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„Gefährlicher Freund“ von Marissa Meyer ist der Auftakt der Renegades-Trilogie. Es beginnt mit einem Vorwort noch vor dem Prolog. Das unbetitelte Vorwort erklärt, wie es zu diesem gefühlt post-apokalyptischen Zustand der Welt gekommen ist. Der Prolog zeigt uns direkt einen Ausschnitt der tragischen Hintergrundgeschichte der Protagonistin. Mit einem ordentlichen Zeitsprung geht die Geschichte dann gleich actionreich los: mit einem Attentatsversuch der Anarchisten auf die Renegades bei einer Parade. Hierbei stellt uns Meyer direkt nahezu alle relevanten Charaktere samt „Geheimidentität“ vor. Die vielen Charaktere mit all ihren Aliasen und verschiedenen Superkräften sind gerade zu Beginn recht überwältigend. Die Verwirrung löst sich leider nie so recht auf. Dabei gibt es im Buch ein minimalistisches Personenverzeichnis, doch das hätte hier wirklich ausführlicher sein dürfen. Mit der Geheimhaltung nimmt man es in dieser Welt auch nicht zu genau, denn prinzipiell weiß jeder, welche Person hinter welchem Superhelden- oder Schurken-Alias steckt. Lediglich unsere beiden Protagonisten entwickeln jeweils ein Alter-Ego zu ihrem bekannten Alter-Ego. Eigentlich ein lustiges Konzept, wären wir Leser nicht von Anfang an darin involviert. Ziemlich verschenktes Potenzial, wie ich finde. Die Protagonisten, Nova und Adrian, sind in Ordnung. Viel mehr Eindruck haben sie bislang leider nicht bei mir hinterlassen. Nova hat definitiv den interessanteren Hintergrund, dementsprechend habe ich ihre Kapitel auch deutlich mehr genossen. Alle anderen Charaktere fallen leider ziemlich flach aus. Dabei bietet dieser Auftakt mit seinen über 600 Seiten in der deutschen Fassung definitiv genug Raum für Charakterentwicklung. Die Länge ist auch definitiv mein größter Kritikpunkt. In meinen Augen sollten Auftaktbände generell lieber kürzer ausfallen, um erst mal ein grundlegendes Interesse und ein Bedürfnis nach Mehr zu wecken, doch wenn sie schon so umfangreich sind, dann sollte definitiv mehr passieren. Mir fehlte hier etwas der rote Faden. Bei der Stange gehalten haben mich die unterhaltsamen und gut beschriebenen Action-Szenen, aber das reicht halt nicht aus, um mich vollends zu überzeugen. Ich war mir ziemlich sicher, wo die Geschichte hin möchte. Ich habe auch weiterhin so einige Ideen, aber das ursprüngliche Ziel wird es wohl nicht werden. Positiv dabei ist natürlich, dass Meyer mich offensichtlich doch überraschen konnte, obwohl dieser Superhelden-Geschichte voller Klischees steckt. Natürlich entwickelt sich auch eine etwas klischeehafte Liebesgeschichte zwischen Nova und Adrian. Da diese bislang aber absolut süß und unschuldig ist, stört mich das überhaupt nicht. Hoffentlich bleibt dieser Teil weiterhin so unaufdringlich. Fazit: Marissa Meyers „Gefährlicher Freund“ ist in meinen Augen ein etwas durchwachsener Auftakt für ihre Renegades-Trilogie. Superhelden treffen hier in einem Jugendbuch-Setting auf Superschurken – am Ende weiß niemand so genau, wer hier eigentlich gut oder böse sein soll. Diese Ungewissheit gefällt mir noch mit am besten, ebenso wie die kurzweilige, actionreiche Handlung. Über 600 Seiten sind trotzdem zu lang für diesen Auftakt, zumal der rote Faden zwischenzeitlich abhandengekommen ist. Die Nebencharaktere dürfen in den Fortsetzungen gerne mehr ausgearbeitet werden, generell erhoffe ich mir eine fokussiertere Handlung. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht. 3/5 Sterne.
Feb 6, 2025
„Gefährlicher Freund“ von Marissa Meyer ist der Auftakt der Renegades-Trilogie. Es beginnt mit einem Vorwort noch vor dem Prolog. Das unbetitelte Vorwort erklärt, wie es zu diesem gefühlt post-apokalyptischen Zustand der Welt gekommen ist. Der Prolog zeigt uns direkt einen Ausschnitt der tragischen Hintergrundgeschichte der Protagonistin. Mit einem ordentlichen Zeitsprung geht die Geschichte dann gleich actionreich los: mit einem Attentatsversuch der Anarchisten auf die Renegades bei einer Parade. Hierbei stellt uns Meyer direkt nahezu alle relevanten Charaktere samt „Geheimidentität“ vor. Die vielen Charaktere mit all ihren Aliasen und verschiedenen Superkräften sind gerade zu Beginn recht überwältigend. Die Verwirrung löst sich leider nie so recht auf. Dabei gibt es im Buch ein minimalistisches Personenverzeichnis, doch das hätte hier wirklich ausführlicher sein dürfen. Mit der Geheimhaltung nimmt man es in dieser Welt auch nicht zu genau, denn prinzipiell weiß jeder, welche Person hinter welchem Superhelden- oder Schurken-Alias steckt. Lediglich unsere beiden Protagonisten entwickeln jeweils ein Alter-Ego zu ihrem bekannten Alter-Ego. Eigentlich ein lustiges Konzept, wären wir Leser nicht von Anfang an darin involviert. Ziemlich verschenktes Potenzial, wie ich finde. Die Protagonisten, Nova und Adrian, sind in Ordnung. Viel mehr Eindruck haben sie bislang leider nicht bei mir hinterlassen. Nova hat definitiv den interessanteren Hintergrund, dementsprechend habe ich ihre Kapitel auch deutlich mehr genossen. Alle anderen Charaktere fallen leider ziemlich flach aus. Dabei bietet dieser Auftakt mit seinen über 600 Seiten in der deutschen Fassung definitiv genug Raum für Charakterentwicklung. Die Länge ist auch definitiv mein größter Kritikpunkt. In meinen Augen sollten Auftaktbände generell lieber kürzer ausfallen, um erst mal ein grundlegendes Interesse und ein Bedürfnis nach Mehr zu wecken, doch wenn sie schon so umfangreich sind, dann sollte definitiv mehr passieren. Mir fehlte hier etwas der rote Faden. Bei der Stange gehalten haben mich die unterhaltsamen und gut beschriebenen Action-Szenen, aber das reicht halt nicht aus, um mich vollends zu überzeugen. Ich war mir ziemlich sicher, wo die Geschichte hin möchte. Ich habe auch weiterhin so einige Ideen, aber das ursprüngliche Ziel wird es wohl nicht werden. Positiv dabei ist natürlich, dass Meyer mich offensichtlich doch überraschen konnte, obwohl dieser Superhelden-Geschichte voller Klischees steckt. Natürlich entwickelt sich auch eine etwas klischeehafte Liebesgeschichte zwischen Nova und Adrian. Da diese bislang aber absolut süß und unschuldig ist, stört mich das überhaupt nicht. Hoffentlich bleibt dieser Teil weiterhin so unaufdringlich. Fazit: Marissa Meyers „Gefährlicher Freund“ ist in meinen Augen ein etwas durchwachsener Auftakt für ihre Renegades-Trilogie. Superhelden treffen hier in einem Jugendbuch-Setting auf Superschurken – am Ende weiß niemand so genau, wer hier eigentlich gut oder böse sein soll. Diese Ungewissheit gefällt mir noch mit am besten, ebenso wie die kurzweilige, actionreiche Handlung. Über 600 Seiten sind trotzdem zu lang für diesen Auftakt, zumal der rote Faden zwischenzeitlich abhandengekommen ist. Die Nebencharaktere dürfen in den Fortsetzungen gerne mehr ausgearbeitet werden, generell erhoffe ich mir eine fokussiertere Handlung. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht. 3/5 Sterne.
Feb 6, 2025






