Taumeln
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Description
Wo ist Hannah? Das wüssten sie zu gern. Ihre Familie, das ganze Dorf. Seit zwei Jahren hat niemand sie gesehen. Beinahe genau so lang führt ihre Schwester eine Gruppe von sieben Menschen durch den Wald, denn dort könnte Hannah vielleicht sein, aber eigentlich auch an jedem anderen Ort.
Taumeln taucht sensibel, furchtlos und fein beobachtend in die Leben derjenigen ein, die das Suchen nicht aufgeben. Hunderte Suchende waren es mal, jetzt sind da nur noch Frank, von dessen gebrochenem Herzen niemand wissen darf, Inge, die im Wald alle antreibt, während im eigenen Zuhause das Unberechenbare lebt, Amaka, die versucht, einen diffusen Phantomschmerz abzuschütteln, da sind Emma, Enrico, Christina und Hartmut. Und da ist die Schwester, Luisa, die schwankt zwischen Verzweiflung und Wut und Traurigkeit, die als das Kind, das noch da ist, eine ganz eigene Form der Einsamkeit erlebt in einer eingestürzten Familie. Sie alle zweifeln und ergründen, sie hoffen und sie verbergen sich voreinander, bis es nicht mehr geht, bis sie sich fragen müssen, was sie in diesem Wald suchen, wenn die Möglichkeit des Findens so wenig realistisch ist.
Taumeln stellt die wesentliche Frage danach, wem unser Mitgefühl gilt.
»Wie ein Seismograf zeichnet Sina Scherzant in
Taumeln
Trauer, Verlorenheit und Hoff nungen nach.
Das Ergebnis: zart, wehmütig, berührend.« Marija Latković
»Beherzt und behutsam versammelt Sina Scherzant all diese einsamen Menschen. Was für eine geniale temporäre Gemeinschaft.« Daniela Dröscher
Book Information
Author Description
Sina Scherzant, 1991 in Menden geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen, hat Erziehungs- und Bildungswissenschaften in Marburg und Hamburg studiert. Im Alter von elf Jahren gewann sie mit einem Mausbild den Malwettbewerb des örtlichen Optikers, der Preis war ein Buch. Sie ist Spiegel-Bestsellerautorin, Podcasterin und Drehbuchautorin. Sie liebt Spaghettieis. Taumeln ist ihr zweiter Roman; 2023 erschien ihr literarisches Debüt Am Tag des Welt-untergangs verschlang der Wolf die Sonne.
Posts
Hannah ist seit zwei Jahren verschwunden und trotzdem treffen sich einige der Bewohner:innen ihres Heimatortes jeden Samstag und suchen die Vermisste. Unter den Suchenden befinden sich beispielsweise Amaka, Emma, Frank, Christina, Enrico und Hartmut. Menschen, die ihre eigenen Päckchen zu tragen haben und doch die Energie aufbringen eine Familie zu unterstützen – bei der Suche nach der vermissten Tochter bzw. Schwester. Der Fokus der Geschichte bildet nicht das Finden von Hannah, sondern ihr Suchen. Die Suchenden, die durch Hannas Verschwinden eine Gemeinschaft bilden. Der harte Kern, der sich auch zwei Jahre nach dem Verschwinden der jungen Frau noch trifft. Fremde Menschen, die sich kaum untereinander kennen, werden jedoch den Leser:innen näher gebracht. Der Einblick pro Person ist kurz, aber sehr intim und das Erlebte, im privaten, hinter verschlossenen Türen, unabhängig der Gemeinschaft ist vielfältig. Bereits mit ihrem Debütroman »Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne« konnte mich Sina Scherzant abholen. Ihr zweites Buch »Taumeln« empfinden ich als ebenso stark. Dieses Buch liefert einen ganz eigenen Sound, mit einem eigenwilligen Schreib- und Erzählstil. Ich bin absolut fasziniert von dieser Analyse menschlichen Seins.
Als Luisas Schwester Hannah plötzlich verschwindet, ist nichts mehr wie es war. Auch zwei Jahre später kämpfen Luisa und ihre Eltern, jeder auf seine Art, mit der Ungewissheit, was mit Hannah passiert ist. Kämpfen um einen Weg, ihr Leben weiter zu führen. Zu Luisas Art gehört es jeden Samstag mit einer Gruppe von Menschen in den nahen Wald zu gehen und nach ihrer Schwester oder nach Spuren zu suchen. Menschen, die zuerst Fremde für sie waren. Von denen jeder einen ganz eigenen Grund dafür hat, immer noch jeden Samstag mit in den Wald zu gehen, obwohl allen eigentlich klar ist, dass sie dort nichts (mehr) finden werden. Menschen, die wir nach und nach kennenlernen. So ein starkes Buch. Es geht um Ungewissheit, Trauer, Einsamkeit und das Bedürfnis irgendwo dazu zu gehören. In allen Facetten. Sehr berührend und sanft beschrieben. Eine absolute Empfehlung. Und jetzt besorge ich mir erst mal das andere Buch von Sina Scherzant. Große Vorfreude!
Ein Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Still, berührend und voller Menschlichkeit – ich habe es in drei Tagen verschlungen.
Taumeln hat mich sofort gepackt – und zwar nicht mit Spannung oder Action, sondern mit dieser stillen Intensität. Ich dachte am Anfang, die Geschichte würde nur aus der Perspektive einer Figur erzählt. Doch dann öffnet sie sich Stück für Stück und gibt Einblicke in alle, die eine Rolle spielen – ganz subtil, fast nebenbei. Gerade das fand ich unglaublich stark: zu sehen, wie jede Figur ihre eigene Verletzlichkeit, Einsamkeit oder Sehnsucht mitbringt. Und wie sich daraus ein viel größeres Bild von Menschlichkeit ergibt. Mich hat das Buch so gefesselt, dass ich es in drei Tagen gelesen habe. Zurück bleibt dieses Gefühl, dass es manchmal gar nicht die großen Wendungen sind, die ein Buch unvergesslich machen, sondern die leisen Töne.
Luisa’s ältere Schwester Hannah ist weg. Auch zwei Jahre nach ihrem Verschwinden wird die schöne junge Frau noch im angrenzenden Wald von einer kleinen Gruppe mit Luisa jeden Samstag gesucht. »Natürlich sind in dieser Welt nicht nur die Schönen in Gefahr. Am Ende geht es immer um Macht und Kontrolle und verletzte Männeregos. […] Das Maskuline muss revolutioniert werden, finde ich.« (S.14) Luisa’s Leben ändert sich mit Hannah’s Verschwinden radikal: Eben war sie noch Studentin und lebte in einer WG, jetzt wohnt sie wieder in ihrem alten Kinderzimmer. Jeden Samstag trifft sich die Such-Truppe und geht gemeinsam den Wald ab. Aber wie sucht man eine Person, die seit zwei Jahren weg ist? Und wie findet man zurück in ein Leben ohne diese Person? »An einem Tag ist die Welt nicht in Ordnung, das weiß man, das ist klar, aber dann am nächsten Tag passiert etwas, und sie ist plötzlich so wenig in Ordnung, dass es einem vorkommt, als wäre sie vorher doch in Ordnung gewesen. […] , man möchte zurück im Vortag sein, sich wieder ausklinken, man machte, dass der andere noch da ist, nicht im eigenen Leben und auch noch in der Welt, die nie in Ordnung ist.« (S. 261f) Abwechselnd lesen wir Kapitel aus Luisas Sicht unterbrochen von reflektierenden Rückschauen in das Familienleben vor Hannah’s Verschwinden, parallel zu Ausschnitten aus dem Leben der anderen Suchenden. Schnell wird deutlich, dass jede*r seine eigenen Dämonen bekämpft und wir alle mehr auf einander Acht geben sollten. Eine schöne Message. 💘 Doch findet die Gruppe Hannah wieder? Was wird aus Frank’s gebrochenem Herzen, Inge’s gewaltgeprägten Zuhause oder Emma’s Einsamkeit? » ›Erinnerst Du Dich noch an mich?‹, tippt Luisa in Ihr Handy und schickt die Nachricht ab.« (S. 305) »TAUMELN« 🍂 von Sina Scherzant besticht erneut durch den unverwechselbaren Erzählstil aus diesen Seiten-langen Sätzen, die sich mit kurzen Halb-Sätzen Schlagabtausche liefern, die mal sakrastisch, mal radikal ehrlich (»Warum hast Du einfach so dein Leben kaputt gemacht und meins gleich dazu?« (S. 297)), mal melancholisch, mal Weltschmerz, mal kritisch, mal lustig sind. Wer hier einen Krimi oder Thriller sucht, wird hier nicht fündig werden. Darum geht es hier nicht. TAUMELN erzählt verschiedene, ganz normale Schicksale, wie sie uns alle umgeben können, und schafft es, ruhig und erzählerisch Gesellschaftskritik und schwere Themen zu verhandeln. Ein tiefgründiges, ehrliches, sarkastisches und melancholisches Buch, das ich sehr empfehlen kann 🩷🩵

Definitiv nichts für schwache Nerven. Nicht im brutalen blutigen Sinn, sondern für das eigene Gemüt. Die Autorin schafft es die Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und depressive Stimmung so gut zu beschreiben, dass ich mich wirklich manchmal richtig schlecht fühlte. Aber das macht ja irgendwie ein gutes Buch aus, man fühlt mit den Protagonisten mit. Die einzelnen Personen der Suchtruppe haben ihre eigenen Päckchen zu tragen und finden sich in dieses Setting der hoffnungslosen Suche wieder. Man leidet und fühlt mit.
Nachdem ich schon das erste Buch von Sina Scherzant gelesen (und wirklich sehr gemocht) habe, habe ich mich sehr über ein neues gefreut. Der Schreibstil ist anders und manchmal etwas lyrischer (?), aber erschafft Atmosphäre. Die Geschichte ist spannend, aber erzählt auch, dass nicht immer alles ist wie es scheint. Ich fand‘s gut!
Seit zwei Jahren ist Hannah verschwunden, ihre jüngere Schwester Luisa und ein Suchtrupp von sieben Leuten durchkämmt weiterhin jeden Samstag den Wald. Das Buch beschreibt die unterschiedlichen Formen von Trauer, was der Verlust mit der Familie und mit dem Dorf macht. Und es zeigt, wie sich die unterschiedlichen Menschen des Suchtrupps langsam voreinander öffnen. Die Autorin beschreibt authentisch, wie das Leben von einem Tag auf den anderen aus den Fugen gerät, wie jeder im Suchtrupp auf andere Weise mit dem Leben kämpft und verzweifelt um Hoffnung ringt. Ein berührendes Buch mit treffendem Titel.
Hoffnung muss man sich leisten können
Laut Klappentext habe ich mich auf ein poetisches Buch mit tiefen Charakteren und mitreißender Story gefreut. Man hätte soviel aus diesem Thema machen können... Leider wurde das Potential nicht genutzt. Schon der Einstieg war schwierig. Wechselnde Erzählform mal in der Ich-Form dann in der 3. Person haben verwirrt. Wer berichtet nun? Dazu langweilige Alltagsbeschreibungen angereichert mit Gedanken, die wohl nachdenklich und profund klingen sollten. Von literarischer Poesie habe ich hier nichts gemerkt. Dazu zieht sich die depressive Grundstimmung aller Protagonisten durchs ganze Buch und hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Klar ist die Geschichte tragisch, aber warum haben alle Teilnehmer der Suchaktion selbst ein trauriges, gewaltiges oder verwahrlostes Leben? Der Verlust, der eigentlich das Grundgerüst der Story bilden soll, dreht sich das ganze Buch nur im Kreis. Es geht nicht vorwärts. Das hat sehr frustriert. Dazu werden viele Dinge nur angedeutet, aber nicht richtig aufgeklärt. Und der letzte Satz des Buches... was soll ich sagen... hätte man eigentlich nicht so stehen lassen können.
Der Titel des Buches passt perfekt. Sina Scherzant erzählt eine Geschichte über eine Gruppe Menschen, die wortwörtlich taumelt. Durch das Verschwinden von Hannah kommen alle zusammen. Doch es ist nicht das Finden, um das es eigentlich geht, sondern um die Suche an sich. Sie alle treffen sich zufällig durch die Suche nach Hannah und doch sucht auch jeder und jede noch etwas völlig anderes. Es geht um die unterschiedlichsten Leben, die kurz aber sehr intim erzählt werden. Gerade die Erzählweise der Autorin macht die Geschichte so besonders. Es ist mal leichter, mal anstrengender zu lesen. Was die Handlung durchaus anspruchsvoll und komplex macht. Die Probleme und Leben der Charaktere werden einem nicht einfach so serviert, man taucht nach und nach in ihren Alltag und ihre Gedanken ein. Ich habe das Buch wirklich gern gelesen auch wenn ich letztlich den Ausgang des Buches nicht ganz befriedigend fand. Mir hätte ein etwas runderes Ende besser gefallen, auch wenn der Schluss durchaus zur Geschichte passt.
Eine Erinnerung daran, dass wir alle unser unsichtbares Päckchen zu tragen haben. Nüchtern und doch wortgewaltig. Berührend, ohne dramatisch zu sein. Klare Empfehlung.
Hinweis: einen Thriller/Krimi darf man hier nicht erwarten. ×××× SPOILER ×××× Bis auf zwei Personen werden alle aus der Gruppe näher beleuchtet bzw. hatten sie ihre eigenen Kapitel. Das hat sich mir nicht ganz erschlossen, aber vielleicht auch das eine tiefere Bedeutung. Den letzten Satz hätte ich nicht gebraucht, mMn ein unnötiger Cliffhanger, wo es vermutlich keine Fortsetzung geben wird.
So arg wie das Leben halt ist.
Ich weiß nicht in welches Genre ich Sina Scherzant einordnen soll, Arbeitstitel: "KEIN KRIMI - Geschichten aus dem Leben so geschrieben, dass ich mich gesehen fühl". Ich glaub es hat noch nie jemand einfach beschrieben wie sich das manchmal anfühlt, Mensch zu sein. Also nicht auf dieser großen dramatischen Ebene, sondern im Alltag. Wie sich das anfühlt, wenn man nen schlechten Tag hat und plötzlich den eigenen Gang, die Körperhaltung und die Art zu kauen hinterfragt. Oder wie sich das anfühlt wenn man dann eben doch nicht die Zeit seines Lebens hat mit Mitte 20. Oder wie sich das anfühlt wenn man so tut als wär das Grad kein Date obwohl man's hofft. Oder wie sich das anfühlt wenn man nicht weiß ob das "meine Aufgabe" ist und wenn man dann stumm bleibt. Wie sich Menschlichkeit halt anfühlt. Ich liebe alle vergleiche und bildlichen Beschreibungen, ich liebe diese zerrissenen kleinen Kapitel, ich liebe, dass es kein Krimi ist, ich liebe dieses Wohnzimmer der Auerbachs, von dem ich ne oddly specific Vorstellung habe, ich liebe Frank. Toll toll toll. Ich hoffe wirklich da kommen noch ganz viele Bücher mehr. Und ja, hab das Buch gerade erst Weg gelegt und schreibe deshalb vielleicht ein bisschen pathetisch. LG
„Taumeln“ ist ein leiser, vielstimmiger Roman, der zunächst Distanz schafft, aber mit zunehmender Tiefe seiner Figuren berührt – besonders das emotionale, teils traurige Ende hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Ehrlich gesagt: Am Anfang war’s echt nicht so meins. Ich bin irgendwie nicht richtig reingekommen – die Figuren waren mir zunächst fremd, ich konnte mit vielen einfach nicht connecten. Es hat eine Weile gedauert, bis ich überhaupt einen Zugang zu ihrer Welt gefunden hab. Die Struktur mit den vielen Perspektiven war zwar interessant, aber anfangs auch etwas distanziert für mich. Aber dann – so ab der Mitte, vielleicht etwas später – hat sich das geändert. Ich hab nach und nach gemerkt, wie sehr mich einzelne Figuren doch berühren. Vor allem gegen Ende war ich richtig drin. Es wurde ruhiger, dichter, emotionaler. Und dann gab es echt schöne, auch traurige Momente, die mich wirklich berührt haben. Ich hätte das zu Beginn ehrlich gesagt nicht erwartet. Also insgesamt: kein Buch, das mich sofort gepackt hat, aber eines, das sich nach und nach geöffnet hat. Und dann mit einer leisen Wucht. Nicht spektakulär, aber schön auf seine eigene Art.
Nach wenigen Seiten war ich in dieser schweren, bedrückenden, einschließenden Stimmung gefangen. Die Atmosphäre ist so voller Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Orientierungslosigkeit. Auf der Hälfte wurde mir das leider zu viel. Irgendwie gut, weil ich nur noch raus wollte aus diesem Dorf, aber das war auch einfach anstrengend zu lesen.
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Wo ist Hannah? Das wüssten sie zu gern. Ihre Familie, das ganze Dorf. Seit zwei Jahren hat niemand sie gesehen. Beinahe genau so lang führt ihre Schwester eine Gruppe von sieben Menschen durch den Wald, denn dort könnte Hannah vielleicht sein, aber eigentlich auch an jedem anderen Ort.
Taumeln taucht sensibel, furchtlos und fein beobachtend in die Leben derjenigen ein, die das Suchen nicht aufgeben. Hunderte Suchende waren es mal, jetzt sind da nur noch Frank, von dessen gebrochenem Herzen niemand wissen darf, Inge, die im Wald alle antreibt, während im eigenen Zuhause das Unberechenbare lebt, Amaka, die versucht, einen diffusen Phantomschmerz abzuschütteln, da sind Emma, Enrico, Christina und Hartmut. Und da ist die Schwester, Luisa, die schwankt zwischen Verzweiflung und Wut und Traurigkeit, die als das Kind, das noch da ist, eine ganz eigene Form der Einsamkeit erlebt in einer eingestürzten Familie. Sie alle zweifeln und ergründen, sie hoffen und sie verbergen sich voreinander, bis es nicht mehr geht, bis sie sich fragen müssen, was sie in diesem Wald suchen, wenn die Möglichkeit des Findens so wenig realistisch ist.
Taumeln stellt die wesentliche Frage danach, wem unser Mitgefühl gilt.
»Wie ein Seismograf zeichnet Sina Scherzant in
Taumeln
Trauer, Verlorenheit und Hoff nungen nach.
Das Ergebnis: zart, wehmütig, berührend.« Marija Latković
»Beherzt und behutsam versammelt Sina Scherzant all diese einsamen Menschen. Was für eine geniale temporäre Gemeinschaft.« Daniela Dröscher
Book Information
Author Description
Sina Scherzant, 1991 in Menden geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen, hat Erziehungs- und Bildungswissenschaften in Marburg und Hamburg studiert. Im Alter von elf Jahren gewann sie mit einem Mausbild den Malwettbewerb des örtlichen Optikers, der Preis war ein Buch. Sie ist Spiegel-Bestsellerautorin, Podcasterin und Drehbuchautorin. Sie liebt Spaghettieis. Taumeln ist ihr zweiter Roman; 2023 erschien ihr literarisches Debüt Am Tag des Welt-untergangs verschlang der Wolf die Sonne.
Posts
Hannah ist seit zwei Jahren verschwunden und trotzdem treffen sich einige der Bewohner:innen ihres Heimatortes jeden Samstag und suchen die Vermisste. Unter den Suchenden befinden sich beispielsweise Amaka, Emma, Frank, Christina, Enrico und Hartmut. Menschen, die ihre eigenen Päckchen zu tragen haben und doch die Energie aufbringen eine Familie zu unterstützen – bei der Suche nach der vermissten Tochter bzw. Schwester. Der Fokus der Geschichte bildet nicht das Finden von Hannah, sondern ihr Suchen. Die Suchenden, die durch Hannas Verschwinden eine Gemeinschaft bilden. Der harte Kern, der sich auch zwei Jahre nach dem Verschwinden der jungen Frau noch trifft. Fremde Menschen, die sich kaum untereinander kennen, werden jedoch den Leser:innen näher gebracht. Der Einblick pro Person ist kurz, aber sehr intim und das Erlebte, im privaten, hinter verschlossenen Türen, unabhängig der Gemeinschaft ist vielfältig. Bereits mit ihrem Debütroman »Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne« konnte mich Sina Scherzant abholen. Ihr zweites Buch »Taumeln« empfinden ich als ebenso stark. Dieses Buch liefert einen ganz eigenen Sound, mit einem eigenwilligen Schreib- und Erzählstil. Ich bin absolut fasziniert von dieser Analyse menschlichen Seins.
Als Luisas Schwester Hannah plötzlich verschwindet, ist nichts mehr wie es war. Auch zwei Jahre später kämpfen Luisa und ihre Eltern, jeder auf seine Art, mit der Ungewissheit, was mit Hannah passiert ist. Kämpfen um einen Weg, ihr Leben weiter zu führen. Zu Luisas Art gehört es jeden Samstag mit einer Gruppe von Menschen in den nahen Wald zu gehen und nach ihrer Schwester oder nach Spuren zu suchen. Menschen, die zuerst Fremde für sie waren. Von denen jeder einen ganz eigenen Grund dafür hat, immer noch jeden Samstag mit in den Wald zu gehen, obwohl allen eigentlich klar ist, dass sie dort nichts (mehr) finden werden. Menschen, die wir nach und nach kennenlernen. So ein starkes Buch. Es geht um Ungewissheit, Trauer, Einsamkeit und das Bedürfnis irgendwo dazu zu gehören. In allen Facetten. Sehr berührend und sanft beschrieben. Eine absolute Empfehlung. Und jetzt besorge ich mir erst mal das andere Buch von Sina Scherzant. Große Vorfreude!
Ein Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Still, berührend und voller Menschlichkeit – ich habe es in drei Tagen verschlungen.
Taumeln hat mich sofort gepackt – und zwar nicht mit Spannung oder Action, sondern mit dieser stillen Intensität. Ich dachte am Anfang, die Geschichte würde nur aus der Perspektive einer Figur erzählt. Doch dann öffnet sie sich Stück für Stück und gibt Einblicke in alle, die eine Rolle spielen – ganz subtil, fast nebenbei. Gerade das fand ich unglaublich stark: zu sehen, wie jede Figur ihre eigene Verletzlichkeit, Einsamkeit oder Sehnsucht mitbringt. Und wie sich daraus ein viel größeres Bild von Menschlichkeit ergibt. Mich hat das Buch so gefesselt, dass ich es in drei Tagen gelesen habe. Zurück bleibt dieses Gefühl, dass es manchmal gar nicht die großen Wendungen sind, die ein Buch unvergesslich machen, sondern die leisen Töne.
Luisa’s ältere Schwester Hannah ist weg. Auch zwei Jahre nach ihrem Verschwinden wird die schöne junge Frau noch im angrenzenden Wald von einer kleinen Gruppe mit Luisa jeden Samstag gesucht. »Natürlich sind in dieser Welt nicht nur die Schönen in Gefahr. Am Ende geht es immer um Macht und Kontrolle und verletzte Männeregos. […] Das Maskuline muss revolutioniert werden, finde ich.« (S.14) Luisa’s Leben ändert sich mit Hannah’s Verschwinden radikal: Eben war sie noch Studentin und lebte in einer WG, jetzt wohnt sie wieder in ihrem alten Kinderzimmer. Jeden Samstag trifft sich die Such-Truppe und geht gemeinsam den Wald ab. Aber wie sucht man eine Person, die seit zwei Jahren weg ist? Und wie findet man zurück in ein Leben ohne diese Person? »An einem Tag ist die Welt nicht in Ordnung, das weiß man, das ist klar, aber dann am nächsten Tag passiert etwas, und sie ist plötzlich so wenig in Ordnung, dass es einem vorkommt, als wäre sie vorher doch in Ordnung gewesen. […] , man möchte zurück im Vortag sein, sich wieder ausklinken, man machte, dass der andere noch da ist, nicht im eigenen Leben und auch noch in der Welt, die nie in Ordnung ist.« (S. 261f) Abwechselnd lesen wir Kapitel aus Luisas Sicht unterbrochen von reflektierenden Rückschauen in das Familienleben vor Hannah’s Verschwinden, parallel zu Ausschnitten aus dem Leben der anderen Suchenden. Schnell wird deutlich, dass jede*r seine eigenen Dämonen bekämpft und wir alle mehr auf einander Acht geben sollten. Eine schöne Message. 💘 Doch findet die Gruppe Hannah wieder? Was wird aus Frank’s gebrochenem Herzen, Inge’s gewaltgeprägten Zuhause oder Emma’s Einsamkeit? » ›Erinnerst Du Dich noch an mich?‹, tippt Luisa in Ihr Handy und schickt die Nachricht ab.« (S. 305) »TAUMELN« 🍂 von Sina Scherzant besticht erneut durch den unverwechselbaren Erzählstil aus diesen Seiten-langen Sätzen, die sich mit kurzen Halb-Sätzen Schlagabtausche liefern, die mal sakrastisch, mal radikal ehrlich (»Warum hast Du einfach so dein Leben kaputt gemacht und meins gleich dazu?« (S. 297)), mal melancholisch, mal Weltschmerz, mal kritisch, mal lustig sind. Wer hier einen Krimi oder Thriller sucht, wird hier nicht fündig werden. Darum geht es hier nicht. TAUMELN erzählt verschiedene, ganz normale Schicksale, wie sie uns alle umgeben können, und schafft es, ruhig und erzählerisch Gesellschaftskritik und schwere Themen zu verhandeln. Ein tiefgründiges, ehrliches, sarkastisches und melancholisches Buch, das ich sehr empfehlen kann 🩷🩵

Definitiv nichts für schwache Nerven. Nicht im brutalen blutigen Sinn, sondern für das eigene Gemüt. Die Autorin schafft es die Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und depressive Stimmung so gut zu beschreiben, dass ich mich wirklich manchmal richtig schlecht fühlte. Aber das macht ja irgendwie ein gutes Buch aus, man fühlt mit den Protagonisten mit. Die einzelnen Personen der Suchtruppe haben ihre eigenen Päckchen zu tragen und finden sich in dieses Setting der hoffnungslosen Suche wieder. Man leidet und fühlt mit.
Nachdem ich schon das erste Buch von Sina Scherzant gelesen (und wirklich sehr gemocht) habe, habe ich mich sehr über ein neues gefreut. Der Schreibstil ist anders und manchmal etwas lyrischer (?), aber erschafft Atmosphäre. Die Geschichte ist spannend, aber erzählt auch, dass nicht immer alles ist wie es scheint. Ich fand‘s gut!
Seit zwei Jahren ist Hannah verschwunden, ihre jüngere Schwester Luisa und ein Suchtrupp von sieben Leuten durchkämmt weiterhin jeden Samstag den Wald. Das Buch beschreibt die unterschiedlichen Formen von Trauer, was der Verlust mit der Familie und mit dem Dorf macht. Und es zeigt, wie sich die unterschiedlichen Menschen des Suchtrupps langsam voreinander öffnen. Die Autorin beschreibt authentisch, wie das Leben von einem Tag auf den anderen aus den Fugen gerät, wie jeder im Suchtrupp auf andere Weise mit dem Leben kämpft und verzweifelt um Hoffnung ringt. Ein berührendes Buch mit treffendem Titel.
Hoffnung muss man sich leisten können
Laut Klappentext habe ich mich auf ein poetisches Buch mit tiefen Charakteren und mitreißender Story gefreut. Man hätte soviel aus diesem Thema machen können... Leider wurde das Potential nicht genutzt. Schon der Einstieg war schwierig. Wechselnde Erzählform mal in der Ich-Form dann in der 3. Person haben verwirrt. Wer berichtet nun? Dazu langweilige Alltagsbeschreibungen angereichert mit Gedanken, die wohl nachdenklich und profund klingen sollten. Von literarischer Poesie habe ich hier nichts gemerkt. Dazu zieht sich die depressive Grundstimmung aller Protagonisten durchs ganze Buch und hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Klar ist die Geschichte tragisch, aber warum haben alle Teilnehmer der Suchaktion selbst ein trauriges, gewaltiges oder verwahrlostes Leben? Der Verlust, der eigentlich das Grundgerüst der Story bilden soll, dreht sich das ganze Buch nur im Kreis. Es geht nicht vorwärts. Das hat sehr frustriert. Dazu werden viele Dinge nur angedeutet, aber nicht richtig aufgeklärt. Und der letzte Satz des Buches... was soll ich sagen... hätte man eigentlich nicht so stehen lassen können.
Der Titel des Buches passt perfekt. Sina Scherzant erzählt eine Geschichte über eine Gruppe Menschen, die wortwörtlich taumelt. Durch das Verschwinden von Hannah kommen alle zusammen. Doch es ist nicht das Finden, um das es eigentlich geht, sondern um die Suche an sich. Sie alle treffen sich zufällig durch die Suche nach Hannah und doch sucht auch jeder und jede noch etwas völlig anderes. Es geht um die unterschiedlichsten Leben, die kurz aber sehr intim erzählt werden. Gerade die Erzählweise der Autorin macht die Geschichte so besonders. Es ist mal leichter, mal anstrengender zu lesen. Was die Handlung durchaus anspruchsvoll und komplex macht. Die Probleme und Leben der Charaktere werden einem nicht einfach so serviert, man taucht nach und nach in ihren Alltag und ihre Gedanken ein. Ich habe das Buch wirklich gern gelesen auch wenn ich letztlich den Ausgang des Buches nicht ganz befriedigend fand. Mir hätte ein etwas runderes Ende besser gefallen, auch wenn der Schluss durchaus zur Geschichte passt.
Eine Erinnerung daran, dass wir alle unser unsichtbares Päckchen zu tragen haben. Nüchtern und doch wortgewaltig. Berührend, ohne dramatisch zu sein. Klare Empfehlung.
Hinweis: einen Thriller/Krimi darf man hier nicht erwarten. ×××× SPOILER ×××× Bis auf zwei Personen werden alle aus der Gruppe näher beleuchtet bzw. hatten sie ihre eigenen Kapitel. Das hat sich mir nicht ganz erschlossen, aber vielleicht auch das eine tiefere Bedeutung. Den letzten Satz hätte ich nicht gebraucht, mMn ein unnötiger Cliffhanger, wo es vermutlich keine Fortsetzung geben wird.
So arg wie das Leben halt ist.
Ich weiß nicht in welches Genre ich Sina Scherzant einordnen soll, Arbeitstitel: "KEIN KRIMI - Geschichten aus dem Leben so geschrieben, dass ich mich gesehen fühl". Ich glaub es hat noch nie jemand einfach beschrieben wie sich das manchmal anfühlt, Mensch zu sein. Also nicht auf dieser großen dramatischen Ebene, sondern im Alltag. Wie sich das anfühlt, wenn man nen schlechten Tag hat und plötzlich den eigenen Gang, die Körperhaltung und die Art zu kauen hinterfragt. Oder wie sich das anfühlt wenn man dann eben doch nicht die Zeit seines Lebens hat mit Mitte 20. Oder wie sich das anfühlt wenn man so tut als wär das Grad kein Date obwohl man's hofft. Oder wie sich das anfühlt wenn man nicht weiß ob das "meine Aufgabe" ist und wenn man dann stumm bleibt. Wie sich Menschlichkeit halt anfühlt. Ich liebe alle vergleiche und bildlichen Beschreibungen, ich liebe diese zerrissenen kleinen Kapitel, ich liebe, dass es kein Krimi ist, ich liebe dieses Wohnzimmer der Auerbachs, von dem ich ne oddly specific Vorstellung habe, ich liebe Frank. Toll toll toll. Ich hoffe wirklich da kommen noch ganz viele Bücher mehr. Und ja, hab das Buch gerade erst Weg gelegt und schreibe deshalb vielleicht ein bisschen pathetisch. LG
„Taumeln“ ist ein leiser, vielstimmiger Roman, der zunächst Distanz schafft, aber mit zunehmender Tiefe seiner Figuren berührt – besonders das emotionale, teils traurige Ende hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Ehrlich gesagt: Am Anfang war’s echt nicht so meins. Ich bin irgendwie nicht richtig reingekommen – die Figuren waren mir zunächst fremd, ich konnte mit vielen einfach nicht connecten. Es hat eine Weile gedauert, bis ich überhaupt einen Zugang zu ihrer Welt gefunden hab. Die Struktur mit den vielen Perspektiven war zwar interessant, aber anfangs auch etwas distanziert für mich. Aber dann – so ab der Mitte, vielleicht etwas später – hat sich das geändert. Ich hab nach und nach gemerkt, wie sehr mich einzelne Figuren doch berühren. Vor allem gegen Ende war ich richtig drin. Es wurde ruhiger, dichter, emotionaler. Und dann gab es echt schöne, auch traurige Momente, die mich wirklich berührt haben. Ich hätte das zu Beginn ehrlich gesagt nicht erwartet. Also insgesamt: kein Buch, das mich sofort gepackt hat, aber eines, das sich nach und nach geöffnet hat. Und dann mit einer leisen Wucht. Nicht spektakulär, aber schön auf seine eigene Art.
Nach wenigen Seiten war ich in dieser schweren, bedrückenden, einschließenden Stimmung gefangen. Die Atmosphäre ist so voller Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Orientierungslosigkeit. Auf der Hälfte wurde mir das leider zu viel. Irgendwie gut, weil ich nur noch raus wollte aus diesem Dorf, aber das war auch einfach anstrengend zu lesen.




























