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Ein gut gezielter Hieb mit einer Schokoladentorte
Eigentlich sollte die Hexe Kosara sich freuen: Sie hat die Schmutzigen Tage, also die Zeit zwischen den Jahren, in der Monster in ihre Stadt einfallen, überstanden, eins der mächtigsten Monster unschädlich gemacht und sogar ihren Hexenschatten zurückerlangt. Doch seitdem geht alles schief. Immerhin muss sie mittlerweile mit ganzen zwölf Hexenschatten zurechtkommen, die ihr aber alle nicht gehorchen, ein mächtiger Verbrecher versucht, die Geschicke der Stadt an sich zu reißen und spätestens, als es mitten im Juni beginnt, zu schneien, ist klar, dass die Monster noch eine Rechnung mit Kosara offen haben… Der Cozy-Fantasy-Roman „Tage einer Hexe“ hätte auch ein Einzelband sein können, doch die Autorin schenkt uns mit diesem Buch eine überraschende, warmherzige und vor allem witzige Fortsetzung einer unglaublich chaotischen Geschichte voller menschlicher Monster und monströser Menschen. Ihre Welt ist inspiriert von slawischer Magie und spielt in einer (unserer gar nicht mal so unähnlichen) Welt irgendwann um die Mitte des letzten Jahrhunderts. So ganz genau sagen lässt sich das aber nicht, manchmal scheint sich das Buch da auch selbst etwas zu widersprechen, was auch bereits ein Kritikpunkt im ersten Teil war. Aber sei es drum, es hat trotzdem Spaß gemacht, in die geteilten Städte Chernograd und Belograd zurückzukehren und gemeinsam mit Kosara und ihrem Kollegen-Freund-Kunden Asen erneut auf Monsterjagd zu gehen und sich den langen Schatten erstaunlich düsterer Sommernächte zu stellen. Erzählt wird die Geschichte mit liebenswert sarkastischem Tonfall, der hin und wieder durchaus zum Lachen bringen kann, abwechselnd von beiden und die beiden holen nun endlich auch das nach, was sie am Anfang immer vertagt haben, wenn auch sehr zurückhaltend. Für eine Cozy Fantasy ist auf den Seiten dieses Buches auch erstaunlich viel los, ständig gibt es Rituale, Begegnungen mit Geistern, halblegale Ermittlungsaktionen und immer gleich die nächste Herausforderung. Trotzdem spart die Autorin auch nicht mit gemütlichen Details, wirft mit Leseclubs für Varkolaks (Das ist so eine Art Werwolf), fragwürdigen Rezepten für Selbstgebranntes und allerlei Gebäckstücken um sich. Mit anderen Worten: „Nächte einer Hexe“ ist eine absolut würdige Fortsetzung dieser besonderen Geschichte und ebenso ein passender Abschluss, ein Buch, das zwar durchaus Spannung zu bieten hat, aber es auch versteht, den Leser auf seine ganz eigene Art mit Setting, Atmosphäre und Charakteren zu fesseln, sodass die Reise dann viel zu schnell zu Ende ist und die meisten Leser gern noch für eine Tasse Tee mit einem Schuss unbestimmtem Alkohol aus dubiosen Kellervorräten geblieben wäre. Wer gemütliche Fantasy mit osteuropäischer Inspiration, Humor und starken Protagonistinnen sucht, der wird in diesem Buch auf jeden Fall fündig und auch bestimmt gut unterhalten.

Apr 23, 2026
Ein gut gezielter Hieb mit einer Schokoladentorte
Eigentlich sollte die Hexe Kosara sich freuen: Sie hat die Schmutzigen Tage, also die Zeit zwischen den Jahren, in der Monster in ihre Stadt einfallen, überstanden, eins der mächtigsten Monster unschädlich gemacht und sogar ihren Hexenschatten zurückerlangt. Doch seitdem geht alles schief. Immerhin muss sie mittlerweile mit ganzen zwölf Hexenschatten zurechtkommen, die ihr aber alle nicht gehorchen, ein mächtiger Verbrecher versucht, die Geschicke der Stadt an sich zu reißen und spätestens, als es mitten im Juni beginnt, zu schneien, ist klar, dass die Monster noch eine Rechnung mit Kosara offen haben… Der Cozy-Fantasy-Roman „Tage einer Hexe“ hätte auch ein Einzelband sein können, doch die Autorin schenkt uns mit diesem Buch eine überraschende, warmherzige und vor allem witzige Fortsetzung einer unglaublich chaotischen Geschichte voller menschlicher Monster und monströser Menschen. Ihre Welt ist inspiriert von slawischer Magie und spielt in einer (unserer gar nicht mal so unähnlichen) Welt irgendwann um die Mitte des letzten Jahrhunderts. So ganz genau sagen lässt sich das aber nicht, manchmal scheint sich das Buch da auch selbst etwas zu widersprechen, was auch bereits ein Kritikpunkt im ersten Teil war. Aber sei es drum, es hat trotzdem Spaß gemacht, in die geteilten Städte Chernograd und Belograd zurückzukehren und gemeinsam mit Kosara und ihrem Kollegen-Freund-Kunden Asen erneut auf Monsterjagd zu gehen und sich den langen Schatten erstaunlich düsterer Sommernächte zu stellen. Erzählt wird die Geschichte mit liebenswert sarkastischem Tonfall, der hin und wieder durchaus zum Lachen bringen kann, abwechselnd von beiden und die beiden holen nun endlich auch das nach, was sie am Anfang immer vertagt haben, wenn auch sehr zurückhaltend. Für eine Cozy Fantasy ist auf den Seiten dieses Buches auch erstaunlich viel los, ständig gibt es Rituale, Begegnungen mit Geistern, halblegale Ermittlungsaktionen und immer gleich die nächste Herausforderung. Trotzdem spart die Autorin auch nicht mit gemütlichen Details, wirft mit Leseclubs für Varkolaks (Das ist so eine Art Werwolf), fragwürdigen Rezepten für Selbstgebranntes und allerlei Gebäckstücken um sich. Mit anderen Worten: „Nächte einer Hexe“ ist eine absolut würdige Fortsetzung dieser besonderen Geschichte und ebenso ein passender Abschluss, ein Buch, das zwar durchaus Spannung zu bieten hat, aber es auch versteht, den Leser auf seine ganz eigene Art mit Setting, Atmosphäre und Charakteren zu fesseln, sodass die Reise dann viel zu schnell zu Ende ist und die meisten Leser gern noch für eine Tasse Tee mit einem Schuss unbestimmtem Alkohol aus dubiosen Kellervorräten geblieben wäre. Wer gemütliche Fantasy mit osteuropäischer Inspiration, Humor und starken Protagonistinnen sucht, der wird in diesem Buch auf jeden Fall fündig und auch bestimmt gut unterhalten.
Apr 23, 2026








