Traumnovelle
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Description
Als 1926 die wohl vieldeutigste von Arthur Schnitzlers Erzählungen zum erstenmal erschien, durchlief die Wiener Gesellschaft ein Schauder. Die Gnadenlosigkeit, mit der Schnitzler darin den Seelengrund eines gesitteten Ehepaares bloßlegt, schockierte die Gemüter mehr noch, als dies sein Reigen getan hatte. Und doch ist es nicht der Blick in den Abgrund der Triebwelt, ist es nicht die Schilderung vorgestellter oder vielleicht gar gelebter Orgien, was an dieser Novelle bis heute so schockiert und fasziniert. Es sind auch nicht die Träume, die Albertine und ihr Mann Fridolin sich wechselseitig beichten. Es ist die Erkenntnis, daß kein Traum nur »völlig Traum« ist. Nicht allein Schnitzlers Ehepaar dürfte davon »erwacht« sein.
Die Traumnovelle diente Stanley Kubrick zu seinem letzten Film: dem Welterfolg »Eyes Wide Shut« (1999) – als literarische Vorlage.
Book Information
Author Description
Arthur Schnitzler, am 15. Mai 1862 in Wien geboren, studierte Medizin, praktizierte als Arzt und widmete sich dem Schreiben. 1891 wurde sein erstes Theaterstück uraufgeführt. Er verfaßte neben Dramen auch Romane, Novellen und Erzählungen. Schnitzler, der als einer der einflußreichsten deutschen Autoren gilt, starb am 21. Oktober 1931 in Wien.
Posts
Der Blick hinter die bürgerliche Fassade eröffnet stets ganz neue Abgründe
Als großer Fan von Stanley Kubricks letztem Werk „Eyes wide shut“ ist es eigentlich schon fast ein Frevel, dass ich die Inspiration und Vorlage für das filmische Meisterwerk nicht früher gelesen habe. Schande auf mein Haupt, ich büße. So. Wie kann man die richtigen Worte für ein so außerordentliches Werk finden? Kann man nicht, ich zumindest nicht. Ich versuche es dennoch. Im Hinblick auf das Erscheinungsjahr des Buches (1926) ist es auffällig, wie zeitlos es einerseits ist, wie modern es andererseits für die damalige Zeit gewesen sein muss, vor allem im Hinblick auf den Blick hinter die eheliche Fassade und die weibliche Sexualität Albertines, die offen benannt, (wenn auch nicht ausgelebt), wird. Ich denke es ist sehr aussagekräftig, dass Schnitzlers Werk unter den Nazis verboten war. Ich ergiesse mich hier nicht in endlosen Interpretationsversuchen, da aus der Traumnovelle wahrscheinlich schon jedes bisschen Interpretation herausgepresst wurde. Daher halte ich es kurz: Kurzum, das Buch war großartig und hat mich begeistert. Die düstere, surreale Atmosphäre war sehr greifbar. Fridolins Nachtwanderung von einem Ereignis zum Nächsten, immer noch wunderlicher, hat mich fasziniert und mitgerissen. Seine Verletztheit, seine widersprüchlichen Gefühle seiner Ehefrau, aber auch anderen Frauen gegenüber fängt vermutlich den Zeitgeist von damals und auch die Verwirrung damaliger Männer ein, die sich in den goldenen 20ern mit einem neuen Frauenbild und einer unvergleichlich offen ausgelebten Sexualität konfrontiert sahen und damit in den meisten Fällen schlicht überfordert waren (oder sich von dieser bedroht fühlten). Albertine wiederum ist in ihrer Rolle der Ehefrau und Mutter an Konventionen gebunden, fantasiert und träumt sich aber aus dieser Rolle hinaus, ohne wirklich Schritte in diese Richtung zu gehen. Sie ist in dieser Geschichte nicht die Hauptperson und doch dreht diese sich gewissermaßen um sie, obwohl sie passiv bleibt. Und so blicken wir hinter die Fassade eine bürgerlichen und wohlhabenden, vermeintlich perfekten Ehe, durch wenige Augenblicke zu einer Farce geworden. Hach, das macht Spaß beim Lesen.
Ich habe Eyes Wide Shut geliebt und musste natürlich auch die Novelle dazu lesen. Im Vergleich zum Film wird die Handlung viel schneller voran getrieben. Der Stil war verständlich, wenn auch an einigen Stellen gewöhnungsbedürftig. Unangenehm war, dass alle Mädchen, die ihn (35) „erregten“, „fast noch ein Kind“ waren. Ich schätze damit ist 13-15 Jahre alt gemeint. Ja, das ist dem Zeitgeist geschuldet, aber es lässt mich doch immer wieder straucheln.
„Die Wirklichkeit einer Nacht, ja nicht einmal die eines ganzen Menschenlebens bedeutet nicht zugleich auch seine inners
Es beginnt im Halbschlaf, in jenem dämmrigen Zwischenreich, in dem die bürgerlichen Masken zu fallen beginnen. Ein Mann und eine Frau gestehen sich Wahrheiten, die sie bei Tageslicht nie aussprechen würden. Sie hat einen fremden Offizier begehrt — so sehr, dass sie bereit gewesen wäre, alles für ihn aufzugeben. Dann verschwand er plötzlich und der Moment verging. Ihr Mann hört sich diese Geschichte an. Und etwas in ihm bricht. Mit dieser Erschütterung eröffnet Arthur Schnitzler seine 1926 erschienene Traumnovelle und stößt uns unmittelbar in ein ethisches Dilemma: Wiegt der bloße Gedanke schwerer als die Tat? Ist das ungestillte Begehren am Ende virulenter als seine Erfüllung? Der Arzt Fridolin, tief verwundet durch das Geständnis seiner Frau Albertine, flüchtet sich in die Nacht des winterlichen Wiens. Seine Odyssee führt ihn an Sterbebetten und Prostituierten vorbei, durch zwielichtige Kostümleihanstalten bis hin zu einer geheimnisvollen, okkulten Orgie. Währenddessen schläft Albertine – doch ihre Träume sind von einer Gewalt, die den realen Eskapaden ihres Mannes in nichts nachsteht. Am Morgen scheint die Ordnung oberflächlich wiederhergestellt. Oder eben gerade nicht. Die eigentliche Stärke der Novelle liegt in ihrer unaufgelösten Ambiguität. Schnitzler lässt die Grenze zwischen Realität und Wahnvorstellung bewusst verschwimmen. War die maskierte Frau auf der Orgie real? Hat sie sich wirklich für Fridolin geopfert, oder ist dieses Pathos lediglich ein Konstrukt Fridolins, um seiner gekränkten Männlichkeit einen dramatischen Sinn zu verleihen? Schnitzler verweigert die Antwort – und genau darin liegt die zeitlose Modernität des Textes. Besonders hervorzuheben ist die psychologische Symmetrie der beiden Eheleute: Albertine träumt, während Fridolin handelt (oder glaubt zumindest, es zu tun). Doch seine Abenteuer verharren konsequent im Stadium des Provisorischen, da er nie aktiv eine Grenze überschreitet. Er ist der ewige Beinahe-Sünder, der an jeder Schwelle zurückweicht und sich diese Feigheit als moralische Bewährung schönredet. Schnitzler liefert hier eine subtile Satire auf das männliche Selbstbild des rationalen Akteurs. Fridolin ist kein Held; er ist ein ängstlicher Voyeur seiner eigenen Abgründe. Wo der Text zu schwächeln beginnt, ist im Hinblick auf seine Frauenfiguren. Albertine schläft buchstäblich für den Großteil der Handlung und auch die übrigen Frauenfiguren bleiben lediglich Requisiten auf der Bühne von Fridolins Bewusstseinskrisen. Schnitzler reflektiert das zwar durch Fridolins Scheitern, kehrt die Rollenverteilung aber nie wirklich um. Auch stilistisch sind manche Sätze mit einer solchen Würde überladen, dass man meint, der Text bewundere sich beim Schreiben selbst im Spiegel. Wenn Albertin schließlich am Ende feststellt, dass sie nun endlich ‚aufgewacht‘ sind, schwingt darin keine Erlösung mit. Es ist die nüchterne Erkenntnis, dass die bürgerliche Ehe kein sicherer Hafen, sondern ein fragiles Konstrukt über einem Abgrund aus Träumen und Begehren ist. Schnitzler entlässt uns nicht mit einer Antwort, sondern mit dem Wissen um die eigene Fragilität: Die Grenze zwischen unserem moralischen Selbstbild und unseren dunkelsten Möglichkeiten ist oft nicht mehr als eine dünne Wand, die in jeder Nacht einstürzen kann.

Zwischen Traum, Begehren und Wahrheit
Arthur Schnitzlers Traumnovelle ist eine psychologisch dichte Erzählung über Begehren, Eifersucht und die brüchige Fassade der Ehe. Zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen moralische Grenzen und innere Abgründe werden sichtbar. Mit feinem Gespür für das Unausgesprochene zeichnet Schnitzler das Porträt einer Beziehung im Umbruch. Die Novelle wirkt zeitlos, verstörend und faszinierend zugleich.
Der 2. Klassiker
Würde man das Buch eventuell in die heutige Zeit mit einem dementsprechenden Sprach- und Schreibstil verlegen, könnte ich mir vorstellen, dass ich der Geschichte mehr abgewinnen könnte. Aber so, war es doch in erster Linie sehr anstrengend zu lesen. Und mit Fridolin konnte ich echt nichts anfangen. Ich hätte mir mehr die Sicht der Frau gewünscht. Das war eher nichts für mich.
Liebe und Psychologie treffen auf literarischen Raffiniesse
Eine wundervolle, zeitlose Novelle über Treue, Begehren und Lüste. Arthur Schnitzler erschafft auf unter 100 Seiten ein von Psychologie, Symbolik, und literarischer Raffinesse geprägtes Meisterwerk, welches den Lesenden mit weitreichenden Erkenntnisse beglückt.
Kurze, prägnante Novelle über Träume, Wünsche und Gelüste.Die häufige Erwähnung und Hinziehung zu minderjährigen Mädchen empfand ich als ekelhaft, vor allem als erwachsener Mann, allerdings hat mir die Novelle trotzdem sehr gefallen. Wer damit ein Problem hat oder so etwas nicht lesen kann/möchte, sollte das Buch lieber nicht lesen.
Uff, das wird jetzt wieder so eine Rezension, unter der mir auf allen Plattformen mindestens ein halbes Dutzend Männer erklären wird, warum ich mit meiner Meinung falsch liege und generell keine Ahnung von Literatur habe. Hier also nochmal als kleine Erinnerung an alle Typen, die es jetzt schon in den Fingern juckt, sich zu beschweren: Literatur ist mein Fachgebiet. Ich bin Expertin. Aktuell schreibe ich meine Masterarbeit im Fach Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften. Bitte erklärt mir nicht ein Thema, in dem ich mich in 99 Prozent der Fälle besser auskenne als ihr. Und: Ich sage hier, dass MIR ein Klassiker nicht gefallen hat und ich ihn für problematisch halte. Ich sage NICHT, dass NIEMAND diesen Klassiker gut oder lesenswert finden darf. So, super, dass dieses Missverständnis jetzt aus dem Weg geräumt wurde und wir uns auf meine höchst subjektive Meinung konzentrieren können. Die ich im oberen Absatz schon gespoilert habe. Upsi. Aber worum geht es denn überhaupt? Arzt Fridolin stellt im Gespräch mit seiner Frau Albertine fest, dass sie auf sexueller Ebene nicht ganz zufrieden mit der Beziehung ist und sich wünscht, dass sie sich vor der Ehe mehr ausprobiert hätte. Was sie aber natürlich nicht getan hat, denn als Frau hattest du zu dieser Zeit jetzt nicht so besonders viel Spielraum für Sex außerhalb der Ehe. Und wie reagiert man da als reifer und erwachsener Mann, der eigentlich bisher in seiner Ehe nicht unzufrieden war und die gemeinsame Tochter liebt? Richtig, man beginnt sein Leben und seine Frau aus ganzem Herzen zu hassen und dreht völlig am Rad. Was man halt so macht. Fridolin geht hier zu Prostituierten, auf Orgien und spielt sich als der große Verführer auf. Und dabei sexualisiert er wirklich jedes Mädchen und jede Frau, die ihm unterkommt. Und das ist mein größtes Problem mit dieser Geschichte. Dass ich die Sichtweisen von Männern aus klassischer Literatur nie ganz verstehe, ist für mich nichts Neues. Auch Sexismus und Sexualisierung von Frauen generell in älteren Büchern kommt sehr oft vor - und auch da bin ich inzwischen schon abgehärtet. Aber pädophile Tendenzen? Ekelhaft! Gehts noch? Und sowas gehört heute zum großen Kanon der Literaturgeschichte?! Ich will gar nicht wissen, wie oft hier Mädchen als "fast noch Kinder" beschrieben wurden und wie oft ihre Kindlichkeit hervorgehoben wurde. Und das dann einfach für die Hauptfigur das Attraktivste war, das ihm bei einer Person unterkommen kann. Und ja, sicher 75 Prozent des Plots waren leider Beschreibungen von viel zu jungen Mädchen. Ganz ehrlich: So ein Buch sollte man meiner Meinung nach aus dem Kanon streichen. Wir haben schon so viele Bücher mit problematischen Inhalten auf unsejren Literaturlisten stehen, dass wir nicht auch noch ein Buch drauf haben müssen, das Kinder sexualisiert. Diese Funktion hat schon Goethes "Faust" für sich beansprucht. Mein Fazit? Leider überhaupt nicht mein Fall. Ich fand es ganz ehrlich einfach ekelhaft.
"Die Ehe von Fridolin und Albertine steckt in der Krise, weil sich beide nach der Erfüllung ihrer erotischen Begierden sehnen, diese aber nicht ausleben können. Erst als sich Fridolin einer schönen Unbekannten hingibt und Albertine im Traum Erfüllung findet, kommen sie wieder zueinander." Schnitzler setzt in seiner Novelle von 1925/26 die Tiefenpsychologie von Sigmund Freud in Literatur um. Dabei kritisiert er zugleich die damalige Unterdrückung der sexuellen Triebe der Frau vor dem Ehebündnis und die dadurch entstehenden unterbewussten Sehnsüchte nach sexueller Erfahrung. Jene Sehnsucht verpackt Schnitzler in die Traumtheorie Freuds. Während für Fridolin allein der Traum von Albertine schon zur Realität wird, erinnert er sich selbst, er könne ja gleich mehrere Frauen aufeinmal haben, wenn er denn wolle und möchte sich an seine Ehefrau rächen. Ein toller, kurzer Klassiker, der das Ehemodell der Zeit in Frage stellt.

Ein träumerisches Wandeln durch eine kurz vor dem Zerbrechen stehende Ehe.
Arthur Schnitzler grösste Stärke in "Traumnovelle" ist sein bildlicher Schreibstil, der immer wieder in seinen Bann zieht. Die Geschichte kann dies jedoch nicht von Beginn an und braucht ihre Zeit um wirkliches Interesse zu entfachen. Zu wenig zielführend wirkt der Anfang, zu distanziert die Figuren. Mit zunehmend mysteriöseren Ereignissen kommt schliesslich eine durchaus hohe Spannung auf. Auf der reinen Handlungsebene bleibt jedoch ein wenig Enttäuschung über die Einfachheit der Geschichte und ihre vage Erzählung bestehen. Interessant ist viel mehr die Interpretation. Schnitzler konnte sich zu Lebzeiten durchaus für Sigmund Freuds Psychoanalyse begĥeistern und das merkt man auch den Figuren und den Themen des Buches an. Hier definiert sich der Mensch noch ausschliesslich über seine Lust, die im Buch sowohl Frau als auch Mann zugestanden wird. So geht es eben nicht wirklich um die Abenteuer des Fridolin, sondern eigentlich nur um die gemeinsame Ehe mit Albertine. Alles darumherum darf fast schon metaphorisch gelesen. "Traumnovelle" ist eine atmosphärische und thenatisch interessante Novelle, dessen inhaltliche Ebene jedoch ein paar Holpersteine aufweist und dazu führt dass sich ab und an eine gewisse Ernüchterung breit macht.
Die Traumnovelle von Arthur Schnitzler ist eine faszinierende, leicht verstörende Erkundung von Begierde, Eifersucht und der verschwimmenden Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit.
Die Traumnovelle von Arthur Schnitzler hat mich mit ihrer intensiven, geheimnisvollen Atmosphäre und den tiefen Einblicken in menschliche Wünsche und Ängste überzeugt kleine Längen verhindern für mich die volle Punktzahl, daher starke 4,5 von 5 Sternen.
Interessant und gut lesbar
Eine flüssig lesbare Novelle, die die Leserin direkt in die Szenerie zieht. Die Charaktere sind einfach zugänglich, die Handlung linear und in sich schlüssig, aber nicht unbedingt vorhersehbar. Ich hatte eine explizitere erotische Komponente erwartet, die aber ausbleibt. Es geht vielmehr um die psychologische Komponente, um die Ehe und den wunderbar dargestellten nahtlosen Übergang zwischen Traum und Wirklichkeit.
Hochinteressantes Psychogramm eines Mannes und seiner Abgründe, und auch einer Ehe, in der zuviel Offenheit nur zu Verletzungen führt. Die Figur des Fridolin, narzistisch, kränkbar, feige, voller internalisierter Misogynie, gefühlskalt und empathielos den Opfern, und allen Frauen, die nur Verfügungsmasse für das eigene Ego sind, gegenüber wird gnadenlos seziert. Gerade in Anbetracht der Enthüllungen aus den USA der letzten Zeit hochaktuell. Wer das als "Eroitkgeschichte" bezeichnet hat den hoch unbequemen Kern nicht verstanden. Als Audiblehörbuch kongenial gelesen von David Nathan
Ich bin völlig sprachlos über die Perfektion dieser Geschichte. So tief, so wahr. Offenbart ein Traum die tiefsten Sehnsüchte genau so, wie eine Realität? Was bedeutet Fremdgehen und was bedeutet, es nicht zu tun? Wahre Liebe zwischen Fridolin und Albertine? Sterben als Metapher für die Ausweglosigkeit einer Affäre? Schlaf als Zeichen für das Gegenteil bei der Ehe? Ich bin so verzaubert, ich kaufe mir das Buch umgehend! Wahrscheinlich ein Jahreshighlight!
Naja
Tatsächlich wurde es mir mehrfach empfohlen als kurzen und leicht verständlichen Klassiker. Dies trifft auch zu, aber omg ist die Geschichte langweilig. Sie führt auch irgendwie nirgendwo hin. Fridolin und Albertine sind beide horny und wünschen sich mehr von der Beziehung, aber sind sie am Ende doch content mit ihrem Leben oder trennen sie sich doch irgendwann bzw. geht Fridolin ihr dann schlussendlich doch fremd?! Man weiß es nicht...
Ich muss ehrlich sagen das ich gar nicht weiß was der Autor mit diesen Text Aussagen will. Sie träumt von einen geliebten und er treibt sich daraufhin in der Stadt um her und überlegt ob er fremd gehen soll.Er trifft auf eine geheime Gesellschaften und versucht mehr herauszufinden was nicht ganz ungefährlich ist. Es war kurz man muss es aber nicht gelesen haben
Uff. Ich hab ein neues Marker-System einführen müssen, um zwischen schön formulierten Sätzen und einfach unausstehlich nervigen Männerwertungen auf das Thema Weiblichkeit unterscheiden zu können.
Achtung, ich starte mit einem grantigen Teil: Sie war Jungfrau, als sie geheiratet haben. Er nicht. Sie erzählt von einem Typen, den sie scharf fand, von dem sie sich durchaus verführen lassen hätte. Ja, nicht schön zu hören, verstehe ich. Dass er aber am selben Morgen ein 14-jähriges (!!) nacktes Mädchen beim Schwimmen sieht und sich durchaus dasselbe denkt, findet er nicht verwerflich. Nein, da zieht der Herr Doktor mürrisch stapfend durch Wien, will sein gekränktes Ego gleich mit allerlei Liebschaften beruhigen, aus denen eh nix wird und bezeichnet im gleichen Atemzug alle Frauen als Huren. Kommt nach so einer Nacht heim und lässt sich den Traum der Frau erzählen. Im Traum vögelt sie sich munter durch die Welt und verrät ihren Mann. Und was denkt er?? Na, von der Oiden trenn ich mich, weil die hat mich betrogen im Traum und jetzt zeig ich’s ihr und betrüge sie mit maximal vielen Frauen. Und dann sind wir quitt?? Das Buch hat mich ernsthaft wütend gemacht. Zitate wie- er freut sich auf „den ungestörten Besitz“ der Frau zeigt sehr gut, welchem Weltbild der Protagonist frönt. Was besser ist: Sprachlich ist Schnitzler Top. Er spricht Frauen immerhin nicht die Sexualität und Libido ab, was für die Zeit vermutlich recht fortschrittlich ab. Ich glaube auch nicht, dass Schnitzler per se ein Arsch war, Fridolin (der Protagonist) zeichnet nur ein recht eindrückliches Frauenbild der Zeit und das macht mich heute einfach wütend.

Traumnovelle ♦ Arthur Schnitzler | Rezension Ich möchte nicht von schwerer Kost sprechen, denn das war es gewiss nicht. Aber… für unsere Zeit ist die veraltete Poesie der Sprache an so manchen Tagen doch recht anstrengend. Auch sind die Themen oder wie sie verarbeitet werden mit den Lebensansichten der heutigen Zeit nicht mehr vereinbar, sodass es mich manches Mal die Augen verrollen lies, wenn deutlich gemacht wurde, dass Frau und Mann nicht ebenbürtig sind. Jedenfalls waren sie es 1926, zur Erstveröffentlichung, nicht. Meinung Die Poesie der Sprache stammt aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert und kann daher für die/den eine*n oder andere*n sehr schwer zu verstehen sein oder einfach nur sehr anstrengend. Ich für meinen Teil bin kein Freund von Schachtelsätzen mit unzähligen Kommas. Da verliere ich manchmal den Überblick und muss mehrfach nachlesen. Was auch in diesen 93 Seiten ständig passiert ist. Leider! Da die Handlung in Wien spielt, kommt noch hinzu, dass mir bei einigen österreichische Worte die Bedeutung nicht bekannt war. Aber Google ist immer da, Google hilft.
Tolle Symbolik und Themen
Jedes Ereigniss dieses Buches schreit danach interpretiert zu werden und ich vollgepackt mit Symbolik. Der Name ist nicht nur auf den eigentlichen Traum gut gewählt auch der Rest des Buches fühlt sich wie einer ein. Man versteht erstmal nicht so recht was da abgeht und man denkst sich erstmal "was zum fick hab ich da gerade gelesen?" Wenn man jedoch näher drüber nachdenkt wie alles zusammenhängt merkt man die Genialität dieses Buches.
Traumnovelle ♦ Arthur Schnitzler | RezensionIch möchte nicht von schwerer Kost sprechen, denn das war es gewiss nicht. Aber… für unsere Zeit ist die veraltete Poesie der Sprache an so manchen Tagen doch recht anstrengend. Auch sind die Themen oder wie sie verarbeitet werden mit den Lebensansichten der heutigen Zeit nicht mehr vereinbar, sodass es mich manches Mal die Augen verrollen lies, wenn deutlich gemacht wurde, dass Frau und Mann nicht ebenbürtig sind.Jedenfalls waren sie es 1926, zur Erstveröffentlichung, nicht.MeinungDie Poesie der Sprache stammt aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert und kann daher für die/den eine*n oder andere*n sehr schwer zu verstehen sein oder einfach nur sehr anstrengend. Ich für meinen Teil bin kein Freund von Schachtelsätzen mit unzähligen Kommas. Da verliere ich manchmal den Überblick und muss mehrfach nachlesen. Was auch in diesen 93 Seiten ständig passiert ist. Leider!Da die Handlung in Wien spielt, kommt noch hinzu, dass mir bei einigen österreichische Worte die Bedeutung nicht bekannt war. Aber Google ist immer da, Google hilft.
We follow our main character on an adventure that he went on as a reaction to his wife’s confession that she once flirted with another guy prior to their engagement. As the night develops he falls more and more out of his plain life and gets more obsessive. The novella is very short, but the author is able create this dark space on these pages with a solid sense of the MC.
Typisch Schnitzler... Man kann selber entscheiden, ob das nun gut oder schlecht ist. Im Buch ist das Sexuelle, das Unterbewusste stets präsent. Die unglückliche Ehe der beiden Hauptcharaktere wird in nur einer Nacht auf den Punkt treffend charaktisiert. "Traumnovelle" selbst wirkt traumhaft, einige Szenen wie Sexfantasien, unwirklich und vernebelt. Schnitzler erzählt von seinen Lieblingsthemen: Sexualität, Unterbewusstsein, menschliche Beziehungen. Dabei habe ich vor allem die Frauenrollen als störend empfunden, wie zuvor schon im "Reigen". Natürlich sehnen sich alle nur nach dem männlichen Protagonisten, können die Beine nicht auseinander halten, weil sie ihn so unwiderstehlich finden. Es ist wirklich auffällig, dass es bei Schnitzler nur zwei Arten von Frauen gibt: Huren und Jungfrauen. Und selbst die Jungfrauen wären lieber Huren, wie Albertine schmerzlich zu gibt. Für einen Autor, der so hohen Wert auf das Unterbewusste und die Komplexität von menschlichen Beziehung legt, ist das doch sehr schade, dass er Frauen so skizziert. Die Bedürfnisse des Mannes, sein Ego, steht wie immer an oberste Stelle. Überzeugend war der Schreibstil, er passte zu dem nebelig, nächtlichen Charakter des Buches. Kann man lesen, muss man aber auch nicht.
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Als 1926 die wohl vieldeutigste von Arthur Schnitzlers Erzählungen zum erstenmal erschien, durchlief die Wiener Gesellschaft ein Schauder. Die Gnadenlosigkeit, mit der Schnitzler darin den Seelengrund eines gesitteten Ehepaares bloßlegt, schockierte die Gemüter mehr noch, als dies sein Reigen getan hatte. Und doch ist es nicht der Blick in den Abgrund der Triebwelt, ist es nicht die Schilderung vorgestellter oder vielleicht gar gelebter Orgien, was an dieser Novelle bis heute so schockiert und fasziniert. Es sind auch nicht die Träume, die Albertine und ihr Mann Fridolin sich wechselseitig beichten. Es ist die Erkenntnis, daß kein Traum nur »völlig Traum« ist. Nicht allein Schnitzlers Ehepaar dürfte davon »erwacht« sein.
Die Traumnovelle diente Stanley Kubrick zu seinem letzten Film: dem Welterfolg »Eyes Wide Shut« (1999) – als literarische Vorlage.
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Arthur Schnitzler, am 15. Mai 1862 in Wien geboren, studierte Medizin, praktizierte als Arzt und widmete sich dem Schreiben. 1891 wurde sein erstes Theaterstück uraufgeführt. Er verfaßte neben Dramen auch Romane, Novellen und Erzählungen. Schnitzler, der als einer der einflußreichsten deutschen Autoren gilt, starb am 21. Oktober 1931 in Wien.
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Der Blick hinter die bürgerliche Fassade eröffnet stets ganz neue Abgründe
Als großer Fan von Stanley Kubricks letztem Werk „Eyes wide shut“ ist es eigentlich schon fast ein Frevel, dass ich die Inspiration und Vorlage für das filmische Meisterwerk nicht früher gelesen habe. Schande auf mein Haupt, ich büße. So. Wie kann man die richtigen Worte für ein so außerordentliches Werk finden? Kann man nicht, ich zumindest nicht. Ich versuche es dennoch. Im Hinblick auf das Erscheinungsjahr des Buches (1926) ist es auffällig, wie zeitlos es einerseits ist, wie modern es andererseits für die damalige Zeit gewesen sein muss, vor allem im Hinblick auf den Blick hinter die eheliche Fassade und die weibliche Sexualität Albertines, die offen benannt, (wenn auch nicht ausgelebt), wird. Ich denke es ist sehr aussagekräftig, dass Schnitzlers Werk unter den Nazis verboten war. Ich ergiesse mich hier nicht in endlosen Interpretationsversuchen, da aus der Traumnovelle wahrscheinlich schon jedes bisschen Interpretation herausgepresst wurde. Daher halte ich es kurz: Kurzum, das Buch war großartig und hat mich begeistert. Die düstere, surreale Atmosphäre war sehr greifbar. Fridolins Nachtwanderung von einem Ereignis zum Nächsten, immer noch wunderlicher, hat mich fasziniert und mitgerissen. Seine Verletztheit, seine widersprüchlichen Gefühle seiner Ehefrau, aber auch anderen Frauen gegenüber fängt vermutlich den Zeitgeist von damals und auch die Verwirrung damaliger Männer ein, die sich in den goldenen 20ern mit einem neuen Frauenbild und einer unvergleichlich offen ausgelebten Sexualität konfrontiert sahen und damit in den meisten Fällen schlicht überfordert waren (oder sich von dieser bedroht fühlten). Albertine wiederum ist in ihrer Rolle der Ehefrau und Mutter an Konventionen gebunden, fantasiert und träumt sich aber aus dieser Rolle hinaus, ohne wirklich Schritte in diese Richtung zu gehen. Sie ist in dieser Geschichte nicht die Hauptperson und doch dreht diese sich gewissermaßen um sie, obwohl sie passiv bleibt. Und so blicken wir hinter die Fassade eine bürgerlichen und wohlhabenden, vermeintlich perfekten Ehe, durch wenige Augenblicke zu einer Farce geworden. Hach, das macht Spaß beim Lesen.
Ich habe Eyes Wide Shut geliebt und musste natürlich auch die Novelle dazu lesen. Im Vergleich zum Film wird die Handlung viel schneller voran getrieben. Der Stil war verständlich, wenn auch an einigen Stellen gewöhnungsbedürftig. Unangenehm war, dass alle Mädchen, die ihn (35) „erregten“, „fast noch ein Kind“ waren. Ich schätze damit ist 13-15 Jahre alt gemeint. Ja, das ist dem Zeitgeist geschuldet, aber es lässt mich doch immer wieder straucheln.
„Die Wirklichkeit einer Nacht, ja nicht einmal die eines ganzen Menschenlebens bedeutet nicht zugleich auch seine inners
Es beginnt im Halbschlaf, in jenem dämmrigen Zwischenreich, in dem die bürgerlichen Masken zu fallen beginnen. Ein Mann und eine Frau gestehen sich Wahrheiten, die sie bei Tageslicht nie aussprechen würden. Sie hat einen fremden Offizier begehrt — so sehr, dass sie bereit gewesen wäre, alles für ihn aufzugeben. Dann verschwand er plötzlich und der Moment verging. Ihr Mann hört sich diese Geschichte an. Und etwas in ihm bricht. Mit dieser Erschütterung eröffnet Arthur Schnitzler seine 1926 erschienene Traumnovelle und stößt uns unmittelbar in ein ethisches Dilemma: Wiegt der bloße Gedanke schwerer als die Tat? Ist das ungestillte Begehren am Ende virulenter als seine Erfüllung? Der Arzt Fridolin, tief verwundet durch das Geständnis seiner Frau Albertine, flüchtet sich in die Nacht des winterlichen Wiens. Seine Odyssee führt ihn an Sterbebetten und Prostituierten vorbei, durch zwielichtige Kostümleihanstalten bis hin zu einer geheimnisvollen, okkulten Orgie. Währenddessen schläft Albertine – doch ihre Träume sind von einer Gewalt, die den realen Eskapaden ihres Mannes in nichts nachsteht. Am Morgen scheint die Ordnung oberflächlich wiederhergestellt. Oder eben gerade nicht. Die eigentliche Stärke der Novelle liegt in ihrer unaufgelösten Ambiguität. Schnitzler lässt die Grenze zwischen Realität und Wahnvorstellung bewusst verschwimmen. War die maskierte Frau auf der Orgie real? Hat sie sich wirklich für Fridolin geopfert, oder ist dieses Pathos lediglich ein Konstrukt Fridolins, um seiner gekränkten Männlichkeit einen dramatischen Sinn zu verleihen? Schnitzler verweigert die Antwort – und genau darin liegt die zeitlose Modernität des Textes. Besonders hervorzuheben ist die psychologische Symmetrie der beiden Eheleute: Albertine träumt, während Fridolin handelt (oder glaubt zumindest, es zu tun). Doch seine Abenteuer verharren konsequent im Stadium des Provisorischen, da er nie aktiv eine Grenze überschreitet. Er ist der ewige Beinahe-Sünder, der an jeder Schwelle zurückweicht und sich diese Feigheit als moralische Bewährung schönredet. Schnitzler liefert hier eine subtile Satire auf das männliche Selbstbild des rationalen Akteurs. Fridolin ist kein Held; er ist ein ängstlicher Voyeur seiner eigenen Abgründe. Wo der Text zu schwächeln beginnt, ist im Hinblick auf seine Frauenfiguren. Albertine schläft buchstäblich für den Großteil der Handlung und auch die übrigen Frauenfiguren bleiben lediglich Requisiten auf der Bühne von Fridolins Bewusstseinskrisen. Schnitzler reflektiert das zwar durch Fridolins Scheitern, kehrt die Rollenverteilung aber nie wirklich um. Auch stilistisch sind manche Sätze mit einer solchen Würde überladen, dass man meint, der Text bewundere sich beim Schreiben selbst im Spiegel. Wenn Albertin schließlich am Ende feststellt, dass sie nun endlich ‚aufgewacht‘ sind, schwingt darin keine Erlösung mit. Es ist die nüchterne Erkenntnis, dass die bürgerliche Ehe kein sicherer Hafen, sondern ein fragiles Konstrukt über einem Abgrund aus Träumen und Begehren ist. Schnitzler entlässt uns nicht mit einer Antwort, sondern mit dem Wissen um die eigene Fragilität: Die Grenze zwischen unserem moralischen Selbstbild und unseren dunkelsten Möglichkeiten ist oft nicht mehr als eine dünne Wand, die in jeder Nacht einstürzen kann.

Zwischen Traum, Begehren und Wahrheit
Arthur Schnitzlers Traumnovelle ist eine psychologisch dichte Erzählung über Begehren, Eifersucht und die brüchige Fassade der Ehe. Zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen moralische Grenzen und innere Abgründe werden sichtbar. Mit feinem Gespür für das Unausgesprochene zeichnet Schnitzler das Porträt einer Beziehung im Umbruch. Die Novelle wirkt zeitlos, verstörend und faszinierend zugleich.
Der 2. Klassiker
Würde man das Buch eventuell in die heutige Zeit mit einem dementsprechenden Sprach- und Schreibstil verlegen, könnte ich mir vorstellen, dass ich der Geschichte mehr abgewinnen könnte. Aber so, war es doch in erster Linie sehr anstrengend zu lesen. Und mit Fridolin konnte ich echt nichts anfangen. Ich hätte mir mehr die Sicht der Frau gewünscht. Das war eher nichts für mich.
Liebe und Psychologie treffen auf literarischen Raffiniesse
Eine wundervolle, zeitlose Novelle über Treue, Begehren und Lüste. Arthur Schnitzler erschafft auf unter 100 Seiten ein von Psychologie, Symbolik, und literarischer Raffinesse geprägtes Meisterwerk, welches den Lesenden mit weitreichenden Erkenntnisse beglückt.
Kurze, prägnante Novelle über Träume, Wünsche und Gelüste.Die häufige Erwähnung und Hinziehung zu minderjährigen Mädchen empfand ich als ekelhaft, vor allem als erwachsener Mann, allerdings hat mir die Novelle trotzdem sehr gefallen. Wer damit ein Problem hat oder so etwas nicht lesen kann/möchte, sollte das Buch lieber nicht lesen.
Uff, das wird jetzt wieder so eine Rezension, unter der mir auf allen Plattformen mindestens ein halbes Dutzend Männer erklären wird, warum ich mit meiner Meinung falsch liege und generell keine Ahnung von Literatur habe. Hier also nochmal als kleine Erinnerung an alle Typen, die es jetzt schon in den Fingern juckt, sich zu beschweren: Literatur ist mein Fachgebiet. Ich bin Expertin. Aktuell schreibe ich meine Masterarbeit im Fach Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften. Bitte erklärt mir nicht ein Thema, in dem ich mich in 99 Prozent der Fälle besser auskenne als ihr. Und: Ich sage hier, dass MIR ein Klassiker nicht gefallen hat und ich ihn für problematisch halte. Ich sage NICHT, dass NIEMAND diesen Klassiker gut oder lesenswert finden darf. So, super, dass dieses Missverständnis jetzt aus dem Weg geräumt wurde und wir uns auf meine höchst subjektive Meinung konzentrieren können. Die ich im oberen Absatz schon gespoilert habe. Upsi. Aber worum geht es denn überhaupt? Arzt Fridolin stellt im Gespräch mit seiner Frau Albertine fest, dass sie auf sexueller Ebene nicht ganz zufrieden mit der Beziehung ist und sich wünscht, dass sie sich vor der Ehe mehr ausprobiert hätte. Was sie aber natürlich nicht getan hat, denn als Frau hattest du zu dieser Zeit jetzt nicht so besonders viel Spielraum für Sex außerhalb der Ehe. Und wie reagiert man da als reifer und erwachsener Mann, der eigentlich bisher in seiner Ehe nicht unzufrieden war und die gemeinsame Tochter liebt? Richtig, man beginnt sein Leben und seine Frau aus ganzem Herzen zu hassen und dreht völlig am Rad. Was man halt so macht. Fridolin geht hier zu Prostituierten, auf Orgien und spielt sich als der große Verführer auf. Und dabei sexualisiert er wirklich jedes Mädchen und jede Frau, die ihm unterkommt. Und das ist mein größtes Problem mit dieser Geschichte. Dass ich die Sichtweisen von Männern aus klassischer Literatur nie ganz verstehe, ist für mich nichts Neues. Auch Sexismus und Sexualisierung von Frauen generell in älteren Büchern kommt sehr oft vor - und auch da bin ich inzwischen schon abgehärtet. Aber pädophile Tendenzen? Ekelhaft! Gehts noch? Und sowas gehört heute zum großen Kanon der Literaturgeschichte?! Ich will gar nicht wissen, wie oft hier Mädchen als "fast noch Kinder" beschrieben wurden und wie oft ihre Kindlichkeit hervorgehoben wurde. Und das dann einfach für die Hauptfigur das Attraktivste war, das ihm bei einer Person unterkommen kann. Und ja, sicher 75 Prozent des Plots waren leider Beschreibungen von viel zu jungen Mädchen. Ganz ehrlich: So ein Buch sollte man meiner Meinung nach aus dem Kanon streichen. Wir haben schon so viele Bücher mit problematischen Inhalten auf unsejren Literaturlisten stehen, dass wir nicht auch noch ein Buch drauf haben müssen, das Kinder sexualisiert. Diese Funktion hat schon Goethes "Faust" für sich beansprucht. Mein Fazit? Leider überhaupt nicht mein Fall. Ich fand es ganz ehrlich einfach ekelhaft.
"Die Ehe von Fridolin und Albertine steckt in der Krise, weil sich beide nach der Erfüllung ihrer erotischen Begierden sehnen, diese aber nicht ausleben können. Erst als sich Fridolin einer schönen Unbekannten hingibt und Albertine im Traum Erfüllung findet, kommen sie wieder zueinander." Schnitzler setzt in seiner Novelle von 1925/26 die Tiefenpsychologie von Sigmund Freud in Literatur um. Dabei kritisiert er zugleich die damalige Unterdrückung der sexuellen Triebe der Frau vor dem Ehebündnis und die dadurch entstehenden unterbewussten Sehnsüchte nach sexueller Erfahrung. Jene Sehnsucht verpackt Schnitzler in die Traumtheorie Freuds. Während für Fridolin allein der Traum von Albertine schon zur Realität wird, erinnert er sich selbst, er könne ja gleich mehrere Frauen aufeinmal haben, wenn er denn wolle und möchte sich an seine Ehefrau rächen. Ein toller, kurzer Klassiker, der das Ehemodell der Zeit in Frage stellt.

Ein träumerisches Wandeln durch eine kurz vor dem Zerbrechen stehende Ehe.
Arthur Schnitzler grösste Stärke in "Traumnovelle" ist sein bildlicher Schreibstil, der immer wieder in seinen Bann zieht. Die Geschichte kann dies jedoch nicht von Beginn an und braucht ihre Zeit um wirkliches Interesse zu entfachen. Zu wenig zielführend wirkt der Anfang, zu distanziert die Figuren. Mit zunehmend mysteriöseren Ereignissen kommt schliesslich eine durchaus hohe Spannung auf. Auf der reinen Handlungsebene bleibt jedoch ein wenig Enttäuschung über die Einfachheit der Geschichte und ihre vage Erzählung bestehen. Interessant ist viel mehr die Interpretation. Schnitzler konnte sich zu Lebzeiten durchaus für Sigmund Freuds Psychoanalyse begĥeistern und das merkt man auch den Figuren und den Themen des Buches an. Hier definiert sich der Mensch noch ausschliesslich über seine Lust, die im Buch sowohl Frau als auch Mann zugestanden wird. So geht es eben nicht wirklich um die Abenteuer des Fridolin, sondern eigentlich nur um die gemeinsame Ehe mit Albertine. Alles darumherum darf fast schon metaphorisch gelesen. "Traumnovelle" ist eine atmosphärische und thenatisch interessante Novelle, dessen inhaltliche Ebene jedoch ein paar Holpersteine aufweist und dazu führt dass sich ab und an eine gewisse Ernüchterung breit macht.
Die Traumnovelle von Arthur Schnitzler ist eine faszinierende, leicht verstörende Erkundung von Begierde, Eifersucht und der verschwimmenden Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit.
Die Traumnovelle von Arthur Schnitzler hat mich mit ihrer intensiven, geheimnisvollen Atmosphäre und den tiefen Einblicken in menschliche Wünsche und Ängste überzeugt kleine Längen verhindern für mich die volle Punktzahl, daher starke 4,5 von 5 Sternen.
Interessant und gut lesbar
Eine flüssig lesbare Novelle, die die Leserin direkt in die Szenerie zieht. Die Charaktere sind einfach zugänglich, die Handlung linear und in sich schlüssig, aber nicht unbedingt vorhersehbar. Ich hatte eine explizitere erotische Komponente erwartet, die aber ausbleibt. Es geht vielmehr um die psychologische Komponente, um die Ehe und den wunderbar dargestellten nahtlosen Übergang zwischen Traum und Wirklichkeit.
Hochinteressantes Psychogramm eines Mannes und seiner Abgründe, und auch einer Ehe, in der zuviel Offenheit nur zu Verletzungen führt. Die Figur des Fridolin, narzistisch, kränkbar, feige, voller internalisierter Misogynie, gefühlskalt und empathielos den Opfern, und allen Frauen, die nur Verfügungsmasse für das eigene Ego sind, gegenüber wird gnadenlos seziert. Gerade in Anbetracht der Enthüllungen aus den USA der letzten Zeit hochaktuell. Wer das als "Eroitkgeschichte" bezeichnet hat den hoch unbequemen Kern nicht verstanden. Als Audiblehörbuch kongenial gelesen von David Nathan
Ich bin völlig sprachlos über die Perfektion dieser Geschichte. So tief, so wahr. Offenbart ein Traum die tiefsten Sehnsüchte genau so, wie eine Realität? Was bedeutet Fremdgehen und was bedeutet, es nicht zu tun? Wahre Liebe zwischen Fridolin und Albertine? Sterben als Metapher für die Ausweglosigkeit einer Affäre? Schlaf als Zeichen für das Gegenteil bei der Ehe? Ich bin so verzaubert, ich kaufe mir das Buch umgehend! Wahrscheinlich ein Jahreshighlight!
Naja
Tatsächlich wurde es mir mehrfach empfohlen als kurzen und leicht verständlichen Klassiker. Dies trifft auch zu, aber omg ist die Geschichte langweilig. Sie führt auch irgendwie nirgendwo hin. Fridolin und Albertine sind beide horny und wünschen sich mehr von der Beziehung, aber sind sie am Ende doch content mit ihrem Leben oder trennen sie sich doch irgendwann bzw. geht Fridolin ihr dann schlussendlich doch fremd?! Man weiß es nicht...
Ich muss ehrlich sagen das ich gar nicht weiß was der Autor mit diesen Text Aussagen will. Sie träumt von einen geliebten und er treibt sich daraufhin in der Stadt um her und überlegt ob er fremd gehen soll.Er trifft auf eine geheime Gesellschaften und versucht mehr herauszufinden was nicht ganz ungefährlich ist. Es war kurz man muss es aber nicht gelesen haben
Uff. Ich hab ein neues Marker-System einführen müssen, um zwischen schön formulierten Sätzen und einfach unausstehlich nervigen Männerwertungen auf das Thema Weiblichkeit unterscheiden zu können.
Achtung, ich starte mit einem grantigen Teil: Sie war Jungfrau, als sie geheiratet haben. Er nicht. Sie erzählt von einem Typen, den sie scharf fand, von dem sie sich durchaus verführen lassen hätte. Ja, nicht schön zu hören, verstehe ich. Dass er aber am selben Morgen ein 14-jähriges (!!) nacktes Mädchen beim Schwimmen sieht und sich durchaus dasselbe denkt, findet er nicht verwerflich. Nein, da zieht der Herr Doktor mürrisch stapfend durch Wien, will sein gekränktes Ego gleich mit allerlei Liebschaften beruhigen, aus denen eh nix wird und bezeichnet im gleichen Atemzug alle Frauen als Huren. Kommt nach so einer Nacht heim und lässt sich den Traum der Frau erzählen. Im Traum vögelt sie sich munter durch die Welt und verrät ihren Mann. Und was denkt er?? Na, von der Oiden trenn ich mich, weil die hat mich betrogen im Traum und jetzt zeig ich’s ihr und betrüge sie mit maximal vielen Frauen. Und dann sind wir quitt?? Das Buch hat mich ernsthaft wütend gemacht. Zitate wie- er freut sich auf „den ungestörten Besitz“ der Frau zeigt sehr gut, welchem Weltbild der Protagonist frönt. Was besser ist: Sprachlich ist Schnitzler Top. Er spricht Frauen immerhin nicht die Sexualität und Libido ab, was für die Zeit vermutlich recht fortschrittlich ab. Ich glaube auch nicht, dass Schnitzler per se ein Arsch war, Fridolin (der Protagonist) zeichnet nur ein recht eindrückliches Frauenbild der Zeit und das macht mich heute einfach wütend.

Traumnovelle ♦ Arthur Schnitzler | Rezension Ich möchte nicht von schwerer Kost sprechen, denn das war es gewiss nicht. Aber… für unsere Zeit ist die veraltete Poesie der Sprache an so manchen Tagen doch recht anstrengend. Auch sind die Themen oder wie sie verarbeitet werden mit den Lebensansichten der heutigen Zeit nicht mehr vereinbar, sodass es mich manches Mal die Augen verrollen lies, wenn deutlich gemacht wurde, dass Frau und Mann nicht ebenbürtig sind. Jedenfalls waren sie es 1926, zur Erstveröffentlichung, nicht. Meinung Die Poesie der Sprache stammt aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert und kann daher für die/den eine*n oder andere*n sehr schwer zu verstehen sein oder einfach nur sehr anstrengend. Ich für meinen Teil bin kein Freund von Schachtelsätzen mit unzähligen Kommas. Da verliere ich manchmal den Überblick und muss mehrfach nachlesen. Was auch in diesen 93 Seiten ständig passiert ist. Leider! Da die Handlung in Wien spielt, kommt noch hinzu, dass mir bei einigen österreichische Worte die Bedeutung nicht bekannt war. Aber Google ist immer da, Google hilft.
Tolle Symbolik und Themen
Jedes Ereigniss dieses Buches schreit danach interpretiert zu werden und ich vollgepackt mit Symbolik. Der Name ist nicht nur auf den eigentlichen Traum gut gewählt auch der Rest des Buches fühlt sich wie einer ein. Man versteht erstmal nicht so recht was da abgeht und man denkst sich erstmal "was zum fick hab ich da gerade gelesen?" Wenn man jedoch näher drüber nachdenkt wie alles zusammenhängt merkt man die Genialität dieses Buches.
Traumnovelle ♦ Arthur Schnitzler | RezensionIch möchte nicht von schwerer Kost sprechen, denn das war es gewiss nicht. Aber… für unsere Zeit ist die veraltete Poesie der Sprache an so manchen Tagen doch recht anstrengend. Auch sind die Themen oder wie sie verarbeitet werden mit den Lebensansichten der heutigen Zeit nicht mehr vereinbar, sodass es mich manches Mal die Augen verrollen lies, wenn deutlich gemacht wurde, dass Frau und Mann nicht ebenbürtig sind.Jedenfalls waren sie es 1926, zur Erstveröffentlichung, nicht.MeinungDie Poesie der Sprache stammt aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert und kann daher für die/den eine*n oder andere*n sehr schwer zu verstehen sein oder einfach nur sehr anstrengend. Ich für meinen Teil bin kein Freund von Schachtelsätzen mit unzähligen Kommas. Da verliere ich manchmal den Überblick und muss mehrfach nachlesen. Was auch in diesen 93 Seiten ständig passiert ist. Leider!Da die Handlung in Wien spielt, kommt noch hinzu, dass mir bei einigen österreichische Worte die Bedeutung nicht bekannt war. Aber Google ist immer da, Google hilft.
We follow our main character on an adventure that he went on as a reaction to his wife’s confession that she once flirted with another guy prior to their engagement. As the night develops he falls more and more out of his plain life and gets more obsessive. The novella is very short, but the author is able create this dark space on these pages with a solid sense of the MC.
Typisch Schnitzler... Man kann selber entscheiden, ob das nun gut oder schlecht ist. Im Buch ist das Sexuelle, das Unterbewusste stets präsent. Die unglückliche Ehe der beiden Hauptcharaktere wird in nur einer Nacht auf den Punkt treffend charaktisiert. "Traumnovelle" selbst wirkt traumhaft, einige Szenen wie Sexfantasien, unwirklich und vernebelt. Schnitzler erzählt von seinen Lieblingsthemen: Sexualität, Unterbewusstsein, menschliche Beziehungen. Dabei habe ich vor allem die Frauenrollen als störend empfunden, wie zuvor schon im "Reigen". Natürlich sehnen sich alle nur nach dem männlichen Protagonisten, können die Beine nicht auseinander halten, weil sie ihn so unwiderstehlich finden. Es ist wirklich auffällig, dass es bei Schnitzler nur zwei Arten von Frauen gibt: Huren und Jungfrauen. Und selbst die Jungfrauen wären lieber Huren, wie Albertine schmerzlich zu gibt. Für einen Autor, der so hohen Wert auf das Unterbewusste und die Komplexität von menschlichen Beziehung legt, ist das doch sehr schade, dass er Frauen so skizziert. Die Bedürfnisse des Mannes, sein Ego, steht wie immer an oberste Stelle. Überzeugend war der Schreibstil, er passte zu dem nebelig, nächtlichen Charakter des Buches. Kann man lesen, muss man aber auch nicht.




































