„Lügen über meine Mutter” von Daniela Dröscher hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Familienkonstellation ist so lebendig und authentisch beschrieben, dass es mich auf eine echte „Memory Lane“ mitgenommen hat und gleichzeitig tief berührt war.
Als Kind der 70er und 80er habe ich vieles wiedererkannt. Die Mutter-Tochter-Beziehung hat mich besonders bewegt. Sie ist so ehrlich und vielschichtig erzählt, dass man sie einfach versteht.
Ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann. Sehr gut geschrieben, sehr empfehlenswert!
"Es braucht so vieles in der Welt. Entschlossenheit, Mut. Rebellion. Aber es braucht auch eine Million solcher Herzen. Die nicht versteinern, die wach und warm und offen bleiben, ganz gleich, welche Narben die Welt ihnen zufügt."
Es fällt sehr schwer, dieses Buch zu lesen, ich war die Hälfte der Zeit so unglaublich wütend. Letztlich zeigt es aber exakt die Zeiten, in denen die Protagonistin aufgewachsen ist und die Vorstellung von Familien und Rollenbildern, die in diesem Fall über das persönliche Wohlergehen gestellt wurden.
"In dem Kammerspiel mit Namen »Familie« wird das Kind nicht selten zum Blitzableiter der Kräfte, denen die Frau im Patriarchat unterworfen ist."
Das Buch spielt in den 80er Jahren in der BRD. Der Vater sieht in allem Scheitern das Gewicht seiner Frau als Ursache und terrorisiert sie über Jahre. Hier werden ganz krankhafte Strukturen innerhalb der Familie literarisch sehr gut umgesetzt. Der narzistische Vater, die giftige Schwiegermutter, die Ehefrau, die Zuviel mit sich machen lässt und eine Tochter, die zwischen den Stühlen sitzt. Die Geschichte ist aus Sicht der Tochter geschrieben. Ich habe etwas mit der Art und Weise der Tochter gehadert ihren Vater lange in Schutz zu nehmen. Für mich war der Typ nur ein krankes Arschloch. Ich habe mich zeitlich auch eher in die 60er Jahre zurück versetzt gefühlt. Ich bin ein Kind der 80er und 90er Jahre und kenne sowohl bei meinen Eltern als auch bei deren Freunden und Verwandten keine solche krankhaften Strukturen. Für mich passt das eher in die Generation meiner Großeltern . Das Ende fand ich dagegen richtig gelungen.
First things first: „Lügen über meine Mutter“ hat mich sehr oft unglaublich wütend beim Lesen gemacht!
Daniela Dröscher blickt mit diesem Roman auf ihre eigene Kindheit und auf das Aufwachsen in ihrer Familie zurück. Die Ehe zwischen ihren Eltern ist einfach unglaublich toxisch und vor allem die Kommentare des Vaters bezüglich des Körpergewichtes der Mutter haben mich des Öfteren an die Decke gehen lassen 🙈.
Angenehmer Schreibstil, große Leseempfehlung 📖 🫶🏼!
Bin auf dieses Buch gekommen durch eine Städtische Aktion (xxx liest ein Buch) und bin immernoch verwirrt warum man so ein Buch dafür ausgewählt hat.
Wo soll ich nur anfangen….ich mein, dass die Geschichte aus der Sicht eines Kindes geschrieben wurden, ok. Aber diese Zwischenstücke zwischen der Geschichte, wirklich verwirrend…
Wieder ein unsympathischer, ergoistischer Protagonist
Die Geschichte aus Sicht der Tochter über die Mutter war gut zu lesen, konnte mich aber nicht richtig abholen. Oft habe ich mir gewünscht, dass die Mutter mehr für sich einsteht und die verbalen Spitzen des Vaters unterbindet.
Selten hat mich ein Buch so dermaßen gepackt, so abgestoßen, so mitgenommen, so abgebildet. Es war so spannend ohne wirklich ein spannendes Buch zu sein. Mich hats komplett reingezogen. Ich war wütend und am Nicken zugleich. Am Mitfiebern und am Frustriertsein.
Danke für das Ende. Nichts anderes hätte ich der Geschichte abgekauft.
Ich wusste bei diesem Buch nicht zu 100% worauf ich mich einstellen sollte. Es ist ein autobiografischer Bericht von Daniela Dröscher über Fat Shaming, Isolation und Misogynie gegenüber ihrer Mutter innerhalb der eigenen Familie. Ich mochte sehr, dass die Autorin ihre Erlebnisse am Ende eines jeden Kapitels nochmal aus heutiger Sicht eingeordnet und hinterfragt hat. Insgesamt ist das Buch ein sehr sehr gutes Buch, das jedoch beim Lesen schmerzt, wütend macht und definitiv triggert. Das Ende habe ich geliebt.
Dieses Buch hat mich vor allem eins gemacht und das ist wütend. Ich denke so wird es jeder Person gegangen sein, bereits nach ein paar Seiten. Wut auf den Vater, die Schwiegermutter, die Nachbarin, das ganze Dorf und das Patriarchat. Wut darauf dass eine Frau viel zu spät den Entschluss gefasst hat diesen widerlichen Mann zu verlassen, ohne den sie viel früher ein besseres Leben hätte haben können. Die Sicht eines Kindes auf diese ganze Familiensituation ist schon furchtbar, man kann nur Erahnen welch furchtbare Wörter und Taten noch ausserhalb der Kinderohren und Augen passiert sind. Ich habe so oft gehofft die Mutter würde einfach ihre Koffer packen und abhauen, auch ohne ihr Kind. Im Endeffekt kann man nicht genau sagen warum sie in der Sitaution verharrt hat. Verantwortungsgefühl der Kinder gegenüber, Schuld, Scham, Unsicherheit auf ein ganz neues Leben? Ich weiss nicht ob ich das Buch empfehlen würde, es ist sehr gut und interessant geschrieben aber es hat nichts als Wut in mir hinterlassen. Es gibt keinen Lerneffekt da hier alles einfach nur den Bach runter geht und viel zu viele Leben durch eine Person zerstört wurden.
Die toxische Ehe der Eltern wird durch die Augen der Tochter beschrieben. Das Leben der Mutter ist ein einziger Kampf, sie wird permanent auf ihren Körper reduziert. Das Buch lässt mich teilweise sehr bedrückt und fassungslos zurück. Und doch zeigt es auf, was viele Frauen in Beziehungen und seitens Gesellschaft ertragen müssen und hält auch mir immer wieder den Spiegel vor. Ein sehr wichtiges Buch und klare Leseempfehlung, auch wenn es sehr schmerzhaft ist.
Schmerzhaft, berührend, aufrüttelnd. Teilweise ist die Grausamkeit der Protagonisten untereinander kaum auszuhalten. Das Schlimmste daran: den meisten Frauen werden die Mechanismen bekannt vorkommen, da entweder selbst erlebt oder miterlebt.
Eindringlich, emotional und sehr nah erzählt – ein Buch, das wütend macht und gleichzeitig berührt.
Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Besonders beeindruckt hat mich, dass die Geschichte aus der Perspektive eines Kindes erzählt wird. Man erlebt alles durch die Augen einer Tochter, die die Handlungen der Eltern noch nicht vollständig einordnen kann, aber spürt, dass etwas nicht stimmt.
Diese kindliche Sicht macht vieles noch intensiver: Der Wunsch, es beiden Eltern recht zu machen, sich nicht auf eine Seite zu stellen und einfach ein „gutes Kind“ zu sein, ist unglaublich nachvollziehbar und berührend. Gleichzeitig entsteht eine ständige Anspannung, weil man merkt, wie sehr das Kind versucht, Konflikte zu vermeiden und Harmonie herzustellen.
Das Verhalten des Vaters hat mich beim Lesen oft wütend gemacht, während mir die Mutter immer mehr leidtat. Besonders eindrücklich war für mich, wie wenig sie verstanden wurde und wie sehr sich alles gegen sie richtete.
Ein sehr starkes Buch über Familie, Wahrnehmung und die leisen Dynamiken, die einen tief prägen.
Ein Buch, das einen wirklich mit ganz viel Wut und Kopfschütteln zurücklässt.
Wie systematisch eine Frau wieder zum Sündenbock gemacht wird und trotzdem sie es ist, die die Familie zusammenhalten muss. Auch sie hat nicht alles richtig gemacht, aber in „Lügen über meine Mutter“ wird wieder gut beschrieben, wie Männer denken, dass sie sich alles nehmen können was sie wollen ohne Verantwortung zu übernehmen oder Konsequenzen zu tragen.
Während des Lesens hatte ich fast durchgehend ein Gefühl: Wut.
Das Buch „Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher hat in mir an so vielen Stellen wahnsinnige Wut ausgelöst.
Die Autorin beschreibt ihre Kindheit und ihr Aufwachsen inmitten der unglücklichen Ehe ihrer Eltern.
Diese Ehe ist stark geprägt von den Vorwürfen des Vaters gegenüber der Mutter – vor allem in Bezug auf ihr Körpergewicht. Kaum eine Gelegenheit wird ausgelassen, dieses beleidigend zu kommentieren.
Die unzähligen Versuche der Mutter, abzunehmen, werden nicht gewürdigt – im Gegenteil: Der Vater schämt sich sogar für seine eigene Frau.
Dabei hat die Mutter keine Minute für sich.
Sie kümmert sich um die Kinder, pflegt ihre eigene Mutter und schmeißt den kompletten Haushalt – allein.
Der Vater hingegen ist hauptsächlich mit seiner Arbeit und seinen eigenen Plänen beschäftigt.
Daniela Dröscher findet sehr treffende Worte für diese Jahre und schildert eindrücklich, wie sie ihre Eltern erlebt hat – und was all das auch mit ihr selbst gemacht hat.
Ich halte dieses Buch für unglaublich wichtig.
Es ist flüssig und fesselnd geschrieben.
Während des Lesens hatte ich fast durchgehend ein Gefühl: Wut.
An vielen Stellen war ich zudem einfach sprachlos.
Es ist kein leichtes Buch – und definitiv nichts für schwache Nerven. Teilweise kann es auch triggernd wirken.
Trotzdem ist es für mich eine absolute Leseempfehlung.
- gelesen über eine Leseflat -
- unbezahlte Rezension -
Ein beklemmendes Buch über eine nicht funktionierende Ehe aus Sicht der kleinen Tochter und zugleich eine Liebeserklärung an die Mutter, die in dieser Ehe gedemütigt wird, aber ihr großes Herz nie verliert. Empfehlenswert!
Für mich ein schwieriges Buch.
Die Autorin schreibt aus ihrer Sicht die Geschichte ihrer Eltern in den 80er Jahren in einem Dorf in der Pfalz. Die Last ihrer Mutter, das Funktionieren-Müssen, die Geltungssucht des Vaters, der Druck auf ihr selbst zwischen den Eltern zu stehen…
Ich habe einiges aus meiner Kindheit gesehen, zum Glück nicht diese schwierige Beziehung der eigenen Eltern.
Ein Buch über das ich sicher noch länger nachdenken werde…
Ein wirklich gelungenes Buch!
„Lügen über meine Mutter“ begleitet die Kindheit von Ela. Ihr Vater, der seinen Wunsch nach Anerkennung und Leistung vom Gewicht und der Schönheit seiner Frau abhängt macht und ihrer Mutter, die sich nur schwerlich für ihre eigenen Bedürfnisse und sich selbst stark machen kann. Über mehrere Jahre und begleitet von kurzen Einträgen aus der Gegenwart, erhalten wir einen Einblick in die komplizierte Welt von Ela, gefangen in der erdrückenden Beziehungsdynamik ihrer Eltern und wie sie kaum Kind sein darf.
Als Leserin ließ mich dieses Buch immer wieder innerlich schreien und meine Stirn runzeln. Die klare Message: lasst euch von niemandem sagen, wie ihr zu sein habt!
Wow, wie hat dieses Bich mich mitgerissen. Ich habe wirklich alles gefühlt auch wenn es oft ganz viel Wut war.
Ich habe mitgelitten, gefiebert, gehofft und geflucht.
Mir fehlen fast etwas die Wort und ich möchte wirklich, dass ihr alle das Buch lest oder hört.
Die bewegende Geschichte einer Mutter, deren Körper zum Schauplatz gesellschaftlicher Erwartungen wird, und einer Tochter, die dies miterlebt. Eine eindringliche Reflexion über Essstörungen und darüber, wie eng sie mit familiären Rollen, Machtverhältnissen und Dynamiken verwoben sind.
Vor ein paar Jahren bin ich noch achtlos am Biografie-Regal vorbeigegangen – nichts daran hat mich wirklich interessiert. Doch je mehr Romane ich lese, die reale Lebensgeschichten auf literarische und zugleich zugängliche Weise erzählen, desto größer wird meine Faszination für die Lebensrealitäten anderer Menschen.
"Lügen über meine Mutter" erzählt einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben der Mutter der Autorin: Sie ist eine Frau, die unter einem nörgelnden, kontrollierenden, hochproblematischen Ehemann, gesellschaftlichen misogynen Rollenerwartungen und tief verankertem Frauen- und Dickenhass leidet – und dennoch nie ganz ihren inneren Funken verliert. Sie kämpft für ihre Kinder, für sich selbst und für ein Gefühl von Gerechtigkeit. Dabei wird ihr Körper immer dicker, weil er auf paradoxe Weise Raum einnimmt, den sie sich anders nicht zugestehen darf, während Psyche und Gesundheit zunehmend unter einer feindlichen Umwelt leiden.
Die Geschichte der Mutter erleben wir größtenteils durch die Augen der Tochter im Alter von etwa sieben bis zehn Jahren. Man spürt die Armut der Familie, erkennt, dass auch finanzieller Aufstieg nicht automatisch Befreiung bedeutet, und versteht, was es mit einem Kind macht, das Leiden der eigenen Mutter mitanzusehen.
Besonders spannend fand ich die Darstellung des Vaters: präzise beobachtet, vielschichtig und in seiner Dynamik mit der Mutter äußerst eindrucksvoll.
Zwischen den Rückblicken, die den Großteil des Buches ausmachen, stehen kurze Reflexionskapitel der erwachsenen Autorin, deren Perspektive jedoch auch in den Kindheitspassagen immer wieder durchscheint.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es entwickelt einen starken Sog und liest sich äußerst flüssig. An manchen Stellen blitzt das große literarische Können der Autorin auf – davon hätte ich mir sogar noch mehr gewünscht.
Eine klare Empfehlung, mit dem Hinweis, dass die Themen Essstörungen und familiäre Gewalt für manche Leser*innen belastend sein können.
Eine Familiengeschichte in der rheinland-pfälzischen Provinz der 80er Jahre. Erzählt wird sie aus der kindlichen Perspektive der Ich-Erzählerin. Im Zentrum steht der psychologische Terror des Vaters, der das Gewicht der Mutter für alles verantwortlich macht – vor allem für seinen eigenen mangelnden sozialen Aufstieg.
Es ist eine schonungslose Analyse von toxischem Verhalten und kleinbürgerlicher Arroganz. Der Vater nutzt den Körper seiner Frau als Projektionsfläche für seine eigene Geltungssucht. Sein Verhalten hat mich immer wieder fassungslos und regelrecht wütend gemacht hat.
Mein Fazit: Ein toll geschriebenes Buch über Machtstrukturen in der Familie. Absolut lesenswert, auch wenn es wehtut.
Das Buch hat noch nicht mal was mit furchtbaren Kriegsschicksalen o. ä. zu tun, es geht um ein eigentlich ganz normales Frauendasein zur Zeit auch meiner Kindheit, und trotzdem denke ich dauernd: was muss das für ein schreckliches und im Grunde verschenktes Leben gewesen sein. Und ja, davon gabs bestimmt ganz ganz viele andere zu dieser Zeit.
So viele Kindheitserinnerungen liegen fein verstreut in diesem Buch!
Ignorante und sich selbst überschätzende und sich null reflektierende Männer sind einfach die Pest.
Alles in allem bedrückend und erschreckend realitätsnah. Und trotzdem (oder deswegen?) lesenswert.
Ein tolles gefühlvolles Buch, man kann sich dieses grindige A....... von Vater sehr gut vorstellen und möchte ihm am liebsten das Buch um die Ohren schleudern. Geht nicht, er ist ja drin. Wirklich toll beschrieben.
Man ist direkt mitten in der Geschichte einer dysfuntionalen Familie, bei der keiner so wirklich aus seiner Haut kann und jeder unglücklich ist.
Man ist mit und für Daniela wütend. Kein Buch hat mich bisher so wütend gemacht.
Über weite Strecken dieser Geschichte war ich einfach nur wütend. Wütend und ungläubig. Ein Mann, der das Gewicht seiner Frau für jede noch so kleine negative Begebenheit in seinem Leben verantwortlich macht. Die kleinen Sequenzen, in denen die Autorin mit ihrer Mutter über die Vergangenheit spricht, offenbaren mir fast schon zu wenig über die Gefühlswelt der Mutter. Ich hätte mir gewünscht, dass ihre Perspektive mehr Raum bekommt. Aber da die Autorin ihre Kindheit rekapituliert und nachzeichnet, was sie geprägt hat und wie ihre Wahrnehmung der Familie war, ist das auch wieder Jammern auf hohem Niveau. Die Geschichte ist beeindruckend und macht ungläubig. Sie ist mit so einer psychologischen Dichte erzählt, dass ich das Buch immer wieder auf die Seite legen musste um durchzuatmen und das Gefühl der Beklemmung loszuwerden. Ich wäre am liebsten in die Seiten gesprungen, um dem guten Herren mal gehörig die Meinung zu geigen. Wenn man selbst ein Thema mit seinem Gewicht oder Körper allgemein hat, ist es ratsam, sich mit jemandem während des Lesens auszutauschen und immer wieder inne zuhalten, um das gelesene zu rekapitulieren und mit Abstand zu betrachten.
Ein wichtiges Buch über die Vergangenheit und das Patriarchat.
Absolute Flashbacks (da ich in dieser Zeit geboren und aufgewachsen bin)
Und immer wieder die Frage..... Wie weit deckt es sich mit eigenen Erfahrungen, was hat sich geändert,was muss sich ändern
Lügen über meine Mutter ist ein trauriger und zugleich eindringlicher Roman. Er zeigt, wie lange und wie viel eine Frau aushalten musste, bevor sie spät den Mut fand, sich Hilfe zu suchen. Besonders erschütternd ist die beinahe zerstörerische Familiendynamik, in der Diskriminierung, Unterordnung und Schweigen zum Alltag gehören. Der Roman macht spürbar, welche seelischen Spuren dieses Ausharren hinterlässt, und bleibt dabei lange im Kopf.
Ich hab sehr gemischte Gefühle bei dem Buch. Vielleicht hab ich mir auch etwas anderes vorgestellt. Es liest sich für mich nicht ganz wie ein üblicher Roman, aber dennoch recht flüssig. Aufgrund mancher Rezensionen hatte ich auch geglaubt, ich könne dem Buch trotz der Thematik mehr positive Vibes aus den Achtzigern entnehmen. Dem war aber nicht so. Im Grunde lässt mich die Geschichte schon auch ein wenig fassungslos zurück. Natürlich zeigt es die Stärken einer Frau auf, gar keine Frage. Jedoch frage ich mich, wieso hat sie sich nicht schon viel eher aus dieser Ehe gelöst. Und so dümpelte die Geschichte für mich auch über alle Seiten hinweg so dahin. Das Ende war ohnehin absehbar.
Ich glaube, ich hätte mich auch ganz gerne mal in die Gefühlswelt und die Gedanken der Mama hineinversetzen wollen, was aber aufgrund der Perspektiv-Sicht des Kindes die ganze Zeit über nicht möglich war. Das ist allerdings auch die Tiefe, die mir persönlich gefehlt hat.
Daniela Dröscher beschreibt in diesem Roman, wie das Gewicht der Mutter das Leben der Familie dominiert. Immer wieder hackt der unsensible Vater auf dem Gewicht der Mutter herum, macht ihre Figur verantwortlich für alles, was in seinem Leben schiefläuft. Der Roman behandelt viele Themen wie z.B. die „Versklavung“ der Frau, die als kostenlose Care-Arbeiterin das Rad der Familie am Laufen hält. Überzeichnet & sehr gut umgesetzt. Lesenswert!
Gesellschaftliche EinflüsseIn "Lügen über meine Mutter" berichtet Daniela Dröscher über das Aufwachsen und ihre Kindheit in den 80ern und über ihre Familie. Vor allem über ihre Mutter, deren Übergewicht vor allem den Vater und damit auch Daniela selbst belastet. Immer wieder fordert Danielas Vater von seiner Frau neue Diäten, vergleicht sie mit anderen Frauen im Dorf und wertet sie ab. Der Roman enthält zwei Arten von Kapiteln. In den Rückblicken wird aus der Sicht einer kindlichen Daniela der Familienalltag und all seine Probleme geschildert. Nach jedem dieser Rückblicke folgt eine Reflektion der nun erwachsenen Autorin. Vor allem diese Reflektionen sind das, was das Buch ausmacht und enthalten starke Aussagen und gesellschaftliche Analysen. Ich fand es faszinierend zu sehen, wie man selbst während des Lesens in die Realität des kleinen Mädchens abrutscht, dass beginnt die Ansichten des Vaters über die eigene Frau zu übernehmen. Vor allem ließ mich der Roman oft ungläubig und fassungslos zurück. "Lügen über meine Mutter" ist ein wichtiges und aufklärendes Buch über die Gesellschaft der 1980er, wie Fremdwahrnehmung uns selbst beeinflusst und welche Auswirkung sie auf das Innere einer Familiendynamik haben kann.
(Hör-)Buch, das mir so manches Mal die Haare hat zu Berge stehen lassen!
Ela wächst mit einer kindlichen Selbstverständlichkeit in einer toxischen Familienbeziehung auf. Ihre Eltern zogen nach Elas Geburt zurück in das Heimatdorf ihres Vater, damit sie naturnah aufwachsen kann. Rückblickend bemerken Ela und ihre Mutter, dass da das "Problem" mit dem Gewicht begann. Elas Mutter lebt unter Bedingungen, die sie nicht glücklich machen, erhebt sich immer wieder gegen die Erniedrigungen ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter und Ela bekommt so viel mehr mit, als ihre Eltern glauben.
Das Themen Bodyshaming, "Fremden"feindlichkeit, Hidden Careship und Co. durchziehen das Buch und die Kindheit Elas.
Schnell wird klar, dass wir die Geschichte als Elas persönlichen Rückblick erleben, dem ihre Mutter beiwohnt.
Ich wollte die CD so häufig abbrechen, einfach weil ich mich so sehr über den Vater geärgert habe. "Doch eine einzelne Frau kann sich nicht um unendlich viele Menschen kümmern. Empathie und Sorge sind begrenzte Ressourcen. Ebensowenig kann eine einzelne Geschichte wie diese alle anderen Frauen retten."
Als Buch hätte ich es wahrscheinlich gar nicht durchgezogen und es abgebrochen. Im Nachhinein bin ich aber froh, die Geschichte zu Ende gehört zu haben und versöhnt und mit einem Schmunzeln auf die vergangenen Hörstunden zurückzublicken, die gespickt waren mit vielen tiefgründigen Zitaten.
"Weil Literatur einen Dinge verstehen lässt, die man vorher nicht verstanden hat"
Perspektive ich anfangs gewöhnungsbedürftig. Wir begleiten eine Tochter, die das Verhältnis zwischen ihren Eltern beschreibt.
Aber je weiter sich die Geschichte entfaltet, umso gefesselter ist man. Zumindest war ich es. Zwischen Schock, Fassungslosigkeit und umfassender Wut - alles war an Gefühlen dabei.
Ich habe bis zum Schluss mit der Mutter mitgefiebert.
Dieses Buch liest man nicht einfach, man fühlt es. Schmerzvoll, emotional und tief gehend konnte ich es nicht aus der Hand legen!
„Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher hat mich tief getroffen – und wird mich noch lange begleitet. Dieses Buch liest man nicht einfach, man fühlt es. Seite für Seite legt es offen, wie sehr Worte, Blicke und gesellschaftliche Normen ein Leben prägen können.
Mit einer unglaublichen Klarheit und zugleich großer Zartheit erzählt Dröscher von einer Mutter, die immer wieder klein gemacht wird, und von einem Kind, das diese Verletzungen sieht, spürt und mitträgt. Es geht um Körper, um Scham, um Macht – und um die stille Gewalt, die in alltäglichen Sätzen steckt.
Was dieses Buch so besonders macht, ist seine Ehrlichkeit. Es beschönigt nichts und klagt doch nicht laut an. Stattdessen entsteht ein Raum für Mitgefühl, für Wut, für Traurigkeit – und für ein tiefes Verständnis dafür, wie früh wir lernen, uns selbst infrage zu stellen.
„Lügen über meine Mutter“ ist schmerzhaft, aber notwendig. Ein Buch, das sensibilisiert, wach macht und lange nachhallt. Für mich ein eindringliches Erinnern daran, wie wichtig es ist, hinzusehen, zuzuhören – und nicht zu schweigen.
So viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. So viele Gefühle, die beim Lesen dieses Buches entstehen. Die Szenen sind intensiv und lassen ein total mitfühlen - toller Schreibstil!
Wahnsinn, wie diese kaputte Familie so lange bestehen kann. Einfach eine sehr bedrückende Geschichte.
Und wieder ein Buch, bei dem ich den Hype nicht verstehe
Mit ihrem Debüt um ihre Mutter hat Dröscher viel Aufmerksamkeit erhalten. Und so neugierig mich die Grundthematik auch machte, habe ich doch lange gezögert, bevor ich das Buch schließlich gelesen habe.
Naja, zumindest halb. Denn nach gut der Hälfte habe ich abgebrochen. Nicht weil es schlecht war. Sondern weil es einfach auch nicht richtig gut war.
Dröscher schreibt in relativ kurzen Szenen. Dabei ergänzt sie die belletristischen Passagen immer wieder durch eigene Reflexionen. (Das hat mal mehr und mal weniger gut zusammengepasst.)
Die Szenen sind gut ausgewählt und ebenso so sehr auf den Punkt wie lebendig geschrieben. Man merkt deutlich, dass Dröscher szenisches Schreiben studierte. Geschickt streut sie etwas Humor in an sich recht tragische Szenen.
Aber mich haben diese ständigen Unterbrechungen gestört. Ich kam schlicht nicht in einen Lesefluss. Und - sorry, not sorry - so richtig spannend, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht, fand ich es so auch nicht.
Das Buch erzählt aus der Sicht eines Kindes, wie eine patriarchalische Familie funktioniert, und wie sehr die Mutter darunter leidet. Sie macht alles, hält alles zusammen und bekommt dafür fast nichts zurück. Das ist beim Lesen gleichzeitig traurig und echt wütend machend
"So wie jeder Mensch drei Leben hat, ein öffentliches, ein privates und ein geheimes"
"So wie jeder Mensch drei Leben hat, ein öffentliches, ein privates und ein geheimes"
Manchmal ist Essen das Einzige, was bleibt; das Einzige, was Trost spendet. Essen kann eine Form von Liebe sein, ein Mittel, sich Kraft zu verschaffen. Wenn kaum etwas da ist, das einen noch durchatmen lässt, man bis zum Ende seiner Kräfte täglich funktioniert und es niemand sieht, dann ist wenigstens Essen da. Dabei ist Essen nur das einsame Symptom emotionaler Leere.
Spielend in den 80er Jahren, erzählt die kleine Ela von ihrer Kindheit, die sie mit ihrer Familie in einem Dorf im Hunsrück in Rheinland-Pfalz verbringt.
Immer wieder kritisiert der Vater die Mutter aufgrund ihres Gewichts und vermittelt ihr unaufhörlich, sie sei so nicht ausreichend. Er beginnt, sie psychisch derart zu missbrauchen, dass er sie zeitweise sogar kontrolliert. Seiner Überzeugung nach hängt sein gesamter Erfolg vom Aussehen seiner Frau ab.
Elas Mutter hingegen opfert sich komplett für ihre Kinder und ihre Eltern. Alles funktioniert nur, solange sie funktioniert, zu welchem Preis, ist schier unerträglich.
Selbst als Elas Mutter durch einen traurigen Zufall zu Geld kommt, lässt ihr Mann sich wohlwollend aushalten, ohne mit der Wimper zu zucken. Gleichzeitig hält er ihr immer wieder den Finger vor: Die Frau müsse doch an ihrer eigenen "Verrücktheit" und "Schizophrenie" arbeiten. Wer hier das größere Opfer seiner selbst ist, lässt einen immer wieder rätseln.
Es ist grausam, diese Ungerechtigkeit im patriarchalen Geschehen zu sehen,- damals und auch heute.
In den 80er Jahren bewegten wir uns auf die Skinny-Welle zu: Frauen in knappen Gymnastikbodys, ein Hauch von Nichts, immer in Topform. Das ist es, was die Gesellschaft schon damals sehen wollte. Wer dünn war, galt als diszipliniert, leistungsbereit, kontrolliert und sogar als wertvoll in der Öffentlichkeit.
Die erzählten Episoden in der Gegenwart finde ich sehr passend, interessant und augenöffnend.
Ich war teilweise so unfassbar geschockt und erkannte meine eigene Kindheit ein stückweit wieder. Das machte es mir zeitweise unerträglich und schmerzhaft.
Das Buch schockiert, erschüttert, lässt zweifeln und zugleich erstaunt es vor der Stärke einer Frau.
"Aber es braucht auch eine Million solcher Herzen. Die nicht versteinern, die wach und warm und offen bleiben, ganz gleich, welche Narben die Welt ihnen zufügt."
Väterliches Patriarchat trifft auf unterdrückte Mutter mit Übergewicht
Im autobiographischen Roman über ihre Kindheit beschreibt die Autorin ein Leben in den 80ern in Westdeutschland mit einem patriarchalischen Vater und einer Mutter, die nie genug ist. Die nie reicht. Die nie dünn genug ist.
In den Augen des Vaters ist das Fett der Mutter an allen Verlusten und Schwierigkeiten im Leben der Familie schuld. Er kann sich nicht mit ihr bei der Weihnachtsfeier des Arbeitgebers präsentieren und wird nicht befördert. Wer ist Schuld? Die dicke Mutter natürlich.
Mir hat es beim Lesen die Fäuste ballen lassen. Mein Feminismusherz hat geblutet. Wie kann sich eine Frau nur so unterdrücken und drangsalieren lassen?!
Im Roman versucht die Mutter sich zwar immer mal zur Wehr zu setzen, aber eher halbherzig und es klappt oft nicht. Auch Konsequenzen zieht sie nicht. Das hat mich einfach das ganze Buch über kopfschüttelnd zurück gelassen.
Das Buch hat mich auf ganzer Linie berührt. Positiv wie negativ.
Beim Lesen von „Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher war ich gefangen zwischen den Emotionen der Neugier wie es weitergeht, Ekel und Wut vor dem Ehemann/Vater und Trauer, dass eine weitere Frau an ihrem Mann und der patriarchalen Gesellschaft kaputtgeht. Am Ende des Buches wird inszeniert, dass die Mutter schlussendlich doch noch als Gewinnerin rausgeht, weil sie ihre Autonomie ein stückweit wahren konnte. Ich kann von mir nicht behaupten, dass ich dieses Bild teile. Statt sich von ihrem toxischen Ehemann zu trennen, bleibt sie in der Ehe, lässt sich tagtäglich aufgrund ihres Gewichtes runtermachen und lässt zu, dass er ihre Bindung zu ihren eigenen Eltern zunichte macht. Nicht nur kommt sie neben ihrer Lohnarbeit für alle Hausarbeiten, Mahlzeiten und Kinderbetreuung im Haus auf - nein, sie erfüllt ihm auch noch alle finanziellen Träume, als sie das Erbe ihres verstorbenen Vaters erhält. Eine tragische Biografie, die mit Sicherheit exemplarisch ist für die Zeit, in der es spielt (aber auch für die Gegenwart).
Das Buch Lügen über meine Mutter ist leicht zu lesen und sprachlich gut zugänglich. Der Schreibstil sorgt dafür, dass man schnell in die Handlung hineinkommt und das Geschehen gut nachvollziehen kann.
Beim Lesen habe ich mich allerdings immer wieder über das Verhalten einiger Personen geärgert – was zeigt, wie emotional das Thema und die geschilderten Situationen sind. Da es sich um eine biografische Geschichte handelt, fällt es schwer, die handelnden Personen oder ihre Entscheidungen zu bewerten. Insgesamt ist das Buch interessant und regt zum Nachdenken über familiäre Beziehungen und die Wirkung von Lügen an.
Die Geschichte hat mich an sooooo vielen Punkten sehr wütend gemacht. Ich war so abgefuckt vom Vater!
Eine spannende Erzählungen aus der Kindheitsperspektive von Ela, der älteren Töchter des Ehepaars.
Mehr dann später :D
Ich war hin- und hergerissen beim Lesen dieses Buches. Einerseits beeindruckte mich die Stärke der Kinder, wie sich diese in schwierigen, familiären Verhältnissen behaupteten. Andererseits lässt einen das Verhalten nahezu aller erwachsenen Protagonisten ratlos zurück. Manches kam mir bekannt vor. Der Hunsrück war eben überall.
"Lügen über meine Mutter" ist ein autobiografischer Roman über die Kindheit der Autorin und wie sie die Ehe ihrer Eltern zu Beginn der 80er erlebt hat.
Der Vater, ein Patriarch, wie er im Buche steht, der das Aussehen und vor allem Übergewicht seiner Frau für sein Unglück verantwortlich macht. Der in der Familie den "großen Macker" markiert, aber im Außen nichts auf die Reihe bekommt. Die Mutter, die ihre eigenen Karriereträume und sich selbst zugunsten der Familie aufgibt. Die bis über ihre Grenzen hinaus die Care Arbeit leistet und den Ansprüchen ihres Mannes und auch der Schwiegermutter nicht gerecht werden kann.
Dieses Buch hat mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen, wobei es eher negative Gefühle waren. Es hat mich traurig gemacht, ich hatte teilweise ein beklemmendes Gefühl und ich war oft so wütend, vor allem natürlich auf den Vater. Das ganze Buch über fragt man sich, warum ist sie nicht einfach gegangen?
Auch wenn das Buch so viele teils sehr negative Gefühle auslöst, ist es immer mit einer gewissen Distanz geschrieben. Man bleibt bis zum Ende nur "Zaungast" was die Gefühlswelt der Charakter anbelangt. Die offenen Fragen werden nicht beantwortet.
Und trotzdem ist das Buch so bewegend, dass es mich noch lange in meinen Gedanken begleiten wird.
Von mir eine klare Leseempfehlung.
Wie viele Frauen wird es wohl geben, die so etwas durchmachen müssen? Die ständig klein gehalten, runter reduziert und wegen ihrer nicht perfekten Figur fertig gemacht werden?
Das ist leider Alltag und trotzdem so so wichtig es anzusprechen und darauf aufmerksam zu machen.
Stellenweise war es ein bisschen langatmig, aber das Ende hat es wieder gut gemacht! Auch die kleinen Exkursionen gefallen mir gut.
So traurig, dass die Autorin dies selbst so miterleben musste.
Ein lesenswertes Buch.