The Terranauts
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Description
LONGLISTED FOR THE INTERNATIONAL DUBLIN LITERARY AWARD 2018
Eight people take part in an ecological experiment in 1990s Arizona. Inspired by real events, The Terranauts places human behaviour under the microscope to spellbinding effect
Linda is desperate to be one of the lucky eight chosen to take part in the world's most ambitious ecological experiment. She knows that she can survive for two years under the glass dome of Ecosphere II, set in the Arizona desert. Competition is fierce between the hopefuls, among them smooth-talking PR man Ramsay, and Dawn, a naïve beauty. Inside the humid microcosm, the terranauts' labours over crops and livestock, their battles with creepy crawlies, their hostilities and sexual dalliances are all observed by tourists who come to gawp, Mission Control's cameras and the watchful eye of the media. As they struggle to control nature, and hunger sets in, the snake in this Eden starts to look unmistakably human.
Book Information
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Schade, schade. Grundsätzlich fand ich die Idee interessant aber die Ausführung? Nun ja. Stilistisch gewohnte Boyle Qualität aber inhaltlich? Es geht null hervor was genau das Projekt ist. Protagonisten, die dermaßen unsympathisch sind. Es gibt so tolle Romane von Boyle, diesen kann ich null empfehlen.
Schade, dieser Boyle hat mich leider nicht begeistert. Ich habe viele Stellen quer gelesen oder übersprungen, zudem mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen. Leider ist es zu Beginn sehr langatmig, sehr vorhersehbar und auch zu platt, erst ab dem letzten Drittel wurde es spannender. Schade, denn das Thema an sich - wissenschaftliches Big Brother - ist eigentlich schon sehr interessant.
Absolut lesenswert!
Die Geschichte über den Versuch, ein autarkes Ökosystem aufzubauen, in dem acht Personen - vier Terranautinnen und vier Terranauten - das Leben auf dem Mars simulieren. Ein solches von einem Milliardär finanziertes Projekt hat es tatsächlich gegeben. Unvorstellbar? Keineswegs, zumal die Tage. Eine absolut lesenswerte dystopisch-visionäre Geschichte über die menschlichen und planetaren Abgründe, über das Leben und das Überleben, hier und morgen. 👍👍👍👍👍
Definitiv eines der schwächeren Bücher von Boyle! Eine Geschichte über 8 Wissenschaftler... ohne Wissenschaft?!?! Um was genau geht es bei diesem Experiment? Keine Ahnung! Und die Protagonisten geben hierüber auch nur vage Auskunft, aber Hauptsache sie "sind drin"! So a la DSF: "Mittendrin statt nur dabei!" Apropos Protagonisten: Die drei Hauptpersonen sind so austauschbar wie Unterhosen aus dem 3er-Pack und sie lesen sich fast komplett identisch. Abgesehen davon hat mich keiner der drei auch nur irgendwie interessiert; besonders nicht die Dame, die sich beste Freundin schimpft und bei dem Experiment draußen bleiben muss: Keinen Mückenschiss gibt man beim Lesen auf sie oder ihre Meinung! Was sie zur Geschichte beitragen soll, bleibt mir ein Rätsel. Die ersten 300 Seiten (von 600) sind feinstes Soap-Opera-Gejammer, bei dem es sich nur ums Fremdficken und Hintergehen dreht. Big Brother lässt grüßen! Erst ab der zweiten Hälfte wird es zumindest etwas interessant, aber da ist der Zug halt schon abgefahren.
Hat mich leider nicht in seinen Bann gezogen
Tja was soll ich sagen, das Buch hat für mich leider nicht das widergespiegelt, was ich mir erhofft hatte. Die Idee find ich super. Acht Menschen verbringen 2 Jahre gemeinsam in einer Biosphäre, in der sie sich selbst versorgen. Nichts geht raus, nichts kommt rein. Erzählt wird die Geschichte in drei Erzählsträngen, zwei Terranauten und einer Person außerhalb der Biosphere, die sich abwechseln. Mir waren die einzelnen Kapitel leider viel zu lang. Trotzdem war der Perspektivwechsel wichtig, um auch die Gedankengänge der anderen Personen nachvollziehen zu können. Naja teilweise zumindest. Im Großen und Ganzen passiert im Buch leider recht wenig, so dass ich mich zum Ende hin schon fast zwingen musste, weiter zu lesen. Man möchte ja doch wissen wie es ausgeht. Nur hat sich das - in meinen Augen - leider auch nicht gelohnt. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht…
Boyle hat einfach einen tollen Schreibstil. Und auch hier wird deutlich, dass jemand schreibt, dem Klimaschutz und Umwelt richtig wichtig sind. Es ist eine spannende Geschichte, die bei der Seitenanzahl ab und zu ihre Längen hat, aber sich insgesamt sehr flüssig und schnell liest. Besonders spannend finde ich, dass die Geschichte an wahren Begebenheiten angelehnt ist. Krass. Trotz des Alters der Geschichte (fast 30 Jahre), ist die Botschaft damals so gültig wie heute: wir haben nur diesen einen Planet und er ist einzigartig, nicht zu ersetzen.
Eigentlich ist Boyle einer meiner Lieblingsschriftsteller. Aber mit diesem Buch hat er mich nur gelangweilt. Etwa die erste Hälfte des Buches geht es nur um ein Wer-mit-wem, abwechselnd mit einem Herziehen der drei Ich-Erzähler über das Aussehen aller anderen Beteiligten. Auch wenn es sich hier um die Fiktonalisierung eines realen Experiments handelt, hatte ich doch eher das Gefühl, Trash-TV zu lesen - nur leider lange nicht so unterhaltsam… Als es dann ab etwa der Mitte zu richtigen Krisen kommt, war ich vom gesamten Personal schon so genervt und gelangweilt, dass diese mich auch kalt gelassen haben. Ein paar Pluspunkte gibt es immerhin für Boyles Schreibstil.
Hat mich nicht abgeholt -leider
Die wahre Hintergrundstory hat mich interessiert, die Umsetzung im Buch hat mich nicht eingefangen. Teilweise sehr langatmig, zugleich wurden einige Themen ( für mich interessanten Stellen) wiederum teilweise kurz abgehandelt. Schade...lese die Romane von T.C. Boyle eigentlich sehr gern.
Wissenschaftliches Experiment ohne Wissenschaft
Wir haben hier einen Trash-TV-Abklatsch (noch nicht mal ein guter!), der das Experiment und alles Wissenschaftliche nebenher abhandelt. Ganz vorne stehen nur die Konflikte untereinander und das Organisatorische. Das letztere ist total langweilig und man fragt sich beim lesen (ich beim Hören), warum man wissen muss, wie detailliert der Auswahlprozess ist. Die Konflikte sind total „dumm“, weil die Figuren total unrealistisch wirken. Sie kamen mir nie wie richtige Personen/ Charaktere vor, weswegen ich diese ganzen Dramen eher über mich ergehen lies. Ich hätte auch einen Stern gegeben, aber die Idee fand ich toll und die Entwicklung von Down mochte ich irgendwie. Das Ende war echt das letzte. Schlimmer wäre nur gewesen, wenn es mitten im Satz abgebrochen wäre.
Mitte der Neunziger macht es sich ein Forschungsteam zur Aufgabe, die Möglichkeiten einer Marsbesiedlung durch Menschen zu untersuchen. Dazu wird in Texas auf rund 1,3 Hektar eine riesige Glaskuppel mit mehreren Etagen errichtet, angesiedelt darin allerlei Flora und Fauna, sodaß darin verschiedene Biome der Erde simuliert werden können. Und mitten darin: acht Menschen – vier Frauen und vier Männer – die darin zwei Jahre überleben sollen, in dem sie die Vegetation und die Tiere versorgen. Autark. Nichts soll reinkommen und nichts raus. Nachdem die erste Gruppe vor ihnen aufgrund eines Unfalls – einer medizinischen Notwendigkeit – versagt hatte, die zwei Jahre ohne Hilfe von Außen zu überleben, wollen es die Crewmitglieder der zweiten Gruppe besser machen. Doch kaum ist noch nicht mal die Hälfte der Zeit um, wird eines der weiblichen Crewmitglieder schwanger und das stellt die ohnehin schon fragilen zwischenmenschlichen Beziehungen der acht Terranauten auf eine weitere Probe. Daß einem die christliche Symbolik in dieser Thematik nahezu ins Gesicht springt, ist von T. C. Boyle nicht nur gewünscht, es ist einfach unübersehbar. Nicht nur wird das Projekt Ecosphere 2 konsequent als E2 abgekürzt, um den gedanklichen Sprung zum Garten Eden zu erleichtern; das im Glashaus geborene Kind wird Eve genannt (einen Jungen hätte man selbstverständlich Adam getauft); und auch die Dreieinigkeit der Projektleiter sind mit ihrem Vorsitzenden Jeremiah Reed – konsequent als Gottvater von allen bezeichnet – klar in ihrer Metaphorik. Und dabei ist das im Roman gar nicht mal so positiv bewertet; es wird im Gegenteil mehr als einmal herausgestrichen, wie stark einer Sekte ähnlich all das ganze ist. Es geht um bedingungslose Loyalitäten, um Schwüre und deren Einhaltung, um Aufopferung für eine höhere Sache und auch um die Verleugnung der augenscheinlichen Wahrheit zum Zwecke des Ziels. Mehr als nur einmal kann man über allen Protagonisten den Kopf schütteln. Und doch sind sie glaubhaft und greifbar gestaltet, man kann mitfühlen und Aktionen auch verstehen, ihre Dilemmas sind nachvollziehbar. Und doch sind sie keineswegs Sympathieträger. Sie sind oftmals egoistisch, egozentrisch, starrsinnig und auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Rücksichtnahme erfolgt nur, weil es von der Führung so vorgesehen ist oder weil es der Weg ist, damit das Experiment Erfolg haben kann – aber nicht aus einem eigenen Antrieb. Und das wird mit der Zeit unter der Glaskuppel, als rein kulturelle und gesellschaftliche Aspekte immer belangloser zu werden scheinen und nur noch in Form von traditionellen Festen aufrecht erhalten werden können und urtypische Bedürfnisse wie Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung einen immer höheren Stellenwert einnehmen, auch immer deutlicher. Es bilden sich Lager unter den Crewmitgliedern heraus, Meinungen und Ansichten prallen aufeinander und sorgen für immer größere Spannungen und Eifersüchteleien sind nahezu an der Tagesordnung und können nur noch mit Müh‘ und Not von der Kapitänin und dem Arzt, denen man bis zum Schluß wohl noch das kultivierteste Wesen attestieren kann, in Zaum gehalten werden. Als Leser betrachten wir die Szenerie aus den Augen dreier Missionsmitglieder: Dawn Chapman und Ramsay Roothoorp (beide im zweiten Einschluß in E2 und werden im Laufe der Zeit das Kind Eve zeugen), sowie Linda Ryu, die sich zusammen mit Dawn Chapman um einen Platz in E2 bewarb, die aber ein ums andere Mal nicht genommen wird und von Neid auf die Crewmitglieder und ganz besonders zu Dawn geplagt auf ihre Chance (und damit ihre Rache) sinnt. Diese drei schildern die Geschehnisse vor, während und nach des Einschlusses aus ihrer Sicht, was natürlich auch zu widersprüchlichen Kollisionen in den Aussagen führt, die zur Konsequenz haben, daß man sich nie sicher sein kann, was nun wirklich vorgefallen ist. Zum Teil sind diese Widersprüche belustigend und witzig, zum anderen bitter und unterstreichen nur noch mehr den desolaten Charakter der Protagonisten. Allerdings scheinen nicht nur die drei Erzähler, sondern auch der Autor selbst recht schnell einen der acht Insassen zu vergessen – dieser wird nur ein paar Mal am Anfang erwähnt und spielt nachher, weder für die Welt außerhalb noch innerhalb E2, keine Rolle mehr, was mich, angesichts der postulierten Wichtigkeit eines jeden Crewmitglieds der Mission doch sehr verwunderte. Man darf sich als (potentieller) Leser dieses Romans nicht irreleiten lassen. Dieser Roman ist keine wissenschaftliche Schilderung eines Experiments. Es ist der Bericht eines Sozialexperiments aus der Sicht der Labormäuse, die nicht erkennen wollen, das mit ihnen gespielt wird. Man schickt vier Frauen und Männer mit diversen mentalen Komplexen zwei Jahre abgeschottet von der Welt in ein abgeschlossenes Gewächshaus, läßt sie von bestellter Presse wie Zootiere begaffen und setzt sie mittels Kameras und firmeninterner Spione, die ihnen Freundschaft vorgaukeln, weiter unter Druck. Was wird passieren? Daß allein Dawns Schwangerschaft durchaus geplant war, läßt der Leiter des Experiments mehr als deutlich durchblicken – und das eben diese Schwangerschaft für Probleme sorgen sollte (denn sie wird nicht nur die Zwistigkeiten zwischen den einzelnen Teilnehmern verschärfen, sondern auch die ohnehin schon knappen Nahrungsmittel zugunsten der Schwangeren noch weiter verknappen und Dawns dringend benötigte Arbeitsleistung mindern). All‘ das sollte nur der Publicity dienen und sollte weiter Geld in die Taschen derjenigen spülen, die sich daran eine goldene Nase verdienten. Und das waren weder die Terranauten noch die Anwärter auf eben diesen Platz. Als die Terranauten nach zwei Jahren endlich die Luftschleuse in die Welt durchschreiten können, um sich mit der nachfolgenden Crew für den dritten Einschluß abzulösen, wird das Experiment überschwänglich als gelungen erklärt. Dabei ist es das ganz und gar nicht. Weder konnte man beweisen, daß eine Kolonisation des Mars‘ dadurch möglich ist (man denke nur an Dawns Schwangerschaft, die die anderen sieben Mitglieder fast zum Verhungern brachte), zum anderen waren die dunklen Monate ein gigantisches Problem für die Terranauten wegen fehlender Sonneneinstrahlung, die das Pflanzenwachstum, damit das Sauerstoffniveau und somit das Wohlbefinden der Terranauten massiv beeinflußte (und die Sonneneinstrahlung ist auf dem Mars ja nochmal geringer als auf der Erde, wo das Experiment stattfand). Das führte schlußendlich dazu, daß die Crew nicht nur sämtliche Schweine und Barsche aß und damit keine Zucht mehr betreiben konnte, auch fing sie an, das Saatgut, das eigentlich für die dritte Aussaat gedacht war, zu essen, sodaß ein nahtloser Übergang mit der dritten Crew ohne ein erneutes Ressourcenauffüllen von Draußen überhaupt nicht möglich war. Es wäre im Laufe der zwei Jahre mehr als einmal fast zum Abbruch der Mission gekommen, weil Umstände von Außen und Innen immer wieder zeigten, wie fragil dieses System eigentlich ist und wie abhängig alles von der Welt da draußen – und dem Zusammenspiel mit ihr – ist. Dabei schöpft T. C. Boyle leider meiner Meinung nach das Potential des gigantischen Geländes von E2 nicht wirklich aus. Nur zu Beginn läßt er seine Figuren dem Leser einen biologischen Einblick in dieses Gelände geben, danach erfahren wir fast nichts mehr über die einzelnen Biome. Es scheint, als würden sich alle immer nur in der Basis, auf den Feldern und den Ställen und am Ozean (eher ein großes Bassin) aufhalten. Auch der Flora und Fauna wird wenig Beachtung geschenkt und so bleibt das eigentliche Wesen von E2 (für das es eine reale Vorlage gab) nicht greifbar. Es ist und bleibt ein großes, gläsernes Gefängnis, das als Ausstellungskäfig für die acht Menschen darin dient. Auch die sexuelle Komponente artete stellenweise etwas aus – wenngleich sie für die Erzählung wichtig ist; doch ich kann verstehen, das man als Leser irgendwann nur noch mit den Augen rollte, wenn mal wieder auf’s Tableau kam, wer was mit wem wann hatte. Und trotzdem ist »Die Terranauten« lesenswert, wenn man sich auf ebendieses Gedankenexperiment einläßt. Es wirft zahlreiche ethische Fragestellungen auf, ist als Kritik auf gewissenlose Wissenschaft zu lesen und als menschliche Studie zu betrachten. Und schließlich wird klar, was uns hier gezeigt wird: letztendlich steht sich der Mensch immer selbst im Weg, auch wenn er mit den besten Absichten die Zukunft gestalten will.
Von T.C. Boyle hatte ich schon viel gehört, viel Gutes vor allem. Bisher war ich zwar immer neugierig auf diesen berühmten Autoren, aber es ergab sich nicht, dass ich etwas von ihm las. Bis zur Lovelybooks-Leserunde zu Boyles ersten Werk "Die Terranauten". Gestartet bin ich voller Neugierde und Enthusiasmus. Der Schreibstil gefiel mir sofort, er ist angenehm weich, literarisch, aber nicht protzig. Man findet sich gleich zurecht und fühlt sich wohl darin. Leider ging die erste Begegnung zwischen mir und Boyle dann aber doch nicht sonderlich gut aus. Die Geschichte wird uns aus drei Perspektiven erzählt: von Dawn, ihrer Freundin Linda und Ramsay. Dawn und Ramsay erzählen als Terranauten, sie befinden sich innerhalb von E2. Linda, die es kaum verschmerzen kann, dass Dawn und nicht sie für das Projekt ausgewählt wurde, fügt der Geschichte die Sichtweise von ausserhalb bei. Rasch stellt sich heraus, dass keine der auftretenden Figuren, egal ob Haupt- oder Nebencharakter, in irgendeiner Weise sympathisch sind. Grundsätzlich sind alle sehr egozentrisch. Das kann ich verschmerzen, denn ein Charakter muss mir nicht unbedingt sympathisch sein, damit ich die Geschichte geniessen kann. Doch das Verhalten unserer "Helden" ging mir mit jedem Kapitel mehr auf die Nerven. Ich kam mir vor, wie auf dem Schulhof, wo ein paar pubertäre Jugendliche sich gegenseitig schubsen, weil jemand mal falsch geguckt hat. Mehr und mehr stellt sich heraus, dass es in diesem Buch hauptsächlich um eines geht: Sex. Wer vögelt mit wem und warum. Kaum zeichnete sich dieses ab, rutschte meine Lesefreude etwas auf der Skala nach unten. Je länger dieses kindische, unprofessionelle Verhalten anging, desto mehr verlor ich die Lust am Lesen. Hier geht es und zu her wie in einer Soap. Wo ich Wissenschaft und Tiefe erwartet habe, finde ich einen schwanzgesteuerten Ramsay, eine egomanische Dawn und eine über alle Massen frustrierte und psychich labile Linda. Wobei letztere von allen Figuren noch die glaubhafteste und interessanteste ist. Ein paar Mal ist das Wort "Charakterstudie" gefallen, was für mich aber auch nicht passt. Denn um solch eine Studie beschreiben zu können, muss man erst einmal Charaktere haben. Dies ist hier nicht der Fall. Die Figurenkonstellationen bleiben starr (Dawn entscheidet etwas - alle sind genervt - Dawn beschwert sich bei Linda - sie streiten - alle grummeln), keiner entwickelt sich in einer erwähnenswerten Art weiter und was hätte interessant werden können (Rangordnung, die in Frage gestellt wird, Gruppen, die sich bilden), passiert nicht. Auch der wissenschaftliche Teil ist kleiner als ich gehofft hatte. Von einem Autoren mit dem Rang, den T.C. Boyle in Medien einnimmt, hätte ich eigentlich eine komplexe Betrachtung unserer Konsumgesellschaft erwartet. Zwar keine Lösung für unsere Probleme, aber dennoch ein leichtes Vor-Augen-Führen, dass es um unseren Planeten nicht zum Besten steht -warum sonst hätte man eine zweite Erde bauen sollen?- Passiert nicht. Am Rande vielleicht. Aber E2 ist einfach nur ein hübscher Hintergrund, vor dem sich die bereits erwähnte Soap abspielt (mit allem Drum und Dran: geheimen Beziehungen, sexuellen Ausflüchten, Versprechen, die gebrochen werden...). Hätte ich gewusst, dass es in erster Linie darum geht - ich hätte die Hände davon gelassen. Von der erhofften Intelligenz habe ich gar nichts gefunden. Nur der Schreibstil, der mir, wie eingangs erwähnt, sehr zugesagt hat. Ansonsten erweist sich "Die Terranauten" als absoluter Flop und wird deshalb gleich aussortiert. Trotz des schön aufgemachten Umschlags.
Schwer zu bewerten.
Ich finde es echt schwierig das Buch zu bewerten. Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet, aber halt auch echt kacke im Verhalten.. Im Grunde genommen sind alle Arschlöcher, wobei ich es bei Dawn noch am wenigsten finde, aber auch sie ist kein unbeschriebenes Blatt. Linda ist eine furchtbare Freundin, angefangen von ihrer Eifersucht und Antipathie gegenüber ihrer angeblichen besten Freundin Dawn. Das sie mit dem damaligen Freund von Dawn in die Kiste gegangen ist und es auch nicht angesprochen hat, oder ähnliches. Dann das sie ihr gesagt hat/ gedacht hat, sie solle lieber mit einem Kerl was anfangen, der sie entweder sexuell belästigt, oder einem Kerl, der ihre Grenzen nicht respektiert, anstatt mit dem Kerl zusammen zu sein, den sie nicht ausstehen kann. Zum Schluss konnte ich ihr Verhalten dann nachvollziehen und sie tat mir dann auch leid, aber das rechtfertigt trotzdem nicht ihr Verhalten von vorher. Ich kann verstehen, dass sie wütend ist, weil sie nicht genommen wurde und sie hat auch jedes Recht dazu, aber ihre Wut auf Dawn zu projizieren, bzw. Sie dafür verantwortlich zu machen ist ungerecht. Dann Ramsay... Oh boy.. Er hat sich durchaus Mühe gegeben in der Beziehung mit Dawn, trotzdem hat er ihr Vorwürfe gemacht und war nicht so für sie da, wie sie es gebraucht hätte.. Oder wie eitel er geworden ist, als sie dann recht weit in der Schwangerschaft war.. Typisch Kerl würde ich sagen. Aber der Höhepunkt war dann, dass er sie, nachdem er wieder draußen war, sie betrogen hat, nur um seinen Sexualtrieb auszuleben. Furchtbar. Er sagt, er liebt sie, aber zieht dann so eine Scheiße ab.. Wirklich eklig. Wie gesagt Dawn finde ich in alledem noch am wenigsten schlimm. Sie hat sich dem Projekt voll verschrieben. Aber sie ist auch teilweise echt naiv, auch was Sachen mit Linda angeht. Aber zum Schluss als sie sich dann für einen zweiten Einschluss entschieden hat, war für mich an Egoismus nicht mehr zu übertreffen. Und ich kann dann wie gesagt Linda's Verhalten und Meinung zu Dawn gegenüber komplett verstehen. Dawn hat da komplett egoistisch gehandelt, nur an sich selbst und nicht mal an ihr Kind gedacht. Ich hab keine Ahnung, wie ich das Buch bewerten soll.. Die Bewertung kommt, wenn dann später.
unfortunately every single person in this book was an ass-hole (most of them without backbone) except for Dawn, who was too perfect to be true but also being whiny as hell. i couldn't understand why everyone was constantly mean to everyone else. and WTF ramsay, you get a women pregnant and it's not all her fault! it takes two people to make a baby!
"Warum ich das erzähle? Weil wir Menschen Reinheit vielleicht bewundern oder das jedenfalls behaupten, in Wirklichkeit aber sehen wollen, wie sie kompromittiert wird, wie Ideale zerstört, beschmutzt und in den Dreck gezogen werden, in dem wir selbst tagein, tagaus leben. Vielleicht brauchen wir Helden und verrückte Heilige, die stellvertretend für uns handeln, aber wir wollen ganz sicher nicht mit ihnen tauschen und sehen uns insgeheim nach dem perversen Kitzel, den ihre Versuchung und ihr Sturz uns bereiten." Wieder nimmt sich Autor T.C. Boyles eines tatsächlichen Ereignissen an und erzählt darüber in seinen Roman. 8 Menschen, 4 Frauen, 4 Männer, werden 2 Jahre in einer sogenannten Biosphäre eingeschlossen und müssen sich und das Ökosystem am Leben erhalten. Ein spannendes Experiment, zum Einen für diese Biosphäre, zum Anderen vor Allem wegen der Gruppendynamik auf engstem Raum und den physischen und psychischen Problemen die nach und nach immer extremer werden. Der Autor schafft Potenzial zum nachdenken und diskutieren, er macht es dem Leser nicht einfach, seine Protagonisten zu mögen. Dennoch war ich an einigen Personen wirklich nahe dran während andere leider sehr blass blieben. Die Personen sind mehrdimensional, nicht schwarz/weiß sondern sehr vielschichtig. Das Buch liest sich wirklich gut weg, man denkt aber auch viel über die Situation nach und ich habe auch ständig hinterfragt wie ich in bestimmten Situationen reagieren würde. Zum Ende hin bin ich leider etwas desillusioniert zurück geblieben ob des Endes was mich leider nicht vollständig überzeugen konnte. Insgesamt aber ein tolles unglaublich interessantes Setting mit nachvollziehbaren Problemen.
Schade. Es fing ziemlich gut an und ich war wirklich gefesselt von der Story und den Terranauten, auch wenn nicht einer sympathisch ist. leider ist die Story nach ungefähr dem ersten Drittel weder spannend noch unterhaltsam - entweder wiederholt sie sich oder Ereignisse werden vorweggenommen. Das war zäh zu lesen, insbesondere weil, wie schon gesagt, die Charaktere alle samt und sonders unsympathische Kotzbrocken (sorry) sind.
Für diese Geschichte hat T.C. Boyle sich vom Experiment „Biosphäre 2“, das in den 90ern in Arizona, USA, stattfand, inspirieren lassen. Während das echte Experiment nach zwei erfolglosen Versuchen als gescheitert galt, bleiben Boyles Figuren die angestrebten zwei Jahre in ihrer Kuppel – wenn auch nicht ohne Probleme. Es gibt viele kritische Stimmen zu diesem Buch, denn eigentlich passiert nichts Weltbewegendes in dieser Geschichte, keine großen Katastrophen, keine besondere Charakterentwicklung. Ja, es gibt einen kleinen Twist, doch letzten Endes meistert das Team auch diese Herausforderung. Dennoch fand ich „Die Terranauten“ großartig. Zunächst einmal zeigt sich, dass dieses Ökosystem eben nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist und die Figuren nicht komplett auf sich allein gestellt sind. Es finden regelmäßige Kommunikationen mit der Außenwelt statt, es gibt Interviews für die Presse und hier und da tauchen Tiere auf, die nicht geplant waren, die aber beim Ausstatten der Kuppel als blinde Passagiere hereingekommen sein müssen. Die Besuche der Außenwelt und die Gespräche dienen den Terranauten als Katalysator. Sie müssen sich nie nur mit der Gruppe auseinander setzen, sie können ihren Frust abbauen, können sogar Pläne mit „außen“ schmieden. Ich finde es sehr schlüssig, dass es in solch einer Situation keine besondere Entwicklung der Protagonisten gibt. Sie gingen als hervorragend ausgebildetes Team in dieses Experiment, jeder mit eigenen Motiven und Vorstellungen und im Prinzip verhalten sie sich relativ vorhersehbar. Sie gehen professionell mit ihrer Lage um, wissen, was zu tun ist – und bleiben dennoch Individuen mit Schwächen und Bedürfnissen. Wenn dieses Buch eins zeigt, dann dass Menschen immer Menschen sein werden, unabhängig davon wo sie leben. Es gibt diverse Dinge, die sich nicht verändern werden, auch nicht in einem vorbereiteten, begrenzten Lebensraum. Schade fand ich lediglich, dass am Ende nicht erklärt wird, warum eine der Protagonistinnen handelt, wie sie handelt. Ich konnte ihre Entscheidung nicht wirklich nachvollziehen und hätte gern mehr darüber erfahren. Ich finde „Die Terranauten“ sehr interessant und lesenswert.
So many stupid things happening in this. From terrible preparation for the mission to people just being stupid. It almost hurt sometimes. The ending was, at most experimental, at least lazy. At least for me, since I didn’t really care for the characters other than perceiving them as way over the top. The only somewhat relatable character was Ramsey, who at least possessed some self reflection. In the end i only finished it because it was an audiobook, i could still do other things while reading.
*3.5 An sich fand ich die Idee, die ja auf einer wahren Begebenheit beruht, wirklich interessant. Vor allem war ich überrascht, wie aufwendig die ganze Mission war. An welche Dinge man alles denken musste. Das Buch hatte jedoch von Anfang an seine Längen, was das Lesen erschwert hat. Und zum Ende hin hat es mir immer weniger gefallen.
Mission Neue Welt: Ein realitätsnaher Bericht über das Leben Das Buch: Mitten in der Wüste von Arizona entsteht das Projekt Ecosphere (E2). Nachdem der erste Versuch kläglich gescheitert ist, soll beim zweiten alles richtig laufen: drei Männer und drei Frauen leben zwei Jahre in einer erschaffenen Welt. Ziel ist es, ein ideales Leben zu erschaffen. So, wie es wohl auch zukünftig aussehen könnte – vielleicht auch auf einem anderen Planeten. Und in diesem übergroßen „Terrarium“ inklusive Wüste, Dschungel und Ozean gibt es nur eine Regel: nichts darf in dem Jahr nach draußen gelangen – nichts darf hineingelangen… Fazit: Zuerst sollte man diese oben genannte Regel ein wenig einschränken: es wird sich hier nur auf Gegenstände und Sauerstoff, Wasser, etc. bezogen. Die Regel schließt nicht die Kommunikation ein. Denn diese findet fast zu viel statt. Via Telefon, Live-Schalten und Besucherfenster (a la amerikanische Gefängnisse) lassen doch einen regen Austausch zwischen Drinnen (Terrarium) und Draußen (außerhalb Terrarium) zu. Leider ist dies schon ein großer Kritikpunkt – denn so richtig abgeschottet von der Welt sind die sechs eingeschlossenen Personen dank Besucherfenster absolut nicht. Kommen wir zum Positiven: das eigentliche Highlight des Buches ist und bleibt das Terrarium, die Ecosphere, E2. Durch die vielen Beschreibungen in und um diese abgeschlossene Welt herum ist wirklich gelungen. Man spürt die reine Luft, den Frieden dieser Welt und möchte gerne auch Teil davon sein. Dazu benötigt der Autor keine langen Seiten voll mit Beschreibungen. Es reicht, durch die verschiedenen Charaktere und deren Blicke die neue Welt dem Leser schmackhaft zu machen. Aber nun zum Buch: Erzählt wird die Story aus drei Perspektiven: Dawn, die dieses Jahr als Mission ansieht und der Zukunft der Welt dienen möchte. Ramsay, der das Leben und die Liebe liebt, und eher das Jahr als Abenteuer sieht. Und dann gibt es noch Linda, die unbedingt in das Terrarium wollte. Leider hat sie es nicht geschafft und wird nun als Beobachter eingesetzt. Sie wacht per Videokameras über die Insassen und besonders über Dawn. Denn diese hat ihr den Platz im Terrarium eingenommen. Alle drei Charaktere haben ihre Abgründe und sind doch liebenswert. Man kann sich leicht mit ihnen identifizieren. Es könnten auch wir sein, die sich einschließen lassen. Und bei diesen Beschreibungen wird doch schon all die Dramatik deutlich: Linda hasst Dawn, gibt sich aber als die beste Freundin ihr aus. Denn außerhalb des Terrariums werden einige Intrigen gesponnen – und Linda mischt da kräftig mit. Drinnen sieht es natürlich auch nicht anders aus: mit der Zeit entwickeln sich Dramen, Freundschaften und Feindschaften. Letztendlich wird auch über das Essen gestritten. Denn als Selbstversorger müssen sie mit dem auskommen, was sie haben. Und so besteht eine totale Abhängigkeit zwischen den Teammitgliedern. Und auch zu dem Projekt besteht eine große Abhängigkeit. Denn als der Strom ausfällt, wird die Luft knapp im Terrarium. Und nun entscheidet es sich: soll die Luke nun geöffnet werden oder nicht? Leben oder für das Projekt sterben? Okay, das klingt jetzt sehr dramatisch. Wird es auch zwischendurch. Aber eher geht es hier um die Gruppendynamik und was zwischen den Personen passiert. Und auch, wie das Projekt auf die einzelnen Geschehnisse reagiert (auch, um möglichst viele Zuschauer generieren zu können). Trotzdem lässt die Geschichte und deren Verlauf mir das Gefühl zurück, dass der Autor nicht wusste, wie er die Story enden lassen könnte. Als könnte er sich nicht entscheiden. Denn eigentlich hätte man locker noch einen Band über dieses Projekt schreiben können: Wie ging es mit den Charakteren weiter? Wie verläuft dieses Projekt überhaupt? Denn mit dem Ende des Buches fängt das eigentliche Drama an. Was da genau passiert, mag ich hier nicht schreiben. Aber Linda ist davon absolut nicht begeistert. Zusammenfassend ist es ein gutes Buch mit einem durchaus interessanten Thema. Es wird auch keinesfalls zu wissenschaftlich, da es hier eher um die Charakterentwicklungen geht. Da man doch die Personen sehr mag, möchte man schon, dass diese Geschichte nicht endet. Und trotzdem zeigt dieses „Einschließen auf Zeit“ auf, worauf wir im Leben achten sollten: unsere Umwelt. Denn diese müssen wir unbedingt erhalten, um lebensfähig zu sein. Leseempfehlung!!! https://booksoftination.wordpress.com/2017/04/26/t-c-boyle-die-terranauten/
Der Plot ist ziemlich einfach. Acht Menschen, vier Frauen, vier Männer gehen in eine menschengemachte Biosphäre, um sich den Herausforderungen der Wissenschaft zu stellen und sich die Frage zu stellen, ob dies auf dem Mars Realität werden könnte. Ich bin ehrlich. Ich hatte noch nie davon gehört, fand die Vorstellung jedoch sehr interessant. Ich dachte im Vorfeld, es würde mehr um die Wissenschaft gehen. Gerade im Zusammenhang mit dem heiß diskutierten Thema Klimawandel. T.C. Boyle hat hier ein Werk geschaffen, das sich die menschlichen Facetten anschaut und nicht gerade die schönen. Ich fand es spannend! Ich wollte wissen ob und wie die Charaktere sich entwickelt, was passiert, wie das tägliche Leben in E2 abläuft. Ich finde es unglaublich, das Boyle dieses Gefühl mit Charakteren schafft, die nicht unbedingt Sympathieträger sind. Wahrscheinlich eher im Gegenteil. Ich hätte noch weiter lesen können und werde mich auf jeden Fall etwas im das wirkliche Projekt aus den 90ern einlesen. 4 ⭐️
Mit Abstand das schlechteste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Wenn ich bewusst Schundroman-Autoren lese, dann erwarte ich nichts, aber Boyle hat mir bisher eigentlich ganz gut gefallen. Was hat er da nur geschrieben? Es ist unfassbarer Schrott. Ich würde 0 Sterne geben, aber dann sieht es so aus als ob ich nicht bewerten wollte... Doch das will ich, ich will hiermit meinen grenzenlosen Unmut über dieses Buch kundtun. Ich kann nur raten: Lasst die Finger davon. Wobei: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Bitte lest es und lasst mich wissen was ihr davon haltet! Liegts an mir?
1992 steht in Arizona, ganz in der Nähe von Tucson, eine Biosphäre. Eine Art Forschungsstation, die beweisen soll, dass es möglich ist, dass eine handvoll Menschen ohne Zufuhr von Lebensmitteln, Sauerstoff und sonstigen Dingen, überleben können. Die Menschen, die sich dort für zwei Jahre einschließen lassen, werden unter bestimmten Voraussetzungen ausgewählt. Und nur 8 werden die “Gewinner” sein. Unter welchen besonderen Gesichtspunkten die Terranauten ausgewählt werden ist nicht unbedingt ersichtlich. Sie müssen sich allerdings mit dem Erhalt dieser künstlichen Welt befassen können. Denn es wird nur den Strom von außen geben. Erzählt wird diese Geschichte von drei Personen. Dawn, einer hübschen Frau, die sich selbstbewusst darstellt. Ramsay, einem Kerl, der keinem Rock widerstehen kann und schon bei der kleinsten Anmache nur an Sex denken muss. Und Linda, die sich für nichts zu schade ist. Sie erzählen ihre Sicht auf die Ecosphäre. Dabei wird auch recht schnell klar, wie der Mensch aufgebaut ist, voller Neid, Missgunst, Egoismus, Liebe und Selbstaufgabe. T. C. Boyle hat hier ein interessantes Buch geschrieben, das Einblicke in die menschliche Psyche gestattet. Wie leicht Mensch sich manipulieren lässt und zu was er imstande ist. Unter welchen Bedingungen lässt die Nächstenliebe nach und wird zu purem Egoismus und Gehässigkeit. Ein wenig hat mich der Roman an “Big Brother” erinnert. Der Blick in die Welt hinter dem Glas und mit Kameras überwacht. Nichts entgeht den Menschen außerhalb des Glashaus und alles wird von der Presse ausgeschlachtet und vermarktet. Die Ecosphäre gab und gibt es tatsächlich. Sie steht in der Nähe von Tukson. Sie wurde tatsächlich zu Forschungszwecken dort gebaut und bewohnt. Ich habe nach der Lektüre von T. C. Boyle ein wenig im Internet gestöbert. Der Autor hat seine Geschichten um dieses Glashaus gesponnen.
Für diese Geschichte hat T.C. Boyle sich vom Experiment „Biosphäre 2“, das in den 90ern in Arizona, USA, stattfand, inspirieren lassen. Während das echte Experiment nach zwei erfolglosen Versuchen als gescheitert galt, bleiben Boyles Figuren die angestrebten zwei Jahre in ihrer Kuppel – wenn auch nicht ohne Probleme. Es gibt viele kritische Stimmen zu diesem Buch, denn eigentlich passiert nichts Weltbewegendes in dieser Geschichte, keine großen Katastrophen, keine besondere Charakterentwicklung. Ja, es gibt einen kleinen Twist, doch letzten Endes meistert das Team auch diese Herausforderung. Dennoch fand ich „Die Terranauten“ großartig. Zunächst einmal zeigt sich, dass dieses Ökosystem eben nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist und die Figuren nicht komplett auf sich allein gestellt sind. Es finden regelmäßige Kommunikationen mit der Außenwelt statt, es gibt Interviews für die Presse und hier und da tauchen Tiere auf, die nicht geplant waren, die aber beim Ausstatten der Kuppel als blinde Passagiere hereingekommen sein müssen. Die Besuche der Außenwelt und die Gespräche dienen den Terranauten als Katalysator. Sie müssen sich nie nur mit der Gruppe auseinander setzen, sie können ihren Frust abbauen, können sogar Pläne mit „außen“ schmieden. Ich finde es sehr schlüssig, dass es in solch einer Situation keine besondere Entwicklung der Protagonisten gibt. Sie gingen als hervorragend ausgebildetes Team in dieses Experiment, jeder mit eigenen Motiven und Vorstellungen und im Prinzip verhalten sie sich relativ vorhersehbar. Sie gehen professionell mit ihrer Lage um, wissen, was zu tun ist – und bleiben dennoch Individuen mit Schwächen und Bedürfnissen. Wenn dieses Buch eins zeigt, dann dass Menschen immer Menschen sein werden, unabhängig davon wo sie leben. Es gibt diverse Dinge, die sich nicht verändern werden, auch nicht in einem vorbereiteten, begrenzten Lebensraum. Schade fand ich lediglich, dass am Ende nicht erklärt wird, warum eine der Protagonistinnen handelt, wie sie handelt. Ich konnte ihre Entscheidung nicht wirklich nachvollziehen und hätte gern mehr darüber erfahren. Ich finde „Die Terranauten“ sehr interessant und lesenswert.
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LONGLISTED FOR THE INTERNATIONAL DUBLIN LITERARY AWARD 2018
Eight people take part in an ecological experiment in 1990s Arizona. Inspired by real events, The Terranauts places human behaviour under the microscope to spellbinding effect
Linda is desperate to be one of the lucky eight chosen to take part in the world's most ambitious ecological experiment. She knows that she can survive for two years under the glass dome of Ecosphere II, set in the Arizona desert. Competition is fierce between the hopefuls, among them smooth-talking PR man Ramsay, and Dawn, a naïve beauty. Inside the humid microcosm, the terranauts' labours over crops and livestock, their battles with creepy crawlies, their hostilities and sexual dalliances are all observed by tourists who come to gawp, Mission Control's cameras and the watchful eye of the media. As they struggle to control nature, and hunger sets in, the snake in this Eden starts to look unmistakably human.
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Schade, schade. Grundsätzlich fand ich die Idee interessant aber die Ausführung? Nun ja. Stilistisch gewohnte Boyle Qualität aber inhaltlich? Es geht null hervor was genau das Projekt ist. Protagonisten, die dermaßen unsympathisch sind. Es gibt so tolle Romane von Boyle, diesen kann ich null empfehlen.
Schade, dieser Boyle hat mich leider nicht begeistert. Ich habe viele Stellen quer gelesen oder übersprungen, zudem mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen. Leider ist es zu Beginn sehr langatmig, sehr vorhersehbar und auch zu platt, erst ab dem letzten Drittel wurde es spannender. Schade, denn das Thema an sich - wissenschaftliches Big Brother - ist eigentlich schon sehr interessant.
Absolut lesenswert!
Die Geschichte über den Versuch, ein autarkes Ökosystem aufzubauen, in dem acht Personen - vier Terranautinnen und vier Terranauten - das Leben auf dem Mars simulieren. Ein solches von einem Milliardär finanziertes Projekt hat es tatsächlich gegeben. Unvorstellbar? Keineswegs, zumal die Tage. Eine absolut lesenswerte dystopisch-visionäre Geschichte über die menschlichen und planetaren Abgründe, über das Leben und das Überleben, hier und morgen. 👍👍👍👍👍
Definitiv eines der schwächeren Bücher von Boyle! Eine Geschichte über 8 Wissenschaftler... ohne Wissenschaft?!?! Um was genau geht es bei diesem Experiment? Keine Ahnung! Und die Protagonisten geben hierüber auch nur vage Auskunft, aber Hauptsache sie "sind drin"! So a la DSF: "Mittendrin statt nur dabei!" Apropos Protagonisten: Die drei Hauptpersonen sind so austauschbar wie Unterhosen aus dem 3er-Pack und sie lesen sich fast komplett identisch. Abgesehen davon hat mich keiner der drei auch nur irgendwie interessiert; besonders nicht die Dame, die sich beste Freundin schimpft und bei dem Experiment draußen bleiben muss: Keinen Mückenschiss gibt man beim Lesen auf sie oder ihre Meinung! Was sie zur Geschichte beitragen soll, bleibt mir ein Rätsel. Die ersten 300 Seiten (von 600) sind feinstes Soap-Opera-Gejammer, bei dem es sich nur ums Fremdficken und Hintergehen dreht. Big Brother lässt grüßen! Erst ab der zweiten Hälfte wird es zumindest etwas interessant, aber da ist der Zug halt schon abgefahren.
Hat mich leider nicht in seinen Bann gezogen
Tja was soll ich sagen, das Buch hat für mich leider nicht das widergespiegelt, was ich mir erhofft hatte. Die Idee find ich super. Acht Menschen verbringen 2 Jahre gemeinsam in einer Biosphäre, in der sie sich selbst versorgen. Nichts geht raus, nichts kommt rein. Erzählt wird die Geschichte in drei Erzählsträngen, zwei Terranauten und einer Person außerhalb der Biosphere, die sich abwechseln. Mir waren die einzelnen Kapitel leider viel zu lang. Trotzdem war der Perspektivwechsel wichtig, um auch die Gedankengänge der anderen Personen nachvollziehen zu können. Naja teilweise zumindest. Im Großen und Ganzen passiert im Buch leider recht wenig, so dass ich mich zum Ende hin schon fast zwingen musste, weiter zu lesen. Man möchte ja doch wissen wie es ausgeht. Nur hat sich das - in meinen Augen - leider auch nicht gelohnt. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht…
Boyle hat einfach einen tollen Schreibstil. Und auch hier wird deutlich, dass jemand schreibt, dem Klimaschutz und Umwelt richtig wichtig sind. Es ist eine spannende Geschichte, die bei der Seitenanzahl ab und zu ihre Längen hat, aber sich insgesamt sehr flüssig und schnell liest. Besonders spannend finde ich, dass die Geschichte an wahren Begebenheiten angelehnt ist. Krass. Trotz des Alters der Geschichte (fast 30 Jahre), ist die Botschaft damals so gültig wie heute: wir haben nur diesen einen Planet und er ist einzigartig, nicht zu ersetzen.
Eigentlich ist Boyle einer meiner Lieblingsschriftsteller. Aber mit diesem Buch hat er mich nur gelangweilt. Etwa die erste Hälfte des Buches geht es nur um ein Wer-mit-wem, abwechselnd mit einem Herziehen der drei Ich-Erzähler über das Aussehen aller anderen Beteiligten. Auch wenn es sich hier um die Fiktonalisierung eines realen Experiments handelt, hatte ich doch eher das Gefühl, Trash-TV zu lesen - nur leider lange nicht so unterhaltsam… Als es dann ab etwa der Mitte zu richtigen Krisen kommt, war ich vom gesamten Personal schon so genervt und gelangweilt, dass diese mich auch kalt gelassen haben. Ein paar Pluspunkte gibt es immerhin für Boyles Schreibstil.
Hat mich nicht abgeholt -leider
Die wahre Hintergrundstory hat mich interessiert, die Umsetzung im Buch hat mich nicht eingefangen. Teilweise sehr langatmig, zugleich wurden einige Themen ( für mich interessanten Stellen) wiederum teilweise kurz abgehandelt. Schade...lese die Romane von T.C. Boyle eigentlich sehr gern.
Wissenschaftliches Experiment ohne Wissenschaft
Wir haben hier einen Trash-TV-Abklatsch (noch nicht mal ein guter!), der das Experiment und alles Wissenschaftliche nebenher abhandelt. Ganz vorne stehen nur die Konflikte untereinander und das Organisatorische. Das letztere ist total langweilig und man fragt sich beim lesen (ich beim Hören), warum man wissen muss, wie detailliert der Auswahlprozess ist. Die Konflikte sind total „dumm“, weil die Figuren total unrealistisch wirken. Sie kamen mir nie wie richtige Personen/ Charaktere vor, weswegen ich diese ganzen Dramen eher über mich ergehen lies. Ich hätte auch einen Stern gegeben, aber die Idee fand ich toll und die Entwicklung von Down mochte ich irgendwie. Das Ende war echt das letzte. Schlimmer wäre nur gewesen, wenn es mitten im Satz abgebrochen wäre.
Mitte der Neunziger macht es sich ein Forschungsteam zur Aufgabe, die Möglichkeiten einer Marsbesiedlung durch Menschen zu untersuchen. Dazu wird in Texas auf rund 1,3 Hektar eine riesige Glaskuppel mit mehreren Etagen errichtet, angesiedelt darin allerlei Flora und Fauna, sodaß darin verschiedene Biome der Erde simuliert werden können. Und mitten darin: acht Menschen – vier Frauen und vier Männer – die darin zwei Jahre überleben sollen, in dem sie die Vegetation und die Tiere versorgen. Autark. Nichts soll reinkommen und nichts raus. Nachdem die erste Gruppe vor ihnen aufgrund eines Unfalls – einer medizinischen Notwendigkeit – versagt hatte, die zwei Jahre ohne Hilfe von Außen zu überleben, wollen es die Crewmitglieder der zweiten Gruppe besser machen. Doch kaum ist noch nicht mal die Hälfte der Zeit um, wird eines der weiblichen Crewmitglieder schwanger und das stellt die ohnehin schon fragilen zwischenmenschlichen Beziehungen der acht Terranauten auf eine weitere Probe. Daß einem die christliche Symbolik in dieser Thematik nahezu ins Gesicht springt, ist von T. C. Boyle nicht nur gewünscht, es ist einfach unübersehbar. Nicht nur wird das Projekt Ecosphere 2 konsequent als E2 abgekürzt, um den gedanklichen Sprung zum Garten Eden zu erleichtern; das im Glashaus geborene Kind wird Eve genannt (einen Jungen hätte man selbstverständlich Adam getauft); und auch die Dreieinigkeit der Projektleiter sind mit ihrem Vorsitzenden Jeremiah Reed – konsequent als Gottvater von allen bezeichnet – klar in ihrer Metaphorik. Und dabei ist das im Roman gar nicht mal so positiv bewertet; es wird im Gegenteil mehr als einmal herausgestrichen, wie stark einer Sekte ähnlich all das ganze ist. Es geht um bedingungslose Loyalitäten, um Schwüre und deren Einhaltung, um Aufopferung für eine höhere Sache und auch um die Verleugnung der augenscheinlichen Wahrheit zum Zwecke des Ziels. Mehr als nur einmal kann man über allen Protagonisten den Kopf schütteln. Und doch sind sie glaubhaft und greifbar gestaltet, man kann mitfühlen und Aktionen auch verstehen, ihre Dilemmas sind nachvollziehbar. Und doch sind sie keineswegs Sympathieträger. Sie sind oftmals egoistisch, egozentrisch, starrsinnig und auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Rücksichtnahme erfolgt nur, weil es von der Führung so vorgesehen ist oder weil es der Weg ist, damit das Experiment Erfolg haben kann – aber nicht aus einem eigenen Antrieb. Und das wird mit der Zeit unter der Glaskuppel, als rein kulturelle und gesellschaftliche Aspekte immer belangloser zu werden scheinen und nur noch in Form von traditionellen Festen aufrecht erhalten werden können und urtypische Bedürfnisse wie Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung einen immer höheren Stellenwert einnehmen, auch immer deutlicher. Es bilden sich Lager unter den Crewmitgliedern heraus, Meinungen und Ansichten prallen aufeinander und sorgen für immer größere Spannungen und Eifersüchteleien sind nahezu an der Tagesordnung und können nur noch mit Müh‘ und Not von der Kapitänin und dem Arzt, denen man bis zum Schluß wohl noch das kultivierteste Wesen attestieren kann, in Zaum gehalten werden. Als Leser betrachten wir die Szenerie aus den Augen dreier Missionsmitglieder: Dawn Chapman und Ramsay Roothoorp (beide im zweiten Einschluß in E2 und werden im Laufe der Zeit das Kind Eve zeugen), sowie Linda Ryu, die sich zusammen mit Dawn Chapman um einen Platz in E2 bewarb, die aber ein ums andere Mal nicht genommen wird und von Neid auf die Crewmitglieder und ganz besonders zu Dawn geplagt auf ihre Chance (und damit ihre Rache) sinnt. Diese drei schildern die Geschehnisse vor, während und nach des Einschlusses aus ihrer Sicht, was natürlich auch zu widersprüchlichen Kollisionen in den Aussagen führt, die zur Konsequenz haben, daß man sich nie sicher sein kann, was nun wirklich vorgefallen ist. Zum Teil sind diese Widersprüche belustigend und witzig, zum anderen bitter und unterstreichen nur noch mehr den desolaten Charakter der Protagonisten. Allerdings scheinen nicht nur die drei Erzähler, sondern auch der Autor selbst recht schnell einen der acht Insassen zu vergessen – dieser wird nur ein paar Mal am Anfang erwähnt und spielt nachher, weder für die Welt außerhalb noch innerhalb E2, keine Rolle mehr, was mich, angesichts der postulierten Wichtigkeit eines jeden Crewmitglieds der Mission doch sehr verwunderte. Man darf sich als (potentieller) Leser dieses Romans nicht irreleiten lassen. Dieser Roman ist keine wissenschaftliche Schilderung eines Experiments. Es ist der Bericht eines Sozialexperiments aus der Sicht der Labormäuse, die nicht erkennen wollen, das mit ihnen gespielt wird. Man schickt vier Frauen und Männer mit diversen mentalen Komplexen zwei Jahre abgeschottet von der Welt in ein abgeschlossenes Gewächshaus, läßt sie von bestellter Presse wie Zootiere begaffen und setzt sie mittels Kameras und firmeninterner Spione, die ihnen Freundschaft vorgaukeln, weiter unter Druck. Was wird passieren? Daß allein Dawns Schwangerschaft durchaus geplant war, läßt der Leiter des Experiments mehr als deutlich durchblicken – und das eben diese Schwangerschaft für Probleme sorgen sollte (denn sie wird nicht nur die Zwistigkeiten zwischen den einzelnen Teilnehmern verschärfen, sondern auch die ohnehin schon knappen Nahrungsmittel zugunsten der Schwangeren noch weiter verknappen und Dawns dringend benötigte Arbeitsleistung mindern). All‘ das sollte nur der Publicity dienen und sollte weiter Geld in die Taschen derjenigen spülen, die sich daran eine goldene Nase verdienten. Und das waren weder die Terranauten noch die Anwärter auf eben diesen Platz. Als die Terranauten nach zwei Jahren endlich die Luftschleuse in die Welt durchschreiten können, um sich mit der nachfolgenden Crew für den dritten Einschluß abzulösen, wird das Experiment überschwänglich als gelungen erklärt. Dabei ist es das ganz und gar nicht. Weder konnte man beweisen, daß eine Kolonisation des Mars‘ dadurch möglich ist (man denke nur an Dawns Schwangerschaft, die die anderen sieben Mitglieder fast zum Verhungern brachte), zum anderen waren die dunklen Monate ein gigantisches Problem für die Terranauten wegen fehlender Sonneneinstrahlung, die das Pflanzenwachstum, damit das Sauerstoffniveau und somit das Wohlbefinden der Terranauten massiv beeinflußte (und die Sonneneinstrahlung ist auf dem Mars ja nochmal geringer als auf der Erde, wo das Experiment stattfand). Das führte schlußendlich dazu, daß die Crew nicht nur sämtliche Schweine und Barsche aß und damit keine Zucht mehr betreiben konnte, auch fing sie an, das Saatgut, das eigentlich für die dritte Aussaat gedacht war, zu essen, sodaß ein nahtloser Übergang mit der dritten Crew ohne ein erneutes Ressourcenauffüllen von Draußen überhaupt nicht möglich war. Es wäre im Laufe der zwei Jahre mehr als einmal fast zum Abbruch der Mission gekommen, weil Umstände von Außen und Innen immer wieder zeigten, wie fragil dieses System eigentlich ist und wie abhängig alles von der Welt da draußen – und dem Zusammenspiel mit ihr – ist. Dabei schöpft T. C. Boyle leider meiner Meinung nach das Potential des gigantischen Geländes von E2 nicht wirklich aus. Nur zu Beginn läßt er seine Figuren dem Leser einen biologischen Einblick in dieses Gelände geben, danach erfahren wir fast nichts mehr über die einzelnen Biome. Es scheint, als würden sich alle immer nur in der Basis, auf den Feldern und den Ställen und am Ozean (eher ein großes Bassin) aufhalten. Auch der Flora und Fauna wird wenig Beachtung geschenkt und so bleibt das eigentliche Wesen von E2 (für das es eine reale Vorlage gab) nicht greifbar. Es ist und bleibt ein großes, gläsernes Gefängnis, das als Ausstellungskäfig für die acht Menschen darin dient. Auch die sexuelle Komponente artete stellenweise etwas aus – wenngleich sie für die Erzählung wichtig ist; doch ich kann verstehen, das man als Leser irgendwann nur noch mit den Augen rollte, wenn mal wieder auf’s Tableau kam, wer was mit wem wann hatte. Und trotzdem ist »Die Terranauten« lesenswert, wenn man sich auf ebendieses Gedankenexperiment einläßt. Es wirft zahlreiche ethische Fragestellungen auf, ist als Kritik auf gewissenlose Wissenschaft zu lesen und als menschliche Studie zu betrachten. Und schließlich wird klar, was uns hier gezeigt wird: letztendlich steht sich der Mensch immer selbst im Weg, auch wenn er mit den besten Absichten die Zukunft gestalten will.
Von T.C. Boyle hatte ich schon viel gehört, viel Gutes vor allem. Bisher war ich zwar immer neugierig auf diesen berühmten Autoren, aber es ergab sich nicht, dass ich etwas von ihm las. Bis zur Lovelybooks-Leserunde zu Boyles ersten Werk "Die Terranauten". Gestartet bin ich voller Neugierde und Enthusiasmus. Der Schreibstil gefiel mir sofort, er ist angenehm weich, literarisch, aber nicht protzig. Man findet sich gleich zurecht und fühlt sich wohl darin. Leider ging die erste Begegnung zwischen mir und Boyle dann aber doch nicht sonderlich gut aus. Die Geschichte wird uns aus drei Perspektiven erzählt: von Dawn, ihrer Freundin Linda und Ramsay. Dawn und Ramsay erzählen als Terranauten, sie befinden sich innerhalb von E2. Linda, die es kaum verschmerzen kann, dass Dawn und nicht sie für das Projekt ausgewählt wurde, fügt der Geschichte die Sichtweise von ausserhalb bei. Rasch stellt sich heraus, dass keine der auftretenden Figuren, egal ob Haupt- oder Nebencharakter, in irgendeiner Weise sympathisch sind. Grundsätzlich sind alle sehr egozentrisch. Das kann ich verschmerzen, denn ein Charakter muss mir nicht unbedingt sympathisch sein, damit ich die Geschichte geniessen kann. Doch das Verhalten unserer "Helden" ging mir mit jedem Kapitel mehr auf die Nerven. Ich kam mir vor, wie auf dem Schulhof, wo ein paar pubertäre Jugendliche sich gegenseitig schubsen, weil jemand mal falsch geguckt hat. Mehr und mehr stellt sich heraus, dass es in diesem Buch hauptsächlich um eines geht: Sex. Wer vögelt mit wem und warum. Kaum zeichnete sich dieses ab, rutschte meine Lesefreude etwas auf der Skala nach unten. Je länger dieses kindische, unprofessionelle Verhalten anging, desto mehr verlor ich die Lust am Lesen. Hier geht es und zu her wie in einer Soap. Wo ich Wissenschaft und Tiefe erwartet habe, finde ich einen schwanzgesteuerten Ramsay, eine egomanische Dawn und eine über alle Massen frustrierte und psychich labile Linda. Wobei letztere von allen Figuren noch die glaubhafteste und interessanteste ist. Ein paar Mal ist das Wort "Charakterstudie" gefallen, was für mich aber auch nicht passt. Denn um solch eine Studie beschreiben zu können, muss man erst einmal Charaktere haben. Dies ist hier nicht der Fall. Die Figurenkonstellationen bleiben starr (Dawn entscheidet etwas - alle sind genervt - Dawn beschwert sich bei Linda - sie streiten - alle grummeln), keiner entwickelt sich in einer erwähnenswerten Art weiter und was hätte interessant werden können (Rangordnung, die in Frage gestellt wird, Gruppen, die sich bilden), passiert nicht. Auch der wissenschaftliche Teil ist kleiner als ich gehofft hatte. Von einem Autoren mit dem Rang, den T.C. Boyle in Medien einnimmt, hätte ich eigentlich eine komplexe Betrachtung unserer Konsumgesellschaft erwartet. Zwar keine Lösung für unsere Probleme, aber dennoch ein leichtes Vor-Augen-Führen, dass es um unseren Planeten nicht zum Besten steht -warum sonst hätte man eine zweite Erde bauen sollen?- Passiert nicht. Am Rande vielleicht. Aber E2 ist einfach nur ein hübscher Hintergrund, vor dem sich die bereits erwähnte Soap abspielt (mit allem Drum und Dran: geheimen Beziehungen, sexuellen Ausflüchten, Versprechen, die gebrochen werden...). Hätte ich gewusst, dass es in erster Linie darum geht - ich hätte die Hände davon gelassen. Von der erhofften Intelligenz habe ich gar nichts gefunden. Nur der Schreibstil, der mir, wie eingangs erwähnt, sehr zugesagt hat. Ansonsten erweist sich "Die Terranauten" als absoluter Flop und wird deshalb gleich aussortiert. Trotz des schön aufgemachten Umschlags.
Schwer zu bewerten.
Ich finde es echt schwierig das Buch zu bewerten. Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet, aber halt auch echt kacke im Verhalten.. Im Grunde genommen sind alle Arschlöcher, wobei ich es bei Dawn noch am wenigsten finde, aber auch sie ist kein unbeschriebenes Blatt. Linda ist eine furchtbare Freundin, angefangen von ihrer Eifersucht und Antipathie gegenüber ihrer angeblichen besten Freundin Dawn. Das sie mit dem damaligen Freund von Dawn in die Kiste gegangen ist und es auch nicht angesprochen hat, oder ähnliches. Dann das sie ihr gesagt hat/ gedacht hat, sie solle lieber mit einem Kerl was anfangen, der sie entweder sexuell belästigt, oder einem Kerl, der ihre Grenzen nicht respektiert, anstatt mit dem Kerl zusammen zu sein, den sie nicht ausstehen kann. Zum Schluss konnte ich ihr Verhalten dann nachvollziehen und sie tat mir dann auch leid, aber das rechtfertigt trotzdem nicht ihr Verhalten von vorher. Ich kann verstehen, dass sie wütend ist, weil sie nicht genommen wurde und sie hat auch jedes Recht dazu, aber ihre Wut auf Dawn zu projizieren, bzw. Sie dafür verantwortlich zu machen ist ungerecht. Dann Ramsay... Oh boy.. Er hat sich durchaus Mühe gegeben in der Beziehung mit Dawn, trotzdem hat er ihr Vorwürfe gemacht und war nicht so für sie da, wie sie es gebraucht hätte.. Oder wie eitel er geworden ist, als sie dann recht weit in der Schwangerschaft war.. Typisch Kerl würde ich sagen. Aber der Höhepunkt war dann, dass er sie, nachdem er wieder draußen war, sie betrogen hat, nur um seinen Sexualtrieb auszuleben. Furchtbar. Er sagt, er liebt sie, aber zieht dann so eine Scheiße ab.. Wirklich eklig. Wie gesagt Dawn finde ich in alledem noch am wenigsten schlimm. Sie hat sich dem Projekt voll verschrieben. Aber sie ist auch teilweise echt naiv, auch was Sachen mit Linda angeht. Aber zum Schluss als sie sich dann für einen zweiten Einschluss entschieden hat, war für mich an Egoismus nicht mehr zu übertreffen. Und ich kann dann wie gesagt Linda's Verhalten und Meinung zu Dawn gegenüber komplett verstehen. Dawn hat da komplett egoistisch gehandelt, nur an sich selbst und nicht mal an ihr Kind gedacht. Ich hab keine Ahnung, wie ich das Buch bewerten soll.. Die Bewertung kommt, wenn dann später.
unfortunately every single person in this book was an ass-hole (most of them without backbone) except for Dawn, who was too perfect to be true but also being whiny as hell. i couldn't understand why everyone was constantly mean to everyone else. and WTF ramsay, you get a women pregnant and it's not all her fault! it takes two people to make a baby!
"Warum ich das erzähle? Weil wir Menschen Reinheit vielleicht bewundern oder das jedenfalls behaupten, in Wirklichkeit aber sehen wollen, wie sie kompromittiert wird, wie Ideale zerstört, beschmutzt und in den Dreck gezogen werden, in dem wir selbst tagein, tagaus leben. Vielleicht brauchen wir Helden und verrückte Heilige, die stellvertretend für uns handeln, aber wir wollen ganz sicher nicht mit ihnen tauschen und sehen uns insgeheim nach dem perversen Kitzel, den ihre Versuchung und ihr Sturz uns bereiten." Wieder nimmt sich Autor T.C. Boyles eines tatsächlichen Ereignissen an und erzählt darüber in seinen Roman. 8 Menschen, 4 Frauen, 4 Männer, werden 2 Jahre in einer sogenannten Biosphäre eingeschlossen und müssen sich und das Ökosystem am Leben erhalten. Ein spannendes Experiment, zum Einen für diese Biosphäre, zum Anderen vor Allem wegen der Gruppendynamik auf engstem Raum und den physischen und psychischen Problemen die nach und nach immer extremer werden. Der Autor schafft Potenzial zum nachdenken und diskutieren, er macht es dem Leser nicht einfach, seine Protagonisten zu mögen. Dennoch war ich an einigen Personen wirklich nahe dran während andere leider sehr blass blieben. Die Personen sind mehrdimensional, nicht schwarz/weiß sondern sehr vielschichtig. Das Buch liest sich wirklich gut weg, man denkt aber auch viel über die Situation nach und ich habe auch ständig hinterfragt wie ich in bestimmten Situationen reagieren würde. Zum Ende hin bin ich leider etwas desillusioniert zurück geblieben ob des Endes was mich leider nicht vollständig überzeugen konnte. Insgesamt aber ein tolles unglaublich interessantes Setting mit nachvollziehbaren Problemen.
Schade. Es fing ziemlich gut an und ich war wirklich gefesselt von der Story und den Terranauten, auch wenn nicht einer sympathisch ist. leider ist die Story nach ungefähr dem ersten Drittel weder spannend noch unterhaltsam - entweder wiederholt sie sich oder Ereignisse werden vorweggenommen. Das war zäh zu lesen, insbesondere weil, wie schon gesagt, die Charaktere alle samt und sonders unsympathische Kotzbrocken (sorry) sind.
Für diese Geschichte hat T.C. Boyle sich vom Experiment „Biosphäre 2“, das in den 90ern in Arizona, USA, stattfand, inspirieren lassen. Während das echte Experiment nach zwei erfolglosen Versuchen als gescheitert galt, bleiben Boyles Figuren die angestrebten zwei Jahre in ihrer Kuppel – wenn auch nicht ohne Probleme. Es gibt viele kritische Stimmen zu diesem Buch, denn eigentlich passiert nichts Weltbewegendes in dieser Geschichte, keine großen Katastrophen, keine besondere Charakterentwicklung. Ja, es gibt einen kleinen Twist, doch letzten Endes meistert das Team auch diese Herausforderung. Dennoch fand ich „Die Terranauten“ großartig. Zunächst einmal zeigt sich, dass dieses Ökosystem eben nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist und die Figuren nicht komplett auf sich allein gestellt sind. Es finden regelmäßige Kommunikationen mit der Außenwelt statt, es gibt Interviews für die Presse und hier und da tauchen Tiere auf, die nicht geplant waren, die aber beim Ausstatten der Kuppel als blinde Passagiere hereingekommen sein müssen. Die Besuche der Außenwelt und die Gespräche dienen den Terranauten als Katalysator. Sie müssen sich nie nur mit der Gruppe auseinander setzen, sie können ihren Frust abbauen, können sogar Pläne mit „außen“ schmieden. Ich finde es sehr schlüssig, dass es in solch einer Situation keine besondere Entwicklung der Protagonisten gibt. Sie gingen als hervorragend ausgebildetes Team in dieses Experiment, jeder mit eigenen Motiven und Vorstellungen und im Prinzip verhalten sie sich relativ vorhersehbar. Sie gehen professionell mit ihrer Lage um, wissen, was zu tun ist – und bleiben dennoch Individuen mit Schwächen und Bedürfnissen. Wenn dieses Buch eins zeigt, dann dass Menschen immer Menschen sein werden, unabhängig davon wo sie leben. Es gibt diverse Dinge, die sich nicht verändern werden, auch nicht in einem vorbereiteten, begrenzten Lebensraum. Schade fand ich lediglich, dass am Ende nicht erklärt wird, warum eine der Protagonistinnen handelt, wie sie handelt. Ich konnte ihre Entscheidung nicht wirklich nachvollziehen und hätte gern mehr darüber erfahren. Ich finde „Die Terranauten“ sehr interessant und lesenswert.
So many stupid things happening in this. From terrible preparation for the mission to people just being stupid. It almost hurt sometimes. The ending was, at most experimental, at least lazy. At least for me, since I didn’t really care for the characters other than perceiving them as way over the top. The only somewhat relatable character was Ramsey, who at least possessed some self reflection. In the end i only finished it because it was an audiobook, i could still do other things while reading.
*3.5 An sich fand ich die Idee, die ja auf einer wahren Begebenheit beruht, wirklich interessant. Vor allem war ich überrascht, wie aufwendig die ganze Mission war. An welche Dinge man alles denken musste. Das Buch hatte jedoch von Anfang an seine Längen, was das Lesen erschwert hat. Und zum Ende hin hat es mir immer weniger gefallen.
Mission Neue Welt: Ein realitätsnaher Bericht über das Leben Das Buch: Mitten in der Wüste von Arizona entsteht das Projekt Ecosphere (E2). Nachdem der erste Versuch kläglich gescheitert ist, soll beim zweiten alles richtig laufen: drei Männer und drei Frauen leben zwei Jahre in einer erschaffenen Welt. Ziel ist es, ein ideales Leben zu erschaffen. So, wie es wohl auch zukünftig aussehen könnte – vielleicht auch auf einem anderen Planeten. Und in diesem übergroßen „Terrarium“ inklusive Wüste, Dschungel und Ozean gibt es nur eine Regel: nichts darf in dem Jahr nach draußen gelangen – nichts darf hineingelangen… Fazit: Zuerst sollte man diese oben genannte Regel ein wenig einschränken: es wird sich hier nur auf Gegenstände und Sauerstoff, Wasser, etc. bezogen. Die Regel schließt nicht die Kommunikation ein. Denn diese findet fast zu viel statt. Via Telefon, Live-Schalten und Besucherfenster (a la amerikanische Gefängnisse) lassen doch einen regen Austausch zwischen Drinnen (Terrarium) und Draußen (außerhalb Terrarium) zu. Leider ist dies schon ein großer Kritikpunkt – denn so richtig abgeschottet von der Welt sind die sechs eingeschlossenen Personen dank Besucherfenster absolut nicht. Kommen wir zum Positiven: das eigentliche Highlight des Buches ist und bleibt das Terrarium, die Ecosphere, E2. Durch die vielen Beschreibungen in und um diese abgeschlossene Welt herum ist wirklich gelungen. Man spürt die reine Luft, den Frieden dieser Welt und möchte gerne auch Teil davon sein. Dazu benötigt der Autor keine langen Seiten voll mit Beschreibungen. Es reicht, durch die verschiedenen Charaktere und deren Blicke die neue Welt dem Leser schmackhaft zu machen. Aber nun zum Buch: Erzählt wird die Story aus drei Perspektiven: Dawn, die dieses Jahr als Mission ansieht und der Zukunft der Welt dienen möchte. Ramsay, der das Leben und die Liebe liebt, und eher das Jahr als Abenteuer sieht. Und dann gibt es noch Linda, die unbedingt in das Terrarium wollte. Leider hat sie es nicht geschafft und wird nun als Beobachter eingesetzt. Sie wacht per Videokameras über die Insassen und besonders über Dawn. Denn diese hat ihr den Platz im Terrarium eingenommen. Alle drei Charaktere haben ihre Abgründe und sind doch liebenswert. Man kann sich leicht mit ihnen identifizieren. Es könnten auch wir sein, die sich einschließen lassen. Und bei diesen Beschreibungen wird doch schon all die Dramatik deutlich: Linda hasst Dawn, gibt sich aber als die beste Freundin ihr aus. Denn außerhalb des Terrariums werden einige Intrigen gesponnen – und Linda mischt da kräftig mit. Drinnen sieht es natürlich auch nicht anders aus: mit der Zeit entwickeln sich Dramen, Freundschaften und Feindschaften. Letztendlich wird auch über das Essen gestritten. Denn als Selbstversorger müssen sie mit dem auskommen, was sie haben. Und so besteht eine totale Abhängigkeit zwischen den Teammitgliedern. Und auch zu dem Projekt besteht eine große Abhängigkeit. Denn als der Strom ausfällt, wird die Luft knapp im Terrarium. Und nun entscheidet es sich: soll die Luke nun geöffnet werden oder nicht? Leben oder für das Projekt sterben? Okay, das klingt jetzt sehr dramatisch. Wird es auch zwischendurch. Aber eher geht es hier um die Gruppendynamik und was zwischen den Personen passiert. Und auch, wie das Projekt auf die einzelnen Geschehnisse reagiert (auch, um möglichst viele Zuschauer generieren zu können). Trotzdem lässt die Geschichte und deren Verlauf mir das Gefühl zurück, dass der Autor nicht wusste, wie er die Story enden lassen könnte. Als könnte er sich nicht entscheiden. Denn eigentlich hätte man locker noch einen Band über dieses Projekt schreiben können: Wie ging es mit den Charakteren weiter? Wie verläuft dieses Projekt überhaupt? Denn mit dem Ende des Buches fängt das eigentliche Drama an. Was da genau passiert, mag ich hier nicht schreiben. Aber Linda ist davon absolut nicht begeistert. Zusammenfassend ist es ein gutes Buch mit einem durchaus interessanten Thema. Es wird auch keinesfalls zu wissenschaftlich, da es hier eher um die Charakterentwicklungen geht. Da man doch die Personen sehr mag, möchte man schon, dass diese Geschichte nicht endet. Und trotzdem zeigt dieses „Einschließen auf Zeit“ auf, worauf wir im Leben achten sollten: unsere Umwelt. Denn diese müssen wir unbedingt erhalten, um lebensfähig zu sein. Leseempfehlung!!! https://booksoftination.wordpress.com/2017/04/26/t-c-boyle-die-terranauten/
Der Plot ist ziemlich einfach. Acht Menschen, vier Frauen, vier Männer gehen in eine menschengemachte Biosphäre, um sich den Herausforderungen der Wissenschaft zu stellen und sich die Frage zu stellen, ob dies auf dem Mars Realität werden könnte. Ich bin ehrlich. Ich hatte noch nie davon gehört, fand die Vorstellung jedoch sehr interessant. Ich dachte im Vorfeld, es würde mehr um die Wissenschaft gehen. Gerade im Zusammenhang mit dem heiß diskutierten Thema Klimawandel. T.C. Boyle hat hier ein Werk geschaffen, das sich die menschlichen Facetten anschaut und nicht gerade die schönen. Ich fand es spannend! Ich wollte wissen ob und wie die Charaktere sich entwickelt, was passiert, wie das tägliche Leben in E2 abläuft. Ich finde es unglaublich, das Boyle dieses Gefühl mit Charakteren schafft, die nicht unbedingt Sympathieträger sind. Wahrscheinlich eher im Gegenteil. Ich hätte noch weiter lesen können und werde mich auf jeden Fall etwas im das wirkliche Projekt aus den 90ern einlesen. 4 ⭐️
Mit Abstand das schlechteste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Wenn ich bewusst Schundroman-Autoren lese, dann erwarte ich nichts, aber Boyle hat mir bisher eigentlich ganz gut gefallen. Was hat er da nur geschrieben? Es ist unfassbarer Schrott. Ich würde 0 Sterne geben, aber dann sieht es so aus als ob ich nicht bewerten wollte... Doch das will ich, ich will hiermit meinen grenzenlosen Unmut über dieses Buch kundtun. Ich kann nur raten: Lasst die Finger davon. Wobei: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Bitte lest es und lasst mich wissen was ihr davon haltet! Liegts an mir?
1992 steht in Arizona, ganz in der Nähe von Tucson, eine Biosphäre. Eine Art Forschungsstation, die beweisen soll, dass es möglich ist, dass eine handvoll Menschen ohne Zufuhr von Lebensmitteln, Sauerstoff und sonstigen Dingen, überleben können. Die Menschen, die sich dort für zwei Jahre einschließen lassen, werden unter bestimmten Voraussetzungen ausgewählt. Und nur 8 werden die “Gewinner” sein. Unter welchen besonderen Gesichtspunkten die Terranauten ausgewählt werden ist nicht unbedingt ersichtlich. Sie müssen sich allerdings mit dem Erhalt dieser künstlichen Welt befassen können. Denn es wird nur den Strom von außen geben. Erzählt wird diese Geschichte von drei Personen. Dawn, einer hübschen Frau, die sich selbstbewusst darstellt. Ramsay, einem Kerl, der keinem Rock widerstehen kann und schon bei der kleinsten Anmache nur an Sex denken muss. Und Linda, die sich für nichts zu schade ist. Sie erzählen ihre Sicht auf die Ecosphäre. Dabei wird auch recht schnell klar, wie der Mensch aufgebaut ist, voller Neid, Missgunst, Egoismus, Liebe und Selbstaufgabe. T. C. Boyle hat hier ein interessantes Buch geschrieben, das Einblicke in die menschliche Psyche gestattet. Wie leicht Mensch sich manipulieren lässt und zu was er imstande ist. Unter welchen Bedingungen lässt die Nächstenliebe nach und wird zu purem Egoismus und Gehässigkeit. Ein wenig hat mich der Roman an “Big Brother” erinnert. Der Blick in die Welt hinter dem Glas und mit Kameras überwacht. Nichts entgeht den Menschen außerhalb des Glashaus und alles wird von der Presse ausgeschlachtet und vermarktet. Die Ecosphäre gab und gibt es tatsächlich. Sie steht in der Nähe von Tukson. Sie wurde tatsächlich zu Forschungszwecken dort gebaut und bewohnt. Ich habe nach der Lektüre von T. C. Boyle ein wenig im Internet gestöbert. Der Autor hat seine Geschichten um dieses Glashaus gesponnen.
Für diese Geschichte hat T.C. Boyle sich vom Experiment „Biosphäre 2“, das in den 90ern in Arizona, USA, stattfand, inspirieren lassen. Während das echte Experiment nach zwei erfolglosen Versuchen als gescheitert galt, bleiben Boyles Figuren die angestrebten zwei Jahre in ihrer Kuppel – wenn auch nicht ohne Probleme. Es gibt viele kritische Stimmen zu diesem Buch, denn eigentlich passiert nichts Weltbewegendes in dieser Geschichte, keine großen Katastrophen, keine besondere Charakterentwicklung. Ja, es gibt einen kleinen Twist, doch letzten Endes meistert das Team auch diese Herausforderung. Dennoch fand ich „Die Terranauten“ großartig. Zunächst einmal zeigt sich, dass dieses Ökosystem eben nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist und die Figuren nicht komplett auf sich allein gestellt sind. Es finden regelmäßige Kommunikationen mit der Außenwelt statt, es gibt Interviews für die Presse und hier und da tauchen Tiere auf, die nicht geplant waren, die aber beim Ausstatten der Kuppel als blinde Passagiere hereingekommen sein müssen. Die Besuche der Außenwelt und die Gespräche dienen den Terranauten als Katalysator. Sie müssen sich nie nur mit der Gruppe auseinander setzen, sie können ihren Frust abbauen, können sogar Pläne mit „außen“ schmieden. Ich finde es sehr schlüssig, dass es in solch einer Situation keine besondere Entwicklung der Protagonisten gibt. Sie gingen als hervorragend ausgebildetes Team in dieses Experiment, jeder mit eigenen Motiven und Vorstellungen und im Prinzip verhalten sie sich relativ vorhersehbar. Sie gehen professionell mit ihrer Lage um, wissen, was zu tun ist – und bleiben dennoch Individuen mit Schwächen und Bedürfnissen. Wenn dieses Buch eins zeigt, dann dass Menschen immer Menschen sein werden, unabhängig davon wo sie leben. Es gibt diverse Dinge, die sich nicht verändern werden, auch nicht in einem vorbereiteten, begrenzten Lebensraum. Schade fand ich lediglich, dass am Ende nicht erklärt wird, warum eine der Protagonistinnen handelt, wie sie handelt. Ich konnte ihre Entscheidung nicht wirklich nachvollziehen und hätte gern mehr darüber erfahren. Ich finde „Die Terranauten“ sehr interessant und lesenswert.































