Mein erstes aber definitiv nicht letztes Werk von Yoshimoto
Der Grund, warum ich Yoshimoto lesen wollte, war, dass ich nach Autoren gesucht habe, die im selben Genre schreiben wie Murakami. In dem Buch Lebensgeister kann ich allerdings kaum eine Brücke zu Murakami schlagen – eigentlich gar nicht. Für mich persönlich ist Murakami in seinem Fach der GOAT. Yoshimoto hat jedoch eine ganz eigene Art zu erzählen. Selbst die Passagen mit den Geistern fand ich nicht besonders magisch beschrieben, sondern eher nüchtern und beinahe rational. Das Buch handelt letztendlich davon, dass die Hauptprotagonistin ihren Freund verliert. Sie geraten in einen Autounfall, und der erste Satz des Buches lautet: „Als ich die Eisenstange bemerkte, die in meinem Bauch steckte, dachte ich: Verdammt, das sieht nicht gut aus. Ich werde sterben.“ Diesen Einstieg finde ich geradezu brillant. Wie kann man davon nicht gefesselt sein? Wie könnte das keine Neugier wecken, weiterlesen zu wollen? Das Buch ist in seiner Tragik zugleich sehr aufbauend, denn es zeigt nicht nur Leid, sondern auch Heilung. Es beschreibt den Weg der Hauptprotagonistin und wie ein Mensch damit umgeht, einen geliebten Menschen zu verlieren. Auf dieser Reise trifft sie immer wieder auf andere, die ebenfalls Verluste erlebt haben. Besonders schön finde ich die Idee, dass die Hinterbliebenen nicht die Geister ihrer eigenen Verstorbenen sehen können, sondern die von anderen. Diese erscheinen ihnen und sagen ihnen, dass sie gut aussehen – wodurch sie Trost erfahren und den Tod besser verarbeiten können. Auf knapp über 150 Seiten wird hier eine so schöne Geschichte erzählt, dass ich mich darauf freue, ein weiteres Werk von ihr zu lesen.







