Jugend
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Description
»Von atemberaubender Intensität und Schönheit. Aus dem Staub ihres Lebens leuchtet dieses Werk.« Elke Heidenreich, Spiegel Online
Ein Mädchen kann nicht Dichter werden, hatte der Vater zu Tove gesagt. In »Jugend« zeichnet Tove Ditlevsen das Porträt einer jungen Frau, die ihren eigenen Weg geht – kraftvoll, wild, lebendig erzählt. Im Kopenhagen der 1930er stürzt sich Tove voller Energie ins Leben. Mit 14 Jahren verlässt sie die Schule, beginnt ohne weitere Ausbildung eine Reihe von kleinen Jobs anzunehmen, arbeitet als Dienstmädchen und Bürogehilfin, sie schlägt sich durch. Sie lernt Herrn Krogh, einen älteren wunderlichen Antiquar kennen, der ihr immer wieder Bücher leiht. Mit 17 zieht Tove bei den Eltern aus, geht tanzen und die Möglichkeit, ein eigenes Buch zu veröffentlichen, rückt in greifbare Nähe. Das Porträt einer jungen Frau, die furchtlos und entschieden ins Leben zieht.
»Eine Stimme, deren Kraft wie Dynamit ist.« The Times Literary Supplement
»Das Porträt einer Frau, die ihr Leben entschieden zu ihrem eigenen macht. Ein Leben, so frei und ungestüm, ich bin versunken in Tove Ditlevsens Büchern.« Nina Hoss
»Eine monumentale Autorin.« Patti Smith
»Großartig, von hypnotischer Qualität.« The New York Times
»Tove Ditlevsens Kopenhagen-Trilogie, so viel steht jetzt schon fest, ist eines der großen literarischen Ereignisse des Jahres.« Süddeutsche Zeitung
»Was Autorinnen wie Annie Ernaux, Rachel Cusk und Deborah Levy heute tun, hat Tove Ditlevsen schon vor über 50 Jahren getan. Autobiographisches Schreiben, vor dem man sich verneigen möchte. Endlich, endlich ist Ditlevsens Trilogie auf Deutsch zu lesen!« Emilia von Senger, She said
Book Information
Author Description
Tove Ditlevsen (1917–1976), geboren in Kopenhagen, galt lange Zeit als Schriftstellerin, die nicht in die literarischen Kreise ihrer Zeit passte. Sie stammte aus der Arbeiterklasse und schrieb offen über die Höhen und Tiefen ihres Lebens. Heute gilt sie als eine der großen literarischen Stimmen Dänemarks und Vorläuferin von Autorinnen wie Annie Ernaux und Rachel Cusk. Die »Kopenhagen-Trilogie« mit den drei Bänden »Kindheit«, »Jugend« und »Abhängigkeit« ist ihr zentrales Werk, in dem sie das Porträt einer Frau schuf, die entschieden darauf besteht, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu leben. Die Kopenhagen-Trilogie erscheint in über dreißig Sprachen und wird international als große literarische Wiederentdeckung gefeiert.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
25 Frauen 2025 - Buch 10: Obwohl der Schreibstil derselbe ist wie im 1. Teil der Trilogie, mochte ich den 2. Teil etwas weniger gern. Vielleicht haben mich die Irrungen und Wirrungen des Teenagers einfach weniger interessiert als die Erlebnisse des Kindes Tove Ditlevsen. Zudem fand ich ja die Lebensumstände interessant und diese wurden schon im 1. Teil gesetzt und haben sich hier selbstverständlich nicht verändert. Gegen Ende hin gibt es eine große Veränderung in Toves Leben. Da wurde alles wieder spannend für mich. Ich hoffe, dass ich Teil 3 besser finde als Teil 2.
Schon jetzt ein Klassiker. Der zweite Teil der Kopenhagen Trilogie von Tove Ditlevsen erzählt vom Weg einer Jugendlichen in die Arbeitswelt und immer ist dieser Wunsch Dichterin zu werden. Ein steiniger Weg in Armut und einem Umfeld das nur Unverständnis übrig hat. Die Geschichte, einer jungen Frau, die ihren Weg geht, trotz aller Widrigkeiten.
"Tja, sagt er, "entweder das oder etwas anderes. Wir Menschen wollen immer irgendetwas voneinander, und ich habe die ganze Zeit gewusst, dass du mich für etwas benutzen würdest." Als ich protestieren will, sagt er: "Das ist gar nicht schlimm, sondern ganz natürlich. Ich will wohl auch etwas von dir." "Und was?", frage ich. "Nichts Bestimmtes", antwortet er und nimmt seine lange, dünne Pfeife aus dem Mund. "Ich sammle einfach nur Originale, Leute, die anders sind, Sonderfälle. Ich sehe mir gern deine Gedichte an. ..." - Zitat, Seite 26 Es ist für all die begeisterten Lesenden hierzulande ein Glücksgriff, dass die autobiographische "Kopenhagen-Trilogie" der dänischen Autorin Tove Ditlevsen vor einigen Jahren neu entdeckt und von Ursel Allenstein übersetzt wurde. Der vorliegende Titel "Jugend" ist der 2. Teil der Reihe. "Schreiben heißt, sich selbst ausliefern." Getreu ihrem Motto schreibt die Autorin frisch von der Leber weg und berichtet von ihrem großen Traum, eine anerkannte Dichterin zu werden. Eine unmögliche Vorstellung für ihr damaliges Umfeld in den 1930er Jahren, aufgewachsen im Arbeiterviertel und mit gerade einmal 14 Jahren von der Schule abgegangen. Aber Tove ist nun einmal festentschlossen, jede noch so winzig kleine Gelegenheit zu nutzen, um ihre Berufung auch zum Beruf zu machen. Und nimmt dabei so manche skurril erscheinende Begegnung in Kauf. Geschichtlich wird diese Erzählung auch durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland und den damit verbundenen Entwicklungen in Europa berührt. Tove Ditlevsen lässt mit wenigen Worten Bilder im Kopf entstehen. Ihr schreibendes Ich wirkt dabei aber gleichzeitig so jung und unbedarft, wie es dem Alter der Erzählerin entspricht. Dabei wirkt sie in manchen Momenten so kess und altklug, dann aber auch wieder unsicher und schwankend zwischen Selbstzweifeln und kleinen, großen Hoffnungen. Dieses Portrait einer erwartungsvollen jungen Frau zu lesen, fühlt sich so an, als würden die eigenen Gedanken dazu zum Tanze gebeten werden. FAZIT Es ist schon eine Weile her, dass ich über dieses Buch in der hiesigen Bibliothek gestolpert bin und ohne den Klappentext oder auch das Vorblatt zu beachten, hatte ich mich in die Lektüre gestürzt. Am Ende musste ich erstaunt feststellen, dass es sich um einen zweiten Band handelt und so holte ich den 1. Band Kindheit alsbald nach und schließlich folgte mit Abhängigkeit der Abschluss der Trilogie. Allerdings ist mir dieser 2. Band als der Liebste in Erinnerung geblieben und als ich ihn nun als Taschenausgabe auf einem Wühltisch entdeckte, musste ich ihn nach Hause tragen und mich erneut von den bezaubernden Zeilen des Werkes berühren lassen. Auch wenn es sich hier nicht um Lyrik handelt, merkt man diesem sehr persönlichen Schreiben die Hand der Dichterin an. Eine wundervolle Lektüre. Unbedingt lesenswert.
Den zweiten Band der Autobiographie Tove Ditlevsens habe ich fast in einem Rutsch gelesen. Sie erzählt von ihren Jahren, in denen sie sich in der Welt der Erwachsenen versucht zurecht zu finden, sie beschreibt ihr Suchen und ihre Rückschläge und hält daran fest - als Mädchen! - Dichterin werden zu wollen.
„Jugend“ von Tove Ditlevsen ist eine faszinierende Fortsetzung ihrer Autobiografie: ein präzises, emotional rohes Porträt einer jungen Frau, die in Dichtung und erste Liebe ihre Fluchtwege sucht – ebenso großartig wie „Kindheit“. …
In „Jugend“ folgt Ditlevsen sich selbst von der Schulzeit bis in die Zwanziger: Das Mädchen aus dem Kopenhagener Arbeiterviertel entdeckt ihre Liebe zur Poesie, veröffentlicht erste Gedichte in Zeitungen und erlebt eine intensive, aber schmerzhafte Romanze mit einem viel älteren Mann. Zwischen familiären Erwartungen, Armut, ersten Erfolgen als Autorin und der Sehnsucht nach Anerkennung kämpft sie darum, ihren Platz zu finden – immer getrieben von dem Gefühl, dass Worte ihre einzige Rettung sind. Mich begeistert erneut, wie klar und unsentimental sie erzählt: Die Szenen mit der strengen Mutter, den skeptischen Freunden oder der quälenden Liebe sind so lebendig und wahr, dass man jede Demütigung, jeden kleinen Triumph mitfühlt. Besonders die Momente, in denen sie ihre Gedichte zeigt und auf Ablehnung trifft, haben eine schmerzhafte Schärfe – und doch strahlt daraus eine unerschütterliche Entschlossenheit, auch ihre Verbundenheit mit ihrem Bruder Edvin. Der Stil bleibt meisterhaft schlicht, fast nüchtern, was die innere Intensität umso stärker macht. „Jugend“ fühlt sich an wie ein Brückentext: zwischen Kindheit und Erwachsensein, zwischen Traum und Realität, zwischen Scheitern und erstem Erfolg. Für mich ist es damit ein weiteres Highlight von Ditlevsens Kopenhagener Trilogie – ehrlich, zart und mit einer Kraft, die lange nachwirkt und Lust macht, direkt mit „Abhängigkeit“ weiterzulesen.

„Du musst an dich glauben, sonst bringst du andere nie dazu, es zu tun.“ (S.147) Tove Ditlevsen trifft den Ton der Jugend. Auch 65 Jahre später nach der Erstveröffentlichung sind ihre Worte und dargestellten Empfindungen (wie Wunsch nach Zugehörigkeit, Anerkennung durch das andere Geschlecht) Erkennungssignale für diese vulnerable Zeit. Begeistert hat mich neben der modernen Schreibweise, wie sehr die Protagonistin immer in sich gespürt hat, dass das Leben noch mehr für sie bereithalten wird und dadurch auch Umstände ertragen hat, die ihr nicht gefallen haben. Darüber hinaus war es schön zu sehen, dass sie ihr Talent zum Schreiben nie aus den Augen verloren hat, obwohl es viele Stimmen gab, die Kritik äußerten.

Der zweite Teil war wieder sehr interessant sie erzählt wie es ist wenn man als Jugendliche langsam abfängt auf das andere Geschlecht zu treffen über ihre ersten Anstellungen und ihre erste Wohnung dabei aber immer noch versucht ihr Gedichte veröffentlichen zu lassen. Ich werde sicher bald auch den dritten Teil lesen
Der zweite Teil der Kopenhagen-Triologie konnte mich leider nicht so tief berühren wie der erste. Dafür traut sich die heranwachsende Tove an bissige & unterhaltende Kommentare über ihre Umwelt, welche mich haben schmunzeln lassen. Stärkster Aspekt war für mich Toves unermüdlicher Drang ihre Gedichte zu veröffentlichen und auch die daraus folgenden menschlichen Beziehungen, sind interessant. Wir und Tove lernen, was ihr in einer zwischen menschlichen Beziehung wichtig ist. Für mich aber alles sehr distanziert - die Mutter-Tochter-Beziehung aus dem ersten Teil hat mich zutiefst berührt. Hier konnte ich nicht den gleichen Zugang zu Toves Gefühlswelt finden. Eher wie ein neugieriger Vogel habe ich ihre Jugend beobachtet. Ihre Entwicklung hinsichtlich der politischen Einstellung, ihrer Interessen und Vorstellungen von Liebe. Dennoch werde ich zeitnah den letzten Teil lesen - ich bin gespannt wie es weiter geht.
Am 15. Februar ist mit „Jugend“ der zweite Band der Trilogie der dänischen Schriftstellerin Tove Ditlevsen auf Deutsch erschienen. Dieser knüpft direkt an die Handlung des ersten an und beginnt daher mit Toves erstem Arbeitstag. Es ist nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass dieser katastrophal verlaufen wird und die Stelle nur eine von vielen beruflichen Stationen auf Toves Weg sein wird. Und eigentlich will sie ja auch nur eines werden: Dichterin. Obwohl der Schreibstil der Autorin natürlich grundsätzlich derselbe geblieben ist, ist aus diesem Band deutlich mehr Schalk zwischen den Zeilen zu lesen. Das erscheint auch insofern konsequent, da unsere Protagonistin nun das Teenageralter erreicht hat und neben ersten Joberfahrungen auch welche mit Männern sammelt. Ihre Herangehensweise ist dabei eher eine praktische, als eine romantische – eine erfrischende Perspektive, die immer wieder zum Schmunzeln verleitet. So amüsant der Roman an vielen Stellen ist, so düster ist er an anderen. Politisch gesehen ist der Nationalsozialismus und die Machtergreifung Hitlers ein Thema. Durch die Begegnung mit ihrer fanatischen Vermieterin muss das junge Mädchen erkennen, dass politisches Desinteresse bzw. Naivität nicht bedeutet, dass diese keine Auswirkung auf das eigene Leben hat. Und auch im Privaten muss Tove immer wieder feststellen, dass ihre Rolle als Frau auf einige wenige Bereiche begrenzt ist. Gerade diese Erfahrung bringt sie schließlich auf die Idee, den wesentlich älteren Verleger Viggo Frederik Møller davon zu überzeugen, sie zu heiraten. Ob er zustimmen wird? Auch Band zwei liest sich wieder so unterhaltsam und mitreißend wie schon der erste, wenn auch der Ton oft ernsthafter wird. Stellenweise ist es sehr anrührend, die junge Tove durch ihre Gefühlswelt zu begleiten. Immer wieder verschwinden Menschen, die ihr eigentlich helfen sollten, aus ihrem Leben – was irgendwann unweigerlich zu Verlustängsten, aber auch einer gewissen Resignation führt. Ich bin gespannt, was wir mit unserer Protagonistin im dritten Band erleben werden. Der Titel „Abhängigkeit“ verheißt zumindest nichts Gutes.
Jugend ist der zweite Band in Tove Ditlevsens Kopenhagen-Trilogie. Ich fand ihn nicht weniger beeindruckend als Teil eins. Tove wird in diesem Teil erwachsen. Eigentlich wollte sie das Gymnasium besuchen, kann dies aber aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel ihrer Eltern nicht. Sie beginnt daher zu arbeiten, zunächst als Hausangestellte. Dies hält jedoch nicht lange und mit Unterstützung ihrer Mutter findet sie eine Bürotätigkeit. Auch hier wechselt Tove häufig den Arbeitgeber, da sie aus sehr unterschiedlichen Gründen immer wieder gekündigt wird. Schließlich lernt sie Viggo F. Møller kennen, der eine Literaturzeitschrift herausgibt und ihr schließlich bei der Veröffentlichung ihres ersten Gedichtbands hilft.. Ich habe oben geschrieben, dass Tove erwachsen wird. Während des ganzen Buches hatte ich aber das Gefühl, dass sie das eigentlich schon war. Wenn ich mich zur gleichen Zeit betrachte, liegt darin ein himmelweiter Unterschied. Interessant fand ich auch Toves großes politisches Interesse und die Beziehung zu ihrer Mutter.
Super interessante Biographie 📖
In Jugend fängt Tove an das klassische Rollenbild in Beziehungen zu hinterfragen. Sei es die Beziehung zu ihren Eltern, die sie früh bricht, indem sie auszieht oder romantische Beziehungen, die sie vermeintlich anders wahrnimmt als ihre Freundinnen. Super spannend einen Einblick in das Leben einer Frau zu dieser Zeit zu gewinnen.
Es geht nahtlos weiter bei Tove Ditlevsen. Im zweiten Teil ihres autobiografischen Romans erzählt sie von ihrer Jugend. Vom ersten Buch war ich ja ungemein begeistert wie ihr euch vielleicht erinnern könnt - Kindheit. Kann Jugend da mithalten? Was soll ich sagen? Eigentlich möchte ich einfach jedem nahe legen Tove Dilevsen zu lesen. Ohne Erklärung, ohne Überzeugungsarbeit. Das hier sind Bücher die einen zum 'Leser' machen. Ich möchte dem Aufbau Verlag ja fast die Füße küssen, dafür dass sie mir Tove gebracht haben. Jetzt denkt bestimmt der ein oder andere: ÜBERTRIEBEN. Aber nein, das ist ganz und gar nicht übertrieben. Dieser Hype, diese Faszination, diese Euphorie - alles gerechtfertigt. *** Ich versuche mal den noch Zweifelnden mit ein paar Zitaten zu zeigen wie toll Tove ist und auch, das muss unbedingt erwähnt werden, die Übersetzerin Ursel Allenstein. >>Manchmal habe ich das Gefühl, ihre bösartigen, niederen Gedanken dringen durch die Haut in mich hinein und rauben mir die Luft zum Atmen. Die meiste Zeit über finde ich dieses Leben aber einfach nur unerträglich langweilig und denke voller Melancholie zurück an meine abwechslungs- und ereignisreiche Kindheit.<>'Und meine alten Herrschaften hätten so gern, das ich mich verlobe.' Zu Hause im Eingang küsst er mich vorschriftsmäßig, aber ich empfinde nichts Besonderes dabei, nicht einmal, als ich mich liebevoll an ihn schmiege. Er sagt: 'Wir vier können es bestimmt lustig haben.' Ich bejahe es und verspreche, ihn am nächsten Sonntag zu besuchen. Er erkundigt sich neugierig , ob ich noch Jungfrau bin, was ich auch zugebe. Er nimmt meine Hand und schüttelt sie kräftig. 'Das respektiere ich natürlich', sagt er warmherzig. Enttäuscht und verwirrt gehe ich ins Bett<< S. 85 Genial oder? Ich glaube ich habe wirklich kurz laut aufgelacht als ich das gelesen habe. *** Ich will gar nicht mehr schreiben. Jeder sollte Tove selbst entdecken dürfen. Eine wundervolle Widerentdeckung einer Autorin die leider schon lange verstorben ist. Auf 'Abhängigkeit' freue ich mich nun noch ein bisschen mehr. Selbst wenn ich eine Pistole auf der Brust hätte, ich könnte mich nicht entscheiden ob ich Jugend oder Kindheit mehr genossen haben. Hm vielleicht Jugend. Oder nein, Kindheit. Ach nein, ich kann mich nicht entscheiden. ABER, kurz noch etwas 'ernstes' - auf jeden Fall zuerst Kindheit lesen. Die Bände funktionieren einzeln nicht. *** Oh Tove! So kraftvoll. So viel Liebe zum geschriebenen Wort. Lese-Highlight.
Großartiger autobiographischer Roman
Schon von ersten Band der Trilogie (Kindheit) war ich begeistert. Diese Fortsetzung nimmt einen mit in ein ärmliches Kopenhagen. Wir begleiten eine Frau, die Schriftstellerin bzw. Dichterin werden möchte, die von zu Hause ausziehen möchte und die sich fragt, wie man gut leben kann. Ein kurzes, sehr präzises und fesselndes Buch über eine aufregende Persönlichkeit.
Der 2. Teil hat mir noch besser gefallen. Gefühlt passiert hier einfach etwas mehr und man verfolgt mit Spannung, wie Tove immer mehr selbstständig wird und versucht ihrem Traum näher zu kommen. „Ich kann mir selbst nicht erklären, warum ich mir so sehr wünsche, dass meine Gedichte gedruckt werden und sich Menschen, die ein Gespür dafür haben, daran erfreuen können. Aber ich wünsche es mir. Das ist es, worauf ich mich zubewege, über dunkle und verschlungene Pfade. Das ist es, was mir jeden Tag die Kraft gibt, aufzustehen und ins Büro der Druckerei zu gehen, um mich acht Stunden lang Fräulein Longrens Argusaugen auszusetzen. Das ist der Grund, weshalb ich von zu Hause ausziehen möchte, sobald ich achtzehn Jahre alt geworden bin.“
Ich habe diesen Roman nicht allzu gerne gelesen, weil einem Tove (aufgrund ihres familiären Hintergrunds) einfach nur leid tun kann. Es ist gut verfasst worden. Aber inhaltlich ist es sehr bedrückend. Man begibt sich mit Tove durch ihre Jugend. Von ihrer Familie, insbesondere ihrer narzisstischen Mutter, bekommt sie keinerlei Unterstützung und Rückendeckung, sie wurde nicht auf die Welt vorbereitet, was dazu geführt hat, dass sie leichtgläubig und unbeholfen ist. Ihre Freundinnen sind es aber übrigens auch! Was mich am meisten gestört hat, ist, dass sich Toves Eltern darauf verlassen haben, etwas von Tove zurückzubekommen. Und damit meine ich finanzielle Abgaben, es wird weiterhin über ihren Kopf hinweg entschieden. Die Eltern wissen Tove nicht zu schätzen, es gibt weder Stolz noch Anerkennung, geschweige denn Liebe. Das zieht sich durch den ganzen Band. Furchtbar. Positiv zu benennen ist, dass Tove Ditlevsen ihre Sprache in diesem Roman an das jugendliche Alter angepasst hat. Zudem zeigt Tove Stärke, wenn es um ihre Prioritäten geht. Auch, wenn sie keinerlei Unterstützung bekommt, bleibt sie ihrem Traum treu und versucht alles, um Dichterin und Schriftstellerin zu werden.
„Jugend” ist der zweite Teil der „Kopenhagen-Trilogie“, in der Tove Ditlevsen (1917 – 1976) autofiktional über ihr Leben schreibt. Das Buch schließt nahtlos an „Kindheit“ an und beschreibt die Zeit nach ihrer Konfirmation, also ab dem Alter von etwa 14 Jahren bis zum Erscheinen ihres ersten Gedichtbands. „Das Jungsein ist ein vorübergehender, zerbrechlicher und unbeständiger Zustand. Er muss überwunden werden, einen anderen Sinn hat er nicht.“ (S. 105) So die Erkenntnis von Tove Ditlevsen, die sich in ihrem trostlosen Elternhaus und diversen Arbeitsplätzen so gefangen fühlt, dass sie eine Zeitlang keine Gedichte mehr schreibt, weil sie nichts in ihrem Alltag dazu inspiriert. Als sie endlich achtzehn Jahre alt ist zieht sie aus und mietet sich nicht nur ein unbeheiztes Zimmer bei einer Nazi-Vermieterin, sondern auch eine Schreibmaschine, um ihre Gedichte ins Reine zu tippen. Sie durchlebt ihren Arbeitsalltag, die Abende mit Nina, die ihr eher nützlich als eine Freundin ist und knüpft erste Bande zu jungen Männern. Doch beim Lesen bekommt man den Eindruck, dass Tove Ditlevsen in dieser Zeit weder Fleisch noch Fisch ist. Sie ist erfüllt von einem Hunger nach großen Gefühlen, ist jedoch nicht in der Lage sie zu fühlen. Sie gleicht einem Kind, das in die Welt der Erwachsenen aufgenommen wurde, sich dort aber noch nicht zurechtfindet. Und so bleibt auch ihre Sehnsucht nach Liebe unerfüllt, selbst als sie aus Vernunftgründen eine Verlobung eingeht, die sie aus Vernunftgründen dann auch wieder löst. Ihr einziger Trost sind eine Handvoll Gedichte, von denen schließlich eines in einer Zeitung mit einer Auflage von 500 Stück veröffentlicht wird. Es erweist sich als Türöffner, der ihr zu ihrem ersten Gedichtband verhilft. „Mein Buch! Ich nehme es in die Hand und empfinde ein feierliches Glück, das nichts gleicht, was ich je gefühlt habe. Tove Ditlevsen. Mädchenseele. Es kann nicht mehr zurückgezogen werden. Es ist unwiderruflich. Das Buch wird immer da sein, unabhängig davon, wie sich mein Schicksal gestaltet.“ (S. 130) Davon abgesehen empfindet sie ihre Jugend aber als nichts als einen Mangel und ein Hindernis, das nicht schnell genug überwunden werden kann. Das würde ich zwar so nicht über das Buch „Jugend“ behaupten wollen, aber es transportiert genau dieses Gefühl. Tove Ditlevsens Sprache ist auch in diesem Buch bildhaft und lyrisch, aber nicht mehr in dem Umfang, wie in „Kindheit“. Auch wenn ich dies ein wenig vermisst habe, so sorgt genau diese zurückhaltendere Verwendung der Stilmittel für ein stimmiges Gesamtbild. Zumindest bisher, denn nun geht es für mich weiter mit „Abhängigkeit“, dem dritten Teil der Kopenhagen-Trilogie.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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»Von atemberaubender Intensität und Schönheit. Aus dem Staub ihres Lebens leuchtet dieses Werk.« Elke Heidenreich, Spiegel Online
Ein Mädchen kann nicht Dichter werden, hatte der Vater zu Tove gesagt. In »Jugend« zeichnet Tove Ditlevsen das Porträt einer jungen Frau, die ihren eigenen Weg geht – kraftvoll, wild, lebendig erzählt. Im Kopenhagen der 1930er stürzt sich Tove voller Energie ins Leben. Mit 14 Jahren verlässt sie die Schule, beginnt ohne weitere Ausbildung eine Reihe von kleinen Jobs anzunehmen, arbeitet als Dienstmädchen und Bürogehilfin, sie schlägt sich durch. Sie lernt Herrn Krogh, einen älteren wunderlichen Antiquar kennen, der ihr immer wieder Bücher leiht. Mit 17 zieht Tove bei den Eltern aus, geht tanzen und die Möglichkeit, ein eigenes Buch zu veröffentlichen, rückt in greifbare Nähe. Das Porträt einer jungen Frau, die furchtlos und entschieden ins Leben zieht.
»Eine Stimme, deren Kraft wie Dynamit ist.« The Times Literary Supplement
»Das Porträt einer Frau, die ihr Leben entschieden zu ihrem eigenen macht. Ein Leben, so frei und ungestüm, ich bin versunken in Tove Ditlevsens Büchern.« Nina Hoss
»Eine monumentale Autorin.« Patti Smith
»Großartig, von hypnotischer Qualität.« The New York Times
»Tove Ditlevsens Kopenhagen-Trilogie, so viel steht jetzt schon fest, ist eines der großen literarischen Ereignisse des Jahres.« Süddeutsche Zeitung
»Was Autorinnen wie Annie Ernaux, Rachel Cusk und Deborah Levy heute tun, hat Tove Ditlevsen schon vor über 50 Jahren getan. Autobiographisches Schreiben, vor dem man sich verneigen möchte. Endlich, endlich ist Ditlevsens Trilogie auf Deutsch zu lesen!« Emilia von Senger, She said
Book Information
Author Description
Tove Ditlevsen (1917–1976), geboren in Kopenhagen, galt lange Zeit als Schriftstellerin, die nicht in die literarischen Kreise ihrer Zeit passte. Sie stammte aus der Arbeiterklasse und schrieb offen über die Höhen und Tiefen ihres Lebens. Heute gilt sie als eine der großen literarischen Stimmen Dänemarks und Vorläuferin von Autorinnen wie Annie Ernaux und Rachel Cusk. Die »Kopenhagen-Trilogie« mit den drei Bänden »Kindheit«, »Jugend« und »Abhängigkeit« ist ihr zentrales Werk, in dem sie das Porträt einer Frau schuf, die entschieden darauf besteht, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu leben. Die Kopenhagen-Trilogie erscheint in über dreißig Sprachen und wird international als große literarische Wiederentdeckung gefeiert.
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25 Frauen 2025 - Buch 10: Obwohl der Schreibstil derselbe ist wie im 1. Teil der Trilogie, mochte ich den 2. Teil etwas weniger gern. Vielleicht haben mich die Irrungen und Wirrungen des Teenagers einfach weniger interessiert als die Erlebnisse des Kindes Tove Ditlevsen. Zudem fand ich ja die Lebensumstände interessant und diese wurden schon im 1. Teil gesetzt und haben sich hier selbstverständlich nicht verändert. Gegen Ende hin gibt es eine große Veränderung in Toves Leben. Da wurde alles wieder spannend für mich. Ich hoffe, dass ich Teil 3 besser finde als Teil 2.
Schon jetzt ein Klassiker. Der zweite Teil der Kopenhagen Trilogie von Tove Ditlevsen erzählt vom Weg einer Jugendlichen in die Arbeitswelt und immer ist dieser Wunsch Dichterin zu werden. Ein steiniger Weg in Armut und einem Umfeld das nur Unverständnis übrig hat. Die Geschichte, einer jungen Frau, die ihren Weg geht, trotz aller Widrigkeiten.
"Tja, sagt er, "entweder das oder etwas anderes. Wir Menschen wollen immer irgendetwas voneinander, und ich habe die ganze Zeit gewusst, dass du mich für etwas benutzen würdest." Als ich protestieren will, sagt er: "Das ist gar nicht schlimm, sondern ganz natürlich. Ich will wohl auch etwas von dir." "Und was?", frage ich. "Nichts Bestimmtes", antwortet er und nimmt seine lange, dünne Pfeife aus dem Mund. "Ich sammle einfach nur Originale, Leute, die anders sind, Sonderfälle. Ich sehe mir gern deine Gedichte an. ..." - Zitat, Seite 26 Es ist für all die begeisterten Lesenden hierzulande ein Glücksgriff, dass die autobiographische "Kopenhagen-Trilogie" der dänischen Autorin Tove Ditlevsen vor einigen Jahren neu entdeckt und von Ursel Allenstein übersetzt wurde. Der vorliegende Titel "Jugend" ist der 2. Teil der Reihe. "Schreiben heißt, sich selbst ausliefern." Getreu ihrem Motto schreibt die Autorin frisch von der Leber weg und berichtet von ihrem großen Traum, eine anerkannte Dichterin zu werden. Eine unmögliche Vorstellung für ihr damaliges Umfeld in den 1930er Jahren, aufgewachsen im Arbeiterviertel und mit gerade einmal 14 Jahren von der Schule abgegangen. Aber Tove ist nun einmal festentschlossen, jede noch so winzig kleine Gelegenheit zu nutzen, um ihre Berufung auch zum Beruf zu machen. Und nimmt dabei so manche skurril erscheinende Begegnung in Kauf. Geschichtlich wird diese Erzählung auch durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland und den damit verbundenen Entwicklungen in Europa berührt. Tove Ditlevsen lässt mit wenigen Worten Bilder im Kopf entstehen. Ihr schreibendes Ich wirkt dabei aber gleichzeitig so jung und unbedarft, wie es dem Alter der Erzählerin entspricht. Dabei wirkt sie in manchen Momenten so kess und altklug, dann aber auch wieder unsicher und schwankend zwischen Selbstzweifeln und kleinen, großen Hoffnungen. Dieses Portrait einer erwartungsvollen jungen Frau zu lesen, fühlt sich so an, als würden die eigenen Gedanken dazu zum Tanze gebeten werden. FAZIT Es ist schon eine Weile her, dass ich über dieses Buch in der hiesigen Bibliothek gestolpert bin und ohne den Klappentext oder auch das Vorblatt zu beachten, hatte ich mich in die Lektüre gestürzt. Am Ende musste ich erstaunt feststellen, dass es sich um einen zweiten Band handelt und so holte ich den 1. Band Kindheit alsbald nach und schließlich folgte mit Abhängigkeit der Abschluss der Trilogie. Allerdings ist mir dieser 2. Band als der Liebste in Erinnerung geblieben und als ich ihn nun als Taschenausgabe auf einem Wühltisch entdeckte, musste ich ihn nach Hause tragen und mich erneut von den bezaubernden Zeilen des Werkes berühren lassen. Auch wenn es sich hier nicht um Lyrik handelt, merkt man diesem sehr persönlichen Schreiben die Hand der Dichterin an. Eine wundervolle Lektüre. Unbedingt lesenswert.
Den zweiten Band der Autobiographie Tove Ditlevsens habe ich fast in einem Rutsch gelesen. Sie erzählt von ihren Jahren, in denen sie sich in der Welt der Erwachsenen versucht zurecht zu finden, sie beschreibt ihr Suchen und ihre Rückschläge und hält daran fest - als Mädchen! - Dichterin werden zu wollen.
„Jugend“ von Tove Ditlevsen ist eine faszinierende Fortsetzung ihrer Autobiografie: ein präzises, emotional rohes Porträt einer jungen Frau, die in Dichtung und erste Liebe ihre Fluchtwege sucht – ebenso großartig wie „Kindheit“. …
In „Jugend“ folgt Ditlevsen sich selbst von der Schulzeit bis in die Zwanziger: Das Mädchen aus dem Kopenhagener Arbeiterviertel entdeckt ihre Liebe zur Poesie, veröffentlicht erste Gedichte in Zeitungen und erlebt eine intensive, aber schmerzhafte Romanze mit einem viel älteren Mann. Zwischen familiären Erwartungen, Armut, ersten Erfolgen als Autorin und der Sehnsucht nach Anerkennung kämpft sie darum, ihren Platz zu finden – immer getrieben von dem Gefühl, dass Worte ihre einzige Rettung sind. Mich begeistert erneut, wie klar und unsentimental sie erzählt: Die Szenen mit der strengen Mutter, den skeptischen Freunden oder der quälenden Liebe sind so lebendig und wahr, dass man jede Demütigung, jeden kleinen Triumph mitfühlt. Besonders die Momente, in denen sie ihre Gedichte zeigt und auf Ablehnung trifft, haben eine schmerzhafte Schärfe – und doch strahlt daraus eine unerschütterliche Entschlossenheit, auch ihre Verbundenheit mit ihrem Bruder Edvin. Der Stil bleibt meisterhaft schlicht, fast nüchtern, was die innere Intensität umso stärker macht. „Jugend“ fühlt sich an wie ein Brückentext: zwischen Kindheit und Erwachsensein, zwischen Traum und Realität, zwischen Scheitern und erstem Erfolg. Für mich ist es damit ein weiteres Highlight von Ditlevsens Kopenhagener Trilogie – ehrlich, zart und mit einer Kraft, die lange nachwirkt und Lust macht, direkt mit „Abhängigkeit“ weiterzulesen.

„Du musst an dich glauben, sonst bringst du andere nie dazu, es zu tun.“ (S.147) Tove Ditlevsen trifft den Ton der Jugend. Auch 65 Jahre später nach der Erstveröffentlichung sind ihre Worte und dargestellten Empfindungen (wie Wunsch nach Zugehörigkeit, Anerkennung durch das andere Geschlecht) Erkennungssignale für diese vulnerable Zeit. Begeistert hat mich neben der modernen Schreibweise, wie sehr die Protagonistin immer in sich gespürt hat, dass das Leben noch mehr für sie bereithalten wird und dadurch auch Umstände ertragen hat, die ihr nicht gefallen haben. Darüber hinaus war es schön zu sehen, dass sie ihr Talent zum Schreiben nie aus den Augen verloren hat, obwohl es viele Stimmen gab, die Kritik äußerten.

Der zweite Teil war wieder sehr interessant sie erzählt wie es ist wenn man als Jugendliche langsam abfängt auf das andere Geschlecht zu treffen über ihre ersten Anstellungen und ihre erste Wohnung dabei aber immer noch versucht ihr Gedichte veröffentlichen zu lassen. Ich werde sicher bald auch den dritten Teil lesen
Der zweite Teil der Kopenhagen-Triologie konnte mich leider nicht so tief berühren wie der erste. Dafür traut sich die heranwachsende Tove an bissige & unterhaltende Kommentare über ihre Umwelt, welche mich haben schmunzeln lassen. Stärkster Aspekt war für mich Toves unermüdlicher Drang ihre Gedichte zu veröffentlichen und auch die daraus folgenden menschlichen Beziehungen, sind interessant. Wir und Tove lernen, was ihr in einer zwischen menschlichen Beziehung wichtig ist. Für mich aber alles sehr distanziert - die Mutter-Tochter-Beziehung aus dem ersten Teil hat mich zutiefst berührt. Hier konnte ich nicht den gleichen Zugang zu Toves Gefühlswelt finden. Eher wie ein neugieriger Vogel habe ich ihre Jugend beobachtet. Ihre Entwicklung hinsichtlich der politischen Einstellung, ihrer Interessen und Vorstellungen von Liebe. Dennoch werde ich zeitnah den letzten Teil lesen - ich bin gespannt wie es weiter geht.
Am 15. Februar ist mit „Jugend“ der zweite Band der Trilogie der dänischen Schriftstellerin Tove Ditlevsen auf Deutsch erschienen. Dieser knüpft direkt an die Handlung des ersten an und beginnt daher mit Toves erstem Arbeitstag. Es ist nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass dieser katastrophal verlaufen wird und die Stelle nur eine von vielen beruflichen Stationen auf Toves Weg sein wird. Und eigentlich will sie ja auch nur eines werden: Dichterin. Obwohl der Schreibstil der Autorin natürlich grundsätzlich derselbe geblieben ist, ist aus diesem Band deutlich mehr Schalk zwischen den Zeilen zu lesen. Das erscheint auch insofern konsequent, da unsere Protagonistin nun das Teenageralter erreicht hat und neben ersten Joberfahrungen auch welche mit Männern sammelt. Ihre Herangehensweise ist dabei eher eine praktische, als eine romantische – eine erfrischende Perspektive, die immer wieder zum Schmunzeln verleitet. So amüsant der Roman an vielen Stellen ist, so düster ist er an anderen. Politisch gesehen ist der Nationalsozialismus und die Machtergreifung Hitlers ein Thema. Durch die Begegnung mit ihrer fanatischen Vermieterin muss das junge Mädchen erkennen, dass politisches Desinteresse bzw. Naivität nicht bedeutet, dass diese keine Auswirkung auf das eigene Leben hat. Und auch im Privaten muss Tove immer wieder feststellen, dass ihre Rolle als Frau auf einige wenige Bereiche begrenzt ist. Gerade diese Erfahrung bringt sie schließlich auf die Idee, den wesentlich älteren Verleger Viggo Frederik Møller davon zu überzeugen, sie zu heiraten. Ob er zustimmen wird? Auch Band zwei liest sich wieder so unterhaltsam und mitreißend wie schon der erste, wenn auch der Ton oft ernsthafter wird. Stellenweise ist es sehr anrührend, die junge Tove durch ihre Gefühlswelt zu begleiten. Immer wieder verschwinden Menschen, die ihr eigentlich helfen sollten, aus ihrem Leben – was irgendwann unweigerlich zu Verlustängsten, aber auch einer gewissen Resignation führt. Ich bin gespannt, was wir mit unserer Protagonistin im dritten Band erleben werden. Der Titel „Abhängigkeit“ verheißt zumindest nichts Gutes.
Jugend ist der zweite Band in Tove Ditlevsens Kopenhagen-Trilogie. Ich fand ihn nicht weniger beeindruckend als Teil eins. Tove wird in diesem Teil erwachsen. Eigentlich wollte sie das Gymnasium besuchen, kann dies aber aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel ihrer Eltern nicht. Sie beginnt daher zu arbeiten, zunächst als Hausangestellte. Dies hält jedoch nicht lange und mit Unterstützung ihrer Mutter findet sie eine Bürotätigkeit. Auch hier wechselt Tove häufig den Arbeitgeber, da sie aus sehr unterschiedlichen Gründen immer wieder gekündigt wird. Schließlich lernt sie Viggo F. Møller kennen, der eine Literaturzeitschrift herausgibt und ihr schließlich bei der Veröffentlichung ihres ersten Gedichtbands hilft.. Ich habe oben geschrieben, dass Tove erwachsen wird. Während des ganzen Buches hatte ich aber das Gefühl, dass sie das eigentlich schon war. Wenn ich mich zur gleichen Zeit betrachte, liegt darin ein himmelweiter Unterschied. Interessant fand ich auch Toves großes politisches Interesse und die Beziehung zu ihrer Mutter.
Super interessante Biographie 📖
In Jugend fängt Tove an das klassische Rollenbild in Beziehungen zu hinterfragen. Sei es die Beziehung zu ihren Eltern, die sie früh bricht, indem sie auszieht oder romantische Beziehungen, die sie vermeintlich anders wahrnimmt als ihre Freundinnen. Super spannend einen Einblick in das Leben einer Frau zu dieser Zeit zu gewinnen.
Es geht nahtlos weiter bei Tove Ditlevsen. Im zweiten Teil ihres autobiografischen Romans erzählt sie von ihrer Jugend. Vom ersten Buch war ich ja ungemein begeistert wie ihr euch vielleicht erinnern könnt - Kindheit. Kann Jugend da mithalten? Was soll ich sagen? Eigentlich möchte ich einfach jedem nahe legen Tove Dilevsen zu lesen. Ohne Erklärung, ohne Überzeugungsarbeit. Das hier sind Bücher die einen zum 'Leser' machen. Ich möchte dem Aufbau Verlag ja fast die Füße küssen, dafür dass sie mir Tove gebracht haben. Jetzt denkt bestimmt der ein oder andere: ÜBERTRIEBEN. Aber nein, das ist ganz und gar nicht übertrieben. Dieser Hype, diese Faszination, diese Euphorie - alles gerechtfertigt. *** Ich versuche mal den noch Zweifelnden mit ein paar Zitaten zu zeigen wie toll Tove ist und auch, das muss unbedingt erwähnt werden, die Übersetzerin Ursel Allenstein. >>Manchmal habe ich das Gefühl, ihre bösartigen, niederen Gedanken dringen durch die Haut in mich hinein und rauben mir die Luft zum Atmen. Die meiste Zeit über finde ich dieses Leben aber einfach nur unerträglich langweilig und denke voller Melancholie zurück an meine abwechslungs- und ereignisreiche Kindheit.<>'Und meine alten Herrschaften hätten so gern, das ich mich verlobe.' Zu Hause im Eingang küsst er mich vorschriftsmäßig, aber ich empfinde nichts Besonderes dabei, nicht einmal, als ich mich liebevoll an ihn schmiege. Er sagt: 'Wir vier können es bestimmt lustig haben.' Ich bejahe es und verspreche, ihn am nächsten Sonntag zu besuchen. Er erkundigt sich neugierig , ob ich noch Jungfrau bin, was ich auch zugebe. Er nimmt meine Hand und schüttelt sie kräftig. 'Das respektiere ich natürlich', sagt er warmherzig. Enttäuscht und verwirrt gehe ich ins Bett<< S. 85 Genial oder? Ich glaube ich habe wirklich kurz laut aufgelacht als ich das gelesen habe. *** Ich will gar nicht mehr schreiben. Jeder sollte Tove selbst entdecken dürfen. Eine wundervolle Widerentdeckung einer Autorin die leider schon lange verstorben ist. Auf 'Abhängigkeit' freue ich mich nun noch ein bisschen mehr. Selbst wenn ich eine Pistole auf der Brust hätte, ich könnte mich nicht entscheiden ob ich Jugend oder Kindheit mehr genossen haben. Hm vielleicht Jugend. Oder nein, Kindheit. Ach nein, ich kann mich nicht entscheiden. ABER, kurz noch etwas 'ernstes' - auf jeden Fall zuerst Kindheit lesen. Die Bände funktionieren einzeln nicht. *** Oh Tove! So kraftvoll. So viel Liebe zum geschriebenen Wort. Lese-Highlight.
Großartiger autobiographischer Roman
Schon von ersten Band der Trilogie (Kindheit) war ich begeistert. Diese Fortsetzung nimmt einen mit in ein ärmliches Kopenhagen. Wir begleiten eine Frau, die Schriftstellerin bzw. Dichterin werden möchte, die von zu Hause ausziehen möchte und die sich fragt, wie man gut leben kann. Ein kurzes, sehr präzises und fesselndes Buch über eine aufregende Persönlichkeit.
Der 2. Teil hat mir noch besser gefallen. Gefühlt passiert hier einfach etwas mehr und man verfolgt mit Spannung, wie Tove immer mehr selbstständig wird und versucht ihrem Traum näher zu kommen. „Ich kann mir selbst nicht erklären, warum ich mir so sehr wünsche, dass meine Gedichte gedruckt werden und sich Menschen, die ein Gespür dafür haben, daran erfreuen können. Aber ich wünsche es mir. Das ist es, worauf ich mich zubewege, über dunkle und verschlungene Pfade. Das ist es, was mir jeden Tag die Kraft gibt, aufzustehen und ins Büro der Druckerei zu gehen, um mich acht Stunden lang Fräulein Longrens Argusaugen auszusetzen. Das ist der Grund, weshalb ich von zu Hause ausziehen möchte, sobald ich achtzehn Jahre alt geworden bin.“
Ich habe diesen Roman nicht allzu gerne gelesen, weil einem Tove (aufgrund ihres familiären Hintergrunds) einfach nur leid tun kann. Es ist gut verfasst worden. Aber inhaltlich ist es sehr bedrückend. Man begibt sich mit Tove durch ihre Jugend. Von ihrer Familie, insbesondere ihrer narzisstischen Mutter, bekommt sie keinerlei Unterstützung und Rückendeckung, sie wurde nicht auf die Welt vorbereitet, was dazu geführt hat, dass sie leichtgläubig und unbeholfen ist. Ihre Freundinnen sind es aber übrigens auch! Was mich am meisten gestört hat, ist, dass sich Toves Eltern darauf verlassen haben, etwas von Tove zurückzubekommen. Und damit meine ich finanzielle Abgaben, es wird weiterhin über ihren Kopf hinweg entschieden. Die Eltern wissen Tove nicht zu schätzen, es gibt weder Stolz noch Anerkennung, geschweige denn Liebe. Das zieht sich durch den ganzen Band. Furchtbar. Positiv zu benennen ist, dass Tove Ditlevsen ihre Sprache in diesem Roman an das jugendliche Alter angepasst hat. Zudem zeigt Tove Stärke, wenn es um ihre Prioritäten geht. Auch, wenn sie keinerlei Unterstützung bekommt, bleibt sie ihrem Traum treu und versucht alles, um Dichterin und Schriftstellerin zu werden.
„Jugend” ist der zweite Teil der „Kopenhagen-Trilogie“, in der Tove Ditlevsen (1917 – 1976) autofiktional über ihr Leben schreibt. Das Buch schließt nahtlos an „Kindheit“ an und beschreibt die Zeit nach ihrer Konfirmation, also ab dem Alter von etwa 14 Jahren bis zum Erscheinen ihres ersten Gedichtbands. „Das Jungsein ist ein vorübergehender, zerbrechlicher und unbeständiger Zustand. Er muss überwunden werden, einen anderen Sinn hat er nicht.“ (S. 105) So die Erkenntnis von Tove Ditlevsen, die sich in ihrem trostlosen Elternhaus und diversen Arbeitsplätzen so gefangen fühlt, dass sie eine Zeitlang keine Gedichte mehr schreibt, weil sie nichts in ihrem Alltag dazu inspiriert. Als sie endlich achtzehn Jahre alt ist zieht sie aus und mietet sich nicht nur ein unbeheiztes Zimmer bei einer Nazi-Vermieterin, sondern auch eine Schreibmaschine, um ihre Gedichte ins Reine zu tippen. Sie durchlebt ihren Arbeitsalltag, die Abende mit Nina, die ihr eher nützlich als eine Freundin ist und knüpft erste Bande zu jungen Männern. Doch beim Lesen bekommt man den Eindruck, dass Tove Ditlevsen in dieser Zeit weder Fleisch noch Fisch ist. Sie ist erfüllt von einem Hunger nach großen Gefühlen, ist jedoch nicht in der Lage sie zu fühlen. Sie gleicht einem Kind, das in die Welt der Erwachsenen aufgenommen wurde, sich dort aber noch nicht zurechtfindet. Und so bleibt auch ihre Sehnsucht nach Liebe unerfüllt, selbst als sie aus Vernunftgründen eine Verlobung eingeht, die sie aus Vernunftgründen dann auch wieder löst. Ihr einziger Trost sind eine Handvoll Gedichte, von denen schließlich eines in einer Zeitung mit einer Auflage von 500 Stück veröffentlicht wird. Es erweist sich als Türöffner, der ihr zu ihrem ersten Gedichtband verhilft. „Mein Buch! Ich nehme es in die Hand und empfinde ein feierliches Glück, das nichts gleicht, was ich je gefühlt habe. Tove Ditlevsen. Mädchenseele. Es kann nicht mehr zurückgezogen werden. Es ist unwiderruflich. Das Buch wird immer da sein, unabhängig davon, wie sich mein Schicksal gestaltet.“ (S. 130) Davon abgesehen empfindet sie ihre Jugend aber als nichts als einen Mangel und ein Hindernis, das nicht schnell genug überwunden werden kann. Das würde ich zwar so nicht über das Buch „Jugend“ behaupten wollen, aber es transportiert genau dieses Gefühl. Tove Ditlevsens Sprache ist auch in diesem Buch bildhaft und lyrisch, aber nicht mehr in dem Umfang, wie in „Kindheit“. Auch wenn ich dies ein wenig vermisst habe, so sorgt genau diese zurückhaltendere Verwendung der Stilmittel für ein stimmiges Gesamtbild. Zumindest bisher, denn nun geht es für mich weiter mit „Abhängigkeit“, dem dritten Teil der Kopenhagen-Trilogie.
































