Potenziell furchtbare Tage

Potenziell furchtbare Tage

Hardback
3.724

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Das Ende der Ausbeutung – mit Menstrual Health und Anti-Work die Arbeitswelt revolutionieren Potenziell furchtbare Tage: wie Arbeit und Menstruation zusammenhängen Acht Jahre lang ergründete Bianca Jankovska am eigenen Leib, was passiert, wenn Zyklus und die damit verbundenen Schmerzen auf Lohnarbeitsabhängigkeit treffen. Ein meltdown moment folgte dem nächsten. Denn: Unsere Leistungsgesellschaft zwingt uns dazu, uns trotz monatlich wiederkehrender Schmerzen und mitunter Krankheitssymptomen zum Job zu schleppen – wenn nötig unter Medikamenteneinfluss. Menstruationsurlaub oder ein zyklusorientiertes Arbeitszeitmanagement gibt es in Deutschland und Österreich nicht. Ganz ehrlich: Im kapitalistischen Patriarchat, in dem wir leben, klingen sie eher nach Utopie als nach realisierbaren Errungenschaften. Fakt ist außerdem, dass die vorherrschenden Arbeitsstrukturen nicht nur Menstruierende, sondern auch psychisch Erkrankte, Marginalisierte – und die Umwelt – ausbeuten und krank machen. Es muss sich also dringend etwas ändern! Wie? Indem wir unser heutiges Arbeitssystem sabotieren und einen Anti-Work-Feminismus implementieren – ganz ohne Perioden-Glitzergedöns und Wärmflaschen-Merch. Dieses Buch ist das Gegenteil von dem, was auf LinkedIn abgeht. Hier gibt es keine Tipps für’s Bewerbungsgespräch – und kein schlechtes Gewissen, wenn du am Ende des Jahres keinen Meilenstein zu verkünden hast. Anti-Work bedeutet übrigens nicht, nie mehr zu arbeiten. Die Idee dahinter ist viel mehr, dass wir uns als Gesellschaft von krankmachenden Arbeitszwängen lösen und damit aufhören, uns selbst auszubeuten oder schlecht zu fühlen, wenn wir einmal nicht arbeiten (können). Bianca Jankovska verbindet persönliche Anekdoten mit strukturellen Problemen und erzählt eindrucksvoll von Therapie im Kapitalismus, PMS und PMDS, von Privilegien-Checks, Kündigungserfahrungen, Scham, Schuld und Schmerz. In augenöffnender Einfachheit zeichnet sie Lösungsvorschläge und Perspektiven für eine gesündere und bessere Arbeitswelt. Willkommen in der feministischen Anti-Work-Bewegung: für Menstruierende, Arbeitende, Selbstständige und alle, deren psychischen und körperlichen Ressourcen von Tag zu Tag weniger werden.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Hardback
Pages
352
Price
22.90 €

Posts

7
All
5

Für alle, die sich fragen, warum es heutzutage als Mensch mit Uterus immernoch so schwer ist, in der Arbeitswelt anzukommen. 🙃

Für alle, die sich fragen, warum es heutzutage als Mensch mit Uterus immernoch so schwer ist, in der Arbeitswelt anzukommen. 🙃
4

Manchmal liest man ein Buch und denkt: Endlich sagt's mal jemand. „Potenziell furchtbare Tage" von Bianca Jankovska ist so eines. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, wie absurd es ist, dass wir uns Monat für Monat trotz Periodenschmerzen zur Arbeit schleppen – vollgepumpt mit Schmerzmitteln, weil Menstruationsurlaub in unseren Breiten noch immer wie Science-Fiction klingt. Jankovska verknüpft ihre persönlichen Erfahrungen mit dem großen Ganzen: Acht Jahre lang hat sie am eigenen Leib erforscht, was passiert, wenn Zyklus auf Lohnarbeit trifft – und Überraschung: Schön ist es nicht. Thomas aus dem Controlling nennt es Gejammer, ich nenne es eine notwendige Auseinandersetzung mit Lohnarbeit im Kapitalismus, die nicht nur Menstruierende ausbeutet, sondern auch psychisch Erkrankte, Marginalisierte etc. – und nebenbei noch die Umwelt. Anfangs war ich nicht sicher, ob ich hier fundierte Systemkritik finde oder doch eher auf linksliberales Blabla stoße (wir kennen alle diesen Trick!), aber dieses Buch ist eine anregende Kampfansage an die LinkedIn-Optimierungskultur, an Selbstausbeutung und an das schlechte Gewissen, wenn man mal nicht funktioniert. Anti-Work ist Widerstand gegen krankmachende Arbeitszwänge – und den beschreibt Jankovska so kolumnenartig humorvoll, dass man bei Anti-Work direkt mitmachen will. Wer „Potenziell furchtbare Tage“ liest, hat das Gefühl, mit einer klugen Freundin bei einem Bier zu sitzen, die ausspricht, was viele denken. Sie verortet Gesundheit – körperliche wie psychische – im kapitalistischen System und zeigt die Absurdität auf: Ja, es mag „gute Arbeit" geben, aber nur in der Theorie und nur für sehr wenige (S. 257). Der Rest wird krank. Und weil wir die Arbeit zum Überleben im Kapitalismus brauchen, dreht sich das Hamsterrad weiter. Jankovska bleibt dabei erfreulich unsentimental. Statt oberflächlicher Wellness-Tipps und Selbstfürsorge-Ästhetik gibt's strukturelle Analyse, persönliche Anekdoten über „Therapie im Kapitalismus, PMS und PMDS“ sowie zu Kündigungen, „Scham, Schuld und Schmerz“ – und schließlich auch Lösungsansätze für eine gesündere Arbeitswelt. Die Verzahnung von Anti-Work, Menstrual Health und des guten Lebens hab ich selten in einem Sachbuch gelesen – dabei hängt das doch alles so unmittelbar miteinander zusammen. Leseempfehlung!

Post image
3

"Denn die Realität hatte für viele Menstruierende, die ich kannte, nichts mit schnörkeligen Eileitern und süßen Leckereien zu tun, sondern mit teils wenig oder kaum erforschten, unsichtbaren Schmerzen und Krankheiten wie Endometriose, Myomen, PMS, PMDS, Gebärmutterhalskrebs und dem polyzistischen Ovarialsyndrom." Bianca Jankovska hat ein Buch geschrieben, wo sie über ihre Erfahrungen mit Lohnarbeit in der Leistungsgesellschaft berichtet, diese in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext stellt und dazu noch stellenweise auf ihre PMDS-Erkrankung eingeht (Prämenstruelle Dysphorische Störung). Das Buch ist unterteilt in die Kapitel Scham, Schuld, Wut, Schmerz und Hoffnung, die sich darunter befindenden Texte sind aber eher fragmentarisch und nicht unbedingt aufeinander aufbauend. Das Buch liest sich insgesamt sehr subjektiv (was die Autorin im Vorwort auch voranstellt) und ist gespickt mit vielen persönlichen Anekdoten/Erfahrungswerten, doch auch Studienergebnisse oder internationale Vergleiche werden häufig angeführt, z.B. zur Vier-Tage-Woche oder Menstrual Leave. Ich habe das Buch ganz gern gelesen und fand manche Ideen und Gedanken der Autorin sehr interessant - z.B. zur Selbstausbeutung durch Leistungsoptimierung, indem der Zyklus "genutzt" wird, zum Arbeiten mit Perfektionist*innen oder zum Umgang mit persönlichen Krisen im Joballtag. Mit manchen konnte ich weniger anfangen, z.B. einigen persönlichen Erfahrungsberichten oder manchen Lösungsvorschlägen, die sehr an Privilegien orientiert waren. Zudem hatte ich aufgrund des Untertitels und Klappentextes etwas andere Erwartungen an das Buch: ich hätte mir eher ein umfassenderes Bild gewünscht mit Blick auf Branchen, in denen viele Menstruierende arbeiten, die keine Bürojobs haben. Auch hätte ich erwartet, dass das Thema Menstruation (im Arbeitskontext) mehr besprochen wird, das kam mir etwas zu kurz. CN: Selbstv3rletzendes Verhalten, Depr3ssion, Es$störung, B0dyshaming, Alkoh0lkonsum, Suiz1dalität, T0d, Trauma, Schwangersch4ftsabbruch, G3walt, Dr0genkonsum

3

“Nein, es gibt für den Großteil der Menschen keine gute Lohnarbeit, weil sie dabei ihre Autonomie und ihre Würde verlieren und nicht frei über ihren eigenen Körper verfügen können.” Ich stimme vielen Gedanken, Tatsachen und Lösungsansätzen zum Thema Anti-Arbeit in Potenziell furchtbare Tage zu. Als armutsbetroffene Frau, die gerade um die Anerkennung ihrer Arbeitsunfähigkeit kämpft und fast am Dasein im Niedriglohnsektor zerbrochen wäre, beschäftige ich mich schon länger damit. Leider ist dieses Buch aber auch voll von unnötigen, langweiligen Anekdoten. Die Autorin schreibt als unzufriedene Akademikerin, die von einem Luxusjob in den nächsten schlittert, oft von zuhause aus arbeiten, sich ihre Zeit frei einteilen und schreiben kann… und als alle Stricke reißen, studiert sie eben wieder. Immerhin (und da ist sie vielen Kolleginnen voraus) sieht sie ein, dass die meisten Menschen einen anderen Arbeitsalltag haben. Sie wirkt leider dennoch maximal unsympathisch und ich frage mich, was dieser ganze “ich lasse alles raus, bin schonungslos ehrlich, beschönige nichts, mache mich nackig” Quatsch soll. Er hilft nicht, trägt nichts zur Debatte bei, sondern schadet sogar noch der Sache, weil sie wirklich jedes Klischee einer gelangweilten und völlig unreflektierten Akademikerin/Autorin erfüllt. Ich will mehr Fakten, Forschung und Lösungen, dafür weniger immer gleiche Anekdoten von toxischen Großstadt-Frauen. Jedes Symptom von Erkrankungen der Autorin, ihre Gefühle zur Schwangerschaft, ihr Meltdown im Yogastudio, eine endende Freundschaft, ihre Aversion gegen saubere Recherche und das Akzeptieren von Grenzen… Nichts davon interessiert mich, weil es auserzählt ist. Ich bin dafür, dass Akademis jetzt erstmal die Klappe halten, bis wir genauso viele Bücher mit Anekdoten von Menschen im Niedriglohnsektor und in Arbeitslosigkeit haben. Und was hatte es eigentlich mit dem Vorwort und dieser ekligen Pick-up-Artist-mäßigen Mischung aus Komplimenten und Sticheleien gegen Teresa Bücker und ihr Buch (Alle_Zeit) auf sich? Trotz meiner Kritik: Es gibt sehr, sehr gute Passagen, die ganz viele Menschen lesen sollten. Ist eben nicht immer alles so einfach oder schwarz und weiß. “Nämlich, dass es keine einfache Heilung psychischer Störungen und Erkrankungen in einem Leistungssystem gibt, das uns psychisch krank macht.” Amen.

3

Es muss sich etwas ändern an unserer Arbeitswelt, schreibt Journalistin und Autorin Bianca Jankovska in ihrem Buch „Potenziell furchtbare Tage“. Acht Jahre lang musste sie sich mit der Diagnose Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) durch ein Arbeitsleben quälen, das auf ihre persönliche Situation keine Rücksicht nahm. Emotionale Zusammenbrüche und Jobwechsel folgten aufeinander, bis sie bewusst aus den Zwängen der Leistungsgesellschaft ausstieg und einige Monate in Schweden verbrachte. In insgesamt 5 thematischen Kapiteln, einem Vorwort sowie einem Intro und Outro setzt sich Bianca Jankovska mit unserer Arbeitswelt auseinander, analysiert die Ist-Situation und stellt Überlegungen an, wie es auch anders gehen könnte. Dabei geht sie stets sehr persönlich von sich selbst aus und gibt Einblicke in ihr eigenes (Gefühls-)Leben. Es geht um Ideen wie die 4-Tage-Woche, Menstruationsurlaub und generell das Thema Anti-Work, also den Gedanken, sich von Arbeitszwängen zu lösen ein gesünderes Verhältnis zur Arbeit zu finden. Eines vorab: Ich bin grundsätzlich mit vielem einverstanden, was Bianca Jankovska vorbringt. Andere europäische Länder machen beispielsweise vor, dass sich die Leistungsfähigkeit sogar steigern lässt, wenn bei gleicher Bezahlung auf eine 4-Tage-Woche umgestellt wird. Was mir bei der Autorin jedoch fehlt, ist eine Vorstellung davon, wie das in bestimmten Bereichen ablaufen soll. Es mag in einem klassischen Büro einfach sein, auf ein solches Modell zu wechseln oder sich als Individuum einfach mal ein paar Menstrual oder Mental Health-Tage zu nehmen. Wie sieht das aber in prekären Arbeitsverhältnissen aus? Oder in Jobs, bei denen tägliche geplante Anwesenheit essentiell ist? Wer betreut dann unsere Kinder, versorgt uns medizinisch oder räumt unseren Müll weg? Die Autorin schreibt es am Ende des Buches selbst: sie ist privilegiert. Und das wird auch deutlich, wenn man ihre Lösungsvorschläge sieht: einfach mal ein paar Monate ins Ausland oder sich ein „böses“ Unternehmen suchen, um dieses dann finanziell auszunutzen, ohne richtig zu arbeiten. Schade, hier hatte ich mir mehr erwartet.

3.5

In ein paar Tagen gelesen, seichte Kost und paar kluge Gedanken, wie gewohnt von Jankovska. Werde es ein paar Freundinnen schenken, die mit Lohnarbeit und heterosexuellen Erwartungen strugglen.

4

Der Einstieg drehte sich etwas zu lang um Theresa Bücker und ihr Werk „alle Zeit“, der Ton ist teils etwas zu „angespannt“, stellenweise wird gegen manche Menschen unnötigerweise gebasht und gejudged - wenn man das alles außen vorlässt: absolute Leseempfehlung. Meine vermutlich erste richtige Auseinandersetzung mit #antiwork, eine wichtige und richtige Kapitalismuskritik und das alles in Verbindung mit der Periode (auch wenn der Titel draus schließen lassen könnte, dass es da maßgeblich drum geht; was nicht stimmt).

Create Post