Die Probe

Die Probe

Hardback
3.265

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Description

Auf der Shortlist für den Booker Prize 2025: »Ein unheimliches Buch, so kühl, dass es heiß erscheint. Es hat sich in meinen Hirnwindungen festgesetzt wie eine Klette.« Lauren Groff Zwei Menschen treffen sich zum Mittagessen in einem Restaurant in Manhattan. Sie ist eine gefeierte Schauspielerin, die für eine bevorstehende Premiere probt. Er ist attraktiv und beunruhigend jung. Was die Schauspielerin anfangs für den Annäherungsversuch eines Fans hält, nimmt bald eine erstaunliche Wendung: Xavier behauptet nämlich, er sei ihr Sohn – dabei hat sie nie Kinder bekommen. Als im selben Moment auch noch ihr Mann Tomas, ein erfolgloser Schriftsteller, im Restaurant auftaucht, wird ihr klar, dass Xavier ihr Leben aus den Angeln heben kann. Katie Kitamuras psychologisch brillanter Roman stellt die Frage, wer wir füreinander sind. Ein Vexierspiel über den schmalen Grat zwischen Dichtung und Wahrheit.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
176
Price
23.70 €

Author Description

Katie Kitamura, 1979 in Kalifornien geboren, ist eine amerikanische Schriftstellerin, Journalistin und Literaturkritikerin. Sie schreibt für zahlreiche Zeitungen, darunter The New York Times, Wired und The Guardian. Katie Kitamura lebt in New York. Bei Hanser erschienen ihre Romane »Trennung« (2017) und »Intimitäten« (2022).

Characteristics

2 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
23%
N/A
N/A
N/A
25%
13%
33%
30%
6%
N/A

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
16%
30%
20%
23%

Pace

Fast0%
Slow50%
Moderate50%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex100%
Moderate0%
Minimalistisch (50%)Poetisch (50%)Außergewöhnlich (50%)

Posts

19
All
2

Rolle oder Person? Wahn oder Wirklichkeit?

Oder vielleicht alles gleichzeitig? Ich hatte mich ehrlich auf das Buch gefreut: Interessanter Plot und ein durch seine Einfachheit neugierig machender Titel 😅 Was soll ich sagen? Das Buch hat mich leider gar nicht abgeholt. Die Geschichte rund um eine erfolgreiche Schauspielerin, die während einer Probe auf einen jungen, angehenden Schauspieler trifft, der behauptet ihr Sohn zu sein, ist so angelegt, dass die Grenzen zwischen gespielten Rollen, wahren Personen, Wahn und Wirklichkeit verschwimmen. Trotzdem konnte mich das Buch nicht überzeugen, was ich irgendwie schade finde. Einzig die knackige Länge von knapp 4,5 Stunden (ich habe das Hörbuch gehört), hat mich die Geschichte beenden lassen.

Rolle oder Person? Wahn oder Wirklichkeit?
4

Anspruchsvoll und mitreißend

Dieses Buch hat tatsächlich wenig Ähnlichkeit zu meinem sonstigen Lesestoff, dennoch fand ich es sehr lesenswert. Katie Kitamura hat einen etwas eigenen Stil inneren Monolog, Erzählung und wörtliche Rede ohne jeglichen Übergang in einen Fließtext unterzubringen. Sobald man sich darauf einstellt, öffnet sich einem ein sehr bewegendes Buch, welches durch das Thema von Schauspiel und Theater weitere tiefere Themen des Lebens beleuchtet.

2

Konnte mit Inhalt und Figuren leider gar nichts anfangen. Auch sprachlich empfand ich es viel zu "verkopft" und wenig mitreißend - schade!

1.5

Ich hab das Buch nach 25% abgebrochen. Der Sprachstil war für mein Empfinden zu umständlich und träge und ich habe mich nur schwer in die Handlung gefunden. Nachdem ich nun einige Rezensionen gelesen habe, war das die richtige Entscheidung, denn zusätzlich inhaltlich noch mit verschiedenen Realitätsebenen klarzukommen, hätte mir vollends die Lust aufs Lesen vereitelt. Dazu hat mich hier zu wenig gefesselt.

3.5

Ich mag die Idee und Sprache (Übersetzung)

.. aber die Umsetzung finde ich nicht so gut gelungen, leider. Das große Fragezeichen zwischendurch hat sich nur so halb eingelöst.

Ein bisschen verwirrend aber gleichzeitig auch faszinierend.

'Die Probe' hat mich auf die Probe gestellt. Ich sag euch auch warum. Wenn ich viele Bücher in kurzer Zeit lese, dann brauche ich bei jedem Neuen Buch oft umso länger, um hineinzufinden. Schwierig bei einem Buch, dass insgesamt nur wenig Seiten hat. Es lag also vielleicht hat nicht am Buch selbst, dass ich anfangs zu sehr abschweifte, sondern an meinen mangelnden Lesepausen. Nun aber endlich zum Buch. Das Leben rauscht an uns vorbei und viele von euch haben sich die Frage "Wo ist bloß die Zeit geblieben?" schon einmal gestellt. Dieses Buch ist auf eine interessante Art faszinierend. Zwei Teile, zwei Lebenswege, die selben Protagonist*innen. Mehr möchte zum genauen Geschehen nicht spoilern. Ein wenig kann ich aber doch erzählen. Es geht um Erfolg, uns Altern, um Ehe und Liebe, um Mutterschaft und Kinderlosigkeit, um das Buhlen um Zuneigung, um erste Liga oder zweite Reihe. "Viele Leute sprachen über Kinder, als wären diese etwas, das man plante, sie bedachten nicht, dass auch Kinderlosigkeit geplant, anders gesagt weder eine Lücke noch ein Mangel war, auch die war auf dieser Welt eine Realität eigenen Rechts." (Seite 64/65) Ein bisschen viel für so ein schmales Büchlein, könnte man meinen, ist es aber nicht. Ich brauchte etwas, um dieses Buch zu begreifen und es ist wieder so ein Buch, bei dem ein ReRead sinnvoll erscheint. Die Schauspielerin, der Ehemann, der vermeintliche Sohn, sie alle haben mir manchmal Rätsel auf und ich konnte sie oft nur schwer greifen. Ihre Handlungsstrategien konnte ich oft nur schwer nachvollziehen, aber ist es nicht genau das , was und beim Lesen reizt? In die Psyche andere Menschen einzutauchen? "Ein Halt inmitten der Turbulenzen meines Inneren ..." (Seite 174) Spannend fand ich die Beschreibung der Ehe. Auch wenn ich selbst nicht verheiratet bin, kann ich das Beziehungskarussell was hier beschrieben wird gut verstehen. Die namenlose Schauspielerin stellt fest, dass sich ihr Mann plötzlich nach Freiheiten sehnt, er der ihr immer die sichere Basis erscheint, über den sie die Hoheit hatte. Das fand ich wunderbar beobachtet. Affären spielen hierbei ebenso eine Rolle aber auch wunderbar beschriebene Frühstücksrituale. "Durch diese Alltagsrituale band ich mich von neuem an die Ehe, in all ihrer Banalität." (Seite 61) Ein kurzes, aber dafür sehr intensives Buch, für dass man sich Zeit nehmen sollte. Triggerwarnungen: Abtreibung, Fehlgeburt

Ein bisschen verwirrend aber gleichzeitig auch faszinierend.
4

Wie viele Rollen hast du im Leben?

Eine Schauspielerin in Manhattan trifft bei einer Probe einen jungen Mann, Xavier, der sich bei ihr als ihr Sohn vorstellt. Das kann nur gar nicht sein, weil sie nie ein Kind geboren hat. Dieser Mann bringt Chaos in ihr geordnetes Leben und die Welt wird zu Bühne. „Wir wollten gefallen, ja mehr noch, wir wollten ihm halten, die Balance bewahren, die sich etabliert hatte…“ Ich hab erstmal überlegen müssen, was einem das Buch alles sagen will. Es ist unterteilt in zwei Teile. Im ersten Teil findet das Treffen der zwei statt und sie stellt schnell klar, dass Xavier nicht ihr Sohn wein kann. Im zweiten Kapitel ist er ihr Sohn und er zieht sogar bei ihrem Mann Tomas und ihr ein, weil er keine Wohnung mehr hat. Er bringt in dem Kapitel total viel Chaos in das Leben und die Schauspielerin nimmt eine neue Rolle als Mutter ein. Die Autorin schaut in dem Buch auf die verschiedenen Rollen, die sie einnimmt und wie wir im Leben in diesen Rollen wahrgenommen werden. Als Schauspielerin, Ehefrau, Mutter. Es wird dargestellt, dass die Selbstwahrnehmung oft nicht gleich der Fremdwahrnehmung ist. Das kann ziemlich weh tun und auch verschrecken. Die Autorin zeigt die Rollen in einer Familie auf und wie man selbst wirksam in diesen als Frau ist. Es ist kurzweilig, aber hat mir gut gefallen.

3

Puh wie bewerte ich dieses Buch jetzt? Wilder Trip, ganz verstanden habe ich es nicht, aber geniales Spiel mit der Realität. Am Ende hätte sich mein Gehirn eine Auflösung gewünscht.

4

Ein rätselhaftes, psychologisches Verwirrspiel: Wer spielt welche Rolle? Was ist Theater und was Realität? Welche Rollen spielen wir in unserem Leben? Und was ist eine Familie? Katie Kitamura berührt in diesem kurzen Roman viele Fragen, die sich mit unserem Leben und Zusammenleben befassen, mit Kunst & Arbeit, Fiktion & Realität. Dabei erzeugt sie auf jeder Seite eine unheimliche Spannung.

4

Das Schleierhafte des Covers passt im Nachhinein wirklich gut zur Geschichte. Der erste Teil verlief relativ linear. Eine gefeierte Schauspielerin und ein junger Mann, der, so kann man es wohl am besten ausdrücken, davon überzeugt ist ihr Sohn zu sein. Obwohl sie nie ein Kind geboren hat. So weit, so klar. Dann kommt der zweite Teil, der so ziemlich alles auf den Kopf stellt. Ich muss gestehen, ich war mehr als verwirrt und habe mich gefragt, ob ich irgendwo etwas überlesen haben könnte oder einfach den Subtext zwischen den Zeilen nicht greifen konnte? Das scheint (für mich) dann doch nicht der Fall zu sein, denn es öffnet sich ein Gedankenspiel das an parallele Welten, Hirngespinst oder gar ein ausuferndes Experiment denken lässt. Aller anfänglichen Verwirrung zum Trotz, fand ich diese feine Grenze zwischen den Möglichkeiten sehr faszinierend. Am Ende stellt sich die Frage, was davon ist Wirklichkeit und was Fiktion?

4

Vielschichtig, unbequem und mit einem Gruß an Nuval Harari.

Die Probe lese ich, als der Roman auf der Longlist für den Booker Prize steht. Hier finden sich sprachlich anspruchsvolle Werke, die neue Perspektiven öffnen. Der Roman findet sich auf dieser Liste also zurecht. In der Probe treffen vor allem Vorstellungskräfte aufeinander, Ideen, wie Wirklichkeit zu denken ist und wie flexibel wir mit unserer Vorstellung von der Welt umgehen können und wollen. Da geht es einerseits um Resilienz, vor allem aber um die Frage, wer wir innerhalb unserer Beziehungen füreinander sind. Menschen spielen Rollen, sind Projektionsflächen für das Gegenüber, haben selbst Ideen von sich, wer sie sein wollen und wer sie glauben zu sein. Die Vorstellungen von der Realität verschwimmen bei Kitamura mit der Fiktion, die Figuren haben klar umrissene Charaktereigenschaften, aber sie spielen auch Rollen. Und diese Rollen löschen die Persönlichkeit gewissermassen aus. Denn es sind Stereotype. Wer Stereotypen erfüllt, wird gesehen, weil die Person sich nur so der Allgemeinheit einprägen kann. Besonders, wenn es sich um eine Frau handelt. Was ist also Fantasie? Was echt? Auch Beziehungen erweisen sich als Ideen, an die wir glauben. Ein Beziehungsgeflecht lebt von gemeinsamen Glaubenssätzen. Was verändert sich, wenn wir von anderen Voraussetzungen und Glaubenssätzen ausgehen? Der/die Leser*in geht mit auf eine Gratwanderung zwischen Philosophie, Soziologie, kollektivem Bewusstsein und Wahrnehmung. Zwischen gesellschaftlichen Normen und individuellen Ansprüchen. Wie weit kann eine Frau gehen, wenn sie mehr vom Leben will? Ganz nebenbei werden hier patriarchale Strukturen thematisiert und abstrakte Räume, die uns als feste Konstrukte nahegebracht werden, sinnentleert. Das gelingt sprachlich beeindruckend, verstörend logisch, philosophisch weitsichtig, von einer starken Protagonistin getragen. Danke an netgalleyde und wieder einmal an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar und ein Stück starke Literatur.

4

Intensiv

Die Probe ist eines jener Bücher, bei denen man auf keinen Fall zu viel vom Inhalt verraten darf. Ich gehe hier daher nur auf den ersten Teil des Textes ein. Eine erfolgreiche, schon etwas ältere Schauspielerin trifft sich zum Lunch mit einem jungen attraktiven Mann. Eine Konstellation, die von Außenstehenden leicht verurteilt werden könnte. Doch auch eingeweihte Personen staunen über das Treffen: Der junge Mann behauptet nämlich, er wäre der Sohn der Schauspielerin. Dies ist jedoch unmöglich, die Frau hat nie ein Kind geboren. Weiter möchte ich auf den Inhalt gar nicht eingehen, der Text soll für sich selbst sprechen. Katie Kitamura gelingt es erneut, in einem kurzen Text eine unglaublich intensive Atmosphäre aufzubauen. Sie zerlegt dabei offensichtliche Gedanken, spricht aber gleichzeitig Ungeahntes aus. Besonders der erste Teil von Die Probe ist dabei besonders beeindruckend. Für den zweiten Abschnitt bedarf es eines kurzen Innehaltens und sich Zurechtfindens, vermutlich werden einige Fragezeichen auftauchen. Zum Schluss löst sich alles auf, dennoch bleibt ein leicht verstörender Eindruck zurück.

2

Übertrieben gekünstelt

Sowohl sprachlich, als auch inhaltlich übertrieben hochgestochen und gekünstelt. Sehr verwirrend, irgendwo zwischen Wahrheit und Irrsinn. Es geht nicht klar hervor, was davon gespielt ist. Ein wenig in Richtung "Inception". Leider nicht überzeugend.

4

In "Die Probe" von Kathi Kitamura geht es um zwei Menschen, die sich zum Mittagessen in einem Restaurant treffen. Sie ist eine gefeierte Schauspielerin und er ein attraktiver und junger Mann. Was die Schauspielerin zur Anfang für einen Annäherungsversuch eines Fans hält, nimmt eine erstaunliche Wendung. Er behauptet ihr Sohn zu sein. Soweit der erste Teil des Buches. Im zweiten Teil des Buches ist er ihr Sohn. Auf der einen Seite ein sehr verwirrendes Buch. Auf der anderen Seite aber auch sehr interessant. Wann spielen wir eine Rolle, welche Rolle spielen wir? Auf welcher Bühne stehen wir?

2.5

Ein Buch für jemanden, der in der Theaterwelt tätig ist u./o. Mutter ist oder der den Schreibstil von Günter Grass mag.

Der Text kommt oft nicht richtig auf den Punkt und wirkt stellenweise sehr ausschweifend. Stilistisch erinnert das Buch an Günter Grass, was es literarisch interessant, aber auch anspruchsvoll macht. Auch mit dem Inhalt wurde ich nicht ganz warm.

3

Muss man ggf. Zweimal Lesen, um noch ein paar Details für sich rauszuholen. Bei der "Kürze" ja eh kein Thema. So gefesselt, wie es die Beschreibung versprochen hatte, hatte es mich persönlich nicht. Fand die Tiefe nicht aufs erste Mal Lesen zumindest, das letzte Viertel eher im Schnellesemodus, weil die Motivation gesunken ist.

3.5

Anspruchsvoller Text

Dieses Buch liest sich nicht einfach weg. Und das liegt in keiner Weise daran, dass es mir nicht gefallen hat, schlecht geschrieben war oder interessant ist. Nein, es ist unglaublich interessant, intensiv, atmosphärisch. Es ist sehr dicht erzählt, auf das nötige beschränkt. Und dabei brauchte ich ab und zu eine kleine Pause, um die Entwicklung der Geschichte und ihrer Charaktere sacken zu lassen. Denn ich hatte immer das Gefühl, dass ich mich nicht darauf verlassen kann zu wissen, wie es wohl weitergeht. Ich war mir nicht sicher, wessen Erzählung oder Realität der "Wahrheit" entspricht. Das hat mich unwahrscheinlich gereizt und am Lesen gehalten. Katie Kitamura hat ein toll formuliertes, intensives Buch geschrieben. Es hat mir große Freude bereitet, mich hier hineinzuarbeiten. Und das würde ich auch allen anderen Lesenden sagen: bleibt dabei, es lohnt sich.

3

Der erste Teil ist richtig gut, gespannt wartet man auf den zweiten, der mich nach anfänglichem Staunen mehr als enttäuscht hat.

3

Sonderbares Buch was mir aber aufgrund der schönen Sprache gut gefallen hat

Gestern Nacht habe ich das Buch „Die Probe“ von Katie Kitamura vor dem Schlafengehen ausgelesen und war zunächst etwas verdutzt. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Gelesene vielleicht nur geträumt hatte oder ob es tatsächlich das Ende der Geschichte war. Ich kann bestätigen: Es war ein sonderbares Ende. Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles verstanden habe, möchte aber einen Versuch wagen: Der erste Teil (von insgesamt zwei) wirkt zunächst relativ klar: Die Erzählerin ist Schauspielerin. Anfangs erscheint sie auf eine ganz natürliche Weise als gute Beobachterin. Jemand, der es gewohnt ist, Menschen zu analysieren und in Kategorien wie Motivation, Subtext und Wirkung zu denken. Gerade zu Beginn wirken ihre Beobachtungen scharf und überzeugend. In gewisser Hinsicht beschreibt sie eine stimmige Version der Realität um sich herum. In diesem Kontext trifft sie auf Xavier, der behauptet, ihr Sohn sein zu können. Die Beziehung zwischen den beiden wirkt dabei für mich ambivalent. Geprägt von einer unterschwelligen Intimität, aber auch von Distanz. Es bleibt unklar, ob er ein Fremder ist, ihr Sohn oder etwas dazwischen. Mit dem zweiten Teil beginnt dann ein leiser unf wachsender Zweifel. Ist sie wirklich eine zuverlässige Erzählerin? Oder bleibt sie in ihrer Wahrnehmung konsistent, während die Welt selbst instabil wird? In dieser Version scheint es naheliegend, dass Xavier tatsächlich ihr Sohn ist. Doch auch hier bleibt die Beziehung zwischen Mutter und Sohn uneindeutig. Die Erzählerin beginnt zunehmend daran zu zweifeln, ob ihre eigene Einordnung der Beziehung zu ihrem Sohn der Realität entspricht oder ob sie diese falsch einordnet. Bis zu diesem Punkt konnte ich der Entwicklung gut folgen. Dann jedoch kommt es zu einem deutlichen Bruch mit dem Auftreten von Hanna, der Freundin von Xavier. Die Dynamik kippt ins Unheimliche: Grenzen verschieben sich, Verhaltensweisen wirken plötzlich unangemessen und beinahe traumartig verzerrt. Für mich war das in gewisser Weise verstörend. Am Ende scheint keine der Figuren mehr genau zu wissen, welche Rolle sie eigentlich spielt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch trotz vieler offener Fragen gut gefallen hat. Gerade weil es auf so engem Raum eine erstaunlich dichte und vielschichtige Darstellung von Figuren, Setting und Beziehungen aufzeigt. Hinzu kommt ein Schreibstil, der zwar anspruchsvoll ist, aber zugleich sehr präzise und eindringlich wirkt.

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