Patria
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Description
Book Information
Posts
Auch wenn mich die vielen Perspektivwechsel anfangs etwas verwirrt haben - ich habe "Patria" sehr gerne gelesen. Vor allem deshalb, weil es nicht nur von Verlust und Trauer erzählt, sondern auch von Loyalität und Vergebung. Die Sprache kam mir zwischendurch seltsam altertümlich vor, aber das mag auch an der Übersetzung liegen.
Ein kleines Dorf im Baskenland/ Spanien zur Zeit des ETA-Terrors
Ein kleines Dorf, zwei befreundete Familien und dann zog schleichend die ETA Gesinnung und damit der Hass ein. Eine Familie wird durch die Ermordung des Vaters zum Opfer dieser Gewalt und die andere Familie zum Täter durch die Taten des Sohnes. Jedes Familienmitglied beider Familien stehen immer wieder im Focus dieser Geschichte, ohne dass der rote Faden verloren geht. Es ist das erste Mal, dass mir die ETA in einem Roman begegnet. Ein lehrreicher, emotionaler und auch spannender Roman. Sehr lesenswert
Eine Perle gefunden
Was für eine Geschichte. Wer auch in den 80/90 ab und zu Nachrichten gesehen hat, wird sich an die Anschläge der ETA erinnern. In diesem Buch erfährt man ganz viel über „Verführung“, Erpressung dabei sein zu müssen, Opfer, Täter… Es ist so erschreckend, wir Terror immer wieder funktioniert. Man bekommt eine große Wut auf die Täter, auf die stolzen Mütter der Täter, ja sogar auf den Dorfpfaffen und irgendwann werden die Täter auch zu Opfern- wie viel Mitleid haben sie verdient?? Eine große Empfehlung
Ich habe sehr lange gebraucht, um in der Handlung des Romans Patria anzukommen. Der Konflikt im Baskenland und die über Jahrzehnte agierende Untergrundorganisation ETA werden sehr nachdrücklich dargestellt. Die Familien der einst befreundetet Frauen Bittori und Mirren stehen nun auf unterschiedlichen Seiten. Ein Sohn von Mirren wird Terrorist in der ETA, der Mann von Bittori ein Opfer eines Anschlags der ETA. Der Roman ist kein Spaziergang, es ging gleich sehr tief rein in die Geschichte, man springt in den Zeitebenen vor und zurück und erarbeitet sich so nach und nach die Handlung. Mir ist es nicht leichtgefallen das Buch zu Ende zu lesen. Ich gebe es zu, ich wollte es mehrmals abbrechen. Nicht weil es schlecht war, sondern die ganze Trauer und Sprachlosigkeit förmlich auf mich als lesende Person übergesprungen ist. Die Charaktere sind zum Teil traumatisiert und nicht wirklich nett zueinander. Das hat weh getan. Aber nun habe ich zumindest eine deutliche Ahnung bekommen, worum beim Konflikt der baskischen Untergrundorganisation ETA gegangen ist, eine Bildungslücke hat sich geschlossen. Daher gebe ich dem Buch trotzdem 4 Sterne, es konnte auch kein Buch zum Wohnfühlen sein.
Die Frage wie Versöhnung nach Gewalt möglich ist
Die Frage, wie Versöhnung nach Gewalt möglich ist, steht im Zentrum von Patria von Fernando Aramburu. Eingebettet in den Baskenkonflikt eröffnet der Roman ein für viele eher unbekanntes Thema, legt den Fokus jedoch weniger auf politische Hintergründe als auf gesellschaftliche und moralische Fragen wie Terror, Schuld und Vergebung. Er erzählt von zwei Familien in einem baskischen Dorf, deren enge Freundschaft durch den Terror der ETA zerstört wird und tiefe Gräben hinterlässt. Besonders eindrucksvoll ist die Gegenüberstellung der beiden Mütter, die als moralische Zentren fungieren: vereint durch Liebe, aber geprägt von gegensätzlichen Überzeugungen. Aramburu zeichnet ein dichtes Bild einer Dorfgemeinschaft, in der Angst, Schweigen und ideologische Verhärtung die individuelle Moral untergraben. Dabei entsteht eine vielschichtige Gesellschaftsanalyse jenseits von einfachem Schwarz-Weiß-Denken. Die fragmentarische Erzählweise mit häufigen Perspektivwechseln und Zeitsprüngen erschwert jedoch den Einstieg. Sie macht deutlich, dass es keine objektive Wahrheit gibt, was sowohl als Stärke als auch als Schwäche gelesen werden kann. Auch die politischen Hintergründe bleiben eher im Hintergrund, wodurch der Roman emotional überzeugt, aber an Komplexität einbüßt. Insgesamt ist Patria ein gelungener ethisch-psychologischer Roman über menschliche Verstrickungen. Seine besondere Erzählweise erfordert etwas Eingewöhnung, und die politische Dimension bleibt vereinfacht. Dafür zeigt Aramburu eindringlich, dass Terror nicht nur durch Täter entsteht, sondern auch durch eine Gesellschaft, die ihn zulässt, rechtfertigt oder verschweigt.
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Auch wenn mich die vielen Perspektivwechsel anfangs etwas verwirrt haben - ich habe "Patria" sehr gerne gelesen. Vor allem deshalb, weil es nicht nur von Verlust und Trauer erzählt, sondern auch von Loyalität und Vergebung. Die Sprache kam mir zwischendurch seltsam altertümlich vor, aber das mag auch an der Übersetzung liegen.
Ein kleines Dorf im Baskenland/ Spanien zur Zeit des ETA-Terrors
Ein kleines Dorf, zwei befreundete Familien und dann zog schleichend die ETA Gesinnung und damit der Hass ein. Eine Familie wird durch die Ermordung des Vaters zum Opfer dieser Gewalt und die andere Familie zum Täter durch die Taten des Sohnes. Jedes Familienmitglied beider Familien stehen immer wieder im Focus dieser Geschichte, ohne dass der rote Faden verloren geht. Es ist das erste Mal, dass mir die ETA in einem Roman begegnet. Ein lehrreicher, emotionaler und auch spannender Roman. Sehr lesenswert
Eine Perle gefunden
Was für eine Geschichte. Wer auch in den 80/90 ab und zu Nachrichten gesehen hat, wird sich an die Anschläge der ETA erinnern. In diesem Buch erfährt man ganz viel über „Verführung“, Erpressung dabei sein zu müssen, Opfer, Täter… Es ist so erschreckend, wir Terror immer wieder funktioniert. Man bekommt eine große Wut auf die Täter, auf die stolzen Mütter der Täter, ja sogar auf den Dorfpfaffen und irgendwann werden die Täter auch zu Opfern- wie viel Mitleid haben sie verdient?? Eine große Empfehlung
Ich habe sehr lange gebraucht, um in der Handlung des Romans Patria anzukommen. Der Konflikt im Baskenland und die über Jahrzehnte agierende Untergrundorganisation ETA werden sehr nachdrücklich dargestellt. Die Familien der einst befreundetet Frauen Bittori und Mirren stehen nun auf unterschiedlichen Seiten. Ein Sohn von Mirren wird Terrorist in der ETA, der Mann von Bittori ein Opfer eines Anschlags der ETA. Der Roman ist kein Spaziergang, es ging gleich sehr tief rein in die Geschichte, man springt in den Zeitebenen vor und zurück und erarbeitet sich so nach und nach die Handlung. Mir ist es nicht leichtgefallen das Buch zu Ende zu lesen. Ich gebe es zu, ich wollte es mehrmals abbrechen. Nicht weil es schlecht war, sondern die ganze Trauer und Sprachlosigkeit förmlich auf mich als lesende Person übergesprungen ist. Die Charaktere sind zum Teil traumatisiert und nicht wirklich nett zueinander. Das hat weh getan. Aber nun habe ich zumindest eine deutliche Ahnung bekommen, worum beim Konflikt der baskischen Untergrundorganisation ETA gegangen ist, eine Bildungslücke hat sich geschlossen. Daher gebe ich dem Buch trotzdem 4 Sterne, es konnte auch kein Buch zum Wohnfühlen sein.
Die Frage wie Versöhnung nach Gewalt möglich ist
Die Frage, wie Versöhnung nach Gewalt möglich ist, steht im Zentrum von Patria von Fernando Aramburu. Eingebettet in den Baskenkonflikt eröffnet der Roman ein für viele eher unbekanntes Thema, legt den Fokus jedoch weniger auf politische Hintergründe als auf gesellschaftliche und moralische Fragen wie Terror, Schuld und Vergebung. Er erzählt von zwei Familien in einem baskischen Dorf, deren enge Freundschaft durch den Terror der ETA zerstört wird und tiefe Gräben hinterlässt. Besonders eindrucksvoll ist die Gegenüberstellung der beiden Mütter, die als moralische Zentren fungieren: vereint durch Liebe, aber geprägt von gegensätzlichen Überzeugungen. Aramburu zeichnet ein dichtes Bild einer Dorfgemeinschaft, in der Angst, Schweigen und ideologische Verhärtung die individuelle Moral untergraben. Dabei entsteht eine vielschichtige Gesellschaftsanalyse jenseits von einfachem Schwarz-Weiß-Denken. Die fragmentarische Erzählweise mit häufigen Perspektivwechseln und Zeitsprüngen erschwert jedoch den Einstieg. Sie macht deutlich, dass es keine objektive Wahrheit gibt, was sowohl als Stärke als auch als Schwäche gelesen werden kann. Auch die politischen Hintergründe bleiben eher im Hintergrund, wodurch der Roman emotional überzeugt, aber an Komplexität einbüßt. Insgesamt ist Patria ein gelungener ethisch-psychologischer Roman über menschliche Verstrickungen. Seine besondere Erzählweise erfordert etwas Eingewöhnung, und die politische Dimension bleibt vereinfacht. Dafür zeigt Aramburu eindringlich, dass Terror nicht nur durch Täter entsteht, sondern auch durch eine Gesellschaft, die ihn zulässt, rechtfertigt oder verschweigt.











