Sommer bei Nacht
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Description
Was geschieht, wenn das Unfassbare geschehen ist? Zum Auftakt seiner neuen Reihe erzählt Krimipreisträger Jan Costin Wagner eine spannungsgeladene Geschichte auf einmalig einfühlsame und literarisch meisterhafte Weise.
Ein Kind verschwindet. Dabei hat seine Mutter den Jungen nur für wenige Momente aus den Augen gelassen. Die Ermittlungen beginnen und schnell stößt die Polizei auf Verbindungen zu einem weiteren vermissten Jungen.
Die Ermittler Ben Neven und Christian Sandner machen sich auf die Suche nach dem fünfjährigen Jannis. Zeugen erinnern sich, dass ein Mann mit einem Teddybär auf dem Arm das Kind während des Flohmarkts in der Grundschule angesprochen hat. Schnell wird Ben und Christian klar, dass sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten. Und nicht nur das: es scheint einen direkten Zusammenhang mit der nie aufgeklärten Entführung eines weiteren Kindes in Österreich zu geben. Die beiden Polizisten stoßen auf finstere Abgründe.
Jan Costin Wagner verarbeitet gleich mehrere brisante gegenwärtige Themen und rührt dabei tief an in uns allen schlummernden Ängste. Doch das Wagnis gelingt – weil Wagner den Spagat zwischen Empathie und Zurückhaltung beherrscht und literarische Kriminalromane schreibt wie kaum jemand sonst.
Book Information
Author Description
Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main. Zuletzt erschien sein Songwriter-Album violet tree. Seine Romane um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa wurden von der Presse gefeiert, vielfach ausgezeichnet und in 14 Sprachen übersetzt. Die mit Henry Hübchen, Bjarne Mädel und Kim Riedle prominent besetzte Film-Trilogie (Tage des letzten Schnees, Das Licht in einem dunklen Haus und Die Stille am Ende der Nacht) erreichte im ZDF mehr als 7 Millionen Zuschauer.Bei Galiani erschien zuletzt im Herbst 2025 der Roman Eden.
Posts
Hat mir echt gut gefallen 🤗
Das war mein erstes Buch des Autors - und ich glaube, ich würde auch gerne noch Teil 2 lesen. Ich habe oft gelesen, dass andere den Schreibstil als anstrengend empfinden - ich hingegen fand ihn super angenehm, ich fand die Charaktere dadurch sehr nahbar und realistisch und ich fand das Buch sehr leicht zu lesen, was vermutlich an den sehr kurzen Abschnitten und dem Schreibstil lag. Die Wechsel zwischen den ganzen Beteiligten fand ich toll, so hatte man viele verschiedene Blickwinkel und es wirkte spannender. Christian als Person mochte ich sehr gerne, bei Ben bin ich leicht skeptisch. Ich denke, dass man im zweiten Teil nochmal mehr über die beiden Ermittler erfahren wird, aber Bens geheime Vorliebe gibt mir echt zu denken. Die Story an sich gibt es natürlich oftmals in Krimis, ich fand das Buch aber trotzdem spannend und viele Wendungen haben mich überrascht - z.B. Anne und Barbara - auch wenn man natürlich sagen muss, dass man durch die Kürze des Buches nicht wirklich viel in der Tiefe erfahren hat. Hier wäre es spannend zu sehen, wie viel nochmal im zweiten Buch aufgegriffen wird, vor allem, da diese beiden Teile der Geschichte ja eigentlich irgendwie nicht aufgeklärt wurden.

Ein poetischer Krimi
JCW hat ein sehr markantes Stilmerkmal. Er erzählt keine Geschichte. Er beschreibt die Handlung und eigene Gemütsverfassung immer abwechselnd aus Sicht der beteiligten Personen. Über die Geschehnisse/Handlung darüber hinaus, muss sich der Leser selbst seinen eigenen "Film" basteln. Bei den Protagonisten hat CJW einen guten Grundstein für Fortsetzungen geschaffen, denn Neven und Sandner haben eine Vorgeschichte, die in diesem Band angerissen wird und auf deren weiteren Verlauf ich auf jeden Fall gespannt bin. Bei mir hat dieser Krimi einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
Hier tätigt der Autor einen genialen Schachzug, was die Ermittler angeht. Allein deswegen würde ich diese Reihe gerne weiter verfolgen, ABER👆... Die Story ist total langweilig. Diese inneren Monologe sind zum Einschlafen, der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, ein Zufall jagt den nächsten und die Ermittlungen gehen auch nicht voran. Höchstens werden Szenarien eingebaut, die den Fall null voranbringen. Somit möchte ich nicht weiterlesen!
Vorab: ich bin ein großer Fan von Jan Costin Wagner! Er gehört für mich zu den ganz wenigen hochliterarischen Krimischriftstellern, die wir hier in Deutschland haben. Seine poetische und doch ebenso schlichte wie eindringliche Sprache ist einfach beeindruckend. Eine Stilistik, die man sofort wiedererkennt. Im besten Sinne. Seine Kimmo-Joentaa-Reihe habe ich mit großer Freude verschlungen. Als echtes Fangirl hatte seine neue Reihe rund um die Ermittler Ben Neven und Christian Sandner also per se schon Vorschusslorbeeren von mir bekommen. Und ja, auch hier ist die Sprache wieder ganz groß. Doch das Thema ist eben noch größer, noch relevanter. Kindesentführung. Aber vor allem: Pädophilie. Was folgt, ist ein kleiner Spoiler. Ohne diesen geht es aber nicht. Denn es gibt da etwas, das die Handlung unterschwellig prägt und auch sehr früh thematisiert wird. Wenn auch nebenbei, was es noch härter und ungeheuerlicher macht. Aber fangen wir beim Fall selbst an. Der 5-jährige Jannis wurde von einem Mann entführt. Pädophilie als Tatmotiv liegt hier schnell auf der Hand. Ben Neven und Christian Sandner nehmen die Ermittlungen auf. Beide sind sie … nun ja … kaputt. Wenn auch auf sehr unterschiedlichen Ebenen. Wobei die dunklen Seiten von Ben Neven deutlich aufgrund der Thematik im Vordergrund stehen. Womit wir beim Spoiler wären. Wer das nicht hören will, sollte an dieser Stelle bitte aufhören zu lesen. Ben Neven, der Ermittler, der Jannis und den Pädophilen finden will, ist nämlich selbst pädophil. Genau das erzeugt ein sehr abgründiges Spannungsfeld. Neven steht also auch auf kleine Jungs, hat aber die unsagbare Grenze noch nie überschritten, holt sich zu kinderpornografischen Bildern, an die er vor allem durch seine Arbeit kommt, einen runter und vergeht anschließend in Schuldgefühlen, während seine Tochter (an die er ja zum Glück sexuell nicht interessiert ist) friedlich im Nebenzimmer schläft. Das ist schon ziemlich harter Tobak, der stark am Gemüt sägt und Unglaubliches nahbar macht. Allerdings belässt es Jan Costin Wagner oft nur bei Andeutungen, arbeitet das (noch) schlummernde Monster in Ben Neven kaum aus, tippt es aber immer mal wieder zaghaft an. Dieses Antippen gilt allerdings auch für alle anderen Figuren. Mit leichter Feder und viel Sensibilität. Da muss man oft schon genauer hinlesen, um die Tiefe in den Charakteren zu erkennen. Die Ansätze sind aber da. Bei aller stiller Sprachgewalt, bei allen schonungslosen Menschenabgründen geht Wagner hier äußerst behutsam, ja, fast schon verhalten vor. Er entblättert noch nicht alle Schichten. Was sie dann aber wiederum etwas vage macht und mich als Leserin ratlos zurücklässt. Das reicht natürlich bei mir trotzdem allemal für vier Sterne, aber ich hoffe sehr, dass Wagner im zweiten Teil der Reihe nochmal eine Schippe drauflegen wird.
Jan Costin Wagner ist bekannt für seine psychologisch tiefgründigen Romane, seinen für Krimis ungewöhnlich lyrischen Schreibstil. Wer meinem Blog schon eine Weile folgt, weiß vielleicht, dass mich beides erfreut aufhorchen lässt. Ich habe ein Faible für Autoren, die die Normen ihres Genres aufbrechen – zum Beispiel liebe ich den Schreibstil von Friedrich Ani oder Stig Sæterbakken, die ungewöhnlichen (Anti)Held*innen von Marie Reiners, Ane Riel oder Lioba Werrelmann._ _ Dennoch stürzte mich “Sommer bei Nacht” schon nach wenigen Kapiteln in bestürzte Ratlosigkeit. Meine Notizen:_ _ “Habe Schwierigkeiten, hineinzufinden. Ich liebe lyrische Schreibstile, aber hier wirkt es auf mich etwas erzwungen, angesichts häufiger Perspektivwechsel zu uniform – als hätten verschiedene Charaktere die gleiche Gedankenwelt. Phrasen und Konzepte wiederholen sich.”_ _ Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfasst hatte, war, wie viel Sinn es für die Geschichte macht, dass grundverschiedene Charaktere haltlos durch sehr ähnliche Gedankenwelten irren. Denn auch, wenn sie vom Wesen her sehr unterschiedlich sind und sich unterschiedlichen Herausforderungen stellen müssen, ist ihnen eines gemein: sie alle werden in diesem Sommer auf verschiedene Arten und Weisen in den Abgrund stürzen. Und sie alle verweigern sich den Klischees._ _ Meine nächsten Notizen, nach etwa der Hälfte, waren vorsichtig euphorisch:_ _ “Bin jetzt angekommen im Buch – in der erdrückenden Hitze dieses fatalen Sommers, in dem jeder Protagonist seine Abgründe hütet. Dachte erst, die verschiedenen Gedankenwelten seien zu gleichförmig, aber es summt doch jeder – manchmal unterschwellig, kaum hörbar – seine eigene Melodie im Choral dieses Dramas. So langsam lüften sich die Schleier, wenn auch nur vor dem Leser.”_ _ Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Schock bereits hinter mir. Das Erschrecken über diese eine Sache, die in vielen Rezensionen und vielen Artikeln des Feuilletons schon verraten wird – aber bis dato spurlos an mir vorbeigegangen war. Sie stellte mich vor ethische Fragen, mit denen ich nicht gerechnet hatte._ _ Aber genau hier zeigt sich die Meisterschaft des Autors, der das Gleichgewicht wahrt zwischen dem Schrecken und der Hoffnung, dem Drama und dem Verständnis. Er verurteilt nicht, er schreibt dem Leser nicht vor, was er zu denken oder zu glauben hat. Auch bei kontroversen Themen, die bei den meisten Menschen eine sofortige und inbrünstige Abneigung auslösen, bleibt sein Schreibstil ruhig-poetisch und sein Urteil offen. Er lässt Lücken, die den Gedanken der Leser*innen Raum geben._ _ Mehr als diesen Ausschnitt aus meinen Notizen möchte ich hier noch nicht verraten:_ _ “Mehr und mehr entwickelt die Geschichte eine Sogwirkung, die dem Leser die Luft abschnürt. Jeder Charakter trägt sein Trauma mit sich, und im Fall des Ermittlers Ben Neven ist das eine mutige, sicher auch kontroverse Wahl des Autors, die hier aber mit viel Feingefühl – und dennoch ungeschönt – behandelt wird.”_ _ Ab da ließ mich das Buch wirklich nicht mehr los, ich dachte oft und lange darüber nach – beim Kochen, beim Staubsaugen, beim Zähneputzen. Das Buch liefert dem Leser die verschiedenen Bestandteile der Thematik und der Lösung, aber keine Gebrauchsanweisung. Was in meinen Augen auch gut so ist._ _ Am Ende war mein Krimileserherz jedoch erstmal enttäuscht. Der Fall wird im Grunde nur durch einen doppelten Zufall aufgeklärt. Reine Ermittlungsarbeit ist bereits gescheitert oder zumindest im Sande verlaufen, als dies die Ermittler auf die richtige Spur bringt. Das sorgte bei mir für einen leicht schalen Beigeschmack._ _ Und dann passiert etwas, womit der Krimileser nicht rechnet, weil es gegen eine fundamentale Erwartung verstößt. Aber ist das gut oder schlecht? Überraschend und ungewöhnlich ist es auf jeden Fall, und nach längerem Nachdenken bin ich zu diesem Schluss gekommen:_ _ “Selbst im hellsten Sonnenschein stehen die Charaktere stets mit einem Bein im Abgrund ihrer Seele. Sommer bei Nacht. Ob sie gegen die Vergangenheit ankämpfen, eine Bedrohung von außen oder ihre eigene Natur – sie alle leiden an der gnadenlosen Unbegreiflichkeit der Welt. Daher kann es in dieser Geschichte gar keinen glatten Schnitt geben, kein harmonisches Happy End, und deswegen ist der Schluss meines Erachtens auch gut so, wie er ist.”_ _ Fazit_ _ Ein kleiner Junge verschwindet, Ermittler Ben Neven und Christian Sandner haben nur wenige Anhaltspunkte. Es gibt eine verschwommene Aufnahme, die Jannis an der Hand eines Mannes mit einem großen Teddy zeigt, doch über 300 Hinweise führen zu nichts._ _ Im Flimmern der heißen Sommersonne eröffnen sich überall menschliche Abgründe – auch in den Psychen der Ermittler. Jan-Costin Wagner kleidet diese Geschichte in seinen unverwechselbaren Stil, der ohne ein Wort zuviel eine dichte Atmosphäre aufbaut. Er geht Wagnisse ein: mit seinen Charakteren, mit dem Ablauf der Ermittlungen, mit dem Ende._ _ Ich musste öfter innehalten und darüber nachdenken, wie ich dies oder jenes finde, ob es für mich Sinn macht, ob ich dem Autor noch weiter durch die Geschichte folgen will oder nicht. Letztendlich bleibt jedoch nur das Fazit: ich bin begeistert._ _ Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:_ https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-jan-costin-wagner-sommer-bei-nacht/
Jan Costin Wagner gilt als "Poet unter den Krimiautoren". Dies und die Inhaltsangabe haben mich dazu veranlasst, das Buch anzufragen. Nun bin ich bei knapp der Hälfte des Romans und er hat mich immer noch nicht gepackt. Es kommt keine Spannung auf, die ständigen Sprünge der Blickwinkel und auch der Schreibstil machen es mir so schwer. Obwohl ich ja doch schon verhältnismäßig weit bin habe ich immer noch kein Bild der einzelnen Akteure im Kopf, kann teilsweise noch nicht einmal auf Anhieb die Namen zuordnen. Vielleicht bin ich momentan einfach nicht frei genug im Kopf - somit lässt sich wohl sagen, dass "Sommer bei Nacht" kein Krimi ist, den man schnell so nebenbei weglesen kann. Für mich aktuell zu anstrengende Kost. Leider.
Im Prinzip was ganz Besonderes
Eine Handlung wie viele andere Krimis. Doch ganz anderer STIL. Literarisch. Schwierig zum Anfang, Die Personen mit ihren Wahrnehmungen wechseln schnell. Die Handlung geht so eintönig und langsam wie manchmal bei Hakan Nesser Ich war versucht Kapitel zu überspringen... Wer aufpasst kommt auf den Täter. Es dauert aber noch sehr lange bis zur Auflösung . Trotzdem werde ich jetzt Bd 2 lesen.
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Was geschieht, wenn das Unfassbare geschehen ist? Zum Auftakt seiner neuen Reihe erzählt Krimipreisträger Jan Costin Wagner eine spannungsgeladene Geschichte auf einmalig einfühlsame und literarisch meisterhafte Weise.
Ein Kind verschwindet. Dabei hat seine Mutter den Jungen nur für wenige Momente aus den Augen gelassen. Die Ermittlungen beginnen und schnell stößt die Polizei auf Verbindungen zu einem weiteren vermissten Jungen.
Die Ermittler Ben Neven und Christian Sandner machen sich auf die Suche nach dem fünfjährigen Jannis. Zeugen erinnern sich, dass ein Mann mit einem Teddybär auf dem Arm das Kind während des Flohmarkts in der Grundschule angesprochen hat. Schnell wird Ben und Christian klar, dass sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten. Und nicht nur das: es scheint einen direkten Zusammenhang mit der nie aufgeklärten Entführung eines weiteren Kindes in Österreich zu geben. Die beiden Polizisten stoßen auf finstere Abgründe.
Jan Costin Wagner verarbeitet gleich mehrere brisante gegenwärtige Themen und rührt dabei tief an in uns allen schlummernden Ängste. Doch das Wagnis gelingt – weil Wagner den Spagat zwischen Empathie und Zurückhaltung beherrscht und literarische Kriminalromane schreibt wie kaum jemand sonst.
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Author Description
Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main. Zuletzt erschien sein Songwriter-Album violet tree. Seine Romane um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa wurden von der Presse gefeiert, vielfach ausgezeichnet und in 14 Sprachen übersetzt. Die mit Henry Hübchen, Bjarne Mädel und Kim Riedle prominent besetzte Film-Trilogie (Tage des letzten Schnees, Das Licht in einem dunklen Haus und Die Stille am Ende der Nacht) erreichte im ZDF mehr als 7 Millionen Zuschauer.Bei Galiani erschien zuletzt im Herbst 2025 der Roman Eden.
Posts
Hat mir echt gut gefallen 🤗
Das war mein erstes Buch des Autors - und ich glaube, ich würde auch gerne noch Teil 2 lesen. Ich habe oft gelesen, dass andere den Schreibstil als anstrengend empfinden - ich hingegen fand ihn super angenehm, ich fand die Charaktere dadurch sehr nahbar und realistisch und ich fand das Buch sehr leicht zu lesen, was vermutlich an den sehr kurzen Abschnitten und dem Schreibstil lag. Die Wechsel zwischen den ganzen Beteiligten fand ich toll, so hatte man viele verschiedene Blickwinkel und es wirkte spannender. Christian als Person mochte ich sehr gerne, bei Ben bin ich leicht skeptisch. Ich denke, dass man im zweiten Teil nochmal mehr über die beiden Ermittler erfahren wird, aber Bens geheime Vorliebe gibt mir echt zu denken. Die Story an sich gibt es natürlich oftmals in Krimis, ich fand das Buch aber trotzdem spannend und viele Wendungen haben mich überrascht - z.B. Anne und Barbara - auch wenn man natürlich sagen muss, dass man durch die Kürze des Buches nicht wirklich viel in der Tiefe erfahren hat. Hier wäre es spannend zu sehen, wie viel nochmal im zweiten Buch aufgegriffen wird, vor allem, da diese beiden Teile der Geschichte ja eigentlich irgendwie nicht aufgeklärt wurden.

Ein poetischer Krimi
JCW hat ein sehr markantes Stilmerkmal. Er erzählt keine Geschichte. Er beschreibt die Handlung und eigene Gemütsverfassung immer abwechselnd aus Sicht der beteiligten Personen. Über die Geschehnisse/Handlung darüber hinaus, muss sich der Leser selbst seinen eigenen "Film" basteln. Bei den Protagonisten hat CJW einen guten Grundstein für Fortsetzungen geschaffen, denn Neven und Sandner haben eine Vorgeschichte, die in diesem Band angerissen wird und auf deren weiteren Verlauf ich auf jeden Fall gespannt bin. Bei mir hat dieser Krimi einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
Hier tätigt der Autor einen genialen Schachzug, was die Ermittler angeht. Allein deswegen würde ich diese Reihe gerne weiter verfolgen, ABER👆... Die Story ist total langweilig. Diese inneren Monologe sind zum Einschlafen, der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, ein Zufall jagt den nächsten und die Ermittlungen gehen auch nicht voran. Höchstens werden Szenarien eingebaut, die den Fall null voranbringen. Somit möchte ich nicht weiterlesen!
Vorab: ich bin ein großer Fan von Jan Costin Wagner! Er gehört für mich zu den ganz wenigen hochliterarischen Krimischriftstellern, die wir hier in Deutschland haben. Seine poetische und doch ebenso schlichte wie eindringliche Sprache ist einfach beeindruckend. Eine Stilistik, die man sofort wiedererkennt. Im besten Sinne. Seine Kimmo-Joentaa-Reihe habe ich mit großer Freude verschlungen. Als echtes Fangirl hatte seine neue Reihe rund um die Ermittler Ben Neven und Christian Sandner also per se schon Vorschusslorbeeren von mir bekommen. Und ja, auch hier ist die Sprache wieder ganz groß. Doch das Thema ist eben noch größer, noch relevanter. Kindesentführung. Aber vor allem: Pädophilie. Was folgt, ist ein kleiner Spoiler. Ohne diesen geht es aber nicht. Denn es gibt da etwas, das die Handlung unterschwellig prägt und auch sehr früh thematisiert wird. Wenn auch nebenbei, was es noch härter und ungeheuerlicher macht. Aber fangen wir beim Fall selbst an. Der 5-jährige Jannis wurde von einem Mann entführt. Pädophilie als Tatmotiv liegt hier schnell auf der Hand. Ben Neven und Christian Sandner nehmen die Ermittlungen auf. Beide sind sie … nun ja … kaputt. Wenn auch auf sehr unterschiedlichen Ebenen. Wobei die dunklen Seiten von Ben Neven deutlich aufgrund der Thematik im Vordergrund stehen. Womit wir beim Spoiler wären. Wer das nicht hören will, sollte an dieser Stelle bitte aufhören zu lesen. Ben Neven, der Ermittler, der Jannis und den Pädophilen finden will, ist nämlich selbst pädophil. Genau das erzeugt ein sehr abgründiges Spannungsfeld. Neven steht also auch auf kleine Jungs, hat aber die unsagbare Grenze noch nie überschritten, holt sich zu kinderpornografischen Bildern, an die er vor allem durch seine Arbeit kommt, einen runter und vergeht anschließend in Schuldgefühlen, während seine Tochter (an die er ja zum Glück sexuell nicht interessiert ist) friedlich im Nebenzimmer schläft. Das ist schon ziemlich harter Tobak, der stark am Gemüt sägt und Unglaubliches nahbar macht. Allerdings belässt es Jan Costin Wagner oft nur bei Andeutungen, arbeitet das (noch) schlummernde Monster in Ben Neven kaum aus, tippt es aber immer mal wieder zaghaft an. Dieses Antippen gilt allerdings auch für alle anderen Figuren. Mit leichter Feder und viel Sensibilität. Da muss man oft schon genauer hinlesen, um die Tiefe in den Charakteren zu erkennen. Die Ansätze sind aber da. Bei aller stiller Sprachgewalt, bei allen schonungslosen Menschenabgründen geht Wagner hier äußerst behutsam, ja, fast schon verhalten vor. Er entblättert noch nicht alle Schichten. Was sie dann aber wiederum etwas vage macht und mich als Leserin ratlos zurücklässt. Das reicht natürlich bei mir trotzdem allemal für vier Sterne, aber ich hoffe sehr, dass Wagner im zweiten Teil der Reihe nochmal eine Schippe drauflegen wird.
Jan Costin Wagner ist bekannt für seine psychologisch tiefgründigen Romane, seinen für Krimis ungewöhnlich lyrischen Schreibstil. Wer meinem Blog schon eine Weile folgt, weiß vielleicht, dass mich beides erfreut aufhorchen lässt. Ich habe ein Faible für Autoren, die die Normen ihres Genres aufbrechen – zum Beispiel liebe ich den Schreibstil von Friedrich Ani oder Stig Sæterbakken, die ungewöhnlichen (Anti)Held*innen von Marie Reiners, Ane Riel oder Lioba Werrelmann._ _ Dennoch stürzte mich “Sommer bei Nacht” schon nach wenigen Kapiteln in bestürzte Ratlosigkeit. Meine Notizen:_ _ “Habe Schwierigkeiten, hineinzufinden. Ich liebe lyrische Schreibstile, aber hier wirkt es auf mich etwas erzwungen, angesichts häufiger Perspektivwechsel zu uniform – als hätten verschiedene Charaktere die gleiche Gedankenwelt. Phrasen und Konzepte wiederholen sich.”_ _ Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfasst hatte, war, wie viel Sinn es für die Geschichte macht, dass grundverschiedene Charaktere haltlos durch sehr ähnliche Gedankenwelten irren. Denn auch, wenn sie vom Wesen her sehr unterschiedlich sind und sich unterschiedlichen Herausforderungen stellen müssen, ist ihnen eines gemein: sie alle werden in diesem Sommer auf verschiedene Arten und Weisen in den Abgrund stürzen. Und sie alle verweigern sich den Klischees._ _ Meine nächsten Notizen, nach etwa der Hälfte, waren vorsichtig euphorisch:_ _ “Bin jetzt angekommen im Buch – in der erdrückenden Hitze dieses fatalen Sommers, in dem jeder Protagonist seine Abgründe hütet. Dachte erst, die verschiedenen Gedankenwelten seien zu gleichförmig, aber es summt doch jeder – manchmal unterschwellig, kaum hörbar – seine eigene Melodie im Choral dieses Dramas. So langsam lüften sich die Schleier, wenn auch nur vor dem Leser.”_ _ Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Schock bereits hinter mir. Das Erschrecken über diese eine Sache, die in vielen Rezensionen und vielen Artikeln des Feuilletons schon verraten wird – aber bis dato spurlos an mir vorbeigegangen war. Sie stellte mich vor ethische Fragen, mit denen ich nicht gerechnet hatte._ _ Aber genau hier zeigt sich die Meisterschaft des Autors, der das Gleichgewicht wahrt zwischen dem Schrecken und der Hoffnung, dem Drama und dem Verständnis. Er verurteilt nicht, er schreibt dem Leser nicht vor, was er zu denken oder zu glauben hat. Auch bei kontroversen Themen, die bei den meisten Menschen eine sofortige und inbrünstige Abneigung auslösen, bleibt sein Schreibstil ruhig-poetisch und sein Urteil offen. Er lässt Lücken, die den Gedanken der Leser*innen Raum geben._ _ Mehr als diesen Ausschnitt aus meinen Notizen möchte ich hier noch nicht verraten:_ _ “Mehr und mehr entwickelt die Geschichte eine Sogwirkung, die dem Leser die Luft abschnürt. Jeder Charakter trägt sein Trauma mit sich, und im Fall des Ermittlers Ben Neven ist das eine mutige, sicher auch kontroverse Wahl des Autors, die hier aber mit viel Feingefühl – und dennoch ungeschönt – behandelt wird.”_ _ Ab da ließ mich das Buch wirklich nicht mehr los, ich dachte oft und lange darüber nach – beim Kochen, beim Staubsaugen, beim Zähneputzen. Das Buch liefert dem Leser die verschiedenen Bestandteile der Thematik und der Lösung, aber keine Gebrauchsanweisung. Was in meinen Augen auch gut so ist._ _ Am Ende war mein Krimileserherz jedoch erstmal enttäuscht. Der Fall wird im Grunde nur durch einen doppelten Zufall aufgeklärt. Reine Ermittlungsarbeit ist bereits gescheitert oder zumindest im Sande verlaufen, als dies die Ermittler auf die richtige Spur bringt. Das sorgte bei mir für einen leicht schalen Beigeschmack._ _ Und dann passiert etwas, womit der Krimileser nicht rechnet, weil es gegen eine fundamentale Erwartung verstößt. Aber ist das gut oder schlecht? Überraschend und ungewöhnlich ist es auf jeden Fall, und nach längerem Nachdenken bin ich zu diesem Schluss gekommen:_ _ “Selbst im hellsten Sonnenschein stehen die Charaktere stets mit einem Bein im Abgrund ihrer Seele. Sommer bei Nacht. Ob sie gegen die Vergangenheit ankämpfen, eine Bedrohung von außen oder ihre eigene Natur – sie alle leiden an der gnadenlosen Unbegreiflichkeit der Welt. Daher kann es in dieser Geschichte gar keinen glatten Schnitt geben, kein harmonisches Happy End, und deswegen ist der Schluss meines Erachtens auch gut so, wie er ist.”_ _ Fazit_ _ Ein kleiner Junge verschwindet, Ermittler Ben Neven und Christian Sandner haben nur wenige Anhaltspunkte. Es gibt eine verschwommene Aufnahme, die Jannis an der Hand eines Mannes mit einem großen Teddy zeigt, doch über 300 Hinweise führen zu nichts._ _ Im Flimmern der heißen Sommersonne eröffnen sich überall menschliche Abgründe – auch in den Psychen der Ermittler. Jan-Costin Wagner kleidet diese Geschichte in seinen unverwechselbaren Stil, der ohne ein Wort zuviel eine dichte Atmosphäre aufbaut. Er geht Wagnisse ein: mit seinen Charakteren, mit dem Ablauf der Ermittlungen, mit dem Ende._ _ Ich musste öfter innehalten und darüber nachdenken, wie ich dies oder jenes finde, ob es für mich Sinn macht, ob ich dem Autor noch weiter durch die Geschichte folgen will oder nicht. Letztendlich bleibt jedoch nur das Fazit: ich bin begeistert._ _ Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:_ https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-jan-costin-wagner-sommer-bei-nacht/
Jan Costin Wagner gilt als "Poet unter den Krimiautoren". Dies und die Inhaltsangabe haben mich dazu veranlasst, das Buch anzufragen. Nun bin ich bei knapp der Hälfte des Romans und er hat mich immer noch nicht gepackt. Es kommt keine Spannung auf, die ständigen Sprünge der Blickwinkel und auch der Schreibstil machen es mir so schwer. Obwohl ich ja doch schon verhältnismäßig weit bin habe ich immer noch kein Bild der einzelnen Akteure im Kopf, kann teilsweise noch nicht einmal auf Anhieb die Namen zuordnen. Vielleicht bin ich momentan einfach nicht frei genug im Kopf - somit lässt sich wohl sagen, dass "Sommer bei Nacht" kein Krimi ist, den man schnell so nebenbei weglesen kann. Für mich aktuell zu anstrengende Kost. Leider.
Im Prinzip was ganz Besonderes
Eine Handlung wie viele andere Krimis. Doch ganz anderer STIL. Literarisch. Schwierig zum Anfang, Die Personen mit ihren Wahrnehmungen wechseln schnell. Die Handlung geht so eintönig und langsam wie manchmal bei Hakan Nesser Ich war versucht Kapitel zu überspringen... Wer aufpasst kommt auf den Täter. Es dauert aber noch sehr lange bis zur Auflösung . Trotzdem werde ich jetzt Bd 2 lesen.












