Wir kommen zurecht
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Description
Book Information
Author Description
Annika Büsing, geboren 1981, wurde für ihren ersten Roman Nordstadt (2022) mit dem Mara-Cassens-Preis, dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. Nominiert war sie für den Bayerischen Buchpreis, den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals sowie den Bloggerpreis Das Debüt. 2023 erschien ihr zweiter Roman Koller, nominiert für den Evangelischen Buchpreis und den Preis Das zweite Buch der Christian & Ursula Voß Stiftung. Beide Romane von Annika Büsing wurden für die Bühne adaptiert. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Bochum, wo sie an einem Gymnasium unterrichtet. Sie hat evangelische Theologie und Germanistik an der TU Dortmund studiert und einige Zeit auf Island und in Hamburg verbracht.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
"Auf dem Weg hatte er seine Kopfhörer auf und tauchte ab in eine Welt, in der die Dinge an ihrem Platz waren: Das Herz in der Brust, die Gedanken im Kopf und die Erinnerungen ganz oben im Regal." "Ist es falsch, wenn man versucht, etwas richtig zu machen?" "Ne" sagte Lemmy, "aber es ist auch nicht richtig, wenn man immer versucht, nichts falsch zu machen." Die Geschichte von Philipp, der kurz vor dem Abitur steht und versucht mit sich und der Welt zurecht zu kommen. Eine komplizierte Welt für ihn, seine Eltern sind schon seit langer Zeit geschieden. Sein Vater, bei dem Philipp lebt, ist ein erfolgreicher Chirurg und hat wenig Zeit, Geduld und Verständnis für seinen Sohn und seine psychisch kranke Mutter taucht immer wieder mal auf und stellt seine Ordnung komplett auf den Kopf. Er erträgt solche Ereignisse und versucht möglichst wenig aufzufallen, Halt und Verständnis findet er nur bei seinem besten Freund Lorenz. "Wie durch ein Vergrößerungsglas blickt Annika Büsing darauf, was Familie sein kann. Die, in die man hineingeboren würde und die, die man sich wählt." (Klappentext) Annika Büsing ist wieder ein fesselnder Roman gelungen, in dem die Charaktere sehr fein und trotzdem stark gezeichnet sind. Gewohnt feinfühlig, empathisch und berührend geschrieben hat mich auch dieser Roman wieder begeistert. Deswegen gibt's von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐
Wer gut beobachtet, kann sehr gute Romane schreiben!
Ich mag die Bücher von Frau Büsing. Man kann, ohne den Klappentext zu lesen, zugreifen. Eine fein erzählte Coming of age Erzählung. Wie wächst man in einer gut situierten Familie auf, in der die Mutter psychisch erkrankt ist und aus diesem Grund nicht mehr da sein kann, aber doch irgendwie ständig für Planänderungen sorgt. Schafft derTeenager sein Abitur oder versumpft er im Drogenkonsum? Wie gut ist Omas Hausmannskost, wie wertvoll ist die Familie des besten Freundes und was kann der Vater leisten, der die Mutter immer noch irgendwie liebt, sich eigentlich ein neues Familienleben aufbauen will, aber Verantwortung übernimmt. Ganz fein erzählt!!!
Heute ist das neue Buch von Annika Büsing rausgekommen und ich war voller Vorfreude, denn schon "Nordstadt" und ganz besonders "Koller" haben mir richtig gut gefallen. Was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil! Wieder hat die Autorin ein unglaublich feinfühliges Buch geschrieben. In dem neuen Roman geht es um den 17-jährigen Philipp, der kurz vor seinem Abitur steht. Die Lebensgemeinschaft besteht aus dem Vater, einem angesehenen Chirurg mit wenig Zeit und Stella, der Freundin des Vaters. "Seine Mutter war ein Geist. Und Geister rufst du, oder sie suchen dich heim, aber am Ende bist du immer über Gebühr damit beschäftigt, sie wieder loszuwerden." Und wie ein Geist taucht auch die Mutter plötzlich wieder auf und stellt das Leben der kleinen Gemeinschaft völlig auf den Kopf. Besonders Philipp tut sich schwer mit dem Wiedererscheinen seiner Mutter, denn diese ist psychisch erkrankt und hat ihrem Kind dadurch schon immer vieles abverlangt. "Er war wütend auf sie, weil nichts jemals nicht kompliziert gewesen war." Annika Büsing merkt man an, daß sie Lehrerin ist, denn vieles in diesem Roman spielt im Kontext von Schule statt. So unglaublich feinfühlig und manchmal auch schmerzhaft, trifft sie genau den Kern eines Menschen. Ich mochte Philipp so gerne, diesen stillen, nachdenklichen, kiffenden Jungen mit seinem guten Freund Lorenz. Dieser Junge, der gefallen will und trotzdem er selbst bleibt. Und immer treffen wir in den Büchern der Autorin auf Menschen, die eher am Rande der Gesellschaft stehen, wie hier den Friedhofsgärtner, und gibt ihnen eine Stimme und ein Gesicht! "Du kannst dich nicht ducken, wenn du nicht weißt, wann der nächste Schlag kommt." Ich wünsche allen einen Lorenz an ihrer Seite und das sich Kinder und Jugendliche, eigentlich niemand, ducken muss! Sehr, sehr große Leseempfehlung für dieses feinsinnige Portrait eines jungen Menschen auf der Suche nach seinem Weg im Leben.
Auch das dritte Buch von Annika Büsing habe ich sehr gerne gelesen. Es hat gar nicht die große Story, sondern eher einen Ausschnitt aus dem Leben von Philipp, seiner Familie und anderen Menschen, die für ihn wichtig sind. Dabei geht es ungefähr um die Zeit, in der Philipp 18 wird und Abitur macht. Man kann das Buch aber auch gut lesen, wenn man ein paar Jahre älter ist (die Autorin ist Jahrgang 1981). Sehr gut hat mir gefallen, wie vielschichtig die einzelnen Menschen erzählt werden. Nacheinander kommen im Laufe des Buches alle Personen mal in den Fokus und man erfährt näheres über ihre Gedanken und Beziehungen zueinander. Thematisch geht es neben dem Erwachsenwerden auch um die Beziehung zu den Eltern, Freundschaften, Liebesbeziehungen und zentral um die psychische Erkrankung von Philipps Mutter.
Philipps Geschichte über das Erwachsen werden mit einer bipolaren Mutter, die jeder Zeit in einer manischen Phase in Erscheinung treten knnn. Einem Vater, dem es schwer fällt zu kommunizieren. Unsichtbar werden kann da schon nal eine Lösung sein. Anika Büsing hat über ein sensibeles Thema, sehr feinfühlig mit einer guten Prise Humor geschrieben.
WIR KOMMEN ZURECHT Annika Büsing Philipp steht kurz vor dem Abitur. Er ist still, angepasst – einer, der früh gelernt hat, sich zusammenzureißen. Zuhause läuft alles gut. Zumindest glaubt er das. Und sagt es jedem, der es hören will. Sein Vater, Chirurg von Beruf, ist eher wortkarg und selten da. Gefühle zeigt er keine – aber er kocht hervorragend. Die neue Partnerin seines Vaters ist okay. Zu jung, um als Ersatzmutter durchzugehen, aber sie macht keinen Stress. Und vor allem: Keine Bauchschmerzen. Die hatte er früher regelmäßig mit seiner Mutter Astrid. Astrid, die immer wieder in ihren Kaninchenlöchern verschwand. Dann plötzlich wieder auftauchte, für Spaß sorgte, wilde Dinge tat – bis sie sich erneut zurückzog. Bis sie irgendwann, nach einem Sizilienurlaub, ganz verschwand. Man kann wohl sagen, dass Astrid ihn geprägt hat. Vielleicht nicht so, wie es eine verlässliche, liebevolle Mutter getan hätte – aber er kommt zurecht. Annika Büsings neuer Roman erzählt von einem Jugendlichen, dessen Mutter psychisch erkrankt ist. Und davon, wie man weiterlebt – mit Unsicherheit, mit Lücken, mit leisen Schmerzen. An Philipps Seite: sein bester Freund Lorenz, dessen Mutter – und ein paar Joints, die sie auf dem Friedhof rauchen. Mir hat der Einblick in Philipps Leben sehr gefallen. Ein sympathischer, glaubwürdiger Protagonist, der einem nah kommt, ohne sich aufzudrängen. Büsings Sprache ist wie gewohnt klar, ruhig und eindringlich. Ein stiller, unaufgeregter Roman, den ich gerne gelesen und gehört habe. Die Stimme von Shenja Lacher passt wunderbar – ruhig, warm, genau richtig für diesen Text. Ich empfehle euch dieses Buch bzw. Hörbuch gerne weiter. 4/5

Philipps Weg in die Erwachsenenwelt
Annika Büsing beschreibt in ihrem Roman Wir kommen zurecht die letzten Monate vor Philipps Abitur. Der junge Mann hat eine aufwühlende Kindheit mit einer manisch-depressiven Mutter und einemVater, der ab dem 8. Lebensjahr alleinerziehend ist und es nicht schafft, Philipp emotional aufzufangen, erlebt. Die Sprache ist teilweise anstrengend, dafür ist die emotionale Tiefe und die Charakterdarstellung sehr gelungen. Wer sich für psychologisch tiefgründige Romane interessiert, dem kann ich den Roman empfehlen.
Durch die Lesung der Autorin bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Die Charaktere wurden so liebevoll von ihr beschrieben und das hat mich neugierig gemacht. Die Dynamik zwischen Vater und Sohn und der meist abwesenden Mutter ist sehr interessant. Die Liebe zum Detail lässt die Figuren sehr authentisch wirken und agieren. Auch wenn ich nicht alles nachvollziehen konnte, waren sie in sich konsistent. Eine schöne und auch traurige coming of age Geschichte.
Mir hat das Buch gut gefallen. Phillips Gedankensprünge waren mir ab und zu zu schnell und vom Ende des Buches hatte ich mir ein wenig mehr erwartet. „Manche Dinge muss man aus der Ferne betrachten, um sie ganz zu erkennen.“ Ich mochte Philipp gleich zu Beginn, konnte mich gut in seine Welt hineinversetzen, gegen Schluss plätscherte die Geschichte für mein Gefühl aber ein wenig dahin.

„Wir kommen zurecht“ von Annika Büsing Verlag: Steidl Ein Roman, der leise beginnt, aber mit voller Wucht nachhallt. „Unter Gottes weitem Himmel einfach verloren.“ (Pos. 1113/2) Philipp ist ein 17jähriger Abiturient, der bei seinem Vater und dessen Freundin wohnt. Seine Mutter ist psychisch krank, und sein Vater, ein angesehener Chirurg kommt mit der Tatsache nicht klar. Er versucht zwar immer wieder halbwegs seiner Ex-Frau zu helfen, sofern sie sich bei ihnen meldet, für Philipp hingegen ist es ein sehr emotionaler und schwieriger Weg, mit seiner unberechenbaren Mutter zu kommunizieren . Er musste viel zu früh lernen stark zu sein und nun versucht der junge Mann zwischen Unsichtbarkeit und Eigenständigkeit seinen Weg zu finden. Feinfühlig und mit klarer, ruhiger Sprache schreibt Annika Büsing über ein schweres Thema. Eine Familie und eine Kindheit im Schatten einer psychisch erkrankten Mutter. Ein Vater, der Gefühle schlecht zeigen kann und ein junger Mann, der versucht, irgendwie seinen eigenen Weg zu gehen. Die Geschichte zeigt auf, was Philipp stärkt und was gerade wichtig ist, in seinem Leben. Er beginnt eine lockere Beziehung mit Mascha, einer jungen Frau, die selbstbewusst, widersprüchlich und etwas älter ist als Philipp und ihre eigenen Ziele verfolgt. Selten lässt sie sich mit ihm in der Öffentlichkeit sehen und doch merkt auch Mascha, dass Philipp manchmal „durchsichtig“ wirkt. Anziehend fand er vor allem, dass sie ihn nicht brauchte. Ein fester Halt ist auch Lorenz, sein bester Freund. Obwohl Philipp nicht über seine tief verborgenen Erinnerungen an Episoden mit seiner Mutter spricht, ist sein Freund immer für ihn da. Lorenz bedrängt ihn nicht, er nimmt Philipp, wie er ist. Die Autorin zeigt auf, dass es verschiedene Wege gibt, ein Zuhause zu finden. Nicht nur die klassische Familie, sondern auch die Beziehungen, die man selbst knüpft. Die Geschichte zeigt uns, dass man trotz Verlusten und Widrigkeiten im Leben täglich neue Wege einschlagen kann. Die Protagonisten sind authentisch und nahbar, als Leser:in konnte ich mich gut in die Emotionen einfühlen. Philipps Sehnsucht nach einer intakten Familie ist spürbar und man fühlt seine Einsamkeit. Seine Mutter Astrid ist ein Freigeist, in manischen Phasen möchte sie in Kommunen leben und Philipp mitnehmen, damit er barfuß laufend in der Natur aufwachsen kann. Lothar, Philipps bodenständiger, erfolgreicher Vater konnte dies auf keinen Fall zulassen und der Streit innerhalb der Familie um das kleine Kind begann. Nie waren Familienangelegenheiten in ihrer Familie einfach gewesen. Alles wurde durch seine Mutter kompliziert. Annika Büsings Roman ist herzerwärmend, zart und voller Hoffnung. Der Schreibstil ist klar, strukturiert und fesselnd. Ihre Art, das Thema psychische Erkrankung innerhalb der Familie und Familie im Generellen zu beschreiben ist absolut gelungen. Man wird in eine Familie hineingeboren und doch gibt es Möglichkeiten eine „eigene“ Familie mit Herzensmenschen zu gründen. Ein stiller, eindringlicher Roman, den ich gerne empfehle.

Ein sehr spezieller Coming-of-Age Roman, der mich an einigen Stellen hat schmunzeln lassen. Man merkt, dass die Autorin Lehrerin ist - und fun fact: sie war auch mal meine Lehrerin. In dem Buch kommt auch eine Merle vor, mit der ich ein paar Gemeinsamkeiten habe - was ziemlich sicher aber nur Zufall ist. Trotzdem motiviert mich der Satz "Merle war eine Macht. Alle hatten Respekt vor ihr." 😄 Naja, ansonsten beschreibt das Buch die Struggle von Philipp, der in der Oberstufe ist, seinen Freunden, seinen getrennten Eltern - und besonders prägend: seine psychisch kranke Mutter. Ich liebe die Art von Annika Büsing, Geschichten zu erzählen, aber plot-mäßig hat mich dieses Buch eher verwirrt und fast unbefriedigt zurückgelassen.
Ein tolles Buch über die letzten Monate des erwachsen Werdens, bzw. über den Point of no Return in Richtung Kindheit.
»Ist es falsch, wenn man versucht, etwas richtig zu machen?« »Ne«, sagte Lemmy, »aber es ist auch nicht richtig, wenn man immer versucht, nichts falsch zu machen.« (Pos. 3089) Ein Teenager an der Schwelle zum Erwachsensein, seine familiäre Situation scheint nach außen komplett super. Sein Vater, Chefarzt, geschieden, liiert mit der viel jüngeren Stella, tolles Haus, Haushälterin - alles vom Feinsten. Und doch ist hier rein gar nichts in Ordnung. Die Mutter, manisch, unberechenbar, taucht und tauchte in Philipps Leben immer wieder unverhofft auf und wieder ab. Stürzt dabei alle ins Chaos. Ein tolles Buch über die letzten Monate des erwachsen Werdens, bzw. über den Point of no Return in Richtung Kindheit.
Werbung|Rezensionsexemplar
Wer ist in der Buchhandlung schon an diesem schönen Schätzchen vorbeigelaufen? Ich auf jeden Fall. Alleine aufgrund der Optik ist es auf meine Wunschliste gewandert. Das sind sowas von meine Farben und dann diese Kombi? Mit Karnickel drauf? #perfection 🐇 Da aber Aussehen natürlich oftmals nicht alles ist, hat mich auch der Klappentext angesprochen. Wir lesen eine Geschichte über den Teenager Philipp. Er ist 17 und steckt irgendwo zwischen seinen geschiedenen Eltern, der Vater Chirurg und alleinerziehend, die Mutter mit psychischen Problemen, die den Vater noch immer auf Trab hält, seinem Abitur, der neuen Beziehung seines Vaters, eines Freundes der nicht weiß, ob er auf Frauen oder Männer steht und diverser Mädels, die genau so wenig wie Philipp wissen was sie möchten, fest. So. Das war jetzt mal ein langer Satz. Philipp weiß selbst, dass er recht privilegiert ist. An Geld mangelt es der Familie nicht. Dafür hält, wie gesagt, seine Mutter die Familie genug auf Trab. Ich werde gar nicht viel Spoilern, aber von spontanen Ausflügen nach der Kita nach Arnheim, bis hin zu einem viel zu spontanen Geburtstagsgeschenk, welches hechelt und sabbert ist da alles dabei. Sein Vater wirkte auf mich emotional für Philipp nicht ganz anwesend. Und so soll man dann versuchen irgendwie erwachsen zu werden? In einem nicht sehr unstabilen Umfeld? That was a ride, kann ich auf jeden Fall sagen. Ich hab das Buch wirklich sehr sehr gerne gelesen. Nur die wie die Kapitel gestaltet worden sind hat mir, wie auch schon bei Sunburn, nicht gefallen. Sie waren viel zu lang. Zwar irgendwie in Teilabschnitte unterteilt, mit Möglichkeiten Pause zu machen, aber innerlich bin ich trotzdem immer so getriggert das Kapitel "richtig" zu beenden. Ansonsten kamen Philipps Gefühle gut rüber. Es wirkte auf mich wirklich wie so ein nüchterner, Jugendlicher, der versucht das beste aus seiner Situation zu machen und nicht abzurutschen. Positive Situationen waren hier eher selten beschrieben. Daher schon eine etwas gedrückte Stimmung beim Lesen 🫠 Von mir aber eine klare Leseempfehlung! Und damit reicht es jetzt auch 😂

Ein kurzweiliges Hörbuch - doch was ist die Handlung?
Annika Büsings „Wir kommen zurecht“ habe ich in einem Rutsch an einem Wochenende gehört. Einfühlsam erzählt die Autorin das Familienleben mit einer psychisch kranken Mutter mit Blick auf den heranwachsenden Sohn Philipp. Ein offenes Ende, was genau die Handlung nun war, hat sich mir nicht erschlossen. Auch habe ich nicht alle Personen des Romans richtig zuordnen können. Was ist mit den beschriebenen „Geschwistern“ Philipps, Ducati und das Mädchen mit dem Skateboard? Hab es gern gehört, aber hätte mir sehr ein schlüssigeres Ende gewünscht.

Sehr schöner coming-of-age Roman - für Jugendliche und Erwachsene!
Der Roman erzählt vom fast 18-jährigen Philipp, der kurz vor dem Abitur steht und mit seinem Vater, einem erfolgreichen Chirurgen und dessen jüngerer Freundin zusammen lebt. Philipps Mutter ist psychisch krank, vom Vater geschieden und im Familienleben zwar kaum greifbar, aber dennoch präsent. Das Buch thematisiert sehr gut, wie psychische Erkrankungen eines Angehörigen die ganze Familie belasten und dass man auch nach einer Scheidung Verantwortung füreinander trägt. Die Erkrankung der Mutter stand für mich aber nicht im Mittelpunkt und war nicht raumgreifend. Vielmehr steht das Erwachsenwerden von Philipp im Fokus, der neben den Themen, die Heranwachsende in diesem Alter beschäftigen, noch mit der Erkrankung der Mutter, der Stiefmutter und den Ansprüchen des Vaters konfrontiert ist. Dies alles erzählt Annika Büsing sprachlich so schön, zart und humorvoll, das es eine Freude ist. Sie veranschaulicht sowohl die Sicht der Eltern, als auch die des Heranwachsenden. Der Erzählstil ist sehr intensiv, so dass man das Gefühl hat, dabei zu sein. Besonders schön wird auch die Freundschaft zwischen Philipp und seinem besten Freund beschrieben. Auch wenn der Roman ernste Themen zum Gegenstand hat, verliert er doch nie seine Leichtigkeit und hinterlässt die Lesenden am Ende versöhnt. Eine klare Leseempfehlung!
Das Buch handelt von Philipp, dem es immer wichtig war, dass es allen um ihn herum gut geht. Und der plötzlich eine Unversöhnlichkeit empfindet, die nicht länger zulässt, alles hinzunehmen. Ein Buch über einen 18-jährigen, der das Empfinden hat, das Ende seiner Kindheit sei irgendwie über Nacht gekommen. Ich mag die Sprache von Annika Büsing, aber das Buch zieht sich etwas in die Länge.
Über Freundschaft, Familie und die Belastung einer psychischen Erkrankung
Annika Büsing hat einen besonderen Schreibstil, den ich sehr mochte. Anfangs habe ich etwas den Überblick über die ganzen Personen verloren - bis ich mich in die Geschichte reingefunden hatte. Sie baut sich sehr langsam auf, nimmt etwas an Fahrt auf aber bleibt eher gemächlich. Man bekommt immer mehr Informationen und fühlt sich zunehmend zur Freundschaft und Familie zugehörend, genau wie auch betroffen von den psychischen Problemen. Für mich hätte noch mehr Fahrt aufgenommen werden können und mehr Raum für die psychische Erkrankung geschaffen werden, das ist aber bloß ein geschmacklicher Punkt. Ansonsten ein sehr besonderes, schönes Buch!
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Annika Büsing, geboren 1981, wurde für ihren ersten Roman Nordstadt (2022) mit dem Mara-Cassens-Preis, dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. Nominiert war sie für den Bayerischen Buchpreis, den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals sowie den Bloggerpreis Das Debüt. 2023 erschien ihr zweiter Roman Koller, nominiert für den Evangelischen Buchpreis und den Preis Das zweite Buch der Christian & Ursula Voß Stiftung. Beide Romane von Annika Büsing wurden für die Bühne adaptiert. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Bochum, wo sie an einem Gymnasium unterrichtet. Sie hat evangelische Theologie und Germanistik an der TU Dortmund studiert und einige Zeit auf Island und in Hamburg verbracht.
Posts
"Auf dem Weg hatte er seine Kopfhörer auf und tauchte ab in eine Welt, in der die Dinge an ihrem Platz waren: Das Herz in der Brust, die Gedanken im Kopf und die Erinnerungen ganz oben im Regal." "Ist es falsch, wenn man versucht, etwas richtig zu machen?" "Ne" sagte Lemmy, "aber es ist auch nicht richtig, wenn man immer versucht, nichts falsch zu machen." Die Geschichte von Philipp, der kurz vor dem Abitur steht und versucht mit sich und der Welt zurecht zu kommen. Eine komplizierte Welt für ihn, seine Eltern sind schon seit langer Zeit geschieden. Sein Vater, bei dem Philipp lebt, ist ein erfolgreicher Chirurg und hat wenig Zeit, Geduld und Verständnis für seinen Sohn und seine psychisch kranke Mutter taucht immer wieder mal auf und stellt seine Ordnung komplett auf den Kopf. Er erträgt solche Ereignisse und versucht möglichst wenig aufzufallen, Halt und Verständnis findet er nur bei seinem besten Freund Lorenz. "Wie durch ein Vergrößerungsglas blickt Annika Büsing darauf, was Familie sein kann. Die, in die man hineingeboren würde und die, die man sich wählt." (Klappentext) Annika Büsing ist wieder ein fesselnder Roman gelungen, in dem die Charaktere sehr fein und trotzdem stark gezeichnet sind. Gewohnt feinfühlig, empathisch und berührend geschrieben hat mich auch dieser Roman wieder begeistert. Deswegen gibt's von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐
Wer gut beobachtet, kann sehr gute Romane schreiben!
Ich mag die Bücher von Frau Büsing. Man kann, ohne den Klappentext zu lesen, zugreifen. Eine fein erzählte Coming of age Erzählung. Wie wächst man in einer gut situierten Familie auf, in der die Mutter psychisch erkrankt ist und aus diesem Grund nicht mehr da sein kann, aber doch irgendwie ständig für Planänderungen sorgt. Schafft derTeenager sein Abitur oder versumpft er im Drogenkonsum? Wie gut ist Omas Hausmannskost, wie wertvoll ist die Familie des besten Freundes und was kann der Vater leisten, der die Mutter immer noch irgendwie liebt, sich eigentlich ein neues Familienleben aufbauen will, aber Verantwortung übernimmt. Ganz fein erzählt!!!
Heute ist das neue Buch von Annika Büsing rausgekommen und ich war voller Vorfreude, denn schon "Nordstadt" und ganz besonders "Koller" haben mir richtig gut gefallen. Was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil! Wieder hat die Autorin ein unglaublich feinfühliges Buch geschrieben. In dem neuen Roman geht es um den 17-jährigen Philipp, der kurz vor seinem Abitur steht. Die Lebensgemeinschaft besteht aus dem Vater, einem angesehenen Chirurg mit wenig Zeit und Stella, der Freundin des Vaters. "Seine Mutter war ein Geist. Und Geister rufst du, oder sie suchen dich heim, aber am Ende bist du immer über Gebühr damit beschäftigt, sie wieder loszuwerden." Und wie ein Geist taucht auch die Mutter plötzlich wieder auf und stellt das Leben der kleinen Gemeinschaft völlig auf den Kopf. Besonders Philipp tut sich schwer mit dem Wiedererscheinen seiner Mutter, denn diese ist psychisch erkrankt und hat ihrem Kind dadurch schon immer vieles abverlangt. "Er war wütend auf sie, weil nichts jemals nicht kompliziert gewesen war." Annika Büsing merkt man an, daß sie Lehrerin ist, denn vieles in diesem Roman spielt im Kontext von Schule statt. So unglaublich feinfühlig und manchmal auch schmerzhaft, trifft sie genau den Kern eines Menschen. Ich mochte Philipp so gerne, diesen stillen, nachdenklichen, kiffenden Jungen mit seinem guten Freund Lorenz. Dieser Junge, der gefallen will und trotzdem er selbst bleibt. Und immer treffen wir in den Büchern der Autorin auf Menschen, die eher am Rande der Gesellschaft stehen, wie hier den Friedhofsgärtner, und gibt ihnen eine Stimme und ein Gesicht! "Du kannst dich nicht ducken, wenn du nicht weißt, wann der nächste Schlag kommt." Ich wünsche allen einen Lorenz an ihrer Seite und das sich Kinder und Jugendliche, eigentlich niemand, ducken muss! Sehr, sehr große Leseempfehlung für dieses feinsinnige Portrait eines jungen Menschen auf der Suche nach seinem Weg im Leben.
Auch das dritte Buch von Annika Büsing habe ich sehr gerne gelesen. Es hat gar nicht die große Story, sondern eher einen Ausschnitt aus dem Leben von Philipp, seiner Familie und anderen Menschen, die für ihn wichtig sind. Dabei geht es ungefähr um die Zeit, in der Philipp 18 wird und Abitur macht. Man kann das Buch aber auch gut lesen, wenn man ein paar Jahre älter ist (die Autorin ist Jahrgang 1981). Sehr gut hat mir gefallen, wie vielschichtig die einzelnen Menschen erzählt werden. Nacheinander kommen im Laufe des Buches alle Personen mal in den Fokus und man erfährt näheres über ihre Gedanken und Beziehungen zueinander. Thematisch geht es neben dem Erwachsenwerden auch um die Beziehung zu den Eltern, Freundschaften, Liebesbeziehungen und zentral um die psychische Erkrankung von Philipps Mutter.
Philipps Geschichte über das Erwachsen werden mit einer bipolaren Mutter, die jeder Zeit in einer manischen Phase in Erscheinung treten knnn. Einem Vater, dem es schwer fällt zu kommunizieren. Unsichtbar werden kann da schon nal eine Lösung sein. Anika Büsing hat über ein sensibeles Thema, sehr feinfühlig mit einer guten Prise Humor geschrieben.
WIR KOMMEN ZURECHT Annika Büsing Philipp steht kurz vor dem Abitur. Er ist still, angepasst – einer, der früh gelernt hat, sich zusammenzureißen. Zuhause läuft alles gut. Zumindest glaubt er das. Und sagt es jedem, der es hören will. Sein Vater, Chirurg von Beruf, ist eher wortkarg und selten da. Gefühle zeigt er keine – aber er kocht hervorragend. Die neue Partnerin seines Vaters ist okay. Zu jung, um als Ersatzmutter durchzugehen, aber sie macht keinen Stress. Und vor allem: Keine Bauchschmerzen. Die hatte er früher regelmäßig mit seiner Mutter Astrid. Astrid, die immer wieder in ihren Kaninchenlöchern verschwand. Dann plötzlich wieder auftauchte, für Spaß sorgte, wilde Dinge tat – bis sie sich erneut zurückzog. Bis sie irgendwann, nach einem Sizilienurlaub, ganz verschwand. Man kann wohl sagen, dass Astrid ihn geprägt hat. Vielleicht nicht so, wie es eine verlässliche, liebevolle Mutter getan hätte – aber er kommt zurecht. Annika Büsings neuer Roman erzählt von einem Jugendlichen, dessen Mutter psychisch erkrankt ist. Und davon, wie man weiterlebt – mit Unsicherheit, mit Lücken, mit leisen Schmerzen. An Philipps Seite: sein bester Freund Lorenz, dessen Mutter – und ein paar Joints, die sie auf dem Friedhof rauchen. Mir hat der Einblick in Philipps Leben sehr gefallen. Ein sympathischer, glaubwürdiger Protagonist, der einem nah kommt, ohne sich aufzudrängen. Büsings Sprache ist wie gewohnt klar, ruhig und eindringlich. Ein stiller, unaufgeregter Roman, den ich gerne gelesen und gehört habe. Die Stimme von Shenja Lacher passt wunderbar – ruhig, warm, genau richtig für diesen Text. Ich empfehle euch dieses Buch bzw. Hörbuch gerne weiter. 4/5

Philipps Weg in die Erwachsenenwelt
Annika Büsing beschreibt in ihrem Roman Wir kommen zurecht die letzten Monate vor Philipps Abitur. Der junge Mann hat eine aufwühlende Kindheit mit einer manisch-depressiven Mutter und einemVater, der ab dem 8. Lebensjahr alleinerziehend ist und es nicht schafft, Philipp emotional aufzufangen, erlebt. Die Sprache ist teilweise anstrengend, dafür ist die emotionale Tiefe und die Charakterdarstellung sehr gelungen. Wer sich für psychologisch tiefgründige Romane interessiert, dem kann ich den Roman empfehlen.
Durch die Lesung der Autorin bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Die Charaktere wurden so liebevoll von ihr beschrieben und das hat mich neugierig gemacht. Die Dynamik zwischen Vater und Sohn und der meist abwesenden Mutter ist sehr interessant. Die Liebe zum Detail lässt die Figuren sehr authentisch wirken und agieren. Auch wenn ich nicht alles nachvollziehen konnte, waren sie in sich konsistent. Eine schöne und auch traurige coming of age Geschichte.
Mir hat das Buch gut gefallen. Phillips Gedankensprünge waren mir ab und zu zu schnell und vom Ende des Buches hatte ich mir ein wenig mehr erwartet. „Manche Dinge muss man aus der Ferne betrachten, um sie ganz zu erkennen.“ Ich mochte Philipp gleich zu Beginn, konnte mich gut in seine Welt hineinversetzen, gegen Schluss plätscherte die Geschichte für mein Gefühl aber ein wenig dahin.

„Wir kommen zurecht“ von Annika Büsing Verlag: Steidl Ein Roman, der leise beginnt, aber mit voller Wucht nachhallt. „Unter Gottes weitem Himmel einfach verloren.“ (Pos. 1113/2) Philipp ist ein 17jähriger Abiturient, der bei seinem Vater und dessen Freundin wohnt. Seine Mutter ist psychisch krank, und sein Vater, ein angesehener Chirurg kommt mit der Tatsache nicht klar. Er versucht zwar immer wieder halbwegs seiner Ex-Frau zu helfen, sofern sie sich bei ihnen meldet, für Philipp hingegen ist es ein sehr emotionaler und schwieriger Weg, mit seiner unberechenbaren Mutter zu kommunizieren . Er musste viel zu früh lernen stark zu sein und nun versucht der junge Mann zwischen Unsichtbarkeit und Eigenständigkeit seinen Weg zu finden. Feinfühlig und mit klarer, ruhiger Sprache schreibt Annika Büsing über ein schweres Thema. Eine Familie und eine Kindheit im Schatten einer psychisch erkrankten Mutter. Ein Vater, der Gefühle schlecht zeigen kann und ein junger Mann, der versucht, irgendwie seinen eigenen Weg zu gehen. Die Geschichte zeigt auf, was Philipp stärkt und was gerade wichtig ist, in seinem Leben. Er beginnt eine lockere Beziehung mit Mascha, einer jungen Frau, die selbstbewusst, widersprüchlich und etwas älter ist als Philipp und ihre eigenen Ziele verfolgt. Selten lässt sie sich mit ihm in der Öffentlichkeit sehen und doch merkt auch Mascha, dass Philipp manchmal „durchsichtig“ wirkt. Anziehend fand er vor allem, dass sie ihn nicht brauchte. Ein fester Halt ist auch Lorenz, sein bester Freund. Obwohl Philipp nicht über seine tief verborgenen Erinnerungen an Episoden mit seiner Mutter spricht, ist sein Freund immer für ihn da. Lorenz bedrängt ihn nicht, er nimmt Philipp, wie er ist. Die Autorin zeigt auf, dass es verschiedene Wege gibt, ein Zuhause zu finden. Nicht nur die klassische Familie, sondern auch die Beziehungen, die man selbst knüpft. Die Geschichte zeigt uns, dass man trotz Verlusten und Widrigkeiten im Leben täglich neue Wege einschlagen kann. Die Protagonisten sind authentisch und nahbar, als Leser:in konnte ich mich gut in die Emotionen einfühlen. Philipps Sehnsucht nach einer intakten Familie ist spürbar und man fühlt seine Einsamkeit. Seine Mutter Astrid ist ein Freigeist, in manischen Phasen möchte sie in Kommunen leben und Philipp mitnehmen, damit er barfuß laufend in der Natur aufwachsen kann. Lothar, Philipps bodenständiger, erfolgreicher Vater konnte dies auf keinen Fall zulassen und der Streit innerhalb der Familie um das kleine Kind begann. Nie waren Familienangelegenheiten in ihrer Familie einfach gewesen. Alles wurde durch seine Mutter kompliziert. Annika Büsings Roman ist herzerwärmend, zart und voller Hoffnung. Der Schreibstil ist klar, strukturiert und fesselnd. Ihre Art, das Thema psychische Erkrankung innerhalb der Familie und Familie im Generellen zu beschreiben ist absolut gelungen. Man wird in eine Familie hineingeboren und doch gibt es Möglichkeiten eine „eigene“ Familie mit Herzensmenschen zu gründen. Ein stiller, eindringlicher Roman, den ich gerne empfehle.

Ein sehr spezieller Coming-of-Age Roman, der mich an einigen Stellen hat schmunzeln lassen. Man merkt, dass die Autorin Lehrerin ist - und fun fact: sie war auch mal meine Lehrerin. In dem Buch kommt auch eine Merle vor, mit der ich ein paar Gemeinsamkeiten habe - was ziemlich sicher aber nur Zufall ist. Trotzdem motiviert mich der Satz "Merle war eine Macht. Alle hatten Respekt vor ihr." 😄 Naja, ansonsten beschreibt das Buch die Struggle von Philipp, der in der Oberstufe ist, seinen Freunden, seinen getrennten Eltern - und besonders prägend: seine psychisch kranke Mutter. Ich liebe die Art von Annika Büsing, Geschichten zu erzählen, aber plot-mäßig hat mich dieses Buch eher verwirrt und fast unbefriedigt zurückgelassen.
Ein tolles Buch über die letzten Monate des erwachsen Werdens, bzw. über den Point of no Return in Richtung Kindheit.
»Ist es falsch, wenn man versucht, etwas richtig zu machen?« »Ne«, sagte Lemmy, »aber es ist auch nicht richtig, wenn man immer versucht, nichts falsch zu machen.« (Pos. 3089) Ein Teenager an der Schwelle zum Erwachsensein, seine familiäre Situation scheint nach außen komplett super. Sein Vater, Chefarzt, geschieden, liiert mit der viel jüngeren Stella, tolles Haus, Haushälterin - alles vom Feinsten. Und doch ist hier rein gar nichts in Ordnung. Die Mutter, manisch, unberechenbar, taucht und tauchte in Philipps Leben immer wieder unverhofft auf und wieder ab. Stürzt dabei alle ins Chaos. Ein tolles Buch über die letzten Monate des erwachsen Werdens, bzw. über den Point of no Return in Richtung Kindheit.
Werbung|Rezensionsexemplar
Wer ist in der Buchhandlung schon an diesem schönen Schätzchen vorbeigelaufen? Ich auf jeden Fall. Alleine aufgrund der Optik ist es auf meine Wunschliste gewandert. Das sind sowas von meine Farben und dann diese Kombi? Mit Karnickel drauf? #perfection 🐇 Da aber Aussehen natürlich oftmals nicht alles ist, hat mich auch der Klappentext angesprochen. Wir lesen eine Geschichte über den Teenager Philipp. Er ist 17 und steckt irgendwo zwischen seinen geschiedenen Eltern, der Vater Chirurg und alleinerziehend, die Mutter mit psychischen Problemen, die den Vater noch immer auf Trab hält, seinem Abitur, der neuen Beziehung seines Vaters, eines Freundes der nicht weiß, ob er auf Frauen oder Männer steht und diverser Mädels, die genau so wenig wie Philipp wissen was sie möchten, fest. So. Das war jetzt mal ein langer Satz. Philipp weiß selbst, dass er recht privilegiert ist. An Geld mangelt es der Familie nicht. Dafür hält, wie gesagt, seine Mutter die Familie genug auf Trab. Ich werde gar nicht viel Spoilern, aber von spontanen Ausflügen nach der Kita nach Arnheim, bis hin zu einem viel zu spontanen Geburtstagsgeschenk, welches hechelt und sabbert ist da alles dabei. Sein Vater wirkte auf mich emotional für Philipp nicht ganz anwesend. Und so soll man dann versuchen irgendwie erwachsen zu werden? In einem nicht sehr unstabilen Umfeld? That was a ride, kann ich auf jeden Fall sagen. Ich hab das Buch wirklich sehr sehr gerne gelesen. Nur die wie die Kapitel gestaltet worden sind hat mir, wie auch schon bei Sunburn, nicht gefallen. Sie waren viel zu lang. Zwar irgendwie in Teilabschnitte unterteilt, mit Möglichkeiten Pause zu machen, aber innerlich bin ich trotzdem immer so getriggert das Kapitel "richtig" zu beenden. Ansonsten kamen Philipps Gefühle gut rüber. Es wirkte auf mich wirklich wie so ein nüchterner, Jugendlicher, der versucht das beste aus seiner Situation zu machen und nicht abzurutschen. Positive Situationen waren hier eher selten beschrieben. Daher schon eine etwas gedrückte Stimmung beim Lesen 🫠 Von mir aber eine klare Leseempfehlung! Und damit reicht es jetzt auch 😂

Ein kurzweiliges Hörbuch - doch was ist die Handlung?
Annika Büsings „Wir kommen zurecht“ habe ich in einem Rutsch an einem Wochenende gehört. Einfühlsam erzählt die Autorin das Familienleben mit einer psychisch kranken Mutter mit Blick auf den heranwachsenden Sohn Philipp. Ein offenes Ende, was genau die Handlung nun war, hat sich mir nicht erschlossen. Auch habe ich nicht alle Personen des Romans richtig zuordnen können. Was ist mit den beschriebenen „Geschwistern“ Philipps, Ducati und das Mädchen mit dem Skateboard? Hab es gern gehört, aber hätte mir sehr ein schlüssigeres Ende gewünscht.

Sehr schöner coming-of-age Roman - für Jugendliche und Erwachsene!
Der Roman erzählt vom fast 18-jährigen Philipp, der kurz vor dem Abitur steht und mit seinem Vater, einem erfolgreichen Chirurgen und dessen jüngerer Freundin zusammen lebt. Philipps Mutter ist psychisch krank, vom Vater geschieden und im Familienleben zwar kaum greifbar, aber dennoch präsent. Das Buch thematisiert sehr gut, wie psychische Erkrankungen eines Angehörigen die ganze Familie belasten und dass man auch nach einer Scheidung Verantwortung füreinander trägt. Die Erkrankung der Mutter stand für mich aber nicht im Mittelpunkt und war nicht raumgreifend. Vielmehr steht das Erwachsenwerden von Philipp im Fokus, der neben den Themen, die Heranwachsende in diesem Alter beschäftigen, noch mit der Erkrankung der Mutter, der Stiefmutter und den Ansprüchen des Vaters konfrontiert ist. Dies alles erzählt Annika Büsing sprachlich so schön, zart und humorvoll, das es eine Freude ist. Sie veranschaulicht sowohl die Sicht der Eltern, als auch die des Heranwachsenden. Der Erzählstil ist sehr intensiv, so dass man das Gefühl hat, dabei zu sein. Besonders schön wird auch die Freundschaft zwischen Philipp und seinem besten Freund beschrieben. Auch wenn der Roman ernste Themen zum Gegenstand hat, verliert er doch nie seine Leichtigkeit und hinterlässt die Lesenden am Ende versöhnt. Eine klare Leseempfehlung!
Das Buch handelt von Philipp, dem es immer wichtig war, dass es allen um ihn herum gut geht. Und der plötzlich eine Unversöhnlichkeit empfindet, die nicht länger zulässt, alles hinzunehmen. Ein Buch über einen 18-jährigen, der das Empfinden hat, das Ende seiner Kindheit sei irgendwie über Nacht gekommen. Ich mag die Sprache von Annika Büsing, aber das Buch zieht sich etwas in die Länge.
Über Freundschaft, Familie und die Belastung einer psychischen Erkrankung
Annika Büsing hat einen besonderen Schreibstil, den ich sehr mochte. Anfangs habe ich etwas den Überblick über die ganzen Personen verloren - bis ich mich in die Geschichte reingefunden hatte. Sie baut sich sehr langsam auf, nimmt etwas an Fahrt auf aber bleibt eher gemächlich. Man bekommt immer mehr Informationen und fühlt sich zunehmend zur Freundschaft und Familie zugehörend, genau wie auch betroffen von den psychischen Problemen. Für mich hätte noch mehr Fahrt aufgenommen werden können und mehr Raum für die psychische Erkrankung geschaffen werden, das ist aber bloß ein geschmacklicher Punkt. Ansonsten ein sehr besonderes, schönes Buch!





































