Ich komme nicht zurück
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Book Information
Author Description
RASHA KHAYAT studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Bonn. Seit 2005 arbeitet sie als freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin. 2016 erschien ihr Debüt ›Weil wir längst woanders sind‹. Sie erhielt für ihre Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, u. a. das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung und das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Seit 2022 hostet sie den feministischen Literaturpodcast ›Fempire – der Podcast über Frauen, die schreiben‹.
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
"Ich erinnere mich, dich vergessen zu haben." "Ich lebte im Ungefähren und hatte mich da eingerichtet. Fühlte sich nicht gut an, störte aber auch nicht." "Eine neue Wohnung will er mir suchen, mir helfen, alles auszuräumen. Kann nicht, will das Weggehen hier nicht denken. Lieber alles lassen, stillstehen lassen." "Cem und du, ihr stecktet die Köpfe oft zusammen, öfter als zuvor. Wir waren Türme gewesen füreinander, und nun gab es euch, und es gab mich." "All das hörte auf nach dem Sommer. Dein Licht hatte sich verändert, es hatte sich in Feuer verwandelt, flammte immer öfter, immer heißer, immer höher auf. Konnte spüren, es zog dich weg. Wenn auch niemand wusste, du nicht wusstest, wohin." "Ich bin wütend auf die Einsamkeit, die sich mir so in den Weg stellt. Die mich zwingt, mich immer wieder zu erinnern." Es ist die Geschichte von Hanna, deren Mutter bei einem Unfall ums Leben kam. Sie wächst bei ihren Großeltern Felizia und Theo in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf. Von ihrem besten Freund Cem, dessen Familie ein kleines, türkisches Lebensmittelgeschäft führt. Und von Zeyna, die mit ihrem Vater Nabil vor dem Krieg im Libanon nach Deutschland geflüchtetet ist und sich mit den beiden anfreundet. Die Geschichte einer ganz besonderen kindlichen Freundschaft, die gesellschaftliche Grenzen überwindet. Hanna erzählt in der Gegenwart, der Zeit der Corona-Pandemie die von Einsamkeit und Isolation geprägt ist, vom Tod ihrer Großeltern, ihrer Sehnsucht nach Nähe und Sicherheit und von der Suche nach Zeyna, die sie schrecklich vermisst. Durch Rückblicke beschreibt Hanna die glückliche Zeit ihrer Kindheit und Jugend. Bis diese Freundschaft am 9.11.2001 erste Risse bekommt, kulturelle und gesellschaftspolitische "Unterschiede" , die bisher keine Rolle gespielt haben, die sie nicht wahrgenommen haben, beginnen eine Rolle zu spielen. Bis es schließlich zum totalen Bruch zwischen ihr und Zeyna kam. Was war geschehen? Ein Buch über die Kraft der Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen und Trauer. Sprachlich ganz klar und doch auch gefühlvoll und poetisch, die Charaktere sind fein ausgearbeitet. Ich war ab der ersten Seite gefangen. Eine Zufallsentdeckung und eine unbedingte Leseempfehlung von mir ⭐
So poetisch, so dicht und so nah an meinen eigenen Lebenserfahrungen. Rasha Khayat hat es mit ihrer feinfühligen Sprache geschafft, mich selbst daran zu erinnern, woher ich komme und warum ich heute bin, die ich bin. Warum ich in den 90ern Angst vor bestimmte Orte in meiner Heimatstadt hatte, da die „Nazis“ dort ihr Revier hatten. Warum ich nicht nur Angst um meine Verwandtschaft im Kriegsgebiet des ehemaligen Jugoslawiens hatte, sondern auch um die geflüchteten Familienmitglieder hier in Deutschland. Warum Vorurteile gegenüber bestimmten Personengruppen gewachsen sind, nach dem 11. September. Warum ich nicht die Hoffnung in die Menschheit verloren hatte, dank der strahlenden Lichterketten und dass ich selbst die Erfahrung machen musste, einen geliebten Menschen zur Coronazeit zu verlieren, ohne vorher Abschied nehmen zu dürfen, dass ich Cem verstehen konnte, da ich selbst manchmal den leichteren Weg wähle und wie schmerzhaft und einsam es sein kann, wenn eine wunderbare Freundschaft zerbricht. Hier wird nicht nur die Freundschaft zwischen Hanna, Zeyna und Cem erzählt, die in den 80ern beginnt und sich so ehrlich und warmherzig anfühlt, sondern auch von der Einsamkeit, die Hanna umgibt, verstärkt durch die Umstände im Jetzt - Pandemie, beide Großeltern verstorben und der Kontakt zu Zeyna abgebrochen. Erinnerungen, die erzählen, wie sich die Freundschaft im Laufe der Zeit verändert hat und wie es zum Bruch der Freundschaft kam. Das die Herkunft eines Menschen großen Einfluss darauf haben kann, welche Erfahrungen man im Leben sammelt und wie diese Erfahrungen den eigenen Charakter beeinflussen. Ach, und dieses Ende, unerwartet und unglaublich stark. Ganz viel Liebe für diesen Roman, der mir nicht nur viel Wärme geschenkt hat, sondern auch in die eigene Vergangenheit zurückgeworfen hat. S.19 „Wir zwei. Wir drei. Wir alle. Neun Jahre alt, zwölf Jahre alt, achtzehn Jahre alt, fünfundzwanzig Jahre alt, dreiunddreißig Jahre alt. Versuche zu rekonstruieren, welches wohl die letzten Bilder sind. Schau mir die Mädchen an, die jungen Frauen und denke - ihr wusstet gar nicht, wie frei ihr wart, wie glücklich.“ S.48 „Die Einsamkeit auf den Krankenhausfluren presste sich mit aller Macht gegen meine eigene Einsamkeit, rieb sich an ihr, so sehr, dass ich kaum mehr atmen konnte.“ S.56 „Da hatte ich es zum ersten Mal gehört, diesen neuen Namen, diese neue Variante von Cem, meinem Kinderfreund Cem. Dass sie seinen Namen nicht so gut aussprechen konnte, erklärte er später, und dass sich Jimmy auch bei der Arbeit durchgesetzt hatte, auch bei den Patienten, und dass die Leute es einfacher fanden als Cem.“ S.110 „Und du gucktest mich an, als wolltest du sagen: Man hat zwei Möglichkeiten. Aufgeben und am Ende verrecken, oder zäh werden. Zäh werden und durchhalten, und am Ende stärker sein als alle anderen, vom Kampf ums Überleben gestählt.“
Ein neues Lieblingsbuch - unbedingt lesen!
Ein sehr kurzer, aber umso beeindruckender Roman. Man ist sofort in der Handlung. Die Charaktere sind so real, die Probleme und alle die Gedanken der Figuren sind greifbar. So subtil und auf den Punkt geschrieben. Berührt mich bis in die letzte Zelle. Und es wirkt dabei alles so mühelos geschrieben. Ich hätte noch ewig in diesem Buch bleiben können.
Klug und poetisch
Was für ein wunderbarer sprachgewaltiger Roman. Hanna wächst bei ihren Großeltern auf und ist gut befreundet mit Cem. Bald zieht Zeyna mit ihrem Vater noch in die Nähe. Die drei sind bald darauf schon unzertrennlich und auch die Familien von Zeyna und Hanna sind wie eine Familie füreinander. Als die Mädchen älter werden wird immer klarer wie unterschiedlich sie sind wie schwierig es ist die enge Freundschaft aufrecht zu halten. Der Roman spielt in der Coronazeit und parallel dazu begleiten wir die Protagonistin zurück in ihre Kindheit. Da wird erzählt wie Hanna und Cem Zeyna kennengelernt haben und wie sich die Freundschaft im Laufe der Zeit verändert hat. Die Abschnitte in der Coronazeit zeigen uns wie Hanna mit der aktuellen Situation umgeht und das ihr bewusst wird wie sehr ihr Zeyna fehlt. Der Roman ist teilweise so eindringlich geschrieben, dass ich vergessen habe Luft zu holen. Gerade die Darstellung der Einsamkeit von Hanna ist ganz großartig gelungen. Die Autorin hatte mich direkt schon mit dem ersten Satz. Poetisch, philosophisch und klug ist dieses Lesevergnügen. Es geht um Freundschaft aber auch viel um Abschnitte im Leben, in denen man irgendwie feststeckt und nicht nach vorn blicken kann. Und es geht um die großen Fragen was eine Freundschaft aushalten kann und auch welche gesellschaftlichen Aspekte da reinspielen können. Ein wunderbarer Roman. Unbedingt lesen.
Ich habe mir das Buch aufgrund der vielen begeisterten Rezensionen gekauft, aber meine Erwartungen waren wohl zu hoch. Der Schreibstil und die Freundschaft der drei Kinder und später Jugendlichen haben mir sehr gut gefallen, aber die Handlung in der Gegenwart war mir zu melancholisch und deprimierend. Warum Zeyna den Kontakt abgebrochen hat, kann ich nicht nachvollziehen. Hannah hat einen Fehler gemacht und wurde dafür von Zeyna zu hart bestraft. Warum wurden die Sätze auf Arabisch nicht übersetzt?
Ein melancholischer Roman über Freundschaft, Einsamkeit und Liebe. Hanna, Cem und Zeyna sind Freunde seit ihrer Kindheit in den 80ern, trotz ihrer kulturellen Unterschiede. Nichts kann sie auseinanderbringen und sie werden gemeinsam erwachsen. Das Buch aber beginnt mit Hanna als erwachsene Frau, die in das Haus ihrer verstorbenen Großeltern zurückkehrt und ihre Freundin Zeyna schrecklich vermisst. Irgendetwas also muss vorgefallen sein, was die beiden auseinandergebracht hat... Darüber rätselt man als Leser fast das gesamte Buch. Während man den Dreien in Rückblicken durch ihre Kindheit in ihrer Wahlfamilie folgt, die eigentlich sehr schön und innig ist, wendet sich das Blatt aber mit den Anschlägen am 11. September 2001. Die heile Welt der drei gerät durch Cems und Zeynas "Herkunft" aus den Fugen und bekommt erste Risse. Während jeder auf seine Weise versucht, sich damit auseinanderzusetzen und die Anfeindungen zu verarbeiten, bleibt Hannas Figur dabei etwas blass, weil sie am wenigsten betroffen ist. Schlussendlich ist das auch nicht das am Ende des Buches, was Hanna und Zeyna auseinandergebracht hat, was verständlich gewesen wäre und warum ich den wahren Grund eher enttäuschend fand, wenn man die Themen wie Rassismus und Migration betrachtet, die vorher im Buch angeschnitten werden. Trotzdem ein guter Roman in einer schönen poetischen Sprache...
Schwermütiger und schmerzhafter Roman über die Freundschaft & den Verlust von kindlicher Freude und Leichtigkeit im Leben.
Rasha Kayat ist es gelungen, die Schwere der Einsamkeit während des Corona Lockdowns sehr realitätsnah auf wenige Seiten zu transportieren. Hinzu kommen weitere schwere Themen wie Verlust, Rassimus, Diskriminierung, Trauer, Scham und Eifersucht. 《Was ist ein Leben wert, wenn niemand sich mit dir erinnert? Was ist ein Leben wert, wenn du die Einzige bist, die sich über Fotos beugt und denkt - damals.》 Sehr interessant fand ich die Perspektive rund um den 11.September 2001. Ich war damals noch zu jung und unerfahren um zu verstehen welche Auswirkungen der Terroranschlag auf BPOC Menschen in Deutschland hatte. Eine schmerzhaft, ehrliche Passage die einem die Augen öffnet. Fazit: Mir fiel es diesesmal nicht leicht, das Buch für mich einzuordnen.《Ich komme nicht zurück.》hat sich für mich leider etwas gezogen und wurde dann zum Ende hin plötzlich ganz zügig abgehandelt. Während des Lesens war ich so 👀 "und jetzt?...👀...und jetzt..? - 😐 doch nicht. ", zum Ende hin dann 😯😲😳 und plötzlich war es vorbei. Der Roman hatte durchaus seine Stärken und trotzdem konnte er mich auf der Gefühlsebene nicht vollends erreichen. Kann mir aber gut vorstellen, dass dieser Roman, Menschen mit anderen Lebensrealitäten & Erfahrungen vollkommen abholen kann.

„Ganze Bücher, ganze Bibliotheken könnte man füllen mit all den ungesagten Worten, den ungesagten Sätzen.“ (Seite 88) Wie viel Tiefsinn, wie viel Leben kann Mensch in 170 Seiten packen und wie es schaffen, mich zehn Seiten vor dem Ende so völlig aus dem Konzept zu bringen. Rasha Khayat schafft dieses in ihrem Roman „Ich komme nicht zurück“ auf besondere Weise. Diese Wendung zum Ende des Romans ist so „fantastisch“, denn in meinem Kopf ging es mir wie Cem - ich habe die ganze Zeit überlegt, was es wohl sein kann, was Hanna und Zeyna getrennt hat; was dafür gesorgt, dass sie sich soweit entfernten - aber damit habe ich nicht gerechnet. Mehr kann ich dazu nicht schreiben, weil es die Spannung nehmen würde und das Erleben dieses Buches; dieser Wörter, welche aufgeschrieben sind. „Dich wird das nicht betreffen“, hattest du gesagt. Immer wieder denke ich an diesen deinen Satz.“ (Seite 115) „Ich komme nicht zurück“ ist ein Roman, welcher mich meine Privilegien spüren lässt, aber auch meine „Schwachstellen“ und meine Momente der gesellschaftlichen Hürden. In ihrer starken Erzählweise nimmt uns die Autorin mit auf eine Reise der drei Freund:innen Hanna, Zeyna und Cem und wie sich ihr Leben noch einmal deutlich änderte mit „9/11“; ihr Leben, was vorher schon nicht das Einfachste war. „…gehe weiter, lasse die Beine einfach machen, die Hände tief in den Taschen, den Kopf eingezogen. Sich unsichtbar machen, wo sowieso niemand hinschaut.“ (Seite 92) Das Buch lässt uns eintauchen in die Einsamkeit und die Sehnsucht nach den liebsten Menschen an unserer Seite, aber auch in die Trauer und das Verlieren.
Abgeschlossen 09/24 Freundschaft und Herkunft. Zeyna, Hanna und Cem. Eine Geschichte über das Aufwachsen im Ruhrgebiet. "Wenn man etwas sein soll, was man nicht ist. Wenn man glaubt, etwas sein zu müssen, was einem nicht entspricht. Wenn man nicht sehen kann, was man sonst noch sein könnte." Das Ende habe ich mir anders vorgestellt. Ich lasse es so stehen, hatte andere Erwartungen und vielleicht ist das auch ok so.

Ein Mosaik - Trauer, Freundschaft, Einsamkeit.
„Menschen sind erst da, sind ein Teil von dir, und dann sind sie es nicht mehr. Viel mehr passiert in einem Leben nicht.“ (S. 32) ____________________________________________ 🫧 Um wen geht‘s? Um Hanna, Cem und Zeyna. Es ist ein heißer Sommer Ende der Achtzigerjahre, sie wachsen gemeinsam in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf. Schnell bilden sie eine Wahlfamilie, verbunden durch Brüche in ihren Biografien und die Liebe zueinander - bis das Erwachsenwerden sich irgendwann zwischen sie stellt. Jahre später kehrt die Erzählerin Hanna in die Siedlung zurück. Mal leise, mal laut steht die immer gleiche Frage im Raum: Was bleibt am Ende von mir, was von uns übrig? 🫧 Meine Meinung Rasha Khayats Roman war ein Mosaik aus Gefühlen - Trauer, Wut, Freundschaft, Liebe, Einsamkeit. Auf gerade einmal 176 Seiten und in einer poetischen, leichten Sprache hat sie eine Geschichte erschaffen, die in mir noch sehr, sehr lange nachhallen wird. Einen Sonntagnachmittag habe ich mit diesem Buch verbracht, jede Emotion hat sich mir tief unter die Haut gegraben - Hannas Trauer, Nabils Schmerz, Zeynas Wut, die Liebe von Theo und Felizia zu ihnen allen. Unerschütterlich, menschlich. Jede Emotion war intim, jeder Charakter nahbar. Rasha Khayat verwebt ihre fiktiven Protagonist:innen aber auch mit den realen Geschehnissen in der Welt - dem libanesischen Bürgerkrieg, dem Anschlag in Mölln von 1982, 9/11 und dem Krieg in Syrien. Sie zeigt sensibel und eindrücklich auf, wie diese Geschehnisse im Leben von Hanna, Cem und Zeyna nachwirken und wie sie beeinflussen, zu welchen Menschen die einstigen Kinder heranwachsen. So, wie Kinder es überall auf der Welt auch heute noch tun. 🫧 Fazit Für mich war „Ich komme nicht zurück“ ein absolutes Jahreshighlight und ließ mich, vor allem auf den letzten Seiten, in Tränen aufgelöst zurück. Ich lege es all jenen ans Herz, die nicht vor großen Emotionen zurückschrecken und einer poetischen, weiblichen Stimme der Literatur zuhören möchten.

Ruhrgebiet in den späten Achtzigerjahren - Hanna und Cem streifen durch die Siedlung, als sie Zeyna kennenlernen. Zeyna, die mit ihrem Vater Nabil vor dem Krieg geflohen ist. Die drei Kinder werden schnell Freunde und die neuen Bewohner zu Familie. Doch als die Kinder erwachsen werden, werden die Unterschiede zwischen ihnen klarer und die Freundschaft bekommt Risse. Zwischen Hanna und Zeyna kommt es zum Bruch. Jahre später zurück in der Siedlung versucht Hanna Zeyna zu finden. „Versuche zu sehen, wie Cem uns sieht. Versuche zu sehen, dass wir zu viel waren für ihn. Kann es nicht sehen, sehe nur uns alle, gemeinsam. Denke an uns, als wir zu dritt waren. Und nun sind wir nur noch eins und eins und eins (einmal unsichtbar).“ S. 62 Obwohl das Buch mit knapp über 170 Seiten recht schmal ist, schaffte es die Autorin mich mitten ins Herz zu treffen. In kurzen Kapiteln und gestützt von Rückblicken begegnen uns Themen wie Einsamkeit, Trauer, Verlust, Freundschaft, Wahlfamilie aber auch Herkunft und Rassismus. Es hat mich gewundert, dass das Buch es nicht auf die Longlist des Buchpreises geschafft hat. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Deshalb 5/5 🧡🧡🧡🧡🧡

Mir hat’s gefallen!
Superschönes Buch mit einer gefühlvollen Schreibweise und einer poetischen Bildsprache, die einen ganz nah dran sein lässt. Ein Buch über Trauer, Einsamkeit und tiefe Freundschaft, die aus den Fugen gerät. Und noch so viel mehr! Rasha Khayat hat mich zwischendurch sehr berührt, das ein oder andere Tränchen verdrücken lassen aber ab und an auch (trotz „nur“ 169 Seiten) ungeduldig werden lassen. Man will einfach nur wissen, was passiert ist … … aber das geduldige Weiterlesen hat sich gelohnt und ich mochte ihren Roman sehr!

Man könnte ganze Bibliotheken füllen mit unausgesprochenen Worten.
Durch den Roman wird großartig transportiert, welche Auswirkungen es hat, seine Gedanken und Gefühle nicht auszudrücken bzw. nicht ausdrücken zu können. Trauer, Mut, Stärke, Umgang mit Verlust. Unglaublich viele Themen kommen im Leben der Protagonisten zusammen und sind so beschrieben, dass ich als Leserin gut mitfühlen konnte.
In einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet wachsen Hanna, Cem und Zeyna zusammen auf und sie verbindet eine enge Freundschaft. Doch je älter sie werden, um so deutlicher werden ihre Unterschiede. Hanna geht irgendwann fort und als sie Jahre später wiederkommt, ist zwar Cem noch da, Zeyna aber verschwunden. Hanna begibt sich auf die Suche nach ihr. Das Buch ist relativ kurz, aber dennoch sehr intensiv am Anfang, wobei für mich die erste Hälfte des Buches viel interessanter und auch emotionaler war. Im Verlauf der Geschichte fragte man sich immer mehr, was wohl dazu geführt hat, dass Zeyna nicht kontaktiert werden will und warum Hanna aber dennoch nicht aufgeben will. Die Auflösung, was passiert ist, und auch das Ende, fand ich irgendwie unbefriedigend und zu plötzlich zu Ende. Irgendwie hatte ich mit mehr Aufklärung gerechnet, die dann aber so nicht kam. Das Buch hat mich zum Ende hin leider enttäuscht. Sprachlich ein gut geschriebenes, literarisches Werk, das Themen wie Einsamkeit, Trauer, Rassismus, Wehmut und Freundschaft behandelt. Ein Buch, das nicht durch die Story selbst, sondern viel mehr wegen seiner effektvollen Sprache über die Einsamkeit überzeugt.
Jetzt schon ein Jahreshighlight & eine große Empfehlung!
Rasha Khayat schreibt über drei Freunde: Hanna, Zeyna und Cem, die zusammen in einer Siedlung im Ruhrgebiet aufwachsen. Der Roman ist aus Hannas Perspektive als eine Art Brief an Zeyna geschrieben. Die beiden haben sich auseinander gelebt und nun im Alter von ca. 40 Jahren keinen Kontakt mehr. Nicht nur Khayats Schreibstil, der unfassbar poetisch ist und ganz viele Gefühle & Bilder in jedem Satz transportiert hat mich berührt, sondern auch die Geschichte einer Sehnsucht nach der ehemals besten Freundin, gepaart mit der Einsamkeit während der Pandemie und der all einnehmenden Trauer nach dem Verlust ihrer Großeltern war einfach unglaublich. Gleichzeitig spricht sie in ihrer Erzählung aber auch wahnsinnig wichtige, gesellschaftliche Themen an. Man liest über die Erfahrung von Migrant*innen in Deutschland, wie sie sich fühlen und wie mit ihnen umgegangen wird, insbesondere nach dem Terroranschlag 9/11. die Verwebung von Fiktion und wahren Geschehnissen ist hier sehr gelungen und hat mir gut gefallen. Insgesamt hat das Buch es trotz seiner Kürze in sich und hat mich komplett beeindruckt.

„Ich komme nicht zurück“ ist für mich ein absolutes Highlight und definitiv alle fünf Sterne wert. Die einfühlsame Darstellung der Charaktere, die relevanten gesellschaftlichen Themen und die poetische Erzählweise machen diesen Roman zu einem beeindruckenden Leseerlebnis. Ich habe nichts zu kritisieren und empfehle dieses Buch wärmstens weiter.
„Ich komme nicht zurück“ von Rasha Khayat erzählt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte von Hanna und ist dabei sowohl poetisch als auch gefühlvoll und einfühlsam. Die Handlung hat mich in seinen Bann gezogen und ich konnte es nicht mehr auf der Hand legen, weshalb ich es innerhalb eines Tages durchgelesen habe. Der Schreibstil ist malerisch und wunderschön, sodass man sich die geschilderten Situationen lebhaft vorstellen kann und sich direkt in die Geschichte fallen lässt. Die Handlung spielt während der Corona-Pandemie im Winter und wird aus der Sicht von Hanna erzählt. Wir erfahren sowohl von ihrer Gegenwart als auch durch kleine Rückblicke von ihrer Vergangenheit. Diese Rückblicke sind geschickt eingewoben und helfen dabei, Hannas Gefühl der Einsamkeit und Sehnsucht besser zu verstehen. Schnell wird klar, wie einsam Hanna tatsächlich ist – nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Denn Hanna hat außer ihrem Kindheitsfreund Cem niemanden mehr. Doch auch diese Freundschaft hat sich verändert. Zu allem Überfluss hat Hanna gerade ihre Oma verloren und vor ein paar Jahren bereits ihren Opa - nun wohnt sie in der Wohnung ihrer Großeltern, bei denen sie aufgewachsen ist. Die Ausgangssituation ist trostlos, und wir erleben, wie Hanna von ihrer Einsamkeit förmlich aufgefressen wird. Doch nach und nach beginnt sie, aus dieser Einsamkeit herauszufinden. Während des gesamten Romans zieht sich eine Sehnsucht nach Zeyna, einer Person, mit der sie in ihrer Vergangenheit eng befreundet war. Zusammen mit Cem bildeten sie ein unzertrennliches Trio, bis Deyna aus einem Grund, der erst am Ende des Buches enthüllt wird, die Freundschaft beendete. Dieser Grund, der erst gegen Ende des Romans ans Licht kommt, ist überraschend und schockierend. Es wird nichts vorweggenommen und deutet sich im Verlauf der Geschichte nicht an, was die Enthüllung umso beeindruckender macht. Ein weiterer faszinierender Aspekt des Buches ist die Frage, ob es sich bei der Geschichte um Fiktion oder um autobiografische Elemente handelt. Diese Ungewissheit verleiht dem Roman eine zusätzliche emotionale Tiefe. Darüber hinaus greift Rasha Khayat aktuelle und relevante Themen wie Rassismus und Ausländerfeindlichkeit auf. Obwohl diese Themen nicht im Vordergrund stehen, werden sie nebenbei thematisiert und bieten einen wichtigen gesellschaftlichen Kontext. Historische Bezüge, die bis in die 1970er und 1980er Jahre zurückreichen, sind ebenfalls geschickt in die Handlung integriert. Diese Rückblicke helfen, die heutigen Ereignisse und Charaktere besser zu verstehen. Die Erzählung spannt einen Bogen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und zeigt, wie sich Freundschaften und familiäre Bindungen über die Zeit entwickeln. Ein zentrales Thema des Buches ist die Verschmelzung von Freundschaft und Familie. Es wird deutlich, wie tief die Verbindungen zwischen den Menschen gehen können und wie neue Familienkonstellationen entstehen, die kulturelle Grenzen überwinden. Diese Darstellung von Liebe und Zusammenhalt ist ermutigend und zeigt, dass Familie über verschiedene Kulturen hinweg funktionieren kann.
📖~ 𝑅𝑎𝑠ℎ𝑎 𝐾ℎ𝑎𝑦𝑎𝑡 ~ —•𝐼𝑐ℎ 𝑘𝑜𝑚𝑚𝑒 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑧𝑢𝑟ü𝑐𝑘•— 𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟 Das Buch von Rasha Khayat erzählt die Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen drei Figuren: Hanna, Zeyna und Cem. Sie wachsen gemeinsam im Ruhrgebiet der 1980er Jahre auf. Doch im Laufe der Jahre wird ihre Beziehung durch gesellschaftliche Ereignisse und den zunehmenden Rassismus erschüttert. Besonders Zeyna und Cem sind von diesen Veränderungen betroffen. Die Autorin schafft es, auf wenigen Seiten eine tiefgründige Geschichte zu erzählen, die trotz ihrer Kürze ohne unnötige Längen auskommt. Die Handlung bleibt kompakt, was das Leseerlebnis angenehm flüssig macht. Besonders hervorzuheben ist der poetische Stil, der anfangs gewöhnungsbedürftig für mich war, sich aber schnell als wesentlicher Teil der Erzählweise herausstellt. Einige Sätze sind so kraftvoll und lassen Raum für eigene Interpretationen. Auf der anderen Seite ist der melancholische Grundton des Buches nicht jedermanns Sache. Trotz tiefgründigen Themen, schafft es die Erzählung nicht, mich emotional wirklich mitzureißen. Ich blieb eher distanziert und folgte der Geschichte, ohne mich stark involviert zu fühlen. Auch die Auflösung am Ende ist zwar unerwartet, bleibt aber ohne großen emotionalen Nachhall.

Freundschaft, Wahlfamilie, Einsamkeit
Es ist die Geschichte über Freundschaft, Herkunft, Wahlfamilie, Verlust und Einsamkeit. Auf gerade einmal 170 Seiten schafft es Rasha Khayar, dass ich mitfühle und verstehe. Gestaltet ist der Roman als erzählender Monolog von Hanna, die glaubt, an jeder Ecke ihre Freundin Zeyna zu erkennen; sie sucht, sie vermisst. Stück für Stück erfahren wir von der Vorschichte. Hanna, Zeyna und Cem. Ein Freundegespann, das so schnell nichts erschüttern konnte, so unterschiedlich sie auch sind. Hanna, die bei Ihren Großeltern Theo und Felizia aufwächst. Cem, Sohn türkischer Eltern, ist ihr bester Freund. Zeyna, die mit ihrem Vater Nabil im Alter von 5 Jahren vor dem Krieg nach Deutschland geflüchtet ist, komplettiert die Gruppe. Die Familien werden zu gegenseitigen Wahlfamilien. Doch es kommt zum Bruch zwischen Hanna und Zeyna, der sich erst ganz am Ende erklärt und der als Spannungsbogen diesen Text durchzieht. Habe ich sehr gern gelesen und mir direkt den Debütroman der Autorin im Taschenbuch besorgt.
Hanna ist einsam. Und die Pandemie macht es nicht besser. Doch warum ist sie so einsam und wäre es womöglich auch ohne Pandemie? Einsam war sie nämlich noch nicht immer; nicht damals, in den 80ern, wo sie mit Cem und Zeyna eine Einheit bildete, die zunächst durch nichts zu trennen zu sein scheint. Denn im Ruhrpott-Arbeiterviertel der 80er bilden sie und ihre jeweils schon zerklüfteten Familien eine gemeinsame Wahlfamilie, in der Hintergründe und Herkünfte keine Rolle zu spielen scheinen. Doch je älter sie werden und je mehr sich im Außen verändert, desto fragiler werden die zunächst unzertrennlichen Bande zwischen den Dreien. Und nun, angesichts ihrer tiefen Einsamkeit während der Pandemie, in der ihr nur noch Cem als Halt geblieben ist, fängt Hanna an, sich an die Vergangenheit und ihre damals beste Freundin Zeyna zu erinnern. Sie macht sich auf die Suche; im Außen und in ihrem Innern; nach dem, was war, was zum Bruch zwischen ihnen führte und dem, was eventuell irgendwann irgendwie wieder sein könnte… @rasha hat einen zugleich traurigen, tröstlichen und warmherzigen Roman über Freundschaft, Einsamkeit, Loyalität, (Wahl-)Familie und Zusammenhalt geschrieben. Zudem hat sie ihn mit ganz viel Ruhrgebiets-Vibes gespickt, die mich direkt in meine eigene Jugend im Ruhrpott haben zurückreisen lassen. Unterstützt wurden diese Gefühle zusätzlich durch den absolut passenden Soundtrack bei Spotify. Für mich also eine Geschichte, die mich berührt und irgendwie sentimental werden lassen hat. „Ich komme nicht zurück“ ist eine traurig-warmherzige Geschichte, die insbesondere Menschen, die den Vibe des Ruhrgebiet mit der Rauheit seiner Bewohner*innen kennen, mögen oder kennenlernen wollen, erreichen wird. Darüber hinaus ist das Buch eine Ode an die Freundschaft und das, was sie zu Fall bringen kann.
Hanna wächst bei ihren Großeltern in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf. Ihr bester Freund ist Cem, die beiden sind unzertrennlich. Als Zeyna mit ihrem Vater in den 80er Jahren in die Nachbarschaft zieht, bilden die drei Kinder ein Dreiergespann, deren Freundschaft immer mehr wächst, aber auch immer komplizierter wird. Jahre später, während der Corona-Pandemie, zieht Hanna in ihre alte Heimat in die Wohnung ihrer mittlerweile verstorbenen Großeltern zurück. Während ihre Freundschaft mit Cem den Jahren und Lebensereignissen standgehalten hat, ist der Kontakt zu Zeyna vollständig abgebrochen. Hannas Leben ist geprägt von Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Sie versucht, Zeyna zu kontaktieren – ohne Erfolg. In „Ich komme nicht zurück“ erzählt Rasha Khayat von Wahlfamilie und Freundschaft – und wie diese an unserer Herkunft, an Eifersucht und Sprachlosigkeit zerschellen können. In wenige Seiten packt die Autorin so viel, dass ich das Buch nach dem Lesen sehr begeistert zugeschlagen habe. Sie nimmt die Perspektive von Hanna ein, die keinen einfachen Blickwinkel bietet, eine Frau mittleren Alters, die alleine während der Corona-Pandemie in einer Wohnung wohnt, ohne Familie und Partner*in, mit wenigen Freund*innen und vielen traurigen Gedanken. Hanna lebt gedanklich vor allem in der Vergangenheit, sie nimmt die Lesenden mit zu den Ursprüngen ihrer Freundschaft mit Cem und Zeyna und zeichnet so den Weg nach, der letztlich zum Ende der tiefen Verbindung zwischen Hanna und Zeyna führt. Für mich ist „Ich komme nicht zurück“ ein Lesehighlight, gefühlvoll, poetisch und sprachlich doch ganz klar hat mich Rasha Khayat für ihren Roman eingenommen – große Leseempfehlung!

Manchmal sind es die leisen Geschichten, die am tiefsten treffen
„Ich komme nicht zurück“ erzählt von Hanna, Zeyna und Cem – drei Freunden, die einst unzertrennlich waren. Doch mit den Jahren verändert sich etwas zwischen ihnen und schließlich kommt es durch einen Vorfall zum Bruch ihrer Freundschaft. Es ist eine Geschichte über Entfremdung, Zugehörigkeit und das, was unausgesprochen bleibt. 💭 Dieses Buch hat mich tief berührt. Rasha Khayat schreibt mit einer lyrischen, fast zarten Sprache, die zwischen den Zeilen mehr sagt als auf den Seiten steht. Jeder Satz ist durchdacht, jeder Moment fein beobachtet. Ich habe mich oft dabei ertappt, Passagen zweimal zu lesen – einfach, weil sie so schön klangen. 🥰 Der Erzählstil ist ruhig, poetisch und unglaublich eindrucksvoll. Khayat schafft es, Gefühle spürbar zu machen, ohne sie laut auszusprechen. Für mich ist „Ich komme nicht zurück“ eines dieser seltenen Bücher, die man nicht einfach liest, sondern fühlt. ✨📖
Ich weiß nicht recht, was ich von dem Buch halten soll. Einerseits wurde die Entwicklung der Freundschaft der 3 so verschiedenen Protagonisten wunderschön beschrieben und ich konnte das Buch nicht weglegen, andererseits hat mich der Grund, aus dem die Freundschaft zerbrochen ist irritiert und ratlos zurückgelassen.
„Ganze Bücher, ganze Bibliotheken könnte man füllen mit all den ungesagten Worten, den ungesagten Sätzen." Ein schönes, sehr berührendes Buch. Darüber wie Fremde zu Familie werden können. Über die Bedeutung von Herkunft. Über die Freundschaften, die unser Leben prägen. Unendlich scheinen. Und manchmal doch zerbrechen, so sehr wir auch daran festhalten wollen.
Schöne Worte über Freundschaft und Trauer
Endlich mal ohne romantische Beziehungen im Mittelpunkt ein Buch zu lesen, hat mir sehr gefallen. Es nimmt die kargen Corona Winter in ihrer Stimmung auf und hilft mit den liebevollen Erinnerungen an die Zeit bei den Großeltern darüber hinweg. Die Worte sind teilweise wunderschön gewählt und dennoch ist es flüssig lesbar. Mag das Ende mit seiner Dramatik und Auflösung sehr. Danke für dieses Buch!

Eine berührende Freundschaft, so schön erzählt
„Ich komme nicht zurück“ erzählt die Geschichte einer zerbrochenen Freundschaft. Hanna, Cem und Zeyna wachsen in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf. Zeyna und Hanna verbindet die gemeinsame Mutterlosigkeit, Zeynas Mama kam im Krieg um, Hannas starb bei einem Unfall. Nicht nur die Mädchen und Cem werden enge FreundInnen, auch Hannas Großeltern, bei denen sie lebt und Zeynas Papa Nabil, mit dem sie vor dem Krieg geflohen ist, sind einander bald eng verbunden. Ein rassistischer Brandanschlag in Mölln 1992 und 9/11 - Zeyna und Cem fühlen immer mehr, „dass keiner sie hier haben will“, hier in Deutschland, während Hanna „nicht betroffen ist, nicht so wie sie“. Das frühe Erwachsenenalter: Hanna und Zeyna gehen, Cem bleibt. Zeyna scheint auf der Suche, sie reist und fotografiert, Hannas Welt ist geprägt von Einsamkeit. Ihre beste Freundin, ihre Schwester Zeyna hat sie nach der gemeinsamen Kindheit und Jugend verloren, als endgültig „etwas zwischen sie fiel“. Der letzte Satz lässt uns hoffnungsvoll zurück, die Protagonistinnen, die Beziehungen zwischen ihnen und das Konzept Wahlfamilie berühren.
Absolutes Highlight!!!
„Ganze Bücher, ganze Bibliotheken könnte man füllen mit all den ungesagten Worten, den ungesagten Sätzen.“ Gemeinsam mit Hanna, die während des Corona Lockdowns ihre Einsamkeit und die Trauer über einen geliebten Menschen in einem nicht gekannten Maß fühlt, tauchen wir ab in die Vergangenheit und erleben die zart aufblühende, scheinbar grenzenlose Freundschaft zwischen Hanna, Zeyna und Cem. Unabhängig von Herkunft, Aussehen oder dem sozialen Status fühlen sie sich verbunden und stellen sich schützend vor den Anderen. Und auch ihre Familien wachsen auf so eine liebvolle Art zusammen. Und doch mit zunehmenden Jahren, spürt man die Zerissenheit von Zeyna, die zwischen den Kulturen lebt und sich in keiner davon richtig dazugehörig und angenommen fühlt. Das steigende Bewusstsein von Zeyna und auch Cem für ihre Herkunft und ihre Wurzeln in der Jugend und als junge Erwachsene, besonders nach den Eregnissen des 11. September, brannte dabei wie ein lichterlohes Feuer einen Graben in die Freundschaft. Rasha Kayat hat mich nach wenigen Seiten so tief in diese unvergleichliche Geschichte gezogen, dass ich lange nicht mehr auftauchen wollte. Sie erzählt so gefühlvoll, mitreißend und voller Seele von den Leerstellen des Lebens, die wie selbst nach vielen Jahren nicht mehr zu füllen vermögen. Und das so eine herausragende Freundschaft wie diese, nicht immun ist, gegen eine Welt die sich nicht zum positiven verändert und mehr Hass statt Liebe fühlt, zeigt die Aktualität und Wichtigkeit des Romans. Die Charaktere runden es zusätzlich noch perfekt ab- sie sind mir alle unheimlich ans Herz gewachsen- nicht nur die drei Hauptcharaktere. Zeyna mit ihrem feurigen Temperament, ihren großen Träumen und ihrer doch so verletzlichen Seele, hat es mir dabei aber besonders angetan Ein Thema sticht aber für mich heraus und das war das Gefühl der Fremde, das Rasha Khayat für mich auf eine so besondere Art und Weise beschrieben hat, dass ich emotional so ergriffen war, von dieser Empfindung, nicht willkommen zu sein. Es hat mir das Herz gebrochen mir bewusst zu machen, wie viele Menschen sich in unserem Land noch immer so fühlen, noch immer tagtägliche diese Ausgrenzung erleben und sich ewig anders und aussenstehend fühlen. Lasst uns das alle zusammen ändern! Und lest dieses Buch Es ist wunderbar, besonders, es fesselt euch und ihr werdet daraus so schnell nicht mehr zurück kommen, das verspreche ich euch.
In „Ich komme nicht zurück“ von Rasha Khayat befinden wir uns mitten im Corona-Lockdown. Hanna, unsere Ich-Erzählerin trauert um eine zu Ende gegangene Jugendfreundschaft mit Zeyna. Die beiden waren früher unzertrennlich, beste Freundinnen. Und jetzt sieht Hanna Zeyna überall. Sie möchte Gewissheit, wieso ist es damals zwischen ihnen auseinander gegangen ist. Aber Zeyna hat kein Interesse daran die Freundschaft wieder aufleben zu lassen. In Rückblicken erfahren wir Stück für Stück mehr über die Freundschaft der beiden. Wir finden uns im Ruhrgebiet der 1980er-Jahre wieder. Zeyna floh mit ihrem Vater aus dem Libanon nach Deutschland und fand bei Hannas Familie eine sichere Umgebung. Und dann tritt auch Cem in das Leben der beiden. Die drei werden ein enges Gespann. Aber Zeyna und Cem begegnet im Alltag immer wieder Alltagsrassismus. Dieser Umstand wirkt sich auch auf die Freundschaft der dreien aus und findet in einem (realen) Ereignis ihren Konflikthöhepunkt. Khayat nutzt eine sehr bildstarke und poetische Sprache. Sie thematisiert die Auswirkung von sozialer Herkunft und Rassismus auf Freundschaften auf sehr beeindruckende Weise. Trotz der Kürze, steckt sehr viel Tiefgang im Roman und die Komplexität der Freundschaft wird sehr umfassend thematisiert.
Danke an Vorablesen und den Dumont Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig. Bei diesem Buch hat mich zuerst dann das schöne Cover angesprochen, und dann vom Klappentext und Leseprobe her die Grundlage, dass es um das Zerwürfnis einer Freundschaftsbeziehung geht und die Geschichte im Ruhrgebiet angesiedelt ist. Das Buch war sehr atmosphärisch und als Kind des Pottes schätze ich es sehr, wie realistisch und gut der Schauplatz rübergekommen ist. Außerdem zeigt dieses Buch eine sehr authentische Freundschaftsbeziehung, mit der Besonderheit, dass die Probleme von unterschiedlichen Herkünften im Rahmen der islamistischen Attacke des 11. September illustriert werden. Für die weiße Protagonistin Hanna ändert sich gar nichts, während Zeyna und Cem durch ihre Migrationsgeschichte und ihre religiöse Zugehörigkeit zum Islam mit Anfeindungen konfrontiert werden, die Hanna so gar nicht nachvollziehen kann. Stilistisch muss ich sagen, ich den Schreibstil wirklich sehr schön fand. Es gibt mehrere Sätze, bei denen am Anfang das „Ich“ fehlt, aber meiner Meinung nach passt das wirklich gut zur Sprache des Ruhrgebietes. Ansonsten wechseln sich lange Schlangesätze voller dichter Beschreibungen mit stichpunktartigen Ein-Wort-Sätzen ab. Und ja, das ist irgendwie ein unruhiger Schreibstil, aber meiner Meinung nach passt es ebenfalls sehr gut in die Geschichte. Eigentlich befinden wir uns nämlich durchgehend in den Gedanken von Hanna, die Zeyna regelmäßig direkt anspricht (ein ungewohntes sprachliches Mittel!), und ich finde es schon realistisch, dass Gedanken so unterschiedlich strukturiert sein können. Ansonsten fand ich das Buch aber etwas zu kurz, es sind knapp 170 Seiten und zum Ende verpufft die Geschichte regelrecht, fängt sie doch so stark an. Außerdem hat das Buch in mir leider wenig nachgewirkt. Der angeteaserte „große Bruch“ zwischen Zeyna und Hanna bzw. der Auslöser dafür kam sehr unerwartet und meiner Meinung nach war er charakterlich nicht sonderlich passend? Und ich hätte mir mehr von der Beziehung von Hanna und Zeyna erhofft. Also es wird schon sehr aufgebauscht und Spannung aufgebaut, immer wieder mit Rückblenden, aber weder konnte ich so richtig nachvollziehen, was mal zwischen Hanna und Zeyna für eine Beziehung war, noch diese Situation, die zum Bruch geführt hat. Und das finde ich ein bisschen schade, weil in dem Buch ja so viel tolle Themen verpackt sind. Es geht viel um Familie, und besonders found family und natürlich Freundschaft. Es geht um unterschiedliche Herkünfte und Kulturen, und das alles vor dem komplett unterschätzen Schauplatz des Ruhrgebiets. Außerdem war ich ja auch wirklich ein Fan des Schreibstils. Aber ich schreibe diese Rezension knapp vier Wochen nach Beenden des Buches, und emotional ist da nicht so viel bei mir hängen geblieben. Ich bleibe trotzdem gespannt auf weitere Werke der Autorin und gebe 3.5 Sterne.
Einfach WOW!!
Ich komme nicht zurück hat mich völlig unerwartet getroffen. Als meine Chefin es mir gab, dachte ich, es wäre nur eine nette Empfehlung – aber schon nach den ersten Seiten hat mich die Stimmung des Buches komplett eingesogen. Rasha Khayat schreibt mit einer stillen Intensität, die nicht laut sein muss, um direkt ins Herz zu gehen. Die Erinnerungen, die Kindheit, dieses Gefühl von Zugehörigkeit und gleichzeitig Fremdheit – all das hat mich unbewusst an meine eigene Jugend zurückgeführt. Viele Szenen wirken wie ein Spiegel, in dem man plötzlich mehr über sich selbst erkennt, als einem lieb ist. Und dann dieses Ende. Der Plot twist kam so überraschend und so heftig, dass ich erst mal da saß und alles sacken lassen musste. Es macht rückblickend so vieles im Buch noch schmerzhafter, aber auch klarer. Ein ruhiger, tief berührender Roman, der zeigt, wie stark Freundschaft, Herkunft und Verlust in uns nachhallen können. Sehr empfehlenswert – gerade, wenn man nicht erwartet, so getroffen zu werden.

Von den Socken hauen konnte mich das Buch nicht, aber es regt durchaus zum Nachdenken an.
Freundschaft, Zerwürfnisse, Leben und Tod spielen in der von Rasha Khayat erzählten Geschichte eine wichtige Rolle. Wir begleiten Hanna, erfahren vom Beginn ihrer engen Freundschaft mit Cem und Zeyna, bekommen Eindrücke aus ihrer gemeinsamen Zeit und sehen der Hauptprotagonistin dabei zu herauszufinden, was sie und Zeyna auseinander getrieben hat. Sie selbst klammert sich an die Vergangenheit wodurch sie aber auch preis gibt, dass sie doch nie wirklich versucht hat zu verstehen, was ihre Freunde bewegt und welchen Einfluss Geschehnisse haben, wie sie Menschen prägen und verändern können. Schreibstil und Story konnten mich zu Beginn nicht komplett fesseln. Erst die letzten 60 Seiten (das Buch hat insgesamt 176) konnten zu mir durch dringen und mich emotional berühren. Die Einsamkeit der Protagonistin wird durch den Erzählstil jedoch gut herausgearbeitet. Daran, dass sich Hanna in ihrer Erzählung direkt an Zeyna richtet, habe ich erst mit der Zeit bzw. im Nachgang mehr Gefallen gefunden. Von den Socken hauen konnte mich das Buch nicht, aber es regt durchaus zum Nachdenken an.
sehr eingänger schreibstil, simple und dennoch fesselnde story mit unerwarteten plottwist.
anfangs hatte ich etwas schwierigkeiten, in den lesefluss zu kommen. dann hat mich die geschichte aber gefesselt und ich habe den schreibstil mehr und mehr verstanden. liebenswerte charaktere und ein plottwist, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hätte. insgesamt ein tolles buch.

Ich habe eine absolute Schwäche für Dumont-Bücher, weil ich das Gefühl habe, dass sie einfach nie schlecht sind. Und genauso war es auch hier. Ich komme nicht zurück hat mich sofort abgeholt. Der Schreibstil ist poetisch, klar und dennoch leicht zugänglich. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass man das Buch fast in einem Rutsch lesen kann. Ich habe es innerhalb von zwei Tagen beendet, ohne jemals das Gefühl zu haben, es würde sich ziehen. Besonders berührt hat mich die Freundschaft der drei Kinder. Der fließende Übergang von kindlich-naiver Nähe zur ersten leisen Entfremdung war unglaublich gut geschrieben. Es fühlte sich real, beobachtet und gleichzeitig literarisch fein gearbeitet an. Der Moment des Bruchs wirkt nicht abrupt oder künstlich, sondern wie etwas, das sich unterschwellig aufgebaut hat, bis es unausweichlich war. Was mich allerdings traurig zurückgelassen hat, war Hannahs Ende. Ich hätte ihr so sehr gewünscht, einen Abschluss zu bekommen, einen Moment des Friedens oder der Klarheit. Genau weil sie mir so nahe war, tat es ein bisschen weh, dass dieser Frieden ausblieb. Gleichzeitig verstehe ich, warum es so erzählt wurde. Vielleicht ist es gerade die Realistik, die diesen Schmerz so stimmig macht. Nicht jede Geschichte löst sich auf, nicht jede Wunde bekommt einen positiven Abschluss.
Eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Migration & das Erwachsenwerden
Eine bewegende Geschichte über eine Freundschaft, die scheint ein Leben lang zu halten. Doch im Zuge des Terroranschlags am 11. September 2001 wendet sich alles. Die Freundschaft bricht zusammen und nichts ist mehr wie vorher. Eine wundervolle Freundschaft, die am Ende dann zerbricht und nie wieder zurückfindet. Und dabei ist es eine Freundschaft, die gerade erst durch einen Krieg entstanden ist. Sehr schön und sehr empathisch geschrieben.
5/5 ⭐️ Dieses Buch war wirklich eine Achterbahn der Gefühle. Es springt hin und her zwischen der Leichtigkeit vergangener Sommer und der Schwere der Gegenwart, die immer wieder mal kurz durch leichtere Momente durchbrochen wird, aber dennoch nie ganz die mitschwingende Trauer verliert. Die Kontraste beider emotionaler Extreme werden durch den Zeitenwechsel auch unfassbar verstärkt, dennoch ist das Buch so flüssig geschrieben, dass ich den andauernden Wechsel weder nervig noch anstrengend fand. Außerdem schafft das Buch es auf eine mir ganz neue Art, Dinge zu vermitteln, ohne diese auszusprechen beziehungsweise klar zu benennen. Der 'Plottwist' – reden wir lieber nicht drüber. Oder auch doch, hat mich auf jeden Fall sprachlos zurückgelassen. Ich hab mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Leider macht es Sinn in Bezug auf die Haltungen der Charaktere zueinander, aber gefallen hat es mir nicht. Ich weiß jedoch nicht, ob mein Problem ist, dass ich die Aktion selbst so scheiße finde, oder ob ich’s scheiße finde, dass die Autorin dieses Ereignis so gewählt hat, wie sie es eben gewählt hat. Leider glaube ich, ist es ersteres, weshalb ich keinen Stern dafür abziehe. Der Rest des Buches hat mich auch einfach viel zu sehr gecatched, um irgendwas außer 5 Sterne zu geben. Dennoch eines der wenigen Bücher, die ich wahrscheinlich nicht nochmal lesen würde, oder nur fragmentarisch die Passagen, die mir gut gefallen haben, einfach weil ich SO genervt vom Ende war. Trotzdem eine absolute Empfehlung meinerseits, auch wenn sich das irgendwie widerspricht.
Menschen sind erst da, sind Teil von dir, und dann sind sie es nicht mehr. Viel mehr passiert in einem Leben nicht. Was ist ein Leben wert, wenn niemand sich mit dir erinnert? Wenn niemand sich mit dir an deinen Schulweg erinnert, an deine erste Liebe, an die Menschen, die dich gemacht haben, erinnert. Was ist ein Leben wert, wenn du die Einzige bist, die sich über Fotos beugt und denkt - damals. (Seite 32) Diese tiefgründigen Überlegungen zur Vergänglichkeit und Erinnerung ziehen sich wie ein roter Faden durch Rasha Khayats Roman Ich komme nicht zurück. Die Autorin, geboren 1978 in Dortmund und aufgewachsen in Jeddah, Saudi-Arabien, bringt ihre vielfältigen Erfahrungen in diesem Werk zum Ausdruck. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften und Germanistik und hat sich seit 2005 als freie Autorin einen Namen gemacht. Mit ihrem Debütroman und zahlreichen Auszeichnungen zeigt sie sich als starke Stimme in der deutschsprachigen Literatur. Worum geht's? Im Zentrum des Romans stehen die Freundschaften zwischen Hanna, Zeyna und Cem, die in den späten 1980er Jahren in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet aufwachsen. Ihre Verbindung, geprägt von unbeschwertem Kinderspiel und gegenseitiger Unterstützung, wird jedoch durch die gesellschaftlichen Spannungen und Vorurteile nach dem 11. September 2001 auf die Probe gestellt. Während sich die Unterschiede zwischen den Charakteren zunehmend verdeutlichen, bricht die langjährige Freundschaft zwischen Hanna und Zeyna auseinander. Jahre später kehrt Hanna in ihre alte Heimat zurück und begibt sich auf eine emotionale Reise, um Zeyna zu finden und die Gründe für das Zerbrechen ihrer Freundschaft zu ergründen. Meine Meinung Die ersten Eindrücke, die das Buch vermittelt, sind durch das Cover geprägt, das mir zunächst nichts über die Handlung verrät. Im Nachhinein interpretiere ich die Auswahl der Farben als eine subtile Hommage an die drei Protagonisten: Hanna, Zeyna und Cem. Ich war neugierig, da ich bisher kein Buch von Rasha Khayat gelesen hatte, doch die bildhafte und poetische Sprache fesselte mich sofort. Das Buch ist nicht laut oder übertrieben dramatisch, sondern entfaltet seine Kraft auf eine subtile Weise. Die abwechselnde Erzählweise zwischen Gegenwart und Rückblenden hat mir gut gefallen, da sie die Komplexität der Freundschaften und die sich verändernden Beziehungen der Charaktere anschaulich darstellt. Die behandelten Themen sind vielfältig und relevant: Klassismus, Einsamkeit, Verlust, Rassismus und Identität sind nur einige der Fragen, die in diesem Roman behandelt werden. Besonders angetrieben von der Frage, was zwischen Hanna und Zeyna geschehen ist, war ich gespannt auf die Auflösung. Leider fand ich die Erklärung zum Bruch zwischen den beiden Freundinnen am Ende etwas schwach. Obwohl die letzte Enthüllung einige Überraschungen bereithielt, kam mir die Entwicklung zu abrupt und hätte meiner Meinung nach mehr Raum für eine tiefere Auseinandersetzung verdient. Einige kraftvolle Sätze, die Khayat auch von anderen Autor:innen übernommen hat, laden zum Nachdenken ein. Phrasen wie „Jeder Tod, selbst einer, auf den man gefasst ist, ist der erste Tod.“ (Seite 48) und „Nacht funktioniert wie Schnee. Löscht Landschaft aus.“ (Seite 32) hinterlassen bleibende Eindrücke und lassen Raum für eigene Interpretationen. Während ich emotional gepackt war, hielt mich das Buch zugleich auf einer gewissen Distanz. Am eindrücklichsten fand ich den Kontrast zwischen der kindlichen Unschuld und dem Ernst des Lebens, der sich mit dem 11. September manifestiert. Die gesellschaftlichen Unterschiede und Vorurteile, die vorher nicht so offensichtlich waren, treten plötzlich zwischen die drei Freundschaften und führen zu einem schmerzlichen Auseinanderdriften. Die Wahl der Du-Perspektive war für mich geschmacklich ein interessantes Experiment, das ich mochte. Die poetischen Passagen, die gekonnt im Text eingestreut wurden, trugen zur emotionalen Tiefe des Romans bei, ohne überhandzunehmen. Fazit Ich komme nicht zurück ist ein einfühlsamer Roman, der die Komplexität von Freundschaften und Identität in einer sich verändernden Welt thematisiert. Rasha Khayat gelingt es, wichtige gesellschaftliche Themen mit einer poetischen Sprache zu verbinden, auch wenn die Auflösung der zentralen Konflikte für mich etwas hastig erschien. Insgesamt hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, weshalb ich 4 von 5 Sternen vergebe.
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
RASHA KHAYAT studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Bonn. Seit 2005 arbeitet sie als freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin. 2016 erschien ihr Debüt ›Weil wir längst woanders sind‹. Sie erhielt für ihre Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, u. a. das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung und das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Seit 2022 hostet sie den feministischen Literaturpodcast ›Fempire – der Podcast über Frauen, die schreiben‹.
Posts
"Ich erinnere mich, dich vergessen zu haben." "Ich lebte im Ungefähren und hatte mich da eingerichtet. Fühlte sich nicht gut an, störte aber auch nicht." "Eine neue Wohnung will er mir suchen, mir helfen, alles auszuräumen. Kann nicht, will das Weggehen hier nicht denken. Lieber alles lassen, stillstehen lassen." "Cem und du, ihr stecktet die Köpfe oft zusammen, öfter als zuvor. Wir waren Türme gewesen füreinander, und nun gab es euch, und es gab mich." "All das hörte auf nach dem Sommer. Dein Licht hatte sich verändert, es hatte sich in Feuer verwandelt, flammte immer öfter, immer heißer, immer höher auf. Konnte spüren, es zog dich weg. Wenn auch niemand wusste, du nicht wusstest, wohin." "Ich bin wütend auf die Einsamkeit, die sich mir so in den Weg stellt. Die mich zwingt, mich immer wieder zu erinnern." Es ist die Geschichte von Hanna, deren Mutter bei einem Unfall ums Leben kam. Sie wächst bei ihren Großeltern Felizia und Theo in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf. Von ihrem besten Freund Cem, dessen Familie ein kleines, türkisches Lebensmittelgeschäft führt. Und von Zeyna, die mit ihrem Vater Nabil vor dem Krieg im Libanon nach Deutschland geflüchtetet ist und sich mit den beiden anfreundet. Die Geschichte einer ganz besonderen kindlichen Freundschaft, die gesellschaftliche Grenzen überwindet. Hanna erzählt in der Gegenwart, der Zeit der Corona-Pandemie die von Einsamkeit und Isolation geprägt ist, vom Tod ihrer Großeltern, ihrer Sehnsucht nach Nähe und Sicherheit und von der Suche nach Zeyna, die sie schrecklich vermisst. Durch Rückblicke beschreibt Hanna die glückliche Zeit ihrer Kindheit und Jugend. Bis diese Freundschaft am 9.11.2001 erste Risse bekommt, kulturelle und gesellschaftspolitische "Unterschiede" , die bisher keine Rolle gespielt haben, die sie nicht wahrgenommen haben, beginnen eine Rolle zu spielen. Bis es schließlich zum totalen Bruch zwischen ihr und Zeyna kam. Was war geschehen? Ein Buch über die Kraft der Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen und Trauer. Sprachlich ganz klar und doch auch gefühlvoll und poetisch, die Charaktere sind fein ausgearbeitet. Ich war ab der ersten Seite gefangen. Eine Zufallsentdeckung und eine unbedingte Leseempfehlung von mir ⭐
So poetisch, so dicht und so nah an meinen eigenen Lebenserfahrungen. Rasha Khayat hat es mit ihrer feinfühligen Sprache geschafft, mich selbst daran zu erinnern, woher ich komme und warum ich heute bin, die ich bin. Warum ich in den 90ern Angst vor bestimmte Orte in meiner Heimatstadt hatte, da die „Nazis“ dort ihr Revier hatten. Warum ich nicht nur Angst um meine Verwandtschaft im Kriegsgebiet des ehemaligen Jugoslawiens hatte, sondern auch um die geflüchteten Familienmitglieder hier in Deutschland. Warum Vorurteile gegenüber bestimmten Personengruppen gewachsen sind, nach dem 11. September. Warum ich nicht die Hoffnung in die Menschheit verloren hatte, dank der strahlenden Lichterketten und dass ich selbst die Erfahrung machen musste, einen geliebten Menschen zur Coronazeit zu verlieren, ohne vorher Abschied nehmen zu dürfen, dass ich Cem verstehen konnte, da ich selbst manchmal den leichteren Weg wähle und wie schmerzhaft und einsam es sein kann, wenn eine wunderbare Freundschaft zerbricht. Hier wird nicht nur die Freundschaft zwischen Hanna, Zeyna und Cem erzählt, die in den 80ern beginnt und sich so ehrlich und warmherzig anfühlt, sondern auch von der Einsamkeit, die Hanna umgibt, verstärkt durch die Umstände im Jetzt - Pandemie, beide Großeltern verstorben und der Kontakt zu Zeyna abgebrochen. Erinnerungen, die erzählen, wie sich die Freundschaft im Laufe der Zeit verändert hat und wie es zum Bruch der Freundschaft kam. Das die Herkunft eines Menschen großen Einfluss darauf haben kann, welche Erfahrungen man im Leben sammelt und wie diese Erfahrungen den eigenen Charakter beeinflussen. Ach, und dieses Ende, unerwartet und unglaublich stark. Ganz viel Liebe für diesen Roman, der mir nicht nur viel Wärme geschenkt hat, sondern auch in die eigene Vergangenheit zurückgeworfen hat. S.19 „Wir zwei. Wir drei. Wir alle. Neun Jahre alt, zwölf Jahre alt, achtzehn Jahre alt, fünfundzwanzig Jahre alt, dreiunddreißig Jahre alt. Versuche zu rekonstruieren, welches wohl die letzten Bilder sind. Schau mir die Mädchen an, die jungen Frauen und denke - ihr wusstet gar nicht, wie frei ihr wart, wie glücklich.“ S.48 „Die Einsamkeit auf den Krankenhausfluren presste sich mit aller Macht gegen meine eigene Einsamkeit, rieb sich an ihr, so sehr, dass ich kaum mehr atmen konnte.“ S.56 „Da hatte ich es zum ersten Mal gehört, diesen neuen Namen, diese neue Variante von Cem, meinem Kinderfreund Cem. Dass sie seinen Namen nicht so gut aussprechen konnte, erklärte er später, und dass sich Jimmy auch bei der Arbeit durchgesetzt hatte, auch bei den Patienten, und dass die Leute es einfacher fanden als Cem.“ S.110 „Und du gucktest mich an, als wolltest du sagen: Man hat zwei Möglichkeiten. Aufgeben und am Ende verrecken, oder zäh werden. Zäh werden und durchhalten, und am Ende stärker sein als alle anderen, vom Kampf ums Überleben gestählt.“
Ein neues Lieblingsbuch - unbedingt lesen!
Ein sehr kurzer, aber umso beeindruckender Roman. Man ist sofort in der Handlung. Die Charaktere sind so real, die Probleme und alle die Gedanken der Figuren sind greifbar. So subtil und auf den Punkt geschrieben. Berührt mich bis in die letzte Zelle. Und es wirkt dabei alles so mühelos geschrieben. Ich hätte noch ewig in diesem Buch bleiben können.
Klug und poetisch
Was für ein wunderbarer sprachgewaltiger Roman. Hanna wächst bei ihren Großeltern auf und ist gut befreundet mit Cem. Bald zieht Zeyna mit ihrem Vater noch in die Nähe. Die drei sind bald darauf schon unzertrennlich und auch die Familien von Zeyna und Hanna sind wie eine Familie füreinander. Als die Mädchen älter werden wird immer klarer wie unterschiedlich sie sind wie schwierig es ist die enge Freundschaft aufrecht zu halten. Der Roman spielt in der Coronazeit und parallel dazu begleiten wir die Protagonistin zurück in ihre Kindheit. Da wird erzählt wie Hanna und Cem Zeyna kennengelernt haben und wie sich die Freundschaft im Laufe der Zeit verändert hat. Die Abschnitte in der Coronazeit zeigen uns wie Hanna mit der aktuellen Situation umgeht und das ihr bewusst wird wie sehr ihr Zeyna fehlt. Der Roman ist teilweise so eindringlich geschrieben, dass ich vergessen habe Luft zu holen. Gerade die Darstellung der Einsamkeit von Hanna ist ganz großartig gelungen. Die Autorin hatte mich direkt schon mit dem ersten Satz. Poetisch, philosophisch und klug ist dieses Lesevergnügen. Es geht um Freundschaft aber auch viel um Abschnitte im Leben, in denen man irgendwie feststeckt und nicht nach vorn blicken kann. Und es geht um die großen Fragen was eine Freundschaft aushalten kann und auch welche gesellschaftlichen Aspekte da reinspielen können. Ein wunderbarer Roman. Unbedingt lesen.
Ich habe mir das Buch aufgrund der vielen begeisterten Rezensionen gekauft, aber meine Erwartungen waren wohl zu hoch. Der Schreibstil und die Freundschaft der drei Kinder und später Jugendlichen haben mir sehr gut gefallen, aber die Handlung in der Gegenwart war mir zu melancholisch und deprimierend. Warum Zeyna den Kontakt abgebrochen hat, kann ich nicht nachvollziehen. Hannah hat einen Fehler gemacht und wurde dafür von Zeyna zu hart bestraft. Warum wurden die Sätze auf Arabisch nicht übersetzt?
Ein melancholischer Roman über Freundschaft, Einsamkeit und Liebe. Hanna, Cem und Zeyna sind Freunde seit ihrer Kindheit in den 80ern, trotz ihrer kulturellen Unterschiede. Nichts kann sie auseinanderbringen und sie werden gemeinsam erwachsen. Das Buch aber beginnt mit Hanna als erwachsene Frau, die in das Haus ihrer verstorbenen Großeltern zurückkehrt und ihre Freundin Zeyna schrecklich vermisst. Irgendetwas also muss vorgefallen sein, was die beiden auseinandergebracht hat... Darüber rätselt man als Leser fast das gesamte Buch. Während man den Dreien in Rückblicken durch ihre Kindheit in ihrer Wahlfamilie folgt, die eigentlich sehr schön und innig ist, wendet sich das Blatt aber mit den Anschlägen am 11. September 2001. Die heile Welt der drei gerät durch Cems und Zeynas "Herkunft" aus den Fugen und bekommt erste Risse. Während jeder auf seine Weise versucht, sich damit auseinanderzusetzen und die Anfeindungen zu verarbeiten, bleibt Hannas Figur dabei etwas blass, weil sie am wenigsten betroffen ist. Schlussendlich ist das auch nicht das am Ende des Buches, was Hanna und Zeyna auseinandergebracht hat, was verständlich gewesen wäre und warum ich den wahren Grund eher enttäuschend fand, wenn man die Themen wie Rassismus und Migration betrachtet, die vorher im Buch angeschnitten werden. Trotzdem ein guter Roman in einer schönen poetischen Sprache...
Schwermütiger und schmerzhafter Roman über die Freundschaft & den Verlust von kindlicher Freude und Leichtigkeit im Leben.
Rasha Kayat ist es gelungen, die Schwere der Einsamkeit während des Corona Lockdowns sehr realitätsnah auf wenige Seiten zu transportieren. Hinzu kommen weitere schwere Themen wie Verlust, Rassimus, Diskriminierung, Trauer, Scham und Eifersucht. 《Was ist ein Leben wert, wenn niemand sich mit dir erinnert? Was ist ein Leben wert, wenn du die Einzige bist, die sich über Fotos beugt und denkt - damals.》 Sehr interessant fand ich die Perspektive rund um den 11.September 2001. Ich war damals noch zu jung und unerfahren um zu verstehen welche Auswirkungen der Terroranschlag auf BPOC Menschen in Deutschland hatte. Eine schmerzhaft, ehrliche Passage die einem die Augen öffnet. Fazit: Mir fiel es diesesmal nicht leicht, das Buch für mich einzuordnen.《Ich komme nicht zurück.》hat sich für mich leider etwas gezogen und wurde dann zum Ende hin plötzlich ganz zügig abgehandelt. Während des Lesens war ich so 👀 "und jetzt?...👀...und jetzt..? - 😐 doch nicht. ", zum Ende hin dann 😯😲😳 und plötzlich war es vorbei. Der Roman hatte durchaus seine Stärken und trotzdem konnte er mich auf der Gefühlsebene nicht vollends erreichen. Kann mir aber gut vorstellen, dass dieser Roman, Menschen mit anderen Lebensrealitäten & Erfahrungen vollkommen abholen kann.

„Ganze Bücher, ganze Bibliotheken könnte man füllen mit all den ungesagten Worten, den ungesagten Sätzen.“ (Seite 88) Wie viel Tiefsinn, wie viel Leben kann Mensch in 170 Seiten packen und wie es schaffen, mich zehn Seiten vor dem Ende so völlig aus dem Konzept zu bringen. Rasha Khayat schafft dieses in ihrem Roman „Ich komme nicht zurück“ auf besondere Weise. Diese Wendung zum Ende des Romans ist so „fantastisch“, denn in meinem Kopf ging es mir wie Cem - ich habe die ganze Zeit überlegt, was es wohl sein kann, was Hanna und Zeyna getrennt hat; was dafür gesorgt, dass sie sich soweit entfernten - aber damit habe ich nicht gerechnet. Mehr kann ich dazu nicht schreiben, weil es die Spannung nehmen würde und das Erleben dieses Buches; dieser Wörter, welche aufgeschrieben sind. „Dich wird das nicht betreffen“, hattest du gesagt. Immer wieder denke ich an diesen deinen Satz.“ (Seite 115) „Ich komme nicht zurück“ ist ein Roman, welcher mich meine Privilegien spüren lässt, aber auch meine „Schwachstellen“ und meine Momente der gesellschaftlichen Hürden. In ihrer starken Erzählweise nimmt uns die Autorin mit auf eine Reise der drei Freund:innen Hanna, Zeyna und Cem und wie sich ihr Leben noch einmal deutlich änderte mit „9/11“; ihr Leben, was vorher schon nicht das Einfachste war. „…gehe weiter, lasse die Beine einfach machen, die Hände tief in den Taschen, den Kopf eingezogen. Sich unsichtbar machen, wo sowieso niemand hinschaut.“ (Seite 92) Das Buch lässt uns eintauchen in die Einsamkeit und die Sehnsucht nach den liebsten Menschen an unserer Seite, aber auch in die Trauer und das Verlieren.
Abgeschlossen 09/24 Freundschaft und Herkunft. Zeyna, Hanna und Cem. Eine Geschichte über das Aufwachsen im Ruhrgebiet. "Wenn man etwas sein soll, was man nicht ist. Wenn man glaubt, etwas sein zu müssen, was einem nicht entspricht. Wenn man nicht sehen kann, was man sonst noch sein könnte." Das Ende habe ich mir anders vorgestellt. Ich lasse es so stehen, hatte andere Erwartungen und vielleicht ist das auch ok so.

Ein Mosaik - Trauer, Freundschaft, Einsamkeit.
„Menschen sind erst da, sind ein Teil von dir, und dann sind sie es nicht mehr. Viel mehr passiert in einem Leben nicht.“ (S. 32) ____________________________________________ 🫧 Um wen geht‘s? Um Hanna, Cem und Zeyna. Es ist ein heißer Sommer Ende der Achtzigerjahre, sie wachsen gemeinsam in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf. Schnell bilden sie eine Wahlfamilie, verbunden durch Brüche in ihren Biografien und die Liebe zueinander - bis das Erwachsenwerden sich irgendwann zwischen sie stellt. Jahre später kehrt die Erzählerin Hanna in die Siedlung zurück. Mal leise, mal laut steht die immer gleiche Frage im Raum: Was bleibt am Ende von mir, was von uns übrig? 🫧 Meine Meinung Rasha Khayats Roman war ein Mosaik aus Gefühlen - Trauer, Wut, Freundschaft, Liebe, Einsamkeit. Auf gerade einmal 176 Seiten und in einer poetischen, leichten Sprache hat sie eine Geschichte erschaffen, die in mir noch sehr, sehr lange nachhallen wird. Einen Sonntagnachmittag habe ich mit diesem Buch verbracht, jede Emotion hat sich mir tief unter die Haut gegraben - Hannas Trauer, Nabils Schmerz, Zeynas Wut, die Liebe von Theo und Felizia zu ihnen allen. Unerschütterlich, menschlich. Jede Emotion war intim, jeder Charakter nahbar. Rasha Khayat verwebt ihre fiktiven Protagonist:innen aber auch mit den realen Geschehnissen in der Welt - dem libanesischen Bürgerkrieg, dem Anschlag in Mölln von 1982, 9/11 und dem Krieg in Syrien. Sie zeigt sensibel und eindrücklich auf, wie diese Geschehnisse im Leben von Hanna, Cem und Zeyna nachwirken und wie sie beeinflussen, zu welchen Menschen die einstigen Kinder heranwachsen. So, wie Kinder es überall auf der Welt auch heute noch tun. 🫧 Fazit Für mich war „Ich komme nicht zurück“ ein absolutes Jahreshighlight und ließ mich, vor allem auf den letzten Seiten, in Tränen aufgelöst zurück. Ich lege es all jenen ans Herz, die nicht vor großen Emotionen zurückschrecken und einer poetischen, weiblichen Stimme der Literatur zuhören möchten.

Ruhrgebiet in den späten Achtzigerjahren - Hanna und Cem streifen durch die Siedlung, als sie Zeyna kennenlernen. Zeyna, die mit ihrem Vater Nabil vor dem Krieg geflohen ist. Die drei Kinder werden schnell Freunde und die neuen Bewohner zu Familie. Doch als die Kinder erwachsen werden, werden die Unterschiede zwischen ihnen klarer und die Freundschaft bekommt Risse. Zwischen Hanna und Zeyna kommt es zum Bruch. Jahre später zurück in der Siedlung versucht Hanna Zeyna zu finden. „Versuche zu sehen, wie Cem uns sieht. Versuche zu sehen, dass wir zu viel waren für ihn. Kann es nicht sehen, sehe nur uns alle, gemeinsam. Denke an uns, als wir zu dritt waren. Und nun sind wir nur noch eins und eins und eins (einmal unsichtbar).“ S. 62 Obwohl das Buch mit knapp über 170 Seiten recht schmal ist, schaffte es die Autorin mich mitten ins Herz zu treffen. In kurzen Kapiteln und gestützt von Rückblicken begegnen uns Themen wie Einsamkeit, Trauer, Verlust, Freundschaft, Wahlfamilie aber auch Herkunft und Rassismus. Es hat mich gewundert, dass das Buch es nicht auf die Longlist des Buchpreises geschafft hat. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Deshalb 5/5 🧡🧡🧡🧡🧡

Mir hat’s gefallen!
Superschönes Buch mit einer gefühlvollen Schreibweise und einer poetischen Bildsprache, die einen ganz nah dran sein lässt. Ein Buch über Trauer, Einsamkeit und tiefe Freundschaft, die aus den Fugen gerät. Und noch so viel mehr! Rasha Khayat hat mich zwischendurch sehr berührt, das ein oder andere Tränchen verdrücken lassen aber ab und an auch (trotz „nur“ 169 Seiten) ungeduldig werden lassen. Man will einfach nur wissen, was passiert ist … … aber das geduldige Weiterlesen hat sich gelohnt und ich mochte ihren Roman sehr!

Man könnte ganze Bibliotheken füllen mit unausgesprochenen Worten.
Durch den Roman wird großartig transportiert, welche Auswirkungen es hat, seine Gedanken und Gefühle nicht auszudrücken bzw. nicht ausdrücken zu können. Trauer, Mut, Stärke, Umgang mit Verlust. Unglaublich viele Themen kommen im Leben der Protagonisten zusammen und sind so beschrieben, dass ich als Leserin gut mitfühlen konnte.
In einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet wachsen Hanna, Cem und Zeyna zusammen auf und sie verbindet eine enge Freundschaft. Doch je älter sie werden, um so deutlicher werden ihre Unterschiede. Hanna geht irgendwann fort und als sie Jahre später wiederkommt, ist zwar Cem noch da, Zeyna aber verschwunden. Hanna begibt sich auf die Suche nach ihr. Das Buch ist relativ kurz, aber dennoch sehr intensiv am Anfang, wobei für mich die erste Hälfte des Buches viel interessanter und auch emotionaler war. Im Verlauf der Geschichte fragte man sich immer mehr, was wohl dazu geführt hat, dass Zeyna nicht kontaktiert werden will und warum Hanna aber dennoch nicht aufgeben will. Die Auflösung, was passiert ist, und auch das Ende, fand ich irgendwie unbefriedigend und zu plötzlich zu Ende. Irgendwie hatte ich mit mehr Aufklärung gerechnet, die dann aber so nicht kam. Das Buch hat mich zum Ende hin leider enttäuscht. Sprachlich ein gut geschriebenes, literarisches Werk, das Themen wie Einsamkeit, Trauer, Rassismus, Wehmut und Freundschaft behandelt. Ein Buch, das nicht durch die Story selbst, sondern viel mehr wegen seiner effektvollen Sprache über die Einsamkeit überzeugt.
Jetzt schon ein Jahreshighlight & eine große Empfehlung!
Rasha Khayat schreibt über drei Freunde: Hanna, Zeyna und Cem, die zusammen in einer Siedlung im Ruhrgebiet aufwachsen. Der Roman ist aus Hannas Perspektive als eine Art Brief an Zeyna geschrieben. Die beiden haben sich auseinander gelebt und nun im Alter von ca. 40 Jahren keinen Kontakt mehr. Nicht nur Khayats Schreibstil, der unfassbar poetisch ist und ganz viele Gefühle & Bilder in jedem Satz transportiert hat mich berührt, sondern auch die Geschichte einer Sehnsucht nach der ehemals besten Freundin, gepaart mit der Einsamkeit während der Pandemie und der all einnehmenden Trauer nach dem Verlust ihrer Großeltern war einfach unglaublich. Gleichzeitig spricht sie in ihrer Erzählung aber auch wahnsinnig wichtige, gesellschaftliche Themen an. Man liest über die Erfahrung von Migrant*innen in Deutschland, wie sie sich fühlen und wie mit ihnen umgegangen wird, insbesondere nach dem Terroranschlag 9/11. die Verwebung von Fiktion und wahren Geschehnissen ist hier sehr gelungen und hat mir gut gefallen. Insgesamt hat das Buch es trotz seiner Kürze in sich und hat mich komplett beeindruckt.

„Ich komme nicht zurück“ ist für mich ein absolutes Highlight und definitiv alle fünf Sterne wert. Die einfühlsame Darstellung der Charaktere, die relevanten gesellschaftlichen Themen und die poetische Erzählweise machen diesen Roman zu einem beeindruckenden Leseerlebnis. Ich habe nichts zu kritisieren und empfehle dieses Buch wärmstens weiter.
„Ich komme nicht zurück“ von Rasha Khayat erzählt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte von Hanna und ist dabei sowohl poetisch als auch gefühlvoll und einfühlsam. Die Handlung hat mich in seinen Bann gezogen und ich konnte es nicht mehr auf der Hand legen, weshalb ich es innerhalb eines Tages durchgelesen habe. Der Schreibstil ist malerisch und wunderschön, sodass man sich die geschilderten Situationen lebhaft vorstellen kann und sich direkt in die Geschichte fallen lässt. Die Handlung spielt während der Corona-Pandemie im Winter und wird aus der Sicht von Hanna erzählt. Wir erfahren sowohl von ihrer Gegenwart als auch durch kleine Rückblicke von ihrer Vergangenheit. Diese Rückblicke sind geschickt eingewoben und helfen dabei, Hannas Gefühl der Einsamkeit und Sehnsucht besser zu verstehen. Schnell wird klar, wie einsam Hanna tatsächlich ist – nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Denn Hanna hat außer ihrem Kindheitsfreund Cem niemanden mehr. Doch auch diese Freundschaft hat sich verändert. Zu allem Überfluss hat Hanna gerade ihre Oma verloren und vor ein paar Jahren bereits ihren Opa - nun wohnt sie in der Wohnung ihrer Großeltern, bei denen sie aufgewachsen ist. Die Ausgangssituation ist trostlos, und wir erleben, wie Hanna von ihrer Einsamkeit förmlich aufgefressen wird. Doch nach und nach beginnt sie, aus dieser Einsamkeit herauszufinden. Während des gesamten Romans zieht sich eine Sehnsucht nach Zeyna, einer Person, mit der sie in ihrer Vergangenheit eng befreundet war. Zusammen mit Cem bildeten sie ein unzertrennliches Trio, bis Deyna aus einem Grund, der erst am Ende des Buches enthüllt wird, die Freundschaft beendete. Dieser Grund, der erst gegen Ende des Romans ans Licht kommt, ist überraschend und schockierend. Es wird nichts vorweggenommen und deutet sich im Verlauf der Geschichte nicht an, was die Enthüllung umso beeindruckender macht. Ein weiterer faszinierender Aspekt des Buches ist die Frage, ob es sich bei der Geschichte um Fiktion oder um autobiografische Elemente handelt. Diese Ungewissheit verleiht dem Roman eine zusätzliche emotionale Tiefe. Darüber hinaus greift Rasha Khayat aktuelle und relevante Themen wie Rassismus und Ausländerfeindlichkeit auf. Obwohl diese Themen nicht im Vordergrund stehen, werden sie nebenbei thematisiert und bieten einen wichtigen gesellschaftlichen Kontext. Historische Bezüge, die bis in die 1970er und 1980er Jahre zurückreichen, sind ebenfalls geschickt in die Handlung integriert. Diese Rückblicke helfen, die heutigen Ereignisse und Charaktere besser zu verstehen. Die Erzählung spannt einen Bogen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und zeigt, wie sich Freundschaften und familiäre Bindungen über die Zeit entwickeln. Ein zentrales Thema des Buches ist die Verschmelzung von Freundschaft und Familie. Es wird deutlich, wie tief die Verbindungen zwischen den Menschen gehen können und wie neue Familienkonstellationen entstehen, die kulturelle Grenzen überwinden. Diese Darstellung von Liebe und Zusammenhalt ist ermutigend und zeigt, dass Familie über verschiedene Kulturen hinweg funktionieren kann.
📖~ 𝑅𝑎𝑠ℎ𝑎 𝐾ℎ𝑎𝑦𝑎𝑡 ~ —•𝐼𝑐ℎ 𝑘𝑜𝑚𝑚𝑒 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑧𝑢𝑟ü𝑐𝑘•— 𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟 Das Buch von Rasha Khayat erzählt die Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen drei Figuren: Hanna, Zeyna und Cem. Sie wachsen gemeinsam im Ruhrgebiet der 1980er Jahre auf. Doch im Laufe der Jahre wird ihre Beziehung durch gesellschaftliche Ereignisse und den zunehmenden Rassismus erschüttert. Besonders Zeyna und Cem sind von diesen Veränderungen betroffen. Die Autorin schafft es, auf wenigen Seiten eine tiefgründige Geschichte zu erzählen, die trotz ihrer Kürze ohne unnötige Längen auskommt. Die Handlung bleibt kompakt, was das Leseerlebnis angenehm flüssig macht. Besonders hervorzuheben ist der poetische Stil, der anfangs gewöhnungsbedürftig für mich war, sich aber schnell als wesentlicher Teil der Erzählweise herausstellt. Einige Sätze sind so kraftvoll und lassen Raum für eigene Interpretationen. Auf der anderen Seite ist der melancholische Grundton des Buches nicht jedermanns Sache. Trotz tiefgründigen Themen, schafft es die Erzählung nicht, mich emotional wirklich mitzureißen. Ich blieb eher distanziert und folgte der Geschichte, ohne mich stark involviert zu fühlen. Auch die Auflösung am Ende ist zwar unerwartet, bleibt aber ohne großen emotionalen Nachhall.

Freundschaft, Wahlfamilie, Einsamkeit
Es ist die Geschichte über Freundschaft, Herkunft, Wahlfamilie, Verlust und Einsamkeit. Auf gerade einmal 170 Seiten schafft es Rasha Khayar, dass ich mitfühle und verstehe. Gestaltet ist der Roman als erzählender Monolog von Hanna, die glaubt, an jeder Ecke ihre Freundin Zeyna zu erkennen; sie sucht, sie vermisst. Stück für Stück erfahren wir von der Vorschichte. Hanna, Zeyna und Cem. Ein Freundegespann, das so schnell nichts erschüttern konnte, so unterschiedlich sie auch sind. Hanna, die bei Ihren Großeltern Theo und Felizia aufwächst. Cem, Sohn türkischer Eltern, ist ihr bester Freund. Zeyna, die mit ihrem Vater Nabil im Alter von 5 Jahren vor dem Krieg nach Deutschland geflüchtet ist, komplettiert die Gruppe. Die Familien werden zu gegenseitigen Wahlfamilien. Doch es kommt zum Bruch zwischen Hanna und Zeyna, der sich erst ganz am Ende erklärt und der als Spannungsbogen diesen Text durchzieht. Habe ich sehr gern gelesen und mir direkt den Debütroman der Autorin im Taschenbuch besorgt.
Hanna ist einsam. Und die Pandemie macht es nicht besser. Doch warum ist sie so einsam und wäre es womöglich auch ohne Pandemie? Einsam war sie nämlich noch nicht immer; nicht damals, in den 80ern, wo sie mit Cem und Zeyna eine Einheit bildete, die zunächst durch nichts zu trennen zu sein scheint. Denn im Ruhrpott-Arbeiterviertel der 80er bilden sie und ihre jeweils schon zerklüfteten Familien eine gemeinsame Wahlfamilie, in der Hintergründe und Herkünfte keine Rolle zu spielen scheinen. Doch je älter sie werden und je mehr sich im Außen verändert, desto fragiler werden die zunächst unzertrennlichen Bande zwischen den Dreien. Und nun, angesichts ihrer tiefen Einsamkeit während der Pandemie, in der ihr nur noch Cem als Halt geblieben ist, fängt Hanna an, sich an die Vergangenheit und ihre damals beste Freundin Zeyna zu erinnern. Sie macht sich auf die Suche; im Außen und in ihrem Innern; nach dem, was war, was zum Bruch zwischen ihnen führte und dem, was eventuell irgendwann irgendwie wieder sein könnte… @rasha hat einen zugleich traurigen, tröstlichen und warmherzigen Roman über Freundschaft, Einsamkeit, Loyalität, (Wahl-)Familie und Zusammenhalt geschrieben. Zudem hat sie ihn mit ganz viel Ruhrgebiets-Vibes gespickt, die mich direkt in meine eigene Jugend im Ruhrpott haben zurückreisen lassen. Unterstützt wurden diese Gefühle zusätzlich durch den absolut passenden Soundtrack bei Spotify. Für mich also eine Geschichte, die mich berührt und irgendwie sentimental werden lassen hat. „Ich komme nicht zurück“ ist eine traurig-warmherzige Geschichte, die insbesondere Menschen, die den Vibe des Ruhrgebiet mit der Rauheit seiner Bewohner*innen kennen, mögen oder kennenlernen wollen, erreichen wird. Darüber hinaus ist das Buch eine Ode an die Freundschaft und das, was sie zu Fall bringen kann.
Hanna wächst bei ihren Großeltern in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf. Ihr bester Freund ist Cem, die beiden sind unzertrennlich. Als Zeyna mit ihrem Vater in den 80er Jahren in die Nachbarschaft zieht, bilden die drei Kinder ein Dreiergespann, deren Freundschaft immer mehr wächst, aber auch immer komplizierter wird. Jahre später, während der Corona-Pandemie, zieht Hanna in ihre alte Heimat in die Wohnung ihrer mittlerweile verstorbenen Großeltern zurück. Während ihre Freundschaft mit Cem den Jahren und Lebensereignissen standgehalten hat, ist der Kontakt zu Zeyna vollständig abgebrochen. Hannas Leben ist geprägt von Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Sie versucht, Zeyna zu kontaktieren – ohne Erfolg. In „Ich komme nicht zurück“ erzählt Rasha Khayat von Wahlfamilie und Freundschaft – und wie diese an unserer Herkunft, an Eifersucht und Sprachlosigkeit zerschellen können. In wenige Seiten packt die Autorin so viel, dass ich das Buch nach dem Lesen sehr begeistert zugeschlagen habe. Sie nimmt die Perspektive von Hanna ein, die keinen einfachen Blickwinkel bietet, eine Frau mittleren Alters, die alleine während der Corona-Pandemie in einer Wohnung wohnt, ohne Familie und Partner*in, mit wenigen Freund*innen und vielen traurigen Gedanken. Hanna lebt gedanklich vor allem in der Vergangenheit, sie nimmt die Lesenden mit zu den Ursprüngen ihrer Freundschaft mit Cem und Zeyna und zeichnet so den Weg nach, der letztlich zum Ende der tiefen Verbindung zwischen Hanna und Zeyna führt. Für mich ist „Ich komme nicht zurück“ ein Lesehighlight, gefühlvoll, poetisch und sprachlich doch ganz klar hat mich Rasha Khayat für ihren Roman eingenommen – große Leseempfehlung!

Manchmal sind es die leisen Geschichten, die am tiefsten treffen
„Ich komme nicht zurück“ erzählt von Hanna, Zeyna und Cem – drei Freunden, die einst unzertrennlich waren. Doch mit den Jahren verändert sich etwas zwischen ihnen und schließlich kommt es durch einen Vorfall zum Bruch ihrer Freundschaft. Es ist eine Geschichte über Entfremdung, Zugehörigkeit und das, was unausgesprochen bleibt. 💭 Dieses Buch hat mich tief berührt. Rasha Khayat schreibt mit einer lyrischen, fast zarten Sprache, die zwischen den Zeilen mehr sagt als auf den Seiten steht. Jeder Satz ist durchdacht, jeder Moment fein beobachtet. Ich habe mich oft dabei ertappt, Passagen zweimal zu lesen – einfach, weil sie so schön klangen. 🥰 Der Erzählstil ist ruhig, poetisch und unglaublich eindrucksvoll. Khayat schafft es, Gefühle spürbar zu machen, ohne sie laut auszusprechen. Für mich ist „Ich komme nicht zurück“ eines dieser seltenen Bücher, die man nicht einfach liest, sondern fühlt. ✨📖
Ich weiß nicht recht, was ich von dem Buch halten soll. Einerseits wurde die Entwicklung der Freundschaft der 3 so verschiedenen Protagonisten wunderschön beschrieben und ich konnte das Buch nicht weglegen, andererseits hat mich der Grund, aus dem die Freundschaft zerbrochen ist irritiert und ratlos zurückgelassen.
„Ganze Bücher, ganze Bibliotheken könnte man füllen mit all den ungesagten Worten, den ungesagten Sätzen." Ein schönes, sehr berührendes Buch. Darüber wie Fremde zu Familie werden können. Über die Bedeutung von Herkunft. Über die Freundschaften, die unser Leben prägen. Unendlich scheinen. Und manchmal doch zerbrechen, so sehr wir auch daran festhalten wollen.
Schöne Worte über Freundschaft und Trauer
Endlich mal ohne romantische Beziehungen im Mittelpunkt ein Buch zu lesen, hat mir sehr gefallen. Es nimmt die kargen Corona Winter in ihrer Stimmung auf und hilft mit den liebevollen Erinnerungen an die Zeit bei den Großeltern darüber hinweg. Die Worte sind teilweise wunderschön gewählt und dennoch ist es flüssig lesbar. Mag das Ende mit seiner Dramatik und Auflösung sehr. Danke für dieses Buch!

Eine berührende Freundschaft, so schön erzählt
„Ich komme nicht zurück“ erzählt die Geschichte einer zerbrochenen Freundschaft. Hanna, Cem und Zeyna wachsen in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf. Zeyna und Hanna verbindet die gemeinsame Mutterlosigkeit, Zeynas Mama kam im Krieg um, Hannas starb bei einem Unfall. Nicht nur die Mädchen und Cem werden enge FreundInnen, auch Hannas Großeltern, bei denen sie lebt und Zeynas Papa Nabil, mit dem sie vor dem Krieg geflohen ist, sind einander bald eng verbunden. Ein rassistischer Brandanschlag in Mölln 1992 und 9/11 - Zeyna und Cem fühlen immer mehr, „dass keiner sie hier haben will“, hier in Deutschland, während Hanna „nicht betroffen ist, nicht so wie sie“. Das frühe Erwachsenenalter: Hanna und Zeyna gehen, Cem bleibt. Zeyna scheint auf der Suche, sie reist und fotografiert, Hannas Welt ist geprägt von Einsamkeit. Ihre beste Freundin, ihre Schwester Zeyna hat sie nach der gemeinsamen Kindheit und Jugend verloren, als endgültig „etwas zwischen sie fiel“. Der letzte Satz lässt uns hoffnungsvoll zurück, die Protagonistinnen, die Beziehungen zwischen ihnen und das Konzept Wahlfamilie berühren.
Absolutes Highlight!!!
„Ganze Bücher, ganze Bibliotheken könnte man füllen mit all den ungesagten Worten, den ungesagten Sätzen.“ Gemeinsam mit Hanna, die während des Corona Lockdowns ihre Einsamkeit und die Trauer über einen geliebten Menschen in einem nicht gekannten Maß fühlt, tauchen wir ab in die Vergangenheit und erleben die zart aufblühende, scheinbar grenzenlose Freundschaft zwischen Hanna, Zeyna und Cem. Unabhängig von Herkunft, Aussehen oder dem sozialen Status fühlen sie sich verbunden und stellen sich schützend vor den Anderen. Und auch ihre Familien wachsen auf so eine liebvolle Art zusammen. Und doch mit zunehmenden Jahren, spürt man die Zerissenheit von Zeyna, die zwischen den Kulturen lebt und sich in keiner davon richtig dazugehörig und angenommen fühlt. Das steigende Bewusstsein von Zeyna und auch Cem für ihre Herkunft und ihre Wurzeln in der Jugend und als junge Erwachsene, besonders nach den Eregnissen des 11. September, brannte dabei wie ein lichterlohes Feuer einen Graben in die Freundschaft. Rasha Kayat hat mich nach wenigen Seiten so tief in diese unvergleichliche Geschichte gezogen, dass ich lange nicht mehr auftauchen wollte. Sie erzählt so gefühlvoll, mitreißend und voller Seele von den Leerstellen des Lebens, die wie selbst nach vielen Jahren nicht mehr zu füllen vermögen. Und das so eine herausragende Freundschaft wie diese, nicht immun ist, gegen eine Welt die sich nicht zum positiven verändert und mehr Hass statt Liebe fühlt, zeigt die Aktualität und Wichtigkeit des Romans. Die Charaktere runden es zusätzlich noch perfekt ab- sie sind mir alle unheimlich ans Herz gewachsen- nicht nur die drei Hauptcharaktere. Zeyna mit ihrem feurigen Temperament, ihren großen Träumen und ihrer doch so verletzlichen Seele, hat es mir dabei aber besonders angetan Ein Thema sticht aber für mich heraus und das war das Gefühl der Fremde, das Rasha Khayat für mich auf eine so besondere Art und Weise beschrieben hat, dass ich emotional so ergriffen war, von dieser Empfindung, nicht willkommen zu sein. Es hat mir das Herz gebrochen mir bewusst zu machen, wie viele Menschen sich in unserem Land noch immer so fühlen, noch immer tagtägliche diese Ausgrenzung erleben und sich ewig anders und aussenstehend fühlen. Lasst uns das alle zusammen ändern! Und lest dieses Buch Es ist wunderbar, besonders, es fesselt euch und ihr werdet daraus so schnell nicht mehr zurück kommen, das verspreche ich euch.
In „Ich komme nicht zurück“ von Rasha Khayat befinden wir uns mitten im Corona-Lockdown. Hanna, unsere Ich-Erzählerin trauert um eine zu Ende gegangene Jugendfreundschaft mit Zeyna. Die beiden waren früher unzertrennlich, beste Freundinnen. Und jetzt sieht Hanna Zeyna überall. Sie möchte Gewissheit, wieso ist es damals zwischen ihnen auseinander gegangen ist. Aber Zeyna hat kein Interesse daran die Freundschaft wieder aufleben zu lassen. In Rückblicken erfahren wir Stück für Stück mehr über die Freundschaft der beiden. Wir finden uns im Ruhrgebiet der 1980er-Jahre wieder. Zeyna floh mit ihrem Vater aus dem Libanon nach Deutschland und fand bei Hannas Familie eine sichere Umgebung. Und dann tritt auch Cem in das Leben der beiden. Die drei werden ein enges Gespann. Aber Zeyna und Cem begegnet im Alltag immer wieder Alltagsrassismus. Dieser Umstand wirkt sich auch auf die Freundschaft der dreien aus und findet in einem (realen) Ereignis ihren Konflikthöhepunkt. Khayat nutzt eine sehr bildstarke und poetische Sprache. Sie thematisiert die Auswirkung von sozialer Herkunft und Rassismus auf Freundschaften auf sehr beeindruckende Weise. Trotz der Kürze, steckt sehr viel Tiefgang im Roman und die Komplexität der Freundschaft wird sehr umfassend thematisiert.
Danke an Vorablesen und den Dumont Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig. Bei diesem Buch hat mich zuerst dann das schöne Cover angesprochen, und dann vom Klappentext und Leseprobe her die Grundlage, dass es um das Zerwürfnis einer Freundschaftsbeziehung geht und die Geschichte im Ruhrgebiet angesiedelt ist. Das Buch war sehr atmosphärisch und als Kind des Pottes schätze ich es sehr, wie realistisch und gut der Schauplatz rübergekommen ist. Außerdem zeigt dieses Buch eine sehr authentische Freundschaftsbeziehung, mit der Besonderheit, dass die Probleme von unterschiedlichen Herkünften im Rahmen der islamistischen Attacke des 11. September illustriert werden. Für die weiße Protagonistin Hanna ändert sich gar nichts, während Zeyna und Cem durch ihre Migrationsgeschichte und ihre religiöse Zugehörigkeit zum Islam mit Anfeindungen konfrontiert werden, die Hanna so gar nicht nachvollziehen kann. Stilistisch muss ich sagen, ich den Schreibstil wirklich sehr schön fand. Es gibt mehrere Sätze, bei denen am Anfang das „Ich“ fehlt, aber meiner Meinung nach passt das wirklich gut zur Sprache des Ruhrgebietes. Ansonsten wechseln sich lange Schlangesätze voller dichter Beschreibungen mit stichpunktartigen Ein-Wort-Sätzen ab. Und ja, das ist irgendwie ein unruhiger Schreibstil, aber meiner Meinung nach passt es ebenfalls sehr gut in die Geschichte. Eigentlich befinden wir uns nämlich durchgehend in den Gedanken von Hanna, die Zeyna regelmäßig direkt anspricht (ein ungewohntes sprachliches Mittel!), und ich finde es schon realistisch, dass Gedanken so unterschiedlich strukturiert sein können. Ansonsten fand ich das Buch aber etwas zu kurz, es sind knapp 170 Seiten und zum Ende verpufft die Geschichte regelrecht, fängt sie doch so stark an. Außerdem hat das Buch in mir leider wenig nachgewirkt. Der angeteaserte „große Bruch“ zwischen Zeyna und Hanna bzw. der Auslöser dafür kam sehr unerwartet und meiner Meinung nach war er charakterlich nicht sonderlich passend? Und ich hätte mir mehr von der Beziehung von Hanna und Zeyna erhofft. Also es wird schon sehr aufgebauscht und Spannung aufgebaut, immer wieder mit Rückblenden, aber weder konnte ich so richtig nachvollziehen, was mal zwischen Hanna und Zeyna für eine Beziehung war, noch diese Situation, die zum Bruch geführt hat. Und das finde ich ein bisschen schade, weil in dem Buch ja so viel tolle Themen verpackt sind. Es geht viel um Familie, und besonders found family und natürlich Freundschaft. Es geht um unterschiedliche Herkünfte und Kulturen, und das alles vor dem komplett unterschätzen Schauplatz des Ruhrgebiets. Außerdem war ich ja auch wirklich ein Fan des Schreibstils. Aber ich schreibe diese Rezension knapp vier Wochen nach Beenden des Buches, und emotional ist da nicht so viel bei mir hängen geblieben. Ich bleibe trotzdem gespannt auf weitere Werke der Autorin und gebe 3.5 Sterne.
Einfach WOW!!
Ich komme nicht zurück hat mich völlig unerwartet getroffen. Als meine Chefin es mir gab, dachte ich, es wäre nur eine nette Empfehlung – aber schon nach den ersten Seiten hat mich die Stimmung des Buches komplett eingesogen. Rasha Khayat schreibt mit einer stillen Intensität, die nicht laut sein muss, um direkt ins Herz zu gehen. Die Erinnerungen, die Kindheit, dieses Gefühl von Zugehörigkeit und gleichzeitig Fremdheit – all das hat mich unbewusst an meine eigene Jugend zurückgeführt. Viele Szenen wirken wie ein Spiegel, in dem man plötzlich mehr über sich selbst erkennt, als einem lieb ist. Und dann dieses Ende. Der Plot twist kam so überraschend und so heftig, dass ich erst mal da saß und alles sacken lassen musste. Es macht rückblickend so vieles im Buch noch schmerzhafter, aber auch klarer. Ein ruhiger, tief berührender Roman, der zeigt, wie stark Freundschaft, Herkunft und Verlust in uns nachhallen können. Sehr empfehlenswert – gerade, wenn man nicht erwartet, so getroffen zu werden.

Von den Socken hauen konnte mich das Buch nicht, aber es regt durchaus zum Nachdenken an.
Freundschaft, Zerwürfnisse, Leben und Tod spielen in der von Rasha Khayat erzählten Geschichte eine wichtige Rolle. Wir begleiten Hanna, erfahren vom Beginn ihrer engen Freundschaft mit Cem und Zeyna, bekommen Eindrücke aus ihrer gemeinsamen Zeit und sehen der Hauptprotagonistin dabei zu herauszufinden, was sie und Zeyna auseinander getrieben hat. Sie selbst klammert sich an die Vergangenheit wodurch sie aber auch preis gibt, dass sie doch nie wirklich versucht hat zu verstehen, was ihre Freunde bewegt und welchen Einfluss Geschehnisse haben, wie sie Menschen prägen und verändern können. Schreibstil und Story konnten mich zu Beginn nicht komplett fesseln. Erst die letzten 60 Seiten (das Buch hat insgesamt 176) konnten zu mir durch dringen und mich emotional berühren. Die Einsamkeit der Protagonistin wird durch den Erzählstil jedoch gut herausgearbeitet. Daran, dass sich Hanna in ihrer Erzählung direkt an Zeyna richtet, habe ich erst mit der Zeit bzw. im Nachgang mehr Gefallen gefunden. Von den Socken hauen konnte mich das Buch nicht, aber es regt durchaus zum Nachdenken an.
sehr eingänger schreibstil, simple und dennoch fesselnde story mit unerwarteten plottwist.
anfangs hatte ich etwas schwierigkeiten, in den lesefluss zu kommen. dann hat mich die geschichte aber gefesselt und ich habe den schreibstil mehr und mehr verstanden. liebenswerte charaktere und ein plottwist, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hätte. insgesamt ein tolles buch.

Ich habe eine absolute Schwäche für Dumont-Bücher, weil ich das Gefühl habe, dass sie einfach nie schlecht sind. Und genauso war es auch hier. Ich komme nicht zurück hat mich sofort abgeholt. Der Schreibstil ist poetisch, klar und dennoch leicht zugänglich. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass man das Buch fast in einem Rutsch lesen kann. Ich habe es innerhalb von zwei Tagen beendet, ohne jemals das Gefühl zu haben, es würde sich ziehen. Besonders berührt hat mich die Freundschaft der drei Kinder. Der fließende Übergang von kindlich-naiver Nähe zur ersten leisen Entfremdung war unglaublich gut geschrieben. Es fühlte sich real, beobachtet und gleichzeitig literarisch fein gearbeitet an. Der Moment des Bruchs wirkt nicht abrupt oder künstlich, sondern wie etwas, das sich unterschwellig aufgebaut hat, bis es unausweichlich war. Was mich allerdings traurig zurückgelassen hat, war Hannahs Ende. Ich hätte ihr so sehr gewünscht, einen Abschluss zu bekommen, einen Moment des Friedens oder der Klarheit. Genau weil sie mir so nahe war, tat es ein bisschen weh, dass dieser Frieden ausblieb. Gleichzeitig verstehe ich, warum es so erzählt wurde. Vielleicht ist es gerade die Realistik, die diesen Schmerz so stimmig macht. Nicht jede Geschichte löst sich auf, nicht jede Wunde bekommt einen positiven Abschluss.
Eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Migration & das Erwachsenwerden
Eine bewegende Geschichte über eine Freundschaft, die scheint ein Leben lang zu halten. Doch im Zuge des Terroranschlags am 11. September 2001 wendet sich alles. Die Freundschaft bricht zusammen und nichts ist mehr wie vorher. Eine wundervolle Freundschaft, die am Ende dann zerbricht und nie wieder zurückfindet. Und dabei ist es eine Freundschaft, die gerade erst durch einen Krieg entstanden ist. Sehr schön und sehr empathisch geschrieben.
5/5 ⭐️ Dieses Buch war wirklich eine Achterbahn der Gefühle. Es springt hin und her zwischen der Leichtigkeit vergangener Sommer und der Schwere der Gegenwart, die immer wieder mal kurz durch leichtere Momente durchbrochen wird, aber dennoch nie ganz die mitschwingende Trauer verliert. Die Kontraste beider emotionaler Extreme werden durch den Zeitenwechsel auch unfassbar verstärkt, dennoch ist das Buch so flüssig geschrieben, dass ich den andauernden Wechsel weder nervig noch anstrengend fand. Außerdem schafft das Buch es auf eine mir ganz neue Art, Dinge zu vermitteln, ohne diese auszusprechen beziehungsweise klar zu benennen. Der 'Plottwist' – reden wir lieber nicht drüber. Oder auch doch, hat mich auf jeden Fall sprachlos zurückgelassen. Ich hab mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Leider macht es Sinn in Bezug auf die Haltungen der Charaktere zueinander, aber gefallen hat es mir nicht. Ich weiß jedoch nicht, ob mein Problem ist, dass ich die Aktion selbst so scheiße finde, oder ob ich’s scheiße finde, dass die Autorin dieses Ereignis so gewählt hat, wie sie es eben gewählt hat. Leider glaube ich, ist es ersteres, weshalb ich keinen Stern dafür abziehe. Der Rest des Buches hat mich auch einfach viel zu sehr gecatched, um irgendwas außer 5 Sterne zu geben. Dennoch eines der wenigen Bücher, die ich wahrscheinlich nicht nochmal lesen würde, oder nur fragmentarisch die Passagen, die mir gut gefallen haben, einfach weil ich SO genervt vom Ende war. Trotzdem eine absolute Empfehlung meinerseits, auch wenn sich das irgendwie widerspricht.
Menschen sind erst da, sind Teil von dir, und dann sind sie es nicht mehr. Viel mehr passiert in einem Leben nicht. Was ist ein Leben wert, wenn niemand sich mit dir erinnert? Wenn niemand sich mit dir an deinen Schulweg erinnert, an deine erste Liebe, an die Menschen, die dich gemacht haben, erinnert. Was ist ein Leben wert, wenn du die Einzige bist, die sich über Fotos beugt und denkt - damals. (Seite 32) Diese tiefgründigen Überlegungen zur Vergänglichkeit und Erinnerung ziehen sich wie ein roter Faden durch Rasha Khayats Roman Ich komme nicht zurück. Die Autorin, geboren 1978 in Dortmund und aufgewachsen in Jeddah, Saudi-Arabien, bringt ihre vielfältigen Erfahrungen in diesem Werk zum Ausdruck. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften und Germanistik und hat sich seit 2005 als freie Autorin einen Namen gemacht. Mit ihrem Debütroman und zahlreichen Auszeichnungen zeigt sie sich als starke Stimme in der deutschsprachigen Literatur. Worum geht's? Im Zentrum des Romans stehen die Freundschaften zwischen Hanna, Zeyna und Cem, die in den späten 1980er Jahren in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet aufwachsen. Ihre Verbindung, geprägt von unbeschwertem Kinderspiel und gegenseitiger Unterstützung, wird jedoch durch die gesellschaftlichen Spannungen und Vorurteile nach dem 11. September 2001 auf die Probe gestellt. Während sich die Unterschiede zwischen den Charakteren zunehmend verdeutlichen, bricht die langjährige Freundschaft zwischen Hanna und Zeyna auseinander. Jahre später kehrt Hanna in ihre alte Heimat zurück und begibt sich auf eine emotionale Reise, um Zeyna zu finden und die Gründe für das Zerbrechen ihrer Freundschaft zu ergründen. Meine Meinung Die ersten Eindrücke, die das Buch vermittelt, sind durch das Cover geprägt, das mir zunächst nichts über die Handlung verrät. Im Nachhinein interpretiere ich die Auswahl der Farben als eine subtile Hommage an die drei Protagonisten: Hanna, Zeyna und Cem. Ich war neugierig, da ich bisher kein Buch von Rasha Khayat gelesen hatte, doch die bildhafte und poetische Sprache fesselte mich sofort. Das Buch ist nicht laut oder übertrieben dramatisch, sondern entfaltet seine Kraft auf eine subtile Weise. Die abwechselnde Erzählweise zwischen Gegenwart und Rückblenden hat mir gut gefallen, da sie die Komplexität der Freundschaften und die sich verändernden Beziehungen der Charaktere anschaulich darstellt. Die behandelten Themen sind vielfältig und relevant: Klassismus, Einsamkeit, Verlust, Rassismus und Identität sind nur einige der Fragen, die in diesem Roman behandelt werden. Besonders angetrieben von der Frage, was zwischen Hanna und Zeyna geschehen ist, war ich gespannt auf die Auflösung. Leider fand ich die Erklärung zum Bruch zwischen den beiden Freundinnen am Ende etwas schwach. Obwohl die letzte Enthüllung einige Überraschungen bereithielt, kam mir die Entwicklung zu abrupt und hätte meiner Meinung nach mehr Raum für eine tiefere Auseinandersetzung verdient. Einige kraftvolle Sätze, die Khayat auch von anderen Autor:innen übernommen hat, laden zum Nachdenken ein. Phrasen wie „Jeder Tod, selbst einer, auf den man gefasst ist, ist der erste Tod.“ (Seite 48) und „Nacht funktioniert wie Schnee. Löscht Landschaft aus.“ (Seite 32) hinterlassen bleibende Eindrücke und lassen Raum für eigene Interpretationen. Während ich emotional gepackt war, hielt mich das Buch zugleich auf einer gewissen Distanz. Am eindrücklichsten fand ich den Kontrast zwischen der kindlichen Unschuld und dem Ernst des Lebens, der sich mit dem 11. September manifestiert. Die gesellschaftlichen Unterschiede und Vorurteile, die vorher nicht so offensichtlich waren, treten plötzlich zwischen die drei Freundschaften und führen zu einem schmerzlichen Auseinanderdriften. Die Wahl der Du-Perspektive war für mich geschmacklich ein interessantes Experiment, das ich mochte. Die poetischen Passagen, die gekonnt im Text eingestreut wurden, trugen zur emotionalen Tiefe des Romans bei, ohne überhandzunehmen. Fazit Ich komme nicht zurück ist ein einfühlsamer Roman, der die Komplexität von Freundschaften und Identität in einer sich verändernden Welt thematisiert. Rasha Khayat gelingt es, wichtige gesellschaftliche Themen mit einer poetischen Sprache zu verbinden, auch wenn die Auflösung der zentralen Konflikte für mich etwas hastig erschien. Insgesamt hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, weshalb ich 4 von 5 Sternen vergebe.


















































