenden das Gefühl zu vermitteln, selbst an Bord der ISS zu sein und immer wieder die Erde zu umkreisen. Der Roman lebt von der Mischung aus Beschreibungen des Besonderen und des Gewöhnlichen. Wer eine spannende Handlung erwartet, dürfte sich vermutlich langweilen, doch wer sich darauf einlässt, wird mit einem schönen Leseerlebnis und einem liebevollen Blick auf unseren Heimatplaneten belohnt. Ich mochte die Eindrücke des Lebens auf der ISS ebenso wie die geschilderten Empfindungen, Gedankengänge und Beobachtungen wie die Bemerkung, dass vom Weltall aus nicht nur keine zwischenstaatlichen Grenzen erkennbar sind, sondern die ganze Menschheit bei Tage nicht auszumachen ist: „From the space station’s distance mankind is a creature that comes out only at night. Mankind is the light of cities and the illuminated filament of roads. By day, it’s gone. It hides in plain sight.” Daher würde ich das Buch all jenen empfehlen, die auch mal eine ruhige Erzählung lesen möchten. Wer nur plotgetriebene Bücher mag, findet hier eher nicht das Richtige.

Kurzer, guter Roman
Wer von uns hat sich nicht schon gefragt, wie es ist im all zu sein ? Ein Astronaut zu sein? Der Roman gibt einen einen kleinen Einblick in diese Welt. Der Schreibstil war für mich etwas schwierig, daher habe ich nicht sofort in die Geschichte finden können. Aber der Roman war trotzdem ein toller Eindruck über die sich von Astronauten, den Blick auf die Erde und den Gedanken mit denen man dort oben allein ist.
"[...]Wenn die Luke geöffnet wird, du aus der Druckschleuse ins All heraustrittst und dich frei kämpfst, wenn du loslässt, siehst du zwei Objekte im Universum - die Raumstation und die Erde."👩🏻🚀🌌 *Zitat Astronautin Chie*
"[...]und es ist überhaupt nicht mehr beängstigend, viel mehr ein Anblick von solcher Pracht, dass es dir den Verstand sprengt." *Zitat Astronautin Chie* "Umlaufbahnen", von Samantha Harvey, hinterließ einen sanften Nachhall. Wir begleiten sechs Astronauten in ihrem Alltag oben im Weltall. Von wissenschaftlicher Arbeit, über persönlichen Gedankengängen, bis hinzu Weltraumspaziergängen. Nichts bleibt da aus. Die Autorin hatte es geschafft eine Balance zu schaffen zwischen schweren Themen (z.B. Politik, Klima, Psychologie u.v.m) und einer Leichtigkeit in ihren Formulierungen. Somit ließ sich das Buch angenehm lesen🥰. Aber nicht nur das, es hinterließ auch einen Nachhall und ließ mich so einiges hinterfragen und auch nachdenklich zurück. Samantha Harvey schaffte es ein detailliertes Bild, vom Alltag der Astronauten, zu formen, als ob ich mit oben in dem Raumschiff dabei wäre....als stille Beobachterin. Ein Buch was anders ist als das was man aus dem SciFi Genre kennt. Interessant waren nicht nur die wissenschaftlichen Themengebiete, sondern auch unter welchen Bedingungen ein Mensch körperlich und geistig fit sein muss, um dort hoch zu fliegen und das auszuhalten, über neun Monate hinweg. Ich kann jeder Person dieses Buch empfehlen, die etwas für den Alltag von Astronauten, hoch oben im Weltraum über hat.📖🥰
!["[...]Wenn die Luke geöffnet wird, du aus der Druckschleuse ins All heraustrittst und dich frei kämpfst, wenn du loslässt, siehst du zwei Objekte im Universum - die Raumstation und die Erde."👩🏻🚀🌌
*Zitat Astronautin Chie*](https://social-cdn.read-o.com/images/1742229966809-32.jpg)
Ein ruhiges, poetisches Buch, das einen Tag lang sechs Astronauten auf einer Raumstation begleitet und den Blick auf die Erde durch ein kleines Fenster richtet. In stillen Gedanken und langsamen Drehungen verschwimmen Grenzen, während die Erde aus der Ferne neu erfahrbar wird.
Orbit von Samantha Harvey ist ein kleines, stilles Buch mit einer fast meditativen Ausstrahlung. Es erzählt keine große, laute Geschichte, sondern lädt dazu ein, innezuhalten und zu beobachten. Über den Zeitraum eines einzigen Tages begleiten wir sechs Astronautinnen und Astronauten an Bord einer Raumstation, die lautlos die Erde umkreist. Der Blick aus dem All richtet sich immer wieder auf unseren Planeten: Ländergrenzen erscheinen und verschwinden, Kontinente drehen sich unter der Raumstation hinweg, alles betrachtet durch ein kleines Fenster, das zugleich Nähe und Distanz schafft. Dieser reduzierte Ausblick verstärkt das zentrale Thema des Buches – die Stille. Eine Stille, die nicht leer ist, sondern voller Gedanken, Erinnerungen und leiser Reflexionen. Harvey verwebt die inneren Monologe der Astronauten zu einem sanften Strom aus Wahrnehmungen und Gedanken. Die Perspektive aus dem Orbit relativiert das Menschliche, ohne es zu entwerten. Vielmehr entsteht ein Gefühl von Verbundenheit: mit der Erde, mit der Zeit, mit der Zerbrechlichkeit des Lebens. Orbit ist kein Buch für Eile oder Spannungssuche. Es entfaltet seine Wirkung langsam und leise. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer poetischen Betrachtung unserer Welt belohnt – gesehen aus der Ferne, durch ein kleines Fenster, und gerade deshalb von großer Intensität.

6 Astro-/Kosmonauten aus verschiedensten Ländern in einer beengten Raumstation, die 16mal am Tag die Erde umkreist. Was denken sie? Wie fühlen sie sich körperlich als auch mental? Welche Aufgaben haben sie ? Ich habe mir ehrlich gesagt, noch nie darüber Gedanken gemacht. Ich fand das Buch sehr eindrucksvoll. Allerdings hatte die Geschichte seine Längen.
Ein kurzes und sehr ungewöhnliches Buch. Dennoch wird meisterhaft das Leben auf der ISS und die dortigen Astronauten und Cosmonauten dargestellt. Zudem werden auch Themen vom Sinn des Lebens bis zum Klimaschutz auf sehr natürliche Art und Weise thematisiert. Ein schönes Buch, was einem Hoffnung macht!
📖 🏆 Hawthorndon & Booker Prize 2024🥇
Eine Liebeserklärung an Mutter Erde, Auszug-Umlaufbahn Aufsteigend: 👨🚀 …war es doch nicht der Mond der sich in ihre Träume schlich, sondern der wilde Garten Weltall 🪐 außerhalb ihres eigenen Raumschiffs- der Garten, durch den sie alle zu irgendeinem Zeitpunkt gestreift sind. Und die ewige stahlblaue Faszination der Erde. 🌍 Absolut sprachgewandt die Autorin, ich hatte bereits gelesen, dass sie Philosophie studiert hat und daher war es mir bewusst was mich erwartet. Ich habe nicht das Gefühl gehabt das Buch schnell beenden zu wollen. Ich war selber ganz fasziniert beim lesen und verstehe auch warum ihr Buch und sie selbst mehrere Preise bekommen hat. 💚 Es lässt einen daran erinnern, wie schön unsere Erde tatsächlich ist. Wir sind nur ein Hauch Luft in ihrer Geschichte.
𝐚𝐛𝐠𝐞𝐛𝐫𝐨𝐜𝐡𝐞𝐧 - Konnte mich nicht abholen... leider😒
Ich bemerke, dass Samantha Harvey Philosophie studiert hat – und das spürt man in diesem Buch. Ein bildhaftes Szenario, das Leserinnen auf eine Raumstation mitnimmt, wo nicht nur die Umgebung, sondern auch das Innenleben der Protagonistinnen beschrieben wird. Ihre Sprache ist poetisch und eindringlich – man merkt, dass hier jemand schreibt, der das Denken liebt. Allerdings war der Einstieg für mich etwas zäh. Es wurde viel beschrieben, bevor ich eine Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte. Die vielen Beobachtungen, Wiederholungen und Reflexionen überwogen mir zu stark, wodurch ich leider in eine Leseflaute geriet. Schlussendlich habe ich das Buch 𝐚𝐛𝐠𝐞𝐛𝐫𝐨𝐜𝐡𝐞𝐧 – nicht, weil es schlecht geschrieben ist, sondern weil ich mich gerne in die Protas versetze und ein Abenteuer erleben möchte.😅 Cover: 5/5
"Die Erde ist eine Mutter, die darauf wartet, dass ihre Kinder zurückkehren, voller Geschichten und Begeisterung und Sehnsucht." Dieser Roman ist eine Liebeserklärung an unseren blauen Planeten. Wir befinden uns zusammen mit 4 Astronauten und 2 Kosmonauten im Weltraum und beobachten die Erde mi ihren Sonnenaufgängen und einem Taifun. Poetisch und völlig undramatisch erzählt die Autorin die Geschichte. Das Leben in dieser winzigen Kapsel in der Schwerelosigkeit wo trotzdem nichts schwerelos ist. Nicht die Gedanken an die Lieben auf der Erde, nicht die Sorgen um den Planeten. "Ohne die Erde sind wir alle erledigt." Das sind wir, und trotzdem halten wir an unserem zerstörerischen Tun fest. "Ein Planet, vom Verlangen geprägt und gestaltet." Von der immer größer werdenden Gier der Menschen. Dabei sind wir Menschen nur unbedeutende Statisten auf dieser, unserer Erde. So habe ich auch die Protagonisten in diesem Roman empfunden, sie sind nur Randfiguren. Der Star dieses Buches ist Mutter Erde. Große Leseempfehlung!🌎

"Umlaufbahnen" nimmt uns mit auf eine Raumstation, auf der sechs Astronauten und Kosmonauten neun Monate leben und forschen. Es ist keine Geschichte von packender Spannung, sondern sie lebt von den Beschreibungen und Beobachtungen des "All"tags - 24 Stunden in der Erdumlaufbahn. Der Roman erkundet den menschlichen Geist unter extremen Bedingungen, beschreibt die Isolation, und auch die überwältigende Schönheit des Alls, vor allem aber der Erde. Die Autorin beschreibt die beinahe meditative Monotonie des Orbits in entschleunigender Weise - fast tranceartig taucht man ein in den Tagesablauf auf der Erdumlaufbahn. Zeitgrenzen verschwimmen, Tag und Nacht lösen sich auf, die Astronauten sind gezwungen, sich mit der Stille, der Enge und der eigenen Psyche auseinanderzusetzen. Man taucht tief in die Gedankenwelt der Protagonisten ein, erlebt ihre inneren Monologe, die sich um die Natur der Existenz, die Bedeutung des Menschseins, und immer wieder um die Schönheit der Erde drehen. Wir erleben den blauen Planeten aus ganz anderer Perspektive, und erkennen gemeinsam mit den Figuren des Romans, wie wundervoll unser Heimatplanet ist. "Umlaufbahnen" ist eine ruhige, aber tief bewegende Reise in den Weltraum und den menschlichen Geist.
Umlaufbahnen schildert einen Tag auf einer Raumstation, auf der sechs Astronauten, vier Männer und zwei Frauen, aus den USA, Russland, Japan, Italien und Großbritannien, seit einigen Monaten zusammenleben. Neben ihrem Alltag und ihren Tätigkeiten werden auch ihre Reflektionen über diverse Themen beschrieben. Ich muss zugeben, dass ich mich mit der Bewertung dieses Buches etwas schwer getan habe. Es hat 2024 den Booker Prize gewonnen und wurde wohl recht gut rezensiert. Und ja, ich kann dies durchaus nachvollziehen. Aber mich persönlich hat dieses Buch nicht so ganz abgeholt, es war mir teilweise etwas viel Innerlichkeit - wobei das vielleicht auch einfach daran liegt, dass ich das richtige Buch zur falschen Zeit gelesen habe. Die Trilogie "Biographie einer Frau" von Julia Schoch, die auch sehr viel Innerlichkeit beinhalten und die ich einige Monate vor Umlaufbahnen gelesen habe, haben mir z.B. viel besser gefallen. Insofern geht mein Fazit von Umlaufbahnen so ein bisschen in die Richtung gutes Buch zur für mich falschen Zeit.
Sternebewertung fiktiv
Ich muss zugeben, die Neugier das Gewinnerbuch zu lesen, war größer als das Thema selber. Ich hatte Angst, dass die Geschichten zu abgehoben, zu technisch oder einfach zu unrealistisch sind. Aber „Umlaufbahnen“ von Samantha Harvey hat mich eines Besseren belehrt. Dieses Buch ist so viel mehr als nur Science-Fiction – es ist eine eindrucksvolle Reflexion über das Leben, unsere Welt und unseren Platz darin. Sechs Astronauten, unterschiedlich in Herkunft, Charakter und Lebensweg, teilen sich auf engstem Raum eine Raumstation. Ihr Alltag besteht aus Verzicht, Isolation und einem spektakulären Blick auf die Erde. Alle 90 Minuten umrunden sie unseren Planeten, sehen Wetterphänomene, Naturkatastrophen und das pulsierende Leben aus einer Perspektive, die für uns unvorstellbar ist. Samantha Harveys Schreibstil hat mich wirklich berührt. Sie schafft es, Wissenschaft und Nature Writing so miteinander zu verweben, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, selbst an diesem Fenster zur Erde zu sitzen. Es ist faszinierend, wie sie die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Planeten einfängt und gleichzeitig die Einsamkeit und die Opferbereitschaft der Astronauten so greifbar macht. Besonders nachts entstehen in diesem Buch Momente, die mich tief bewegt haben. Man spürt förmlich, wie winzig und verletzlich wir sind, wenn man die Erde in völliger Dunkelheit beobachtet. Harvey zeigt nicht nur das Leben der Astronauten, sondern lenkt unseren Blick auch auf Menschen am Boden – wie Seefahrer, die den Naturgewalten ausgesetzt sind und täglich um ihre Existenz kämpfen. Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten, sondern zum Nachdenken gebracht. Es hat mir gezeigt, wie klein wir doch eigentlich sind und wie groß die Welt um uns herum ist. Es ist ein stilles, aber unglaublich kraftvolles Buch, das ich wirklich jedem empfehlen kann, der bereit ist, die Erde einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Es ist eine tiefgründige Reise zu uns selbst und zu unserem Planeten. Ein beeindruckendes und berührendes Leseerlebnis. Ein Must Read für alle, die sich nach neuen Perspektiven sehnen. Eine Einladung, unsere Welt neu zu betrachten, demütig, respektvoll und staunend.
Ein kritischer Blick auf die Gesellschaft, verpackt in eine Weltraummission.
Vier Astronauten und zwei Kosmonauten reisen für sechs Monate ins Weltall, genauer gesagt, in die Umlaufbahn der Erde um dann täglich die Erde alle 90 Minuten wellenartig zu umrunden. Sie erleben täglich 16 Sonnenauf- und -unter-gänge. Auf dieser Mission begleiten wir das Team für 24 Stunden durch den streng getakteten Tagesablauf. Man erhält sowohl persönliche Einblicke in die Lebensgeschichten der Forschenden als auch in den Arbeitsalltag an Bord der Sonde. Nach einem für mich holprigen Einstieg in die doch sehr sachlich beschriebene Geschichte war ich echt interessiert an allem, was noch dahinterstecken könnte. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wofür die Szenerie stehen kann. Ich empfand das Buch mega anregend und dachte an Themen wie den Arbeitsmarkt, den Klimawandel, den gesellschaftlichen Wandel, Krieg und Frieden.
2025_#13 🚀🧑🏻🚀 "Auf die Erde werden sie als Fremde zurückkehren. Außerirdische, die sich in einer verrückten, neuen Welt zurechtfinden müssen."
Ich hatte mich total auf das Buch gefreut und wurde leider eher enttäuscht 🙁 es hatte super schöne Passagen mit tollen, stimmungsvollen Beschreibungen und zum Teil wundervollen Denkanstößen. Ansonsten war es sehr repetitiv, was vermutlich die gewisse Eintönigkeit im All widerspiegeln soll, die durch die immer gleichen Abläufe entsteht, während man wieder und wieder die Erde umkreist. 🌍 Zudem gab es irgendwie überhaupt keine Geschichte... Leider wurde es dadurch für mich extrem langatmig und langweilig und ich musste mich relativ schnell durch die nicht mal 250 Seiten eher durchkämpfen. Schade🙁

Ich war sehr gespannt auf das Buch, dass 2024 den Booker Prize gewonnen hat. Samantha Harvey konnte mich nicht ganz überzeugen. Vor allem die langatmigen geographischen Beschreibungen der Erdumrundungen haben mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Die Personenbeschreibungen und deren Gefühlswelt werden großartig beschrieben. Hiervon hätte ich gerne mehr gelesen. Gelobt werden kann noch die Übersetzung von Julia Wolf.
Poesie des Weltalls
Gemeinsam mit 6 Astronauten ziehe ich meine Kreise um die Erde, sehe diesen Planeten in all seiner Pracht, erkenne Meere, Länder, Wüsten, Wälder und Gebirge. Ich sehe Stürme heraufziehen, Sonnenauf- und Untergänge, neue Tage heran brechen, Tage vergehen, 16 an einem Tag. Und ich sehe die Faszination des Weltraums und dass diese auch zwangsläufig immer direkt eine andere Faszination mit sich bringt: die für die Erde. Wie beim Auszug von zu Hause, lernt man das Elternhaus plötzlich aus der Ferne wieder zu lieben und zu schätzen, wird demütig und ertappt sich dabei, wie man nach dem Lesen in den Himmel blickte und an die dachte, die grad so weit entfernt da oben sind und mit Sehnsucht auf diesen farbigen, wunderschönen Stern schauen, auf dem wir leben. Der Roman gibt, ohne viel Handlung, faszinierende Einblicke in das Leben eines Astronauten, zeigt uns, wie relativ die Zeit ist und stellt philosophische Fragen, die einen über das ganze Leben nachdenken lassen und uns laut entgegen rufen: Ist unser Leben nicht ein absurdes Wunder? Ein Buch über Alles und Nichts, voller Poesie, voller Rauheit und Menschenfreundlichkeit, voller Philosophie und Liebe.
4 Astronauten, 2 Kosmonauten, die Beschreibung ihres Lebens auf einer Raumstation. Viel mehr passiert in dieser Geschichte nicht. Aber dennoch ist es so viel mehr, uns wird ein Blick auf unsere Erde gewährt , den wir ansonsten wohl nie bekämen. Und das in einer Ruhe und mit einer Poesie, die mich fasziniert hat. Wäre es mir nicht vehement empfohlen worden, es hätte mich wohl nie angesprochen. Es ist wunderbar.
1000% worth the hype! 🪐
Das war pure Poesie (und ich ärgere mich ein wenig, dass ich es auf Deutsch gekauft habe, weil ich eigentlich fast nur noch Originale lese, wenn sie aus dem Englischen kommen, um nichts zu verfälschen) 🌍✨ Auch wenn es keinen rechten Handlungsstrang gab, also keine krasse Storyline im klassischen Sinne, hat durch die Sprache genau das dieses Leseerlebnis so besonders gemacht. Die teils sehr tiefgründigen Gedankenund Beobachtungen zu unserem Planeten Erde, der Menschheit, der Evolution, berühren durch die einzigartige Perspektive „All“ noch einmal ganz anders. Und auch die Gedanken der Astronauten zu ihrem Einsatz in der Raumstation wirken so authentisch und ehrlich (Recherche Arbeit auch top), dass man ganz tief in diese doch sonst so fremde „Welt“ (pun intended) abtaucht. Teils musste man sich richtig konzentrieren, um den komplexen Gedanken folgen zu können. Do recommend!

Eines meiner liebsten drei Bücher aller Zeiten
Ein Tag im Leben von vier Männern und zwei Frauen, die auf einer international besetzten Raumstation um die Erde schweben: Sechzehn Erdumrundungen, sechzehn Sonnenaufgänge und ebensoviele Sonnenuntergänge. 👍👍👍👍👍 Eine Geschichte in Bildern, die unsere Phantasie nicht schöner malen könnte. Aber es ist kein Traum, sondern der demütige Blick auf die Welt, die Schönheit des blauen Planeten, die atemberaubende Schönheit der Erde. Völlig losgelöst: ein Gedicht in Romanform, eine Menschheitsgeschichte in 24 Stunden auf 220 Seiten, mehr nicht. Die Welt wäre eine bessere, wenn alle dieses Buch gelesen hätten.
Mit „Umlaufbahnen“ hat Samantha Harvey ein literarisches Werk geschaffen, das weit über eine klassische Erzählung hinausgeht. Der Roman spielt auf einer Raumstation, die in 24 Stunden sechzehnmal die Erde umkreist. In dieser Zeit begleitet die Leserschaft sechs Astronaut*innen aus verschiedenen Ländern, die nicht nur die Schönheit der Erde, sondern auch ihre Fragilität reflektieren. Harveys Ansatz ist außergewöhnlich: Es gibt keine konventionelle Handlung, keinen zentralen Konflikt. Stattdessen entfaltet sich der Roman durch die Gedanken und Gefühle der Astronaut*innen – ihre Sehnsüchte, Verluste, Ängste und die tiefgreifenden Einsichten, die der Blick auf den Planeten aus dem All mit sich bringt. Diese introspektive Erzählweise erzeugt eine beeindruckende Atmosphäre, die sowohl meditativ als auch zutiefst emotional ist. Die Sprache ist zweifellos eine der größten Stärken dieses Buches. Mit atemberaubender Präzision beschreibt Harvey das Zusammenspiel von Naturphänomenen, Wissenschaft und Philosophie. Ihre Worte malen Bilder von der Erde, die gleichzeitig Ehrfurcht und Melancholie auslösen – von der stillen Weite der Ozeane bis hin zur Lichtverschmutzung der Großstädte. Dabei gelingt es ihr, wissenschaftliche Details mit poetischen Reflexionen zu verbinden, ohne jemals den Leser*innen das Gefühl zu geben, belehrt zu werden. Besonders eindrucksvoll ist, wie Harvey die Perspektive des Alls nutzt, um existenzielle Fragen nach der Bedeutung des Menschseins zu stellen und zu erforschen, wie sich der Blick auf die Erde und uns selbst verändert, wenn wir sie aus der Distanz betrachten. Die Antwort darauf liegt in der subtilen Einladung, über die eigene Position im Universum nachzudenken. Obwohl es keinen konventionellen Spannungsbogen gibt, ist die Lektüre keineswegs langatmig. Vielmehr entwickelt sich ein Sog, der die Leser*innen dazu bringt, Seite um Seite weiterzublättern, fasziniert von der sprachlichen Eleganz und den universellen Themen, die Harvey behandelt. „Umlaufbahnen“ ist ein Buch, das nicht einfach gelesen, sondern erlebt werden muss. Es ist eine hymnische Liebeserklärung an die Erde, eine leise Kritik an ihrer Zerstörung und eine nachdenkliche Meditation über die Zerbrechlichkeit des Lebens. Wer bereit ist, sich auf die poetische, philosophische und existenzielle Tiefe dieses Romans einzulassen, wird mit einer der intensivsten Leseerfahrungen belohnt, die die zeitgenössische Literatur zu bieten hat. Ein Werk, das den Booker Prize 2024 völlig verdient gewonnen hat – unbedingte Leseempfehlung! Aus dem Englischen von Julia Wolf.

Ein Buch, das anders ist und den wohl außergewöhnlichsten Blickwinkel auf den Mensch und sein Wirken auf dem Planeten Erde kreiert. Auch wir als Lesende verlieren das Gefühl für Raum und Zeit und lassen uns in der Schwerelosigkeit von einer philosophischen Frage zu nächsten zu treiben. Dabei wird der Ton nie belehrend, sondern bleibt stets mühelos und atmosphärisch. Ein Buch, das keine klare Handlung mit klassischem Spannungsbogen hat und doch so viel erzählt und in Erinnerung bleibt. 🪐🫶🏻
Samantha Harvey‘s „Umlaufbahnen“ ist für mich der Inbegriff von „no Plot - just vibes“! Nicht ganz meins. Warum ich das Buch dennoch empfehle, lest ihr in meiner ausführlichen Rezi.
„Nimm nur irgendein Wesen auf dieser Erde, denkt er plötzlich, und seine Geschichte wird die Geschichte der Erde beinhalten. Diese eine Kreatur kann dir alles erzählen. Die gesamte Geschichte der Welt, und ihre gesamte Zukunft“ (S. 176) Ich verstehe sehr, warum dieses Buch den Bookers Prize 2024 gewonnen hat. Eine schöne Sprache trifft auf Gedanke über die Welt und das Leben an sich. Dem konnte ich, die mit philosophischen Gedanken wenig anfangen kann, sehr gut folgen. Womit ich leider Probleme hatte, ist die fehlende Handlung. In Ansätzen ist sie natürlich vorhanden, aber für meinen Geschmack, die ich in Handlungen gern versinke und mich mit den Protagonist*innen identifiziere, sozusagen ihr Leben lebe, einfach zu wenig. Aber wie gesagt, ich verstehe, warum es viele so feiern. Ich möchte die Lektüre auch auf keinen Fall missen, das gibt es selten, bei einer nicht so guten Bewertung. Insofern: lest „Umlaufbahnen“, wenn ihr Ruhe im Kopf braucht. Das Buch beruhigt die Seele und zeigt, dass von oben betrachtet alles halb so schlimm ist!
Interessant, vielschichtig, philosophisch - diese Erzählweise muss man aber mögen.
Und wenn sich alles in Kreisen bewegt… „Brutal ist das Leben hier, unmenschlich, überwältigend, einsam, außergewöhnlich und großartig.“ Ihre Worte, nicht meine. Samantha Harvey nimmt die Leser in ihrem Roman 16mal mit um die Erde – denn so viele Erdumrundungen schafft die Raumstation in 24 Stunden. Das was auf der Erde ein Tag und eine Nacht ist – klar strukturiert von Sonnenauf- und -untergang, macht die sechs Astronauten verrückt. Oder vielmehr – sie müssen lernen, sich davon nicht verrückt machen zu lassen. Denn sie erleben 16 Sonnenaufgänge, 16 Sonnenuntergänge innerhalb dieses Zeitraums – und das jeden Tag. Da wird einem schon beim Lesen schummrig… Nicht nur einmal habe ich mich als Leser gefragt: könnte ich das? Könnte ich mit den Bedingungen umgehen, in die sich die sechs Raumfahrer – vier Männer und zwei Frauen – freiwillig begeben haben? Worin besteht ihr Tagesablauf? Wie kommen sie mit der Schwerelosigkeit zurecht? Woran denken sie, wenn sie aus den Sichtfenstern der Raumstation schauen? Man muss sich bewusst sein, dass dieser Roman keine actiongeladene Science Fiction-Geschichte erzählt. Ganz im Gegenteil. Als würde man selbst mit in der Schwerelosigkeit schweben, driften die Gedanken durch Zeit und Raum. Mal begleiten wir die Asiatin Chie, die im All gerade die Nachricht vom Tod ihrer Mutter erhalten hat. Mal vermissen wir mit Pietro die italienische Großfamilie. Mal schauen wir mit dem russischen Kosmonauten Anton hinunter auf eine Welt, auf der keine Grenzen erkennbar sind – obwohl es doch da unten auf der Erde politisch permanent darum geht, Landesgrenzen zu erhalten, zu sichern, zu verteidigen. Dies ist kein Buch zum schnellen Durchlesen. Es ist eins, das man betont langsam lesen sollte, wenn man den Anspruch hat, sich mit den von der Autorin angesprochenen Themen auseinanderzusetzen. Teilweise klingt es wie ein Philosophieren, teilweise werden aber auch die Fakten des (herausfordernden) Alltagslebens in der Raumstation dargestellt. Samantha Harvey hat für diese Darstellung den Booker Prize 2024 für das beste englischsprachige Buch des Jahres erhalten. Zu Recht? Das muss jeder für sich entscheiden. Die Autorin betrachtet die Erde und ihre Menschen von oben, wirft im wahrsten Sinne des Wortes mit Abstand einen Blick auf den Planeten. Wer für eine gute und inhaltsreiche Lektüre keinen klassischen Plot braucht, sondern seine Gedanken schweifen lassen möchte, ist mit diesem Roman gut beraten.

Nachhallende Liebeserklärung an die Erde
Sechs Astronauten, zwei Frauen und vier Männer aus verschiedenen Nationen, schweben in einer Raumstation durchs All. Losgelöst vom Alltag der Menschen auf der Erde, arbeiten, essen, schlafen, wachen, beobachten und denken sie eng beieinander. Die Geschichte erzählt sich innerhalb von 24 Stunden, während denen die Raumstation 16 mal (Kapiteleinteilung) die Erde umrundet, also alle 90 Minuten wieder. Es gibt kaum Handlung, dafür umso mehr erzählerische Reflektionen und poetische Feinheit. Durch die Augen der Astronauten sehen wir die unermessliche Schönheit der Erde, ihre Erschütterung durch die Naturkatastrophe eines Taifuns und ihre Gedanken zu allem, was für sie Bedeutung hat. Von dort oben sieht man keine Grenzen, keine Kriege, keine unterschiedlichen Nationen und Länder, nur Wasser oder Land. Ich bin geflasht von diesem poetischen Kleinod eines Romans, aber zwischenzeitlich fühlte ich mich auch sehr verletzlich, klein und unbedeutend angesichts der schieren Weite des Weltalls. Ein ungewöhnlicher, faszinierender Roman – was für ein berührendes Leseerlebnis!
Keine richtige Handlung, poetisch & lyrisch allerdings wahnsinnig gut 😮💨📚
Mein erstes Bibliotheks-Buch ,,Umlaufbahnen'' 🙌🏼 In 90 Minuten wird einmal in der Raumstation ISS die Welt umrundet. Das heißt 16 mal am Tag! Samantha Harvey hat einen stillen, lyrisch starken & philosophischen Roman erschaffen. Die Astronaut*innen sind der Amerikaner Shaun, die Japanerin Chie, der Italiener Pietro, die Engländerin Nell und zwei Russen Namens Anton und Roman. Sie sind für viele Monate auf der ISS eingeschlossen, forschen auf unterschiedlichen Gebieten, versuchen ihre Tage mit Routinen zu überstehen. Wir erfahren ein wenig über das irdische Leben der genannten Personen, über einen Todesfall, aber hauptsächlich über die Beschreibungen der verschiedenen Gefühlslagen. Es ist kein ,,Science-Fiction-Action'' Roman, sondern eher angelegt an Fragen der Zeit, was macht das Weltall und das Leben auf der ISS mit den Protagonist*innen, wie geht es den Familienmitgliedern? Was vermissen oder bereuen sie? Was ist der Sinn des Lebens? Warum gibt es Kriege? Die Erde hat eine überwältigende Schönheit, aus dem All heraus sieht man keine Grenzen, keine Kulturen, keine Konflikte - nur die pure Schönheit dieses außergewöhnlichen Planeten. Während des Lesens ist mir aufgefallen, dass jeder einzelne Satz durchdacht ist und mit einer poetischen Präzession verfasst wurde. Es gibt zwar keine ,,richtige'' Handlung, keine ,,Anführungszeichen'', doch der Roman hat eine überwältigende Atmosphäre geschaffen und hat mich auf eine ungewöhnliche Art und Weise zum Staunen gebracht. Wer Lust hat, auf eine literarische Reise, dem kann ich diese Buch nur empfehlen!

Astronauten, Kosmonauten, Raumfahrt- all das hat mich nie interessiert. Dennoch habe ich aus einem Impuls heraus nach „Umlaufbahnen“ gegriffen. Und Samantha Harvey schafft es, dass ich Sehnsucht nach dem Weltraum habe und nur zu gern einen Blick auf die Erde aus 400km Entfernung werfen würde. Es geht um Nell, Pietro, Shaun, Chie, Roman und Anton, die in ihrer Raumstation die Erde Umrunden: Einmal in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Wie kann es aussehen, wenn sechs Menschen auf engem Raum weit weg von der Heimat miteinander leben, völlig losgelöst vom irdischen Alltag? Wie sieht so ein Leben in einer Raumstation aus? Wie prägt es Körper und Geist, monatelang in einer Raumstation zu leben? Und wie ist das, die Erde immer wieder von oben zu sehen- die Erde als Ganzes- ohne die vom Menschen gemachten Grenzen, ohne Kriege und Politik? Umlaufbahnen hat mich sehr bewegt. Mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen. Samantha Harvey braucht weder Kitsch noch viel Pathos um bewegende Bilder zu schaffen. Bilder, so kraftvoll und harmonisch wie Symphonien. Man taucht in die Geschichten der sechs Protagonisten ein, erfährt, was sie antreibt, was sie bewegt – und warum ihre Sehnsucht nach dem Weltraum so groß ist, dass sie ihre Lieben auf der Erde für Monate zurücklassen Umlaufbahnen hat mich berührt und begeistert- ich kann es von Herzen empfehlen. Auch, weil es mir viele ganz grundlegende Dinge noch einmal vor Augen geführt hat: Dass wir Menschen in Anbetracht der Weiten des Universums unbedeutend sind- unser Leben nur ein Wimpernschlag in der Geschichte. Und dennoch haben wir scheinbar den starken Drang unseren Planeten so gut es geht auszubeuten.
Völlig losgelöst und schwerelos schweben sechs Astronauten in der russischen Raumstation und arbeiten ihre Forschungsroutinen ab. Dazwischen philosophieren sie, bzw. die Autorin über die Zerbrechlichkeit ihrer eigenen Existenz und die der Erde.
Die erste, die zweite und vielleicht auch noch die dritte Umlaufbahn wird interessant beschrieben. Da sind alle Abläufe noch neu, die Gefühle noch unbekannt. Doch wiederholt sich alles in den nächsten Umlaufbahnen und nach der 16. kann man endlich aufatmen, weil dann das Buch endlich zu Ende ist. Gelegentlich, eher selten findet man im Text schön formulierte Gedanken und Sätze, ansonsten eignet sich der Roman hervorragend als Einschlafhilfe für Leser mit Schlafstörungen.
Einfach wunderschön, schwerelos und gleichzeitig mit so viel Tiefe…
Der Roman „Umlaufbahnen“ von Samantha Harvey hat mich wirklich begeistert! Im Laufe eines Tages, in dessen Zeit die Raumstation 16 Erdumrundungen vollzieht, begleitet dieser Roman sechs Astronauten mit all ihren Gedanken, Gefühlen und Sehnsüchten. Unter ihnen gleitet die Erde hinweg, sie erleben innerhalb eines Tages 16 Sonnenauf- und untergänge, sie treiben über Kontinente und Ozeane dahin … und all das beschreibt die Autorin so visuell spannend und poetisch, dass man sich mitten wie im Raumschiff fühlt. Gleichzeitig begleitet der Roman die sechs Personen mit all ihren Gedanken, Ihren persönlichen Verlusten, ihrem Schmerz und auch ihrer unbändigen Freude. So leicht sich auch viele der Sätze in diesem Roman anfühlen, fast schwerelos, so schwer sind sie doch in ihrer Bedeutung und auch Tiefe. Dieser Roman behandelt mit Leichtigkeit die großen Fragen der Menschheit und hat mich sehr nachdenklich, aber auch zufrieden zurückgelassen. Ein wirklich großartiger Roman und definitiv eines meiner Jahres-Highlights!
6 Astronaut*innen aus verschiedenen Nationen umkreisen in einer Raumkapsel die Erde - 90 Minuten dauert eine Umrundung, 16 Umrundungen sind es an einem Tag. Über Monate leben die 6 auf engstem Raum zusammen, machen wissenschaftliche Versuche und beobachten und fotografieren die Erde von oben. Ich dachte, ich interessiere mich nicht für Raumfahrt, bis ich dieses Buch gelesen habe. Zum Einen erfährt man sehr viel technisches über Raumfahrt und wie der Alltag in einer Raumkapsel ist. Zum Anderen gelingt es der Autorin durch die sehr schöne Sprache und die poetischen Beschreibungen des Ausblicks auf die Erde und auf das All, dass man sich fühlt, als würde man selbst durchs All schweben und all diese Bilder sehen. Die teils banalen teils philosophischen Gedanken der Raumfahrer*innen und ihre Empfindungen vervollständigen das Buch und lassen die Leser*innen mit einem neuen Blick auf unser Leben und unseren Planeten zurück. Ich habe extra langsam gelesen, weil mir das Buch so viel Freude gemacht hat, dass ich nicht wollte, dass es zuende ist.
Besondere Betrachtungen
Dies ist ein Buch zum Innehalten. Einerseits erfährt man viel über den Alltag der Astronauten und Kosmonauten auf der ISS und zwar abseits von dem, was man in amerikanischen Blockbustern erfährt. Aber letztendlich geht es um die Menschen, im einzelnen und insgesamt. Bei jeder neuen Umrundung der Erde steht eine andere Person oder ein anderer Gedanke im Fokus. So lässt sich das Buch Stück für Stück genießen. Dies ist keine schnelle Lektüre, nehmt euch Zeit und lasst sie wirken.
Es passiert überhaupt nichts...
221 Seiten, in denen die Handlung mehr als übersichtlich ist und doch ist das Buch ein Highlight für mich. Liegt vielleicht an der ungewöhnlichen Perspektive, denn nicht viele Bücher spielen auf der ISS. Oder an den Protagonisten, die man nur mit Vornamen kennen lernt, nur stückweise erfährt man ihre Lebensgeschichten. Vieles davon wird mir noch lange im Kopf bleiben, denn trotz weniger Seiten und noch weniger Handlung ging das Buch bei mir richtig unter die Haut. Toll!
“Aber es gibt keine neuen Gedanken. Nur alte, die in neue Momente hineingeboren werden - und in diesen Momenten lautet der Gedanke: Ohne die Erde sind wir alle erledigt. Nicht eine Sekunde würden wir ohne ihre Gnade überleben, wir sind Seefahrer auf dunkler, gefährlicher See, ohne unser Schiff würden wir ertrinken.” (S. 19) “Orbital” (dt. “Umlaufbahnen) hat dieses Jahr den Booker Prize gewonnen. Durch englischsprachige Booktuber hatte ich den Roman bereits seit dem Frühjahr 2024 auf dem Schirm, wobei durchaus gemischte Reaktionen zu verzeichnen waren. Der Gewinn kam auch für Samantha Harvey laut eigener Aussage überraschend, war doch “James” von Percival Everett der am wahrscheinlichsten gehandelte Gewinner. Warum also “Umlaufbahnen” (aus dem Englischen von Julia Wolf bei @dtv)? Ein handlungsarmer, kurzer Roman über vier Astronaut:innen und zwei Kosmonauten auf einer Mondmission, die sich selbst und den “Blauen Planeten" von außen reflektieren. Der eingangs zitierte Satz zeigt schon, dass das Buch für zwei Arten von Lesenden nicht geneigt ist: Für solche, die kein prosaisches Pathos und metaphorische Verkünstelungen mögen und für solche, die Action sprich Handlung in einem Roman brauchen, um ihn genießen zu können. Ich bin eine sehr sprachaffine Leserin, weshalb mich Harvey stellenweise überzeugen konnte. Dennoch: Will ich als Lesende dauernd darauf hingewiesen werden, dass das Leben kurz und ein ganz schönes Nichts angesichts der unendlichen Weiten des Alls und der Ewigkeit ist. Hm, nicht unbedingt. Trotz der schönen Prosa und eindrücklichen Sinnbildlichkeit hat mich die Lektüre leider etwas runtergezogen. Dazu kommt der problematische politische Aspekt, der einigen Rezensent:innen sauer aufgeschlossen ist, nämlich die Russland-Problematik. Manche unterstellen Harvey Sympathien für das Putin-Regime, weil hier zwei russische Kosmonauten positiv dargestellt werden, die sich nach ihrer Heimat sehen - und die Ukraine mit keinem Wort erwähnt wird. Ja, schwierig - aber muss man Literatur immer politisch deuten, zumal in einem Roman, in dem es um die Menschheit geht, von einem ganz universellen Standpunkt aus? Es ist einfach ein Fakt, dass Russland eine der beiden großen Raumfahrtnationen ist. Gibt es überhaupt noch sowas wie “l'art pour l'art” und darf man nach dem 24.2.2022 als außenstehende Person - Samantha Harvey ist Engländerin - überhaupt noch etwas über russische Menschen schreiben? Im Roman wird der Konflikt zwischen den russischen Kosmonauten und den amerikanischen, japanischen und europäischen Astronaut:innen ad absurdum geführt, weil es zwischen den Raumfahrenden keine Grenzen und politischen Konflikte gibt, sie ihnen aber z.B. durch getrennte Toiletten von den unterschiedlichen Raumfahrtbehörden aufoktroyiert wurden. “Wenn doch Politik wirklich nur Pantomime wäre”, heißt es an einer Stelle im Roman. Ist dies also ein unpolitisches Manifest und völlig absurd, dass manche der Autorin Gegenteiliges unterstellen? Die Heimatstädte der sechs Raumfahrenden - Seattle, Osaka, London, Bologna, Moskau und St. Petersburg - sind aus dem All betrachtet plötzlich alle in weite Ferne gerückt. Die geografischen Beschreibungen sind kenntnisreich und interessant, fühlen sich aber oftmals nach “erzählendem Sachbuch” an. Sicherlich lernt man einiges über die alltäglichen Vorgänge im Weltall, ansonsten besteht die Handlung lediglich aus den Reflexionen der Autorin und den Gedanken der sechs Personen im All. Das Buch ist sehr philosophisch und “deep”, wie man heute sagen würde. Die Gedanken über das Gemälde “Las Meninas” von Velàquez, das Shaun von seiner Frau als Postkarte in den Weltraum mitbekommt, haben mir gut gefallen. Ansonsten war mir der philosophische Diskurs “über Gott und die Welt” ein bisschen zu viel aufgetragen, vor allem auf dem engen Raum dieses kurzen Romans. Die Gedanken an die Raumstation an sich und ihre Enge lösten bei mir öfters klaustrophobische Gefühle aus und ich fragte mich das Gleiche, was sich die Zufallsanruferin fragt: Warum das alles? Die Selbstzweifel, die die Weltraumreisenden zuweilen befallen, sind mehr als nachvollziehbar: “Warum solltest du das tun? Versuchen, an einem Ort zu leben, an dem du nie gedeihen kannst?” (S. 83) An manchen Stellen habe ich einen gewissen Nihilismus herausgelesen und Zweifel gegenüber allem menschlichen Streben. Wie hoch ist der Preis, den wir für den immer größeren Wissenserwerb zahlen? Es ist mir nach der Lektüre unmöglich zu sagen: Dieses Buch ist gut oder schlecht. Ich kann nur sagen, ich habe mich beim Lesen oft überfordert gefühlt und auf unangenehme Weise überwältigt. Für den “Booker Prize” hätte ich es persönlich nicht ausgewählt. Zu viel Pathos und zu viel Negativität. Wenn man Depressionen hat, sollte man nicht zu diesem Buch greifen. Andererseits kann ich auch nachvollziehen, dass viele den Roman feiern. Es könnte durchaus sein dass das Buch angesichts seiner universellen Thematik die seltene Kraft hat, die nur ganz wenige literarische Werke haben: Es kann nach der Lektüre die Sicht der Lesenden auf die Welt verändern - und hier im wortwörtlichen Sinne die Sicht auf den tatsächlichen Planeten Erde. Es kann ein Zusammengehörigkeitsgefühl mit unseren Mitmenschen auslösen, denn es ist an uns und uns allen allein, dass wir diesen blauen Planeten so gut es geht schützen. Kann, muss aber nicht, wie man an meiner Leseerfahrung sieht. Schwierig, schwierig.

Ein sehr ungewöhnliches, ausgesprochen schönes, harmonisches, nachdenkliches Buch mit vielen Gedanken über die Menschheit, das Leben, die Natur und die Zivilisation auf unserem Planeten Erde. Die Erfahrungen der Astronauten an Bord der ISS aus 400 km Entfernung erlauben einen unaufgeregten Blick auf die Erde, wenn auch teilweise etwas sehr schwärmerisch. Aber vielleicht wird es ja auch längst Zeit, in der von den meisten eher unterkühlt erlebten Wissenschaften und Technik wieder mehr Gefühl und Emotionalität zuzulassen. Möglicherweise ist das Buch sogar Vorreiter für eine Wiederkehr der Romantik in der Literatur?
Völlig losgelöst und doch im Orbit gefangen.
Ein schönes Buch um die Gedanken für ein paar Stunden schweben zu lassen, aber keine Mondlandung. Die Autorin schafft es eindrücklich das Erlebnis der Astronaut:innen auf einer Raumstation zu vermitteln. Das Gefühl der Schwerelosigkeit, die Bedeutungslosigkeit des irdischen im Angesicht der Unendlichkeit, das stramme Korsett der täglichen Routine. Hier punktet das Buch in meinen Augen und entführt in eine fremde Realität. Die Beschreibungen der überflogenen Erde ufern hingegen aus und wirken bisweilen nur wie Füllwerk, in das auf Gedeih und Verderben möglichst viele „stimmungsgenerierende“ Adjektive und Ortsnamen gepfercht wurden. Für meinen Geschmack wäre weniger mehr gewesen. Das Konzept der 24 beschrieben Stunden unterteilt in 16 Kapitel zu je 1,5 Stunden ist an und für sich klug, ich wurde damit aber nicht so richtig warm. Es stellte sich kein Lesefluss ein und ich legte das Buch öfters wieder ins Regal. Der beobachtete Taifun als roter Faden zum irdischen Geschehen war in Ordnung, da die Charaktere jedoch nur stilisiert beschrieben werden auch nicht besonders fesselnd.

Sehr tiefsinnig oder sehr belanglos?
Zusammen mit den sechs Astro- und Kosmonauten aus der ganzen Welt schweben wir in Samantha Harveys Text durch den (erzählerischen) Raum. Zum Glück wusste ich schon, dass der Roman sehr ruhige Töne anschlägt - denn sonst hätte ich das Buch wahrscheinlich abgebrochen. Tatsächlich habe ich den Kniff, eine für Außenstehende so aufregende Umgebung wie den Weltraum mit dem (manchmal vielleicht banalen) Sinnieren über die Fragen der Menschheit zu verbinden, in großen Teilen genossen. Hätte ich den Roman nicht als Hörbuch gehört, hätte ich mir sicher auch ein paar Sätze angestrichen. Trotzdem beschlich mich ab der Hälfte das Gefühl, dass es sich Harvey literarisch etwas einfach gemacht hat. Aus einigen kurzen Episoden hätte man für meinen Geschmack viel mehr rausholen können - auch ohne große Plottwists oder actionreiche Entwicklungen. Besonders denke ich da an das zufällige Funkgespräch mit der Erde, welches einen wunderbaren Humor hatte, der aber für mich vollkommen verpuffte. Ich kann also durchaus verstehen, warum einige den Text und seinen Inhalt als derart belanglos empfinden. Auch wenn ich die intelligenten Ideen der Autorin zu schätzen weiß, hat mich der Roman aber am Ende auch etwas gelangweilt.
„Umlaufbahnen“ erzählt den Alltag von man sechs Personen, Astronauten und Kosmonauten auf einer Raumstation. Die Autorin Samantha Harvey nutzt diesen scheinbar ereignisarmen Rahmen, um tief in die Gedankenwelt ihrer Figuren einzutauchen. Es geht um Erinnerungen, Verluste und die Verbindung zur Erde – erzählt in einer ruhigen, poetischen Sprache. Ich habe anfangs etwas gebraucht, um mich einzufinden, bin dann aber doch gut reingekommen. Der Roman ist still, aber eindringlich, und lädt dazu ein, über das Menschsein, Zeit und Vergänglichkeit nachzudenken. Und er gibt tatsächlich ziemlich spannende Einblicke in das Leben auf einer Raumstation und was das mit den Menschen dort macht, aber auch, was das für ihre Angehörigen bedeutet. Kein actionreiches Weltraumabenteuer, sondern eine feinfühlige, meditative Reflexion in der Schwerelosigkeit.





















































