Ich möchte lieber nicht
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Description
Warum positives Denken uns nicht weiterbringt, Schimpfen aber schon
Dieses Buch ist ein Aufruf zum Widerstand gegen die Ideologie unserer Zeit: den Zwang des Glücks.
Ratgeber und Duschbäder fordern uns auf, positiv zu sein. Wir sollen Scheitern als Chance begreifen und ständig unser Selbst entfalten. Doch der Terror des Positiven nervt, belastet jeden von uns und schwächt den Zusammenhalt: Wir betrachten Glück als Prestige und verstehen politische Probleme als persönliches Versagen. Das zeigt nicht nur die psychologische Forschung, sondern auch die Geschichte.
Dagegen hilft nur Rebellion: Schimpfen ist Ausdruck gelebter Freiheit, ohne Schmerz gibt es keine Kunst, und Wut ist der Motor des Fortschritts. Denn die Welt wurde nicht von den Glücklichen verändert, sondern von den Unzufriedenen.
» Die Wahrheit tut weh, darum wird Schreibers Buch Sie nicht glücklich machen. Aber es wird Sie zum Denken bringen, und das ist das Einzige, was heute zählt. « Slavoj Žižek
» Beschissen drauf sein endlich wieder salonfähig machen! Das Wort › negativ ‹ endlich wieder positiv besetzen! « Shahak Shapira
Book Information
Author Description
Juliane Marie Schreiber, geboren 1990 in Berlin, ist Politologin und Publizistin. Ihr gesellschaftskritisches Sachbuch »Ich möchte lieber nicht« stand drei Monate in Folge auf der Sachbuchbestenliste (ZDF, Deutschlandfunk Kultur, Die Zeit) und wurde ein Bestseller. Schreiber arbeitete als Redenschreiberin und Beraterin für Stiftungen und Menschenrechtsorganisationen. Sie studierte Politikwissenschaft und Soziologie in Berlin (Humboldt Universität) und Paris (Sciences Po). Ihr Buch »Bilder als Waffen« erhielt den Aquila-Ascendens-Nachwuchspreis für Sicherheitspolitik.
Posts
Yaaaas
Ich habe dieses Buch geliebt. Ehrlich, manchmal zynisch aber nie überspitzt. Manchmal darf auch alles scheiße sein und manchmal darf man auch mal fluchen, ohne alles als ein „Denk doch mal positiv“ abzutun. Ich bin ein großer Fan dieser Frau und ich würde dieses Buch wieder und wieder lesen. 10/10.
Schon lange vor meiner Lektüre dieses Buches habe ich festgestellt, dass ich mich nicht gerne mit Leuten umgebe, die eine "good vibes only"-Mentalität haben und gefühlt immer alles schönreden wollen. 'Okay, heißt das, ich darf dir nicht von meinen Problemen erzählen, obwohl wir befreundet sind? Validierst du, oder schmetterst du eher meine Sorgen ab, wenn ich dir davon erzähle, welche Dinge mich in der Gesellschaft und der Welt belasten? Wärst du für mich da in den Momenten, in denen ich Unterstützung brauche oder bin ich dir zu negativ?' "Ich möchte lieber nicht" war für mich von Anfang an eine Wohltat zu lesen. Es ist informativ, validierend und witzig dazu. Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: der erste Teil dreht sich "um das Negative am Positiven", in dem die Autorin beispielsweise darlegt, dass der Fokus auf ein bestimmtes "Mindset" oder "Eigenverantwortung" - z.B. im Sinne von "Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst" - soziale Ungleichheiten ignoriert und Probleme individualisiert, die eigentlich systemisch sind. Im zweiten Teil befasst sie sich mit dem "Positive[n] am Negativen" - z.B. damit, dass kritisches Denken und Unzufriedenheit letztendlich entscheidend dazu beitragen, dass nicht alles beim Status quo bleibt, sondern sich Dinge auch (zum Besseren) ändern können. "Es ist eben nicht alles nur eine Frage der Perspektive! Einige Dinge sind einfach schlecht, egal, wie man sie dreht und wendet. Die Positive Psychologie sagt: Wenn es dir schlecht geht, ändere deine Betrachtungsweise. Die Philosophie des Nein hingegen sagt: Ändere nicht andauernd dich, sondern lieber deine nervige Umwelt. Ihr Job ist blöd? Sie brauchen keine 'neue Perspektive' auf Ihre Ausbeutung und schon gar nicht mehr Yoga. Statt sich das die ganze Zeit einzureden, kann man auch einen anderen Weg einschlagen: kündigen."
Gerade in unserer heutigen Gesellschaft, in der Social Media ein perfektes, glückliches Leben vorgaukelt und uns subtil dazu drängt, immer „mehr“ zu sein, ist das Buch ein wertvoller Gegenpol.
Das Buch "Ich möchte lieber nicht" von Juliane Marie Schreiber ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem allgegenwärtigen Optimierungswahn unserer Gesellschaft. Schreiber stellt die Frage, warum wir ständig glücklich, produktiv und positiv sein müssen – und was es mit uns macht, wenn wir uns diesem Druck nicht entziehen können oder wollen. In einer Zeit, in der Selbstoptimierung, Mindfulness und Positivität zu gesellschaftlichen Imperativen geworden sind, zeigt die Autorin auf, wie toxisch diese Daueroptimierung sein kann. Der Widerstand, „lieber nicht“ zu sagen, wird hier als Akt der Selbstbestimmung und des kritischen Hinterfragens verstanden. Die bewusste Verweigerung von Leistungsdruck und Glückszwang wird zu einem wichtigen gesellschaftlichen Statement gegen neoliberale Strukturen, die Menschen auf ihre Produktivität reduzieren. Kritisch, provokativ und mit einer Prise Humor ermutigt Schreiber dazu, auch mal unglücklich, unproduktiv und schlicht: menschlich zu sein. Ein erfrischender, kluger Beitrag zur aktuellen Debatte um Wohlbefinden und Selbstbestimmung.

4 Sterne | Pluspunkte: Interessante Ansätze, flüssiger Stil | Minuspunkte: Etwas einseitig
Positives Denken. Die Aufforderung dazu ist überall. Aus etwas, das eigentlich nur eine Facette des Lebens darstellt, wurde eine unrealistische Grundvoraussetzung stilisiert, die uns von Plakaten, Shampooflaschen und Teeverpackungenen als Allheilmittel entgegen geschrien wird. Und Juliane Marie Schreiber hat keine Lust mehr. „Ich möchte lieber nicht“ bringt eine andere Sicht auf die Dinge mit. Eine Abwechslung von den all den Ratgebern, die uns erklären, wie wir glücklicher werden und unser Leben optimieren können, weil wir mit positivem Denken alles schaffen können. „Ich möchte lieber nicht“ hebt die Notwendigkeit des negativen Denkens hervor, erklärt, warum es wichtig ist, auch die weniger guten Gefühle zuzulassen. Und dass eben nicht alles in unserer Hand liegt – egal, wie positiv wir denken. Weil es widrige Umstände gibt, weil nicht jede*r dieselben Chancen hat und vor allem: Weil positives Denken auch nicht immer das Gelbe vom Ei ist. Mit einem Großteil ihrer Worte hat die Autorin bei mir etwas zum Klingen gebracht, mich nickend zustimmen lassen. Dieses allgegenwärtige Thema gepaart mit dem flüssigen, teilweise sarkastischen Schreibstil hat „Ich möchte lieber nicht“ für mich zu einem Buch gemacht, das zum Nachdenken anregt und unterhält. Allerdings hat es mich etwas gestört, dass eine recht einseitige Sicht auf die Dinge vorgenommen wurde. Denn auch negatives Denken allein ist nicht die richtige Wahl – in meinen Augen macht es die Mischung. Die Empfindung von Glück, welche so viel intensiver ist, wenn man auch die negativen Stimmungen auslebt. Das Wissen, dass man sicherlich nicht alles selbst vorantreiben und beeinflussen kann – aber dass dabei, selbst wenn, auch das negative Denken helfen kann.

Eine Wohltat!
Ich fühle mich in großen Teilen verstanden. Teils schnoddrig, aber immer mit Belegen und Quellen schreibt Juliane Marie Schneider über toxische Positivität und was man selbst machen kann. Manchmal fühlte ich mich aber auch leicht angegriffen. Was aber wohl eher an meiner persönlichen Situation liegt (Depressionen) und ich auch reflektieren konnte. Und dann wiederum fühlte ich mich sehr abgeholt und verstanden. Manches hätte ich gerne näher erläutert gehabt, aber dafür sind ja Quellenangaben auch da.
Fast in einen Rutsch durchgelesen, aber ist ja auch nur schmal und der Schreibstil war wirklich gut. ☺️ Ich fand das Buch wirklich gut, es waren einige sehr gute Ansätze dabei denen ich wirklich nur zustimmen kann. Hab mir einiges markiert, musste teilweise auch echt lachen bei der Wortwahl der Autorin. An manchen Stellen war der Sarkasmus dann aber eine Schippe zu viel.
Schreiber zeigt uns die harte Realität der Dinge und macht deutlich, warum ständige Positivität und Optimismus nicht den gewünschten Effekt haben.
Schreibers Worte haben vor allem am Anfang oft zu Stirnrunzeln bei mir geführt. Eins ist klar: Das Buch will polarisieren, und manche Aussagen können für Lesende schwer verdaulich sein. Trotzdem kommt man spätestens nach den ersten paar Kapiteln zu dem Entschluss: »Irgendwie hat sie schon recht«. Verschiedene Ansätze gegen toxische Positivität und übermäßigen Optimismus zeigen auf, warum das endlose Streben nach Glück unser Leben nicht wirklich verbessert, entgegen unserer Erwartungen. Schreiber ist dabei sehr harsch und meiner Meinung nach sogar teilweise herablassend und fast aggressiv gegenüber alternativen Denk- und Lebensweisen. Sie bezieht sich hier zwar auf die toxischen Strukturen der immer größer werdenden »Mindset-Gesellschaft«, differenziert jedoch nicht klar zwischen unterschiedlichen Auslegungen, die potenziell Menschen tatsächlich helfen können, einen zufriedeneren Alltag zu leben. Auch vermisse ich eine kritische Einordnung bezüglich kultureller Aneignung und Kolonialgeschichte. Trotzdem schafft es Schreiber mit ihrem Buch, auf ein sehr wichtiges Thema aufmerksam zu machen und den Druck aus der Suche nach Glück zu nehmen. Ich würde das Buch denjenigen empfehlen, die ein dickeres Fell haben und mit harten, aber wahren Worten umgehen können und einen Ausweg aus dem »Terror des Positiven« suchen.

Danke an NetGalley und den Hörbuch Hamburg Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig. Der Buchtitel hat mich sehr neugierig gemacht, besonders der Untertitel „Eine Rebellion gegen den Terror des Positiven“. Denn obwohl ich mich eher als positiven und optimistischen Menschen bezeichnen würde, ist mir doch die Toxic Positivity sehr negativ aufgefallen, die in manchen Ecken des Internets gepredigt wird. Sowas von wegen: sei einfach glücklicher, dann passieren keine schlimmen Dinge wer. Jemand ist gestorben? Don’t worry, be happy. – das finde ich natürlich nicht gut. Deshalb war ich neugierig auf einen Gegenansatz der Autorin. Ich fand viele Ansätze des Buches spannend. Leider aber nicht mehr. Das Buch war extrem negativ. Klingt vielleicht dumm, aber mir war natürlich klar, dass es sich gegen eine extrem positive Sichtweise stellen wird, aber es war für mich eine sehr radikale Negativierung von allem, allein schon durch das Plädoyer der Autorin für eine negative Grundhaltung. Ob das so die beste Art der Rebellion ist, von dem einen Extrem ins Andere zu gehen? Ich denke nicht. Vieles hat sich auch wiederholt und war überspitzt. Ich glaub, wenn das Buch weniger drastisch gewesen wäre in seinen Gedanken, hätte es mich mehr abholen können. Die Hörbuchsprecherin fand ich übrigens sehr gut. Sachbücher zu hören ist nicht immer einfach, aber Ulrike Kapfer hat es leicht gemacht, alles nachvollziehen und behalten zu können. Insgesamt war es ein okayes Buch und ich gebe 3 von 5 Sternen.
Wenn dir der "Terror des Positiven" aus dem Untertitel zu überspitzt klingt, ist das Buch vielleicht nicht das richtige für dich. Ironie, Übertreibung und Zuspitzung sind die Hauptwerkzeuge, die Juliane Marie Schreiber nutzt, um ihre Position deutlich zu machen. Dazu gehören aber auch sehr viele Fakten, Studien und andere Quellen. Mir hat dieser Stil sehr gut gefallen. Ich habe immer wieder gelacht (z.B. über reale Namen für Tee) und gleichzeitig viel wieder erkannt. Ich teile ihre Position nicht zu 100%, weil ich meistens Freundin des Mittelwegs bin. Die Autorin hat mir aber doch die Augen geöffnet und gezeigt, wie eng die Psychologie des Glücks, der Kapitalismus und unser persönliches Streben nach Glück zusammenhängen, ja sogar gezielt zusammenarbeiten. • Glück zeigen müssen, glücklich sein müssen sind für sie der neue Glauben. Und alles, was wir dafür brauchen, kann man uns so schön verkaufen. Dass Schimpfen gesund ist, Depressive manchmal realistischer auf die Welt blicken und unsere Kämpfe auf uns selbst (statt auf gesellschaftliche Zustände) geschoben werden, sind nur ein paar der Erkenntnisse, die in diesem Buch stecken. Ich möchte lieber nicht dieses Buch nicht gelesen haben. 😁

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Warum positives Denken uns nicht weiterbringt, Schimpfen aber schon
Dieses Buch ist ein Aufruf zum Widerstand gegen die Ideologie unserer Zeit: den Zwang des Glücks.
Ratgeber und Duschbäder fordern uns auf, positiv zu sein. Wir sollen Scheitern als Chance begreifen und ständig unser Selbst entfalten. Doch der Terror des Positiven nervt, belastet jeden von uns und schwächt den Zusammenhalt: Wir betrachten Glück als Prestige und verstehen politische Probleme als persönliches Versagen. Das zeigt nicht nur die psychologische Forschung, sondern auch die Geschichte.
Dagegen hilft nur Rebellion: Schimpfen ist Ausdruck gelebter Freiheit, ohne Schmerz gibt es keine Kunst, und Wut ist der Motor des Fortschritts. Denn die Welt wurde nicht von den Glücklichen verändert, sondern von den Unzufriedenen.
» Die Wahrheit tut weh, darum wird Schreibers Buch Sie nicht glücklich machen. Aber es wird Sie zum Denken bringen, und das ist das Einzige, was heute zählt. « Slavoj Žižek
» Beschissen drauf sein endlich wieder salonfähig machen! Das Wort › negativ ‹ endlich wieder positiv besetzen! « Shahak Shapira
Book Information
Author Description
Juliane Marie Schreiber, geboren 1990 in Berlin, ist Politologin und Publizistin. Ihr gesellschaftskritisches Sachbuch »Ich möchte lieber nicht« stand drei Monate in Folge auf der Sachbuchbestenliste (ZDF, Deutschlandfunk Kultur, Die Zeit) und wurde ein Bestseller. Schreiber arbeitete als Redenschreiberin und Beraterin für Stiftungen und Menschenrechtsorganisationen. Sie studierte Politikwissenschaft und Soziologie in Berlin (Humboldt Universität) und Paris (Sciences Po). Ihr Buch »Bilder als Waffen« erhielt den Aquila-Ascendens-Nachwuchspreis für Sicherheitspolitik.
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Yaaaas
Ich habe dieses Buch geliebt. Ehrlich, manchmal zynisch aber nie überspitzt. Manchmal darf auch alles scheiße sein und manchmal darf man auch mal fluchen, ohne alles als ein „Denk doch mal positiv“ abzutun. Ich bin ein großer Fan dieser Frau und ich würde dieses Buch wieder und wieder lesen. 10/10.
Schon lange vor meiner Lektüre dieses Buches habe ich festgestellt, dass ich mich nicht gerne mit Leuten umgebe, die eine "good vibes only"-Mentalität haben und gefühlt immer alles schönreden wollen. 'Okay, heißt das, ich darf dir nicht von meinen Problemen erzählen, obwohl wir befreundet sind? Validierst du, oder schmetterst du eher meine Sorgen ab, wenn ich dir davon erzähle, welche Dinge mich in der Gesellschaft und der Welt belasten? Wärst du für mich da in den Momenten, in denen ich Unterstützung brauche oder bin ich dir zu negativ?' "Ich möchte lieber nicht" war für mich von Anfang an eine Wohltat zu lesen. Es ist informativ, validierend und witzig dazu. Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: der erste Teil dreht sich "um das Negative am Positiven", in dem die Autorin beispielsweise darlegt, dass der Fokus auf ein bestimmtes "Mindset" oder "Eigenverantwortung" - z.B. im Sinne von "Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst" - soziale Ungleichheiten ignoriert und Probleme individualisiert, die eigentlich systemisch sind. Im zweiten Teil befasst sie sich mit dem "Positive[n] am Negativen" - z.B. damit, dass kritisches Denken und Unzufriedenheit letztendlich entscheidend dazu beitragen, dass nicht alles beim Status quo bleibt, sondern sich Dinge auch (zum Besseren) ändern können. "Es ist eben nicht alles nur eine Frage der Perspektive! Einige Dinge sind einfach schlecht, egal, wie man sie dreht und wendet. Die Positive Psychologie sagt: Wenn es dir schlecht geht, ändere deine Betrachtungsweise. Die Philosophie des Nein hingegen sagt: Ändere nicht andauernd dich, sondern lieber deine nervige Umwelt. Ihr Job ist blöd? Sie brauchen keine 'neue Perspektive' auf Ihre Ausbeutung und schon gar nicht mehr Yoga. Statt sich das die ganze Zeit einzureden, kann man auch einen anderen Weg einschlagen: kündigen."
Gerade in unserer heutigen Gesellschaft, in der Social Media ein perfektes, glückliches Leben vorgaukelt und uns subtil dazu drängt, immer „mehr“ zu sein, ist das Buch ein wertvoller Gegenpol.
Das Buch "Ich möchte lieber nicht" von Juliane Marie Schreiber ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem allgegenwärtigen Optimierungswahn unserer Gesellschaft. Schreiber stellt die Frage, warum wir ständig glücklich, produktiv und positiv sein müssen – und was es mit uns macht, wenn wir uns diesem Druck nicht entziehen können oder wollen. In einer Zeit, in der Selbstoptimierung, Mindfulness und Positivität zu gesellschaftlichen Imperativen geworden sind, zeigt die Autorin auf, wie toxisch diese Daueroptimierung sein kann. Der Widerstand, „lieber nicht“ zu sagen, wird hier als Akt der Selbstbestimmung und des kritischen Hinterfragens verstanden. Die bewusste Verweigerung von Leistungsdruck und Glückszwang wird zu einem wichtigen gesellschaftlichen Statement gegen neoliberale Strukturen, die Menschen auf ihre Produktivität reduzieren. Kritisch, provokativ und mit einer Prise Humor ermutigt Schreiber dazu, auch mal unglücklich, unproduktiv und schlicht: menschlich zu sein. Ein erfrischender, kluger Beitrag zur aktuellen Debatte um Wohlbefinden und Selbstbestimmung.

4 Sterne | Pluspunkte: Interessante Ansätze, flüssiger Stil | Minuspunkte: Etwas einseitig
Positives Denken. Die Aufforderung dazu ist überall. Aus etwas, das eigentlich nur eine Facette des Lebens darstellt, wurde eine unrealistische Grundvoraussetzung stilisiert, die uns von Plakaten, Shampooflaschen und Teeverpackungenen als Allheilmittel entgegen geschrien wird. Und Juliane Marie Schreiber hat keine Lust mehr. „Ich möchte lieber nicht“ bringt eine andere Sicht auf die Dinge mit. Eine Abwechslung von den all den Ratgebern, die uns erklären, wie wir glücklicher werden und unser Leben optimieren können, weil wir mit positivem Denken alles schaffen können. „Ich möchte lieber nicht“ hebt die Notwendigkeit des negativen Denkens hervor, erklärt, warum es wichtig ist, auch die weniger guten Gefühle zuzulassen. Und dass eben nicht alles in unserer Hand liegt – egal, wie positiv wir denken. Weil es widrige Umstände gibt, weil nicht jede*r dieselben Chancen hat und vor allem: Weil positives Denken auch nicht immer das Gelbe vom Ei ist. Mit einem Großteil ihrer Worte hat die Autorin bei mir etwas zum Klingen gebracht, mich nickend zustimmen lassen. Dieses allgegenwärtige Thema gepaart mit dem flüssigen, teilweise sarkastischen Schreibstil hat „Ich möchte lieber nicht“ für mich zu einem Buch gemacht, das zum Nachdenken anregt und unterhält. Allerdings hat es mich etwas gestört, dass eine recht einseitige Sicht auf die Dinge vorgenommen wurde. Denn auch negatives Denken allein ist nicht die richtige Wahl – in meinen Augen macht es die Mischung. Die Empfindung von Glück, welche so viel intensiver ist, wenn man auch die negativen Stimmungen auslebt. Das Wissen, dass man sicherlich nicht alles selbst vorantreiben und beeinflussen kann – aber dass dabei, selbst wenn, auch das negative Denken helfen kann.

Eine Wohltat!
Ich fühle mich in großen Teilen verstanden. Teils schnoddrig, aber immer mit Belegen und Quellen schreibt Juliane Marie Schneider über toxische Positivität und was man selbst machen kann. Manchmal fühlte ich mich aber auch leicht angegriffen. Was aber wohl eher an meiner persönlichen Situation liegt (Depressionen) und ich auch reflektieren konnte. Und dann wiederum fühlte ich mich sehr abgeholt und verstanden. Manches hätte ich gerne näher erläutert gehabt, aber dafür sind ja Quellenangaben auch da.
Fast in einen Rutsch durchgelesen, aber ist ja auch nur schmal und der Schreibstil war wirklich gut. ☺️ Ich fand das Buch wirklich gut, es waren einige sehr gute Ansätze dabei denen ich wirklich nur zustimmen kann. Hab mir einiges markiert, musste teilweise auch echt lachen bei der Wortwahl der Autorin. An manchen Stellen war der Sarkasmus dann aber eine Schippe zu viel.
Schreiber zeigt uns die harte Realität der Dinge und macht deutlich, warum ständige Positivität und Optimismus nicht den gewünschten Effekt haben.
Schreibers Worte haben vor allem am Anfang oft zu Stirnrunzeln bei mir geführt. Eins ist klar: Das Buch will polarisieren, und manche Aussagen können für Lesende schwer verdaulich sein. Trotzdem kommt man spätestens nach den ersten paar Kapiteln zu dem Entschluss: »Irgendwie hat sie schon recht«. Verschiedene Ansätze gegen toxische Positivität und übermäßigen Optimismus zeigen auf, warum das endlose Streben nach Glück unser Leben nicht wirklich verbessert, entgegen unserer Erwartungen. Schreiber ist dabei sehr harsch und meiner Meinung nach sogar teilweise herablassend und fast aggressiv gegenüber alternativen Denk- und Lebensweisen. Sie bezieht sich hier zwar auf die toxischen Strukturen der immer größer werdenden »Mindset-Gesellschaft«, differenziert jedoch nicht klar zwischen unterschiedlichen Auslegungen, die potenziell Menschen tatsächlich helfen können, einen zufriedeneren Alltag zu leben. Auch vermisse ich eine kritische Einordnung bezüglich kultureller Aneignung und Kolonialgeschichte. Trotzdem schafft es Schreiber mit ihrem Buch, auf ein sehr wichtiges Thema aufmerksam zu machen und den Druck aus der Suche nach Glück zu nehmen. Ich würde das Buch denjenigen empfehlen, die ein dickeres Fell haben und mit harten, aber wahren Worten umgehen können und einen Ausweg aus dem »Terror des Positiven« suchen.

Danke an NetGalley und den Hörbuch Hamburg Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig. Der Buchtitel hat mich sehr neugierig gemacht, besonders der Untertitel „Eine Rebellion gegen den Terror des Positiven“. Denn obwohl ich mich eher als positiven und optimistischen Menschen bezeichnen würde, ist mir doch die Toxic Positivity sehr negativ aufgefallen, die in manchen Ecken des Internets gepredigt wird. Sowas von wegen: sei einfach glücklicher, dann passieren keine schlimmen Dinge wer. Jemand ist gestorben? Don’t worry, be happy. – das finde ich natürlich nicht gut. Deshalb war ich neugierig auf einen Gegenansatz der Autorin. Ich fand viele Ansätze des Buches spannend. Leider aber nicht mehr. Das Buch war extrem negativ. Klingt vielleicht dumm, aber mir war natürlich klar, dass es sich gegen eine extrem positive Sichtweise stellen wird, aber es war für mich eine sehr radikale Negativierung von allem, allein schon durch das Plädoyer der Autorin für eine negative Grundhaltung. Ob das so die beste Art der Rebellion ist, von dem einen Extrem ins Andere zu gehen? Ich denke nicht. Vieles hat sich auch wiederholt und war überspitzt. Ich glaub, wenn das Buch weniger drastisch gewesen wäre in seinen Gedanken, hätte es mich mehr abholen können. Die Hörbuchsprecherin fand ich übrigens sehr gut. Sachbücher zu hören ist nicht immer einfach, aber Ulrike Kapfer hat es leicht gemacht, alles nachvollziehen und behalten zu können. Insgesamt war es ein okayes Buch und ich gebe 3 von 5 Sternen.
Wenn dir der "Terror des Positiven" aus dem Untertitel zu überspitzt klingt, ist das Buch vielleicht nicht das richtige für dich. Ironie, Übertreibung und Zuspitzung sind die Hauptwerkzeuge, die Juliane Marie Schreiber nutzt, um ihre Position deutlich zu machen. Dazu gehören aber auch sehr viele Fakten, Studien und andere Quellen. Mir hat dieser Stil sehr gut gefallen. Ich habe immer wieder gelacht (z.B. über reale Namen für Tee) und gleichzeitig viel wieder erkannt. Ich teile ihre Position nicht zu 100%, weil ich meistens Freundin des Mittelwegs bin. Die Autorin hat mir aber doch die Augen geöffnet und gezeigt, wie eng die Psychologie des Glücks, der Kapitalismus und unser persönliches Streben nach Glück zusammenhängen, ja sogar gezielt zusammenarbeiten. • Glück zeigen müssen, glücklich sein müssen sind für sie der neue Glauben. Und alles, was wir dafür brauchen, kann man uns so schön verkaufen. Dass Schimpfen gesund ist, Depressive manchmal realistischer auf die Welt blicken und unsere Kämpfe auf uns selbst (statt auf gesellschaftliche Zustände) geschoben werden, sind nur ein paar der Erkenntnisse, die in diesem Buch stecken. Ich möchte lieber nicht dieses Buch nicht gelesen haben. 😁
























