Intermezzo

Intermezzo

Softcover
3.81359

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Description

Das Urheberrecht an bibliographischen und produktbeschreibenden Daten und an den bereitgestellten Bildern liegt bei Informazioni Editoriali, I.E. S.r.l., oder beim Herausgeber oder demjenigen, der die Genehmigung erteilt hat. Alle Rechte vorbehalten.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
442
Price
19.50 €

Characteristics

3 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
69%
N/A
5%
38%
17%
34%
33%
68%
12%
40%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
33%
53%
28%
91%

Pace

Fast0%
Slow67%
Moderate0%
Variable33%

Writing Style

Simple0%
Complex33%
Moderate67%
Minimalistisch (100%)Poetisch (33%)Außergewöhnlich (33%)

Posts

204
All
4.5

So jung damals. Mischt Erinnerung mit Lust. Bilder dunkler Gassen. Friedhof der Jugend.

Mein erster Roman von Sally Rooney, den ich beendet habe und es war ein voller Erfolg. Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich vollends auf den Schreibstil einlassen konnte, aber im Laufe des Buches wurde dieser immer flüssiger und einprägsamer. Rückblickend betrachtet ist es eine literarische Meisterleistung, die Geschwindigkeit der Handlung in der Kürze oder Länge der Sätze aufzugreifen und so ein besseres Bewusstsein für die Gefühlslagen und Stimmung der Protagonist:innen zu schaffen. Wir erleben zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich auf Grundlage ihrer Gefühle doch sehr ähnlich sind. In dem Buch erleben wir so ziemlich jedwede Gefühlsregung aus der Ego-Perspektive zweier Männer im Alter von 22 und 32, dass es zeitweise schmerzt, in dieser Geschichte zu stecken. Von den Freuden einer anfänglichen Liebe bis hin zu Selbstmord-Gedanken wird die Leserschaft auf eine harte Probe gestellt. Es fesselt uns buchstäblich an die Gefühlsregungen und zwischenmenschlichen Probleme von Peter und Ivan untereinander, in der Familie, Beziehungen und der Aufarbeitung der Trauer um den Tod des kürzlich verstorbenen Vaters. Der Twist zwischen der anfänglichen Extrovertiertheit und Introvertiertheit der Protagonisten, die sich aufgrund mehrerer Schicksalsschläge im Laufe des Buches quasi umkehren ist bemerkenswert zu beobachten. Auf der Reise mit Höhen und Tiefen sondergleichen wird sich für jede lesende Person ein Teil finden. Leider kann man das Buch im Gesamtwerk als ein wenig zu lang betrachten, da man hier die Geschichte auch etwas nischiger aufziehen hätte können und beispielsweise auf explizite Sexszenen verzichtet, die nur eine bestimmte Gruppe an Lesenden sonderlich ansprechen dürfte. Nichtsdestotrotz ein aufregendes Leseerlebnis, welches die gesamte Gefühlswelt und kognitive Fähigkeiten fordert. Well Done, Sally Rooney.

5

Rooney schreibt, und alles in mir reagiert. In jedem Fall leben

Ein weiterer Roman, der mich aufgelöst in meinen Gefühlen hinterlässt. Sally Rooney gelingt es in ihrem sprachlichen Stil, der kürze und länge Ihrer Sätze, mich emotional so sehr mitzunehmen, dass ich die Trauer, die Depression, die Liebe, die Vertrautheit Klarheit und Verletzlichkeit, Zerissenheit, den Hass, den Rückzug und immer wieder die Liebe so sehr spüren kann, dass es mir heiß wurde, dass es mir kalt wurde, dass mir die Tränen liefen und ich vor Liebe selbst erregt war. Sally Rooney beschreibt die Gefühle so greifbar und doch bleibt so vieles ungesagt, bleibt zwischen den Zeilen. 6 von 5 Sternen – weil es nicht weniger verdient. #Intermezzo #SallyRooney #HerzLiteratur #ZwischenDenZeilen #EmotionalErnst #BücherDieEinenVerändern

4

Anspruchsvoll, unkonventionell, echt: Ein Intermezzo der Gefühle

In Intermezzo beleuchtet Sally Rooney das Leben der ungleichen Brüder Peter und Ivan Koubek nach dem Tod ihres Vaters. Während der erfolgreiche Anwalt Peter zwischen der Bindung zu seiner Ex-Freundin Sylvia und einer Affäre mit der jungen Naomi schwankt, lässt sich der schüchterne Schachspieler Ivan auf eine Beziehung mit der älteren Margaret ein. Der Roman erzählt in einer sensiblen Zwischenphase ihres Lebens von Trauer, familiären Spannungen und der Suche nach echter Nähe. Intermezzo ist ein anspruchsvoller Roman, der wenig auf Handlung und viel mehr auf die Gedanken und Kommunikation zwischen den Charakteren setzt. Ich habe daher etwas länger gebraucht, um wirklich in das Buch hineinzufinden. Besonders angesprochen haben mich die unterschiedlichen Schreibstile: Peters Kapitel zum Beispiel sind abgehackt und ohne ganze Sätze geschrieben – das ist anfangs verworrend, passt aber perfekt zu seinem Charakter. Thematisch überzeugt mich, wie Rooney den individuellen Umgang mit Trauer und vor allem unkonventionelle Beziehungsmodelle beleuchtet. Sie zeigt ehrlich, wie schwer es ist, abseits der gesellschaftlichen Norm zu lieben. Fazit: 4 von 5 Sternen. Wer gerne Anspruchsvolles liest und dranbleibt, wird dieses Buch lieben.

4

Der Schreibstil von “Intermezzo” ist anfangs definitiv gewöhnungsbedürftig. Die wechselnden Kapitel und Perspektiven erfordern etwas Geduld, aber sobald man sich darauf eingelassen hat, entfaltet sich die wahre Stärke des Romans: Sally Rooney gelingt es meisterhaft, das Innenleben der Brüder Peter und Ivan einzufangen. Wie gewohnt brilliert Rooney in der Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen. Sie findet diese einzigartige Balance zwischen leisen, intimen Momenten und emotional aufgeladenen Szenen, die einen nicht mehr loslassen. Oberflächlich betrachtet passiert nicht viel – und doch passiert so unglaublich viel unter der Oberfläche. Das Buch beantwortet viele Fragen über Trauer, Liebe und familiäre Bindungen, lässt aber genauso viele offen – was genau das ist, was einen noch lange nach der letzten Seite beschäftigt. Fazit: Ein tolles, emotional komplexes Buch, aber definitiv kein “Easy Read”. Wer bereit ist, sich auf Rooneys Stil einzulassen, wird mit einer berührenden Geschichte belohnt.​​​​​​​​​​​​​​​​

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Ich habe das Buch nach 100 Seiten abgebrochen und das sind die Gründe: keine Kennzeichnung wörtlicher Rede (nervig und nicht inklusiv), für mich anstrengender Schreibstil, weder der große, noch der kleine Bruder haben mein Interesse geweckt, fehlender Plot. Das war langweilig!

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4

Intermezzo war mein erster Roman von Sally Rooney, und obwohl mir der Schreibstil – insbesondere aus Peters Sicht – anfangs etwas gewöhnungsbedürftig erschien, hat mich die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen. Die Autorin versteht es, die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen und den Konflikt zwischen individuellem Begehren, gesellschaftlichen Erwartungen und moralischen Grenzen eindrucksvoll darzustellen. Ihre Figuren bewegen sich in einem feinen Geflecht aus Nähe und Distanz, Schuld und Verlangen – nichts ist einfach nur richtig oder falsch. Wer allerdings viel Handlung oder Action erwartet, sollte lieber zu etwas anderem greifen.

3

Einige Minuten lang liegt Ivan auf dem Bett und weiß nicht, was er denken soll, mit welcher Aufgabe er sein Gehirn füttern soll, ob er die Vergangenheit analysieren soll, seine Fehler und Versäumnisse, das Unrecht, das er anderen angetan hat oder das andere ihm angetan haben, oder die verwirrenden Vorfälle in seinem Leben, in denen beiderlei Unrecht vorzukommen scheint, ob er über seinen Vater nachdenken sollte oder über das Mädchen, das unten in der Küche sitzt, oder über Margaret, das Turnier nächste Woche, die helle, dünne Bluse, die sie vielleicht tragen wird. Aber nein: Sein Geist ist zu angeschlagen, um über irgendetwas nachzudenken. Schließlich nimmt er stumm sein Handy aus der Tasche, öffnet die App und spielt, ohne weiter nachzudenken, eine Partie Schach. - Zitat, Seite 385 In dem Roman von Sally Rooney begegnen wir zwei sehr unterschiedlichen Brüdern, die zwar bei der Beerdigung ihres Vaters zusammen treffen, aber nicht nur vom Alter her weit auseinander stehen. Wird sie die Trauer um einen wichtigen Menschen wieder näher zusammen bringen, oder weiter einander entfremden? Und wie wird dieser Trauerfall die Liebesbeziehungen der jungen Männer beeinflussen? Die Autorin versteht es sehr gut, die sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen ihrer Figuren darzustellen. Die Protagonisten scheinen jeweils total in ihrer eigenen Blase gefangen zu sein. Außerdem machen sie sich total viele Gedanken über die Außenwirkung ihrer Handlungen. Noch unsicherer wirkt Margaret, die mit dem wesentlich jüngeren Ivan eine Beziehung eingeht, aber sich dabei ständig Sorgen wegen des Altersunterschieds macht. Während sich der 22jährige Ivan sich auf seine Liebesbeziehung konzentriert und nebenher noch seine Schachstatistik ausbessert, verliert sein älterer Bruder Peter, der als erfolgreicher Anwalt in Dublin tätig ist, mehr und mehr den Halt. Von seiner jungen Freundin lässt er sich mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln versorgen und es quälen ihn Selbstmordgedanken, die ihn in einen Zerstörungsmodus versetzen, während er in einem Liebesdreieck gefangen ist. Der Schreibstil der Autorin ist sehr leichtfüßig und die Worte folgen oft in kurzen und abgerissenen Sätzen, die einem inneren Dialog nachgebildet sind. Obwohl wir so ganz nah an den Protagonisten heran kommen, bleiben ihre Handlungen und Gedanken manchmal etwas diffus oder sogar merkwürdig, da es der Autorin gefällt, erst nach und nach bestimmte Hintergründe zu enthüllen. Diese Taktik soll den Leser wohl emotional mehr an die Personen binden, was allerdings nur teilweise gelingt, denn so wird die Geschichte künstlich in die Länge gezogen. Eine Straffung des Plots hätte dem Roman nicht geschadet. Was allerdings für Befremden bei der Lektüre sorgt, ist das christlich religiöse Element. Nicht selten wird nach intimen Momenten oder zwischenmenschlichen Interaktionen plötzlich auf eine Szene der Evangelien hingewiesen, auf das Verhalten Jesu wird aufmerksam gemacht und der Glaube an Gott wird thematisiert. Auch Begriffe wie Reue, Schuld, Sünde, aber auch Vergebung fallen. Tatsächlich erinnert der Roman ein wenig an "Wiedersehen mit Brideshead" von Evelyn Waugh, auch wenn die Handlung dort eine ganz andere ist, aber dort der katholisch geprägte Begriff der Gnade eine große Rolle spielt. FAZIT Das war mein erster Versuch mit dem Werk von Sally Rooney und auch wenn ich inhaltlich nicht ganz mitgehen konnte, fand ich den Schreibstil doch interessant und anfangs sogar erfrischend. Allerdings fand ich es sehr heftig wie hier die Suizidgedanken eines Protagonisten dargestellt werden. Mein Herz hat so um Peter gebangt! Wer bei diesem Thema sensibel ist, sollte es sich sorgfältig überlegen, ob dieser Roman zur Lektüre geeignet ist. Daher an der Stelle eine eingeschränkte Empfehlung.

5

Anspruchsvolles emotionales Highlight

Peter und Ivan, Brüder die kaum unterschiedlicher und gegensätzlicher sein könnten. Peter, 32 Jahre alt und ein erfolgreicher extrovertierter charismatischer Anwalt. Ivan, 22 Jahre alt und ein introvertierter und auf sozialer Ebene manchmal unbeholfener junger Mann, nebenbei ein Schach Genie. Nachdem ihr Vater gestorben ist fallen beide in ein emotionales Loch. Peter versucht in der darauffolgenden Zeit seine innere Leere mit Alkohol, Tabletten und der 23 Jahre alten Naomie zu füllen. Ivan hingegen lernt bei einem Schachturnier die 36 Jahre alte Margaret kennen und verliebt sich in sie. Bei ihr fühlt er sich das erste Mal aufgehoben, geliebt und gebraucht. Jedoch ist diese Liebesbeziehung auch kompliziert und mit Vorurteilen von Außen behaftet. Der Schreibstil der Autorin ist herausfordernd und macht wirklich großen Spaß. Die unterschiedlichen Kapitel die jeweils aus der Sicht von Peter oder Ivan geschrieben sind heben sich deutlich voneinander ab. Peters chaotische Gedanken und seine Verzweiflung werden in oft sehr kurze und abrupt abbrechende Sätze gepackt. Ivan wirkt durch die Schreibweise jedoch sehr besonnen, reflektiert und für sein Alter sehr reif. Die philosophischen Aspekte haben mich auch wirklich begeistert und ich fand es sehr spannend die familiäre zwischenmenschliche Dynamik zu verfolgen und welche Entwicklung die Protagonisten durchlaufen haben. Ich hatte nach „Schöne Welt, wo bist du“ große Erwartungen in das Buch und wurde nicht enttäuscht. Es ist kein Roman den man nebenbei und zwischendurch liest, aber mit ein bisschen Zeit kann man auch zwischen den Zeilen lesen und einiges an Gefühlen mitnehmen. Und nicht zu vergessen ist das wunderschöne Cover und der tolle Buchschnitt. Für alle eine große Leseempfehlung, die ein wenig anspruchsvollere, emotionale Lektüre suchen und auch mal eine etwas andere Schreibweise lesen möchten.

4

Hörbuch. Es geht um zwei Brüder, der eine Anwalt, der andere Schachspieler; Liebe, Macht, Geld, soziale Unterschiede.

4.5

Leben ist wie Schach zu spielen - manchmal zumindest.

Das hier hat mir richtig, richtig gut gefallen und ich mochte den Schreibstil der Autorin sehr, auch wenn man sich zu Beginn schon sehr stark darauf einlassen muss, weil er zugegeben etwas anstrengend sein kann. Umso mehr macht er allerdings Sinn und ich fands grandios, wie man alleine anhand der verschiedenen Stile die Kapitel den einzelnen Figuren zuschreiben konnte. Wie sich deren gedankliches Innenleben auch im Satzbau finden lässt. Selten so gesehen, handwerklich hervorragend. Es geht hier vor allem um komplexe und weniger schöne Familiengeflechte. Um zwei Brüder, die ihren Vater verloren haben und nun auf unterschiedliche und dann doch sehr ähnliche Art und Weise ihre Trauer verarbeiten - oder auch eben nicht. So oder so suchen beiden Zuflucht in Beziehungen zu Frauen und hadern gleichzeitig mit ihrem Leben und wie das bisher so verlaufen ist. Pilottechnisch passiert kaum etwas, aber die verschiedenen Gefühlswelten und Gedankenstöme sind so gut eingefangen, dass die Protagonisten unheimlich lebendig und greifbar wirken. Gleichzeitig versteht Rooney es, den Leser die verschiedenen Verbindungen selbst machen zu lassen. Selbst zu verstehen, wie die Figuren sich und ihre Mitmenschen wahrnehmen, statt diese Arbeit dem Leser abzunehmen und Leuchtschilder hochzuhalten, die klar kennzeichnen, welche Charaktereigenschaften jetzt wem zugeschrieben werden können. Man lernt die Figuren tatsächlich kennen und das - auch wenn sich das grotesk anhört - ohne den Einfluss der Autorin. Natürlich beeinflusst Rooney wie wir die Charaktere sehen und wahrnehmen, sie hats ja schließlich geschrieben. Aber sie lässt uns diesen Weg des Kennenlernens eben selbst gehen. Gleichzeitig ist das ganze Buch wie ein Schachspiel aufgebaut, während Schach gleichzeitig als Metapher für das Leben an sich genutzt wird. Was die Spannungen im Buch umso größer macht, denn im Schach geht es ja quasi nur um Strategie und mindestens fünf Züge voraus zu sein - was im wahren Leben selten möglich ist. Ich fands großartig und hab mich sehr gerne hier drin verloren.

4

Eine Partie Schach gefällig? Oder lieber eine neue Irische Rooney Story mit einem Schachnerd als Protagonisten?! ♟️💙

Ist Intermezzo ein typisches Sally Rooney Buch?! Diese Frage würde ich einerseits mit „Ja“ beantworten, denn sie kokettiert mit ihren Leser*innen wie bereits in ihren vorigen Büchern über soziale Gefüge, Sex und verzwickte Beziehungen, aber sie hat sich auch ganz klar thematisch weiterentwickelt und schreibt über Verlust und Trauer. Kann man nun sagen, wenn man ihre ersten drei Bücher gerne gelesen hat, wird man auch Intermezzo mögen?! Ein ganz klares „Ja“, denn sie nimmt uns mit auf eine Reise durch das Buch im typischen Rooney-Stil. Wer schon eins ihrer Bücher gelesen hat, weiß: Ihre Geschichten entwickeln sich langsam und das ist auch der Knackpunkt, denn man liebt entweder ihre Art zu erzählen oder man bezeichnet sie möglicherweise als gar lahm oder langatmig. Ich persönlich habe alle ihre Bücher im Englischen Original gelesen, daher kann ich zu den jeweiligen Deutschen Übersetzungen nichts sagen. Aber worum geht’s denn nun in Intermezzo?! Zwei grundverschiedene Charaktere, die nur vereint, dass sie Brüder sind, hadern mit dem Tod ihres Vaters - beide trauern auf ganz individuelle Weise. Peter ist ein Millenial, 33, und erfolgreicher Anwalt - die Geschichte beginnt quasi direkt in seiner Gedankenwelt, nach der Beerdigung des Vaters. Beziehungsmäßig steht er zwischen zwei Frauen. Der 22-Jährige Ivan hingegen ist Schachnerd, man könnte ihn als sozial inkompetent beschreiben und er ist den Avancen einer älteren Frau ausgesetzt, der 36-Jährigen Margaret. Mich als Schachliebhaberin hat letztlich auch das Cover und die thematische Integration des Spiels zum Kauf des Buches verführt. Vor allem war ich gespannt, ob Rooney ihre Figuren auch wie in einer Partie Schach agieren lässt. Ist Intermezzo nun lesenswert, oder kann man es sich schenken?! Wer typische Rooney-Literatur erwartet, bekommt sie auch - aber reifer, ausgeklügelter, sie hat sich nicht nur thematisch weiterentwickelt, auch ihre Dialoge haben ein Feintuning erfahren. Denn sie verwendet die Dialoge nun vermehrt als Stilmittel - man könnte denken, sie lässt Peter zu kurz und abgehackt antworten, sie hätte mehr Mühe in die Dialogisierung stecken sollen, aber: Genau das hat sie getan, denn sie unterstreicht damit Peters struggelnde Gedankenwelt. Was ich hingegen gerne reduziert gesehen hätte, ist der Beziehungsstress und auch bedarf es für mich nicht der Thematisierung einer Dreiecksbeziehung für ein gutes Buch. Für die Rooney-Fans unter Euch, ist Intermezzo ein Muss, für alle, die noch nichts von ihr gelesenen haben, ist Intermezzo definitiv ein guter Einstieg in ihre Irischen Geschichten.

2

Frau Rooney und ich? Keine gute Idee!

Eigentlich gehen Sally Rooney und ich schon seit „Gespräch unter Freunden“ getrennte Wege. Nach diesem Ich-zentrierten und stilistisch anstrengenden Werk war für mich klar, dass das nicht meine Autorin ist und ich dem Hype nicht erliege. Nun soll sie aber erwachsener geworden sein, so höre ich von vielen die Bücher lesen, die meinem Geschmack entsprechen. Und dann lag es da als Geschenk beim Bloggertreffen auf der Buchmesse und mein Buchclub hat sich ebenfalls entschieden darüber das nächste Mal zu diskutieren. Das kann doch kein Zufall sein? Also wurde aus der gescheiterten Autorinnen – Leserinnen Partnerschaft eine On-Off-Beziehung. Aber meine Haltung, das aufgewärmte Verhältnisse nicht gut gehen, hat sich leider wieder bestätigt. Mrs. Rooney und ich? Großer Irrtum! Die beiden Brüder Peter und Ivan haben wenig gemeinsam. Ein nicht unbeträchtlicher Altersunterschied trennt sie genauso wie die unterschiedlichen Lebenstile. Während der eine eher ausschweifend Frauen und Alkohol zuspricht ist der andere mehr den kognitiven Freuden zugeneigt. Die Geschichte startet an dem Punkt, wo der Vater der beiden verstirbt und sie sich in einer neuen Lebenssituation zurechtfinden müssen. Dass Ivan sich in eine ältere Frau verliebt wird vom älteren Bruder kritisiert. Aber Peters Beziehungen sind tatsächlich schräg. Er kommt von seiner Exfrau Sylvia nicht los, verliebt sich aber in die viel jüngere Naomi, die ihn nach und nach überfordert. Einen Hund, der versorgt werden muss, gibt es auch noch. Und dann ist da noch die Mutter der Beiden, die ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihren Söhnen hat. Es folgen wechselnde Perspektiven, die sich größtenteils mit den Beziehungen auseinandersetzen. Die Gedankengänge der Protagonisten spielen da eine größere Rolle als die verbale Auseinandersetzung. Wir erfahren also wie der eine über den anderen denkt, was er zu kritisieren hat. und wer an was schuld ist (natürlich immer der andere). Die Handlung geht aber sehr wenig in die Aktion. Wenn doch, dann ist es oft die Reise von einem zum anderen Punkt, es wird getrunken oder gevögelt und ab und zu ein bisschen Schach gespielt. Und der Rest ist Beschreibung von, meiner Ansicht nach, belanglosen Situationen und Dingen. Ich weiß, dass genau das viele so genial an diesem Roman finden. Aber nur wenige Autor*innen beherrschen diese Kunst so gut, dass es mich fesselt. Hier hat mich der Inhalt schlichtweg gelangweilt. Besonders dann wenn Informationen zum 150. Mal wiederholt wurden. Wir wissen zum Beispiel von Anfang an, dass der Vater tot ist. Es wird mehrfach erwähnt und noch auf Seite 361 finde ich dann Sätze wie: „Jedes Zimmer fühlte sich traurig und kalt an, tot, wie das Haus eines Toten, dachte Ivan, und das war es ja wirklich.“ Mich hat das unglaublich genervt. Das Beschreiben von Nichtigkeiten füllt die kaum vorhandene Handlung „Im Flur, nachdem er die Tür geschlossen hat, aber noch bevor er etwas anderes tun kann, bevor er die Hand nach dem Lichtschalter ausstrecken oder die Pizza abbestellen kann, merkt er, weiß er, dass etwas anders ist.“ (S.365) ich kann solchen Sätzen keinerlei Poesie abgewinnen. Aber nicht nur die Kälte des Plots und die blutleeren Protagonisten sind für mich ein Problem – es ist der Erzählstil, den ich nach wie vor so anstrengend empfinde, dass ich manchmal tief ein und ausatmen musste, um weiterlesen zu können. Rooney hat die Angewohnheit, ihren Protagonisten Sätze in den Mund zu legen, die diese dann nicht beenden und quasi ausfaden. Die Dialoge sind mir viel zu hölzern, zu abgehackt und es gibt definitiv überproportional oft ein „cool“, „okay,“ „ach“, „naja“, „tja“, „ah“ und „oh“, gerne auch am Anfang und am Ende eines Sprechparts „Okay, wiederholt er. Cool. Und falls du mit Peter sprichst, keine Ahnung, ob ihr sprecht, aber sag ihm nicht, dass ich hier bin. Also erwähne nicht mal, dass du mich gesehen hast, und erzähl auch sonst nichts von mir. Okay?“ (S.377) Das machte mich auf Dauer so müde! Mein Fazit zu diesem Roman fällt also entsprechend desillusionsiert aus. Wenig Handlung, Personen, deren Gedanken ständig um sich selbst kreisen und Dialoge die sich anhören, als würde ich uninteressierte Teenagern fragen, wie es in der Schule war. Wenn ihr euch jetzt fragt, warum ich das Buch nicht abgebrochen habe (ich habe mehrfach darüber nachgedacht), dann liegt das daran, dass ich bis zur letzten Seite auf Erleuchtung, ob ihres Rufs als Kultautoren gehofft habe. Jetzt bin ich qualifiziert wenigstens fundiert zu kritisieren. Sally Rooney kann also ohne mich weiter reifen, in meinem Wissen dass diese Beziehung keinen Sinn mehr hat. Auch andere Bücher haben schöne Autor*innen.

4.5

GENIAL Unterschiedliche Schreibweise bei den ungleichen Brüdern angewandt. Sowas muss man erstmal können. Respekt

3.5

Teilweise mühsam, aber gut

Eindringliche, sehr dichte Geschichte. Es wird die Beziehung zweier Brüder in einem komplexen Schreibstil beschrieben, der die Intelligenz der beiden gut widerspiegelt. Man lernt Ivan und Peter durch ihre Gedankengänge und Handlungen langsam auf eine intensive Art kennen. „Sie lacht in seinem Rücken. Na ja, ich habe das nur gesagt, um höflich zu sein, meint sie. Wir waren zusammen. Aber wir haben uns getrennt. Vor ein paar Tagen, deshalb bin ich hier. In seinem Kopf und seinem Gehirn summt es: wie eine Schmeißfliege, die in einem Glas gefangen ist. Er schenkt sich Wasser ein und trinkt es aus, steht weiter an der Spüle. Okay, verstehe, sagt er. Dann fällt ihm ein, schnell hinzuzufügen: Das tut mir leid.“ „In schwerer, bedrückender Stille steht Ivan an der Terrassentür, sagt nichts, will am liebsten überhaupt nicht mehr reden müssen. Schließlich dreht er sich von der Tür weg und sagt knapp: Nein, das wusste ich nicht.“

Teilweise mühsam, aber gut
4

INTERMEZZO ♟️

Die Times schreibt über Sally Rooney, dass sie mehr ist als nur die Stimme ihrer Generation. Durch ihre Begabung, Menschen in all ihren Lebenslügen und Tugenden zu erfassen, steht sie in einer Romantradition feiner Beobachtungen mit Jane Austen. Die FAZ schreibt, wie Jane Austen protokolliert Rooney die Unbehaglichkeit, die Unterschiede in Status, Bildung und Wohlstand hervorrufen. Das sind wahnsinnige Stimmen und ich möchte hier vielleicht nur meine, viel unwichtigeren Gedanken zusammenfassen. In Intermezzo beobachten wir zwei Brüder, die grade ihren Vater verloren haben. Man taucht kurz in die Lebensgeschichten ein und verlässt sie auch innerhalb eines kurzen Zeithorizonts. Der Schreibstil zeichnet sich insbesondere durch sehr kurze Sätze und sehr detaillierte Beschreibungen aus. Man taucht ein in die Gefühlswelten beider - und das habe ich persönlich als wahnsinnig unbequem empfunden. Man kann die Gefühle sehr stringent nachvollziehen, was nicht heißt, dass ich ein Verständnis für die Charaktere hatte. Beide sind dermaßen in ihren eigenen Lebenslügen verstrickt und kommen einfach nicht aus ihrer Haut. Das Buch fühlt sich wahrhaftig an, aber die Gedanken sind teilweise wirklich düster. Ich habe mich persönlich ertappt, als ich dachte, wenn ich so leben würde, würde ich mich umbringen. Die beschriebene Tristesse hat mich irgendwann wahnsinnig gemacht. Aus diesem Grund würde ich auch nie sagen, mir hat das Buch gefallen. Gefallen ist keine Kategorie für diesen Roman, er hat mich aber auch nicht wirklich bewegt, da mir die grundlegende Sympathie für die Charaktere fehlte. Der Roman steht für sich, er ist literarisch interessant und ich habe ihn auch gerne gelesen. Man muss aber in der Stimmung dafür sein.

INTERMEZZO ♟️
5

Achterbahn der Gefühle

“Intermezzo” von Sally Rooney ist der zweite Roman, den ich von der Autorin gelesen habe, und ich wurde wieder komplett umgehauen. Das Buch handelt von den Brüdern Ivan und Peter und begleitet die beiden nach dem Tod ihres Vaters. Mir ist es am Anfang total schwer gefallen, die Kapitel aus Peter’s Perspektive zu lesen, da der Schreibstil bei ihm super speziell ist, im Laufe des Buches ergibt aber alles mehr Sinn und man kann besser folgen. Durch die kurzen, abgehackten, teilweise unvollständigen Sätze kann man sich sehr in seine Gedanken hineinversetzen . Teilweise habe ich richtig Beklemmungen bekommen, da vorallem seine lebensmüden Gedanken so realistisch beschrieben wurden. Meiner Meinung nach eine Meisterleistung der Autorin. Auch bei Ivan, der von Anfang an viel greifbarer ist, fühlt man total mit. Da mich das Buch emotional völlig abgeholt hat und auch der Schreibstil für mich sehr fesselnd war, gehört “Intermezzo” zu meinen bisherigen Jahreshighlights!

5

Ich dachte ich hätte mein JahresHighlight bereits gelesen...

...und dann kam Sally Rooney, und hat mich mit Ihrem Roman einfach umgehauen 🥰

5

„Intermezzo“ von Sally Rooney, in der deutschen Übersetzung von Zoë Beck, hat mich sehr bewegt. Nicht nur wegen der Handlung, welche so sehr mit dem gesellschaftlichen Bewusstsein spielt und die Unterschiede der Betrachtung von Beziehungen aus hetero-normativer Sicht mehr als nur verdeutlicht, sondern auch wegen der Sprache, die genutzt wird. So versetzte mich die Sprache des Buches in die jeweilige Situation der Protagonist:innen in den einzelnen Kapiteln. Mal in langen, nachdenklichen und bewussten Sätzen. Mal in hektischen kurzen Sätzen. Ein wundervolles Spiel mit der Sprache, welche die Handlung für mich noch mehr untermauerte.

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5

Dieses Buch - definitiv Liebe auf den 2. Blick ;-)

Habe ich am Anfang des Buches geahnt, dass ich 5 Sterne vergeben würde? Nein. Bin ich die ganze Zeit in einem perfekten Lesefluss gewesen? Nein. Ich war zunächst überfordert, insbesondere mit dem Schreibstil des Charakters Peter. Dann habe ich mich ebenfalls - wie oft kritisiert ein bisschen daran aufgehängt, dass es keine wahnsinnig vielen Handlungssprünge gibt. Bis ich verstanden habe, worum es eigentlich geht. Es geht um die Beziehung zweier Brüder nach dem Verlust ihres Vaters. Um die Beziehung zueinander, zu sich selbst und den Frauen in ihren Leben. Die Handlung spielt sich in Gedanken und Gefühlen ab - dafür brauchte es bei mir ein bisschen Zeit mich zu öffnen. Umso faszinierter bin ich im Rückblick. Ganz besonderer Schreibstil, besondere Charaktere, wahre Gefühle und Gedanken und ein Meisterwerk der anderen Art.

3.5

Tiefgründiges Buch mit viel Inhalt zwischen den Zeilen

Ich habe Intermezzo im Urlaub am Meer gelesen, ganz ohne Ablenkung und fast in einem Rutsch. Wahrscheinlich hat genau das geholfen, mich so tief auf die Geschichte einzulassen. Anfangs war der Schreibstil für mich ungewohnt – sehr nüchtern, fast spröde. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt, wie sehr er dazu beiträgt, den Figuren und ihren Gefühlen wirklich nah zu kommen. 💭 Die Handlung selbst bleibt eher leise, doch man spürt die Emotionen und Gedanken so unmittelbar, dass es fast schon ein Mitleben wird. Manchmal schwer, manchmal berührend, aber immer echt. Für mich ein Buch, das nicht mit großer Dramatik überzeugt, sondern mit dieser stillen Intensität, die noch lange nachhallt. ♾️

Tiefgründiges Buch mit viel Inhalt zwischen den Zeilen
1

Thematisch belanglos und ebenso umgesetzt. Authentische Darstellung männlicher Gefühlswelten/Miteinander ist der Autorin total misslungen! „Probleme“ werden unnötig aufgebauscht und letztendlich auf lächerliche Weise aufgelöst! FLOP

4.5

Lesehighligt mit Startschwierigkeiten

Wie viele andere habe ich mich am Anfang wirklich schwergetan mit dem Schreibstil – vor allem aus der Sicht von Peter. Ich habe sogar kurz überlegt, das Buch abzubrechen. Zum Glück habe ich es nicht getan, denn am Ende war nicht nur der Schreibstil für mich etwas ganz Besonderes und Wunderschönes. Die Protas haben sich in mein Herz geschlichen, und ich liebe sie wirklich sehr – mit all ihren „Fehlern“. Auch wenn sie immer wieder richtige Arschlöcher sind, macht genau das sie für mich so echt, und ich habe so sehr mitgelitten. Trotz der schweren Themen hatte ich das Gefühl, wie in eine warme Decke eingehüllt zu sein. Der Blick auf Beziehungen – nicht nur romantische, sondern auch familiäre und freundschaftliche – hat mir unglaublich gut gefallen. Auch der Umgang mit Verlust wurde so feinfühlig dargestellt. Ein wirklich tolles Buch. ❤️

4.5

Schönes bewegendes Buch! Die Vielschichtigkeit von Beziehungen in der Familie und der Liebe sehr gut dargestellt, man gewinnt die Charaktere lieb. Hat mich sehr berührt!

5

Ein richtig toller Roman, der mich sehr berührt hat. Für mich persönlich bisher das stärkste Buch von Sally Rooney. Sie klingt erwachsener und reifer, das hat mich besser erreicht als ihre vorherigen Bücher. Mit sehr viel Feingefühl hebt sie klassische Beziehungsmodelle auf und konzentriert sich auf die Menschen und Gefühle dahinter. Beide Brüder hat sie sprachlich wahnsinnig toll eingefangen. Besonders mit Ivan habe ich mitgefühlt. Obwohl er so unsicher scheint, tritt er durch seine Offenheit und Reflektiertheit eigentlich sicherer auf, als er denkt. Alle Figuren sind sehr detailreich und liebevoll gezeichnet und sind mir sehr ans Herz gewachsen. Sprachlich absolut hochklassig, mir ist das Buch sehr nahe gegangen.

3

„Is that so wrong? To spend a little time together, liking one another, even very much, and nothing more.“ Zwei Brüder, die auf ihre Art trauern und lieben. Kann man lesen oder aber den übertriebenen Hype darum ignorieren.

3.5

Poetisch, unkonventionell, aber auch langatmig und anspruchsvoll.

Von dem Hype des Buches wusste ich erstmal gar nichts. Was mich zum Kauf angeregt hatte, war dieses unglaublich gut designte Cover!! Ganz großes Lob! Nun aber zum Inhalt des Buches: Der Schreibstil ist sehr umstritten, anspruchsvoll und herausfordernd. Auf der einen Seite finde ich ihn unkonventionell, poetisch und wirklich durchdacht. Peter hatte diesen schnellen, abgehakten Stil erhalten, der auch zu seinem Leben und Charakter passt, während Ivan oder Margaret ausführlichere, detailliertere (manchmal auch verschachtelte) Sätze erhalten hatten. Es wird im gesamten Buch Gefühle, gesellschaftliche Normen und Konzepte hinterfragt und detaillierter betrachtet. Manchmal fand ich das langatmig und es kam mir so vor als ob über mehrere Seiten nichts passiert. Aber es war auch inspirierend und hat zum Nachdenken angeregt. Für mich persönlich war es ein bisschen zu viel davon. Mein Fazit: Das ist kein Buch zur reinen Unterhaltung, kein Buch für jemanden, der nach einer spannenden Geschichte sucht. Für Menschen, die Freude an Literatur, poetischer Sprache und dem Hinterfragen von Gefühlen und Konventionen haben, könnte es eine Empfehlung sein. :)

»Intermezzo« von Sally Rooney ist eins der Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe und das mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist. Der Einstieg in die Handlung ist mir dieses Mal deutlich schwerer gefallen als bei den vorherigen Rooney-Romanen. Das lag vor allen an den sehr unterschiedlichen Perspektiven der beiden Brüder. Je nach Figur spielt Rooney mit ihrem Schreibstil, verändert diesen und passt ihn an, wodurch sie die kontrastierenden Persönlichkeiten ihrer Protagonisten gekonnt hervorhebt. Für mich hat sich dadurch jedoch anfangs jeder Perspektivwechsel wie ein kleiner Bruch angefühlt, der meinen Lesefluss gebremst hat. Im Verlauf des Romans ist es deutlich besser geworden, aber an die Aneinanderreihung der abgehackten Sätze, die Peters Kapitel auszeichnet, konnte ich mich zwar einigermaßen gewöhnen, aber so richtig warm geworden bin ich damit nicht. Davon abgesehen zeigt Rooney hier wieder einmal, wie meisterhaft sie menschliche Beziehungen und Emotionen in all ihren Facetten und all ihrer Komplexität zu durchringen vermag. Dabei gelingt es ihr selbst die kleinsten Nuancen dazwischen und all die leisen Töne einzufangen, was mich immer wieder auf‘s Neue fasziniert. Davon profitieren letztendlich nicht nur ihre Figuren, weil sie dadurch sowohl authentischer als auch lebendiger werden, sondern auch man selbst als Leser*in kann sich darin wiederfinden. Die Thematik wiegt aufgrund des Verlustes der beiden Brüder schwer (TW: Tod/Familienmitglied) und ging mir oft unter die Haut. Dennoch gibt es zwischendurch immer mal wieder Momente der Leichtigkeit, sodass sich der Roman alles andere als schwermütig anfühlt. Ich fand es sehr berührend Peter und Ivan ein Stück dabei zu begleiten, wie sie ihren individuellen Umgang mit der Trauer um ihren Vater finden und gleichzeitig nach einer Möglichkeit suchen, wie sie weitermachen und in ihren Alltag zurückzufinden können. Allerdings muss ich auch ehrlich sagen, dass ich daran im Nachhinein noch etwas zu knabbern hatte.

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3

Sehr schwer zum reinkommen.

Zwei Brüder die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eigentlich suchen sie immer wieder die Nähe des Anderen, aber irgendwie scheinen sie nie zueinander zu finden. Ihre Leben sind so voll Emotionen, Verlust und dann doch auch wieder Liebe. So wie das echte Leben wohl auch ist. In ihre Geschichte hineinzufinden war für mich allerdings unheimlich schwer. Ob es an dem Schreibstil der Autorin lag oder etwas Anderem, kann ich nicht einmal sagen. Aber bis über die Hälfte des Buches tat ich mich sehr schwer. Allein, dass ich sofort Ivan ins Herz geschlossen habe, brachte mich dazu, dran zu bleiben. Und am Ende dachte ich mir es wäre vermutlich ein gutes Buch für mich geworden, wenn die Geschichte etwas dichter und kürzer gewesen wäre.

5

Für mich ist sie eindeutig eine Autorin, deren Schreibstil man entweder liebt oder gar nicht mag. Bei Letzterem frage ich mich, warum man überhaupt zu einem ihrer Bücher greift – schliesslich ist sie dafür bekannt, ohne Anführungszeichen zu schreiben, und dass in ihren Geschichten auf den ersten Blick nicht viel passiert. Das Fehlen der Anführungszeichen erfordert eine gewisse Konzentration beim Lesen, daher ist es wichtig, zu diesem Buch zu greifen, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen und aufmerksam zu lesen. Für mich passiert in dieser Geschichte durchaus genug. Niemand sonst schafft es wie Sally, den Protagonisten Leben einzuhauchen und sie derart realistisch darzustellen. Ich konnte die Figuren vor mir sehen – ihre Leiden, Überlegungen, fragwürdigen Handlungen, ihre Entscheidungen und ihren Schmerz. Im Kern geht es hier um Trauer, wie sie sich in unterschiedlichen Facetten zeigt, und wie jeder Mensch einen individuellen Weg findet, damit umzugehen. Die Schreibweise empfinde ich als grosse Kunst, und an dieser Stelle möchte ich auch der Übersetzerin meinen Respekt zollen, da ihre Arbeit sicher keine leichte Aufgabe war. Die Geschichte hat mich tief berührt, und auch wenn mir persönlich die Zahl der detailliert beschriebenen intimen Szenen etwas zu hoch war, waren sie nie plump wie in vielen New-Adult-Büchern. Stattdessen sind sie ein natürlicher Teil der Geschichte und der Emotionen, die sie vermittelt. Am Ende fragt man sich, wie kritisch man selbst mit gesellschaftlichen Normen umgeht und was diese überhaupt ausmacht. In vielen Momenten fühlte ich mich Ivan besonders nahe. Seine Gedanken unterscheiden sich in der Erzählweise von denen Peters, was die Unterschiede in ihren Perspektiven wunderbar betont. Es zeigt, wie wir das, was wir sehen, kritisieren, während vieles im Verborgenen bleibt und nicht den gängigen Normen entspricht. Nicht immer ist das Offensichtliche die Wahrheit. Ein spannendes Thema, brillant umgesetzt, und ich hoffe sehr, dass daraus eine TV-Serie entsteht. Da ich so im flow war, habe ich mir gleich noch einmal "Normal People" angesehen – wahre Meisterwerke.

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5

Peter ist 10 Jahre älter als sein Bruder Ivan und die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein. Peter ist erfolgreich, beliebt und kommt überall gut an. Ivan ist der unscheinbare und ein bisschen komische "Schach-Nerd". Entsprechend wenig haben die beiden miteinander zu tun. Zum Zeitpunkt der Geschichte sind die beiden 32 bzw 22 Jahre alt, der gemeinsame Vater gerade verstorben, weswegen die Wege der beiden sich wieder intensiver kreuzen. Ivan ist frisch verliebt in die 36- jährige Margaret, Peter ist entsetzt, dass Ivan sich von einer so deutlich älteren Frau (vermeintlich) ausnutzen lässt. Ivan hingegen sieht kritisch auf die Affaire seines Bruders Peter mit der 23- jährigen Naomi, wo doch Peters eigentliche Partnerin nach einem Unfall behindert zurück geblieben ist. Doch bei aller Kritik aneinander haben sowohl Peter als auch Ivan das Gefühl, der jeweils andere führe das bessere Leben und es ist ihnen auch wichtig, was der jeweils andere von ihnen denkt. Die Handlung klingt nicht so spektakulär, wie ich beim Schreiben gerade merke, aber das macht nichts: Das Buch lebt von den Charakteren, die von Sally Rooney empathisch, interessant und komplex gezeichnet werden. Ich bin eingetaucht in diese Geschichte und war traurig, als sie zuende war. Ein rundum gelungenes Buch 👍

4.5

Sie ist reifer geworden und schreibt so ehrlich und authentisch über die beiden Brüder und Beziehungen. Konnte mich wieder wirklich begeistern.

3

Weird aber gut zu lesendes Werk was im Kopf bleiben wird

Die Lesbarkeit ist schon anspruchsvoll, bisschen was von James Joyce, speziell bei Paul, wo der Schreibtstil sehr fragmentarisch ist, könnte sein, dass es bei dem ein oder anderen den Lesefluss hemmen wird. Es ist aber gleichzeitig die Stärke des Buches! Die Brüder und eine Dame bekommen jeweils einen unterschiedlichen Schreibstil in ihren Kapiteln verpasst, was das Ganze noch tiefer macht und generell meinen Hut vor der Autorin ziehen lässt, das fertig zu bringen. Die zwei Brüder und die Dame sind in ihrer Lesbarkeit extrem nahbar, man ist hautnah dabei bei ihren Gedanken. So gestalten sich einige Konflikte intensiver beim Lesen. Zudem hält die Art und Weise, wie geschrieben ist und was passiert, einfach einige Kniffe parat, die das Ganze „echter“ gestalten. Wenn man z.B. als Leser merkt, wie verschieden und falsch die Brüder eigentlich voneinander denken und Sachen annehmen, dann kommt das schon authentisch rüber. Generell ist es schon eher ein ruhiges, langsames, schweres Buch. Es hat seine kleinen Momente der Leichtigkeit und eigentlich dreht sich alles um die Liebe und das Geliebt werden, trotzdem ist die Geschichte mit Schwere beladen. Die Charaktere tragen „for real“ Konflikte aus und der Schreibstil macht das „spürbar“. Nicht leicht zu lesen, aber kreiert seine eigene authentische Stimmung, die ich nicht mehr missen wollen würde, nach dem ich es gelesen habe.

5

In Intermezzo geht es um die Brüder Ivan und Peter, die versuchen, den Verlust ihres Vaters zu bewältigen. Ivan, ein 22-jähriger Schachspieler, beginnt eine Beziehung mit einer älteren Frau, während Peter, der ältere Bruder und Jurist, sich in eine komplexe Beziehung begibt. Der große Altersunterschied zwischen den beiden Brüdern prägt nicht nur ihre Wege der Trauer, sondern auch ihre Beziehung zueinander. Besonders eindrücklich zeigt die Geschichte, wie dieser Verlust sie voneinander entfernt, als Ivan sein Bild von Peter – als starkem, unnahbarem Vorbild – zerbrechen sieht. Die Akzeptanz, dass Peter Schwächen hat und Gefühle zeigt, wird für Ivan zu einer schmerzhaften, aber auch wichtigen Lektion. ♟️ Das war mein viertes Buch von Sally Rooney und sie hat mich wieder begeistert. Ihr Schreibstil wird von Buch zu Buch poetischer und tiefgründiger. Besonders die Kapitel aus Peters Perspektive haben mich berührt: Sie waren oft von einer bedrückenden Depression durchzogen und gleichzeitig so literarisch intensiv, dass ich sie manchmal zweimal lesen musste, um ihre volle Bedeutung zu verstehen. 💙 Die poetische Sprache, kombiniert mit der ehrlichen Darstellung von Verlust und Veränderung, hat dieses Buch zu etwas ganz Besonderem gemacht. Obwohl die Brüder in diesem langen Buch sehr wenige Szenen miteinander haben, ist ihre Beziehung trotzdem voller Tiefe, aber auch Konflikte. Ivan, in dem ich viele Parallelen zu mir selbst entdecken konnte, hat mich besonders bewegt, weil er sehr real wirkte. Peter war zwar herausfordernd und widersprüchlich, aber genau das hat ihn für mich so menschlich und greifbar gemacht. 🕯️ Auch wenn sich die Geschichte an einigen Stellen etwas zog, konnte ich das leicht übersehen, weil der Schreibstil so kraftvoll war. Intermezzo ist ein Buch, das mich daran erinnert hat, dass nichts im Leben beständig ist – weder Menschen noch unsere Vorstellungen von ihnen und dass Veränderung oft schmerzhaft, aber unvermeidlich ist. ⏳

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4.5

🥹♟️🐕❤️‍🔥❤️🤬❤️‍🩹🫂🌂

5

“In diesem Moment erschöpfter Zufriedenheit, ihre Hand auf dem weißen Leinentischtuch ruhend, Ivans Fingerspitzen, die sie berühren, die Kerze, an der langsam ein Wachsfaden herabtropft, der glänzende Klavierdeckel, hat Margaret das Gefühl, dass sie die wundersame Schönheit des Lebens selbst erkennt, das nur einmal gelebt werden kann und dann für immer vergangen ist, die Blüte einer perfekten und vergänglichen Blume, die niemals wiedererlangt werden kann.” (S. 199) Sally Rooney hat sich als Autorin weiterentwickelt - und zwar sehr. So ist zumindest meine Meinung, denn ihren ersten Roman - “Gespräche mit Freunden” - mochte ich überhaupt nicht. Die beiden nachfolgenden Bücher habe ich trotz des sich aufbauenden Hypes komplett ignoriert. Und jetzt, fünf Jahre nach meiner ersten Leseerfahrung, habe ich mich dazu entschlossen, wieder zu Sally Rooney zurückzukehren. “Intermezzo” hat mich einfach angesprochen, trotz meiner Rooney-Skepsis: Das Schach-Thema, der Titel, das Cover und letztlich die Aussicht, dass es nicht in erster Linie um ein Liebespaar gehen würde, sondern um zwei Brüder - das alles hat mich davon überzeugt zuzugreifen. Und ich sage jetzt schon mal: Ich habe es diesmal nicht bereut. “Intermezzo” ist das perfekte Buch für die “melancholische” Jahreszeit. Beginnend im Oktober und Ende Dezember endend, spielt sich die Handlung vor allem in Innenräumen und im Inneren der Personen ab. Ein reflexives, nachdenklich machendes Buch, in dem die in Dublin lebenden irisch-slowenischen Brüder Ivan und Peter Koubek den Verlust ihres Vaters betrauern, der im Frühherbst an Krebs verstarb. Und dabei denken sie über ihre Zukunft, aber vor allem über ihre Vergangenheit und Gegenwart nach. Ivan ist gerade mit dem Studium fertig, er verdient sich was nebenher in einem It-Job, seine Leidenschaft gilt aber vor allem dem Schachspiel, in dem er zunehmend Erfolge aufweisen kann. Bei einem Turnier in der Provinz lernt er Margaret kennen, die Leiterin eines Kulturzentrums und verliebt sich in sie. Peter ist Jurist und als Rechtsberater tätig. Er steht mitten im Leben - und ist doch ziemlich verloren darin. Außerdem steht er zwischen zwei Frauen, der jungen Naomi und seiner Ex-Freundin Sylvia - und kämpft mit seinen Süchten… Man kann von Sally Rooney halten, was man will. Aber sie ist eine brillante Chronistin unserer Zeit, die “Marcel Proust” unserer Tage. Was sie hier in ihren Figuren zum Ausdruck bringt, ist nichts weniger, als das Lebensgefühl der Generationen Y und Z. Die Handlung spielt im ausgehenden Pandemie-Jahr 2021, Ivan ist 1999 geboren und damit “Generation Z”, sein älterer Bruder Peter Jahrgang 1989, was ihn zum “Millennial” oder zum Angehörigen der “Generation Y" macht. Das Lebensgefühl dieser beiden Generationen zeichnet sich aus, durch eine scheinbar unendliche Vielfalt an Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten. Dies geht einher mit einer Wehmut, all die verpassten Möglichkeiten betreffend und außerdem mit einem Gefühl der Orientierungslosigkeit. Darüberhinaus geht es in diesem Roman auch viel darum, wie stark unser Alter uns definiert und determiniert. Allein durch das Geburtsjahr in unserem Ausweis werden wir in eine “Lebensphase-Schublade” gesteckt, aus der wir bestenfalls nicht ausbrechen sollten, weil sonst allerlei Probleme auf uns zukommen. Durch ihre Beziehung mit 14 Jahren Altersunterschied und der Besonderheit, dass die Frau die ältere ist, tun Ivan und Margaret genau das: Sie brechen aus den gesellschaftlichen Erwartungen an sie aus und müssen mit den Konsequenzen leben. Sally Rooney versteht es brillant den Schmerz zu schildern, der uns ereilt wenn wir erkennen, dass unsere Wünsche für uns nicht mit denen unseres Umfelds und unserer Gesellschaft zusammenpassen. Dass das Thema Liebe auch in Form der Liebe zwischen einem Menschen und einem Tier daherkommt, fand ich sehr schön und überraschend. Die innige Beziehung zwischen Ivan und seinem Hund, der nach dem Tod des Vaters herrenlos wird, hat mich sehr berührt und dem Roman nochmal eine andere Komponente verliehen. Lasst uns über die Sprache sprechen, die in “Intermezzo” verwendet wird, denn hier kommt meines Erachtens schon eine gewisse Wortmagie zum Vorschein. Sally Rooneys enigmatische und gleichsam energische Prosa zu lesen, ist, wie mit der Hand über ein Stück Samt zu gleiten. Hier gibt es keine direkte Rede, keine Anführungszeichen, die den Fluss der Wörter einschränken. Sie sind nicht nötig, da man immer weiß, wer gerade denkt und wer spricht. Ich mag ihre Beobachtungsgabe in “Intermezzo”. Ich mag es, wenn Literatur es schafft die Alltäglichkeit des Daseins in Sprache zu bannen. Wenn Großes gesagt wird und auch das Kleine und Allerkleinste festgehalten wird: “Im Schneidersitz auf dem Boden neben ihm. Die Knöchelsocken mit dem Streifen. Sylvia kommt mit einem Tablett mit Tee aus der Küche zurück. Ringelblumenmuster.” (S. 446). “Intermezzo” ist letztlich ein philosophischer Roman über die kleinen Dinge, die das Leben und seine Flüchtigkeit ausmachen. Im besten Fall regt er uns dazu an, nicht allzu sehr in Melancholie und Tristesse angesichts dieser Tatsache zu verfallen, sondern genauer hinzuschauen auf die Kleinigkeiten, die uns glücklich machen - weil sie uns daran erinnern, dass wir am Leben sind. Ein brillantes Gesellschaftsportrait einer verlorenen Zeit, die gerade versucht - wie wir alle - das Beste draus zu machen.

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1.5

Ich habe bis zur Hälfte gelesen und es ist nichts passiert. Den Rest quer. Es IST eine sehr berührende Geschichte über zwei Brüder sich unglaublich fremd sind aber doch lieben und die ihren Vater verloren haben. Sehr kompliziert Frauen und Familien Verhältnisse. Aber es war doch berührend. Es ist nur einfach nichts!!!! passiert auf 500 Seiten. Und ich bin einfach kein Mensch für solch literarische Kunst. Und das war sie definitiv. 2 Schreibstile in einem Buch. Der eine Bruder autistisch Züge. Der andere ADHS? Ich kam nicht mit dem Schreibstil von Peter klar. Abgehackte Sätze die im nichts enden. Ich habe einfach nichts verstanden. Obwohl mir das poetisch melancholische auch irgendwie gefallen hat. Es wäre auf 250 Seiten schön gewesen. 500 waren mir zu viel.

4.5

Sally Rooney, die Autorin ohne Anführungszeichen.

Sally Rooney schafft es mit ihren Romanen sowohl die schönen, als auch die unangenehmen Seiten des Lebens zu fühlen. Für mich hat sie mit „Intermezzo“ ihr bis dato bestes Buch veröffentlicht. Die gedrückte Stimmung passt zu den herbstlichen, dunklen Tagen und regt zum Nachdenken an. Ivan und Peter, zwei Brüder die so unterschiedlich und doch so gleich sind. Die Geschichte beginnt mit dem Tod des Vaters. Über 400 Seiten zeigt Rooney wie Menschen trauern und nach dem Verlust einer geliebten Person wieder ins Leben zurückkehren - mit manchmal mehr und manchmal weniger Erfolg. Ich ziehe einen halben Stern ab, weil ich vor allem Peters Kapitel am Anfang des Buches verwirrend fand. Die vielen Gedankengänge sollen seinen emotionalen Zustand darstellen, was ein schönes erzählerisches Mittel ist, für mich trotzdem etwas zu viel.

3.5

Ich mochte das Buch sehr gerne, die jeweils unterschiedliche Art des Schreibens in den einzelnen Kapiteln hat nochmal die Unterschiede der Charaktere verdeutlicht. Dadurch, dass im Buch aber zwei Brüder begleitet wurden und ihre Beziehungen, waren vor allem die weiblichen Personen im Buch sehr blass. Vieles, was vor allem die weiblichen Figuren betraf wurde angeschnitten, aber nicht wirklich vertieft.

5

Ein Meisterwerk ✨

Auch wenn mich dieses Buch aus irgendwelchen Gründen in eine Leseflaute versetzt hat, kann ich es nur loben. Das Buch bearbeitet ziemlich viele Probleme in verschiedenen Lebenssituationen und Altern. Ich mag die verschiedenen Akteure und ihre Sichtweisen, ich mag die Handlung und auch die spontanen Wendungen, das Buch ist ausnahmslos gelungen - die Schreibweise erinnert an ältere Literatur, aber lässt sich nach den ersten 10-20 Seiten echt gut lesen. Ich liebe die Entwicklung der einzelnen Charakter und auch sonst hat das Buch ziemlich viel Atmosphäre! Ich werde definitiv mehr von Sally Rooney lesen, das Buch ist wirklich mein Highlight des Jahres! Also wer Bock auf : Familie, Verlust und Trauer, Liebe und Age Gap Thematik, Selbstfindung hat , wird hier voll auf seine Kosten kommen. 🥰✨

5

Wieder wundervoll!

Ich verschlinge alles was sally rooney schreibt 🤍

Wieder wundervoll!
4.5

„Sprache passt nicht auf die Realität wie ein Steckspielzeug in eine vorgefertigte Aussparung. Die Wirklichkeit ist eine Sache, Sprache eine andere. Man muss vor allem mit sich selbst übereinkommen, nicht zu viel darüber nachzudenken.“ (S.286)   Sally Rooney hat es wieder getan - einen Roman über die Komplexität zwischenmenschlicher Beziehungen geschrieben, der mich (mal wieder) durch seine präzise Beobachtung beeindruckt hat. Insbesondere die Darstellung der Auswirkungen von Trauer auf Beziehungen war für mich DAS beeindruckend sensibel dargestellte Motiv der Geschichte, das ich sehr gefühlt habe.    Trauernde in „Intermezzo“ sind vordergründig Peter und Ivan, beide Brüder, die erst kürzlich ihren Vater verloren haben. Doch auch die Frauen, deren Leben mit denen der Brüder verwoben ist, sind auf ihre Weise Trauerende.  Neben der Frage, wie Trauer und Liebe Beziehungen prägen, erkundet Rooney Fragen nach sozialen Erwartungen an (Liebes-)Beziehungen. Wer darf und kann wen lieben; und ist das abhängig von Alter, sozialem Status und Konventionalität der Beziehung?   Großes Talent Rooneys ist in meinen Augen das Schaffen authentischer, fehlerbehafteter, zerrissener und nicht unbedingt sympathischer Charaktere; die nicht immer nachvollziehbar handeln, die zuweilen patriarchale Muster reproduzieren, indem sie sich unterwürfig und abhängig zeigen. Doch dies unterstreicht für mich umso mehr deren Authentizität. Denn, wenn Menschen noch so hoch gesteckte ideelle Ziele haben... wer schafft es letztlich, diesen auch gerecht zu werden?  „Manchmal müssen Menschen perfekt sein, und sie können es nicht sein, und man hasst sie auf ewig, weil sie es nicht sind, obwohl es gar nicht ihre Schuld ist und auch nicht die eigene. Man braucht nur etwas von ihnen, was sie einem nicht geben konnten.“ (S.408)   Wer sich auf Feinheiten zwischenmenschlicher Beziehungen, kantige Charaktere, Schach, das Ausloten unkonventioneller Beziehungsmodelle und den Umgang mit Trauer einlassen mag, dem lege ich ‚Intermezzo‘ wärmstens ans Herz. Lediglich das Ende konnte mich nicht so ganz überzeugen. Es war mir irgendwie zu glatt und letztlich nicht vollends glaubwürdig. Die Stärke liegt definitiv zwischen den Zeilen, nicht im Ende!   Dass man Sally Rooneys politische Position reflektiert betrachten sollte, will ich der Vollständigkeit halber erwähnen, aber hier nicht in den Vordergrund stellen. Es gibt verschiedene (gut auffindbare) Artikel, die es ermöglichen, sich hierzu zu informieren und sich ein eigenes Bild zu machen. 

5

Eines der besten Bücher das ich dieses Jahr gelesen habe

Zwei Brüder, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Peter der ältere der eher ein unbeschwertes oberflächliches Leben führt und Ivan der wesentlich jüngere, ein introvertierter, sensibler Charakter. Die beiden pflegen einen eher lockeren Kontakt, bis ihr Vater stirbt und sie sich auf der Beerdigung wieder sehen. Die Trauer um ihren Vater rüttelt ihr bis dahin gewohntes Leben ordentlich durcheinander. Was mir sehr gefallen hat, ist die sensible Beschreibung von Ivan, wie er auf verschiedene Situationen reagiert, seine Gedanken und Reaktionen dazu. Und es geht natürlich auch um Schach, wie das Cover schon verrät. Ivan nimmt mit großem Erfolg an verschiedenen Turnieren teil. Das ist das dritte Buch von Sally Rooney das ich bis jetzt gelesen habe, und es gefällt mir mit Abstand am besten. Ein Buch das ich gerne noch einmal zum ersten Mal lesen würde.

4.5

Ich bin Margaret - wer seid ihr? :) Sally Rooney hat wieder einmal nicht enttäuscht und meinen Leseherbst perfekt eingeleitet!

Ich bin Margaret - wer seid ihr? :) Sally Rooney hat wieder einmal nicht enttäuscht und meinen Leseherbst perfekt eingeleitet!
3.5

Großartige Autorin, schwache Geschichte

Hinter den Handlungssträngen um komplizierte Affären leicht außerhalb der gesellschaftlichen Norm geht es um Beziehungen im Allgemeinen: Zu Liebespartnern und Familienmitgliedern, zu sich selbst und seinen eigenen Überzeugungen. Auch Fragen der Moral und gesellschaftlicher Erwartungen spielen eine Rolle. Für die Seitenanzahl war mir die Handlung definitiv zu dünn. Spätestens ab der Hälfte des Buchs hat sich der aus meiner Sicht gar nicht so skandalöse Plot nicht mehr getragen und ich hätte mir eine Wendung gewünscht, die die Geschichte interessanter macht. Wirklich umgehauen hat mich aber der Schreibstil der Autorin: der Text las sich unheimlich organisch und natürlich. Die häufigen Perspektivwechsel, teils innerhalb einer Szene (was ich sonst gar nicht mag), waren so gekonnt eingesetzt, dass es dem Text Lebendigkeit verlieh. Außerdem waren diese super nachvollziebar, da jede einzelne Figur eine subtil andere, passende Erzählstimme bekommt. Genial fand ich außerdem die nicht immer klare Trennung von Gesagtem und Gedachtem: so kam ich den Figuren sehr nahe, hatte oft das Gefühl, quasi in ihren Kopf zu schauen. Außerdem habe ich mich sehr gut an die Hand genommen gefühlt, musste mich nicht anstrengen, der Geschichte zu folgen. Hier scheint der Leser schon beim Schreiben im Blick behalten worden zu sein. Daher werde ich sicher nochmal ein Buch von Sally Rooney lesen, das besser zu mir passt oder einfach etwas kürzer ist.

1

Ich habe mir dieses Buch vorfreudig zu Weihnachten gewünscht… 89 Seiten in denen es nur um die über-formulierten, dramatisch abgehackten Sätze von zwei absolut emotional unreifen Männern geht, haben mir dann leider schnell gereicht. Ich höre mir genug Müll tagtäglich von Männern an, ich kann mir das nicht noch in einem Buch antun. Ich werde der Story noch einen Versuch geben, wenn das Patriarchat gestürzt ist.

3

Das Buch hinterlässt mich mit gemischten Gefühlen... Einerseits konnte die Geschichte mich wirklich einnehmen und bewegen. Ich mochte die unterschiedlichen Perspektiven der Brüder sehr. Aber gerade zum Ende fand ich die Dialoge sehr anstrengend und ich hatte zeitweise das Gefühl die Story dreht sich im Kreis. Trotzdem hatte ich eine gute Zeit mit dem Buch.

4

Rooney erzählt uns in diesem Buch die Geschichte von zwei sehr ungleichen Brüdern Ivan und Peter. Für die LeserInnen entfaltet sich nach und nach die komplizierte Beziehung zwischen den beiden Männern. Auch das komplizierte Liebesleben der beiden spielt eine große Rolle und alle Beziehungskomplexitäten spielen irgendwie ineinander und beeinflussen sich gegenseitig. Ich mochte das Buch überraschend gerne. Die Konflikte waren alle absolut glaubhaft und nachvollziehbar. Alle Charaktere wurden vielschichtig gezeichnet und wirkten psychologisch interessant und überzeugend.  Auch hat mir gefallen, dass das Buch ohne Zeitsprünge auskommt und die wichtigen Dinge aus der Vergangenheit nur angedeutet werden, nie aus erzählt werden. Wir bleiben immer komplett in der Gegenwart und das reicht der Autorin völlig aus, um alles für die Story wichtige, in aller Komplexität darzustellen. Der Schluss hat mich auf emotionaler Ebene gut erreicht. Das ist hier wirklich besonders gut gelungen. Insgesamt ziemlich empfehlenswert.

3

Lesenswert!

Ich habe selten ein Buch gelesen mit weniger Absätzen und mehr vollen Seiten als dieses: Schwierig für eine Person wie mich, die Strukturen liebt. Die Kapitel, die sich um den jüngeren Bruder Ivan drehen, sind liebevoll, milde, sanft. Diejenigen zu Peter hart, schwer, anstrengend. Der Riesen-Hype um das Buch ist für mich nicht nachvollziehbar. Die Geschichte der beiden 22- und 32-jährigen Koubek-Brüder, die erst eben ihren Vater verloren haben, ist zwar schön erzählt. Die Spannung zwischen Liebe und Hass, Nähe und Distanz, Glück und Trauer oder auch Gunst und Missgunst ist plastisch beschrieben - teilweise jedoch auch etwas überplastisch bzw. karikiert. Am Schluss gibt es ein Happy End, weil die beiden Brüder im Haus des verstorbenen Vaters zusammen Weihnachten feiern wollen. Immerhin: sehr süffig, netter Pageturner. Instagram: Danke @joergmeyer_luzern für den Lesetipp. In den Weihnachtsferien hatte ich endlich Zeit und Musse, mich den 500 (grrr… in rekordverdächtig wenig Absätze strukturierte) Seiten anzunehmen. Es hat sich gelohnt: 👍👍👍👍 Sehr lesenswert, wie die beiden 22- und 23-jährigen Brüder Ivan und Peter um ihren kürzlich verstorbenen Vater trauern, wie sie sich ihrem Leben hingeben, wie sie denken und fühlen, wie sie die Welt wahrnehmen und ihr Leben gestalten. Wieso der Titel «Intermezzo»? Es erschliesst sich mir nicht. Weil eine Episode aus dem Leben der beiden Männer erzählt wird? Weil die zwischenmenschliche Beziehung nur ein Nebenschauplatz des für den Jüngeren zentralen Schachspiels ist? Ich weiss es nicht. So oder so: Beeindruckend, wie die Autorin den gesamten Erzählstil in ein Gegenteil verkehrt, wenn die Geschichte kapitelweise entweder aus der Optik von Ivan bzw. Peter erzählt wird. Mir gefällt der sanftmütige, feine Stil bei Ivan besser - Geschmacksache.

4.5

Ein tolles, tolles Buch mit vielschichtigen und sehr real wirkenden Hauptfiguren, Dialogen und Szenen. Ich musste zu Beginn echt schlucken, weil das Buch mit einem Peter-Kapitel beginnt (eine der drei Hauptfiguren) und Peters Erzählstil recht wirr ist (da er tabletten- und alkoholabhängig ist). Man gewöhnt sich aber irgendwann total an diese Art des Stream of Consciousness und außerdem entspannen die Kapitel der zwei anderen Hauptfiguren Ivan und Margaret einen immer wieder sehr und nehmen einen mit in eine wundervolle und besondere Form der Liebesbeziehung. Ivan hat mich am meisten beeindruckt. Ein echt interessanter Roman ❤️

5

Wow. My first Sally Rooney book and I didn’t expect to like it (as much as I did). I was so invested in the characters whose trains of thoughts were so carefully laid out and so realistically described. I felt so deeply for all of them. And even though the ending didn’t pan out the way that I personally might have wanted, I am still content just the way it is. Life-like.I also personally did not have an issue with the writing style/syntax at all. I don’t know how the author usually writes but the absence of quotation marks for speech was in my opinion easy to get into and I actually liked the special style in which Peter’s thoughts were laid out (without complete sentences). Maybe this isn’t complete mindless reading but I think that would do the book a disservice anyway.

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