Muldental

Muldental

Hardback
4.099
SozialismusProstitutionProvinzSelbstmord

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Description

Jeder Umbruch fordert Opfer. Auch eine friedliche Revolution. Daniela Krien erzählt von Menschen, deren Leben an einem Kontrapunkt der Geschichte ins Wanken gerieten. Sie erzählt von Orientierungslosigkeit und tiefer Verzweiflung. Doch diese Romanminiaturen gehen über das Schicksal des Einzelnen hinaus; sie zeichnen ein Bild des Menschen von heute. Ein Buch über das Trotzdem-den-Kopf-über-Wasser-Halten, über das Trotzdem-Weitermachen, über das Es-trotzdem-Schaffen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
240
Price
22.70 €

Author Description

Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliß, studierte Kulturwissenschaften und Kommunikations- und Medienwissenschaften in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin. Ihre Romane ›Die Liebe im Ernstfall‹ und ›Der Brand‹ standen monatelang auf der Bestsellerliste und wurden in viele Sprachen übersetzt. Daniela Krien hat zwei Töchter und lebt in Leipzig.

Posts

24
All
4.5

Geschichten, die das Leben schreibt!

Das Buch beinhaltet verschiedene Kurzgeschichten, die oftmals im Muldental angesiedelt sind. Die Bewohner*innen sind durch verschiedene Krisen und Herausforderungen gezeichnet. Neben der politischen Wende und den damit verbundenen wirtschaftlichen Umbrüchen, zählen auch die Hochwasser der Jahre 2003 und 2013 dazu. Darum geht es in verschiedenen Geschichten, andere haben das Ankommen im neuen politischen System zum Inhalt. Daniela Krien schafft glaubhafte Charaktere, in die man sich hinein finden kann, mit denen man leidet und hoffnungsvoll ist. Sie fängt die Verzweiflung der Menschen auf eine sehr verständnisvolle Weise. Ich bin Daniela Krien Fangirl. Im Buch sind auch zwei Geschichten enthalten , die ich schon aus dem Büchlein "Freiheit" kannte. Sie passen aus meiner Sicht nicht so gut zu den anderen Erzählungen.

4

"Manche Siege sind nur die Vollendung einer Niederlage, denkt sie. Manche Siege bleiben ohne Lohn. Recht ist nicht Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist ein Irrlicht im Sumpf." "Wir lesen gerne vom Scheitern -wenn am Ende ein Sieg steht. Wir lieben Geschichten über Menschen, die allen Widerständen zum Trotz das Beste aus ihrem Leben gemacht haben. Meine Helden sind keine Gewinner. Dennoch finden einige von ihnen ihr Glück. Aber auch jene, deren Schicksal ihre Kräfte übersteigt, haben eine Stimme im großen Menschheitslied. Und auch sie verdienen einen Platz in der Literatur." Vorwort Daniela Krien Nov. 2019 Genau das bekommt man mit den elf Kurzgeschichten in diesem Buch. Gesellschaftskritische, tiefgründige und unbequeme Geschichten, die sehr viel zwischen den Zeilen erzählen. Die gewohnt klare, schnörkellose Sprache von Daniela Krien mag ich total gerne. Ein Nicht-Wohlfühlbuch das ich sehr gerne gelesen habe und gerne an die weiterempfehle, die nicht unbedingt ein Happyend brauchen.

5

Im Vorwort schreibt Daniela Krien: "Meine Helden sind keine Gewinner. Dennoch finden einige von ihnen ihr Glück. Aber auch jene, deren Schicksal ihre Kräfte übersteigt, haben eine Stimme im großen Menschheitslied. Und auch sie verdienen einen Platz in der Literatur. " Die Autorin gibt genau diesen Menschen in ihrem Buch eine Stimme. Der Mutter und ihrem Sohn die von der Tyrannei des Ehemanns und Vaters betroffen sind, der Frau, die nicht weiß wie sie ihre Rechnungen bezahlen soll und ihrem kleinen Sohn eine Perspektive bieten, also verkauft sie ihren Körper. Es sind die verwundeten Menschen, die hier zu Wort kommen. Die, die große Verluste, oder großes Unrecht erlitten haben. Im Klappentext wird von Roman-Miniaturen geschrieben. Dass trifft es, wie ich finde, unheimlich gut. Es sind Kurzgeschichten, die sehr betroffen machen. Auf einige Charaktere trifft man auch mehrfach und die einzelnen Schicksale verbinden sich. Daniela Krien legt hier den Finger in tiefe offene Wunden und einige davon lassen sich nicht heilen. Von mir eine große Leseempfehlung für die, die kein Wohlfühlbuch erwarten.

4

Hörbuch. Geschichten aus der ehemaligen DDR haben für mich immer etwas Bedrückendes.

3

Es ist unverkennbar ein Buch von Daniela Krien. Sie hat einen tollen Schreibstil und kann so einfühlsam schön Geschichten erzählen. Ich bin wieder nur so durch die Seiten geflogen. Allerdings handelt es sich bei diesem Werk um Kurzgeschichten. Da hat mir leider immer ein bisschen was gefehlt. Sie könnte für mich aus jeder ihrer Kurzgeschichten einen Roman machen.

3.5

Bewertung nicht möglich

Die kurzen Geschichten, die ohne jegliche Wertung der Autorin auskommen, sind zum Teil sehr berührend und keine leichte Kost, einige sind regelrecht bedrückend. Das absolut treffende und wunderbare Vorwort der Autorin macht dies auch schon deutlich: „…Wir lesen gerne vom Scheitern - wenn am Ende ein Sieg steht. Wir lieben Geschichten über Menschen, die allen Widerständen zum Trotz das Beste aus ihrem Leben gemacht haben. Meine Helden sind keine Gewinner. Dennoch finden einige von ihnen ihr Glück. Aber auch jene, deren Schicksal ihre Kräfte übersteigt, haben eine Stimme im großen Menschheitslied. Und auch sie verdienen einen Platz in der Literatur." Es fällt mir sehr schwer (m)eine Bewertung in Sternen auszudrücken. Allein das Vorwort ist fünf Sterne wert. Die Geschichten haben mich "runtergezogen", aber deshalb Sterne abziehen? Ich weiß es nicht und kann deshalb nur nach meinem Gefühl gehen: 3,0 - 3,5 ⭐️ ⭐️⭐️.

4

Die Autorin hat ein tolles Gespür für Charaktere und deren Konflikte miteinander. Absolute Leseempfehlung.

5

Wie gewohnt...

... ein wundervolles Buch von Daniela Krien. Auf subtile Weise verbindet sie nicht nur die Protagonisten ihrer Miniaturen miteinander, sodass statt einer losen Sammlung von Geschichten ein Geflecht von Schicksalen entsteht, sondern sie zeichnet ebenso ein Bild einer schwankenden und verunsichernden wie verunsicherten Gesellschaft in einer Zeit des Wertewandels nach der Wende. Ein Buch, das vieles erklärt, nichts entschuldigt und nachdenklich macht.

5

Mein erstes JahresHighlight 2024

Muldental* Daniela Krien Dieses Buch wird mich lange nicht loslassen. Denn Daniela Krien erzählt ebenso eindringlich wie sprachlich überragend, protokollierend, nie moralisierend aber voll der Anteilnahme von den Schicksalen ostdeutscher Bürger nach der Wende. Überdeutlich legt Daniela Krien die Existenzen einzelner Menschen in den Fokus. Trotz der Kürze der Erzählungen entfalten sie ihre volle Wirkung und lassen mich atemlos lesen, was Daniela Krien in ihrer sprachlichen Wucht so eindringlich vermittelt. So begleiten wir in „Muldental“ Menschen, die in Arbeitslosigkeit und Alkoholismus abrutschen, ihre Identität verlieren oder im Westen Demütigungen erleben. Dabei ist Krien nie abwertend , erhebt sich und ihre Leserschaft nicht über diese Einzelschicksale, sondern vermittelt vielmehr das Gefühl, dass dieses Scheitern, die Probleme mit denen ihre Protagonisten konfrontiert sind, jeden gleichermaßen hätten treffen können. Ein Buch, das wahre Begegnung möglich macht und Daniela Krien endgültig zu einer meiner Lieblingsautorinnen werden lässt.

3

In den Buch befinden sich zehn Kurzgeschichten, die sich mit den Schicksalen von Menschen in Ostdeutschland nach der Wende auseinandersetzen. Die Figuren stehen oft am Rand der Gesellschaft: Sie kämpfen mit Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und gescheiterten Beziehungen. Auch hier mag ich Daniela Kriems Schreibstil sehr. Kurz und präzise. Doch leider sind mir die Kurzgeschichten zu negativ und erdrückend. Die Atmosphäre ist beklemmend und die Schicksale der Figuren haben mich teilweise sehr mitgenommen.

2

Muldental erzählt in mehreren Episoden von den Lebenswegen ehemaliger DDR-Bürgerinnen und -Bürger rund um die Zeit der Wende. Die Geschichten selbst besitzen zweifellos Substanz: Sie zeichnen Schicksale nach, die von Verlust, Neuanfang, Orientierungslosigkeit, aber auch von Beharrlichkeit geprägt sind – Themen, die universell sind und in vielen Regionen und Zeiten auftreten. Gerade diese Alltagsperspektiven verleihen dem Buch eine gewisse Authentizität. Umso bedauerlicher ist es, dass die Hörbuchfassung dieser inhaltlichen Stärke nicht gerecht wird. Die Autorin liest selbst und verfügt leider über keinerlei stimmliche Gestaltung. Der Vortrag wirkt monoton, beinahe heruntergeleiert, ohne die Nuancen, emotionalen Höhen und Tiefen, die den Geschichten Leben einhauchen könnten. Das Zuhören ist dadurch weniger anstrengend als schlichtweg langweilig, und das Potenzial des Stoffes bleibt ungenutzt. Auch literarisch hinterlässt Muldental keinen bleibenden Eindruck. Die dargestellten Schicksale mögen realistisch und lebensnah sein, doch sie heben sich kaum von dem ab, was überall und jederzeit an menschlichen Erfahrungen zu finden ist. Einmal gehört, hat man das Gefühl, genug zu haben — Wiederhörwert oder besondere erzählerische Faszination entstehen nicht. Fazit: Inhaltlich solide, aber weder literarisch außergewöhnlich noch stimmlich überzeugend dargeboten. Die Hörbuchfassung leidet stark unter dem monotonen Vortrag, sodass sich eine Empfehlung schwer aussprechen lässt. Einmal hören genügt.

4

Ich mochte Daniela Kriens Erzählungen sehr. Sie waren auf den wenigen Seiten intensiv und berührend. Es gibt diese Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, denen das Schicksal mehr als übel mitgespielt hat und die ganz langsam ertrinken. Wer hier Hoffnung sucht, ist falsch. Es gibt die gebrochenen Leute, deren Leben sich einfach nicht mehr so richtig zusammenflicken lassen will. Man könnte tatsächlich sagen, dass sich manche Kurzgeschichten mit den sogenannten Wendeverlierern befassen. Die Geschichten sind bedrückend und oft schwer zu ertragen. Das Setting ist der sogenannte Muldentalkreis, der von 1994 bis 2008 , bis zur Kreisreform, existierte. Wir erleben Protagonist:innen, deren Leben eine Verbindung zueinander haben und die Geschichten schlängeln sich ähnlich wie die Mulde durch Ortschaften und bei allen Protagonist: innen tritt das Wasser über und erst wenn es sich wieder zurückgezogen hat, erkennt man das katastrophale Ausmaß, dass es angerichtet hat. Ob sich dann noch etwas wieder aufbauen lässt, dass wird sich zeigen und vor allen Dingen: Wer hat die mentale Stärke den eigenen Karren aus dem Dreck zu ziehen. Mich konnten einige der Geschichten stark zum Nachdenken anregen.

5

Vollständige Rezension auf [email protected] Bei dem Buch „Muldental“ handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten, die Daniela Krien schon 2012 verfasst hat. Die vorliegende Ausgabe enthält zusätzlich noch eine neue Geschichte. In dieser Kurzgeschichtensammlung geht es um gescheiterte und tragische Figuren. Vor allem Menschen während der Wende und in den Jahren danach. Menschen deren Leben nicht positiv verlief nach der Wiedervereinigung. Und solche mit äußerst tragischen Schicksalen und am Tiefpunkt ihres Lebens angekommenen. Die wenigsten finden ihr Glück, aber alle einen Platz in diesem Buch und im Herzen der Leser. Dabei braucht Krien nicht viele Worte um eine gigantisches Kopfkino und ein wahres Gefühlschaos beim Leser auszulösen. Ihre klare, schnörkellose Schreibweise lädt dazu ein, das Buch in einem Rutsch regelrecht zu inhalieren. Dies schaffte die Autorin schon mit „Die Liebe im Ernstfall“ bei mir und ich habe nicht gedacht, dass sie das noch einmal wiederholen kann. Völlig faszinierend finde ich, wie Daniela Krien die Geschichten wieder (zunächst unbemerkt) ineinander verwoben hat. Um dann am Ende bei mir erneut einen Aha-Effekt auszulösen. FAZIT Ein Buch, welches trotz der ernsten Geschichten ein wahres Suchtpotenial hat. Liebe Frau Krien, bitte mehr davon.

4

Bei diogenes neu aufgelegt und mit einer zusätzlichen neuen Erzählung sowie einem Vorwort der Autorin versehen, ist Daniela Kriens Muldental. Elf Erzählungen entführen den Leser in die Nachwendezeit. Die Protagonisten und ihre einzelnen Geschichten haben lose miteinander zu tun, da sie den Ort und das Schicksal teilen. Doch ist es Schicksal oder Schuld, diese Frage beschäftigt die Autorin nachdrücklich, sodass sie sogar Eingang in das Vorwort findet. Die Protagonisten Kriens sind keine strahlenden Helden, sie sind gebrochene Figuren, die in der Nachwendezeit ihren (neuen) Platz in der Gesellschaft finden müssen. Die einzelnen Probleme, die die Protagonisten beschäftigen, wühlen auf und machen nachdenklich. Die Sprache Kriens verherrlicht nichts, sondern stellt nüchtern und authentisch das Leben der Protagonisten dar. Obwohl die Erzählgeschwindigkeit sehr ruhig ist, zieht die Sprache Kriens den Leser in einen Sog. Dennoch vermag die Autorin die Stärke und den Lebenswillen der Protagonisten herauszustellen, sodass trotz manch auswegloser Situation die Hoffnung nicht stirbt. Ich habe die Erzählungen sehr gern gelesen. Sie geben einen ehrlichen Eindruck von ganz normalen Menschen und ihrem Schicksal – vor allem in dieser besonderen Zeit. Man fühlt sich an einen anderen Ort und Zeit versetzt, die so weit entfernt zu sein scheint und dennoch ganz nah ist.

5

Muldental war nach Irgendwann werden wir uns alles erzählen und Die Liebe im Ernstfall mein drittes Buch von Daniela Krien. Normalerweise bin ich keine große Freundin von Kurzgeschichten. Meist fehlt mir etwas, oft endet die Handlung dann, wenn sie gerade erst Fahrt aufgenommen hat. Doch diese Sammlung hat mich vollkommen gepackt. Daniela Kriens Erzählungen stammen mitten aus dem Leben, jede von ihnen könnte genauso tatsächlich stattfinden. Die ganzen Charaktere fand ich sehr gut beschrieben, sprachlich eine einwandfreie Leistung. Häufig geht es mir bei solchen Büchern so, dass ich ein oder zwei Erzählungen sehr gut finde, mit dem Rest aber nicht großartig etwas anfangen kann. Diesmal ging es mir ganz anders: Es gab keine einzige Erzählung, die mir nicht gefallen hätte. Die Erzählungen sind teilweise lose mit einander verknüpft, einzelne Personen treten in mehreren Geschichten auf. Am meisten berührt hat mich die Erzählung "Freiheit". Danach musste ich das Buch erst einmal zur Seite legen.

5

Schicksale verpackt in berührende Prosa Wer mich kennt, weiß von meinem Faible für Kurzgeschichten, Erzählungen, Prosa und Lyrik. Und so war es an der Zeit, mit Hilfe einer Leserunde eine Autorin zu entdecken, deren Bücher mir zwar schon begegnet waren, ich aber noch nichts davon gelesen hatte. Das hat sich mit der vergangenen Lektüre (grundlegend) geändert. Denn nach „Muldental“ steht fest, dass ich das (weitere) literarische Schaffen von Daniela Krien weiterverfolgen werde. Daniela Krien kredenzt ihren Leser*innen in „Muldental“ 11 Erzählungen, die auf „Skizzen von Lebensdramen“ (S. 9) aus ihrem Notizbuch basieren. Dabei bedient sie sich einer Sprache, die mich von der ersten Geschichte „Muldental“ bis zur letzten Geschichte „Muldental II“ (einer extra für die Neuauflage geschriebenen Geschichte) nicht mehr losgelassen hat. Sie erzählt von verzweifelten (Kunst-)Handwerkern, von Frauen, die eine (harte) Lebensentscheidung treffen müssen, von Ex-Häftlingen, mit denen man unweigerlich Mitleid empfindet – die Erzählungen können die geneigte Leserschaft mächtig „runterziehen“. Ich habe auch noch nie (zumindest ist es mir nicht bewusst) eine emotionalere Erzählung als „Freiheit“ gelesen. Unweigerlich braucht man danach eine kurze (Lese-)Pause. Ich habe bei der Lektüre öfter gedacht „Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann auch eine Katastrophe auslösen.“ Viele Geschichten spielen mit dem Deutsch-Deutschen „Trauma“ der Wiedervereinigung und führen die Absurdität von Rollen und diesbezüglicher Klischees vor die Augen der Leser*innen. Denn Arbeitslosigkeit zum Beispiel gibt es überall in strukturschwachen Gegenden. Dies wiederum führt zu Perspektivlosigkeit, welche dann in Gewalt und Hass sich selbst und anderen Menschen gegenüber umschlägt. Ein Teufelskreislauf, dem es zu entkommen gilt… Und trotzdem gibt es (so, wie nach jedem Regen die Sonne wieder scheint) am Ende von „Muldental“ ein Licht am Ende des Tunnels. Zeit heilt garantiert nicht alle Wunden, aber wenn es trotz Verzweiflung und Wut im Bauch „irgendwie“ weitergeht, wenn aus Trauer ein Neuanfang wird (eindrucksvoll beschrieben am Ende von „Muldental“) und uns die Liebe begegnet – ja, liebe Leser*innen: dann kann man auch ein Buch wie „Muldental“ zufrieden und „erleichtert“ zuklappen. 5* für ein sprachlich beeindruckendes Buch und eine absolute Leseempfehlung! ©kingofmusic

3

Ungeschminkt, ehrlich und hart

4

Ein gut geschriebenes Unwohlfühl-Buch!

4

In der Kurzgeschichtensammlung “Muldental” beschäftigt sich Daniela Krien mit Einzelschicksalen, immer mit losem Bezug zur DDR, zur Wende- und Nachwendezeit, mit kleinen Katastrophen und Kämpfen hinter verschlossenen Türen und Köpfen. Die Themen reichen von Diskriminierung, Verschuldung, Abtreibung und Sucht bis zu psychischer Krankheit und Suizid. Die Autorin beschreibt mit sachlichem Ton und erklärt nicht viel. Das Drama entfaltet sich zwischen den Zeilen, die Verzweiflung ist ohne große Worte spürbar. Gerade in dem Genre der Erzählungen kann Daniela Kriens Schreibkunst brillieren, die für mich beim Roman “Der Brand” aufgrund anderer Schwächen überschattet wurde. Hier jedoch funktioniert die Themenvielfalt wunderbar, die durch ein Hauptthema verknüpft ist und zusammengehalten wird. Die Kurzgeschichten stehen für sich allein, verweisen aber teilweise auf Figuren aus anderen Erzählungen, was mir nochmal deutlich machte - das hier ist eine Welt, eine Einheit. Auch wenn jeder mit sich selbst und seinem Leben hadert, sind wir doch verbunden. Besonders fasziniert war ich von subtil eingearbeiteten Fragen zu Freiheit. Was bedeutet diese (vermeintliche) Freiheit für die einzelnen Charaktere? Befeuert sie Selbstbestimmung und Aufschwung oder trägt sie zum Untergang einzelnen Lebensglücks bei. Und wer trägt am Ende die Schuld - ist es das System, sind es individuelle Entscheidungen? Für mich eine ganz tolle und lohnenswerte Lektüre, insbesondere für Leute, die immer nur kurze Zeiträume zum Lesen zur Verfügung haben. Die einzelnen Geschichten sind schnell gelesen und bieten viel Raum zur Reflexion.

4

Wieder ein fantastisch geschriebenes Buch von Daniela Krien.

4

Gesammelte Traurigkeit aus der Nachwendezeit im Osten. Kurzgeschichten, die letztendlich doch zusammenhängen. Keine leichte Kost

2

Kurzgeschichten mag ich eigentlich nicht, deswegen hat es mich auch nicht sehr verwundert dass ich dieses Buch nicht sonderlich mochte. Von der Autorin mochte ich aber 𝙄𝙧𝙜𝙚𝙣𝙙𝙬𝙖𝙣𝙣 𝙬𝙚𝙧𝙙𝙚𝙣 𝙬𝙞𝙧 𝙪𝙣𝙨 𝙖𝙡𝙡𝙚𝙨 𝙚𝙧𝙯ä𝙝𝙡𝙚𝙣 sehr. Ich glaube aufgrund der Kürze der Geschichten hab ich einfach keinen Draht zu den Protagonisten aufbauen können. Die Geschichten waren für mich teilweise echt auch düster und teilweise habe ich den Inhalt von einigen Geschichten schon längst wieder vergessen. Ich glaube, dass ich dann wohl doch eher der Typ Roman bin und einfach kein Fan von Kurzgeschichten bin.

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5

fesselnd und deprimierend zugleich

5

‚Muldental‚ war mein erstes Buch von Daniela Krien und ich war sehr gespannt wie es mir gefallen wird, da ich bisher nur positives über ihre weiteren Bücher gelesen habe. Zudem habe ich noch nie einen Kurzgeschichten-Band gelesen und war total neugierig darauf. Ich mochte den Erzählstil der Autorin total gerne. Sie erzählt ruhig und klar und auch ein wenig trist. Dennoch baut sich durch die Intensität der Geschichten unterschwellig Spannung auf und man möchte unbedingt wissen, wie die einzelnen Geschichten enden werden. In ‚Muldental‚ erzählt Daniela Krien von Menschen, die durch bzw. nach dem Fall der Mauer große Veränderungen in ihrem Leben erfahren mussten, die Orientierungslos und verzweifelt sind, die dennoch weitermachen und nicht den Kopf hängen lassen. Alle 11 Geschichten sind Grundverschieden, das einzige was sie gemeinsam haben ist, dass sie nach der Wende spielen und von den Folgen des Mauerfalls schwerst betroffen sind. Die Geschichten haben mich allesamt sehr bewegt (natürlich gab es ein paar, die mir besser gefallen haben als andere – dennoch finde ich alle Geschichten sehr gelungen). Obwohl die Geschichten kurz sind, sagen sie dennoch sehr viel aus, berühren und regen zum Nachdenken an. Hier trifft das Sprichwort: „Weniger ist mehr“ auf jeden Fall zu. Fazit: Düstere, intensive, packende und vor allem tragische Geschichten umfasst der Kurzgeschichtenband ‚Muldental‘ von Daniela Krien. Er handelt von Schicksalen und veränderten Leben, die durch den Fall der Mauer entstanden sind. Ein tief bewegendes Buch, das ich jedem empfehlen kann. Sehr lesenswert!

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