Alles wird gut

Alles wird gut

Softcover
3.449

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

»Mit viel Sarkasmus drückt Nina Lykke den Finger in (vermeintliche) Wunden unserer Wohlstandsgesellschaft.« Barbara

Elin (Ärztin, Mitte 50) verlässt ihren Mann und zieht kurzerhand in ihre Praxis. Ihre einzige Gesellschaft, abgesehen von den leidigen Patienten, ist das altkluge und im Laufe der Jahre verstaubte Skelettmodell namens Tore, das Elins Klagen mit einer gesunden Mischung aus Realitätssinn und beißendem Sarkasmus kommentiert. Wie konnte es so weit kommen? Während Elins Mann Aksel jede freie Minute mit Skilanglauf verbringt, schickt Elin, die ihre Abende mit einer Flasche Wein vor dem Fernseher fristet, eines Abends eine Nachricht an ihren Jugendfreund Bjørn – und fühlt sich plötzlich wieder lebendig. Doch eine langjährige Ehe und das gutsituierte Leben im Reihenhaus lassen sich nicht so leicht abschütteln.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
352
Price
12.40 €

Author Description

Nina Lykke, geboren 1965 in Trondheim, Norwegen wuchs in Oslo auf. Ihren Durchbruch als Schriftstellerin hatte Lykke mit ihrem Roman »Aufruhr in mittleren Jahren«, der in Norwegen eines der am meisten besprochenen Bücher des Jahres war. Für »Alles wird gut« wurde sie mit dem Bragepreis, dem wichtigsten norwegischen Literaturpreis ausgezeichnet. Der Roman stand monatelang auf der Bestsellerliste und ist in 15 Ländern erschienen.

Posts

11
All
3

Leicht, tiefgründig, fesselnd.

„Alles wird gut“ von Nina Lykke hat mich wirklich überrascht. Ich hatte anhand des Klappentextes erwartet, dass die Gespräche mit dem Skelett mehr im Vordergrund stehen und humorvoller sind, aber das Buch hat trotzdem auf eine andere Weise überzeugt. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und ist dabei gut geschrieben. Besonders beeindruckt hat mich, wie der Spannungsbogen bis zum Ende gehalten wird. Trotz des schwierigen Themas Fremdgehen bleibt die Lektüre angenehm leicht und perfekt für zwischendurch.

5

Nina Lykkes „Alles wird gut“ ist ein Roman, der auf den ersten Blick leicht und humorvoll daherkommt, jedoch in seiner Tiefe existenzielle Fragen über das Leben, Beziehungen und die Gesellschaft aufwirft. Besonders beeindruckend ist der subtile Humor, der sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Dieser Humor sorgt dafür, dass der Wahnsinn und die Verzweiflung, in denen sich die Protagonistin befindet, umso deutlicher und nachvollziehbarer wirken. Man spürt die Last, die auf ihr liegt, und gleichzeitig ist es genau dieser Humor, der ihr dabei hilft, ihre Situation mit einer gewissen Leichtigkeit zu ertragen. Der humorvolle Schlagabtausch mit dem Skelett Tore aus ihrem Behandlungszimmer ist eine brillante literarische Technik, um ihre introspektiven Gedanken in Worte zu fassen. Es sind diese absurden Momente, die den Roman so besonders machen – locker erzählt, aber reich an Bedeutung. Die Hauptfigur, eine Ärztin, gewährt uns durch ihre professionelle Perspektive einen einzigartigen Einblick in einen Querschnitt der Gesellschaft. Diese kritische und schonungslos ehrliche Haltung gegenüber den Menschen, die sie täglich behandelt, ist einer der stärksten Aspekte des Romans. Sie seziert dabei nicht nur ihre Patient*innen, sondern auch gesellschaftliche Strukturen und das auf eine Art und Weise, die bissig, aber auch erfrischend wirkt. Es ist genau dieser Blick, der dem Leser ermöglicht, sich mit den eigenen Schwächen und der allgemeinen menschlichen Natur auseinanderzusetzen. Ebenso gelungen ist Lykkes Analyse einer langjährigen Ehe und das schleichende Auseinanderleben, das sich über die Jahre hinweg entfaltet. Die Protagonistin schildert mit scharfem Blick, wie sich die einstige Nähe zu ihrem Ehemann allmählich in Gleichgültigkeit verwandelt hat. Dieser Zerfall wird ohne Melodramatik, aber mit einer entwaffnenden Klarheit beschrieben, die einen tief berührt und nachdenklich zurücklässt. Besonders interessant fand ich auch ihre kritische Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Alkoholkonsum. Die Reflexion darüber, wie Alkohol zu einem stillen Begleiter in ihrem Alltag geworden ist, wirkt intelligent und unaufdringlich – sie verteufelt ihn nicht, stellt ihn aber dennoch infrage. Dies fügt eine zusätzliche Schicht der Introspektion hinzu, die den Roman noch vielschichtiger macht. Insgesamt hat mir „Alles wird gut“ von Nina Lykke ausgesprochen gut gefallen. Die Mischung aus Humor, Introspektion und Gesellschaftskritik ist meisterhaft gelungen, und das Buch schafft es, auf leichte Weise tiefgreifende Themen zu behandeln.

3.5

Ich bin ein bisschen hin und her, wie ich mich mit dem Buch fühle, denn ich hatte wirklich etwas ganz anderes erwartet. Über den Inhalt kann man wenig schreiben, ohne zu spoilern. Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass eine Frau Mitte 50 ihr Leben und vor allem ihr Eheleben Revue passieren lässt und sich schlussendlich fragt, wie sie an dem Punkt landen konnte, an dem sie gerade steht. Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Sprache schön ausgeformt und ehrlich und die 350 Seiten sind wirklich schnell gelesen. Die Protagonistin schwankt allerdings sehr zwischen Lethargie, Selbstmitleid und manchmal auch bösem Zynismus. Das macht in Bezug auf ihre Entwicklung auch Sinn, lässt den Leser aber manchmal kopfschüttelnd zurück. Und mit dem Ende des Buches bin ich nicht besonders glücklich, aber das ist wohl Geschmackssache. Also 3,5 ⭐️

3.5

Anders als erwartet

Die Handlung ist in der Mitte der norwegischen Gesellschaft angesiedelt, so dass sich wahrscheinlich viele Leser in einer der im Buch vorkommenden Personen wiederfinden können . Gerade auch durch den Beruf der Protagonistin als Hausärztin entsteht ein spannender Querschnitt durch diese Gesellschaft, die sich gar nicht so sehr von der deutschen unterscheidet (wobei ich nicht weiß, wie viel dieses Eindrucks der Übersetzung geschuldet ist). Die eigentliche Geschichte laut Klappentext kam mir aber zu kurz: mich hätte gerade interessiert, wie es sich weiterlebt, nachdem das ganze Leben in seine Einzelteile zerfallen ist und die Protagonistin heimlich in ihrer Praxis haust. Stattdessen hat sich die Autorin sehr auf die Sezierung der Vergangenheit und des Herleitens der aktuellen Situation fokussiert. So war es eine nette Lektüre nebenbei, aber keine, die mich besonders gefesselt hätte.

3

Befremdlich

Elin, Mitte 50, Allgemeinärztin, verlässt ihren Ehemann und zieht notgedrungen in ihre Praxis. Das verstaubte Skelettmodell Tore ist ihre einzige Gesellschaft und „kommentiert“ Elin‘s Gedanken sarkastisch und doch ehrlich…allerdings muss man sich die Frage stellen, wie Elin an diesen Punkt ihres Lebens kommen konnte und wie es weitergehen soll. In der Buchhandlung fiel mir „Alles wird gut“ von Nina Lykke (Übersetzung: Sylvia Kall und Ina Kronberger) auf und klang so skurril, dass ich es gekauft habe. Der Roman setzt mitten im Geschehen ein…Elin lebt in ihrer Praxis, ihre Ehe ist gescheitert, ihre Mutter dement, Elin kann ihren Beruf nicht mehr ertragen und eigentlich weiß sie auch nicht, was ihre Perspektiven sind. Bissig, sarkastisch und stellenweise fast gemein, umkreist die Autorin die gesundheitlichen Probleme einer Wohlstandsgesellschaft, aber auch die des Einzelnen. Die „Kommentare“ des Skelettmodells Tore stellen dabei das dar, was Mensch sich nicht so richtig zu sagen traut und da es nicht real ist, darf es umso bissiger sein. Ich weiß, dass das eine spezielle Art ist, wie Menschen heutzutage Kritik üben oder auf Dinge aufmerksam machen. Mein Fall ist es tatsächlich nicht. So sehr ich manche Ansicht verstehe oder auch teile, die Art und Weise wie, hat mich nicht abholen können. Ich empfand es sogar als äußerst befremdlich, wie roh die Herangehensweise war. Elin selber ist auch kein sympathischer Charakter, sie wirkte auf mich eher hilflos, verwirrt und vielleicht sogar depressiv. Insgesamt war der Roman dennoch in eine interessante Geschichte eingebettet und hat so manche Stelle etwas weicher erscheinen lassen. Ich persönlich kann mich mit der Story nicht identifizieren. Das sagt allerdings nichts über den Roman oder die Autorin sondern nur über meinen Geschmack aus. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️

4

gesellschaftskritische Innenansicht einer Hausärztin - manche ihrer Beobachtungen über unsere Art mit uns und unserem Leben umzugehen haben mich nachdenklich gemacht. Die Autorin hat eine etwas zynische Art kombiniert mit viel schwarzem Humor

5

Unter den Jahreshighlights! Die 50-jährige Hausärztin Elin stürzt sich in eine Affäre und denkt an einem Tag in ihrer Praxis über die Wohlstandsgesellschaft und die Abgründe & Sehnsüchte der Menschen nach - wie das fein gesponnene Netz an Alltag und Smalltalk uns das Gefühl der Kontrolle vermittelt, wo eigentlich kaum welche ist. Sehr lustig, tief beobachtend und dabei tröstlich.

3

Ehrlich und bewegend mit scharfzüngigen Sarkasmus

Nina Lykke bringt es auf den Punkt. Dieses Buch liest sich als wäre es ein Querschnitt durch unsere heutige Gesellschaft. Mit scharfen Auge und einer kritischen Beobachtungsgabe, gespickt mit einer Prise schwarzen Humor zeigt die Autorin auf, wie schnell man sich verzettelt, sich vergleicht oder ungerecht behandelt fühlt. Dabei wird am Ende ja doch irgendwie alles gut - wenngleich vielleicht anders als gedacht.

1

Komische Handlung / unsympathische Hauptperson

Unangenehm in ihrer Art: schlechtes Vorbild als Ärztin (laufend genervt von Patienten und selbst inkonsequent bis Suchttendenzen), trifft keine Entscheidungen, willkürliches Ende von ihrer Seite aus. Ohne Gefühl. Habe nicht resoniert mit ihr. Die Gespräche mit dem Skelett haben mich gestört.

5

Ich durfte die Geschichte bereits vorab lesen und kann sie euch wirklich nur empfehlen. Worum geht es? Elin ist Mitte 50, Allgemeinärztin, Alkoholikerin und mit Aksel verheiratet, dem Skilanglauf und Arbeiten wichtiger sind, als Zeit mit seiner Frau zu verbringen. Elin ist alles andere als glücklich und in einem betrunkenen Zustand schreibt sie versehentlich ihren Exfreund aus Jugendzeiten, Bjørn, an. Daraus ergibt sich eine Affäre, die beide immer wieder beenden wollen, es aber nicht schaffen. Denn Elin fühlt sich damit wieder jung! Immer wieder stellt sie sich auch die Frage, ob alles gut wird. Mir scheint es nicht so, denn schließlich woht sie zu Beginn der Geschichte in ihrer Arztpraxis, ist einsam und weiß nicht, was sie nun tun soll. Zudem führt sie Gespräche mit dem Skelett Tore.. klingt alles nicht sonderlich gut und es ist klar, dass einiges in letzter Zeit schief gelaufen sein muss. In Rückblicken nimmt die Geschichte dann langsam Fahrt auf. Die Autorin zeichnet eine sehr real wirkende Geschichte einer Frau im mittleren Alter, die sich ihrer Fehler bewusst ist, diese Revue passieren lässt und trotzdem nicht bereut. Im Alltag schleicht sich vieles ein, und es ist Allgemein bekannt, dass Menschen immer das begehren, was sie gerade nicht erreichen können. Elin gibt ihren Patienten zudem immer wieder Ratschläge, die sie selbst eigentlich auch befolgen sollte, aber nicht tut. Sie denkt immer wieder über den Sinn alles möglichen nach, ganz alltägliche Fragen und Gedanken. Mir gefällt der direkte, geradlinige Schreibstil von Nina Lykke ausgenommen gut. Ich war so gefangen von Elins Gedanken und der Beschreibung, wie sie sich in die aktuelle Situation manövriert hat, dass ich das Buch sehr schnell durchgelesen hatte. Ich nehme einige Fragen und Gedanken aus dem Buch mit - das finde ich tatsächlich sehr interessant und kommt nicht allzu oft vor. Von mir bekommt Alles wird gut ⭐⭐⭐⭐⭐.

4

Nina Lykke erzählt sehr authentisch die Geschichte der gestandenen Allgemeinmedizinerin Elin aus der Ich-Perspektive. Ungeschönt, nüchtern und tiefgreifend entwickelt sich während der Erzählung ihre Persönlichkeit. Sei es im inneren Monolog mit ihrem Plastikskelett Tore oder im Schildern von Patientengeschichten. Lykke beschränkt sich dabei nicht nur auf das offensichtliche Beziehungsdilemma, in das sich Elin durch einen vermeintlich achtlosen Klick auf ihrem Smartphone hineinmanövrieren (lässt), sondern richtet den Blick tiefer in ihr Leben und ihre Familie. Verantwortung übernehmen (müssen), für sich und andere ist ein zentrales Thema, das sich in ihrer und in den zahlreichen unterhaltsamen, aber auch verstörenden Patientengeschichten widerspiegelt. So werden nach und nach, auf sehr menschliche Art und Weise, die Facetten unserer modernen Gesellschaft und insbesondere unseres Beziehungsverhaltens aufgezeigt. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit sehr viel Geschick und einem angenehmen Spannungsbogen bis zum Schluss.

Create Post