Lügnerin
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Description
Als Nuphar ein Missverständnis zu einer Lüge formt, richten sich plötzlich die Augen der ganzen Stadt auf sie. Im hellen Licht der Kameras blüht die junge Eisverkäuferin auf, und mit ihr die Lüge. Doch wie lange kann Nuphar sie noch aufrechterhalten? Ayelet Gundar-Goshen, Autorin von Löwen wecken, legt auch in diesem Roman wieder meisterhaft die menschliche Seele bloß und lässt die Grenzen zwischen Richtig und Falsch verschwinden.
Book Information
Author Description
AYELET GUNDAR-GOSHEN, geboren 1982, lebt und arbeitet als Autorin und Psychologin in Tel Aviv. "Lügnerin" ist ihr dritter Roman nach "Eine Nacht, Markowitz" (2013) und "Löwen wecken" (2015).
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
🍦 🍦🍦
Die Lüge zerstört, die Lüge erschafft, sie ernüchtert und sie zerbricht. Ein wirklich toll konstruiertes Gedankenspiel psychologischer Art. Der Gedanke „Das geht nicht“ zieht sich durch und lässt uns voyeuristisch teilhaben an dem, was passiert. Es hat seine Längen und vor allem wiederholen sich Gedanken etwas zu oft - insgesamt hat es mich aber länger beschäftigt…
Eine Lüge die viele Leben verändert Das war eine besondere Leseerfahrung für mich. Ein Erzählstil, der mir sehr gut gefallen hat. Von der ersten Seite an war ich in der Geschichte und wollte (oder besser gesagt konnte) keine andere nebenbei lesen. Fein gezeichnete Figuren spannend erzählt, bin ich Zeugin des Missverständnisses, sehe zu, wie Nuphar bewusst lügt und kann absolut nachvollziehen, wie schwer es ist, die Lüge rückgängig zu machen. Anfangs denke ich sogar noch „Avischai Milner, du hast es nicht anders verdient“, aber schnell merke ich, welche Folgen die Lüge für den ehemals erfolgreichen Sänger und sein Umfeld hat. Bemerke, wie sich das unscheinbare Leben Nuphars verändert, ihre beliebte Schwester Maya in den Hintergrund rückt und wie eine Lüge die andere mit sich bringt. Durch die Lüge entwickelt sich eine komische Beziehung zu Lavie, der den Vorfall zwischen Nuphar und Avischai beobachtet hat und sehe, wie die erste Liebe der Jugendlichen wächst. Viele Figuren, die hier nicht nur Nebenfiguren bleiben, sondern das große Ganze aufzeigen. Und plötzlich kommen im zweiten Teil neue Charakteren dazu und ich frage mich erst „wie passen die jetzt in das ganze Konstrukt“ und bin begeistert, welche Verbindungen hier geknüpft werden. Bis zum Schluss verfolge ich den riesengroßen Rattenschwanz, den die Lüge nach sich zieht und frage mich, wie das nur enden soll und bin begeistert von dem für mich passenden Ende. Das war mein erster Buch dieser Autorin und ich freu mich, dass ich schon das nächste von ihr auf meinem SuB liegen habe :) S.78 „Die Schwäche, die in einer Bitte liegt, kann sich hinter einer Forderung gut verbergen : Wer bittet, legt dem anderen seine Seele in die Hand, wer fordert, zerquetscht sie. Da Lavie sein Unvermögen entdeckte, dem Mädchen zu sagen, was er auf dem Herzen hatte, marschierte er schnurstracks zur Theke und forderte Nuphar barsch auf, sich in genau einer Stunde im Hinterhof einzufinden.“ S.159 „Maya kannte die Traube nur zu gut, diese Leute waren ja vor einigen Wochen noch ihr eigenes Publikum gewesen. Warum konnten nicht zwei Sonnen an einem Himmel stehen, warum setzte der Aufgang eines großen Gestirns den Untergang des anderen voraus? Auch auf dem Schulhof galten die unabänderlichen Gesetze der Astronomie : Scharten sich die Mitschüler um Nuphar, scharten sie sich nicht um Maya“
"Manche Menschen werden durch die Wahrheit schön, andere durch die Lüge."
Ich möchte gleich vorab sagen, möglicherweise ist diese Bewertung nicht ganz fair. Meine Kritikpunkte sind eng mit eigenen Erfahrungen verknüpft und daher höchst subjektiv. Dennoch konnte ich nicht anders, als beim Lesen ständig daran zu denken. Und so gingen bei mir besonders im Bezug auf die Protagonistin und ihr Verhalten Wut und (möglicherweise leichte) Agression Hand in Hand. Mehr als einmal hatte ich das starke Bedürfnis, sie einfach nur zu schütteln und zu fragen, wann verdammt sie endlich gedenkt, zur Vernunft zu kommen. Nicht mal, als eine Mitschülerin ihr dankt für Ihren "Mut" und ihr ihre eigene Geschichte erzählt denkt sie ernsthaft nicht einmal länger als 5 min. darüber nach. Dafür gefällt ihr die ganze Aufmerksamkeit dann doch ein bisschen zu gut. Schlechtes Gewissen, geschweige denn Empathie?? Konnte ich nicht entdecken. Dies war eine Schlüsselszene für mich. Eine so große und unbändige Abneigung und Unverständnis gegenüber einer Romanfigur habe ich bisher selten verspürt. Rational betrachtet verstehe ich zwar durchaus warum die Autorin ihre Figuren so angelegt, warum die Handlung so konstruiert wurde. (Mit Betonung auf "konstruiert") Und ja, ich verstehe schon die Hauptfigur ist ein Teenager, der schwer an den eigenen Unsicherheiten und Komplexen zu knabbern hat. Ja ja wer kennt es nicht. 😒Aber das , was sie daraus macht, war einfach zu viel des Guten. Aber auch mit den Nebenfiguren tat ich mich sehr schwer. Oft war ich mir nicht wirklich sicher, ob deren Handlungen und Reaktionen auf das Geschehen wirklich realistisch waren oder ob diese der Konstruiertheit der Geschichte geschuldet waren. Das selbe "Problem" hatte ich aber auch schon bei einem anderen Buch der Autorin. Die Art und Weise, wie sie ihre Figuren schreibt ist wohl einfach nicht für mich gemacht. Die grundsätzliche Prämisse und was damit gezeigt werden soll, ist durchaus interessant. Dennoch frage ich mich ob es, wie es hier im Roman dargestellt wird, wirklich der sinnvollste Weg ist. Für mich definitiv nicht.👎
Wie weit darf eine Lüge gehen?
Nuphar ist 17 Jahre alt, unscheinbar und will doch einfach nur ein Mädchen sein, das gesehen wird. Als durch ein Missverständnis eine Lüge von ungeahntem Ausmaß geboren wird, wird sie gesehen und blüht auf. Mit ihrem wachsenden Selbstbewusstsein, wächst auch die Lüge. Doch zu welchem Preis? Und was macht diese Lüge mit ihrem Leben und ihrer Seele? Ein beeindruckendes Buch, das einen selbst an die moralischen Grenzen bringt. Denn während des Lesens fragt man sich selbst- wie weit darf eine Lüge gehen? Es ist psychologisch grandios aufgebaut und sprachlich voller besonderer Metaphern und klugen Sätzen. Wirkte die Sprache am Anfang etwas hochtrabend auf mich, zog sie mich doch schnell in ihren Bahn und entwickelte gemeinsam mit der Geschichte einen wirklichen Sog. Einige Nebenschauplätze der Handlung hätten für mich zwar nicht da sein müssen, trotzdem trugen sie im gesamten zu der Moral der Geschichte bei. Ein tiefgründiger und eindrücklicher Roman, der die Moral, die Schuld und die Scham einer Lüge beleuchtet. Für mich auf jeden Fall nicht das letzte Buch, das ich von der Autorin lesen werde.
Ich hab mit Lügen persönlich ein echtes Problem und hatte daher regelmäßig Wut im Bauch, wenn Nuphar mal wieder weiter in ihre Lüge rein rutschte, anstatt sie aufzulösen. Aber bei dieser einen Lüge blieb es ja nicht. Alle Nebencharaktere hatten eine mehr oder weniger große Lügengeschichte am Start. Als wenn man nicht mehr ohne auskommen würde. Auch der Schreibstil konnte mich leider nicht überzeugen. Wir sind so viel in den Perspektiven gesprungen, dass man immer kurz brauchte um zu wissen, wo wir jetzt sind. Die Auflösung am Ende war mir dann auch viel zu glimpflich. Schade, hatte gehofft, dass es in eine andere Richtung geht.
📚 Inhalt Nuphar ist eine normale 17-jährige Jugendliche, die unter «normalen» Zweifeln leidet, wie es wohl alle Jugendlichen kennen. Sie arbeitet nach der Schule in einer Eisdiele, um sich Geld dazu zu verdienen. Als sie während einer Schicht von einem Kunden aufs Übelste beleidigt wird, legt sich ein Schalter in ihrem Kopf um, der eine Kette von Ereignissen auslöst, die Nuphar nicht kontrollieren kann: Sie stürzt aus dem Laden, der Kunde geht ihr nach und im Hinterhof des Ladens beginnt sie zu schreien. Der Verdacht der in der Nähe stehenden Personen steht direkt fest: versuchte Vergewaltigung. Nuphar nimmt die Aufmerksamkeit und die Zuneigung der Öffentlichkeit mit offenen Armen an. Nun beginnt für sie ein Schauspiel, dass bald an ihrer Substanz kratzen wird. 📖 Meinung Ich fühle mich sehr an «Löwen wecken» der Autorin zurück erinnert, bei dem ich ähnliche Gedanken hatte. Die Idee des Romans ist sehr spannend und sollte unbedingt besprochen werden. Aber der Umgang mit den Figuren kann ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen. Natürlich ist es fast unmöglich vorauszusagen, wie man selbst reagieren würde, da man sich wohl kaum vorstellen kann, wie es ist, in einer solchen Situation zu laden. Aber vielleicht macht auch gerade das die Spannung und Besonderheit des Buches aus. Nuphar ist keine perfekte Protagonistin, die so handelt, wie man es sich wünscht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Jugendliche in ihrem Alter gleich oder mindestens ähnlich handeln würden. Sobald sie die erste Lüge ausgesprochen hatte, und das war die Bestätigung einer versuchten Vergewaltigung, kam ein riesiger Stein ins Rollen, den Nuphar nicht kontrollieren konnte. Und für sie war es eine schlimmere Vorstellung, sich als Lügnerin zu outen, als das Leben eines Mannes zu zerstören. Oder wird sie sich noch umentscheiden? Kommt die Lüge von alleine ans Tageslicht? «Lügnerin» ist ein Roman, der bei mir unterschiedliche Gefühle hinterlassen hat. Ich kann nicht abschliessend sagen, ob ich es gut oder schlecht fand, denn beides trifft nicht zu. Am besten sollte man das Buch selbst lesen, um sich eine Meinung bilden zu können und dann können wir uns gerne in den Kommentaren austauschen :)
Gibt es Lügner oder können sich Menschen in Lügen verirren und finden aus dem Lügenlabyrinth nicht mehr heraus? Was macht das Lügen mit dem Gewissen? Was mit den Opfern der Lüge? Was mit den Mitwissern? All diesen Fragen geht Ayelet Gundar-Goshen in diesem großartigen Buch nach und schafft es, dass wir den Lügnern vergeben.
Wie kann eine Lüge dein Leben beeinflussen — und zu welchem Preis würdest du die Wahrheit niemals ans Licht kommen lassen? „Lügerin“ von Ayelet Gundar-Goshen hat mich zuerst mit dem wunderbaren Cover angesprochen. Dann mit dem äußerst interessanten Klappentext – der auch wirklich hielt, was er versprochen hat! Dieser Roman hat mich sehr überrascht und ich war auch sehr erstaunt, wie fein Gundar-Goshen ihre Charaktere zeichnet. Doch worum geht es eigentlich? Nuphar ist ein unscheinbares Mädchen, nichts in ihrem bisherigen Leben erscheint ihr besonders. Sie hatte noch nie Sex und beginnt bald ihr letztes Schuljahr – nachdem diesen Sommer schon wieder nicht spannendes in ihrem Leben passiert ist. Nuphar hat das Gefühl, als würden die Menschen – und ganz besonders die Männer – einfach durch sie durch sehen, sie nicht wahrnehmen. Doch als eines Tages ein ehemals berühmter Sänger in ihre Eisdiele tritt, der sie aufs Übelste beleidigt und ihr dann auf die Toilette folgt, bricht etwas in Nuphar heraus – und sie schreit. Sie schreit, bis Polizei und Nachbarn in den Hinterhof kommen und das verstörte Mädchen fragen, was der Kerl ihr getan hätte. Als sie als Antwort in Tränen ausbricht, scheint die Sache geklärt. Avischai wird wegen versuchter Vergewaltigung von der Polizei festgenommen und Aussagen werden gemacht. Nuphar versucht zunächst, sich aus dem Missverständnis herauszuwinden, doch blüht im Licht der Lüge und der Aufmerksamkeit auf wie eine Blume, die nach dem Winter endlich Sonnenstrahlen einfängt. Immer tiefer verstrickt sich das Netz um die Lüge und Nuphar findet keinen Weg hinaus. Sucht dich das Schuldgefühl heim, hat es verschiedene Möglichkeiten. Es kann dich von hinten anspringen, dir die Klauen ins Fleisch hauen. Es kann einen Frontalangriff starten. Doch es kann dir auch wie eine Perserkatze um die Beine streichen, sich ein Weilchen auf deinen Schoß setzen und dann weiterhuschen, weil es nicht länger bleiben will. Ayelet Gundar-Goshen schafft hier einen Roman, dem es gelingt, eine Spannung aufzubauen, die den Leser bis zur letzten Seite fesselt. Die Charaktere sind wahnsinnig ausgefleischt und die Autorin hat sich sichtlich Mühe gegeben, diese zu einem großen Ganzen zusammenzuweben. In „Lügnerin“ findet man keinen überflüssigen Satz, jeder noch so kleine Handlungsstrang trägt zum Gesamten bei und am Ende des Romans blickt man auf einen wunderschönen Flickenteppich zurück. Gerade die in Teil 2 neu eingeführten Personen und ihr Leben scheinen auf den ersten Blick keinen Bezug zum Hauptgeschehen zu haben, doch hat man die Charaktere erst einmal kennengelernt und hinter die Fassade geschaut, fällt es dem Leser wie Schuppen von den Augen. Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: https://killmonotony.de
Tiefgründiger Roman über eine Lüge und ihre Folgen
Aus dem Hebräischen übersetzt von Helene Seidler Nuphar, Schülerin und im Nebenjob als Eisverkäuferin tätig, lebt ein unauffälliges Leben, hat so gut wie keine Freund:innen und ist eine Außenseiterin. Ein Vorfall in der Eisdiele und eine damit verbundene Lüge führen dazu, dass Nuphar sich plötzlich im Rampenlicht wiederfindet: Sie genießt diese neugewonnene Aufmerksamkeit und Beliebtheit, hadert aber gleichzeitig sehr mit ihrem schlechten Gewissen und der ständigen Angst aufzufliegen. Ayelet Gundar-Goshen beschreibt ihre Figuren sowie deren Sehnsüchte und Ängste tiefgründig und in einer wunderbaren Sprache. Dabei ist es nicht nur Nuphar, die lügt, sondern auch einige andere Personen erzählen aus unterschiedlichster Motivation heraus kleinere oder größere Lügen. Trotz dieser Lügen, schafft es die Autorin aber, die Protagonist:innen so vielschichtig zu beschreiben, dass niemand so richtig unsympathisch wirkt. Ein tiefgründiger, aber auch sehr unterhaltsamer Roman!
Eisverkäuferin Nuphar wird zu Beginn der Geschichte in ein Missverständnis verwickelt, von welchem sie aber schon bald profitiert. Zum ersten Mal in ihrem Leben wird sie gesehen, die Leute interessieren sich für sie und behandeln sie zuvorkommend anstatt durch sie durch zu sehen. Fortan probiert sie ihre Sehnsüchte und ihr Gewissen auszubalancieren, vor allem, da ihre Lügen ernste Konsequenzen für den Angeklagten Avischai Milner haben, der zunächst in Untersuchungshaft muss. Obwohl wir hauptsächlich Nuphars Entwicklung und Innenleben begleiten, bekommen wir auch psychologisch sehr pointierte Einblicke in die Gedanken und Gefühle einer Vielzahl von Figuren und erfahren im Laufe der Geschichte von der ein oder anderen Lüge, die ebenfalls in die Welt getragen wurde und diese verändert hat. Die Autorin überlässt dabei den LeserInnen das Urteil über die Tragweite, Schwere und Rechtfertigung der aufgezeigten Begebenheiten. Ein Roman, in dem die nackten Wahrheiten hinter den Lügen und Fassaden präsentiert werden. Dabei sind die wunderschönen Beschreibungen von Ayelet Gundar-Goshen so treffend und auf den Punkt formuliert, dass die Lektüre einfach nur viel Spaß gemacht hat. In den grandiosen Bildern und Vergleichen konnte ich mich schon nach kurzer Zeit verlieren und ich freue mich jetzt schon darauf, weitere Werke der Autorin zu entdecken.
Wenn sich Lügen verselbstständigen Ayelet Gundar-Goshen ist eine israelische Schriftstellerin, die ich sehr gerne mag. Dies ist mein drittes Buch von ihr, und wieder fand ich schon den Klappentext sehr ansprechend. Die Protagonistin ihrer Geschichte ist die 17jährige Nuphar, die sich mit ihrem Ferienjob in der Eisdiele ihr Taschengeld aufbessert. Nuphar hat ein etwas angeknackstes Selbstbild, wie das bei Teenagern nicht selten vorkommt. Sie fühlt sich zu unscheinbar, nicht hässlich, aber auch nicht so hübsch wie ihre jüngere Schwester, kurzum, sie hat das Gefühl das Leben zieht an ihr vorbei und sie schaut immer nur von außen zu. Und dann steht auf einmal dieser abgehalfterte Sänger vor ihr in der Eisdiele, den sie nicht erkennt und er beschimpft sie quasi grundlos aufs Übelste. Nuphar ergreift die Flucht, rennt in den Hof und schreit sich die Seele aus dem Hals. Sofort ist sie umringt von Menschen, die vermuten der Sänger hätte ihr etwas angetan, sie vielleicht sogar vergewaltigt. Nuphar streitet das nicht ab und das Unheil nimmt seinen Lauf. „ Manche Menschen werden durch die Wahrheit schön, andere durch die Lüge“ Irgendwann gibt es kein Zurück mehr. Die Lüge hat sich verselbstständigt. Nuphar wird in Talkshows eingeladen. Dieses „mutige“ Mödchen gibt den vielen Opfern, die nicht gewagt haben ihren Peinigern entgegenzutreten eine Stimme. Nuphar ist auch nicht die Einzige in dem Roman die lügt. Nahezu jeder scheint die Wahrheit zum eigenen Nutzen gerne mal ein bisschen zu verbiegen. Man merkt der Autorin an, dass sie Psychologie studiert hat. Sie hat so eine gute Beobachtungsgabe und legt ihre Finger immer genau in die Wunde. Ich war so gespannt wie Nuphar aus ihrem Lügengebilde wieder herausfindet. Leider fand ich das Ende dann nicht so gelungen, was zu einem Punktabzug in meiner persönlichen Einschätzung geführt hat. Trotzdem lesenswert. Von mir gibt es 3,5 Sterne.
Ich liebe es, wie Ayelet Gundar Goshen auf jede Seite mindestens einen Satz verewigt, der mit wenigen Worten ausdrückt, dass gut gemeint nicht gut gemacht ist, alles miteinander verbunden ist und gleichsam dem Zufall ausgeliefert. „Lügnerin“ ist zumal subtiler und weniger gigantisch als die anderen Bücher von Ayelet Gundar Goshen, doch jede Seite zaubert mindestens ein Lächeln. Und dann kommt das letzte Kapitel.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Als Nuphar ein Missverständnis zu einer Lüge formt, richten sich plötzlich die Augen der ganzen Stadt auf sie. Im hellen Licht der Kameras blüht die junge Eisverkäuferin auf, und mit ihr die Lüge. Doch wie lange kann Nuphar sie noch aufrechterhalten? Ayelet Gundar-Goshen, Autorin von Löwen wecken, legt auch in diesem Roman wieder meisterhaft die menschliche Seele bloß und lässt die Grenzen zwischen Richtig und Falsch verschwinden.
Book Information
Author Description
AYELET GUNDAR-GOSHEN, geboren 1982, lebt und arbeitet als Autorin und Psychologin in Tel Aviv. "Lügnerin" ist ihr dritter Roman nach "Eine Nacht, Markowitz" (2013) und "Löwen wecken" (2015).
Posts
🍦 🍦🍦
Die Lüge zerstört, die Lüge erschafft, sie ernüchtert und sie zerbricht. Ein wirklich toll konstruiertes Gedankenspiel psychologischer Art. Der Gedanke „Das geht nicht“ zieht sich durch und lässt uns voyeuristisch teilhaben an dem, was passiert. Es hat seine Längen und vor allem wiederholen sich Gedanken etwas zu oft - insgesamt hat es mich aber länger beschäftigt…
Eine Lüge die viele Leben verändert Das war eine besondere Leseerfahrung für mich. Ein Erzählstil, der mir sehr gut gefallen hat. Von der ersten Seite an war ich in der Geschichte und wollte (oder besser gesagt konnte) keine andere nebenbei lesen. Fein gezeichnete Figuren spannend erzählt, bin ich Zeugin des Missverständnisses, sehe zu, wie Nuphar bewusst lügt und kann absolut nachvollziehen, wie schwer es ist, die Lüge rückgängig zu machen. Anfangs denke ich sogar noch „Avischai Milner, du hast es nicht anders verdient“, aber schnell merke ich, welche Folgen die Lüge für den ehemals erfolgreichen Sänger und sein Umfeld hat. Bemerke, wie sich das unscheinbare Leben Nuphars verändert, ihre beliebte Schwester Maya in den Hintergrund rückt und wie eine Lüge die andere mit sich bringt. Durch die Lüge entwickelt sich eine komische Beziehung zu Lavie, der den Vorfall zwischen Nuphar und Avischai beobachtet hat und sehe, wie die erste Liebe der Jugendlichen wächst. Viele Figuren, die hier nicht nur Nebenfiguren bleiben, sondern das große Ganze aufzeigen. Und plötzlich kommen im zweiten Teil neue Charakteren dazu und ich frage mich erst „wie passen die jetzt in das ganze Konstrukt“ und bin begeistert, welche Verbindungen hier geknüpft werden. Bis zum Schluss verfolge ich den riesengroßen Rattenschwanz, den die Lüge nach sich zieht und frage mich, wie das nur enden soll und bin begeistert von dem für mich passenden Ende. Das war mein erster Buch dieser Autorin und ich freu mich, dass ich schon das nächste von ihr auf meinem SuB liegen habe :) S.78 „Die Schwäche, die in einer Bitte liegt, kann sich hinter einer Forderung gut verbergen : Wer bittet, legt dem anderen seine Seele in die Hand, wer fordert, zerquetscht sie. Da Lavie sein Unvermögen entdeckte, dem Mädchen zu sagen, was er auf dem Herzen hatte, marschierte er schnurstracks zur Theke und forderte Nuphar barsch auf, sich in genau einer Stunde im Hinterhof einzufinden.“ S.159 „Maya kannte die Traube nur zu gut, diese Leute waren ja vor einigen Wochen noch ihr eigenes Publikum gewesen. Warum konnten nicht zwei Sonnen an einem Himmel stehen, warum setzte der Aufgang eines großen Gestirns den Untergang des anderen voraus? Auch auf dem Schulhof galten die unabänderlichen Gesetze der Astronomie : Scharten sich die Mitschüler um Nuphar, scharten sie sich nicht um Maya“
"Manche Menschen werden durch die Wahrheit schön, andere durch die Lüge."
Ich möchte gleich vorab sagen, möglicherweise ist diese Bewertung nicht ganz fair. Meine Kritikpunkte sind eng mit eigenen Erfahrungen verknüpft und daher höchst subjektiv. Dennoch konnte ich nicht anders, als beim Lesen ständig daran zu denken. Und so gingen bei mir besonders im Bezug auf die Protagonistin und ihr Verhalten Wut und (möglicherweise leichte) Agression Hand in Hand. Mehr als einmal hatte ich das starke Bedürfnis, sie einfach nur zu schütteln und zu fragen, wann verdammt sie endlich gedenkt, zur Vernunft zu kommen. Nicht mal, als eine Mitschülerin ihr dankt für Ihren "Mut" und ihr ihre eigene Geschichte erzählt denkt sie ernsthaft nicht einmal länger als 5 min. darüber nach. Dafür gefällt ihr die ganze Aufmerksamkeit dann doch ein bisschen zu gut. Schlechtes Gewissen, geschweige denn Empathie?? Konnte ich nicht entdecken. Dies war eine Schlüsselszene für mich. Eine so große und unbändige Abneigung und Unverständnis gegenüber einer Romanfigur habe ich bisher selten verspürt. Rational betrachtet verstehe ich zwar durchaus warum die Autorin ihre Figuren so angelegt, warum die Handlung so konstruiert wurde. (Mit Betonung auf "konstruiert") Und ja, ich verstehe schon die Hauptfigur ist ein Teenager, der schwer an den eigenen Unsicherheiten und Komplexen zu knabbern hat. Ja ja wer kennt es nicht. 😒Aber das , was sie daraus macht, war einfach zu viel des Guten. Aber auch mit den Nebenfiguren tat ich mich sehr schwer. Oft war ich mir nicht wirklich sicher, ob deren Handlungen und Reaktionen auf das Geschehen wirklich realistisch waren oder ob diese der Konstruiertheit der Geschichte geschuldet waren. Das selbe "Problem" hatte ich aber auch schon bei einem anderen Buch der Autorin. Die Art und Weise, wie sie ihre Figuren schreibt ist wohl einfach nicht für mich gemacht. Die grundsätzliche Prämisse und was damit gezeigt werden soll, ist durchaus interessant. Dennoch frage ich mich ob es, wie es hier im Roman dargestellt wird, wirklich der sinnvollste Weg ist. Für mich definitiv nicht.👎
Wie weit darf eine Lüge gehen?
Nuphar ist 17 Jahre alt, unscheinbar und will doch einfach nur ein Mädchen sein, das gesehen wird. Als durch ein Missverständnis eine Lüge von ungeahntem Ausmaß geboren wird, wird sie gesehen und blüht auf. Mit ihrem wachsenden Selbstbewusstsein, wächst auch die Lüge. Doch zu welchem Preis? Und was macht diese Lüge mit ihrem Leben und ihrer Seele? Ein beeindruckendes Buch, das einen selbst an die moralischen Grenzen bringt. Denn während des Lesens fragt man sich selbst- wie weit darf eine Lüge gehen? Es ist psychologisch grandios aufgebaut und sprachlich voller besonderer Metaphern und klugen Sätzen. Wirkte die Sprache am Anfang etwas hochtrabend auf mich, zog sie mich doch schnell in ihren Bahn und entwickelte gemeinsam mit der Geschichte einen wirklichen Sog. Einige Nebenschauplätze der Handlung hätten für mich zwar nicht da sein müssen, trotzdem trugen sie im gesamten zu der Moral der Geschichte bei. Ein tiefgründiger und eindrücklicher Roman, der die Moral, die Schuld und die Scham einer Lüge beleuchtet. Für mich auf jeden Fall nicht das letzte Buch, das ich von der Autorin lesen werde.
Ich hab mit Lügen persönlich ein echtes Problem und hatte daher regelmäßig Wut im Bauch, wenn Nuphar mal wieder weiter in ihre Lüge rein rutschte, anstatt sie aufzulösen. Aber bei dieser einen Lüge blieb es ja nicht. Alle Nebencharaktere hatten eine mehr oder weniger große Lügengeschichte am Start. Als wenn man nicht mehr ohne auskommen würde. Auch der Schreibstil konnte mich leider nicht überzeugen. Wir sind so viel in den Perspektiven gesprungen, dass man immer kurz brauchte um zu wissen, wo wir jetzt sind. Die Auflösung am Ende war mir dann auch viel zu glimpflich. Schade, hatte gehofft, dass es in eine andere Richtung geht.
📚 Inhalt Nuphar ist eine normale 17-jährige Jugendliche, die unter «normalen» Zweifeln leidet, wie es wohl alle Jugendlichen kennen. Sie arbeitet nach der Schule in einer Eisdiele, um sich Geld dazu zu verdienen. Als sie während einer Schicht von einem Kunden aufs Übelste beleidigt wird, legt sich ein Schalter in ihrem Kopf um, der eine Kette von Ereignissen auslöst, die Nuphar nicht kontrollieren kann: Sie stürzt aus dem Laden, der Kunde geht ihr nach und im Hinterhof des Ladens beginnt sie zu schreien. Der Verdacht der in der Nähe stehenden Personen steht direkt fest: versuchte Vergewaltigung. Nuphar nimmt die Aufmerksamkeit und die Zuneigung der Öffentlichkeit mit offenen Armen an. Nun beginnt für sie ein Schauspiel, dass bald an ihrer Substanz kratzen wird. 📖 Meinung Ich fühle mich sehr an «Löwen wecken» der Autorin zurück erinnert, bei dem ich ähnliche Gedanken hatte. Die Idee des Romans ist sehr spannend und sollte unbedingt besprochen werden. Aber der Umgang mit den Figuren kann ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen. Natürlich ist es fast unmöglich vorauszusagen, wie man selbst reagieren würde, da man sich wohl kaum vorstellen kann, wie es ist, in einer solchen Situation zu laden. Aber vielleicht macht auch gerade das die Spannung und Besonderheit des Buches aus. Nuphar ist keine perfekte Protagonistin, die so handelt, wie man es sich wünscht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Jugendliche in ihrem Alter gleich oder mindestens ähnlich handeln würden. Sobald sie die erste Lüge ausgesprochen hatte, und das war die Bestätigung einer versuchten Vergewaltigung, kam ein riesiger Stein ins Rollen, den Nuphar nicht kontrollieren konnte. Und für sie war es eine schlimmere Vorstellung, sich als Lügnerin zu outen, als das Leben eines Mannes zu zerstören. Oder wird sie sich noch umentscheiden? Kommt die Lüge von alleine ans Tageslicht? «Lügnerin» ist ein Roman, der bei mir unterschiedliche Gefühle hinterlassen hat. Ich kann nicht abschliessend sagen, ob ich es gut oder schlecht fand, denn beides trifft nicht zu. Am besten sollte man das Buch selbst lesen, um sich eine Meinung bilden zu können und dann können wir uns gerne in den Kommentaren austauschen :)
Gibt es Lügner oder können sich Menschen in Lügen verirren und finden aus dem Lügenlabyrinth nicht mehr heraus? Was macht das Lügen mit dem Gewissen? Was mit den Opfern der Lüge? Was mit den Mitwissern? All diesen Fragen geht Ayelet Gundar-Goshen in diesem großartigen Buch nach und schafft es, dass wir den Lügnern vergeben.
Wie kann eine Lüge dein Leben beeinflussen — und zu welchem Preis würdest du die Wahrheit niemals ans Licht kommen lassen? „Lügerin“ von Ayelet Gundar-Goshen hat mich zuerst mit dem wunderbaren Cover angesprochen. Dann mit dem äußerst interessanten Klappentext – der auch wirklich hielt, was er versprochen hat! Dieser Roman hat mich sehr überrascht und ich war auch sehr erstaunt, wie fein Gundar-Goshen ihre Charaktere zeichnet. Doch worum geht es eigentlich? Nuphar ist ein unscheinbares Mädchen, nichts in ihrem bisherigen Leben erscheint ihr besonders. Sie hatte noch nie Sex und beginnt bald ihr letztes Schuljahr – nachdem diesen Sommer schon wieder nicht spannendes in ihrem Leben passiert ist. Nuphar hat das Gefühl, als würden die Menschen – und ganz besonders die Männer – einfach durch sie durch sehen, sie nicht wahrnehmen. Doch als eines Tages ein ehemals berühmter Sänger in ihre Eisdiele tritt, der sie aufs Übelste beleidigt und ihr dann auf die Toilette folgt, bricht etwas in Nuphar heraus – und sie schreit. Sie schreit, bis Polizei und Nachbarn in den Hinterhof kommen und das verstörte Mädchen fragen, was der Kerl ihr getan hätte. Als sie als Antwort in Tränen ausbricht, scheint die Sache geklärt. Avischai wird wegen versuchter Vergewaltigung von der Polizei festgenommen und Aussagen werden gemacht. Nuphar versucht zunächst, sich aus dem Missverständnis herauszuwinden, doch blüht im Licht der Lüge und der Aufmerksamkeit auf wie eine Blume, die nach dem Winter endlich Sonnenstrahlen einfängt. Immer tiefer verstrickt sich das Netz um die Lüge und Nuphar findet keinen Weg hinaus. Sucht dich das Schuldgefühl heim, hat es verschiedene Möglichkeiten. Es kann dich von hinten anspringen, dir die Klauen ins Fleisch hauen. Es kann einen Frontalangriff starten. Doch es kann dir auch wie eine Perserkatze um die Beine streichen, sich ein Weilchen auf deinen Schoß setzen und dann weiterhuschen, weil es nicht länger bleiben will. Ayelet Gundar-Goshen schafft hier einen Roman, dem es gelingt, eine Spannung aufzubauen, die den Leser bis zur letzten Seite fesselt. Die Charaktere sind wahnsinnig ausgefleischt und die Autorin hat sich sichtlich Mühe gegeben, diese zu einem großen Ganzen zusammenzuweben. In „Lügnerin“ findet man keinen überflüssigen Satz, jeder noch so kleine Handlungsstrang trägt zum Gesamten bei und am Ende des Romans blickt man auf einen wunderschönen Flickenteppich zurück. Gerade die in Teil 2 neu eingeführten Personen und ihr Leben scheinen auf den ersten Blick keinen Bezug zum Hauptgeschehen zu haben, doch hat man die Charaktere erst einmal kennengelernt und hinter die Fassade geschaut, fällt es dem Leser wie Schuppen von den Augen. Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: https://killmonotony.de
Tiefgründiger Roman über eine Lüge und ihre Folgen
Aus dem Hebräischen übersetzt von Helene Seidler Nuphar, Schülerin und im Nebenjob als Eisverkäuferin tätig, lebt ein unauffälliges Leben, hat so gut wie keine Freund:innen und ist eine Außenseiterin. Ein Vorfall in der Eisdiele und eine damit verbundene Lüge führen dazu, dass Nuphar sich plötzlich im Rampenlicht wiederfindet: Sie genießt diese neugewonnene Aufmerksamkeit und Beliebtheit, hadert aber gleichzeitig sehr mit ihrem schlechten Gewissen und der ständigen Angst aufzufliegen. Ayelet Gundar-Goshen beschreibt ihre Figuren sowie deren Sehnsüchte und Ängste tiefgründig und in einer wunderbaren Sprache. Dabei ist es nicht nur Nuphar, die lügt, sondern auch einige andere Personen erzählen aus unterschiedlichster Motivation heraus kleinere oder größere Lügen. Trotz dieser Lügen, schafft es die Autorin aber, die Protagonist:innen so vielschichtig zu beschreiben, dass niemand so richtig unsympathisch wirkt. Ein tiefgründiger, aber auch sehr unterhaltsamer Roman!
Eisverkäuferin Nuphar wird zu Beginn der Geschichte in ein Missverständnis verwickelt, von welchem sie aber schon bald profitiert. Zum ersten Mal in ihrem Leben wird sie gesehen, die Leute interessieren sich für sie und behandeln sie zuvorkommend anstatt durch sie durch zu sehen. Fortan probiert sie ihre Sehnsüchte und ihr Gewissen auszubalancieren, vor allem, da ihre Lügen ernste Konsequenzen für den Angeklagten Avischai Milner haben, der zunächst in Untersuchungshaft muss. Obwohl wir hauptsächlich Nuphars Entwicklung und Innenleben begleiten, bekommen wir auch psychologisch sehr pointierte Einblicke in die Gedanken und Gefühle einer Vielzahl von Figuren und erfahren im Laufe der Geschichte von der ein oder anderen Lüge, die ebenfalls in die Welt getragen wurde und diese verändert hat. Die Autorin überlässt dabei den LeserInnen das Urteil über die Tragweite, Schwere und Rechtfertigung der aufgezeigten Begebenheiten. Ein Roman, in dem die nackten Wahrheiten hinter den Lügen und Fassaden präsentiert werden. Dabei sind die wunderschönen Beschreibungen von Ayelet Gundar-Goshen so treffend und auf den Punkt formuliert, dass die Lektüre einfach nur viel Spaß gemacht hat. In den grandiosen Bildern und Vergleichen konnte ich mich schon nach kurzer Zeit verlieren und ich freue mich jetzt schon darauf, weitere Werke der Autorin zu entdecken.
Wenn sich Lügen verselbstständigen Ayelet Gundar-Goshen ist eine israelische Schriftstellerin, die ich sehr gerne mag. Dies ist mein drittes Buch von ihr, und wieder fand ich schon den Klappentext sehr ansprechend. Die Protagonistin ihrer Geschichte ist die 17jährige Nuphar, die sich mit ihrem Ferienjob in der Eisdiele ihr Taschengeld aufbessert. Nuphar hat ein etwas angeknackstes Selbstbild, wie das bei Teenagern nicht selten vorkommt. Sie fühlt sich zu unscheinbar, nicht hässlich, aber auch nicht so hübsch wie ihre jüngere Schwester, kurzum, sie hat das Gefühl das Leben zieht an ihr vorbei und sie schaut immer nur von außen zu. Und dann steht auf einmal dieser abgehalfterte Sänger vor ihr in der Eisdiele, den sie nicht erkennt und er beschimpft sie quasi grundlos aufs Übelste. Nuphar ergreift die Flucht, rennt in den Hof und schreit sich die Seele aus dem Hals. Sofort ist sie umringt von Menschen, die vermuten der Sänger hätte ihr etwas angetan, sie vielleicht sogar vergewaltigt. Nuphar streitet das nicht ab und das Unheil nimmt seinen Lauf. „ Manche Menschen werden durch die Wahrheit schön, andere durch die Lüge“ Irgendwann gibt es kein Zurück mehr. Die Lüge hat sich verselbstständigt. Nuphar wird in Talkshows eingeladen. Dieses „mutige“ Mödchen gibt den vielen Opfern, die nicht gewagt haben ihren Peinigern entgegenzutreten eine Stimme. Nuphar ist auch nicht die Einzige in dem Roman die lügt. Nahezu jeder scheint die Wahrheit zum eigenen Nutzen gerne mal ein bisschen zu verbiegen. Man merkt der Autorin an, dass sie Psychologie studiert hat. Sie hat so eine gute Beobachtungsgabe und legt ihre Finger immer genau in die Wunde. Ich war so gespannt wie Nuphar aus ihrem Lügengebilde wieder herausfindet. Leider fand ich das Ende dann nicht so gelungen, was zu einem Punktabzug in meiner persönlichen Einschätzung geführt hat. Trotzdem lesenswert. Von mir gibt es 3,5 Sterne.
Ich liebe es, wie Ayelet Gundar Goshen auf jede Seite mindestens einen Satz verewigt, der mit wenigen Worten ausdrückt, dass gut gemeint nicht gut gemacht ist, alles miteinander verbunden ist und gleichsam dem Zufall ausgeliefert. „Lügnerin“ ist zumal subtiler und weniger gigantisch als die anderen Bücher von Ayelet Gundar Goshen, doch jede Seite zaubert mindestens ein Lächeln. Und dann kommt das letzte Kapitel.



















